Wörterbuch

Hier finden Sie ein Glossar – Lexikon und Erklärungen & Definitionen der Folgenden Inhalte:

  • Medizinische Fachbegriffemedizinische fachbegriffe wörterbuch
  • Medizinische Terminologie
  • Medizinisches Wörterbuch
  • Ausdrücke & Begriffe in der Medizin
  • Medizinische Labordiagnostik

Medizinlexikon von A-Z

#ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ


Begriffe mit Zahlen und ÄÖÜ

  1. 24-Stunden Sammelurin

    Der 24-Stunden Sammelurin beinhaltet die Sammlung allen Urins über einen Zeitraum von 24 Stunden. Diese Art der Gewinnung ist für bestimmte Untersuchungen erforderlich, so zum Beispiel für die Bestimmung von Hormonen, deren Ausscheidung tageszeitlichen Schwankungen unterliegt. Am Morgen nach dem Aufstehen wird die Blase entleert und dieser Urin verworfen und als Zeitpunkt „Null“ notiert. Für die nächsten 24 Stunden wird der gesamte Urin in einem bereitgestellten Behälter gesammelt. Nach Ablauf der 24 Stunden sollte die Blase ein letztes Mal entleert und dieser Urin zu dem bereits gesammelten hinzugefügt werden. Die Zeit wiederum notieren.
  2. Ödem, angioneurotisches

    Das angioneurotische Ödem ist eine in der Regel erbliche Erkrankung, bei der es zu plötzlich auftretenden Schwellungen von Haut und Schleimhäuten kommt. Dabei ist besonders das Gesicht und die Augenlider betroffen.
  3. Östrogen

    Östrogen ist das zentrale weibliche Geschlechtshormon. Östrogene umfassen die weiblichen Hormone, einschließlich von Östradiol, Östron, Östriol, die in den Ovarien sowie in kleinen Mengen in den Hoden und den Nebennieren und auch durch die Plazenta (Mutterkuchen) und die fetomaternale Einheit im Trophoblasten hergestellt werden. Bei Frauen wirkt das Östrogen im menstruellen Zyklus und in der Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmalen, so beispielsweise bei der Entwicklung der weiblichen Brust in der Pubertät. Als synthetisches Präparat, das unter verschiedenen Handelnamen vertrieben wird, werden östrogenhaltige Medikamente zur Behandlung von Menstruationsunregelmäßigkeiten, zur Linderung der Symptome der Menopause, zur Behandlung des Prostatakarzinoms und zur oralen Kontrazeption eingesetzt. Eine Langzeitanwendung wird mit Blutgerinnungsstörungen und einigen Formen maligner Tumoren in Verbindung gebracht und wird daher kontrovers diskutiert.
  4. Überträger

    Der Begriff Überträger kann einerseits gesunde Personen bezeichnen, die infektiöse Organismen in sich tragen und andere potentiell mit dieser Erkrankung anstecken können. Ein typisches Beispiel sind Personen, die ohne selbst erkrankt zu sein, Salmonellen in der Gallenblase tragen, die sie über Schmierinfektionen auf andere übertragen, die dann an einer Salmonelleninfektion erkranken. Andererseits können mit dem Begriff Überträger auch Vektoren gemeint sein, wie z.B. Anopheles-Mücken, die Malaria übertragen.

Begriffe mit A

  1. AB0 Blutgruppe

    Das AB0-Blutgruppensystem umfaßt mehrere Blutgruppenantigene auf der Oberfläche der Eryhtrozyten (Rote Blutkörperchen). Im Unterschied zum Rhesus-Blutgruppensystem, das aus Proteinen (Eiweiße) besteht, sind die ABO-Blutgruppenantigene Kohlenhydrate (Zucker). Zur Bestimmung der AB0-Blutgruppenantigene bei der Blutgruppenbestimmung werden die Erythrozyten-Eigenschaften: A, B, AB, und 0 untersucht. Das AB0-Blutgruppensystem wurde als erstes Blutgruppensystem beschrieben und ist das einzige System, in dem normalerweise Isoagglutinine als natürliche Blutgruppenantikörper vorkommen. So weisen Menschen mit der Blutgruppe A immer Isoagglutinine Anti-B im Blut auf.
  2. Abdomen

    Das Abdomen bezeichnet den Bauch. Unter „abdominal“ werden alle den Bauch und die Bauchorgane betreffenden Aspekte zusammengefasst. So bezeichnen abdominelle Beschwerden im Bauchbereich wie z. B. Bauchschmerzen.
  3. Aberration

    Unter dem Begriff Aberration wird eine Abweichung von der Norm verstanden.
  4. Abort

    Der Abort/Abortus bezeichnet eine Fehlgeburt. Unter Fehlgeburt versteht man einen Verlust des Fetus zu einem frühen Zeitpunkt, bevor er außerhalb des Mutterleibs lebensfähig ist.
  5. Abortus habitualis

    Der Abortus habitualis bezeichnet den habituellen Abort. Darunter versteht man eine mehrfach hintereinander, in der Regel mindestens zum dritten Mal auftretende spontane Fehlgeburt. Habituelle Aborte sind relativ häufig mit Autoimmunerkrankungen und insbesondere dem Antiphospholipidsyndrom assoziiert.
  6. Abszedierung


    Unter Abszedierung versteht man die Bildung eines Abszesses (Eiteransammlung) in einem Hohlraum, der häufig unter Einschmelzung des Gewebes gebildet wird.
  7. Abszeß

    Der Abszeß stellt eine Eiteransammlung in einem Gewebehohlraum dar, der in einer präformierten (bereits vorhandenen) Höhle oder in einer durch Gewebeeinschmelzung gebildeten Höhle entstehen kann. Meist werden Abszesse durch bakterielle Infektionen ausgelöst. Abszesse können aber auch durch Pilze ausgelöst werden. Immer wiederkehrende Abszesse können ein Zeichen für einen zugrunde liegenden Immundefekt sein.
  8. Abszesse, rezidivierend

    Rezidivierende Abszesse sind immer wiederkehrende Abszesse, die am selben Ort oder auch an unterschiedlicher Lokalisation auftreten können. Rezidivierende Abszesse können ein Zeichen für einen zugrunde liegenden Immundefekt sein. Insbesondere bei Abszessen in inneren Organen oder schweren Furunkeln der Haut sollte ein Immundefekt ausgeschlossen werden.
  9. Adenom

    Ein Adenom ist ein gutartiger Tumor, der von Drüsengewebe ausgeht. Ein typisches Beispiel sind Kolon-Adenome, die von der Darmschleimhaut des Kolon (Dickdarms) ausgehen.
  10. Adenopathie

    Der Begriff Adenopathie bezeichnet eine Erkrankung von Lymphknoten, die auch als Lymphadenopathie bezeichnet wird. Eine generelle (allgemeine) Schwellung der Lymphknoten tritt bei systemischen (den ganzen Körper betreffenden) Infektionen, wie z.B. bei HIV/ AIDS, bei Epstein-Barr-Virus Infektionen (Pfeiffersches Drüsenfieber) aber auch bei manchen Leukämien auf.
  11. Adipös

    Der Begriff adipös bezeichnet die Eigenschaft der Fettleibigkeit.
  12. Adipositas

    Unter Adipositas versteht man eine krankhafte Fettleibigkeit, die in der extremen Ausprägung Adipositas permagna bezeichnet wird.
  13. Adnexitis

    Eine Adnexitis bezeichnet die Entzündung der Adnexe (Anhangsgebilde), die im engeren Sinne die Ovarien (Eierstöcke) und Eileiter bei der Frau, sowie im weiteren Sinne die Prostata und Samenbläschen beim Mann umfassen. Die Adnexitis der Frau entspricht daher einer Eileiter oder Eierstockentzündung.
  14. Adrenal

    Der Begriff „adrenal“ umfaßt die Nebenniere oder die zur Nebenniere gehörenden Aspekte.
  15. Adrenerg

    Der Begriff „adrenerg“ bezeichnet die Eigenschaften bzw. die Wirkung des Hormons Adrenalin.
  16. Adrenocorticotropes Hormon

    Das Adrenocorticotrope Hormon wird auch als ACTH bezeichnet und ist ein Botenstoff der Hirnanhangsdrüse mit aktivierender Wirkung auf die Nebennierenrinde.
  17. Aerobier

    Aerobier sind Mikroorganismen, in der Regel Bakterien, die bei Vorhandensein von Sauerstoff wachsen. Diese können zur normalen Flora gehören oder auch pathogen (krankheitsauslösend) sein.
  18. Agammaglobulinämie

    Die Agammaglobulinämie bezeichnet das vollständige Fehlen von Immunglobulinen (Antikörpern) im Blut. Eine Agammaglobulinämie kann bereits in der Serumelektrophorese oder in der quantitativen Immunglobulinbestimmung nachgewiesen werden.
  19. Agglutination

    Mit Agglutination wird die Verklumpung von Zellen, Mikroorganismen oder auch Latexpartikeln durch Agglutinine bezeichnet. Agglutininen sind spezielle Immunglobuline (Antikörper), die Antigene auf der Oberfläche von Partikeln binden und agglutinieren können. Ein typisches Beispiel ist die Blutgruppenbestimmung.
  20. Agranulozytose

    Die Agranulozytose bezeichnet das vollständige Fehlen von Granulozyten, einer speziellen Form der Leukozyten (weiße Blutkörperchen).
  21. Akren

    Akren sind die endständigen Körperteile, wie z. B. die Nase, die Fingerspitzen, Zehen, das Kinn, oder die Ohrläppchen/Ohrmuscheln, die teilweise selektiv von bestimmten Erkrankungen betroffen sind. So führen manche Autoimmunerkrankungen gerade in diesen endständigen Bereichen zu Durchblutungsstörungen, die als Akrozyanose bezeichnet wird.
  22. Akut

    In der Medizin wird der Begriff „akut“ in der Regel im Zusammenhang mit plötzlich auftretenden Erkrankungen verwendet.
  23. Akute Phase Proteine

    Akute-Phase-Proteine sind eine Gruppe von Plasmaproteinen, deren Konzentration bei Entzündungen oder Traumata im Blut stark ansteigt. Eines der wichtigsten in der Diagnostik eingesetzten Akute-Phase-Proteine ist das C-reaktive Protein, welches in der Leber nach Aktivierung durch inflammatorische Zytokine gebildet wird. Akute-Phase-Proteine spielen eine zentrale Rolle in der initialen Abwehr von Infektionen, sie binden Mikroorganismen, aktivieren Immunabwehrmechanismen und sind an der Elimination von geschädigten Zellen beteiligt.
  24. Akutes Abdomen

    Das akute Abdomen bezeichnet plötzlich auftretende, lebensbedrohliche Beschwerden des Bauchraumes. Ursache dieser plötzlichen starken Beschwerden kann z. B. eine Appendizitis (Blinddarmentzündung) sein.
  25. Albumin

    Albumin ist das im Blut am häufigsten vorkommende Protein (Eiweiß). Albumin ist das wichtigste Protein im Blut und hält den hygroskopischen Druck aufrecht. Damit verhindert Albumin, daß Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in die Gewebe austreten. Albumin versorgt Gewebe, transportiert Hormone, Vitamine, Medikamente, Enzyme und Ionen wie Calcium im ganzen Körper. Albumin wird in der Leber hergestellt und ist besonders anfällig für Schädigungen der Leber. Bei Schädigungen der Leber, Fehlernährung oder Entzündungen im Körper fällt die Albuminkonzentration. Bei Dehydratation steigt das Albumin an.
  26. Albuminurie

    Die Albuminurie bezeichnet die vermehrte Ausscheidung von Albumin (ein bestimmtes Eiweiß) im Urin.
  27. Aldolase

    Die Aldolase ist ein Enzym, das beim Abbau von Zucker eine wichtige Rolle spielt. Die Aldolase im Blut ist beispielsweise bei Leber- und Muskelerkrankungen erhöht.
  28. Alkalisch

    Alkalisch oder auch basisch, bezeichnet die Eigenschaft, sich wie eine Lauge zu verhalten.
  29. Alkalose

    Eine Störung des normalen Säure-Basen-Gleichgewichtes, bei der im Blut mehr Basen als normalerweise vorliegen. Dies kann durch respiratorische Störungen wie z.B. eine Hyperventilation infolge psychogener Störungen oder einer Meningitis, sowie hormoneller Veränderungen wie z.B. während der Schwangerschaft. Daneben kann eine Alkalose auch durch metabolische Störungen, wie z.B. Erbrechen, Verlust des sauren Magensafts, Medikamente (z.B. Thiazide, Furosemid) oder anderen Zuständen, die eine Verminderung der Säuren oder eine Erhöhung der Basen zu Folge haben, bedingt sein.
  30. Alkalose, metabolische

    Eine metabolische Alkalose ist ein stoffwechselbedingter Überschuß von Basen im Blut.
  31. Alkalose, respiratorisch

    Eine respiratorische Alkalose ist ein atmungsbedingter Überschuss an Basen im Blut.
  32. Alkoholabusus

    Der Alkoholabusus bezeichnet den Alkoholmissbrauch, das pathologische (krankhafte) Trinken.
  33. Allergen

    Allergene sind Substanzen (z.B. Gräserpollen), die Allergien als unerwünschte Immunantwort auslösen können. Im Unterschied zu Antigenen lösen Allergene die Bildung von IgE-Antikörpern aus. Grundsätzlich kann jeder körperfremde Stoff (Antigen) als Allergen wirken. So können etwa in Tierhaaren, Pollen, Insektengift, Hausstaubmilben, Arzneimitteln und in Nahrungsmitteln Allergene vorkommen. Gegenwärtig sind etwa 20.000 solcher Allergie-auslösenden Stoffe bekannt. Eine Allergie-auslösende Substanz kann mehrere Allergene beinhalten, bei Soja wurden beispielsweise ca. 15 verschiedene Allergene identifiziert.
  34. Allergie

    Die Allergie bezeichnet eine von bestimmten Stoffen ausgelöste überschießende Reaktion des Immunsystems. Auslöser einer Allergie sind fast immer körperfremde Eiweiße, dabei können Symptome von Juckreiz, Rhinitis, Konjunktivitis und Dermatitis bis hin zu lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schocksituationen auftreten. Bei Allergien kommt es zunächst zu einer Sensibilisierung gegen eine bestimmte Substanz unter Bildung von Allergen-spezifischen IgE-Antikörpern, die zu einer Ausschüttung von aktiven Mediatoren, wie z.B. Histamin führen. Bei erneuten Kontakten mit dem jeweiligen Allergen kommt es dann zur allergischen Reaktion.
  35. Alopecia areata

    Die Alopecia areata oder circumscripta bezeichnet einen in der Regel akut (plötzlich) auftretenden kreisrunden Haarausfall. Häufig tritt diese Art Haarausfall im Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen oder malignen Tumoren auf.
  36. Alopezie

    Die Alopezie oder Alopecia bezeichnet die Haarlosigkeit bzw. den Haarausfall.
  37. Alveole

    Die Alveolen sind die Lungenbläschen, in denen der Gasaustausch über die Lungenkapillaren stattfindet.
  38. Alveolitis

    Die Alveolitis bezeichnet die Entzündung der Lungenbläschen. Die Alveolitis kann durch Infektionen durch Mikroorganismen, aber auch allergisch ausgelöst werden.
  39. Amalgam

    Amalgam ist eine in der Zahnmedizin relativ häufig verwendete Legierung von Quecksilber mit anderen Metallen (z. B. Silber oder Zinn), die als Füllungsmaterial bei Karies verwendet wird.
  40. Amennorrhoe

    Eine Amenorrhoe bezeichnet eine ausbleibende Menses (Monatsblutung), die häufig mit Infertilität einhergeht.
  41. Amenorrhoe

    Die Amenorrhoe beschreibt das Ausbleiben oder die Unterdrückung der Menstruation. Bei einem Ausbleiben der spontanen Menstruation bis zum 14. (16.) Lebensjahr, handelt es sich um eine primäre Amenorrhoe. Bei der sekundären Amenorrhoe kommt es zum Ausbleiben der Menstruation für mindestens 3 Monate, wenn eine Schwangerschaft ausgeschlossen ist. Die Ursachen der primären Amenorrhoe können (1) Chromosomenveränderungen, (2) Entwicklungsstörungen oder Tumoren im Gehirn im Kindesalter, (3) Erkrankungen mit schweren Allgemeinsymptomen führen, wie z. B. Leberzirrhose, Leukämien, Schilddrüsenstörungen, (4) anatomische Veränderungen am Genitale, sowie (5) Hormonstörungen, wie z.B. das Adrenogenitale Syndrom. Bei der sekundären Amenorrhoe gibt es zahlreiche verschiedene körperliche und seelische Ursachen.
  42. Aminosäuren

    Aminosäuren sind die Bestandteile von Proteinen (Eiweiße). Proteine sind aus unterschiedlichen Kombinationen von Aminosäureketten aufgebaut, die sich zu einer bestimmten, räumlichen Struktur falten. Es kommen etwa zwanzig Aminosäuren natürlich vor, von denen der Mensch zehn selbst synthetisieren kann. Diejenigen Aminosäuren, die der Mensch nicht selbst herstellen kann, werden als essentielle Aminosäuren bezeichnet und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Aminosäuren und die aus ihnen aufgebauten Proteine haben spezielle Aufgaben im Stoffwechsel wie z.B. in der Immunabwehr, der Entgiftung, der Aufrechterhaltung des kolloidosmotischen Drucks oder der Hormonsynthese.
  43. Aminosäuren, essentielle

    Essentielle Aminosäuren können vom Menschen nicht selbst synthetisiert werden und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Zu den essentiellen Aminosäuren gehören: Histidin, Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan und Valin. Da Aminosäuren die Bestandteile von Proteinen (Eiweiße) sind, die wiederum wichtige zentrale Funktionen im Körper ausüben, führen Mangelzustände an essentiellen Aminosäuren in der Regel zu schwerwiegenden Krankheitssymptomen. So kann beispielsweise ein Histidin-Mangel eine eingeschränkte Bildung des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin zur Folge haben.
  44. Anaerobier

    Anaerobier sind Mikroorganismen, in der Regel Bakterien, die nur unter Sauerstoffabschluß wachsen. Diese können zur normalen Flora gehören oder auch pathogen (krankheitsauslösend) sein. Anaerobier gehören zur typischen normalen Darmflora.
  45. Analyse

    Laboranalysen oder Laboruntersuchungen bezeichnen die Testverfahren, mit denen bestimmte Parameter nachgewiesen werden.
  46. Anazidität

