Schüssler Salze – hochaktuell aber wirksam?

Stark umstritten als Heilmittel sind die sogenannten Schüssler Salze, im Handel als Tabletten, Globuli oder auch als Salben erhältlich. „Ein Mordsgeschäft“ spötteln Mediziner und Anhänger der modernen Pharmakologie. Sanft und schonend, aber wirksam, ideal für die Hausapotheke, hilfreich bei allerlei diffusen Beschwerden, aber auch bei akuten und chronischen ernsthaften Erkrankungen zur Behandlungsunterstützung oder bis zum Eintreffen des Arztes, so meine beispielsweise viele Eltern kleiner Kinder. Freilich können und sollen ein Nachschlagewerk zu Schüssler-Salzen und ein Sortiment an Fläschchen bei schweren Unfällen oder Erkrankungen den Schulmediziner nicht ersetzen – das wäre unverantwortlich und das war auch nie die Intention des „Erfinders“ der Schüssler Salze.

„Erfinder“ oder besser, Entdecker der heute als Schüssler Salze bekannten 12 Funktionsmittel und der 15 Ergänzungsmittel ist der deutsche Homöopath Dr. Wilhelm Heinrich Schüssler.

Er lebte zwischen 1821 und 1898, promovierte 1855 an der Universität Gießen als Mediziner und arbeitete viele Jahre lang hocherfolgreich als Naturarzt und Homöopath nach den Lehren Hahnemanns. Mit wachsender Erfahrung entwickelte er ein eigenes, in sich schlüssiges System, das er schlicht „Biochemie“ nannte.

Das Heilsystem der Homöopathie – beispielsweise der Leitsatz, dass Gleiches mit Gleichem zu heilen ist – erschien Schüssler als allzu komplex und unberechenbar. Schon zu seiner Zeit umfasste die Materia Medica der Homöopathie, also der Katalog aller verfügbaren heilenden Substanzen, eine unüberschaubare Anzahl von pflanzlichen, mineralischen oder tierischen Präparaten. Stets kamen neue Heilmittel hinzu, oft im Selbst-Test von praktizierenden Naturheilärzten erprobt.
Viele von ihnen waren in der Lage, lange vor den Zeiten der Antibiotika, Virostatika und anderer heute bekannter Medikamente sogar lebensbedrohliche Krankheiten mit Erfolg zu heilen.
Schüssler wollte ein übersichtlicheres System schaffen, mit dem auch medizinische Laien in der Lage sein sollten, anhand gut verständlicher Nachschlagewerke viele Beschwerden zu lindern und noch vor Eintreffen eines Arztes oder bei anhaltenden, chronischen Zuständen den Patienten Hilfe und Erleichterung zu bringen.

Gesundheit definierte Schüssler als ein Gleichgewicht der biochemisch aktiven Substanzen in den Körperzellen, vor allem der Mineralsalze. Wir alle kennen die Folgen von massivem Mineralstoffmangel: Fehlt es an Eisen, kann dies zu Blutarmut, Blässe und Erschöpfung führen. Zu wenig Magnesium hat schmerzhafte Menstruationsbeschwerden oder bei Sportlern leistungsmindernde Muskelkrämpfe zur Folge. Diese Art von Mangel lässt sich mit Mineralstoff-Präparaten gut ausgleichen. Ist der Organismus aber in sich nicht in der Lage, vorliegende Vitalstoffe aus der Nahrung richtig aufzunehmen und bedarfsgerecht zu verwerten, verstärken und verkomplizieren sich bestimmte Probleme und Krankheitsbilder.

So ordnete Schüssler jedem seiner Mineralsalze bestimmte „Aufgaben“ im Organismus zu. Anhand seiner eigens von ihm entwickelten Antlitzdiagnose – zur Bestimmung fest definierter äußerer Anhaltspunkte, etwa der Hautbeschaffenheit, der Haut– und Augenfarbe, des Zungenbelages und anderer Merkmale war er recht treffsicher in der Lage, Mangelzustände bei seinen Patienten zu erkennen.

Seine Mineralsalze – so aufbereitet, wie sie natürlicherweise auch im menschlichen Blut, Gewebe und den Organen vorkommen – verabreichte er „potenziert“, das heißt, systematisch sehr stark verdünnt. Dabei griff er auf eines der Prinzipien der Homöopathie zurück. Auch hier werden Ausgangsstoffe so stark verdünnt, dass Kritiker der Methode die fehlende chemische Nachweisbarkeit bemängeln. Dennoch scheinen auch diese winzigen Dosen in den Zellen Reaktionen auszulösen und Impulse zu setzen und dabei die Selbst-Regulation und die Heilfähigkeit des Organismus in Gang zu setzen.

 

Weiterhin bemängeln Kritiker, dass es keinerlei streng wissenschaftlich-empirische Studien gibt, die die Wirksamkeit der Schüssler Salze dokumentieren und bestätigen.

Dem sind mehrere Argumente entgegenzuhalten:

  • Exakte wissenschaftliche Feldversuche oder klinische Versuche sind außerordentlich kostspielig. Doch gerade bei solchen Untersuchungen stellt sich immer mehr heraus, dass manch altes „Hausmittel“ tatsächlich über große Kraft und Wirksamkeit verfügt. Ähnliches gilt auch für die „nur“ etwa 150 Jahre alten Schüssler-Salze oder die homöopathischen Heilmittel, entdeckt und entwickelt von Samuel Hahnemann um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Auch die Patienten selbst urteilen über den Wert und die Qualität der Heilmittel und derer, die sie verabreichen: Wer heilt, hat recht.
  • Erst kürzlich wurde eine bislang einmalige empirische Studie über die Anwendung von Schüssler Salzen durchgeführt. Über 50 Patienten und Patientinnen nahmen über drei Monate hinweg streng nach Anweisung die jeweils von der Heilpraktikerin Elisabeth Metz-Melchior verordneten Mineralsalz-Tabletten ein. Die Heilerin hatte über viele Jahre hinweg die Wirkung der Salze in ihrer Praxis beobachten können: Körper und Psyche profitierten gleichermaßen, hartnäckige, auch chronische Beschwerden ließen sich gut eindämmen oder verschwanden sogar.
    Für die Studie wählte Metz-Melchior mit Bedacht Personen aus, die noch nie zuvor mit Schüssler-Salzen behandelt worden waren. Von den 53 Studienteilnehmern schieden 11 während der Studie aus unterschiedlichen Gründen aus.
    Interessant war das Ergebnis einer Haarmineralanalyse, die Metz-Melchior jeweils vor Beginn der Studie und am Ende durchführen ließ: Nachweisbare Schwermetalle wie Quecksilber oder Blei waren innerhalb des Beobachtungszeitraumes bei allen Studienteilnehmern deutlich abgebaut worden. Der Mineralstoffhaushalt insgesamt hatte sich bei jedem der Probanden verbessert.
    Bei über 450 zuvor erfassten und bewerteten Einzelsymptomen
    hatten bei über 21% die Beschwerden spürbar nachgelassen, bei etwa 27% hatten sie sich sogar sehr stark gebessert, und 23% der zuvor verzeichneten Symptome waren sogar vollständig verschwunden.
    Derartige Studien lassen sich natürlich noch mit weitaus größeren Test- und Kontrollgruppen oder gezielt bei ganz bestimmten Erkrankungen und Beschwerden durchführen. Dieser erste Versuch macht jedenfalls deutlich, dass Schüssler Salze wirksam sind und helfen, viele Gesundheitsprobleme auf sanfte Weise zu lindern oder gar zu heilen.
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