Diagnose

Diagnose: Untersuchungen & Diagnostik im Überblick

diagnose doktorUnter dem Begriff „Diagnostik“ verstehen wir alle modernen Methoden der Befunderhebung, die im medizinischen Kontext üblich sind. Dass heute noch traditionelle Diagnosemethoden wie das Betrachten der Zunge, das Abtasten oder das Abhorchen üblich sind, hat mit ihrer Effektivität zu tun. Nicht jede Form der modernen Diagnosen greift auf medizinische Apparaturen und bildgebende Verfahren zurück. Zur Befunderhebung gehört auch die Anamnese – ein Gespräch über die Beschwerden, die vorliegen. Ohne Anamnese kann die Wahl der diagnostischen Verfahren nicht gezielt genug vorgenommen werden.

Der Weg zur Diagnose

Ob es sich um eine Vorsorgeuntersuchung oder eine akute bzw. chronische Krankheit handelt, ist unterschiedlich. So oder so dienen die benutzten medizinischen Verfahren der Befunderhebung, der Verifizierung und Ergänzung bereits erfolgter Maßnahmen. Eine Diagnose ist oft die Summe mehrerer Diagnioseverfahren: einer Befragung, einer körperlichen Untersuchung und gegebenenfalls ergänzend eingesetzter, apparategestützter Verfahren. Die körperliche Untersuchung bedient sich einfacher Hilfsmittel wie Spatel, Pupillenleuchte oder Stethoskop.

diagnostik blutZur erweiterten Diagnostik gehören jedoch auch labormedizinische Verfahren oder apparategestützte Untersuchungsmethoden. Ob diese der Vorsorge dienen oder einer akuten Beschwerdelage nachgehen sollen, ist verschieden. Ebenso kann eine rein symptombezogene Diagnostik eingesetzt werden, statt eine Ganzkörperuntersuchung bzw. einen Gesundheits-Checks zum Zwecke des Kennenlernens von Patienten vorzunehmen. Auch wenn viele diagnostische Verfahren eingesetzt werden, muss am Ende nicht immer eine Diagnose stehen. Die Diagnose ist allerdings das Ziel aller Diagnostik, weil sie mit darüber entscheidet, welche Therapie sinnvoll wäre.

Da Allgemeinärzte und Fachärzte unterschiedliche Fachrichtungen vertreten, stehen ihnen auch fachspezifische Diagnosemöglichkeiten zur Verfügung, um Krankheiten auf die Spur zu kommen. Dabei ist anzumerken, dass apparategestützte diagnostische Methoden sehr präzise sein können. Dennoch geht nichts über einen erfahrenen Mediziner, der solche Daten auch interpretieren und bewerten kann. Die eigenen Sinne sind bei der Diagnostik einer Erkrankung zwar nicht immer ausreichend. Trotzdem ist ein gesundes Gespür für medizinische Signale wertvoll, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Ein Abtast-Befund kann eine Tochtergeschwulst nahelegen. Die Computertomografie erweist aber, dass es sich um eine Halsrippe handelt. Ein erfahrener Mediziner hätte das vermutet, aber trotzdem per Diagnostik sichergestellt, dass dem auch so ist. Vermutungen allein ergeben keine Diagnose.

Gerätegestützte Diagnoseverfahren

untersuchung mikrosopDas Erstellen einer Diagnose wird häufig durch gerätegestützte Diagnoseverfahren erreicht. Der körperlichen Untersuchung folgt daher oft eine apparative Untersuchung.

Ähnliches gilt auch für die Vorsorgeuntersuchung. Bei dieser sind die eingesetzten Verfahren allerdings vorgegeben.

Zu den gerätegestützten Verfahren gehören:

  • die Sonografie
  • das Elektrokardiogramm (EKG)
  • die Röntgenuntersuchung
  • die Rektoskopie
  • die Labordiagnostik
  • die endoskopische Untersuchung
  • die Biopsie bzw. Punktion
  • die Szintigrafie
  • die Computertomografie (CT)
  • oder die Kernspin- oder Magnetresonanz-Tomografie (MRT).

Bei der Wahl der Diagnostik spielen Kosten und Kostenübernahmen eine ebenso große Rolle, wie die Eignung des Verfahrens für die Stellung der Diagnose.

Dient eine Untersuchung der Vorsorge, geht man anders vor, als wenn eine Krankheit vermutet wird. Vorsorgeuntersuchungen werden nur alle paar Jahre vorgenommen. Durch sie soll eine Erkrankung im Frühstadium entdeckt werden können. Die Diagnostik einer bereits erkennbaren Erkrankung dient der Wahl der Therapie. Gewählt wird oft die am wenigsten belastende Untersuchungsmethode.

Heute ist es allerdings so, dass zum Teil aus Gründen der Rentabilität aufwendige Diagnosemethoden wie Computertomografie oder MRT eingesetzt werden, obwohl andere diagnostische Verfahren ausreichend wären. Zum Beispiel könnten eine Lungenfunktionsprüfung, eine Biopsie oder eine Schilddrüsen-Szintigrafie ebenso sinnvoll sein. Um Gallensteine festzustellen, genügt häufig eine Sonografie. Nur bei unklaren Verhältnissen kann die Computertomografie genauere Ergebnisse erbringen.

Eine kleine Auswahl weiterer Diagnosemethoden

Die moderne Medizin hat zahllose diagnostische Verfahren zur Verfügung, um einer Erkrankung auf den Grund zu gehen oder Vorsorge zu betreiben.

Zu den bekannteren Verfahren gehören

  • die Angiografie
  • die Arthroskopie
  • die Bauchspiegelung
  • die Blutgasanalyse (BGA)
  • die Blutzucker-Messung
  • die Darmspiegelung (Koloskopie)
  • der Epikutan-Test
  • die Fruchtwasseruntersuchung
  • das Hautkrebs-Screening
  • ein Hörtest
  • die Knochendichtemessung
  • die Kürettage
  • oder Mammografie.

Daneben sind unzählige weitere Verfahren zur Erstellung einer sicheren Diagnose in Verwendung. Neurologische Untersuchungen gehören ebenso dazu wie ein oraler Glukosetoleranztest, die Pränataldiagnostik oder der Aufenthalt im Schlaflabor.

Ein simpler Schwangerschaftstest kann erfreuliche Ergebnisse zeitigen. Dem schließen sich die körperliche Untersuchung und später Schwangerschafts-Vorsorgeuntersuchungen an. Die Sehschärfenprüfung kann altersunabhängig erfolgen. Spermiogramme oder Vaterschaftstests betreffen ausschließlich Männer. Stuhltests zur Darmkrebsverhütung sollte jeder vornehmen. In jedem Lebensalter erleben Menschen andere Erkrankungen und eine ihnen zugeordnete Diagnostik.

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