    Die Anazidität bezeichnet das Fehlen von Magensäure.
  47. Androgene

    Androgene sind ein Sammelbegriff für männliche Sexualhormone, die für die Entwicklung der primären und sekundären männlichen Geschlechtsmerkmale (wie eine tiefe Stimme, die Bartwuchs, Körperbehaarung) verantwortlich sind. Zu den Androgenen gehören Testosteron, Dihydrotestosteron und Androstendion.. Androgene sind auch Vorläufer für die weiblichen Hormone (z. B. Östrogen) und werden auch in den Eierstöcken und der Nebennierenrinde von Frauen produziert. Androgene sind darüber hinaus anabol wirksam, und fördern das Knochen- und Muskelwachstum.
  48. Androstendion

    Androstendion ist ein Steroidhormon, das zu den Androgenen gehört und männliche Charakteristika bedingt. Androstendion wird im Hoden, in der Nebennierenrinde und in den Ovarien hergestellt wird. Es beschleunigt den Aufbau von körpereigenem Eiweiß. Androstendion kann in Testosteron aber auch in Vorstufen von Östrogen umgewandelt werden.
  49. Anenzephalus

    Die Anenzephalie ist eine Störung in der Entwicklung des Gehirns und des Schädels, die durch ein Fehlen des Schädeldaches und großer Teile des Gehirns gekennzeichnet ist. Die Fehlbildung beruht auf einer Verschlussstörung des Neuralrohres während der 3. bis 4. Embryonalwoche. Die schwere angeborene Entwicklungsstörung ist eine nicht mit dem Leben vereinbare Fehlbildung des Zentralnervensystems. In Mitteleuropa ist etwa eine von 1.000 Schwangerschaften davon betroffen.
  50. Angiopathie

    Die Angiopathie ist ein Sammelbegriff für unterschiedlich, die Gefäße betreffende Erkrankungen. Dabei kann eine Gefäßkrankheit der Blutgefäße oder der Lymphgefäße bezeichnet werden.
  51. Anterior

    Anterior ist die lateinische Bezeichnung für „vorne liegend“ beziehungsweise „an oder zur Vorderseite/ dem Kopf hingewandt“. Anterior wird im Gegensatz zu „posterior“ (hinten liegend), verwendet.
  52. Antibiotikaresistenz

    Resistenzen gegen Antibiotika können natürlich oder erworben sein. Viele Bakterien sind primär resistent gegen bestimmte Antibiotikaklassen, wie z.B. gramnegative Bakterien immer resistent gegen Vancomycin sind. Die meisten erworbenen Antibiotikaresistenzen sind genetisch bedingt und die Bakterien weisen Antibiotikaresistenzgene (Gene, die eine Widerstandsfähigkeit gegen Antibiotika vermitteln) auf. Resistenzgene können zwischen Bakterien ausgetauscht werden, so daß sich Resistenzen immer weiter verbreiten. Durch die anhaltende Präsenz von Antibiotika wird der Selektionsdruck erhöht und Antibiotika-resistente Mutanten können sich durch ihren Überlebensvorteil vermehren.
  53. Antigene Determinanten

    Antigene Determinanten oder Epitope bezeichnen Bereiche von antigenen Strukturen, die von Antikörpern erkannt werden können. Dabei verfügen Antigene in der Regel über mehrere Teilstrukturen, die als Determinanten bzw. Epitope bezeichnet werden, so daß jedes Antigen die Bildung von mehreren unterschiedlichen Antikörpern auslösen kann.
  54. Antigentest

    Antigene sind Substanzen, häufig lediglich bestimmte Merkmale auf Oberflächen, die eine Bildung von Antikörpern hervorrufen (siehe Antigene). Antigentests bezeichnen Untersuchungen, die diese Antigene nachweisen. Beispielsweise können typische bakterielle oder virale Antigene zum Nachweis einer Infektion, bzw. eines Kontakts mit dem Erreger herangezogen werden. Antigentests können sich auch auf körpereigene Proteine beziehen. Ein typisches Beispiel ist der Nachweis von Gerinnungsfaktoren. Dieser Test wird normalerweise auf der Basis eines funktionellen oder eines Aktivitätstests eines oder mehrerer Faktoren veranlasst.
  55. Antihistamin

    Ein Medikament zur Behandlung von Allergien, Hypersensitivitätsreaktionen und Erkältungen, das die Effekte des Histamins reduziert (z. B. Chlorpheniramin, Teldrin).
  56. Anti-Intrinsic Factor

    Der Anti-Intrinsic Factor Antikörper (Anti-IF oder IF-AK) ist ein Autoantikörper, der sich gegen den Intrinsic Faktor richtet und dessen Funktion hemmt. Normalerweise ist der in den Belegzellen bzw. Parietalzellen der Magenschleimhaut gebildete Intrinsic Faktor für die Aufnahme von Vitamin B12 (Cobalamin) aus der Nahrung zuständig. Bei Vorliegen des Autoantikörpern Anti-IF/ IF-AK kann Vitamin B12 aus der Nahrung nicht mehr ausreichend aufgenommen werden und des kommt zum Krankheitsbild der Perniziösen Anämie durch den Vitamin B12 Mangel.
  57. Antikoagulanz

    Antikoagulantien sind Stoffe die die Blutgerinnung (Koagulation) verzögern oder hemmen. Bei Patienten werden Antikoagulantien vor allem dazu verwendet, die intravasale Bildung von Thromben (z. B. nach Operationen oder bei Herzklappenersatz) zu verhindern (Verhinderung von Thrombosen in den Blutgefäßen). eingesetzt. Zu den wichtigen Antikoagulantien gehören Heparine, Heparinoide (z. B. Danaparoid), Hirudine, Vitamin-K-Antagonisten bzw. Cumarine (z. B. Phenprocoumon, Warfarin), GPIIb/IIIa-Hemmer (z. B. Tirofiban, Abciximab, Eptifibatid). Antikoagulantien werden darüber hinaus zur Prävention der Entwicklung von Blutgerinnseln in Blutprodukten eingesetzt.
  58. Antikörper

    Antikörper oder Immunglobuline sind Proteine, die von B-Lymphozyten gebildet werden und in der Immunabwehr von fremden Substanzen wirken. Es gibt fünf verschiedene Klassen von Immunglobulinen, die sich funktionell und strukturell unterscheiden und verschiedene Wirkungsorte haben. Jede der fünf unterschiedlichen Klassen wird im Lymphgewebe als Antwort auf ein Eindringen von fremden Stoffen gebildet. Die fünf Haupttypen sind Immunglobulin A (IgA), D (IgD), E (IgE), G (IgG) und M (IgM).
  59. Anti-Parietalzell Autoantikörper

    Der Anti-Parietalzell Autoantikörper, richtet sich gegen die Parietalzellen (Belegzellen) in der Magenschleimhaut. Normalerweise sind die Belegzellen bzw. Parietalzellen der Magenschleimhaut für die Bildung des Intrinsic Faktor zuständig, der für die Aufnahme von Vitamin B12 (Cobalamin) aus der Nahrung von zentraler Bedeutung ist. Bei Vorliegen des Autoantikörpern gegen die Parietalzellen kann Vitamin B12 aus der Nahrung nicht mehr ausreichend aufgenommen werden und des kommt zum Krankheitsbild der Perniziösen Anämie durch den Vitamin B12 Mangel.
  60. Anurie

    Die Anurie bezeichnet die komplett fehlende Ausscheidung von Urin (Harn).
  61. Aorta

    Die Aorta ist die Hauptschlagader, das größte arterielle Blutgefäß.
  62. Apherese

    Die Apherese ist ein Verfahren, daß insbesondere in der Transfusionsmedizin sowie Dialyse eingesetzt wird, bei dem spezifische Komponenten aus dem Blut, wie z. B. Thrombozyten (Blutplättchen), Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Plasma oder Immunglobuline entfernt werden. Die Apherese kann zu therapeutischen Zwecken bei Patienten durchgeführt werden, z. B. um krankhafte Zellen (z. B. Leukämie) oder Antikörper (z. B. Rheumafaktoren) zu entfernen. Andererseits kann die Apherese auch zur Gewinnung von speziellen Blutprodukten, z. B. Thrombozytapheresekonzentraten, eingesetzt werden. Die Rückführung der restlichen Komponenten an den Spender erlaubt die Gewinnung höherer Mengen an bestimmten Komponenten als aus einer Probe Vollblut. Je nachdem, welche Substanz durch die Apherese entfernt oder gewonnen wird, spricht man von Thrombozytapherese (Thrombozyten), Immunadsorption/ Immunapherese (Immunglobuline/ Antikörper), oder Plasma (Plasmapherese).
  63. Arterie

    Der Begriff Arterie bezeichnet die Schlagadern oder muskulären Blutgefäße, die das Sauerstoffreiche Blut aus den Lungen in den Körper führen.
  64. Arteriell

    Mit dem Begriff „arteriell“ werden die zu den Arterien oder Schlagadern gehörenden Prozesse und Abläufe bezeichnet.
  65. Arterielle Thromboembolie

    Eine arterielle Thromboembolie bezeichnet den Verschluß einer Arterie durch einen abgerissenen Thrombus oder Thrombusteile, die in den Kreislauf eingeschwemmt werden. In Abhängigkeit von der Größe des Thrombus und der Lage des verstopften Gefäßes im Körper, treten unterschiedlich schwere Erkrankungen auf. Beispielsweise führen Embolien in den Nierengefäßen zu Niereninfarkten, in den Herzkranzgefäßen zu Herzinfarkten etc. Abgelöste Thromben können beispielsweise auch über den Blutstrom in die Lungenarterien gelangen und die Gefäße verstopfen (Lungenembolie). Dadurch kann es zu einer plötzlichen Überlastung des Herzens mit dem Risiko eines Herzstillstands kommen.
  66. Arterielles Blut

    Das arterielle Blut wird aus einer Arterie gewonnen, häufig der Arteria radialis in der Nähe des Handgelenks oder einer Leistenarterie. Im artierellen Blut ist der im Labor bestimmte Sauerstoffpartialdruck pO2 normalerweise hoch (~100%).
  67. Arteriitis temporalis

    Die Arteriitis temporalis oder Riesenzellarteriitis ist ein teils akut auftretende, in der Regel aber chronische Entzündung der großen Arterien in Kopf und Gesicht. Die Symptome beinhalten Kopfschmerzen, Berührungsempfindlichkeit, Sehverlust und Gesichtsschmerzen. Riesenzellarteriitis gehört zu den Autoimmunerkrankungen, deren Ursache noch ungeklärt ist. Neben möglichen genetischen Dispositionen wird ein Zusammenhang mit viralen Infektionen vermutet, da die Erkrankung jahreszeitlich gehäuft insbesondere nach vorangegangenen Infekten (Grippe, auftritt.
  68. Articulatio

    Als Gelenk bezeichnet man den Treffpunkt zweier oder mehrer Knochen, das nur wenig beweglich (kartilaginös) wie die Verbindungen der Wirbelkörper oder freibeweglich (synovial) wie der Ellbogen und das Knie ist. Typischerweise sind Gelenke durch Gelenkknorpel, sowie durch einen haltenden Bandapparat geschützt.
  69. Aspiration

    Unter Aspiration versteht man das Einatmen, insbesondere das Inhalieren einer ungewollten Substanz oder eines Fremdkörpers in die Lunge. Typischerweise kommt es bei einer klinisch relevanten Aspiration zum Eindringen flüssiger oder fester Stoffe, wie z. B. Mageninhalt bei Erbrechen oder Blut in die Atemwege während der Inspiration infolge fehlender Schutzreflexe bei Bewusstlosen oder bei Narkoseeinleitung am nicht nüchternen Patienten oder bei Ileus. In der Folge kann es zur Verlegung der Atemwege, mit Atemnot, Hypoxie sowie Aspirationspneumonie kommen.

    Daneben kann der Begriff Aspiration auch die Verwendung von Unterdruck bezeichnen, der eingesetzt wird um Flüssigkeiten oder Gase aus Körperhöhlen oder anderen Arealen zu gewinnen. Ein typisches Beispiel ist die Aspirationsbiopsie.

  70. Asymptomatisch

    Asymptomatisch ist gleichbedeutend mit „ohne Symptome“. In der Medizin wird hiermit meist die Freiheit von Krankheitssymptomen trotz Erkrankung gemeint.
  71. Atherosklerose

    Die Atherosklerose auch Arteriosklerose ist die Grundlage der häufigsten Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. In atherosklerostischen Arterien bilden sich Plaques aus veränderten Cholesterin- und Lipid-Tropfen im Subendothel (der Innenseite der Arterien). In der Folge werden die Gefäße weniger elastisch und das Lumen engt sich zunehmend ein, was wiederum zu einer Verringerung des Blutflusses führt. Atherosklerose wird auch mit Hypertension (Bluthochdruck), Übergewicht, Diabetes und einen vererblichen Stoffwechselstörungen in Verbindung gebracht. In einigen Fällen können verschlossene Gefäßabschnitte durch einen Bypass (wie bei der koronaren Bypasschirurgie) umgangen werden. Zu den präventiven Maßnahmen zählen das Aufgeben des Rauchens, eine fettreduzierte Ernährung, körperliche Betätigung und die Vermeidung von Stress.
  72. Atypie

    Eine Atypie bezeichnet eine Abweichung oder Veränderung. Häufig bezeiht sich die Atypie auf Veränderungen im Aufbau von Zellen, dann wird sie auch als Zellatypie bezeichnet.
  73. Austauschtransfusion

    Bei einer Austauschtransfusion wird ein Teil des Patientenblutes durch Spenderblut ersetzt. Austauschtransfusionen werden insbesondere bei Feten (intrauterine Austauschtransfusion) oder bei Neugeborenen zur Behandlung eines Morbus haemolyticus neonatorum zur Entfernung der Rh- und Abo-Antikörper und der hämolysierten Erythrozyten (roten Blutkörperchen) sowie zur Substitution des Blutes mit einer normalen Sauerstofftransportkapazität durchgeführt. Des weiteren werden Austauschtransfusionen bei Erwachsenen bei schweren Immunhämolysen sowie bei Vergiftungen durchgeführt.
  74. Autoantikörper

    Autoantikörper sind Proteine, die spezifische körpereigene Antigene in Geweben oder Organen des Körpers erkennen und angreifen. Es sich daher um Antikörper, die vom eigenen Immunsystem aufgrund einer Fehlregulation gebildet werden und normale Bestandteile des Körpers statt fremden Substanzen und Mikroorganismen, die den Körper bedrohen, angreifen. Dabei unterschiedet man gegen ein spezielles Organ gerichtete Auto-Immunerkrankungen, wie z. B. autoimmune Schilddrüsenerkrankungen (Morbus Basedow und Hashimoto Thyreoiditis) von generalisierten Autoimmunerkrankungen, die sich gegen bestimmte Zellbestandteile richten. Bei der Bindung des Autoantikörpers an den jeweiligen körpereigenen Zelltyp kommt es zur Aktivierung weiterer Komponenten des Immunsystems, die zu Entzündungen und zum Funktionsverlust der Zellen oder der betroffenen Organe führen können.
  75. Autoimmunerkrankungen

    Autoimmunerkrankungen umfassen Erkrankungen, die mit Bildung von Autoantikörpern gegen körpereigene Gewebe einhergehen, die zu einer Autoimmunerkrankung. Die Autoimmunerkrankungen sind durch eine Störung der Immunsystems gekennzeichnet, bei der die gegen körpereigenes Gewebe gerichteten Autoantikörper bestimmte Zellbestandteile, Zellen oder Organe des menschlichen Körpers betreffen. In Abhängigkeit von der Aktivität der Autoimmunerkrankung kann der falsche Angriff des Abwehrsystems ohne Behandlung zu einer Schädigung bis hin zur vollständigen Zerstörung des Organs führen.
  76. Autosomaler Erbgang

    Ein autosomaler Erbgang bezeichnet derartige Erbfaktoren, die ausschließlich durch die nicht Geschlechtschromosomen weiter vererbt werden.
  77. Azidose

    Die Azidose ist eine Störung des normalen Säure-Basen-Gleichgewichts, bei dem im Blut und in anderen Geweben des Körpers mehr Säuren als normal vorliegen. Dies kann Folge einer respiratorischen Ursache sein, die zu einer Anhäufung von Kohlendioxid führt, wie bei Atemproblemen. Eine Azidose kann auch metabolische Ursachen haben. So führen lange bestehende oder schwere Diarrhöen, Niereninsuffizienz, Stoffwechselstörungen (wie zum Beispiel als Komplikation bei Diabetes) sowie bestimmte Vergiftungen (z.B. Salizylate, Zyanid, Methanol, Alkohol), Verbrennungen sowie eine Sepsis zu einer Azidose.

Begriffe mit B

  1. Bakteriämie

    Eine Bakteriämie bezeichnet ein vorübergehendes Vorhandensein von Bakterien im Blut.

    Meist handelt es sich um eine vorübergehende Einschwemmung von Bakterien in den Blutkreislauf, beispielsweise ausgelöst durch mechanische Ursachen (z.B. Zähneputzen) oder bei vermehrter Durchlässigkeit von Barrieren (z.B. Divertikulitis des Darms). Die eingeschwemmten Bakterien werden normalerweise im Blut sofort durch das Immunsystem eliminiert. Eine anhaltende Präsenz von Bakterien oder Pilzen im Blut mit schwerer klinischer Symptomatik ist eine Sepsis.

