Seitenastrangangina (Angina Lateralis)


Seitenastrangangina halsWas ist eine Seitenastrangangina?

Eine Seitenastrangangina oder Angina Lateralis ist eine selten auftretenden Form der Rachenentzündung oder Pharyngitis.

Meist ist bei einer Pharyngitis nicht der gesamte Hals- oder Rachenraum betroffen, sondern primär die Schleimhäute.

Interessanterweise gehört die Pharyngitis zu den häufigsten Erkrankungen weltweit, ihre Unterform aber, die Angina Lateralis, ist relativ selten. Etwa 20% aller von Hausärzten behandelten Krankheiten liegen Entzündungen im Halsbereich zugrunde. Davon stellen sich wiederum gerade einmal 7% als Seitenastrangangina dar.

Nichtsdestoweniger ist sie ein Volksleiden, das die meisten Menschen schon auszuhalten hatten. Halsbeschwerden gehören allgemein zu den unbeliebtesten Krankheiten, da sie es einem schwer machen, Nahrung und Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Da dies jedoch unumgänglich ist, wird man bei jeder Nahrungsaufnahme schmerzlich an sein Gebrechen erinnert.

Mittel zur Linderung gibt es zwar, aber meistens spürt man die Reizung des Rachenraumes auch trotz der Einnahme von Medikamenten noch. Insbesondere dann, wenn es sich um eine Seitenastrangangina handelt, da diese oft besonders schmerzvoll und quälend für den Patienten und seinen Schluckapparat sind.

Was kann eine Seitenastrangangina verursachen?

Um zu verstehen, wie sich eine Angina Lateralis manifestieren kann, muss man zunächst etwas über den Rachenraum des Menschen bescheid wissen.

Die „Seitenstränge“ der Seitenastrangangina sind nichts anderes als Lymphbahnen bzw. Lymphgefäße, die seitlich im hinteren Rachenraum zu finden sind und sich mit den Mandeln die Aufgabe teilen, Krankheitserreger abzuwehren und abzutöten, wobei die Seitenstränge besonders für den Schutz des Atemmechanismus verantwortlich sind.

Sind die Lymphbahnen aufgrund einer vorhergehenden Grippe oder eines anderen Infektes geschwächt, können sie ihrer Aufgabe oft nicht mehr ausreichend nachkommen. Das macht es einfacher für Pathogene, also Krankheitserreger, sich an den Seitensträngen einzunisten und sich zu vermehren. Ist dies eingetreten, ist das Lymphgewebe oft überfordert und gibt zunächst nach, wodurch es wiederum zu einer Entzündung von selbigem kommen kann.

Unter den eingedrungenen Erregern sind oftmals Viren, aber auch Bakterien wie Pneumokokken und Staphylokokken können darunter sein.

Besonders betroffen von Seitenastranganginas sind wiederum Menschen, denen die Mandeln entfernt werden mussten. Denn ohne diese besteht der volle Schutz des Rachenraums vor eindringenden Bakterien nicht mehr und die Seitenstränge müssen oftmals „Überstunden“ leisten. Das führt ebenfalls zu Schwächungen der Gefäße, was eines etwaiges Ausbrechen der Krankheit begünstigt.

Welche Symptome und Anzeichen sprechen für eine Seitenastrangangina?

Bei einer Angina Lateralis schwellen die hinteren Rachenwände (teilweise stark) an und färben sich stark rot, bisweilen können sie auch von einer Art weißem Belag überzogen sein.

Klassischerweise, wie bei allen Leiden des Halses und des Rachens, treten Symptome auf wie: Schluckbeschwerden, Heiserkeit, Schwierigkeiten zu Sprechen, schwere Atmung und allgemeine Halsschmerzen. Zusätzlich dazu kann es auch noch zum Anschwellen der Lymphknoten, zu Ohrenschmerzen, Kopfweh und teilweise üblem Mundgeruch kommen, der trotz ausreichender Mundhygiene nicht zu vertreiben ist.

Es ist zudem möglich, dass eine Seitenastrangangina einer Mittelohrentzündung voraus geht. Da erstere den Atemapparat und damit die Verbindung zwischen Nase und Rachen schwächt, kann dies im Unglücksfalle zu einer Ausweitung auf den Hörapparat führen, der besagte Mittelohrentzündung zur Folge haben kann.

Oftmals manifestieren sich die Symptome auch über den ganzen Körper verstreut. So kann eine Angina Lateralis allgemeine Schmerzen an Muskeln und Gelenken nach sich ziehen sowie für erhöhte Müdigkeit, Fieber und Schwäche verantwortlich sein.

Alles in allem lässt sich sagen, dass die Seitenastrangangina zwar nur einen relativ kleinen Bereich des Körpers befällt, dafür aber immens starke negative Auswirkungen auf die restlichen Bereiche hat, auch wenn diese nicht direkt betroffen sind. Ein Grund mehr, warum Halsbeschwerden zu den unbeliebtesten Krankheiten überhaupt zählen.

Wie wird eine Angina Lateralis diagnostiziert und was zeichnet die Krankheit aus?

Die Diagnose einer Seitenastrangangina ist, im Vergleich zu anderen Diagnosen, relativ simpel, denn die Krankheit ist meist direkt gut zu erkennen. Das macht nähere Versuche zu definieren, woran der Patient leidet obsolet. Das ist natürlich erfreulich, spart es doch wichtige Zeit, die somit für die Behandlung der eigentlichen Krankheit aufgewendet werden kann.

