Mentaltraining

Veränderung beginnt im Kopf

Behandlung - Mentaltraining

Zum Mentaltraining gehören verschiedene angeleitete Übungen mit denen soziale Fähigkeiten, der Umgang mit Gefühlen, die körperliche oder kognitive

Leistungsfähigkeit, das Selbstbewusstsein oder das Wohlbefinden gestärkt und gefördert werden können.

Für körperliche Beschwerden, bei denen sich der psychische Zustand auf die Heilung oder die Besserung auswirkt, werden auch Methoden des Mentaltrainings verwendet.

 

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Mentaltraining.

Was ist ein Mentaltraining ?

Entwickelt wurde das Mentaltraining, auch als mentales Training bezeichnet, in der Sportpsychologie mit dem Zweck der körperlichen Leistungsverbesserung der Bewegungsabläufe. Golfer oder Skifahrer nutzen das mentale Training um den perfekten Schlag oder Fahrt im Geiste zu üben.

Mittlerweile werden die Methoden jedoch in vielen Lebensbereichen verwendet, wie etwa in der klinischen Psychologie, in der Wirtschaft oder im Lebenscoaching zur Persönlichkeitsentwicklung. Auch bei Krebspatienten wird mit mentalem Training gearbeitet, um ihre inneren eigenen Abwehrkräfte zu unterstützen.

Sogar in der Feuerwehr oder im Rettungsdienst werden die Methoden angewandt um Schnelligkeit und Reaktionsvermögen zu fördern. Auch professionelle Musiker und Mediziner nutzen die Vorteile des Mentaltrainings, um komplizierte Vorgänge in Gedanken zu perfektionieren.

In der Psychotherapie wird das mentale Training verwendet, um Süchte, Depressionen und Ängste zu behandeln, sowie um Traumata zu verarbeiten.

Es geht darum, Prozesse, die sowieso schon im Geist ablaufen, zu beeinflussen und somit zum eigenen Vorteil zu nutzen. Gedanken, Gefühle, Bilder, Vorstellungen und innere Selbstgespräche wirken sich auf unser Handeln, unsere Gesundheit und unser Leben aus.

Meistens passiert das jedoch nicht nur ohne dass die betreffende Person das mitbekommt, sondern auch zum eigenen Nachteil. Das ist der Fall, wenn es im Kopf ständig um Ängste, Befürchtungen, Unsicherheiten und Selbstzweifel geht. Somit blockiere man sich selbst und sei weniger in der Lage, die eigenen Ziele produktiv zu verfolgen, so die Annahme von Mentaltrainern.

Auch ständiges Grübeln, Zweifeln und sich selbst Kritisieren ist eine Form des mentalen Trainings. Nur dass sich die betreffende Person, die Selbstzweifel hegt, in einem solchen Fall eine hinderliche, destruktive Form übt. Auch Sorgen können als eine Art Mentaltraining gesehen werden. Es handelt sich hierbei um negative Phantasien, die auf die Zukunft gerichtet sind.

Gedanken oder Phantasien die Vergangenheit oder Zukunft betreffend können jedoch Gefühle in uns hervorrufen, etwa wenn sich eine Person eventuelle Gefahren und Risiken in der Zukunft ausmalt und Angst bekommt.Das Problem dabei ist, dass wenn wir uns etwas vorstellen, was vielleicht niemals tatsächlich passieren wird, fühlen wir uns bereits in der Gegenwart so, als ob es schon passiert wäre. Das wiederum vergrößert unsere bereits vorhandene Angst und wir tun alles, um zu vermeiden.

Das kann gleichgesetzt werden mit einem Freizeitsportler, der über Jahre hinweg eine falsche Körperhaltung beibehält und einen Bewegungsablauf von vornherein falsch gelernt hat und sich somit selbst schadet mit der ständigen Wiederholung der Fehlhaltung.

Ziel der Trainingsmethoden ist es folglich, solche unbewusst antrainierten hinderlichen Gedankenmuster zu erkennen und zu verändern. Erster Schritt hierbei ist, die eigene Lage, Fertigkeiten und Vorhaben zu kennen und in Worte zu fassen.Durch die ständige Wiederholung von verletzenden und einschränkenden Gefühlen, wie Eifersucht, Hass, Ärger, Angst oder Kränkung trainieren wir uns regelrecht darin, diese destruktiven Emotionen zu empfinden.

Das Mentaltraining ist etwas anderes als das Mentalcoaching, oder das Mentale Aktivierungstraining (MAT).