  2. Bakteriell

    Der Begriff „bakteriell“ bezeichnet Erkrankungen oder Syndrome, die durch Bakterien verursacht werden.
  3. Bakterien

    Bakterien sind kleine (0,2- 2,0 µm), einzellige Mikroorganismen (der Klasse der Prokaryonten), die im Erdboden, dem Wasser und in der Luft gefunden werden können. Nur ein kleiner Teil der bekannten Bakterienarten und Gattungen kann bei Menschen und anderen Lebewesen Erkrankungen hervorrufen. Bakterien haben keinen Zellkern, so daß die DNS frei in der Zelle liegt. Bakterien kommen als Kokken (Kugelbakterien), Stäbchenförmig,
    oder als gekrümmte Stäbchen vor. Manche Bakterienarten können auch resistente Dauerformen, wie z.B. Sporen bilden, die teilweise über Jahrzehnte lebensfähig bleiben.
  4. Bakteriostase

    Die Bakteriostase eines Antibiotikums bezeichnet die Fähigkeit, das Wachstum von Bakterien zu hemmen. Die Wirkung dieser Art Antibiotika wird als bakteriostatisch bezeichnet. Im Unterschied dazu führen bakteriozide Antibiotika zur Abtötung von Bakterien.
  5. Bakteriurie

    Die Bakteriurie bezeichnet eine Ausscheidung von Bakterien im Urin.
  6. Bakterizid

    Die Bakterizidie eines Antibiotikums bezeichnet die Fähigkeit, Bakterien abzutöten. Die Wirkung dieser Art Antibiotika wird als bakterizid bezeichnet. Im Unterschied dazu führen bakteriostatische Antibiotika zur Hemmung des Wachstums, aber nicht zur direkten Abtötung.
  7. Bakterizidie

    Die Bakterizidie eines Antibiotikums bezeichnet die Fähigkeit, Bakterien abzutöten. Die Wirkung dieser Art Antibiotika wird als bakterizid bezeichnet. Im Unterschied dazu führen bakteriostatische Antibiotika zur Hemmung des Wachstums, aber nicht zur direkten Abtötung.
  8. BAL

    Die BAL ist eine gebräuchliche Abkürzung für die Bronchoalveoläre Lavage, eine Technik, bei der mit Hilfe eines flexiblen Rohrs Flüssigkeit, Sekret oder Eiter aus den tiefen Bronchien der Lunge für diagnostische Zwecke gewonnen wird. Dabei wird in der Regel mit einer definierten Menge steriler Flüssigkeit gespült, um möglichst viel Material aus den feinen Verästelungen zu erhalten. Aus der BAL werden Kulturen und andere Untersuchungen zum Nachweis von Bakterien und Pilzen, gelegentlich auch von Mykobakterien (Tuberkuloseerreger), Viren oder Parasiten durchgeführt.
  9. Base

    Basen sind Stoffe mit einem Hydroxydion (OH), die in Kombination mit einer Säure ein Salz bilden. Basen erhöhen den pH-Wert einer Lösung.
  10. Basen, Basenpaare

    Der Begriff Basen bezeichnet die vier Basen Adenin (A), Cytosin (C), Guanin (G) und Thymin (T), die die Grundlage der Desoxyribonukleinsäure (DNS) bilden. In der Ribonukleinsäure (RNA) wird statt Thymin Uracil (U) vorhanden. Dabei interagieren in der DNS jeweils spezifisch Adenin mit Thymidin und Cytosin mit Guanin, die als Basenpaare die „Sprossen“ der Leiter der DNS-Doppelhelix bilden. Die vier Basen codieren die Erbinformation, deshalb werden die vier Buchstaben A, C, G und T auch als "Alphabet des Lebens" bezeichnet. Jeweils drei Basen kodieren für eine Aminosäure.
  11. Basenüberschuß

    Der Basenüberschuß (BE-Wert) im Blut, ist die Maßeinheit für die Pufferkapazität. Der Basenüberschuß gehört zur Bestimmung der sogenannten Blutgase, zu denen auch der Partialdruck des Kohlendioxids (pCO2), der Bicarbonatgehalt (HCO3), der Blutsauerstoff-Partialdruck/ pO2, sowie der pH gehören. Die Blutgaswerte werden immer gemeinsam bestimmt, um den Säure-Basen-Haushalt des Körpers zu beurteilen. Insbesondere in der Intensivmedizin, im Notfallbereich und während Operationen geben diese Werte wichtige Informationen über die Vitalfunktion.
  12. Basis

    Die Basis bezeichnet die Ausgangslage und die Grundlage einer Struktur. Als weitere Bedeutung bezeichnet die Basis den Hauptbestandteil einer chemischen Verbindung.
  13. Basophile

    Der Begriff Basophile kürzt die Bezeichnung Basophile Granulozyten (Weiße Blutkörperchen) ab, die Granula enthalten die sich mit einem basophilen Farbstoff bläulich färben. Basophile gehören zu den Leukozyten. Normalerweise stellen die Basophilen etwa 1% oder weniger der gesamten weißen Blutkörperchen, bei bestimmten Erkrankungen können sie aber ansteigen oder abfallen. Eine Erhöhung der Anzahl basophiler Granulozyten tritt bei bestimmten malignen Tumoren, insbesondere bei der Polycythämia vera oder der chronisch myeloischen Leukämie auf.
  14. Basophile Granulozyten

    Basophile Granulozyten gehören zu den Leukozyten und werden im Differentialblutbild im Labor bestimmt. Basophile Granulozyten spielen eine Rolle in der Immunabwehr sowie in der Vermittlung allergischer Reaktion.
  15. Belegzellen

    Die Belegzellen oder auch Parietalzellen des Magens bilden den Intrinsic Factor, der einer der wichtigsten Faktoren für die Aufnahme von Vitamin B12 (Cobalamin) aus der Nahrung ist. Das von den Parietalzellen in der Magenschleimhaut gebildete Glykoprotein Intrinsic Faktor bildet mit dem Vitamin B12 einen Komplex, der verbessert aufgenommen werden kann.
  16. Benigne

    Mit dem Begriff „benigne“ werden in der Medizin gutartige Erkrankungen bezeichnet. Im weiteren Sinne werden Erkrankungen mit mildem Verlauf, nicht-kanzeröse, nicht infiltrierende und nicht metastasierende Erkrankungen als benigne bezeichnet. Der Begriff wird insbesondere im Sinne eines benignen Tumors verwendet. Im Gegensatz zu benignen Tumoren sind „maligne“ (siehe dort) Tumoren bösartig.
  17. Beta-Lactame

    Beta-Lactamantibiotika sind eine große Gruppe von Antibiotika, die die Zellwandsynthese von vielen Bakterien hemmen. ß-Lactamantibiotika haben eine sehr gute Wirkung auf viele grampositive und gramnegative Bakterien. Zu den ß-Lactamantibiotika gehören die Penicilline, Cephalosporine, Carbapeneme und das Monobactam Aztreonam.
  18. BE-Wert

    Der BE-Wert bezeichnet den Basenüberschuß im Blut, als Maßeinheit für die Pufferkapazität. Der Basenüberschuß gehört zur Bestimmung der sogenannten Blutgase, zu denen auch der Partialdruck des Kohlendioxids (pCO2), der Bicarbonatgehalt (HCO3), der Blutsauerstoff-Partialdruck/ pO2, sowie der pH gehören. Die Blutgaswerte werden immer gemeinsam bestimmt, um den Säure-Basen-Haushalt des Körpers zu beurteilen. Insbesondere in der Intensivmedizin, im Notfallbereich und während Operationen geben diese Werte wichtige Informationen über die Vitalfunktion.
  19. BGA

    Mit Hilfe der BGA (Abkürzung für Blutgasanalyse) wird die Messung der im Blut vorhandenen Atemgase, wie z. B. von Sauerstoff und Kohlendioxyd, durchgeführt.
  20. Biliär

    Der Begriff „biliär“ (Lateinisch bilis = Galle) bezeichnet die Galle oder die Gallenblase und ihre Gänge.
  21. Biopsie

    Biopsie im medizinischen Sinn bezeichnet die Entnahme einer kleinen Menge Gewebe und/oder Flüssigkeit aus einem lebenden Körper und dessen Untersuchung mit dem Mikroskop und/oder anderen analytischen Methoden zum Nachweis oder Bestätigung einer Erkrankung, der Beurteilung des Krankheitsverlaufs und/oder dem vermuteten Ausgang der Krankheit. Die Probe wird gewöhnlich mit einer Nadel gewonnen, aber auch andere Methoden und Instrumente, einschließlich der Chirurgie, kommen zum Einsatz.
  22. Bioverfügbarkeit

    Die Bioverfügbarkeit ist ein Maß für die Wirkstoffmenge am Wirkort eines Arzneimittels, der auch durch die Geschwindigkeit der Wirkungsentfaltung bestimmt wird.
  23. Blutgasanalyse

    Mit Hilfe der Blutgasanalyse (Abkürzung: BGA) wird die Messung der im Blut vorhandenen Atemgase, wie z. B. von Sauerstoff und Kohlendioxyd, durchgeführt.
  24. Blut-Hirn-Schranke

    Die Blut-Hirn-Schranke verhindert als Barriere den Übertritt von bestimmten Molekülen, Zellen und Stoffen, aber auch von Medikamenten aus dem Blut ins Gehirn. Aus diesem Grund wird das Gehirn auch als immunologisch privilegierter Ort bezeichnet, da Immunzellen und Antikörper nochmalerweise nicht eintreten können.
  25. B-Lymphozyten

    Die B-Lymphozyten oder B-Zellen gehören zu den Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und haben eine zentrale Funktion in der Immunabwehr von Infektionen, Tumoren sowie Autoimmunerkrankungen. Die B-Lymphozyten bilden spezifische Antikörper oder Immunglobuline, die fremde Substanzen spezifisch erkennen und an der Oberfläche binden. Durch Aktivierung von unterschiedlichen Mechanismen werden die mit den spezifischen Antikörpern opsonierten (markierten) Fremdkörper aus dem Organismus entfernt.
  26. Bradykardie

    Die Bradykardie bezeichnet einen verlangsamten Herzschlag bzw. eine verlangsamte Pulsfrequenz, der beispielsweise durch Medikamente ausgelöst werden kann.
  27. Breitspektrumantibiotikum

    Antibiotika mit einem besonders breiten Spektrum an Wirkungen gegen eine Vielzahl von Mikroorganismen. Häufig werden Bakterien unterschiedliche Klassen, wie z.B. Grampositive und Grannegative Erreger erfasst. Breitspektrumantibiotika üben andererseits einen hohen Selektionsdruck aus, so daß nicht selten nach längerer Behandlung sehr resistente oder multiresistente Infektionserreger sowie Pilze angereichert werden und als mögliche Quelle neuer Infektionen auftreten können.
  28. Bronchiektasen

    Bronchiektasen sind krankhafte Erweiterungen der feinen Verästelungen der Bronchien und Bronchiolen, die typischerweise in Folge langjähriger chronischer Lungenerkrankungen auftreten und in der Regel nicht mehr reversibel (rückgängig) sind.
  29. Bronchitis

    Eine Bronchitis bezeichnet Entzündungen der Verästelungen der kleinen Bronchien. Ein Bronchitis kann akut, z. B. im Rahmen viraler Erkrankungen, oder chronisch bei Rauchern auftreten.
  30. Bronchoalveoläre Lavage

    Die Bronchoalveoläre Lavage (Abkürzung: BAL) ist eine Technik, bei der mit Hilfe eines flexiblen Rohrs Flüssigkeit, Sekret oder Eiter aus den tiefen Bronchien der Lunge für diagnostische Zwecke gewonnen wird. Dabei wird in der Regel mit einer definierten Menge steriler Flüssigkeit gespült, um möglichst viel Material aus den feinen Verästelungen zu erhalten. Aus der BAL werden Kulturen und andere Untersuchungen zum Nachweis von Bakterien und Pilzen, gelegentlich auch von Mykobakterien (Tuberkuloseerreger), Viren oder Parasiten durchgeführt.
  31. Bronchokonstriktion

    Die Bronchokonstrikion bezeichnet die Verengung der Bronchien, die im Rahmen von Asthma, aber auch durch Medikamente oder Infektionen ausgelöst, auftreten kann.
  32. Bronchospasmus

    Bronchospasmen sind plötzlich auftretende krampfartige Verengungen der Bronchien, die mit Atemnot und erschwerter Ausatmung einhergehen. Typischerweise treten Bronchospasmen im Rahmen des allergischen Asthmas auf.
  33. Bulla, bulloes

    Eine Bulla bezeichnet eine Blase, die häufig Flüssigkeit enthält und über das Hautniveau erhaben ist. Bullöse Erkrankungen bezeichnen in der Regel blasenbildende Hauterkrankungen, wie beispielsweise bestimmte Autoimmunerkrankungen oder toxische Einwirkungen auf die Haut.
  34. Bypass

    Ein Bypass bezeichnet einen künstlichen Umgehungskreislauf. Ein typisches Beispiel ist der Bypass der Koronarien (Herzkranzgefäße) bei Atherosklerose, zur Gewährleistung der Durchblutung des Herzens.
  35. B-Zellen

    Die B-Zellen oder B-Zellen gehören zu den Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und haben eine zentrale Funktion in der Immunabwehr von Infektionen, Tumoren sowie Autoimmunerkrankungen. Die B-Zellen bilden spezifische Antikörper oder Immunglobuline, die fremde Substanzen spezifisch erkennen und an der Oberfläche binden. Durch Aktivierung von unterschiedlichen Mechanismen werden die mit den spezifischen Antikörpern opsonierten (markierten) Fremdkörper aus dem Organismus entfernt.

Begriffe mit C

  1. Carbohydrat-defizientes Transferrin

    Das Carbohydrat-defiziente Transferrin (Abkürzung: CDT) sind Kohlenhydrat-defiziente Transferrinformen. Das CDT ist ein Marker für anhaltenden Alkoholkonsum und Alkoholmissbrauch, da sich unter dem dauernden Einfluß von Alkohol die Transferrinmoleküle verändern.
  2. Carcinoma in situ

    Ein Carcinoma in situ ist eine maligne (bösartige) Veränderung, die beispielsweise in der Magenschleimhaut, der Darmschleimhaut oder in der Haut als Vorstufe eines Karzinoms (Krebs) auftritt. Beim Carcinoma in situ ist die Basalmembran noch intakt, die Tumorzellen sind noch nicht invasiv in das umliegende Gewebe eingewachsen und haben noch keine Metastasen (Tochtergeschwülste) gebildet.
  3. Cardial

    Der Begriff „cardial“ bezeichnet Eigenschaften, die das Herz betreffen.
  4. Cardiomyopathie, dilatative

    Die dilatative Cardiomyopathie ist eine Herzerkrankung, die mit einer Vergrößerung und Erweiterung der Herzkammern durch Ausdehnung und Ausdünnung des Herzmuskels einhergeht. Bei der Cardiomyopathie nimmt die Pumpleistung des Herzens ab, so daß eine zunehmend eingeschränkte Funktionsfähigkeit entsteht.
  5. Cardiomyopathie, kongestive

    Die kongestive Cardiomyopathie ist eine Herzerkrankung, die mit einer Verdickung des Herzmuskels einhergeht, infolge dessen eine Verengung der Herzkammern auftritt. Bei der Cardiomyopathie nimmt die Pumpleistung des Herzens ab, so daß eine zunehmend eingschränkte Funktionsfähigkeit entsteht.
  6. Cardiotoxizität

    Die Cardiotoxizität bezeichnet herzschädigende Eigenschaften, z. B. von Giften oder Medikamenten.
  7. Cavum uteri

    Das Cavum uteri bezeichnet die Gebärmutterhöhle.
  8. CD

    Die Abkürzung „CD“ bedeutet „cluster of differentiation“ (engl.) und bezeichnet ein Differenzierungsantigen auf der Oberfläche von Zellen.
  9. CD4

    CD4 ist ein Oberflächenmarker, der auf unterschiedlichen Zellen des Immunsystems vorkommt. Insbesondere ist das CD4-Antigen auf T-Helfer Lymphozyten vorhanden, die daher auch als T-Helfer Zellen oder CD8-positive T-Lymphozyten bezeichnet werden. Die Abkürzung „CD“ bedeutet „cluster of differentiation“ (engl.) und bezeichnet ein Differenzierungsantigen auf der Oberfläche von Zellen.
  10. CD8

    CD8 ist ein Oberflächenmarker, der auf unterschiedlichen Zellen des Immunsystems vorkommt. Insbesondere ist das CD8-Antigen auf T-Killer Lymphozyten vorhanden, die daher auch als T-Killer Zellen oder CD8-positive T-Lymphozyten bezeichnet werden. Die Abkürzung „CD“ bedeutet „cluster of differentiation“ (engl.) und bezeichnet ein Differenzierungsantigen auf der Oberfläche von Zellen.
  11. CDT

    CDT ist eine Abkürzung, die für Carbohydrat-defizientes Transferrin (Kohlenhydrat-defiziente Transferrinformen) steht. Das CDT ist ein Marker für anhaltenden Alkoholkonsum und Alkoholmissbrauch, da sich unter dem dauernden Einfluß von Alkohol die Transferrinmoleküle verändern.
  12. Cellulitis

    Die Cellulitis ist eine Entzündung des Bindegewebes, die meist bakteriell, häufig durch Streptokokken und Staphylokokken verursacht wird.
  13. Cerebellum, cerebellär

    Das Cerebellum ist das Kleinhirn, das Verb „cerebellär“ bezeichnet Eigenschaften des Kleinhirns, wie z. B. eine cerebelläre Ataxie (Gangstörung durch Kleinhirnschädigung).
  14. Cerebral

    Das Cerebrum ist das Großhirn, das Verb „cerebral“ bezeichnet Eigenschaften des Großhirns, wie z. B. eine cerebrale Ischämie (Durchblutungsstörung des Gehirns).
  15. Cerebrale Ischämie

    Die cerebrale Ischämie umfaßt Störungen der Durchblutung des Gehirns, die vorübergehend (amaurosis fugax, TIA) oder anhaltend mit einer schweren Schädigung bis hin zum Tod führen können.
  16. Cerebrum

    Das Cerebrum ist das Großhirn, das Verb „cerebral“ bezeichnet Eigenschaften des Großhirns, wie z. B. eine cerebrale Ischämie (Durchblutungsstörung des Gehirns).
  17. Cervix uteri

    Cervix uteri bezeichnet den Gebärmutterhals.
  18. Chelatbildung

    Chelate sind chemische Verbindungen, die in der Lage sind, mehrwertige Metallionen zu binden und lösliche Komplexe zu bilden, die zur Entfernung von Metallionen bei Intoxikationen (Vergiftungen)) aus Geweben verwendet werden können. Insbesondere können Chelatverbindungen zur begelitenden Therapie von Vergiftungen mit Blei oder Eisen eingesetzt.
  19. Chemotaxis

    Die Chemotaxis bezeichnet eine zielgerichtete Bewegung von Zellen in Richtung auf einen chemotaktischen Reiz. Diese chemotaktischen Reize können Botenstoffe oder Substanzen von Infektionserregern sein, die von den Zellen über Rezeptoren wahrgenommen werden können.
  20. Chinolone

    Chinolone sind eine Gruppe von Antibiotika, die ein breites Wirkungsspektrum auf unterschiedliche grampositive und gramnegative Bakterien, teilweise auch auf Mykobakterien (Tuberkuloseerreger) aufweisen. Chinolone werden auch als Gyrasehemmer bezeichnet, da ihr Wirkmechanismus auf einer Hemmung der bakteriellen Gyrase basiert. Ein typisches Beispiel ist das Ciprofloxacin.
  21. Chip Technologie

