Cannabis gegen Krebs?

Die Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, Anwendungsgebiete, Dosierung, Unbedenklichkeit von Arzneimitteln und vieles mehr rund um Medikamente wird hier besprochen...

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Mustafa
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Cannabis gegen Krebs?

Beitrag von Mustafa » 14.07.2007, 11:06

Stimmt es, dass das Rauchen von Joints Krebspatienten helfen kann, Nebenwirkungen einer Chemotherapie besser zu verkraften?

Die Patienten sollen dann nicht mehr so schlimm abnehmen, weil Sie einen Freßflash bekommen, immer wenn Sie einen smöken...

Logisch wäre es jedenfalls.
Ein Freund von meinem Onkel bekommt jetzt nämlich Chemo und hat schon einiges abgenommen. Außerdem sind ihm die Haare augefallen...

Katja
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Re: Cannabis gegen Krebs? Marinol Kapseln

Beitrag von Katja » 15.07.2007, 11:48

Mustafa hat geschrieben:Stimmt es, dass das Rauchen von Joints Krebspatienten helfen kann, Nebenwirkungen einer Chemotherapie besser zu verkraften?

Die Patienten sollen dann nicht mehr so schlimm abnehmen, weil Sie einen Freßflash bekommen, immer wenn Sie einen smöken...

Logisch wäre es jedenfalls.
Ein Freund von meinem Onkel bekommt jetzt nämlich Chemo und hat schon einiges abgenommen. Außerdem sind ihm die Haare augefallen...
Ja, der Gedanke ist gar nicht so verkehrt. Eine krebskranke Bekannte von mir hat Cannabis-Kapseln bekommen, die hießen Marinol-Kapseln.
Und zwar war da Cannabis enthalten, aber ohne diesen psychoaktiven Inhaltsstoff, das THC, damit man diese psychischen Nebenwirkungen nicht hat.
Meine Bekannte hat die Kapseln aber leider nicht lange eingenommen, weil ihr Kurzzeitgedächtnis arg darunter gelitten hat. Das hat ihr Angst gemacht, und dann hat sie Ihre Kapseln, die ein paar hundert Euro wert waren weggeschmissen...

A.R.
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Haschisch für MS-Patient

Beitrag von A.R. » 15.07.2007, 13:49

Ich habe ein Gerichtsurteil* dazu gefunden, vom Oberlandesgerichts Karlsruhe vom 24. Juni 2004.

Da hat ein Patient mit Multipler Sklerose Hanf angebaut und seine Joints geraucht, um die Symptome seiner Krankheit zu lindern, da aus medizinischer Hinsicht nichts anderes mehr geholfen hat.

Und dieser Patient wurde dann auch für nicht schuldig erklärt.
Erdürfte also sein Hasch anbauen.

Aber das war glaube ich ein Ausnahmefall.

*Quelle:
http://www.cannabis-med.org/german/germany/olg_karlsruhe.pdf

Dana Scherer
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Beitrag von Dana Scherer » 25.04.2010, 12:13

Multiple Sklerose ist die Erkrankung des Gehirns und des Rückenmarks gilt in der tcm primär als eine Krankheit des Funktionskreises "Niere".Symptome wie chronische Schmerzen der Lendenwirbelsäule, Kälteempfindlichkeit des Unterleibs und der Füße, nachlassende sexuelle Kraft, nachlassendes Gedächtnis, Harn-Inkontinenz oder pathologische Ängste gehören alle zum Funktionskreis der Niere.

Schweregefühle aber auch Kribbeln und Taubheitsgefühle in den Beinen, Schwindel, körperliche Erschöpfung, und Kältegefühle weisen auf einen Milz-Yang-Mangel mit Schleimbildung hin. Zunehmende Beinschwäche und Schwäche der Lendenwirbelsäule, Blasenfunktionsstörungen, verstärkter Schwindel, Sehstörungen, Steifheit, Schweißausbrüche und innere Unruhe sprechen für einen Leber- und Nieren-Yin-Mangel. Zittern, Muskelkrämpfe, einschießende Schmerzen und Lähmungen kennzeichnen das zusätzliche Vorliegen der Diagnose "Innerer Leber-Wind."

Impotenz ist ebenfalls im Funktionskreis Niere zuzuordnen. Es bedeutet, das den Nieren das Yang fehlt. Impotenz kann schnell unf erfolgreich behandelt werden.
Gong Ting Yu Yong Nan Bao Bu Yao "Jin Feng" - 宫廷御用男寳葯酒. Es gibt viele verschiedene Mittel gegen Impotenz. Die Behandlung zielt auf das Auffüllen des Yang ab und auch des Jing.