Wie bereits erwähnt, reicht es dem Hausarzt oft aus einen kurzen Blick in den Hals des Patienten zu werfen, um eine akkurate Diagnose stellen zu können.
Manchmal gestaltet sich eine Diagnose dennoch recht kompliziert, besonders wenn verschiedene Bereiche gleichzeitig infiziert sind, die nicht direkt zusammenhängen. So beispielsweise eine zusätzliche durch die Seitenastrangangina ausgelöste Mittelohrentzündung wie bereits oben erwähnt.

Auch Fieber, Kopfweh und Gliederschmerzen können den Arzt zunächst in die Irre führen. Dennoch bleibt zu sagen, dass eine Diagnose. Nicht allein deswegen, weil sie so oft gestellt werden muss, in der Regel sehr schnell und sicher ist.

Für exaktere und besser angepasste Behandlungsmethoden nehmen Ärzte oft Proben von den geschwollenen Lymphbahnen, um determinieren zu können, welcher Erreger genau für die Angina Lateralis verantwortlich ist. Dadurch kann der Heilungsprozess besser und medikamentös eingestellt und beeinflusst werden und eine raschere sowie gezieltere heilung sind möglich.

Die Krankheit verläuft, trotz teilweise großen Unbehagens meist sehr unkompliziert und zieht, außer etwaigen Folgekrankheiten, keine schwerwiegenden Konsequenzen nach sich. Dennoch ist es ratsam den Verlauf der Krankheit in regelmäßigen Abständen von einem Mediziner untersuchen zu lassen, um komplett ausschließen zu können, dass es zu ungewollten Nebenerscheinungen kommt.

Wie wird eine Seitenastrangangina behandelt?

Glücklicherweise bedarf es keines allzu großen Aufwands, eine Seitenastrangangina in den Griff zu bekommen. Teilweise verläuft eine Heilung selbst ohne verschreibungspflichtige Medikamente vollkommen problemlos ab.

Auch die guten alten Hausmittelchen können bei dieser Krankheit wahre Wunder wirken!

  • Bonbons lutschen: Fördert den Speichelfluss und erleichtert dem Patienten das Schlucken immens.
  • Mit lauwarmem Salzwasser gurgeln: Dazu gebe man etwa einen gestrichenen Teelöffel Salz in großes Glas lauwarmes Wasser, verrühre es gut und gurgle damit. Dies wiederhole man bis zu drei Mal täglich. Das Salz wirkt desinfizierend und regt den Hals und den Körper zur Selbstheilung an.
  • Inhalieren: Hierzu bedient man sich entweder eines speziellen Inhalationsapparates oder man wählt die klassische Variante mit Topf und Decke. Für letztere erhitze man Wasser in einem Topf bis es zu dampfen beginnt, danach nehme man es von der Herdplatte, decke seinen Kopf und den Topf mit der Decke zu und atme solange ein, bis kein Dampf mehr aufsteigt. Bei Bedarf kann das Wasser mit ätherischen Ölen versetzt werden. Besonders Eukalyptus erleichtert die Atmung und wirkt desinfizierend.
  • Löffelweise Honig schlucken: Es bietet sich an, teelöffelweise Honig langsam den Hals hinunter gleiten zu lassen , denn auch dies beruhigt die Infektion, fördert die Selbstheilung und desinfiziert.

Wer nicht an Hausmittel glaubt, sondern die Wege der Schulmedizin vorzieht, wird manchmal von seinem Arzt ein leichtes Antibiotikum verschrieben bekommen, obgleich dies eher selten der Fall ist.

Auch andere Medikamente sind bei einer Seitenastrangangina, insofern sie nicht besonders stark ist, meist nicht verschreibungspflichtig. Das sollte aber nicht heißen, dass man plötzlich verrückt spielen sollte! Es gilt auch hier, ein gewisses Maß einzuhalten und es nicht zu übertreiben. Denn zu viele verschiedenen Medikamente können den natürlichen Heilungsprozess empfindlich stören und das Leiden und die Schmerzen unnötig verlängern. Darum ist es empfehlenswert immer auf seinen Arzt zu hören und seinen Ratschlägen zu folgen.

Wie kann ich einer Seitenastrangangina vorbeugen?

Man ist nicht ganz vor einer Infektion sicher, aber dennoch gibt es einiges, was man tun kann, um sich zu schützen.

Wer merkt, dass es im Hals anfängt zu kribbeln, der sollte sofort reagieren und beispielsweise beginnen mit Salzwasser zu gurgeln. Denn oft lassen sich Symptome im Vorhinein soweit abschwächen, dass es erst gar nicht zum Krankheitsausbruch kommt.
Auch Menschen, denen die Mandeln entfernt worden sind, sollten auf der Hut sein und sich anbahnende Halsbeschwerden nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern lieber zum Arzt gehen.

Ansonsten hilft, was gegen alles hilft: Ein gesunder und fitter Lebensstil, keine den Hals belastenden Dinge tun, wie rauchen und zu viel Alkohol konsumieren.
Auch wer kürzlich eine Grippe hatte, fährt sicherer, wenn er sich noch schont, selbst wenn das Gröbste vorbei scheint.

Sicher ist schließlich sicher.

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