Langfristige Veränderungen nach Jahren des Drogenmissbrauchs bleiben bestehen

Es ist lange schon bekannt, dass ein langanhaltender Drogenkonsum, der über Jahre hinweg praktiziert wurde, zu schweren Veränderungen im Gehirn führen kann. Selbst nach einem Entzug und einer Regeneration, können die Schäden zurückbleiben, oder lassen sich nicht mehr vollständig beseitigenWeiterhin ist der Forschung bekannt, dass im Gehirn bei Drogenabhängigen auch nach einer kurzen Abstinenzzeit Veränderungen zurück bleiben. Diese Probleme können teilweise für immer anhalten und den Alltag sowie die Psyche der betroffenen Person stark beeinflussen. Auch die Emotionen können hiervon in Mitleidenschaft gezogen sein, sodass Stimmungsschwankungen das Resultat darstellen. Eine neue Studie bestätigt nun, dass Personen, die lange Zeit von Heroin abhängig waren, auch nach langer Zeit der Abstinenz starke Veränderungen im Gehirn aufweisen.

Als Langzeitabstinenz wird ein Zeitraum von über 3 Jahren angesehen. In diesem Zeitraum dürfen keinerlei Drogen konsumiert worden sein. Erst dann gilt die Drogenabstinenz als anerkannt.Für die erwähnte Studie wurden 30 ehemalige heroinsüchtige Menschen analysiert. Dabei war vor allem das Gehirn und seine einzelnen Bereiche sowie deren Funktion für die Forscher interessant. Durch den Einsatz von funktioneller Magnetresonanztomographie, analysierten Forscher die Gehirneder Personen mit einer nachgewiesenen, langen Zeit der Abstinenz (mehr als 3 Jahre) und verglichen die Ergebnisse mit denen von 30 gesunden Kontrollen, also von Personen, welche keinen Kontakt mit Drogen hatten.

Das Team stellte bei der anschließenden Analyse der Testergebnisse heraus, dass bei der Gruppe der ehemaligen Heroinabhängigen, eine signifikante dysfunktionale Aktivität im Nucleus accumbens vorhanden ist. Diese Region des Gehirns steuert unter anderem auch das System für Belohnungs- und Suchtverhalten. Es kann nachhaltig und dauerhaft geschädigt sein, sodass stets der Wunsch nach Rausch jederzeit vorhanden sein kann.

Das Journal of Neuroscience weist im Bericht der Forschungsergebnisse darauf hin, dass genau dieses ständige Vorhandensein des Suchtpotentials in durch Drogen geschädigten Gehirnarealen ein großes Problem darstellen kann. Das intensive Verlangen nach Drogen und Rausch könnte jederzeit durch Stressfaktoren oder andere Umweltreize bei den betroffenen Personen ausgelöst werden. Dies ist auch der Fall bei ehemaligen Drogenabhängigen, welche bereits  für sehr lange zeit abstinent sind. So könnten hier ebenfalls jederzeit diese Reize dazu führen, dass sie einen Rückfall auslösen. Dieser Fall kann auch nach vielen Jahren der Abstinenz noch eintreten.

Diese Ergebnisse und die damit verbundenen Erkenntnisse können nun dazu genutzt werden, um Entzugs- und Therapiemaßnahmen gezielter auszurichten. Die Weiterentwicklung von bestehenden Maßnahmen kann so ausgebaut werden. Durch Berücksichtigung dieser Fakten kann die Entwicklung von Behandlungs- und Rehabilitationsstrategien für Patienten mit einer Drogenvergangenheit oder bestehender Drogenabhängigkeit deutlich optimierter geschehen. Das Wissen darüber, dass auch nach vielen Jahren ein ehemaliger Drogenabhängiger noch eine Rückfallchance aufweist, kann nun genutzt werden, um die Patienten bei ihrem langen Weg besser zu begleiten. Eventuell könnte sogar eine lebenslange Betreuung oder Therapie angeboten werden, um die Rückfallmöglichkeit auf ein Minimum zu beschränken.

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