Übergewicht kann Hirntumorrisiko erhöhen

 

Nach einem neuen Report kann Übergewicht das Risiko für verschiedene Typen von Hirntumoren erhöhen. Die Ergebnisse des Berichts wurden im Journal Neurology veröffentlicht. Bösartige Gehirntumore lassen sich nur schwer bekämpfen und in den meisten Fällen ist die Ursache unbekannt. Bestimmte seltene genetische Bedingungen können der American Academy of Neurology (AAN) zufolge das Risiko steigern einen Hirntumor zu erleiden. Die Herkunft bleibt für zahlreiche der verschiedenen 120 Gehirntumore ein Rätsel und müssen erst noch von der Wissenschaft gelöst werden.

Die aktuelle Studie wurde von der Universität Regensburg durch PhD Gundula Behrens durchgeführt und befasste sich mit den beiden häufigsten Hirntumore Gliom und Meningiom. Es handelt sich dabei um die verbreiteste Form von Primärtumoren bei Erwachsenen. Glioma zeichnet sich für 33 Prozent der Gehirntumore verantwortlich. Die Gliome haben ihren Ursprung in den Gliazellen des Gehirns, wobei die genannten Zellen das Gehirn umgeben und die Neuronen stützen. Bei Gliomen handelt es sich um intrisische Gehirntumore, weil sich in der Gehirnsubstanz befinden und oft mit normalen Hirngewebe vermischen.

Das Meningeom ist für rund 30 Prozent der Gehirntumore verantwortlich. Die Tumore entstehen in der Hirnhaut, die aus drei Schichten besteht und sowohl das Gehirn als auch Rückenmark schützt. Sie sind in 85 Prozent der Fälle gutartig und haben ein langsames Wachstum aber können tödlich werden, wenn sie beginnen sich auf die Gehirnfunktionen auszuwirken. In einer Rate von 5 bis 8 Fällen pro 100.000 Personen tritt Meningiom auf und hat eine fünfjährige Überlebensrate von rund 63 Prozent.

Im Rahmen der Untersuchung wurde eine Meta-Analyse von 18 Studien durchgeführt mit einem Blick auf alle verfügbare Daten des BMI und der körperlichen Aktivität bezogen auf 2982 Meningiom-Fälle und 3057 Gliom-Fälle. Wie Behrens feststellte bestand bei übergewichtigen Menschen mit einem BMI von 25 bis 29,9 ein 21 Prozent höheres Risiko ein Meningiom zu entwickeln. Bei Menschen mit einem BMI von über 30 lag die Wahrscheinlichkeit einer Meningiom-Erkrankung sogar bei 54 Prozent.

Ein Mensch mit einem normalen Körpergewicht weist einen durchschnittlichen BMI von 24,9 auf. In Verbindung mit körperlicher Aktivität wie Sport konnte das Risiko eines Meningioms um 27 Prozent reduziert werden. Es handelt sich Behrens nach um eine wichtige Feststellung, weil bislang nur wenige bekannte Risikofaktoren für Meningiom gibt und die meisten davon entsagen der individuellen Kontrolle.

Basierend auf den Erkenntnissen sei die Entwicklung von Strategien zur Verringerung des Risikos von Meningiom ein wichtiges Ziel. Zwischen Übergewicht und einem Gliom wurde kein Zusammenhang festgestellt. Ein Übergewicht neigt zu einer erhöhten Östrogen-Produktion und kann die Entwicklung eines Meningioms fördern. Im Jahr 2008 wurde eine Studie im British Journal of Cancer veröffentlicht nach der die Häufigkeit von Gliomen oder Meningiom-Tumoren mit einem erhöhten BMI in Verbindung steht und wurde mit den Erkenntnissen der aktuellen Studie nun untermauert. Früher in diesem Jahr haben Wissenschaftler durch eine Unterbrechung der Stammzellenaktivität einen Weg gefunden eine Tumor-Regeneration im Gehirn zu stoppen.

 

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