Ursprung & Entwicklung:

In der Sportpsychologie wurden Methoden der Verhaltenstherapie genutzt und im Mentaltraining als unterstützende Ergänzung zum körperlichen Training eingesetzt. Zunächst wurde das angewendet, um Bewegungsabläufe in der Vorstellung zu trainieren und zu verfeinern. Hinzu kamen im Laufe der Zeit weitere psychologische Methoden zur Regulation der Aufmerksamkeit, der Erfolgseinschätzung, der inneren Selbstgespräche und zur Entspannung.
Aufgrund der Wirksamkeit dieser Übungen im Leistungssport, wurde ihr Potential auch für andere Anwendungsbereiche entdeckt. Nicht nur in der klassischen Psychosomatik, sondern auch bei Krebs- oder Schmerzpatienten werden Verfahren aus der Psychotherapie mit der Bezeichnung ‚Mentaltraining‘ besser angenommen, weil sie dadurch nicht mit psychischer Erkrankung in Zusammenhang gebracht werden.

Funktion, Wirkung & Ziele – Behandlungen & Therapien

Das Mentaltraining macht sich zunutze, dass das Gehirn nicht zwischen dem in der Vorstellung und in der Wirklichkeit Erlebtem unterscheiden kann. Außerdem gründet seine Wirkungsweise auf der Wechselwirkung zwischen Körper, Gedanken und Gefühlen.

Unabhängig von der jeweiligen Übung im Konkreten, ist das Schlüsselprinzip den Geist anzuleiten und zu führen, um somit körperliche Fähigkeiten zu verbessern, wie etwa Bewegungsabläufe oder die Entspannungsfähigkeit. Außerdem können somit auch mentale Fähigkeiten verbessert werden, wie etwa die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit und Konzentration bewusst zu steuern und zu fokussieren.

Außerdem geht es beim Mentaltraining  viel darum, dem Geist das Kreisen um negative Gedanken und Versagensängste abzugewöhnen und durch positivere, zuversichtlichere Gedanken zu ersetzen. Kurz gesagt, geht es darum gezielt und bewusst neue Gewohnheiten, Gedanken und Gefühle aufzubauen und dies schneller als durch Zufall.

Aber das Mentaltraining hat viele weitere Vorteile und somit auch Anwendungsmöglichkeiten.

Ein Beispiel ist, dass der emotionale und verhaltensbezogene Umgang in und mit schwierigen etwa bevorstehenden Situationen eingeübt und durchgespielt werden kann, ohne sich wiederholt der unangenehmen Situation tatsächlich aussetzen zu müssen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Flugangst. Eine Wiederholung der echten Situation könnte sehr kostenintensiv werden. In der mentalen Vorstellung entstehen jedoch keinerlei Kosten und es ist genauso wirksam.

  • Erlernen oder Verbessern einer Bewegung durch die Vorstellungskraft
  • Wieder lernen zu entspannen durch angeleitete Übungen
  • Achtsamkeit gegenüber der eigenen Wahrnehmung entwickeln
  • Üben, präsent im Hier und Jetzt zu bleiben
  • Destruktive Gedankenabläufe erkennen und verändern
  • Umgang mit schwierigen Situationen üben

Durchführung & Wirkungsweise:

Eine der klassischen Techniken des Mentaltrainings der ersten Stunde in der Sportpsychologie, ist das Üben von Bewegungsabläufen in der Fantasie. Dabei stellt sich der Athlet den Ablauf der Bewegung, die er verbessern will, wiederholt und detailliert vor. Je lebendiger und anschaulicher die Vorstellung desto besser.

Behandlung - Mentaltraining

Dazu gehört nicht nur, sich vorzustellen, wie die Bewegung aussieht, sondern auch was der Sportler dabei hört, riecht, und was er emotional sowie mit dem Körper fühlt. Je besser das gelingt, desto besser die Wirkung.

Der erhoffte Effekt ist, dass sich die Vorstellung einer verbesserten Bewegung positiv auf die tatsächlich ausgeführte Bewegung auswirkt. Dafür ist es jedoch notwendig, sowohl im Geist als auch mit dem Körper zu trainieren und diese Phasen abzuwechseln.

Um auch in stressigen Phasen, in der Lage zu sein, das eigene Niveau der Erregung oder Entspannung selbst zu regulieren, gibt es auch hierfür verschiedene Techniken, die teilweise als Vorübung oder Voraussetzung für weitere Methoden den Mentaltrainings eingesetzt werden.  Verbreitete Entspannungsmethoden sind das autogene Training oder Fantasiereisen (auch als Imagination bekannt).