    Der DNS-Chip oder DNS-Microarray ist ein molekularbiologisches Verfahren, das Informationen über das Vorhandensein von Risikogenen, fehlende Gene oder die Aktivität einzelner Gene liefern kann. DNS-Microarrays helfen dabei, mögliche Änderungen in der Aktivität (Expression) bestimmter Gene in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren herauszufinden. Mit Hilfe bestimmter DNS-Microarrays, die nur bestimmte Gene oder Genabschnitte enthalten, können gleichzeitig Risikoprofile über Risikogene und Risikofaktoren für bestimmte Erkrankungen, wie z.B. Herzinfarkt-Risikoprofile ermittelt werden. Die DNS-Microarrays für die Diagnostik sind noch in der Entwicklungsphase und werden überwiegend im Rahmen von Studien und Forschungsschwerpunkten für die Patientendiagnostik eingesetzt.
  22. Chloroquin

    Chloroquin ist ein Medikament, das insbesondere in der Behandlung der Malaria, sowie unter bestimmten Umständen auch für die Behandlung einiger Formen der Amöbeninfektion und des systemischem Lupus Erythematodes eingesetzt wird. Neben Chloroquin sind Chinin, Hydroxychloroquin, Mefloquin sowie Artemisin-Präparate Anti-Malariamittel, die gegen die Erkrankung Malaria eingesetzt werden.
  23. Cholangitis

    Die Cholangitis bezeichnet eine Entzündung der Gallenwege.
  24. Cholecystolithiasis

    Eine Cholecystolithiasis bezeichnet das Vorhandensein von Gallensteinen in der Gallenblase.
  25. Cholezystitis

    Die Cholecystitis bezeichnet die Entzündung der Gallenblase.
  26. Cholinerg

    Der Begriff „cholinerg“ bezieht sich auf die Wirkung des Botenstoffs Acetylcholin.
  27. Cholinesterase

    Die Cholinesterase (Abkürzung ACH) ist ein Enzym, das Cholinester spaltet. Die Cholinesterase wird auch als Acetylcholinesterase bezeichnet und spaltet das Acetylcholin. Acetylcholin ist ein körpereigenen Botenstoff, der insbesondere im Nervensystem eine wichtige Rolle spielt.
  28. Chondroitinsulfat

    Das Chondoitinsulfat ist der wichtigste Bestandteil des Knorpels und kommt darüber hinaus in der Haut und in Sehnen vor. Abbauprodukte des Chondoitinsulfats können diagnostisch nachgewiesen werden.
  29. Chondropathie

    Die Chondopathie ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Knorpelerkrankungen.
  30. Chromatin

    Chromatin ist ein Bestandteil des Zellkerns menschlicher Zellen, der mit speziellen Farbstoffen angefärbt werden kann.
  31. Chromosom

    Chromosomen sind die Träger der Erbsubstanz, die als fadenähnliche Struktur in jedem Zellkern vorkommen. Die Erbinformation (Gene) bestehen aus DNS (Desoxyribonukleinsäure) und einem Protein (gewöhnlich einem Histon). Jede Tier- und Pflanzenart hat eine charakteristische Anzahl Chromosomen, die in jeder Zelle eines Organismus identisch sind. Bei Körperzellen liegen die Chromosomen immer in doppelter Ausführung vor (diploid); ein Chromosom stammt jeweils vom Vater, das andere von der Mutter. Keimzellen hingegen besitzen nur einen einfachen Chromosomensatz (haploid). Die menschliche Zelle enthält normalerweise 46 Chromosomen oder 22 homologe Paare und ein Paar der Geschlechtschromosomen; je eines jedes Paares wird von einem Elternteil weitervererbt. Chromosomen lassen sich mit Farbstoffen („chroma“ = Farbe) leicht anfärben und so gut sichtbar machen.
  32. Chromosomal

    Der Begriff „chromosomal“ bezeichnet Eigenschaften, die die Chromosomen betreffen.
  33. Chronisch

    In der Medizin wird der Begriff „chronisch“ in der Regel im Zusammenhang mit anhaltenden, teilweise lebenslang bestehenden und eher schleichend verlaufenden Erkrankungen verwendet.
  34. Chronisch obstruktive Lungenerkrankung

    Die chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (Abkürzung COPD) sind eine Gruppe chronischer Erkrankung der Atemwege, die durch eine behinderte und erschwerte Expiration (Ausatmung) gekennzeichnet sind. Diese Erkrankungen führen langsam zu einem Umbau und einer Einschränkung der Lungenfunktion. Zu den häufigsten Ursachen gehört der anhaltende Nikotinabusus (Rauchen).
  35. Claudicatio intermittens

    Die Claudicatio intermittens beruht auf einer generalisierten Atherosklerose der Arterien in den Beinen, die bei Anstrengung zu einer verminderten und nicht mehr ausreichenen Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff führt. Daher müssen die betroffenen Personen immer wieder Gehpausen einlegen (Schaufensterkrankheit). Daneben sind Muskelschmerzen in den Beinen typisch.
  36. Clavus

    Der Begriff Clavus bezeichnet ein Hühnerauge.
  37. Clearance

    Mit der Clearance wird die Rate der Ausscheidung Substanzen im Urin bezeichnet.
  38. Coma diabeticum

    Das coma diabeticum (diabetisches Koma) ist eine Stoffwechselentgleisung, die beim Diabetes mellitus mit Bewusstseinsverlust sowohl bei Über- als auch bei Unterzuckerung auftreten kann.
  39. Coma hepaticum

    Das coma hepaticum bezeichnet ein Leberausfallskoma oder hepatisches Koma, das bei Ausfall der Leberfunktion auftritt. Die in der Regel langsam entstehende Schädigung des Körpers und insbesondere des Gehirns triff infolge der zunehmend mangelhaften Entgiftungsfunktion durch die Leber auf. Die Patienten werden schließlich bewusstlos. Ein coma hepaticum kann nach Knollenblätterpilzvergiftung auftreten und wurde in den letzten Jahren zunehmend auch bei Konsum von Ecstasy beobachtet.
  40. Compliance

    Unter Compliance versteht man in der Medizin die Bereitschaft von Patienten zur Mitarbeit und zur Übernahme von Verantwortung für die eigene Gesundheit. Im Speziellen ist mit Compliance die korrekte Einnahme von Medikamenten gemeint.
  41. COPD

    ie COPD ist eine Abkürzung für die chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen, die eine Gruppe chronischer Erkrankung der Atemwege umfassen. Die COPD ist durch eine behinderte und erschwerte Expiration (Ausatmung) gekennzeichnet. Die COPD führt langsam zu einem Umbau und einer Einschränkung der Lungenfunktion. Zu den häufigsten Ursachen gehört der anhaltende Nikotinabusus (Rauchen).
  42. Cor

    Die Bezeichnung „cor“ bezieht sich auf das Herz, oder mit dem Herzen zusammenhängende Erkrankungen, wie z. B. cor pulmonale.
  43. Corpus Luteum

    Das corpus luteum bezeichnet den Gelbkörper im Ovar (Eierstock), der nach Eisprung entsteht. Das copus luteum ist ein endokrines Gewebe, das den Raum auffüllt, der nach der Abgabe des Eis entsteht und in der Menstruation abgebaut wird, wenn das Ei nicht befruchtet wird. Bei Befruchtung eines Eis wandelt sich das corpus luteum in das corpus luteum graviditatis um und persistiert zur weiteren Progesteronproduktion zur Aufrechterhaltung der Schwangerschaft.
  44. Cortex

    In der Medizin wird der Begriff cortex für die Hirnrinde verwendet. Im Allgemeinen bedeutet „cortex“ lediglich Rinde.
  45. Corticoide

    Corticoide oder Korticoide sind physiologische Nebennierenrindenhormone oder Medikamente, die teilweise ein vielfaches der Wirkung aufweisen.
  46. Corticosteroide

    Corticosteroide oder Korticosteroide sind physiologische Nebennierenrindenhormone oder Medikamente, die teilweise ein vielfaches der Wirkung aufweisen.
  47. Corticotropes Hormon

    Corticotropes Hormon (Abkürzung: CRH) ist ein Hormon des Hypothalamus, das die Ausschüttung von ACTH aus der Hypophyse führt.
  48. Creatinin Clearance

    Die Creatinin-Clearance ist ein errechneter Wert, der eine Information über die Filtrationsleistung der Nieren und der Ausscheidung von Flüssigkeit und Elektrolyten mit dem Urin gibt. Der Begriff „Clearance“ (engl. Klären, oder Ausscheiden) bezeichnet die Leistung der Niere, ausscheidungspflichtige Substanzen aus dem Körper in einer bestimmten Zeit mit dem Urin auszuscheiden.
  49. CRH

    CRH ist die Abkürzung für Corticotropes Hormon, das als Hypothalamus Hormon die Ausschüttung von ACTH aus der Hypophyse führt.
  50. Cumarine

    Die Cumarine sind gerinnungshemmende Vitamin-K-Antagonisten, die zur längerfristigen Hemmung der plasmatischen Gerinnung bei Patienten mit Thrombose-Risiko eingesetzt werden. Ein typisches Beispiel ist Marcumar.
  51. Cutan

    Der Begriff Cutan bezeichnet Eigenschaften, die die Haut betreffen. Eine cutane Mitreaktion bei Allergien ist beispielsweise eine Reaktion, bei der auch die Haut betroffen ist.
  52. Cyanocobalamin

    Cyanocobalamin ist eine alternative Bezeichnung für Vitamin B-12.
  53. Cystitis

    Die Cystitis bezeichnet eine Entzündung der Harnblase.

Begriffe mit D

  1. Degenerative Veraenderungen

    Degenerative Veränderungen bezeichnen in der Regel durch Abnutzung entstandene Schäden im Gewebe. Degenerative Veränderungen umfassen auch den Umbau und den Abbau des ursprünglichen Gewebes, wie z. B. beim degenerativen Gelenkschaden.
  2. Dehydratation

    Die Dehydratation bezeichnet die Austrocknung des Körpers durch Flüssigkeitsverlust, beispielsweise bei Erbrechen, Diarrhoe oder bei ungenügender Flüssigkeitszufuhr. Mit dem extremen Wasserverlust aus den Körpergeweben ist oft ein Ungleichgewicht an Natrium, Kalium, Chlorid und anderen Elektrolyten (Salzen) verbunden. Eine Dehydratation wiegt bei Säuglingen und kleinen Kindern sowie bei älteren Personen klinisch schwerer. Zu den Symptomen zählen Durst, trockene Haut, brüchige Lippen und ein trockener Mund. Die Behandlung besteht im Ersatz der Flüssigkeit und der Elektrolyte über das Trinken von Flüssigkeiten oder durch intravenöse Verabreichung von Wasser und Salzen.
  3. Dekompensation, dekompensiert

    Unter dekompensierten Erkrankungen versteht man den fehlenden oder unzureichenden Ausgleich einer gestörten Organfunktion. Bei der dekompensierten Herzinsuffizienz kann die Schädigung des Herzens nicht mehr ausgeglichen werden, so daß Beeinträchtigungen der Herzfunktion auftreten.
  4. Delirium tremens

    Das Delirium tremens ist eine Form der Bewusstseinsstörung mit Halluzinationen, sowie Zittern und Temperaturanstieg, die infolge von Alkoholentzug in der Regel bei chronischem Alkoholabusus auftreten kann.
  5. Demenz

    Die Demenz beschreibt einen fortschreitenden geistigen Abbau mit Verfall der geistigen Leistungsfähigkeit, besonders des Gedächtnisses und des Urteilsvermögens, der oft mit Orientierungslosigkeit, Stupor und Persönlichkeitsveränderungen einhergeht. Später lassen das Sprach- und Rechenvermögen nach und Teile der Persönlichkeit werden zerstört. Eine Demenz kann durch bestimmte metabolische Störungen, Medikamentenintoxikationen oder eine Verletzung (in diesem Fall ist sie häufig nach Behebung der Ursache reversibel) ausgelöst werden. Wird sie aber durch eine Erkrankung wie M. Alzheimer, eine Gehirnverletzung oder durch eine altersbedingte Degeneration (senile Demenz) ausgelöst, sind die Veränderungen häufig irreversibel.
  6. Demyelinisierende Erkrankungen

    Die demyelinisierenden Erkrankungen fassen eine Gruppe von Nervenerkrankungen zusammen, bei denen sich die Myelinscheide um die Nervenbahnen (die Nervenumhüllung) auflöst. Als Beispiel gehören die Multiple Sklerose sowie verschiedene Autoimmunerkrankungen zu dieser Gruppe.
  7. Denaturieren

    Unter „denaturieren“ versteht man das Ausfällen in der Regel von Proteinen (Proteinfällung) oder auch von Nukleinsäuren, die in der Labordiagnostik durchgeführt wird, um störende Proteinen vor bestimmten Analysen zu entfernen. Zur Denaturierung werden beispielsweise Säuren, Laugen bei Proteinen oder auch Ultraschall bei Nukleinsäuren eingesetzt.
  8. Depigmentierung

    Die Depigmentierung bezeichnet das Fehlen oder den Mangel an Pigmenten in der Haut oder den Haaren. Die Depigmentierung kann angeboren oder erworben sein und nur an wenigen Stellen oder der gesamten Körperoberfläche auftreten. Erworbene Depigmentierungen treten beispielsweise im Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen auf (z. B. beim partiellen Albinismus).
  9. Derivat

    Ein Derivat ist eine von einer Grundsubstanz abgeleitete chemische Verbindung, die eine ähnliche Struktur, aber zusätzliche Aspekte aufweisen.
  10. Dermatitis

    Als Dermatitis werden akute oder chronische Entzündungen der Haut bezeichnet, die dadurch rot und juckend wird und eventuell Blasen oder andere Veränderungen ausbildet. Zu den vielen Ursachen zählt man Allergien, Erkrankungen (wie Ekzeme) und Infektionen. Die Behandlung hängt von der Ursache ab.
  11. Dermatitis exfoliativa

    Die exfoliative Dermatitis ist eine entzündliche Hauterkrankung, bei der eine typische Schuppung auftritt. Häufig wird die exfoliative Dermatitis durch Medikamentenunverträglichkeits-Reaktionen hervorgerufen und kann mild bis lebensbedrohlich verlaufen (siehe bullöse Dermatitis).
  12. Dermatitis, atopische

    Die atopische Dermatitis ist eine entzündliche Hauterkrankung, die aufgrund von Überempfindlichkeits-Reaktionen auftritt. Typischerweise ist die atopische Dermatitis mit Juckreiz, gelegentlich auch mit Schuppung der Haut verbunden. Labordiagnostisch können im Serum erhöhte spezifische IgE-Antikörper, sowie bei speziellen Sensibilisierungen (z. B. Metallen: Nickel) auch spezifische T-Lymphozyten im CAST oder Melisa nachgewiesen werden
  13. Dermatitis, bullöse

    Die büllöse Dermatitis ist eine entzündliche Hauterkrankung, bei der typische blasige Abhebungen der Haut sowie gelegentlich auch eine Schuppung auftritt. Die Blasen sind häufig mit seröser Flüssigkeit gefüllt. Meist wird die bullöse Dermatitis durch Medikamentenunverträglichkeits-Reaktionen hervorgerufen und kann lebensbedrohlich verlaufen.
  14. Dermatomyositis

    Die Dermatomyositis ist eine systemische Autoimmunerkrankung, die sowohl die Haut, als auch das Bindegewebe und die Muskulatur betrifft.
  15. Dermatophyten

    Dermatophyten sind Pilze, die die Haut, die Haare oder die Nägel befallen können. Typische Dermatophyten, die Haut und Nagelpilzbefall beim Menschen auslösen, sind z. B. Trichophyton rubrum.
  16. Desinfektion

    Die Desinfektion ist ein Verfahren zur Verminderung der Keimzahl, so daß eine Infektionsgefahr maximal vermindert wird. Dabei muß nach der in Deutschland üblichen Definition eine Keimreduktion um den Faktor von mindestens 100000 stattfinden.
  17. Desinfektionsmittel

    Desinfektionsmittel sind chemische Substanzen zur Reduktion, Inaktivierung oder Abtötung von Krankheitserregern. Unterschiedliche Desinfektionsmittel wirken unterschiedlich stark auf Bakterien (bakterizid), Viren (viruzid), Pilze (fungizid). In Deutschland sind nur Desinfektionsmittel in kritischen Bereichen, wie z. B. Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, Großküchen etc.) empfohlen, die auf der DGHM-Liste aufgeführt sind.
  18. Destruierend

    Der Begriff „destruierend“ wird in der Regel im Zusammenhang mit zerstörendem Wachstum von malignen Tumoren gebraucht, das das umliegende Gewebe zerstört. Generell bezeichnet der Begriff destruierend/Destruktion die Zerstörung, z. B. von Gewebe.
  19. Detergenzien

    Detergenzien sind in der Regel Seifen, die die Oberflächenspannung von Wasser herabsetzen.
  20. Diagnostische Tests

    Ein diagnostischer Test ist eine Laboruntersuchung zur Identifizierung einer Erkrankung oder eines anderen Zustands. Laboruntersuchungen oder Laboranalysen bezeichnen die Testverfahren, mit denen bestimmte Parameter nachgewiesen werden
  21. Diaplazentar

    Der Begriff „diaplazentar“ bezeichnet den Vorgang, durch die Plazenta hindurch zu treten. Meist wird der Begriff diaplazentar mit dem Übertritt von mütterlichen Antikörpern auf den fetalen (kindlichen) Kreislauf verwendet.
  22. Diarrhoe

    Die Diarrhoe ist der Durchfall und wird gelegentlich auch als Diarrhö bezeichnet.
  23. Diathese

    Der Begriff Diathese bezeichnet in der Medizin die Neigung zu bestimmten Erkrankungen.
  24. DIC

    Die DIC ist die Abkürzung für eine Disseminierte Intravasale Coagulopathie. Die DIC ist eine schwere Gerinnungsstörung mit genereller Bildung von Thromben (Blutgerinnselbildung) im gesamten Kreislauf bei gleichzeitig stark erhöhter Blutungsgefahr und Auftreten von Hämorrhagien (Blutungen). Die DIC kann infolge einer Schwangerschaftskomplikation, bei Sepsis oder nach bestimmten Operationen auftreten.
  25. Digitale rektale Untersuchung

    Mit der Abkürzung „DRU“ wird die digitale rektale Untersuchung, die manuelle Tastuntersuchung als häufigste Untersuchung zur Feststellung von Prostatakrebs bezeichnet. Der Patient liegt dabei auf der Seite und der Arzt führt einen behandschuhten, mit Creme bestrichenen Finger in das Rektum (Enddarm) ein, um nach krankhaften Veränderungen zu suchen. Die Prostata ist direkt neben dem Rektum lokalisiert und die meisten malignen Veränderungen nehmen in einer Gegend der Drüse ihren Anfang, der gut durch die rektale Untersuchung beurteilt werden kann. Der Test kann unangenehm sein, verursacht aber keine Schmerzen.
  26. Disseminierte Intravasale Coagulopathie

