Ebola kann 8 Tage in Abwasser überleben

Nach dem Ergebnis einer neuen Forschungsarbeit kann das gefährliche Ebola-Virus acht Tage lang in Abwasser überleben. Messbare Konzentrationen von Ebola seien während der Studie in Abwasser gefunden worden. Der Befund, der Auswirkungen auf die Entsorgung flüssigen kontaminierter Abfälle bei Epidemien und Ausbrüchen haben könnte.

Die Studie wurde von Forschern der University of Pittsburgh sowie Drexel University  (beide Philadelphia) und dem National Institutes of Health (NIH) durchgeführt. Die Ergebnisse wurden in den Environmental Science & Technology Letter veröffentlicht.

Der aktuelle Ebola-Ausbruch in Westafrika ist das schlimmste Ereignis seit dem ersten Ausbruch im Jahr 1976. Nach dem jüngsten Lagebericht der WHO gab es 28.005 bestätigte Fälle und 11.287 Todesfälle, seit dem erste Fälle verursacht durch Ebola im März 2014 auftauchten. Es gibt weiterhin erhebliche Fragen wie mit flüssigem verseuchten Abfällen umgegangen werden soll, weil Ebola dort eine Zeit lang überleben kann. Nach früheren Studien kann Ebola in Überlebenden weiter existieren, wie zum Beispiel bei einem Betroffenen, in dessen Augen das Ebola-Virus selbst Monate nach seiner Wiederherstellung gefunden wurde.

Im Gegensatz dazu gibt es nur begrenzte Daten über das Schicksal und den Transport von Ebola in Abwassersammelsystemen. Verfahren für den Umgang der WHO und des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) empfehlen, Ebola-kontaminierte Abfälle direkt in die Kanalisation ohne zusätzliche Behandlung nach einigen Tagen zu entsorgt.

Das Verfahren unterschätzt den Forschern zufolge allerdings die Überlebensfähigkeit des Ebola-Virus in kontaminierten Flüssigabfällen. In den 8 Tagen nach der Studie fiel die Konzentration von Virus-Partikeln in zwei Proben unterschiedlich aus. Die Konzentration sei zwar um 99 Prozent gesunken, jedoch konnte Ebola in den verbleibenden 7 Tagen weiter nachgewiesen werden. Die Ergebnisse zeigen, dass das Ebola-Virus länger in Abwasser überleben kann als bislang angenommen.

Die Wissenschaftler dachten zuerst, dass Ebola nur durch einen direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen werden kann. Jedoch traten im aktuellen Ausbruch die Fälle ohne direkte Berührung auf. Daher vermuten sie dass das Virus in großen Tropfen von Körperflüssigkeiten überleben könnte und sollte zu einer besseren Sorgfalt im Umgang mit flüssigen Abfällen führen.

Ein infizierter Patient produziert den Forschern nach täglich bis 9 Liter Flüssigabfall. Wenn das Virus ins Abwasser gelangt, könnte es nicht zerfallen sein aber es könnte sich einer Entdeckung durch Verklumpen entziehen oder sich an andere Partikel im Wasser anhängen. Deshalb sei es schwieriger es mit Desinfektionsmittel zu beseitigen.

Die WHO hat bereits Verfahren, nach denen flüssige Abfälle länger gehalten werden sollen, bevor sie in die Kanalisation gelangen. Eine andere Möglichkeit sei es den Anfall mit einem antiviralen chemische Stoff wie Chlor vorzubehandeln. Im Vorfeld wären jedoch weitere Informationen erforderlich, um herauszufinden wie gut diese Art der Desinfektion funktioniert.

Wie Studienautor Prof. Bibby berichtet, sei eine weitere Forschung auf dem Gebiet erforderlich. Die Forschung müsse ganzheitlich durchgeführt werden und solle nicht nur auf das Labor beschränkt sein.

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