Wertentscheidungen stützen sich auf Kommunikation zwischen zwei Gehirnregionen

Wenn die Kommunikation zwischen zwei Gehirnregionen gestört ist, wird man einer neuen Studien zufolge unentschlossen bezüglich eine Entscheidung über Wert oder Vorliebe zu treffen. Zum Beispiel die Wahl zwischen einem neuen Notebook oder dem Lieblingsgericht. Jedoch habe diese Störung keine Auswirkung auf sensorische Entscheidungen wie etwa ob Melonen größer als Kirschen seien. Dies waren die Ergebnisse einer Neuroökonomiestudie, die in der Zeitschrift Nature Communications in dieser Woche veröffentlicht wurde.

Bei der Neuroökonomie handelt es sich um ein neues Forschungsgebiet in deren Rahmen die Gehirnwissenschaft hinter der Entscheidungsfindung untersucht. Das Feld wächst weil Unternehmer und Ökonomen ein verstärktes Interesse daran zeigen wie das Gehirn funktioniert.

In der Studie stellte Neuroökonomie-Professor Christian Ruff von der Universität Zürich (UZH) und sein Team fest, dass die Intensität der Kommunikation zwischen den verschiedenen Regionen des Gehirns bestimmt, wie entscheidend wir bei der Herstellung von Wert oder Präferenz-basierte Entscheidungen sind.

Die Wert- und Präferenz-basierten Entscheidungen unterscheiden sich von Wahrnehmungs oder sensorisch-basierenden Entscheidungen. Eine präferenzbasierte Entscheidung ist zum Beispiel der Kauf eines neuen Autos, einer neuen Hose oder welches Gericht von einer Speisekarte gewählt wird. Später frage man sich, ob die richtige Entscheidung getroffen wurde. Sensorische Entscheidungen sind hingegen weniger anfällig für Unentschlossenheit, weil sie eine direktere Bewertung der Eigenschaften ermöglichen die man in Betracht zieht, wie zum Beispiel ob die Farbe eines Auto ein dunkleres Blau hat, als jenes welches man schon mal gesehen hat.

Prof. Ruff und seine Kollegen wollten herausfinden, warum einige Menschen zu einer Präferenz-Entscheidung neigen und zu wissen scheinen was sie wollen, während andere zögern eine Entscheidung zu treffen.

Die Forscher entdeckten, dass die Präzision und die Stabilität der Vorlieben basierenden Entscheidung beruht nicht nur auf dem Niveau der Aktivität von einem oder mehr Hirnregionen, jedoch in der Intensität der Verbindung zwischen zwei bestimmten Gehirnregionen.

Das Team lud für ihre Studie Freiwillige eine sensorische und auf Vorzüge basierende Entscheidung über das Essen zu treffen, während sich mit einer transkraniellen Wechselstrom-Stimulation einer nicht invasiven Art der Hirnstimulation unterzogen wurden.

Den Probanden wurden Bilder von Lebensmitteln gezeigt und fragten, welches Essen sie am Ende des Experiments gerne hätten und war eine Präferenz-basierende Entscheidung. Sie mussten zusätzlich sensorisch-basiert entscheiden ob zum Beispiel ein Bild schwarzer ist als das andere. Wie Prof. Ruff bezogen auf den Ergebnissen berichtet, seien präferenzbasierende Entscheidungen weniger stabil, wenn der Informationsfluss zwischen den beiden Hirnregionen gestört wurde. Die Testpersonen seien da mehr unentschlossen gewesen. Bei rein sensorischen Entscheidungen sei keine solche Wirkung festgestellt worden. Sie schließen daraus, dass die Kommunikation zwischen den zwei Gehirnregionen sei nur wichtig, wenn man entscheidet etwas haben zu wollen und nicht wenn die Entscheidung auf objektiven Fakten beruhe.

Nach Meinung der Wissenschaftler sei eine weitere Forschung erforderlich, ob die Technik in der Therapie eingesetzt werden könnte.

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