Forscher entdecken Gen welches Autismus auslösen kann

Die Funktionsweise der Genmutation, die sich für Autismus verantwortlich zeichnet, haben nun Forscher im Rahmen einer neuen Studie entdeckt und sie im Magazin Cell veröffentlicht.

Die Studie wurde von Forschern der University of North Carolina (UNC) School of Medicine in Chapel Hill durchgeführt. Dort wurde gezeigt, wie Mutationen zur Hyperaktivität eines Gens mit Namen UBE3A führt und eine abnormale Gehirnentwicklung verursacht, wodurch Autismus ausgelöst werden kann.

Bei Menschen mit Autismus ist die 15q Chromsomenregion vervielfältigt und nennt sich deshalb Dub15q-Syndrom und eine der häufigsten genetischen Anomalien. Bislang dachte man, zuviel UBE3A sei die Ursache dafür.

Wie Studienleiter Mark Zylke, Associate Professor für Zellbiologie und Physiologie und sein Team erklärten, kann das UBE3A-Gen in einem normal entwickelten Gehirn das Phosphatgefühl ein- und ausschalten. Die Mutationen dieses Gens zerstören die als Proteinkinease A (PKA) bezeichneten Regulierungsschalter, wodurch UBE3A nicht ausgeschaltet werden kann, zu einer Hyperaktivität des Gehirns führt und damit Autismus auslösen kann.

Zu den Erkenntnissen gelangte das Forscherteam indem Gene sequenziert wurden, die von Kindern mit Autismus und deren Eltern stammten. Die Gene der Eltern wiesen keine UBE3A-Mutation auf, während das Gen bei den Kindern dauerhaft eingeschaltet war. Das mutierte Gen führten die Forscher in Mäuse ein, wodurch sie die Entwicklung von dendritischen Dornen an den Gehirnzellen entdeckten bzw. Neuronen entdeckten.

Diese Dornen verbinden die Neuronen mit den Synapsen aber eine zu hohe Anzahl steht oft in Verbindung mit Autismus. Die Hyperaktivität von UBE3A durch die Zerstörung des PKA ausgelöst, sei den Forschern zufolge verantwortlich für Dup15q-Autismus.

Eine der getesteten Verbindungen war das Medikament Rolipram welches die PKA-Aktivität erhöht. Dieses Medikament wurde zuvor in klinischen Studien für die Behandlung von Depressionen geprüft aber wegen Nebenwirkungen wurde schließlich die Verwendung eingestellt.

Bei einigen Dub15q-Patienten, die Anfälle hatten, überwogen jedoch die Vorteile von Rolipram die Risiken. Laut Zylka sollte geprüft werden, ob niedrige Dosen dieses oder eines anderen PKA-steigernden Medikaments die Symptome des Dub15q-Syndroms lindern können. Die Erkenntnisse der Forscher könnten ihren Worten nach auch Menschen mit dem Angelman-Syndrom helfen, was eine seltene neurologische Erkrankung ist und eine schwere körperliche wie geistige Behinderung verursacht.

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