Die Suche nach Biomarkern zur frühzeitigen Diagnose von Lungenkrebs erforscht

Trotz jahrzehntelanger Warnungen über die Gefahren des Rauchens und den schweren gesundheitlichen Folgen ist nach wie vor Lungenkrebs immer noch die zweithäufigste Krebserkrankung und die häufigste Ursache für Tod durch Krebs unter US-Patienten. Das Problem ist, dass Lungenkrebs meist erst dann diagnostiziert wird, wenn ihre Krankheit bereits in einem fortgeschrittenen Stadium ist und daher sehr schwer zu behandeln ist.

Forscher an der Westküste des Metabolomics-Center an der UC Davis versuchen, das zu ändern. Sie möchten eine Identifizierung von Biomarkern einführen, die die Grundlage der frühen Tests für Lungenkrebs sein könnten.

„Eine frühzeitige Diagnose ist der Schlüssel zur Bekämpfung von Lungenkrebs“, sagte Oliver Fiehn, Direktor der Metabolomics-Center und Professor für Molekular- und Zellbiologie an der UC Davis.

Lungenkrebs sollte frühzeitig mit regelmäßigen Niedrigdosis-CT (Computertomographie) Scans kontrolliert werden. Vor allem Menschen die das Risiko tragen, wie Raucher, an Lungenkrebs zu erkranken oder generell ein erhöhtes Risiko aufweisen, könnten so besser kontrolliert werden. Als Resultat dessen könnte auch entstehender Lungenkrebs frühzeitig diagnostiziert werden. Aber diese Tests sind sehr teuer. Des Weiteren ist es wichtig eine Methode zu finden, dass Patienten nicht immer wieder der Röntgenstrahlung ausgesetzt werden müssen. Daher sind Fiehn, Projektwissenschaftler William Wikoff und seine Kollegen auf der Suche nach Biomarkern, um Lungenkrebs in Blut von Patienten nachzuweisen.

Fiehn’s Labor ist spezialisiert auf „Metabolomics“, ein Ansatz, der die Analyse aller biochemischen Stoffwechselprodukte in Zellen und Geweben zur gleichen Zeit beinhaltet. Durch die Eröffnung anderer Bereiche zur Kontrolle des Gesundheitszustandes der Patienten durch Biomarker und durch die Verwendung neuer Technologien und Rechenleistungen, eröffnen sich auch neue Wege, um Lebensprozesse zu verstehen.

Um Biomarker für Lungenkrebs zu finden, die möglichst frühzeitig eingesetzt werden können, benötigt das Team Blutproben von Menschen, die die Krankheit bereits seit Monaten oder Jahren in sich tragen. Diese Proben wurden gesammelt und dann untersucht. Anschließend wurde eine Diagnose durchgeführt.

Glücklicherweise konnten sie Daten von Proben aus bereits durchgeführten klinischen Studie verwenden. Die damalige Studie aus dem Jahr 1985 trug den Namen CARET und lief bis zum Jahr 1996. Damals sollte getestet werden, ob Dosen von antioxidativen Vitaminen Krebs bei starken Rauchern und anderen Menschen mit einem hohem Risiko verhindern könnte. Der Versuch scheiterte, aber die Sammlung von Blut, Serum und Gewebe und denn dazugehörigen Daten werden in den CARET Biobanken aufbewahrt.

Bei der Analyse der Daten stellte das Team fest, dass sich im Serum der Patienten mit Lungenkrebs ein Molekül namens Diacetylspermine, mit der doppelten Menge als üblich befand. Dieses war jedoch bereits 6 Monate vor der Diagnose, also der bestätigten Entwicklung des Krebses vorhanden. Als Kontrolle standen Proben von gesunden Personen zur Verfügung, um die Daten ausreichend vergleichen zu können.

Sie kombinierten Diacetylspermine mit einem anderen bereits identifizierten Biomarker, ein Protein namens pro-Surfactant Protein B (Pro-SFTPB), und testeten dann beide Marker, in einem anderen Satz von Seren von Patienten, die CARET Monate gesammelt hatte, bevor sie Lungenkrebs entwickelten. Das Ergebnis überraschte und macht Hoffnung darauf, dass die Forschungen in diesem Bereich neue Wege zur Früherkennung von Lungenkrebs eröffnen können.

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