    Die disseminierte intravasale Koagulopathie (DIC = disseminated intravascular Coagulopathy) oder Verbrauchskoagulopathie ist ein komplexes akutes Krankheitsbild, das durch eine im gesamten Körper gleichzeitig stattfindende Gerinnungsstörung mit parallelem Auftreten von Thrombosen (Blutgerinnseln) und Hämorrhagien (Blutungen) durch den plötzlichen Verbrauch von Gerinnungsfaktoren gekennzeichnet ist. Die DIC kann durch eine Vielzahl von Situationen wie chirurgischen Eingriffen, septischen Schock, Schlangenbissen, Lebererkrankungen und durch Schwangerschaftskomplikationen ausgelöst werden. Bei der DIC werden Gerinnungsfaktoren aktiviert und verbraucht. Dies führt zu zahlreichen Blutgerinnseln und zusätzlich zu einer erhöhten Blutungsneigung.
  27. Diurese

    Die Diurese ist der Vorgang der physiologischen Harnausscheidung. Als Diuretika werden Medikamente bezeichnet, das die Produktion und Exkretion des Urins fördern. Normalerweise werden Diuretika in der Behandlung von Ödemen, Hypertension (Bluthochdruck) und Herzinsuffizienz eingesetzt. Es gibt mehrerer Arten von Diuretika, einschließlich von Thiaziden (z.B. Chlorothiazide), Schleifendiuretika (Furosemid) und anderen (Spironolakton). Zu den häufigen Nebenwirkungen bei der Therapie mit Diuretika gehören Elektrolytverschiebungen, insbesondere von Natrium und Kalium.
  28. Diuretika

    Diuretika sind Medikamente, die die Produktion und Exkretion (Ausscheidung) des Urins fördern. Normalerweise werden Diuretika in der Behandlung von Ödemen, Hypertension (Bluthochdruck) und Herzinsuffizienz eingesetzt. Es gibt mehrerer Arten von Diuretika, einschließlich von Thiaziden (z.B. Chlorothiazide), Schleifendiuretika (Furosemid) und anderen (Spironolakton). Zu den häufigen Nebenwirkungen bei der Therapie mit Diuretika gehören Elektrolytverschiebungen, insbesondere von Natrium und Kalium.
  29. DNS

    Die Desoxyribonukleinsäure (DNS) ist der Träger der genetischen Information (Erbinformation). Die DNS ist ein sehr großes Molekül, das als Doppelhelix aufgebaut ist und in den Chromosomen des Zellkerns, der die genetische Information der Zelle enthält, gefunden wird. Die genetische Information wird in der Sequenz von Untereinheiten (Nukleotiden) kodiert, die die Bausteine der DNS darstellen und die Aminosäuresequenz der Proteine über den genetische Code in der Form des Triplett-Codes festlegen.
  30. DNS Microarray

    Der DNS-Microarray oder DNS-Chip ist ein molekularbiologisches Verfahren, das Informationen über das Vorhandensein von Risikogenen, fehlende Gene oder die Aktivität einzelner Gene liefern kann. DNS-Microarrays helfen dabei, mögliche Änderungen in der Aktivität (Expression) bestimmter Gene in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren herauszufinden. Mit Hilfe bestimmter DNS-Microarrays, die nur bestimmte Gene oder Genabschnitte enthalten, können gleichzeitig Risikoprofile über Risikogene und Risikofaktoren für bestimmte Erkrankungen, wie z.B. Herzinfarkt-Risikoprofile ermittelt werden. Die DNS-Microarrays für die Diagnostik sind noch in der Entwicklungsphase und werden überwiegend im Rahmen von Studien und Forschungsschwerpunkten für die Patientendiagnostik eingesetzt.
  31. Dominante Gene

    Dominante Gene werden normalerweise auch in Anwesenheit eines rezessiven Gens exprimiert. Im Unterschied zu einem rezessiv vererbten Merkmal, das nur dann sichtbar wird, wenn zwei rezessive Gene kombiniert werden, wird das dominant vererbte Genmerkmal sofort sichtbar. Die Kombination eines dominanten Genpaares wird als homozygot, die Kombination einen rezessiven und eines dominanten Gens als heterozygot bezeichnet.
  32. Dot-Blot-Hybridisierung

    Die Dot-Blot-Hybridisierung ist ein Verfahren zum Nachweis von Nukleinsäuren (DNS, RNS) oder auch von Proteinen. Bei der Dot-Blot-Hybridisierung wird die DNS, RNS oder die Proteine punktförmig (Englisch „Dot“) auf den Filter (Englisch „Blot“) aufgetragen, so daß bei positiver Reaktion nach Bindung der entsprechenden Moleküle aus dem Serum oder Urin des Patienten die angefärbten Punkte abgelesen werden können. Die Technik der Blot-Hybridisierung für DNS wird auch als Southern Blot, für RNS als Northern Blot und für Proteine als Western Blot bezeichnet.
  33. DRU

    Mit der Abkürzung „DRU“ wird die digitale rektale Untersuchung, die manuelle Tastuntersuchung als häufigste Untersuchung zur Feststellung von Prostatakrebs bezeichnet. Der Patient liegt dabei auf der Seite und der Arzt führt einen behandschuhten, mit Creme bestrichenen Finger in das Rektum (Enddarm) ein, um nach krankhaften Veränderungen zu suchen. Die Prostata ist direkt neben dem Rektum lokalisiert und die meisten malignen Veränderungen nehmen in einer Gegend der Drüse ihren Anfang, der gut durch die rektale Untersuchung beurteilt werden kann. Der Test kann unangenehm sein, verursacht aber keine Schmerzen.

Begriffe mit E

  1. E. coli

    Escherichia coli (E. coli) ist eines der häufigsten Darmbakterien, der in der menschlichen und tierischen Darmflora normalerweise vorkommt. E. coli ist ein gramnegatives Stäbchenbakterium, welches teilweise auch als Gruppe der Kolibakterien oder Koliformen Bakterien bezeichnet wird. E. coli kann aber auch Wundinfektionen, Pneumonien (Lungenentzündungen), sowie schwere Infektionen bis zur Sepsis auslösen.
    Gentechnisch veränderte E.coli-Stämme können eingesetzt werden, um bestimmte menschliche Proteine, wie z.B. Insulin, zu produzieren.
  2. Echokardiographie

    Diagnostische Untersuchung, die Ultraschallwellen einsetzt, um das Herz, seine Struktur und Bewegung zu analysieren. Sie wird verwendet, um Störungen der Herzmuskel- oder Klappenfunktion oder andere Abnormalitäten festzustellen. Das Ergebnis wird Echokardiogramm genannt.
  3. Ektopische Schwangerschaft

    Eine Extrauteringravidität (EUG) ist eine sich außerhalb des Uterus (Gebärmutter) entwickelnde Schwangerschaft, die auch als ektopische Schwangerschaft bezeichnet wird. Diese lebensbedrohliche abnorme Schwangerschaft betrifft ca. 1% aller Schwangerschaften. Hierbei findet eine Nidation des befruchteten Eis (Embryo) außerhalb des Uterus zu mehr als 90% in der Tube (Eileiter; Eileiterschwangerschaft), gelegentlich aber auch im Ovar (Eierstockschwangerschaft) oder in der Bauchhöhle (Bauchhöhlenschwangerschaft) statt. Während der Entwicklung des Embryos kann abhängig von der Größenentwicklung des Embryos das nicht zur Austragung einer Schwangerschaft geeignete Organ zerreißen und die Schwangere verbluten, wenn nicht eine sofortige chirurgische Intervention erfolgt. Frauen, die rezidivierende Infektionen der Tuben haben, haben ein höheres Risiko für Extrauteringraviditäten.
  4. Elektrokardiogramm

    Das Elektrokardiogramm (EKG) wird zur graphischen Aufzeichnung der elektrischen Aktivität des Herzens durch einen Elektrokardiographen eingesetzt. Das EKG erlaubt die Feststellung von Abnormalitäten in der Übertragung der Herzimpulse durch den Herzmuskel und dient als wichtiges Hilfsmittel bei der Diagnose von Herzbeschwerden.
  5. Endokriner Pankreas

    Das Pankreas (Bauchspeicheldrüse) wird funktionell in einen endokrinen und einen exokrinen Teil eingeteilt. Die Pankreaszellen, die Hormone wie das Insulin produzieren, wird als endokrines Pankreas bezeichnet. Die Pankreaszellen, die an der Struktur oder an der Verdauungsfunktion durch Bildung von Enzymen beteiligt sind, werden als exokrines Pankreas bezeichnet. Diese hormonproduzierenden Zellen, die nur einen kleinen Teil des Pankreas bilden, sind in kleinen Gruppen angeordnet (Inseln), die im gesamten Pankreas verteilt liegen. Daher ist die Einteilung keine anatomische sondern eine funktionelle.
  6. Endometriose

    Die Endometriose ist eine chronische Erkrankung, die durch das Auftreten, das Wachstum und die Funktion endometrialen Gewebes (Gebärmutterschleimhaut) außerhalb seiner normalen Lokalisation (der Auskleidung des Uterus) gekennzeichnet ist. Am häufigsten dringt endometriales Gewebe in die tieferen Wandschichten der Gebärmutter ein oder tritt an Orten wie den Uteruswänden, den Tuben (Eileiter), den Ovarien (Eierstöcke) und anderen Stellen im kleinen Becken auf. Auch auf dem Bauchfell, das diese Organe bedeckt, kann versprengte Gebärmutterschleimhaut vorkommen. Seltener lassen sich Endometrioseherde an anderen Organen im Bauchraum nachweisen, beispielsweise dem Darm oder der Blase. Die Endometriose ist relativ häufig (bis zu etwa 15% der Frauen). Die Symptome hängen von der Größe und Lokalisation des fehlplazierten Gewebes ab, dabei kommen stecknadelkopfgroße Auflagerungen bis zu größeren, blutgefüllte Zysten sowie Verklebungen zwischen Organen vor. Zu den typischen Symptomen gehören Menstruationsschmerzen, schmerzhaftem Geschlechtsverkehr und manchmal schmerzhaftem Wasserlassen und Defäkation und prämenstruellen Schmierblutungen. Endometriose ist eine häufige Ursache der Unfruchtbarkeit. Zur Behandlung werden Analgetika zur Schmerzlinderung, Hormone zur Verringerung der Größe und der Zahl der Läsionen und in schweren Fällen operative Eingriffe eingesetzt.
  7. Entzündung

    Unter Inflammation oder Entzündung wird eine lokale oder systemische (den ganzen Körper betreffende) Reaktion des Gewebes auf eine Reizung oder Verletzung bezeichnet, die von Schmerz, Schwellung, Rötung und Überwärmung charakterisiert wird. Der typische Ablauf einer Entzündungsreaktion beginnt mit einer stärkeren Durchblutung, die sich in einer Rötung und Überwärmung des entsprechenden Körperbereichs äußert. Daraufhin kommt es zu einer Ausweitung der Zellzwischenräume in den Gefäßwänden, so dass alarmierte Abwehrzellen und flüssige Blutbestandteile ins Gewebe übertreten können, so daß die typische schmerzhafte Schwellung entsteht. An der Entzündung sind spezifische Akute-Phase-Proteine im Blut, wie z. B. CRP (siehe dort) und Immunzellen, insbesondere Leukozyten, beteiligt. Die Ausprägung, die spezifischen Charakteristiken und die Dauer der Entzündung hängen von der Ursache, dem betroffenen Körperteil und der allgemeinen Abwehrlage des Patienten ab.
  8. Enzyme

    Enzyme sind Proteine, die als Katalysatoren die Geschwindigkeit von biologischen Reaktionen beschleunigen, in der Regel ohne sich selbst aufzubrauchen. Enzyme sind für den gesamten Stoffwechsel unverzichtbar. In unterschiedlichen Zellen der Organe kommen jeweils bestimmte Enzyme vor, so enthält das Pankreas (Bauchspeicheldrüse) viele für die Verdauung notwendige Enzyme, wie z.B. Lipase, Amylase und Chymotrypsin.. Die Namen vieler Enzyme enden auf –ase.
  9. Eosinophile

    Der Begriff Eosinophile kürzt die Bezeichnung Eosinophile Granulozyten (Weiße Blutkörperchen) ab, die Granula enthalten die sich mit einem eosinophilen Farbstoff rötlich färben. Eosinophile stellen normalerweise etwa 1-3% der gesamten weißen Blutkörperchen. Eine Erhöhung der Anzahl eosinophiler Granulozyten tritt bei Allergien und Parasiteninfektionen, insbesondere bei Wurmbefall auf.
  10. Eosinophile Granulozyten

    Eosinophile Granulozyten gehören zu den Leukozyten und werden im Differentialblutbild im Labor bestimmt. Eosinophile Granulozyten spielen eine wichtige Rolle in der Immunabwehr. Sie haben insbesondere bei der Abwehr parasitärer Infektionen, aber auch bei verschiedenen bakteriellen Infektionen eine wichtige Funktion. Die eosinophilen Granulozyten können Bakterien und Gewebereste phagozytieren.
  11. Epitop

    Ein Epitop bezeichnet Bereiche von antigenen Strukturen, die von Antikörpern erkannt werden können. Dabei verfügen Antigene in der Regel über mehrere Teilstrukturen, die als Determinanten bzw. Epitope bezeichnet werden, so daß jedes Antigen die Bildung von mehreren unterschiedlichen Antikörpern auslösen kann.
  12. Erythropoietin

    Erythopoietin regt die Bildung von Erythrozyten (rote Blutkörperchen) im Knochenmark an und reguliert über die Erhöhung der Anzahl von Erythrozyten auch den Sauerstoffgehalt des Blutes.
  13. Erythrozyten

    Erythrozyten sind die roten Blutkörperchen, die als Träger des Hämoglobins (roter Blutfarbstoff) für den Sauerstofftransport aus der Lunge in die Gewebe verantwortlich sind. Erythrozyten zirkulieren in der Blutbahn innerhalb der Blutgefäße und geben den Sauerstoff im Kapillarsystem ab. Erythrozyten werden bei Erwachsenen im Knochenmark gebildet. Einer der wichtigsten Aktivatoren für die Bildung der Erythrozyten ist das Erythropoietin aus der Niere, das die Bildung von Erythrozyten im Knochenmark anregt.
  14. Extrauteringravidität

    Eine Extrauteringravidität (EUG) ist eine sich außerhalb des Uterus (Gebärmutter) entwickelnde Schwangerschaft, die auch als ektopische Schwangerschaft bezeichnet wird. Diese lebensbedrohliche abnorme Schwangerschaft betrifft ca. 1% aller Schwangerschaften. Hierbei findet eine Nidation des befruchteten Eis (Embryo) außerhalb des Uterus zu mehr als 90% in der Tube (Eileiter; Eileiterschwangerschaft), gelegentlich aber auch im Ovar (Eierstockschwangerschaft) oder in der Bauchhöhle (Bauchhöhlenschwangerschaft) statt. Während der Entwicklung des Embryos kann abhängig von der Größenentwicklung des Embryos das nicht zur Austragung einer Schwangerschaft geeignete Organ zerreißen und die Schwangere verbluten, wenn nicht eine sofortige chirurgische Intervention erfolgt. Frauen, die rezidivierende Infektionen der Tuben haben, haben ein höheres Risiko für Extrauteringraviditäten.

Begriffe mit F

  1. Falsch-negativ

    Die Beurteilung der Qualität von Labortests umfaßt die Angabe der jeweils mit diesem Test bestimmten falsch positiven und falsch negativen Ergebnisse. Als falsch-negativen Test- oder Vorgangsresultat, bezeichnet man ein normales oder negatives Resultat obwohl tatsächlich ein abnormaler Zustand vorliegt. Ein Test ist sensitiv, wenn er eine niedrige falsch-negative Rate aufweist, also sehr selten bei Kranken normal ausfällt. Ein unsensitiver Test hat eine hohe falsch-negative Rate und man sollte sich daher nicht beim Ausschluss einer Abnormalität oder Erkrankung verlassen. Zum Beispiel ist ein Elektrokardiogramm für Herzerkrankungen relativ insensitiv - viele Patienten mit koronarer Herzerkrankung, sogar mit akuten Herzinfarkten, haben ein negatives Ergebnis.
  2. Falsch-positiv

    Die Beurteilung der Qualität von Labortests umfaßt die Angabe der jeweils mit diesem Test bestimmten falsch positiven und falsch negativen Ergebnisse. Als falsch-positives Test- oder Vorgangsresultat, bezeichnet man ein positives oder abnormes Resultat ohne daß tatsächlich ein abnormaler Zustand vorliegt. Ein Test ist spezifisch, wenn er eine niedrige falsch-positive Rate aufweist, also sehr selten ein pathologisches (krankhaftes) Ergebnis bei Gesunden anzeigt. Ein unspezifischer Test hat eine hohe falsch-positive Rate und zeigt relativ häufig ein pathologisches (krankhaftes) Ergebnis bei Gesunden an, ohne daß eine Erkrankung vorliegt. Einige Arten von Urinschwangerschaftstests sind sehr unspezifisch- jede Art von Verunreinigung (wie Schmutz, Blut oder Vaginalsekret) kann zu einem falsch-positivem Ergebnis führen, auch wenn die Patientin in Wahrheit gar nicht schwanger ist. Ein Serum-Schwangerschaftstest ist sowohl sensitiv als auch spezifisch.
  3. Fetales Hämoglobin

    Fetales Hämoglobin (HbF), ist als roter Blutfarbstoff Teil der roten Blutkörperchen und verantwortlich für den Sauerstofftransport zu den Geweben. Es gibt drei physiologisch relevante Haupttypen des Hämoglobins: Hämoglobin A1 (HbA1), Hämoglobin A2 und Hämoglobin F (HbF oder fetales Hämoglobin). Bei Erwachsenen ist HbA1 der Hauptanteil (>95%), HbA2 liegt zu 1,5 bis 3,5% vor während HbF <1% vorliegt. Bei einem normalem Feten oder Neugeborenen sind die Mengen an Hämoglobin A und F nahezu umgekehrt wie bei Erwachsenen, so dass im Blut der Neugeborenen das HbF (50-85%) in der Regel höher als HbA ist. Erst zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr weisen Kinder die gleiche Hämoglobinverteilung wie Erwachsene auf.
  4. Fetomaternale Transfusion

