Kinder weniger kontrollwütiger Eltern wachsen glücklicher auf

Nach einer neuen Studie resultieren Lebenszufriedenheit und Glück bei Kinder vor allem dann, wenn die Eltern keine zu starke Kontrolle ausüben. Die lebenslange Studie wurde vom University College of London (UCL) durchgeführt und die Ergebnisse im Journal of Positive Psychology veröffentlicht. Es wurde eine Reihe wichtiger Prädiktoren gefunden, die für das psychische Wohlbefinden im Erwachsenenalter verantwortlich sind auf Grundlage ihres Umfeldes in der Kindheit.

Die Forscher bewerteten 5.362 Briten im Alter von 13 bis 64 Jahren und bildeten daraus eine repräsentative Bevölkerungsbefragung, die Teil des Medical Research Council (MRC) National Survey of Health and Development (NSHD) war. Diese einzigartige nationale Umfrage beobachtete das Leben der Studienteilnehmer seit ihrer Geburt im Jahr 1946. Die aktive FollowUp-Studie zählte 2800 Teilnehmer, während die vollständigen Wohlbefinden-Daten für 3.699 Teilnehmer im Alter von 13 bis 15 Jahren gesammelt wurden. Bei der Studie kam ein Fragebogen mit 25 Punkten zum Einsatz mit dem drei unterschiedliche Konzepte der Pflege gemessen wurde.

Zur Beurteilung der elterlichen Bindung wurden die Studienteilnehmer gebeten, mit Aussagen wie »Sie gingen auf meine Probleme und Sorgen ein.« Sätze wie »versucht, alles unter Kontrolle zu bringen« wurden entwickelt, um psychologische Kontrolle zu beurteilen, während man mit Aussagen wie »Lassen Sie mich gehen, so oft ich wollte« die Verhaltenskontrolle gemessen wurde. Die Erwachsenen beendeten den Fragebogen indem sie nachträglich beschreiben sollten wie die Einstellungen und Verhaltensweisen ihrer Eltern, bevor sie selbst 16 Jahren waren.

Im Rahmen der Studie wurden Faktoren wie die Trennung der Eltern, die soziale Klasse der Eltern, die mütterliche psychologische Gesundheit und die Persönlichkeitsmerkmale der Teilnehmer berücksichtigt.

Ein deutlich geringeres seelisches Wohlbefinden stellten die Forscher bei Personen fest, deren Eltern in der Kindheit eine größere psychologische Kontrolle ausübten und wurde vor allem bei Altersgruppen von 60 bis 64 Jahren festgestellt. Dieser Effekt sei den Studienautoren so ausgeprägt und vergleichbar mit dem jüngsten Tod eines Verwandten oder engen Freundes. Wie Dr. Mai Stafford, die Leserin in Sozialepidemiologie der MRC-Einheit für die lebenslange Gesundheit & Ageing am UCL erklärte, hätten Menschen deren Eltern Wärme und Reaktionsfähigkeit zeigten, eine höher Lebenszufriedenheit und besseres seelisches Wohlbefinden im mittleren sowie späten Erwachsenenalter.

Als Beispiele für psychologische Kontrolle wurde die Begrenzung der Unabhängigkeit eines Kindes genannt, indem sein Verhalten reguliert wurde und ihm Entscheidungen abgenommen wurden. Das Kind konnte nicht seinen eigenen Weg gehen, verspürte einen Eingriff in die Privatsphäre und förderte die Abhängigkeit statt Unabhängigkeit. In anderen Studien wurde nachgewiesen, dass wenn ein Kind eine sichere emotionale Bindung zu seinen Eltern hatte es im Erwachsenenalter besser dazu in der Lage war Anlagen der Sicherheit zu bilden.

Laut Dr. Stafford geben Eltern eine stabile Basis um die Welt zu erkunden, während Wärme und Einfühlungsvermögen die soziale und emotionale Entwicklung fördert. Im Gegensatz dazu würde psychologische Kontrolle die Unabhängigkeit eines Kindes begrenzen und sei dadurch weniger in der Lage sein Verhalten anzupassen. Sie führt weiter aus, dass Maßnahmen zur Reduzierung des wirtschaftlichen Drucks auf Eltern, helfen könnte eine bessere Beziehung zu ihren Kindern zu erreichen. Die Förderung einer gesunden Work-Life-Balance sei wichtig, weil Eltern Zeit für die Pflege der Beziehung zu ihren Kindern benötigten.

 

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