Symptome, Diagnose & Krankheitsverlauf

Symptome & Anzeichen

Ein Anzeichen für Abhängigkeit vom Rauchen ist Kontrollverlust über das Rauchverhalten, z.B. vergebliche Versuche mit dem Rauchen aufzuhören bzw. weniger zu Rauchen. Weitere Anzeichen sind Entzugserscheinungen, wie starkes Verlangen (craving), Unruhe, Angst, Zittern, Nervosität, Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Gewichtsveränderungen, die durch Rauchen bekämpft werden, Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Rauchens und Rauchen trotz bekannter schädlicher Folgen, gesundheitlicher oder sozialer Art.

Aber nicht nur die Symptome, die im Rahmen eines etwaigen Entzuges entstehen und auftreten können sind hierbei ausschlaggebend. Es gilt darüber hinaus zu beachten, dass Rauchen für eine immense und beinahe nicht zu überschauende Vielzahl von Erkrankungen verantwortlich zu machen ist. Tatsächlich gehen schätzungsweise 2 von 10 Krankheiten auf das Rauchen von Tabak zurüCK. Diese Zahlen lagen in der Vergangenheit jedoch weitaus höher. Der stetige Rückgang von Rauchern innerhalb der Bevölkerung hat einiges dazu beitragen können, dass auch die damit einhergehenden Krankheiten zurückgehen. Das ist eine alles in allem recht positiv wahrzunehmende Entwicklung. Insbesondere Staat und Steuerzahler werden hierdurch entlastet, nicht zuletzt deswegen, weil die hieraus resultierenden medizinischen Betreuungskosten stark zurückgehen.

Dennoch sollte man die Situation nicht unterschätzen. Nach wie vor gibt es sehr viele Raucher und nach wie vor erkranken sehr viele Menschen aufgrund dieser Angewohnheit jährlich an sonst leicht vermeidbaren Leiden. Hierzu eine Liste der häufigen Symptome, die eine nach wie vor anhaltende Nikotinsucht bedingen kann :

Übersicht der reinen Symptome

  • Schädigungen des Zahnfleisches
  • Ausfallen der Zähne
  • Geschwüre und Blasen auf der Zunge und generell im Innern des Mundes
  • Geschwüre und Blasen im Rachen
  • Teerablagerungen in der Lunge und der Luftröhre
  • Bildung eines Emphysems
  • Verstopfung der Arterien und anderer Gefäße
  • Krankhaft beschleunigter Stoffwechsel
  • Hoher Blutdruck
  • Chronische Schwächung des Immunsystems
  • Durchfälle
  • Erkrankungen des Darms
  • Häufige Entzündungen der Nase, des Halses oder der Lunge
  • Minderleistungen der Augen, teilweise partielle oder komplette Blindheit
  • Taubheit der Glieder, insbesondere der Beine
  • Schwächung der männlichen Potenz
  • Minderung der Fruchtbarkeit bei Männern und Frauen
  • Minderwuchs (bei nicht voll ausgewachsenen Rauchern)
  • Atemnot und generelle stark veringerte körperliche Leistungsfähigkeit
  • Verlust oder Reduktion der Sinne für Geruch und Geschmack
  • Unregelmäßiger Schlafrhythmus
  • Vergilbung der Zähne und der Finger
  • Bildung von Falten, Pickeln und allgemein unreiner Haut
  • Haarausfall
  • Schwarzer Auswurf (Sputum) beim Husten
  • Probleme morgens in die Gänge zu kommen
  • Blutarmut (Anämie)
  • Vergiftungen

Übersicht der Symptome eines Entzuges

  • Nervosität und Unruhe
  • Unleidlichkeit, Aggressivität und emotionale Ungehaltenheit
  • Ängstlichkeit, Depressionen und seelische Missstimmung
  • Teils massive Störungen im Schlafverhalten
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Starke Gewichtszunahme (i.d.R. zwischen 5 und 10 Kilo)
  • Unregelmäßiger Stuhlgang
  • Hartnäckige Verstopfungen
  • Schwindel
  • Heiserkeit, Halsschmerzen und Entzündungen im Mund (letzteres ist besonders häufig)
  • Dauerhaftes starkes Husten
  • Leichte Verwirrtheit oder Desorientierung
  • Ruhelosigkeit und Rastlosigkeit
  • Vermehrt auftretender Auswurf (Sputum)
  • Ohrensausen
  • Spontane Schmerzen in der Lunge (meist stechend)
  • Teilweise immens starker Suchtdruck (vergeht zumeist bereits nach einigen Tagen komplett)
  • Allgemeine Gliederschmerzen
  • Sehstörungen
  • Zittern, unkontrolliertes Zucken
  • Erektile Dysfunktion (temporär begrenzt)
  • Empfindlichkeit gegenüber diversen Umweltfaktoren wie Licht, Geräusche und Wetter (Temperatur)
  • Grundlose Traurigkeit und fehlender Antrieb