    Das feto-maternale Transfusionssyndrom ist eine seltene Komplikation in der Geburtshilfe, bei der es zum Übertritt unterschiedlich großer Mengen von fetalen Blutes in das mütterliche Blut kommt. Der Nachweis fetaler Erythrozyten im mütterlichen Blut erfolgt heute meist nicht mehr über den klassischen Kleihauer-Betke-Test (siehe dort), sondern wird quantitativ über die Durchflußzytometrie erfaßt.
  5. Fettlösliche Vitamine

    Die fettlöslichen Vitamine umfassen Vitamin A, Vitamin D, Vitamin E und Vitamin K. Diese Vitamine können nur zusammen mit Fetten in erforderlicher Menge vom Körper aufgenommen werden. Sie sind nur in Fetten, nicht in Wasser löslich.
  6. Fettsäuren

    Fettsäuren sind die Grundbausteine der Lipide genauer der Triacylglyceride (Fettmoleküle), die jeweils aus dem Alkohol Glycerin und mehreren Fettsäuren aufgebaut sind. Alle Fettsäuren bestehen aus unterschiedlich langen Ketten von Kohlenstoffatomen. Daher werden kurzkettige, mittelkettige und langkettige Fettsäuren unterschieden. Ein weiteres Charakteristikum der Fettsäuren ist die Art der Bindung der Kohlenstoff-Atome, die bei nur einer Bindung (C– C) als gesättigte Fettsäure, bei Vorliegen einer Doppelbindung als ungesättigte Fettsäuren (sogenannte Omega-Fettsäuren) bezeichnet werden. Die Kettenlänge und die Zahl der Doppelbindungen bestimmen die Eigenschaften der Fettsäuren und letztlich der Triacylcyceride/ Lipide.
  7. Fibrom

    Ein Fibrom ist ein benigner Tumor, der aus fibrösem Gewebe (Bindegewebe) besteht. Fibrome können in unterschiedlichen Geweben auftreten. Relativ häufig finden sich Fibrome des Uterus (Gebärmutter) oder des Bindegewebes. Neben Fibromen kommen im Uterus auch Myome (gutartige Tumoren des Muskelgewebes) vor, die ohne Symptome verlaufen können. In Abhängigkeit von der Größe können Fibrome und Myome auch Unwohlsein oder Blutungen verursachen und müssen dann gegebenenfalls chirurgisch entfernt werden.
  8. Folgekrankheit

    Folgekrankheiten bezeichnen Erkrankungen, die in Folge einer vorausgehenden Erkrankung, einer Verletzung oder einer Behandlung auftreten. Beispielsweise können infolge einer Tuberkulose Lungenkavernen (Ausweitungen) und Abszesse auftreten.
  9. Funktionstests

    Ein Funktionstest wird verwendet, um herauszufinden, ob eine spezifische Substanz seine Funktion erfüllt. Ein typischer Funktionstest ist der orale Glukosetoleranztest, bei dem der Patient eine definierte Menge Glukose trinkt und die Funktion der Insulinfreisetzung über die Bestimmung der Blutglukose nach verschiedenen Zeitpunkten bestimmt wird.

Begriffe mit G

  1. Galaktorrhoe

    Die Galaktorrhoe bezeichnet die Absonderung von Milch aus der Brustdrüse ohne Vorliegen einer Schwangerschaft. Hierbei kann die Ursache in einem hormonbildenden Tumor der Hypophyse liegen, der mit der Bildung des Hormons Prolaktin assoziiert sind.
  2. Galle

    Mit Galle wird entweder die Gallenflüssigkeit oder die Gallenblase bezeichnet. Die Galle ist eine dicke, gelb-grün-braune Flüssigkeit die von der Leber hergestellt, in der Gallenblase gespeichert und in den oberen Teil des Verdauungstraktes (das Duodenum) ausgeschüttet wird, wo sie am Abbau der Fette beteiligt ist und die weitere Verdauung vorbereitet.
  3. Gelbsucht

    Gelbfärbung der Haut und der Skleren (das Weiße im Auge), die durch eine Anhäufung und Ablagerung von Bilirubin im Gewebe. Der Ikterus ist Symptom, das bei unterschiedlichen Erkrankungen und verschiedenen Störungen des Stoffwechsels auftreten kann:

    die häufigste ist eine Obstruktion (Verlegung) der Wege, die die Galle in den Dünndarm befördern (z. B. durch einen Gallenstein);
    eine Erkrankung der Leber aufgrund von Infektionen (z. B. Hepatitis), Alkoholismus, Vergiftungen oder anderen Faktoren und
    eine Anämie, bei welcher es zu einer massiven Zerstörung roter Blutzellen kommt. In der Folge führen die Abbauprodukte zu einer Erhöhung des Bilirubins im Blut.

  4. Gene

    Ein Gen bezeichnet eine Basiseinheit des genetischen Materials, das aus der Desoxyribonukleinsäure (DNS) aufgebaut wird und Grundlage der Vererbung bestimmter Merkmale ist. Als Gen wird der Anteil eines Chromosoms bezeichnet, der eine einzelne Vererbungseinheit darstellt und die Produktion einer spezifischen Polypeptidkette eines Proteins kodiert. Bei Menschen und anderen Tieren gibt es paarige Allele. Diese Genpaare kontrollieren die Erbmerkmale und sind auf den Chromosomen an der gleichen Stelle lokalisiert.
  5. Genetische Beratung

    Risikoermittlung für eine bestimmte genetische Störung in einer Familie und Bereitstellung dahingehender Informationen und Ratschläge, als Hilfe bei der Familienplanung von Paaren und bei der Pflege von Kindern, bei denen ein bestimmter genetischer Defekt vorliegt oder vermutet wird. Eine genaue Diagnose ist unabdingbar und benötigt spezielle biochemische Tests und Zelluntersuchungen. Eine sorgfältige und vollständige Familienanamnese ist ebenso notwendig. Die Themen der Pränataldiagnostik, künstlichen Befruchtung, Sterilisation und Schwangerschaftsabbruch können ebenso, abhängig von der jeweiligen Erkrankung und den vorliegenden Umständen, Gegenstand der Beratung sein.
  6. Globulin

    Der Begriff „Globulin“ wird in der Medizin nicht isoliert verwendet, sondern bezeichnet in der Regel spezielle Proteine im Blut, wie zum Beispiel Immunglobuline, die an der spezifischen Immunabwehr beteiligt sind oder alpha-2-Makroglobulin.
  7. Glykogen

    Die hauptsächliche Speicherform der Glukose, die überwiegend in Leber und Muskeln vorkommt.
  8. Granulozyten

    Die Granulozyten sind eine Gruppe von Zellen, die zu den Leukozyten gehören. Granulozyten sind durch unterschiedlich große, sich verschieden anfärbende Granula (Körnchen) im Zytoplasma auszeichnende Zellen. Sie werden im Differentialblutbild im Labor bestimmt. Die Granulozyten umfassen drei Zelltypen (1) die neutrophilen Granulozyten, (2) die eosinophilen Granulozyten und die (3) basophilen Granulozyten.
  9. Gynäkomastie

    Die Gynäkomastie bezeichnet eine gutartige ein- oder beidseitige Vergrößerung der männlichen Brustdrüse. Eine Gynäkomastie weist in der Regel auf eine hormonelle Störung hin. Die wichtigsten Ursachen für die Gynäkomastie umfassen genetische Defekte, wie das Klinefelder Syndrom, den Androgenmangel sowie die Androgenresistenz. Im Unterschied zur echten Gynäkomastie bezeichnet die Lipomastie lediglich eine Vergrößerung der Brust durch Fett ohne zugrunde liegende hormonelle Störung.
  10. Gyrasehemmer

    Gyrasehemmer sind eine Gruppe von Antibiotika, die ein breites Wirkungsspektrum auf unterschiedliche grampositive und gramnegative Bakterien, teilweise auch auf Mykobakterien (Tuberkuloseerreger) aufweisen. Gyrasehemmer werden auch als Chinolone bezeichnet, da ihr Wirkmechanismus auf einer Hemmung der bakteriellen Gyrase basiert. Ein typisches Beispiel ist das Ciprofloxacin.

Begriffe mit H

  1. Häm

    In der Medizin bezeichnet der Wortteil „Häm“ jeweils Aspekte, die das Blut betreffen. Beispielsweise ist Hämoglobin der rote Blutfarbstoff oder die Hämatologie die Lehre von den Erkrankungen des Blutes.
  2. Hämatopoese

    Die Hämatopoese bezeichnet den Vorgang der Bildung aller Blutzellen im Knochenmark. Alle reifen Blutzellen entstehen aus hämatopoetischen Stammzellen, aus denen sich durch Aktivierung von spezifischen Wachstumsfaktoren die reifen Zellen: Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten entwickeln.
  3. Hämatopoetische Stammzelle

    Die hämatopoetischen Stammzellen sind die Vorläufer aller reifen Blutzellen im Knochenmark. Aus den hämatopoetischen Stammzellen entstehen nach Aktivierung von spezifischen Wachstumsfaktoren die reifen Zellen: Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten. Hämatopoetische Stammzellen können im Labor aus Blut von Erwachsenen, Knochenmarkpunktat sowie Nabelschnurblut nachgewiesen werden.
  4. Hämocculttest

    Mit dem Hämocculttest werden kleinste Mengen von Blut im Stuhl nachgewiesen. Typischerweise erfolgt der Test auf drei speziell vorbereiteten Briefchen, auf die der Patient drei unterschiedliche Stuhlproben von verschiedenen Tagen mit einem Spatel aufbringt. Die Mengen des Blutes im Stuhl typischerweise so gering, daß sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Daher wird das Nachweisverfahren auch als „Test auf okkultes (verborgenes oder verstecktes) Blut im Stuhl“ bezeichnet. Ein positiver Nachweis von Blut im Hämoccult Test kann auf einen bösartigen Tumor (z.B. Darmkrebs) hinweisen. Aber auch gutartige Erkrankungen, z.B. Hämorrhoiden können mit Blut im Stuhl einhergehen.
  5. Hämoglobin

    Hämoglobin (Hb) ist als roter Blutfarbstoff Teil der roten Blutkörperchen und verantwortlich für den Sauerstofftransport zu den Geweben. Es gibt drei Haupttypen des Hämoglobins: Hämoglobin A1 (HbA1), Hämoglobin A2 und Hämoglobin F (HbF oder fetales Hämoglobin). Bei Erwachsenen ist HbA1 der Hauptanteil (>95%), A2 liegt zu 1,5 bis 3,5 % vor während HbF <1% vorliegt. Bei einem normalem Feten oder Neugeborenen sind die Mengen an Hämoglobin A und F nahezu umgekehrt, so dass im Blut der Neugeborenen das HbF hoch ist.
  6. Hämolyse

    Die Hämolyse bezeichnet die Freisetzung von Hämoglobin, einem eisenhaltigen Pigment, aus den Erythrozyten (roten Blutkörperchen). Der griechische Begriff „lysis“ bezeichnet Lösung und Austritt. Eine Hämolyse kann durch mechanische, thermische, toxische oder immunologische Schädigungen von Erythrozyten ausgelöst werden. So kann eine Hämolyse beispielsweise durch Schädigungen durch mechanische Herzklappen, Verbrennungsschäden Schlangengifte, sowie durch Antikörper gegen Erythrozytenbestandteile ausgelöst werden.
  7. Hämorrhagische Diathese

    Die hämorrhagische Diathese ist eine schwere Blutungsneigung, die durch unterschiedliche angeborene und erworbene Ursache bedingt sein kann.
  8. Hämosiderose

    Abnormale Einlagerung von eisenhaltigen Verbindungen (Hämosiderin) in Gewebe, oft in Verbindung mit Erkrankungen, bei denen es zu einer übermäßigen Abbau roter Blutkörperchen (wie der Thalassämie) kommt. Daneben kommen Hämosiderosen auch bei häufigen oder massiven Transfusionen vor.
  9. Harnsäure

    Harnsäure tritt im Körper als Endprodukt des Purinstoffwechsels auf. In Form von Stickstoffverbindungen wird es normalerweise zu 80% mit dem Urin und zu 20 Prozent über den Darm ausgeschieden. Als Nahrungsbestandteil werden Purine mit Fleisch, vor allem mit Innereien, aufgenommen.
  10. Hb

    Hämoglobin (Hb) ist als roter Blutfarbstoff Teil der roten Blutkörperchen und verantwortlich für den Sauerstofftransport zu den Geweben. Es gibt drei Haupttypen des Hämoglobins: Hämoglobin A1 (HbA1), Hämoglobin A2 und Hämoglobin F (HbF oder fetales Hämoglobin). Bei Erwachsenen ist HbA1 der Hauptanteil (>95%), A2 liegt zu 1,5 bis 3,5 % vor während HbF <1% vorliegt. Bei einem normalem Feten oder Neugeborenen sind die Mengen an Hämoglobin A und F nahezu umgekehrt, so dass im Blut der Neugeborenen das HbF hoch ist.
  11. HbF

    HbF bezeichnet fetales Hämoglobin (Hb), das ebenfalls als roter Blutfarbstoff Teil der roten Blutkörperchen und verantwortlich für den Sauerstofftransport zu den Geweben ist. Es gibt drei Haupttypen des Hämoglobins: Hämoglobin A1 (HbA1), Hämoglobin A2 und Hämoglobin F (HbF oder fetales Hämoglobin). Bei Erwachsenen ist HbA der Hauptanteil (>95%), A2 liegt zu 1,5 bis 3,5 % vor während HbF <1% vorliegt. Bei einem normalem Feten oder Neugeborenen sind die Mengen an Hämoglobin A und F nahezu umgekehrt wie bei Erwachsenen, so dass im Blut der Neugeborenen das HbF (50-85%) in der Regel höher als HbA ist. Erst zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr weisen Kinder die gleiche Hämoglobinverteilung wie Erwachsene auf.
  12. HCO3

    Das HCO3 bezeichnet den Bicarbonatpuffergehat im Blut und stellt eine wichtige Pufferbase dar, die für die Aufrechterhaltung des Säure-Base-Gleichgewichts erforderlich ist. Das Bicarbonat gehört zur Bestimmung der sogenannten Blutgase, zu denen auch der Partialdruck des Kohlendioxids (pCO2), der Basenüberschuss (BE), der Blutsauerstoff-Partialdruck/ pO2, sowie der pH gehören. Die Blutgaswerte werden immer gemeinsam bestimmt, um den Säure-Basen-Haushalt des Körpers zu beurteilen. Insbesondere in der Intensivmedizin, im Notfallbereich und während Operationen geben diese Werte wichtige Informationen über die Vitalfunktion.
  13. Hereditär

    Unter hereditär versteht man in der Medizin erbliche oder vererbbare, also genetisch determinierte Erkrankungen.
  14. Heterophile Antikörper

    Heterophile Antikörper sind humane Antikörper, die an rote Blutkörperchen verschiedener Tiere binden (agglutinieren) können. Dieser Test wurde nach dem Erstbeschreiber auch als Paul-Bunnell-Test oder Mononukleose-Test bezeichnet und wird in der Diagnostik des Pfeifferschen Drüsenfiebers oder Mononukleosis infectiosa eingesetzt. Der Test basiert ein aus den Erythrozyten von Pferden gewonnenes Antigen. Die Mischung des Testmaterials mit dem Patientenblut verursacht eine Verklumpungsreaktion, falls bei dem untersuchten Patienten eine Mononukleose vorliegt.
  15. Hirsutismus

    Hirsutismus ist eine vermehrte Körperbehaarung vom männlichen Verteilungsmuster bei Frauen und Kindern. Hierbei handelt es sich nicht um einen lokalisierten oder generalisierten vermehrten Haarwuchs, der als Hypertrichose bezeichnet wird. Nicht selten liegt beim Hirsutismus eine gestörte hormonelle Regelung zugrunde.
  16. Histokompatibilität

    Unter Histokompatibilität versteht man in der Transplantationsmedizin die Gewebeverträglichkeit, also eine möglichst hohe Übereinstimmung zwischen den Histokompatibilitäts-Antigenen (HLA-Antigenen) zwischen Spender und Empfänger. Moleküle. Die genetisch determinierten (vererbten) HLA-Antigene (Eiweißstrukturen) auf der Oberfläche der meisten Körperzellen, bestimmen die genetische Individualität eines Menschen. Die HLA-Antigene werden von bestimmten T-Lymphozyten erkannt und sind entscheidend für die Unterscheidung zwischen „körpereigenen“ und „körperfremden“ Strukturen durch das Immunsystem. Die HLA-Antigene werden auch als Gewebemerkmale oder Transplantationsantigen bezeichnet, da sie eine zentrale Rolle für die Gewebeverträglichkeit von Transplantaten spielen. So muß vor einer allogenen Organtransplantation oder vor einer Stammzelltransplantation zunächst ein HLA-kompatibler (passender) Spender gesucht werden. Aus diesem Grund erfolgt vor jeder Transplantation eine Gewebetypisierung (HLA-Typisierung) von Spender und Empfänger, um eine möglichst weitgehende Übereinstimmung der HLA-Moleküle zu erreichen.
  17. Histokompatibilitätstest

    Unter Histokompatibiliätstestung oder HLA-Testung versteht man die Bestimmung und den Vergleich der Histokompatibilitäts-Antigene (Gewebemerkmale). Diese Gewebetypisierung erfolgt in der Regel bei Blutspendern, sowie anderen freiwilligen Spendern, die sich in Knochenmark oder Stammzellspenderdateien registrieren lassen. Vor jeder allogenen Transplantation erfolgt eine Gewebetypisierung (HLA-Typisierung) von Spender und Empfänger, um eine möglichst weitgehende Übereinstimmung der HLA-Moleküle zu erreichen. Daneben werden einzelne Gewebemerkmale im Labor untersucht, die mit bestimmten Risiken für Erkrankungen assoziiert sind, z.B. das HLA B27 bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen der Wirbelsäule.
  18. HLA

    Der Begriff „HLA“ bezeichnet die Histokompatibilitäts-Antigene oder HLA-Moleküle. Die genetisch determinierten (vererbten) HLA-Antigene (Eiweißstrukturen) auf der Oberfläche der meisten Körperzellen, bestimmen die genetische Individualität eines Menschen. Die HLA-Antigene werden von bestimmten T-Lymphozyten erkannt und sind entscheidend für die Unterscheidung zwischen „körpereigenen“ und „körperfremden“ Strukturen durch das Immunsystem. Die HLA-Antigene werden auch als Gewebemerkmale oder Transplantationsantigen bezeichnet, da sie eine zentrale Rolle für die Gewebeverträglichkeit von Transplantaten spielen. So muß vor einer allogenen Organtransplantation oder vor einer Stammzelltransplantation zunächst ein HLA-kompatibler (passender) Spender gesucht werden. Aus diesem Grund erfolgt vor jeder Transplantation eine Gewebetypisierung (HLA-Typisierung) von Spender und Empfänger, um eine möglichst weitgehende Übereinstimmung der HLA-Moleküle zu erreichen.
  19. HLA-B27