Des Weiteren lernt der Klient, Patient oder Leistungssportler, die Fähigkeit, sich voll und ganz auf den aktuellen Moment konzentrieren zu können, ohne über Vergangenes oder Zukünftiges nachzudenken. Das kann nicht nur leistungssteigernd sein, sondern verringert auch Gedankenkreisen, wie etwa bei depressiven Menschen.

Zur Förderung der Präsenz im Moment, der Aufmerksamkeit für das, was ist und nicht das was sein könnte, sein wird oder was in der Vergangenheit passiert ist, gibt es viele verschiedene Übungen. Dazu gehören etwa Methoden zum Üben der Achtsamkeit, Übungen zur Verbesserung der Körperwahrnehmung oder Meditation.

Selbstgespräche mit Selbstzweifeln und Versagensängsten sollen in einer anderen Technik erkannt werden und durch förderlichere und positivere ersetzt werden. Für jeden Klienten werden individuell alternative innere Dialoge konzipiert, die motivierend und effektiv sein sollen und das Selbstvertrauen stärken.

Der erste Schritt ist hierbei die Selbstbeobachtung. Welche Gedanken und Gefühle hemmen den Klienten überhaupt und wann treten diese auf? Im zweiten Schritt überlegen der Trainer und der Klient gemeinsam durch welche positiveren inneren Glaubenssätze diese hinderlichen Wiederholungen von Zweifeln und Selbstkritik ersetzt werden können.

Schließlich versucht der Klient, immer wenn er bemerkt, dass ein destruktiver innerer Glaubenssatz erscheint, mit der positiven Variante zu erwidern um so das gelernte innere ‚Programm‘ mental umzutrainieren.

Hilft bei:

  • Rehabilitation (Bewegungen neu erlernen)
  • Depressionen
  • Ängsten
  • Stressbewältigung
  • Psychologische Bewältigung schwerer Erkrankungen

Um beispielsweise nach einem Schlaganfall oder bei einer Hüftprothese bestimmte Bewegungsabläufe, wie etwa das Laufen wieder zu erlernen, können entsprechende Methoden des Mentaltrainings unterstützend hilfreich sein.

Auch bei Depressionen können Achtsamkeits-, Entspannungs- und Selbstregulationsübungen des Mentaltrainings helfen, um aus negativen Gedankenspiralen raus zu kommen. In vielen psychosomatischen Kliniken werden heutzutage Techniken des Mentaltrainings als Ergänzung zur Psychotherapie angeboten, damit die Patienten lernen können, ihre Beschwerden ein wenig selbst zu regulieren – in dem Maße, in dem das jeweils möglich ist selbstverständlich.

Fördert & stärkt:

  • Selbstbewusstsein
  • Selbstvertrauen
  • Zuversicht
  • Selbstwirksamkeit
  • Bewegungsabläufe
  • Entspannungsfähigkeit
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Achtsamkeit
  • Selbstbeherrschung

Diagnose & Untersuchungsmethoden

Laut der Deutschen Gesellschaft für Mentales Training (DGMT) handelt es sich bei den verwendeten Techniken um eine Kombination aus verschiedenen Bereichen.

 

Zu diesen gehören:

  • Übungen zur Stressminderung und Entspannung
  • Übungen zur Stärkung der Konzentrationsfähigkeit
  • autogenes Training
  • positives Denken erlernen
  • Meditation und Achtsamkeit
  • geführte Visualisierungsübungen
  • Einzelaspekte aus dem Neurolinguistischen Programmieren (NLP)

Risiken & Nebenwirkungen:

  • Prinzipiell keine Risiken oder Nebenwirkungen
  • Mentaltraining ist kein geschützter Begriff
  • Teilweise unseriöse Anbieter auf dem Markt
  • Eigenverantwortung ist geboten

Bei seriösen Anbietern oder im Rahmen einer ambulanten oder stationären Therapie, gibt es keiner Risiken oder Nebenwirkungen. Es handelt sich um gefahrlose Techniken der Selbstregulation.

Im Gegensatz zur Psychotherapie, für deren Rahmen es gesetzlich vorgeschriebene Richtlinien gibt, darf mit dem Label „Mentaltraining“,  „Mentales Training“ oder „Mentalcoaching“ allerdings jedes Verfahren angewendet werden, das nach dem Strafgesetzbuch nicht gesetzwidrig ist.

Da der Begriff nicht geschützt ist, gibt es auch pseudowissenschaftliche oder esoterische Mentaltrainer oder Mentalcoacher, die teilweise unseriöse Techniken anbieten, deren Wirksamkeit nicht immer wissenschaftlich belegt sind und manchmal eher einen religiösen Hintergrund haben.