Etwaige im Rahmen einer Nikotinsucht auftretende spezifische Erkrankungen


Diagnose& Krankheitsverlauf

In der Anamnese fragt der Arzt nach dem Tabakkonsum und macht sich ein Bild von der Lebenssituation des Patienten. Bei der körperlichen Untersuchung fallen bei starken Rauchern der Geruch nach kaltem Rauch auf, sowie eventuell gesundheitliche Folgeschäden des Rauchens wie Atemwegserkrankungen bis hin zur Teerlunge oder Arteriosklerose, im Extremfall ein Raucherbein.

Bei Rauchern treten überdurchschnittlich häufig Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenleiden, Krebs und Impotenz auf. Daher ist es oftmals keine allzu große Herausforderung für den behandelnden Arzt, eine allgemeine Diagnose zu stellen, die das Rauchen ALS ursächlichen Faktor benennt. Wesentlich komplizierter ist es hingehen, die eventuell hieraus resultierenden Erkrankungen genau und spezifisch anzusprechen. Dies gilt insbesondere dann, wenn eine Häufung diverser Krankheiten vorliegt. Leider ist dieser Umstand bei Rauchern, vorallem bei Langzeitabhängigen, keine Seltenheit. So schaffen es besagte Personen oftmals spielend, während ihrer Karriere ein ganzes Repertoire an rauchbedingten Krankheiten zu entwickeln. Die Tatsache, dass die vorliegende Erkrankung selbst direkt auf den Konsum von Rauchwaren zurückzuführen ist, ist dabei nicht immer hilfreich für den zuständigen Mediziner.

Tatsächlich kann es bisweilen recht kompliziert sein nachzuweisen, welche Erkrankungen alle bei der zu behandelnden Person vorliegen, insofern diese ein Raucher ist. Eine Krankheit kommt in diesen Fällen selten allein und und ein Arzt muss daher mehrere Diagnosen parallel zueinander stellen. Das kostet nicht nur sehr viel Zeit und verschlingt sehr viele Ressourcen, sondern verursacht auch, dass die Zeit anderen Patienten abgeht.

Darüber hinaus ist es mit einer Diagnose nicht getan, selbiges gilt auch für mehrere parallel gestellte Befunde. Es bedarf in aller Regel in immer kleiner werdenden Abständen einer neuen Diagnose, da sich ein Raucher sehr schnell ein neues Leiden angeeignet hat, wenn er trotz Warnungen und wider sein besseres Wissen nicht mit seiner schädlichen Gewohnheit bricht. Somit bleibt abschließend zu bemerken, dass die Diagnosen per se durch Rauchen nicht schwerer, gleichwohl aber häufiger vonnöten sind.

Verlauf der Sucht

Tabak ist kein Heroin. Niemand zieht ein einziges mal an einer Zigarette und ist sofort danach für den Rest seiner abhängig. Nikotin funktioniert so nicht. Eine Abhängigkeit nach dieser Substanz etabliert sich langsam oder zumindest langsamer, wenn man sie mit anderen abhängig machenden Stoffen vergleicht. Zumeist beginnt die Karriere eines Rauchers damit, dass eine andere Person, die bereits raucht, ihm unverbindlich eine Zigarette anbietet. Bisweilen versagen bessere Wissen und Moral an dieser Stelle und der Gefragte gibt nach und akzeptiert das Angebot. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist die aller erste Zigarette kein Genuss. Sie ist meist eklig, kratzt und stinkt und man kann nicht verstehen, warum Menschen sich das überhaupt antun.

Nichtsdestoweniger bemerkt man hier einige Effekt. Man wird lockerer, geselliger und wacher. Das liegt am Nikotin. Es erweitert die Gefäße und sorgt damit dafür, dass mehr Sauerstoff ins Gehirn gelangt. Ein Effekt der sich bei Starkrauchern ironischerweise im Laufe der Zeit umkehrt. Viele Menschen machen sich nicht allzu viel daraus und rauchen nie wieder. Andere jedoch mögen diesen Effekt und beginnen selbst zu rauchen. Gerade zu Beginn verträgt der Körper noch nicht allzu viel Nikotin auf einmal. Darum reicht eine Packung eine ganze Woche oder länger. Vielleicht raucht man auch am Anfang auch „nur“ eine Zigarette nach dem Aufstehen oder nach dem Essen. Nach kurzer Zeit werden daraus dann eine Zigarette vor und nach dem Essen und daraus dann jeweils zwei und so weiter. Man raucht nach und nach immer mehr.

