Symptome, Diagnose & Krankheitsverlauf

Symptome & Anzeichen

Erste Anzeichen für Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises können Spannungsgefühl oder Steifigkeit in Gelenken sein. Zu den weiteren Symptomen gehören Gelenkschmerzen und häufig Zeichen der Gelenkentzündung (Rötung, Überwärmung, Schwellung), außerdem Allgemeinsymptome wie Erschöpfung, leichtes Fieber, Gewichtsverlust und Schäden an anderen Organen.

Charakteristisch sind Rheumaknoten, also Gewebsverhärtungen unter der Haut, die besonders an Ellenbogen oder Hinterkopf auftreten. Weiter können Bindehautentzündungen des Auges vorkommen. Bei Kollagenosen kann man innere Organe, wie Herz, Lunge oder Niere mitbetroffen und organspezifische Beschwerden beobachten.

Hierzu im Folgenden eine allgemeine Übersicht

  • Gereizte oder überreizte und geschwollene Gelenke und Glieder
  • Steifheit der Gelenke und Glieder – insbesondere morgens nach dem Aufstehen und nach Phasen längerer Inaktivität
  • Müdigkeit
  • Fieber
  • Unfreiwilliger Gewichtsverlust
  • Hautirritationen
  • Störungen des Sehvermögens
  • Eingeschränkte Funktion der Lunge
  • Probleme mit dem Herzen
  • Nierenschäden
  • Infekte und / oder Minderleistungen der Speicheldrüsen
  • Schäden an den Nerven und dem Nervengewebe
  • Schäden am Knochenmark
  • Beschädigungen der Blutgefäße

Hierbei gilt es darüber hinaus zu beachten, dass die Symptome einer rheumatischen Erkrankung sehr stark von Fall zu Fall in ihrer Ausprägung und ihrer Intensität schwanken. Aber nicht dur dies, zudem treten die Symptome zumeist in Schüben auf. Das heißt, dass es sowohl zu Phasen relativer Schmerzfreiheit sowie zu Phasen extremer Belastung kommen kann. Es ist unglücklicherweise für die betroffenen oftmals nur schwer vorherzusehen, wann es wieder zu einem Schub kommt.

Alles in allem deckt Rheuma also eine immense Bandbreite an Symptomen ab. Dieser Umstand macht beispielsweise eine Diagnose besonders in der Anfangszeit eher schwierig. Nichtsdestotrotz lassen sich die Symptome oftmals relativ problemlos der vorliegenden Krankheit zuordnen.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Aus der Beschreibung der Schmerzen und des Krankheitsverlauf sowie der körperlichen Untersuchung ergibt sich die Verdachtsdiagnose Rheuma, die durch Blutuntersuchungen (Entzündungszeichen, Autoantikörper und Rheumafaktoren) erhärtet wird. Unter Rheuma Faktor (RF) versteht man eine Gruppe verschiedener Antikörper, die allerdings auch bei Gesunden vorkommen können.

Weitere Untersuchungen sind eine Gelenkspunktion mit Analyse der Gelenkflüssigkeit, und bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen, Computertomografie oder Skelettszintigrafie. Dabei können Knorpel- oder Knochenschäden an Gelenken erkannt werden; nicht-rheumatische Erkrankungen wie Gicht können ausgeschlossen werden. Die Fibromyalgie, eine Form des Weichteilrheumatismus, kann durch Untersuchung bestimmter Druckpunkte diagnostiziert werden.

Wie bereits erwähnt, kann eine Diagnose besonders in der frühen Phase der Krankheit den behandelnden Arzt vor eine wahre Herausforderung stellen. Dies liegt an dem Umstand, dass die auftretenden Symptome sehr unspezifisch sind und in dieser Kombination ebenso bei vielen anderen Erkrankungen auftreten. Auch die zur Verfügung stehenden klinischen Tests sind alles in allem eher nicht aussagekräftig, wenn es um Rheuma geht. Zwar verwendet man Bluttests und bildgebende Verfahren zwecks Stellung einer Diagnose sehr häufig, aber das macht sie nicht zwingend effektiv. Allgemein ist die Diagnose eher schwer zu erlangen. Dieser Umstand verändert sich jedoch im Verlauf der Krankheit zusehends. Je mehr körperlich deformierende Symptome auftreten, desto eindeutiger ist eine Diagnose zu stellen.

Darum kommt der physischen Examination beim Rheuma eine ganz besondere Rolle zu. Man kann im Zweifel durch Abtasten und Bewegen sowie Erfühlen mehr über die etwaig vorliegende Krankheit in Erfahrung bringen, als durch klinische Tests. Dies gilt es für Patienten zu bedenken, bevor sie einen Arzt aufsuchen.

Verlauf der Krankheit

Rheuma befällt zunächst die „kleinen“ Gelenke. Das heißt die Gelenke der Finger und der Zehen. Infolgedessen breitet es sich langsam aber stetig im Körper aus und befällt größere Gelenke sowie Haut und Organe. Nicht selten tritt darüber eine Vaskulitis auf, die zusätzliche Schmerzen verursachen kann.

Schließlich und endlich kommen die Schübe in immer kürzeren Abständen und sind zudem von Mal zu Mal intensiver und schmerzhafter. Teilweise können sie in späteren Phasen so stark sein, dass der Betroffene während eines solchen Schubes nicht mehr dazu in der Lage ist, sich zu bewegen. Auch die die Zeit zwischen den Schüben erschwert sich zumeist durch den stets und stetig voranschreitenden Verfall der Gelenke und Knochen. Sodass der Erkrankte am Ende entweder sehr stark oder komplett in seiner Mobilität eingeschränkt ist.

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