Daher ist Vorsicht bei der Wahl des Anbieters, sowie eine kritische Überprüfung der verwendeten Verfahren geboten. Ein seriöses Mentaltraining sollte die Selbstbestimmung fördern. Führt es jedoch auch langfristig eher zu einer Abhängigkeit vom Trainer, ist das ein Indiz für die mangelnde Seriosität des Angebots.

Daher wurde die DGMT gegründet, bei der ausgebildete Mentaltrainer zu finden sind, die nicht ideologisch oder religiös arbeiten.

Gegenanzeigen & Wechselwirkungen:

  • leicht beeinflussbare Menschen
  • Personen mit schwachem Realitätsgefühl
  • Personen, die dazu neigen, die eigene Verantwortung abzugeben

Da die Gefahr der Manipulation besteht, wenn Verfahren der Autosuggestion Anwendung finden, sollten Personen, die sehr leicht manipulierbar sind, besonders darauf achten, einen qualifizierten Trainer zu finden. Das gleiche gilt für das Risiko des Realitätsverlustes und die Möglichkeit der Fremdbestimmung bei unqualifizierter Anwendung.

Am sichersten ist es jedoch einen staatlich anerkannten Psychotherapeuten zu besuchen, der zusätzlich Methoden, des Mentaltrainings anbietet.

Wenn die Methoden, Übungen und Techniken des Mentaltrainings jedoch seriös angewendet werden, kann es auch bei oben genannten Kontraindikation angewendet werden. Es bestehen keine negativen Wechselwirkungen mit Medikamenten. Starke Beruhigungsmittel könnten die Konzentrationsfähigkeit des Patienten bei den Übungen beeinträchtigen.

Wer behandelt?

  • Jeder (ohne therapeutische Ansprüche)
  • Ausgebildeter Mentaltrainer oder -coach
  • Von der Krankenkasse geprüfter Entspannungstrainer
  • Psychotherapeut
  • Jeder selbst

Solange ein Anbieter keine therapeutischen Ziele und heilende Wirkung verspricht, darf jeder ohne jeglichen Nachweis einer entsprechenden Qualifikation sich als Mentaltrainer  bezeichnen. Daher variiert die Qualität der Anbieter stark. Neben den unqualifizierten gibt es jedoch auch Anbieter mit einer entsprechenden längeren oder kürzeren Ausbildung, geprüfte Trainer oder gar staatlich anerkannte Psychotherapeuten.

In der Psychotherapie wird jedoch meistens nicht der Begriff Mentaltraining verwendet. Das ist nur der Fall für Patienten mit körperlichen Erkrankungen, zur besseren Akzeptanz der Methoden. In der Psychotherapie handelt es sich um Übungen aus der Verhaltenstherapie, humanistischen Psychologie, sowie einfach Achtsamkeitsübungen und Imagination.

Krankenkassen bieten heutzutage in einer Reihe von Präventionskurse verschiedene Möglichkeiten des Ausgleichs und der Entspannung an. Trainer für diese Kursangebote und Verfahren, werden jedoch eingehend geprüft, bevor ihre Kurse von der Krankenkasse anerkannt werden und abgerechnet werden dürfen.

Mittlerweile gibt es auf dem Markt jedoch auch viele verschiedene CDs mit Anleitungen zur Entspannung, Konzentration, Aufmerksamkeit und zur Regulation der inneren Dialoge, die wirksam zur Gesundheitsprävention genutzt werden können. Das ist eine sehr gute Möglichkeit, das Risiko an einen unverantwortlichen Mentaltrainer zu geraten, zu umgehen und trotzdem die Vorteile und positiven Wirkungen des Mentaltrainings auf das eigene Leben zu genießen.

Unser Fazit:

Die Wechselwirkung von Körper, Gedanken und Gefühlen ist längst hinlänglich wissenschaftlich belegt. Auch zu den einzelnen Methoden gibt es Studien, die deren Wirksamkeit unter verschiedenen Bedingung nachweisen. Daher können Techniken des Mentaltrainings für die Steigerung von Wohlbefinden und Leistung in der Tat effektiv genutzt werden.

Da jedoch jeder der sich als Mentaltrainer bezeichnet, anbieten darf, was er möchte, muss kritisch und vorsichtig überprüft werden, welcher als Anleiter ausgewählt wird. Wenn es um psychische Probleme geht, ist eine Anwendung der Techniken des Mentaltrainings im Rahmen einer Psychotherapie empfehlenswert.

Wird für die Persönlichkeitsentfaltung ein entsprechender Coach gesucht, der auch Methoden des Mentaltrainings verwendet, können bundesweite oder internationale Dachverbände für mentales Training oder Coaching Orientierung geben, da diese Standards zur Sicherung der Qualität vorgeben.

 

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