Immer mehr und mehr

Dies liegt zum einen daran, dass der Körper immer mehr Nikotin braucht, um den positiven Effekt der ersten Zigarette abermals erzeugen zu können und zum anderen daran, dass die Handlung des Rauchens selbst zu einer unterbewussten Handlung wird. Tatsächlich ist vielen Menschen gar nicht bewusst wieviel sie rauchen, weil sie diese Aktion nicht mehr wissentlich ausführen. Darum kommt es bisweilen sogar vor, dass ein Raucher sich eine Zigarette anzündet, obgleich bereits ein halbgerauchter Klimmstängel im Aschenbecher vor sich hin qualmt.

Darüber hinaus besteht ebenso eine unterbewusste Verbindung zu einigen bestimmten Aktionen, die damit automatisch zum Entzünden einer Zigarette führen. Beispielsweise wenn man in sein Auto steigt, wenn man telefoniert oder wenn man mit dem Hund spazieren geht. All diese und viele viele Dinge mehr, können dem Individuum unterbewusst suggerieren, dass es Zeit für eine neue Dosis Nikotin ist. Des Weiteren lösen auch manche Emotionen den Drang aus, sich eine Zigarette zu gönnen. Hierzu zählen zumeist Stress, Freude, Langeweile, Hunger und Überforderung. Der Süchtige bildet sich ein, dass er durch den Konsum der Zigarette seine emotionale Lage stabilisieren könnte. Aber das ist, selbst wenn es sich so anfühlen sollte, nur ein Trugschluss. Tatsächlich erreicht man mit dem Rauchen einer Zigarette nicht mehr als den Umstand, dass man eben eine Zigarette geraucht hat.

Dieser Zustand verbessert sich nicht, sondern bleibt entweder gleich oder wird extremer und extremer.Wer mit einer Zigarette am Tag begann, kann nach einem Jahr schon bei einer Packung am Tag landen oder noch mehr. Überhaupt sollte das Hauptaugenmerk darauf liegen, erst gar nicht mit dem Rauchen anzufangen, sondern gleich zur ersten Zigarette „Nein, danke“ zu sagen. Damit erspart man sich so einiges an Leid und Schmerzen. Zudem spart man natürlich auch bares Geld. Rauchen ist ein teures Hobby und wird dazu von Jahr zu Jahr teurer.

Endstation Starkraucher

Es gibt verschiedene Definition dazu, was einen starken Raucher ausmacht und was einen eher moderaten. Diese sind aber sehr variabel und daher nicht wirklich allgemeingültig. Zudem ist es auch relativ egal zu sagen, wer viel oder wer wenig raucht. Das Problem an der Sache ist nicht die Menge, sondern dass überhaupt geraucht wird. Viele Leute unterschätzen das Risiko, dass Zigaretten inne wohnt immens. Auch Aussagen wie „Eine in der Woche …“ oder „Eine am Tag kann ja nicht schaden.“ sind grundsätzlich falsch. Sicherlich schaden sie. Und dabei spielt es kaum eine Rolle, ob es bei der einen Zigarette bleibt oder ob zwei, drei fünf oder fünfzig daraus werden. Jeder Zug aus einer Zigarette ist ein immenses Risiko für den Raucher und sein Umfeld.

Da die Definitionen, wie bereits erwähnt, was einen Menschen zu einem Starkraucher macht und was nicht, eher nutzlos sind, definiert man nikotinsüchtige Personen auf andere Weise. Man beurteilt sie zwar nach der gerauchten Menge per se, macht aber davon keine weitere Definition abhängig. Ein „normaler“ Raucher raucht zwischen 5 und 10 Zigaretten pro Tag. Die meisten wirklich Süchtigen liegen aber weit über dieser Zahl. Die meisten brauchen eine Packung oder mehr am Tage und kommen somit locker auf ihre 30 bis 50 Klimmstängel. Bei einer durchschnittlichen Wachzeit von 16 Stunden pro Tag, sind das etwa zwei Zigaretten pro Stunde oder mehr.

Extreme Raucher bringen es sogar auf bis zu 100 Zigaretten am Tag. Das hört sich unmöglich und abschreckend an, kommt aber weitaus häufiger vor, als man denken möchte. Wie dem auch sei, wer dieses Ausmaß erreicht hat, dem kann man oft nichts mehr raten. Entzüge sind bei Nikotin ohnehin eher wirkungslos. Wer nicht von sich aus mit dem Rauchen aufhört, der kann niemals von dieser Sucht frei sein. Da helfen auch alle Produkte der Welt nichts.

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