    HLA B27 ist ein genetisch bestimmtes Gewebemerkmal, daß auf menschlichen Zellen exprimiert wird und mit bestimmten chronisch-entzündlichen Erkrankungen assoziiert ist. Die Präsenz von HLA B27 ist insbesondere mit einem erhöhten Risiko einen Morbus Bechterew zu entwickeln assoziiert. Der morbus Bechterew betritt Männer etwa drei Mal häufiger betroffen als Frauen und ist eine langsam fortschreitende Erkrankung der Wirbelsäule, die mit einer zunehmenden Bewegungseinschränkung und Krümmung der Wirbelsäule einhergeht. Aus diesem Grund werden bei Patienten mit Verdacht auf die Entwicklung der Erkrankung das typische genetische Merkmal HLA-B27 untersucht.
  20. HLA-Test

    Unter HLA-Testung oder Histokompatibiliätstestung versteht man die Bestimmung und den Vergleich der Histokompatibilitäts-Antigene (Gewebemerkmale). Diese Gewebetypisierung erfolgt in der Regel bei Blutspendern, sowie anderen freiwilligen Spendern, die sich in Knochenmark oder Stammzellspenderdateien registrieren lassen. Vor jeder allogenen Transplantation erfolgt eine Gewebetypisierung (HLA-Typisierung) von Spender und Empfänger, um eine möglichst weitgehende Übereinstimmung der HLA-Moleküle zu erreichen. Daneben werden einzelne Gewebemerkmale im Labor untersucht, die mit bestimmten Risiken für Erkrankungen assoziiert sind, z.B. das HLA B27 bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen der Wirbelsäule.
  21. Hormone

    Hormone sind wichtige Botenstoffe, die von endokrinen Drüsen produziert und sezerniert werden. Hormone werden mit dem Blutstrom durch den Körper transportiert und regulieren die Aktivität anderer Organe oder Zellgruppen. So kontrollieren bestimmte Wachstumshormone aus der Hypophyse, das somatotrope Hormon (STH) das Knochenwachstum. Viele wichtige Hormone gehören zur Gruppe der Steroidhormone, z.B. Östrogen, Testosteron, Aldosteron, Kortison. Die Hormonsekretion der meisten Hormone wird durch Rückkopplungsmechanimen und Neurotransmitter gesteuert (siehe Hypophyse).
  22. Human

    Der Begriff „human“ bedeutet „menschlich“ oder den Menschen betreffend.
  23. Hyperglykämie

    Die Hyperglykämie bezeichnet eine zu hohe Konzentrationen von Glukose im Blut. Oftmals tritt eine Hyperglykämie bei schlecht eingestelltem Diabetes mellitus auf, manchmal auch bei anderen Krankheitsbildern.
  24. Hyperkaliämie

    Die Hyperkaliämie bezeichnet abnorm erhöhte Kaliumkonzentrationen im Blut. Zu den typischen Symptomen gehören Übelkeit, Muskelschwäche und falls schwerwiegend mit Herzrhythmusstörungen. Hyperkaliämien treten bei Niereninsuffizienz, Diarrhöe, manchmal als Nebenwirkung bei kaliumsparenden Diuretika.
  25. Hyperkoagulabilität

    Die Hyperkoagulabilität bezeichnet eine pathologisch erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes. Verschiedene angeborene und erworbene Erkrankungen können einen Zustand der erhöhten Gerinnungsbereitschaft auslösen. Die betroffenen Personen haben ein erhöhtes Risiko Thrombosen zu erleiden
  26. Hyperlipidämie

    Die Hyperlipidämie bezeichnet Erkrankungen des Fettstoffwechsels, die durch erhöhte Triglyzerid- und Cholesterinwerte oder Chylomikronenwerte im Blut gekennzeichnet sind und mit einem erhöhten Risiko für Arteriosklerose einhergehen. Die Diagnose wird anhand einer Bestimmung der Lipide im Blut sowie teilweise über Gentests gestellt.
  27. Hyperlipoproteinämie

    Die Hyperlipoproteinämie bezeichnet einen vermehrten Gehalt des Blutes an Lipoproteinen, die durch unterschiedliche Störungen des Lipoprotein- und Cholesterinmetabolismus ausgelöst werden. Die Hyperlipoproteinämien werden nach Frederikson in 5 Typen (I-V) eingeteilt, die mit der Erhöhung von unterschiedlichen Lipoproteinen und / oder Apolipoproteinen assoziiert sind. Dabei können beispielsweise eine Erhöhung der Konzentration von Cholesterin, LDL, VLDL, Trigylceriden oder Chylomikronen auftreten. Neben den angeborenen familiären Hypercholesterinämien können auch erworbene Formen auftreten.
  28. Hyperplasie

    Die Hyperplasie wird in der Regel im Zusammenhang mit dem Wachstum von Gewebe gebraucht und bezeichnet die überschießende Bildung von Zellen.
  29. Hyperthyreose

    Die Hyperthyreose ist eine Schilddrüsenüberfunktion, die durch eine zu hohe Bildung und Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen gekennzeichnet ist. Typischerweise ist TSH auf sehr niedrige Konzentrationen supprimiert, während die Schilddrüsenhormone T4 (Thyroxin) oder T3 (Trijodthyronin) stark erhöht sind. Durch die zu großen Mengen an zirkulierenden Schilddrüsenhormonen im Blut laufen alle Stoffwechselprozesse wesentlich schneller ab.

    Das Auftreten der Hyperthyreose ist regional sehr unterschiedlich, so sind in Bayern die Jodmangelkröpfe sehr viel häufiger als in Norddeutschland und im Alter nimmt die Häufigkeit zu. Insgesamt ist sie die zweithäufigste Erkrankung der Schilddrüse. Eine Hyperthyreose kann aufgrund eines Adenoms (gutartige Vergrößerung der Drüse), eines Karzinoms oder einer Immunthyreoiditis auftreten.

  30. Hypertrichose

    Die Hypertrichose ist ein lokalisiert oder generalisiert vermehrter Haarwuchs. Im Unterschied dazu stellt der Hirsutismus eine vermehrte Körperbehaarung vom männlichen Verteilungsmuster bei Frauen und Kindern dar. Im Unterschied zum Hirsutismus liegt bei der Hypertrichose in der Regel keine gestörte hormonelle Regelung zugrunde.
  31. Hypoglykämie

    Eine Hypoglykämie ist ein zu niedriger Blutzuckerspiegel, der normalerweise durch die Verabreichung von zu viel Insulin (bei Diabetes mellitus), eine überschießende Insulinsekretion aus dem Pankreas oder Fehlernährung verursacht wird. Zu den Symptomen zählen Kopfschmerzen, Schwäche, Angstzustände, Persönlichkeitsveränderungen und falls schwerwiegend und unbehandelt, Koma und Tod. Die Behandlung besteht aus der Verabreichung von Glukose und Insulin.
  32. Hypogonadismus

    Der Hypogonadismus bezeichnet die Unterfunktion der Gonaden (Geschlechtsdrüsen). Grundsätzlich kann der Hypogonadismus beide Geschlechter betreffen. Am häufigsten tritt jedoch eine fehlende oder verminderte hormonelle Aktivität der Hoden auf. In der Folge tritt je nach Lebensalter der betroffenen Patienten eine Ausbildung oder Rückbildung der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale auf.
  33. Hypokaliämie

    Die Hypokaliämie bezeichnet einen abnorm niedrigen Kaliumspiegel im Blut, der zu Muskelschwäche und Herzstörungen führt. Er kann aus einer Diuretikeinnahme, akute oder chronische Durchfälle, einem Nebennierentumor, exzessivem Hungern oder anderen Störungen resultieren.
  34. Hypophyse

    Die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) bildet wichtige Hormone, die die Funktion von weiteren Hormonbildenden Drüsen, wie beispielsweise die Schilddrüse oder die Nebennierenringe regulieren. Das Hormon ACTH aus dem Hypophysenorderlappen regt z.B. die Nebennierenrinde zur Ausschüttung von Kortisol an. Typischerweise wird die Bildung von Hormonen sehr fein reguliert. Durch positive und negative Rückkopplungskreisläufe wird die Konzentration der Hormone dem jeweiligen Bedarf angepasst und konstant gehalten.
  35. Hypopituitarismus

    Der Hypopituarismus ist eine Hypophysenunterfunktion, die durch den isolierten oder kombinierten Ausfall verschiedener normalerweise durch die Hypophyse gebildeter Hormone gekennzeichnet ist. Ein Zustand, der aus der verringerten Sekretion der pituitären Hormone folgt.
  36. Hypothyreose

    Die Hypothyreose ist eine Unterfunktion der Schilddrüse, die durch die zu geringe oder ganz fehlende Bildung von Schilddrüsenhormonen gekennzeichnet ist. Typischerweise ist das TSH stark erhöht und die Schilddrüsenhormone T4 sowie T3 sind erniedrigt. Die Hypothyreose kann angeboren oder erworben sein. Da etwa eines von 3000 bis 4000 Neugeborenen mit einer Schilddrüsenunterfunktion zur Welt kommt, wird bei jedem Neugeborenen ein entsprechender Labortest durchgeführt. Bei Patienten mit Hypothyreose laufen alle Stoffwechselvorgänge verlangsamt ab. Eie Hypothyreose kann aufgrund einer Schädigung der Schilddrüse, sowie einer zerstörenden Autoimmunthyreoiditis auftreten.

Begriffe mit I

  1. IF-AK

    Der Begriff IF-AK oder Anti-IF bezeichnet einen Anti-Intrinsic Factor Autoantikörper, der sich gegen den Intrinsic Faktor richtet und dessen Funktion hemmt. Normalerweise ist der in den Belegzellen bzw. Parietalzellen der Magenschleimhaut gebildete Intrinsic Faktor für die Aufnahme von Vitamin B12 (Cobalamin) aus der Nahrung zuständig. Bei Vorliegen des Autoantikörpern Anti-IF/ IF-AK kann Vitamin B12 aus der Nahrung nicht mehr ausreichend aufgenommen werden und des kommt zum Krankheitsbild der Perniziösen Anämie durch den Vitamin B12 Mangel.
  2. Ikterus

    Gelbfärbung der Haut und der Skleren (das Weiße im Auge), die durch eine Anhäufung und Ablagerung von Bilirubin im Gewebe. Der Ikterus ist Symptom, das bei unterschiedlichen Erkrankungen und verschiedenen Störungen des Stoffwechsels auftreten kann:

    die häufigste ist eine Obstruktion (Verlegung) der Wege, die die Galle in den Dünndarm befördern (z. B. durch einen Gallenstein);
    eine Erkrankung der Leber aufgrund von Infektionen (z. B. Hepatitis), Alkoholismus, Vergiftungen oder anderen Faktoren und
    eine Anämie, bei welcher es zu einer massiven Zerstörung roter Blutzellen kommt. In der Folge führen die Abbauprodukte zu einer Erhöhung des Bilirubins im Blut.

  3. Ileus

    Mit Ileus wird ein Darmverschluß bezeichnet, der durch unterschiedliche Ursachen, wie z.B. maligne Tumoren, Gefäßverschlüsse bei Atherosklerose oder auch durch massiven Wurmbefall mit Ascaris (Spulwürmern) ausgelöst werden kann.
  4. Immundefizienz

    Die Immundefizienz wird häufig gleichbedeutend mit Immunschwäche, sowie mit „immunkompromittiert“, oder „immunsupprimiert“ verwendet. Unter einer Immunschwäche versteht man die verminderte Fähigkeit des körpereigenen Immunsystems, eine normale Reaktion auf Infektionen oder maligne Tumoren zu zeigen. Primäre Immundefekte sind angeboren, sie können direkt nach der Geburt, teilweise aber auch erstmals im Erwachsenenalter auftreten. Sekundäre Immundefekte können durch Erkrankungen ausgelöst werden, die das Immunsystem oder Teile des Immunsystem zerstören, wie z.B. radioaktive Strahlen oder eine HIV-Infektion. Daneben werden sekundäre Immundefekte teilweise auch therapeutisch oder iatrogen durch bestimmte Medikamente wie z.B. Chemotherapeutika oder Immunsuppressiva ausgelöst, um bei Transplantationen eine Abstoßungsreaktionen zu verhindern.
  5. Immunglobulin

    Immunglobuline oder Antikörper sind Proteine, die von B-Lymphozyten gebildet werden und in der Immunabwehr von fremden Substanzen wirken. Es gibt fünf verschiedene Klassen von Immunglobulinen, die sich funktionell und strukturell unterscheiden und verschiedene Wirkungsorte haben. Jede der fünf unterschiedlichen Klassen wird im Lymphgewebe als Antwort auf ein Eindringen von fremden Stoffen gebildet. Die fünf Haupttypen sind Immunglobulin A (IgA), D (IgD), E (IgE), G (IgG) und M (IgM).
  6. Immunglobulin A

    Immunglobulin A (IgA) bildet vor allem den Schutz auf Schleimhautoberflächen, kommt aber auch im Blut vor. Als Hauptantikörper auf mukösen Membranen des Verdauungstraktes und der Atemwege sowie in Tränen und Speichel kommt sekretorisches IgA vor, daß vor dem Abbau durch Proteasen geschützt ist.
  7. Immunglobulin D

    Immunglobulin D (IgD) kommt hauptsächlich an der Oberfläche von B-Lymphozyten vor und tritt nur in sehr kleinen Mengen im Serum auf.
  8. Immunglobulin E

    Immunglobulin E (IgE) kommt hauptsächlich im Blut, aber auch im Gewebe vor und spielt eine wichtige Rolle in der Abwehr von Parasiten. IgE ist außerdem der wichtigste Antikörper bei allergischen Reaktionen. So werden IgE-Antikörper gegen Allergene, wie z.B. Anti-Birkenpollen IgE bei Allergikern nachgewiesen.
  9. Immunglobulin G

    Immunglobulin G (IgG) ist der Hauptantikörper gegen die meisten fremden Substanzen, wie z.B. Bakterien und Viren. IgG Antikörper zeigen eine Immunität gegen viele Infektionserreger an, da diese Antikörper die bleibende Immunität repräsentieren. Daher geht ein Mangel von IgG in der Regel mit schweren Infektionen einher. Anhand der Bestimmung der IgG Anti-Hepatitis A Antikörper-Titers der Impfschutz bestimmt werden. IgG-Antikörper kommen in 4 Subklassen vor, IgG1, IgG2, IgG3 und IgG4. IgG Antikörper stellen darüber hinaus die wichtigste Leihimmunität bei Säuglingen dar, das IgG Antikörper bereits während der Schwangerschaft von der Mutter zum Kind übergehen.
  10. Immunität

    Die Immunität bezeichnet die Unempfänglichkeit für eine bestimmte Krankheit, insbesondere für Infektionskrankheiten. Die Immunität kann natürlich oder während des Lebens nach durchgemachter Infektion oder nach Impfung erworben worden sein. Die Immunität wird durch Antikörper der Immunglobuline im Blut und auf den Schleimhautoberflächen, sowie durch bestimmte Lymphozyten aufrechterhalten.
  11. Immunität, aktive

    Eine aktive Immunität liegt vor, wenn aktiv Antikörper (Immunglobuline) im Körper nach Überstehen einer Infektionskrankheit oder nach Impfung mit den abgeschwächten oder abgetöteten Erregern gebildet werden. Die Immunität kann lebenslang bestehen.
  12. Immunität, passive

    Eine passive Immunität wird durch die direkte Verabreichung von spezifischen Antikörpern (Immunglobulinen) erzielt, die in der Regel intramuskulär gespritzt werden. Bei einer passiven Impfung können so die schützenden Antikörper (Heilserum, Immunserum) sofort wirken, die vorübergehende Immunität bleibt aber nur solange bestehen, wie es der Halbwertszeit der Antikörper entspricht.
  13. Immunogen

    Die Immunogenität eines Antigens bezeichnet die Fähigkeit eine adaptive Immunantwort zu induzieren. So ist beispielsweise das Tetanus-Toxoid bei der Tetanus-Impfung ein starkes Immunogen/ Antigen, da es hohe Antikörpertiter mit großer Bindungsaktivität induziert.
  14. Immunschwäche

    Die Immunschwäche wird häufig gleichbedeutend mit Immundefizienz, sowie mit „immunkompromittiert“, oder „immunsupprimiert“ verwendet. Unter einer Immunschwäche versteht man die verminderte Fähigkeit des körpereigenen Immunsystems, eine normale Reaktion auf Infektionen oder maligne Tumoren zu zeigen. Primäre Immundefekte sind angeboren, sie können direkt nach der Geburt, teilweise aber auch erstmals im Erwachsenenalter auftreten. Sekundäre Immundefekte können durch Erkrankungen ausgelöst werden, die das Immunsystem oder Teile des Immunsystems zerstören, wie z.B. radioaktive Strahlen oder eine HIV-Infektion. Daneben werden sekundäre Immundefekte teilweise auch therapeutisch oder iatrogen durch bestimmte Medikamente wie z.B. Chemotherapeutika oder Immunsuppressiva ausgelöst, um bei Transplantationen eine Abstoßungsreaktionen zu verhindern.
  15. Immunsuppressiva

    Immunsuppressiva sind eine große Gruppe unterschiedlicher Medikamente, die häufig therapeutisch eingesetzt werden, um gezielt die Immunabwehr oder überschießende Immunreaktionen zu unterdrücken. Typische Beispiele sind die therapeutische Immunsuppression bei Transplantationen, die die Akzeptanz eines fremden Spenderorgans überhaupt erst ermöglicht. Weitere häufige Einsatzmöglichkeiten von Immunsuppressiva liegen in der Behandlung von überschießenden Immunreaktionen, z.B. im Rahmen von Autoimmunerkrankungen. Zu den Immunsuppressiva gehören unter anderem Kortikoide, Methotrexat, Ciclosporin A.
  16. Immunsystem

