Ungleiche Gesundheitsförderung provoziert „moralischen Ekel“ wie zukunftsweisende Gehirn-Forschung zeigt

Bereiche des Gehirns die Ekel aus dem sozialen und moralischen Bereich zuordnen, werden dann aktiviert, wenn die Gesundheitsförderung ungleich aufgeteilt. Das haben jetzt Forscher aus Großbritannien und Australien herausgefunden.

Die Studie verwendete als erste ihrer Art so genannte fMRI-Scans. Es sollte untersucht werden, was im Gehirn passiert, wenn Menschen schwierige Entscheidungen über Ausgaben im Gesundheitswesen treffen sollen. Dabei wurde auch festgestellt, dass die anteriore Insula aktiviert wird, wenn die Menschen fühlten, dass ihnen eine unfaire Entscheidung vorgeschlagen worden war.

Das gleiche Phänomen tritt auf, wenn unangenehme Bilder betrachtet oder üble Gerüche wahrgenommen werden. Die anteriore Insula ist bei der Verarbeitung von Sinneswahrnehmungen des Menschen beteiligt und ruft den körperlichen Ekel vor. Sie löst auch Gefühle aus, welche den Sinn der Moral ansprechen. Diese können positiv und negativ ausfallen. Zum Beispiel bei der wahrgenommenen Verletzung der sozialen oder ethischen Normen.

Die Studie wurde von Neurowissenschaftlern, Psychologen und Ökonomen an der Universität von Lincoln, der Open University, University of Oxford, und der Exeter Magnetic Resonance Research Centre in Großbritannien, und der Flinders University in Australien durchgeführt.

Die Forscher stellten eine Reihe von hypothetischen Fragen an 30 Studienteilnehmer. Sie wurden gebeten die Zuweisung von einigen Millionen Pfund in der Finanzierung unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen zu beurteilen. Dabei sollten sie äußern ob sie die Entscheidung fair oder unfair fanden. Der Fragebogen enthielt Fragen über die Ausgaben für Gesundheitsfürsorge, superschnellen Breitbandversorgung und zu Wohngeld. Die sozialen Gruppen wurden nach Kriterien wie Alter, Familienstand und Einkommen definiert.

Die Ergebnisse aus dem Experiment wurden im Journal of Neuroscience Psychologie und Ökonomie veröffentlicht. Die Studie ergab, dass bei der Entscheidungsfindung die für ein Gefühl der Fairness beteiligten Gehirnprozesse sich signifikant unterschieden und zwar explizit im Bereich der Medizintechnik und in bei nicht-medizinischen Szenarien. Die Teilnehmer neigten eher dazu eine ungleichmäßige Verteilung der Gesundheitsförderung als unfair wahrzunehmen.

Co-Autor Professor Timothy Hodgson, Leiter der University of Lincoln School of Psychology, sagte: „Wichtige Entscheidungen im Gesundheitswesen, wie Mittelzuweisungen werden oft von einem System mit der Bezeichnung QALY getroffen.

„Das Problem ist, dass solch wichtigen Entscheidungen oft negativ von Menschen aufgefasst werden. Die Öffentlichkeit ist der Meinung, dass jeder ein Recht darauf hat eine gute medizinische Versorgung zu erhalten.“ Emotionale Entscheidungen können also durchaus einen Ekel erregen, wenn dieses aus der eigenen Sicht heraus unfair sind. Die Ergebnisse der Studie stehen im Einklang mit der bestehenden Forschung in der Verhaltenspsychologie. Diese sagt aus, dass bei der Entscheidungsfindung komplexe Wechselwirkungen zwischen zwei verschiedenen Systemen des Gehirns ablaufen: eine rationale und eine emotionale.

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