Die Zufriedenheit der Patienten ist ein sehr schlechter Indikator für die Qualität bei der Versorgung bei der Schädelneurochirurgie

Weil Todesfälle eher seltenen von Chirurgen gemeldet werden, gilt dies nicht als Bewertungsgrundlage um darüber zu Urteilen, ob ein hohes oder niedriges Qualitätsniveau der Versorgung hierbei gegeben ist.

 

Der aktuelle Fokus auf die Sicherheit der Patienten in der Gesundheitsversorgung, hat zu einem öffentlichen Qualitäts-Vergleich im Versorgungs- und Pflegebereich zwischen den Gesundheitseinrichtungen und zwischen einzelnen Fachkräften des Gesundheitswesens geführt. In den USA wurde ein neues Erstattungsverfahren basierend auf Patientenzufriedenheit vom Centers for Medicare und Medicaid Services im Jahr 2011 in New South Wales, Australien eingeführt.

 

Kürzlich wurden die Ergebnisse dieser Studie in der Neurochirurgie veröffentlicht

 

In dieser prospektiven Beobachtungskohortenstudie, die an 418 ausgewählten erwachsenen Patienten nach elektiven Kraniotomie durchgeführt wurde, wurden auch aufgezeichnete Ergebnisse der Anästhesisten sowie Patienten einbezogen, welche über postoperative Komplikationen berichteten. Dabei spielte auch die allgemeine Zufriedenheit der Patienten eine Rolle. Patienten berichteten über ihre subjektiven postoperativen Komplikationen auf einem Patientenfragebogen bei der Entlassung.

 

Am 30. postoperativen Tag wurde die allgemeine Zufriedenheit der Patienten anhand eines strukturierten Telefoninterviews erfragt. 62% der Patienten waren weiblich und 30% waren 65 Jahre oder älter.

 

Hauptpostoperative Komplikationen nach elektiven Kraniotomie waren selten. Die häufigste schwere Komplikation war vorübergehende oder permanente Hemiparesis bei 41 (10%) der Patienten. Insgesamt wurde bei 17 Patienten (4%) eine Wiederholungs-Kraniotomie oder postoperative endovaskuläre Intervention festgestellt.

 

Die Rate der anderen Komplikationen waren gering: Pneumonie 3%, akutem Myokardinfarkt 1%, Lungenembolie 1% und tiefe Venenthrombosen 1%. Die Patienten berichteten auch von postoperativen Komplikationen, wie vorübergehende subjektive Sehstörungen und Schluckbeschwerden. Darunter litt fast die Hälfte (46%).

 

Eine große Mehrheit, 94% der Patienten, bewerteten ihre Gesamtzufriedenheit als gut oder ausgezeichnet. Auch neun von zehn Patienten mit schweren postoperativen Komplikationen gab gute oder sehr gute Gesamtzufriedenheitswerte an. Unzureichende Patientenzufriedenheit wurden am häufigsten von Patienten mit leichten Komplikationen, wie Infektionen der Harnwege angegeben. Bei vielen dieser Patienten, traten mehrere kleinere postoperative Komplikationen auf.

 

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass die Rate schwerer Komplikationen nach der elektiven Kraniotomie in der Abteilung für Neurochirurgie, Helsinki University Hospital, außergewöhnlich niedrig ist, und die allgemeine Zufriedenheit der Patienten dagegen hoch, auch wenn größere postoperative Komplikationen auftreten.

 

Die Studie schließt den Bericht mit der Erkenntnis, dass alles in allem die Zufriedenheit der Patienten ein sehr schlechter Indikator für die Qualität der Versorgung in der Gehirnchirurgie ist, weil Zufriedenheit kein Ausgangspunkt ist, um das Auftreten von postoperativen Komplikationen zu reflektieren und neutral zu bewerten“, sagt Dr. Elina Reponen, und fährt fort: „Auch in großen neurochirurgischen Zentren sind die postoperativen Sterblichkeitsraten zu niedrig, um aussagekräftige Vergleiche zwischen den Behandlungszentren oder einzelne Neurochirurgen zu ermöglichen. “

 

„USA und Großbritannien müssten gemeisnam mit vielen anderen Ländern möglicherweise zuverlässigere Maßnahmen für die Eruierung der Qualität der Versorgung in der Gehirnchirurgie definieren“, schließt Dr. Miikka Korja.

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