Molekulare Pinzette kann gezielt auf HIV angesetzt werden und soll weitere Infektionen verhindern

Eine neue Pinzette wurde dazu entwickelt hiv-Infektionen nachzuweisen. Sie weist dabei weniger Nebenwirkungen als übliche Methoden auf und wird auch in Verbindung damit gebracht, die Ansteckungsquote reduzieren zu können.

Eine beispiellose Potenzial soll die so genannte „molekulare Pinzette„, auch CLR01 genannt, mit sich bringen. Die Fachzeitschrift eLife beschreibt die neue Entwicklung so. Nicht nur hiv, sondern auch andere sexuell übertragbaren Viren könnten durch die neue Methode detektiert werden. Doch sie kann auch Proteine in der Samenflüssigkeit erhöhen und dadurch die Aktivität der Samen steigern.

Sperma ist der Hauptvektor für die sexuelle Übertragung von hiv. Es enthält Proteine, die in die sehr stabilen Polymere, genannte Amyloidfibrillen umgewandelt werden können. Dadurch könnte der hiv-Infektionsschutz um bis zu 10.000 Mal verbessert werden können. Wissenschaftler der University of Pennsylvania (USA) und Ulm (Deutschland) haben Forschungen durchgeführt, welche zeigen, dass ein Molekül mit der Form einer Pinzette nicht nur hiv-Partikel zerstört, sondern auch die Infektionen fördernde Aktivität von Sperma blockiert.

Die antivirale Aktivität von CLR01 bietet eine selektive Wechselwirkung und zerstört das virale Membran. Bemerkenswerterweise beeinflusst CLR01 nicht andere Zellmembranen. Daher könnte es sicher in ein vaginales oder anales Gel eingearbeitet werden, um eine hiv-Infektion verhindern. Und das völlig ohne das Risiko von Nebenwirkungen.

Die Art und Weise wie CLR01 arbeitet bedeutet, dass es auch gegen viele andere sexuell übertragbaren Viren, einschließlich Hepatitis C Viren in der Herpesfamilie aktiv werden kann. Es kann auch wirksam gegen viele andere „eingehüllte“ Viren, einschließlich Grippe und Ebola sein. Die Verwendung von anderen Präventivbehandlungen ist in einigen Ländern durch die Stigmatisierung im Zusammenhang mit hiv verboten. CLR01 könnte in größerem Umfang als ein allgemeines Schutzmittel  akzeptiert werden.

„Wir denken, dass CLR01 effektiver ist, als andere vergleichbaren Mikrobizide. Der Grund hierfür ist, dass die Forschungen zeigen, dass es eine Doppelwirkung aufweist. Die Sicherheit in Bezug auf Nebenwirkungen und seine mögliche breite Anwendung bieten ebenfalls Vorteile“, sagt Professor James Shorter von der University of Pennsylvania School of Medicine.

Die molekulare Pinzette ist bereits in Tierversuchen am Zebrafisch und der Maus ausführlich getestet worden und zeigte sich hier als besonders zuverlässig. Nun könnte der nächste Schritt sein, die Ergebnisse, die Sicherheit und die Wirksamkeit an nicht-menschlichen Primaten zu erforschen. Gibt Professor Jan Münch von der Universität Ulm zu Protokoll.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Synthese CLR01 in großen Mengen sehr einfach sein wird, was seine Entwicklung als Mikrobizid erleichtern kann. Werden in weiteren Forschungen und Untersuchen, die bereits erzielten Forschungsergebnisse bestätigt, könnte es künftig ein hochwertiges Schutzmittel für jeden gegen hiv und andere sexuell übertragbaren Krankheiten geben.

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