Zöliakie 2

Inhaltsverzeichnis Zöliakie

Zöliakie

Ursachen

Symptome

Diagnose

Therapie


ZöliakieUnter Zöliakie versteht man eine chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut, die durch eine Unverträglichkeit von Gluten verursacht wird.

Was ist Gluten? Gluten ist ein Protein,genauer das Klebereiweiß, das in Roggen, Weizen, Gerste, Hafer, Dinkel und Grünkern vorkommt.

Die Erkrankung tritt bereits beim Baby auf, wenn mit der Zufütterung glutenhaltiger Lebensmittel begonnen wird.

Beim Erwachsenen wird die Erkrankung auch als einheimische Sprue bezeichnet. Zöliakie ist nicht heilbar; die Behandlung besteht in einer Umstellung der Ernährung auf glutenfreie Lebensmitteln.
In Industrienationen ist etwa ein Prozent der Bevölkerung von Zöliakie betroffen, besonders häufig Personen mit Autoimmunerkrankungen wie Diabetes Typ I.

Ursachen

Die Krankheitsursachen sind nicht völlig geklärt; wegen des gehäuften Auftretens der Zöliakie bei nah verwandten Personen wird eine erblich bedingte Intoleranz gegenüber Gliadin angenommen.

Auch Stress und ungesunde Lebensweise wie übermäßiger Alkoholkonsum begünstigen die Entstehung der gluteninduzierten Enteropathie. Gluten enthält eine glutamin- und prolinreiche Gliadinfraktion, die eine Reaktion des Immunsystems mit der Dünndarmschleimhaut unter Antikörperbildung auslöst.

Dadurch kommt es zu Veränderungen der Dünndarmschleimhaut mit Zerstörung der Darmzotten. Der Dünndarm verliert seine Absorptionsfähigkeit in den geschädigten Darmabschnitten.

Symptome

Durch Malabsorption kommt es zu Mangelerscheinungen (Vitamin- und Eisenmangel), bei Kindern auch zu Rachitis, Wachstums- und Entwicklungsstörungen und einem Trommelbauch (Pseudoaszites).

Weitere Symptome sind Völlegefühl, Übelkeit, chronisch rezidivierender Durchfall mit Steathorrhö (Fettstuhl), Gewichtsverlust und Blutarmut.

Zu den untypischen Symptomen gehören chronische Müdigkeit, allgemeines Krankheitsgefühl, Schwächegefühl, Knochenschmerzen, Nervosität, Konzentrationsprobleme oder Depressionen. Außerdem besteht ein erhöhtes Karzinomrisiko.

Daneben gibt es jedoch auch Formen der Zöliakie, bei der zwar eine Zottenatrophie vorhanden ist, aber keine Symptome auftreten.

Diagnose

Die Diagnose der Zöliakie erfolgt durch Dünndarmschleimhautbiopsie und histologischer Untersuchung der Schleimhaut. Typisch für Zöliakie ist die Zottenatrophie. Bei der Blutuntersuchung findet man Antikörper (IgG, IgA) gegen Gliadin und Bestandteile der Dünndarmschleimhaut.

Wichtig ist die Abgrenzung gegen Erkrankungen, die nicht gluteninduziert sind, wie Morbus Crohn, eine meist schubweise verlaufende Darmentzündung. Wenn durch glutenfreie Diät die Symptome verschwinden, handelt es sich bei der Erkrankung mit Sicherheit um Zöliakie.

Behandlung

Die Behandlung besteht in einer glutenfreien Diät. Auf Getreide mit hohem Glutengehalt muss unbedingt verzichtet werden. Viele Lebensmittel enthalten verstecktes Gluten, z.B. Fertigprodukte wie Soßen, Suppen, Puddings und Wurst. In Stabilisatoren, Emulgatoren und Geschmacksverstärkern kann ebenfalls Gluten vorhanden sein.

Bereits geringe Mengen reichen aus, um die Zöliakiesymptome auszulösen. Über die Deutsche Zöliakiegesellschaft e.V. (DZG) können Produktlisten bezogen werden.Glutenfreie Lebensmittel sind Reis, nicht jedoch Reiswaffeln, Mais, Hirse und Sojabohnen, Kartoffeln, Gemüse, Salat, Nüsse, Milch, Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Eier, Zucker, Honig, Pflanzenöl und Butter.

Mit Hilfe der Gentechnik wurde eine Weizenart entwickelt, die kein Gluten mehr enthält. Glutenfreie Lebensmittel erhält man im Reformhaus, immer häufiger aber auch in Supermärkten. Im Internet kann man viele glutenfreie Rezepte finden, z.B. für glutenfreies Brot. Bei konsequenter glutenfreier Ernährung kann sich die Dünndarmschleimhaut regenerieren. Gegenwärtig wird an Enzymen geforscht, die die Glutenmoleküle in den Nahrungsmitteln zerschneiden sollen; die Gluten-Bruchstücke lösen keine Krankheitsreaktion aus. Diese Enzyme sollen als Tabletten verabreicht werden.

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