Tara
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Re: Cannabis gegen Krebs?

Beitrag von Tara » 26.04.2010, 15:51

Mustafa hat geschrieben:Ein Freund von meinem Onkel bekommt jetzt nämlich Chemo und hat schon einiges abgenommen. Außerdem sind ihm die Haare augefallen...
bei ner chemo ueblich.....

webheiner
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Beitrag von webheiner » 22.08.2011, 11:35

Hallo Mustafa,

Cannabis hat sicher einige positive Wirkungen und kann wohl als Schmerzmittel eingesetzt werden. Ob das Rauchen eines Joints als medizinisch sinnvoll angesehen werden kann, wage ich zu bezweifeln.
Bei all den Lobliedern auf Cannabis ist wohl meist der Wunsch der Vater der Gedanken.Joints auf Rezept ist für viele eine paradiesische Vorstellung. Ich halte nicht viel von solchen Erzählungen, wirkich nachgewiesen wurden diese Wunderheilungen eben nicht. Wenn man jemanden, der durch die Chemotherapie schon sehr geschwächt ist, auch noch einen Joint zu rauchen gibt, könnte es sein letzter sein.

LG
Webheiner

Nicola D.
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Chemie

Beitrag von Nicola D. » 26.08.2011, 13:30

Hallo, da möchte ich allerdings entschieden widersprechen.
Cannabis ist eine gute Alternative zu den sonstigen Schmerz- und Beruhigungsmedikamenten, die im präfinalen Stadium - also bei unheilbar erkrankten Menschen - sonst nur Opium, Morphium usw. ausgesetzt sind.
Diese Schmerzmittel haben die unangenehme Wirkung, dass man die Dosis in Abständen wieder erhöhen muss, da der Körper sich daran gewöhnt und die Wirkung nicht mehr einsetzt. Auch Beruhigungsmittel haben nur den Grund, den Patienten möglichst ruhig zu halten und nicht in Panik zu fallen.

Cannabis oder auch Marihuana haben da Vorzüge. Sie sind "gesünder" und die Wirkungstoffmenge muss nicht ewig erhöht werden. Das THC darin wirkt schmerzlindernd und beruhigend. Und die Leber kann einmal aufatmen.

Dies soll hier kein Statement für Drogen sein - bei weitem nicht. Ich wollte nur einmal erinnern, dass ein Joint gesünder ist als Alkohol.
Was hier zum Tragen kommt, ist die Angst vor Cannabis und Marihuana als Einstiegsdroge. Da gebe ich auch jedem Recht. Allerdings sollte man Unterschiede machen zwischen einem pubertierenden Teenager mit falschn Freunden und Menschen, die starke Schmerzen erleiden und bald sterben müssen.
Gruß
Nicola D.

Tanja1979
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Cannabis bei Chemotherapie

Beitrag von Tanja1979 » 02.09.2011, 09:03

Hallo,
obwohl ich garantiert kein Verfechter von Drogen, welcher Art auch immer, bin, möchte ich hier eine Lanze für Cannabis in der Krebstherapie brechen.
Schließlich ist es so, dass gerade bei schwerwiegenden Krebserkrankungen und in der Palliativmedizin nicht mehr die Heilung im Vordergrund steht, sondern die Verbesserung der Lebensqualität. Die meisten Krebspatienten nehmen bereits vor Diagnosestellung durch die Tumoraktivität einiges an Gewicht ab. Die anschließende Chemotherapie, so verbessert diese Mittel heute auch sind, bringt dann Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit mit sich - das Gewicht sinkt weiterhin. Die zur Schmerzbekämpfung gerne eingesetzten morphinhaltigen Medikamente tun in diesem Zusammenhang ihr Übriges und verursachen ihrerseits abermals Übelkeit und ein Ekelgefühl bereits beim Gedanken an eine Mahlzeit. Im Resultat verlieren die Patienten immer mehr an Gewicht, bis der Körper gar nichts mehr zuzusetzen hat. Sie werden schwach, leiden wegen des Hungers an Magen- und Darmkrämpfen und dennoch bringen sie nichts runter. Von was für einer Lebensqualität kann da die Rede sein?

Cannabis, unter ärtzlicher Betreuung verabreicht, kann hier echt weiterhelfen. Zumindest berichten viele Krebspatienten darüber, dass mit einer solchen Zusatztherapie die quälende Appetitlosigkeit und das dadurch verursachte permanente Hungergefühl sowie die komplette Schwächung des Körpers nachlassen. Erst dann kann über eine weitere Therapie diskutiert werden.

Viele Grüße
Tanja Winkler

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