    Das Immunsystem bezeichnet das Abwehrsystem des Menschen, das vor äußeren Schädigungen durch Mirkoorganismen, wie z.B. Infektionen durch Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten und anderen Fremdstoffen schützt. Das Immunsystem übt darüber hinaus eine zentrale Funktion im Schutz vor veränderten körpereigenen Zellen aus, wie z.B. Tumorzellen, oder durch Mutationen veränderten Zellen, die ebenfalls den Organismus schädigen könnten. Das Immunsystem besteht aus unterschiedlichen miteinander kooperierenden Immunzellen (z.B. Leukozyten, Lymphozyten, NK-Zellen) sowie humoralen Faktoren, wie z.B. das Komplementsystem oder Zytokine. Diese Schutzfunktion ist für den menschlichen Organismus außerordentlich wichtig und für das Überleben von zentraler Bedeutung.
  17. Impftiter

    Mit dem Begriff Impftiter wird die Immunität gegen eine bestimmte Infektionserkrankung bezeichnet, gegen die eine Impfung erfolgt ist. Beispielsweise kann nach einer Impfung gegen Hepatitis-B ein Impftiter als spezifische Immunantwort gegen die Impfung und damit gegen das Hepatitis B Virus im Blut nachgewiesen werden. Dabei wird die Konzentration der im Blut vorhandenen Antikörper gegen den jeweiligen Infektionserreger (z.B. Antikörper gegen Hepatitis B) oder gegen die Toxine (z.B. Antikörper gegen das Tetanus-Toxin) nachgewiesen.
  18. In vitro

    Die Bezeichnung in vitro bedeutet wörtlich „im Reagenzglas“ und bezeichnet Vorgänge, die außerhalb des lebenden Organismus ablaufen. Der Begriff wird in der medizinischen Fachliteratur gebraucht, um Experimente, Laborversuche, Untersuchungen und gesteuerte Vorgänge zu beschreiben, die künstlich außerhalb ihrer natürlichen Umgebung erzeugt werden. Ein typisches bekanntes Beispiel ist die künstliche Befruchtung von menschlichen Eizellen im Reagenzglas als In-Vitro-Fertilisation. Dagegen bedeutet in vivo, daß ein Vorgang im lebenden Organismus unter natürlichen Bedingungen stattfindet.
  19. In vivo

    Die Bezeichnung in vivo bedeutet (Latein vivum = Leben), daß ein Vorgang im lebenden Organismus unter natürlichen Bedingungen stattfindet. In vivo wird im Gegensatz zu in vitro Untersuchungen gebraucht, bei denen Organismen nicht in ihrem natürlichen Zusammenhang, sondern unter experimentellen Bedingungen untersucht oder behandelt werden.
  20. Indikation

    Unter Indikation versteht man den in der Regel erforderlichen Einsatz einer Therapie, im Sinne von z.B.: „der Befund der Leberwerte ist eine Indikation zum Beginn einer Therapie der Hepatitis“, also der Anlaß zur Behandlung.
  21. Infektion

    Infektion bezeichnet die Ansteckung, die Übertragung, die Aufnahme und in der Regel auch die Vermehrung von Mikroorganismen im Organismus. Infektionen können durch Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten hervorgerufen werden. Ob die Ansteckung eine Erkrankung nach sich zieht, ist einerseits von der körpereigenen Abwehr, andererseits von der Virulenz (Aggressivität) der Mikroorganismen abhängig.

    Dabei kann der Begriff Infektion sowohl:

    Das Eindringen der krankheitserregenden Mikroorganismen in den Körper, als auch
    Die Erkrankung, die durch krankheitserregende Mikroorganismen (z. B. bestimmte Bakterien) ausgelöst wird, bezeichnen.

  22. Infektiös

    Der Begriff Infektiös bezeichnet die Übertragbarkeit einer Infektionserkrankung und kann mit dem Begriff „ansteckend“ gleichgesetzt werden.
  23. Inflammation

    Unter Inflammation oder Entzündung wird eine lokale oder systemische (den ganzen Körper betreffende) Reaktion des Gewebes auf eine Reizung oder Verletzung bezeichnet, die von Schmerz, Schwellung, Rötung und Überwärmung charakterisiert wird. Der typische Ablauf einer Entzündungsreaktion beginnt mit einer stärkeren Durchblutung, die sich in einer Rötung und Überwärmung des entsprechenden Körperbereichs äußert. Daraufhin kommt es zu einer Ausweitung der Zellzwischenräume in den Gefäßwänden, so dass alarmierte Abwehrzellen und flüssige Blutbestandteile ins Gewebe übertreten können, so daß die typische schmerzhafte Schwellung entsteht. An der Entzündung sind spezifische Akute-Phase-Proteine im Blut, wie z. B. CRP (siehe dort) und Immunzellen, insbesondere Leukozyten, beteiligt. Die Ausprägung, die spezifischen Charakteristiken und die Dauer der Entzündung hängen von der Ursache, dem betroffenen Körperteil und der allgemeinen Abwehrlage des Patienten ab.
  24. Insulinom

    Das Insulinom ist der häufigste hormon-produzierende Tumor der Bauchspeicheldrüse mit einer Überproduktion von Insulin, teilweise auch von der inaktiven Vorstufe Proinsulin. Der meist gutartige bei Frauen häufiger auftretende Tumor der endokrinen Zellen des Pankreas geht aufgrund der Freisetzung von Insulin mit Zeichen und Symptomen eines niedrigen Blutzuckerspiegels einher, der wiederholt erniedrigt meßbaren Blutzuckerwerten um 40 mg/dl (Unterzuckerung/Hypoglykämie).
  25. Intoxikation

    Unter Intoxikation versteht man eine Vergiftung. Intoxikationen können durch Untersuchungen im Blut, im Urin, in Gewebeproben, in den Haaren und teilweise auch in anderen Geweben im Labor nachgewiesen werden.
  26. Intramuskulär

    In der Medizin wird der Begriff „intramuskulär“ meist im Zusammenhang mit Injektionen, die in einen Muskel verabreicht werden, gebraucht. Ein typisches Beispiel ist die Hepatitis-Impfung, die in den Muskel des Oberarms injiziert wird.
  27. Intravenös

    In der Medizin wird der Begriff „intravenös“ meist im Zusammenhang mit Injektionen, die in oder über eine Vene verabreicht werden, gebraucht.
  28. Intrazellulär

    Unter dem Begriff „intrazellulär“ versteht man Vorgänge, die innerhalb einer Zelle ablaufen.
  29. Intrinsic Factor

    Der Intrinsic Factor wird in den Belegzellen bzw. Parietalzellen der Magenschleimhaut gebildet. Die wichtigste Funktion des Intrinsic Faktor ist die Förderung der Aufnahme von Vitamin B12 (Cobalamin) aus der Nahrung. Das Glykoprotein Intrinsic Faktor bildet mit dem Vitamin B12 einen Komplex, der verbessert aufgenommen werden kann.
  30. Iritis

    Die Iritis ist eine Entzündung der Iris (Regenbogenhaut). Die Irits kann rein entzündlich, autoimmun oder durch Infektionen verursacht werden. Die Diagnostik kann durch Blutuntersuchungen und Abstriche des Auges bestätigt werden.
  31. Irreversibel

    Unter dem Begriff „irreversibel“ versteht man in der Medizin ein nicht mehr rückgängig zu machendes Ereignis oder eine nicht mehr zu verbessernde Schädigung des Organismus. Beispielsweise ist ein irreversibler Funktionsverlust der Sehfähigkeit eine nicht mehr verbesserungsfähige Erblindung.
  32. Isoagglutinine

    Isoagglutinine sind natürliche Blutgruppenantikörper, die regelhaft in Menschen vorkommen. Dabei weisen Menschen mit der Blutgruppe A immer die Isoagglutinine Anti-B auf. Bei der Blutgruppe B kommt immer Anti-A, bei der Blutgruppe 0 kommt immer Anti-A und Anti-B vor, während bei der Blutgruppe AB normalerweise keine Isoagglutinine vorkommen.

    N=40


Begriffe mit J

  1. Leider noch kein Inhalt

    Leider noch kein Inhalt

Begriffe mit K

  1. Kalzifikation

    Kalzifikation bedeutet Verkalkung und wird in der Medizin meist im Zusammenhang mit der Verhärtung und Kalkablagerung in Geweben durch die Bildung von Kalziumsalzen in ihnen genannt. Diese anormale Verhärtung (Kalzinose) führt zu einer eingeschränkten Organfunktion (wie in den Nieren oder Arterien). Dieser Vorgang kann durch eine Störung im normalen Hormongleichgewicht, einer Störung des Gleichgewichts von Vitamin D, Kalzium und anderen Mineralstoffe im Körper ausgelöst werden. Daneben spielen auch chronische Entzündungen eine wichtige Rolle in der Entwicklung von Kalzifikationen in Geweben.
  2. Kapillaren

    Das Kapillarsystem umfaßt winzige Blutgefäße, die Arteriolen und Venolen miteinander verbinden. Durch die nur eine Zelle starken Wände (Durchmesser etwa 0,008 mm) der Kapillaren können Sauerstoff und Nährstoffe direkt aus den Arteriolen an die Körpergewebe abgegeben und Kohlendioxid und andere Abfallstoffe von den Geweben über die Venolen aufgenommen werden. Neben den Kapillaren der Blutgefäße besteht ein Kapillarsystem aus kleinen haarähnlichen Röhren für den Transport der Lymphe (Lymphkapillaren).
  3. Kardiovaskuläres System

    Das kardiovaskuläre System umfasst das Herz und die Blutgefässe, die in den Prozess des Pumpens des Blutes und des Transportes von Nährstoffen, Sauerstoff und Abfallprodukten im ganzen Körper eingebunden sind.
  4. Ketoazidose

    Die Ketoazidose bezeichnet eine Azidose (Übersäuerung) mit einer Akkumulation von Ketonkörpern, die primär als Komplikation eines unkontrollierten Diabetes mellitus auftritt. Sie wird durch den fruchtigen Mundgeruch, geistige Verwirrung, Kurzatmigkeit und falls unbehandelt Koma (diabetisches Koma) charakterisiert. Die Behandlung besteht in der Gabe von Insulin und Flüssigkeit und der Korrektur der Elektrolytspiegel.
  5. Kleihauer-Betke Test

    Mit dem klassischen Kleihauer-Betke Test wird das feto-maternale Transfusionssyndrom (FMH) erfasst. Das feto-maternale Transfusionssyndrom ist eine seltene Komplikation in der Geburtshilfe, bei der es zum Übertritt unterschiedlich großer Mengen von fetalem Blut in das mütterliche Blut kommt. Der Kleihauer-Betke Test wird zur Feststellung der Anzahl an Erythrozyten (roten Blutkörperchen) eines Feten im Blut einer Rh-negativen Schwangeren verwendet. Dies hilft z. B. bei der Abschätzung der Menge an Rh-Immunglobulin, das der Mutter präventiv gegen die Entwicklung von Rh-Antikörpern verabreicht wird.

    Der Klassische Test basiert auf einem peripheren Blutausstrich der Mutter, der mit einem saueren Puffer (pH3, 3) behandelt wird und alles Hämoglobin außer dem resistenteren fetalen Hämoglobin (HbF) entfernt.

    Ein Hämoglobinfärbestoff macht rote Blutkörperchen, die Hämoglobin F enthalten, pink. Der Nachweis fetaler Erythrozyten im mütterlichen Blut erfolgt heute meist nicht mehr über den Kleihauer-Betke-Test, sondern wird mit moderneren Verfahren quantitativ über die Durchflußzytometrie erfaßt.

  6. Knochenmark

    Das Knochenmark ist ein spezialisiertes Gewebe in den Knochen, das für die Bildung aller Blutzellen verantwortlich ist. Das blutbildende rote Knochenmark, befindet sich bei Kindern noch in weitgehend allen Knochen, während es sich bei Erwachsenen insbesondere im Sternum, in den Rippen und im Beckenkamm befindet. Das Knochenmark enthält als wichtigsten Bestandteil die Stammzellen, aus denen alle Arten von Blutzellen, (1) die Erythrozyten (Rote Blutkörperchen), die Leukozyten (Weiße Blutkörperchen), sowie die Thrombozyten (Blutplättchen) entstehen. Vom Knochenmark aus gelangen die Blutzellen über die Blutbahn in die Organe und Gewebe des Körpers. Das fetthaltige gelbe Knochenmark, das bei Erwachsenen häufiger gefunden wird, findet sich in den Enden der langen Röhrenknochen.
  7. Kohlenhydrate

    Kohlenhydrate sind aus Einfachzuckern als den Grundbausteinen aufgebaut. Zu den Einfachzuckern zählen Traubenzucker (Glukose) und Fruchtzucker (Fruktose), die Zweifachzucker umfassen Malzzucker (Maltose) und Milchzucker (Laktose), während die Vielfachzucker beispielsweise die Stärke, die aus bis zu tausend Traubenzuckermolekülen besteht sowie das Glykogen als tierische Stärke umfasst. Kohlenhydrate sind die Hauptenergielieferanten des Körpers. Kohlenhydrate aus der Nahrung werden in Glukose umgewandelt, welche wiederum unter Freisetzung von Energie verstoffwechselt wird, die als Adenosintriphosphat (ATP) gespeichert wird. Kohlenhydrate werden von grünen Pflanzen produziert (durch einen Prozess, der Photosynthese genannt wird), und werden von den Menschen in Form von Müsli, Mehlprodukten, Früchten und Gemüse entweder sofort aufgenommen oder als Glykogen gespeichert. Bevor der Mensch Kohlenhydrate ins Blut aufnehmen kann, müssen sie im Dünndarm in ihre Einzelzucker zerlegt werden.
  8. Kolibakterien

    Kolibakterien (Escherichia coli, E. coli) gehören zu den häufigsten Darmbakterien, die in der menschlichen und tierischen Darmflora normalerweise vorkommen. E. coli ist ein gramnegatives Stäbchenbakterium, welches teilweise auch als Gruppe der Kolibakterien oder Koliformen Bakterien bezeichnet wird. E. coli kann aber auch Wundinfektionen, Pneumonien (Lungenentzündungen), sowie schwere Infektionen bis zur Sepsis auslösen.
    Gentechnisch veränderte E.coli-Stämme können eingesetzt werden, um bestimmte menschliche Proteine, wie z.B. Insulin, zu produzieren.
  9. Koliforme

    Kolibakterien (Escherichia coli, E. coli) gehören zu den häufigsten Darmbakterien, die in der menschlichen und tierischen Darmflora normalerweise vorkommen. E. coli ist ein gramnegatives Stäbchenbakterium, welches teilweise auch als Gruppe der Kolibakterien oder Koliformen Bakterien bezeichnet wird. E. coli kann aber auch Wundinfektionen, Pneumonien (Lungenentzündungen), sowie schwere Infektionen bis zur Sepsis auslösen.
    Gentechnisch veränderte E.coli-Stämme können eingesetzt werden, um bestimmte menschliche Proteine, wie z.B. Insulin, zu produzieren.
  10. Kongenital

    Mit dem Begriff „kongenital“ werden in der Regel angeborene Erkrankungen oder Erbkrankheiten bezeichnet.
  11. Kryopräzipitat

    Kryopräzipitate werden in der Herstellung von bestimmten Blutprodukten eingesetzt. Dabei wird Blutplasma von Blutspendern zunächst gefroren und dann wieder aufgetaut. Bei diesem Prozeß teilen sich die Komponenten auf und die festen Bestandteile formen ein Präzipitat. Dieses Präzipitat ist besonders reich an Fibrinogen, sowie Fibronektin und dem Blutgerinnungsfaktor VIII und dem vWF/FVIII:C-Komplex.
  12. Kultur

    Anzucht von Mikroorganismen, meist Bakterien oder Pilze, in einem festen oder flüssigem Medium (z. B. Agar, Gelatine).

Begriffe mit L

  1. Leukozyten

    Die Leukozyten sind die weißen Blutkörperchen, die als wichtigste Aufgabe die Immunabwehr von fremden Substanzen und Mikroorganismen haben. Sie werden im Differentialblutbild im Labor bestimmt. Leukozyten zirkulieren als Abwehrzellen in der Blutbahn und können aus dem Blut gezielt in verletzte Gewebe einwandern. Sie sind in der Lage, Krankheitserreger aufzunehmen und zu verdauen und schützen so den Körper vor Infektionen. Leukozyten spielen eine wichtige Rolle bei Entzündungen, bakteriellen Infektionen und Wurminfektionen, aber auch bei allergischen Reaktion und den Autoimmunkrankheiten. Die Leukozyten können in fünf Zelltypen mit unterschiedlichen Spezialfunktionen unterteilt werden: (1) Neutrophile Granulozyten, (2) Eosinophile Granulozyten, (3) Basophile Granulozyten, (4) Monozyten und (5) Lymphozyten.
  2. Lipide

    Die Lipide (Fette) sind eine Gruppe lipophiler (Fettliebender) und hydrophober (Wasserabweisender) Moleküle, die essentielle Funktionen im menschlichen Stoffwechsel ausüben. Die Lipide umfassen die Fettsäuren (kurz-, mittel-, langkettige Fettsäuren, ungesättigt, gesättigt), die Triacylglyceride (Fettsäure-Ester des Glycerins), die Glycerophospholipide (z.B. Phosphatidsäure, Lecithine, Cardiolipine), die Sphingolipide (Sphingosin, Ceramide, Sphingophospho- und Sphingoglycolipide), die Isoprenoide (z. B. Carotinoide), sowie die Cholesterin-Derivate (z.B. Lipoproteine: HDL, LDL, VLDL) und das Lipid a (Lpa). Bei Bakterien kommen weitere typische Lipide vor, die Lipopolysaccharide bei Gramnegativen sowie die Mykolsäuren bei Mykobakterien (z.B. Tuberkelbakterien), die beim Menschen nicht vorkommen.
  3. Liquor

    Der Liquor, auch Liquor cerebrospinalis (Nervenwasser) ist eine normalerweise klare Flüssigkeit, die in den Ventrikeln des Gehirns gebildet wird und die die Höhlen des Gehirns und des Rückenmarkes ausfüllt und schützt. Beim Erwachsenen beträgt die Menge an Liquor etwa 140 ml. Proben dieser Flüssigkeit, die durch eine Lumbalpunktion gewonnen werden, können zur Diagnose bestimmter Erkrankungen, z.B. zum Bakteriennachweis bei Verdacht auf Meningitis oder zum Nachweis von bestimmten oligoklonalen Banden bei Multipler Sklerose eingesetzt werden.
  4. Lymphozyt

    Lymphozyten gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und machen zwischen 25 bis 40 Prozent der Leukozyten aus. Die Lymphozyten sind die wichtigsten Träger der erworbenen Immunabwehr und bestehen aus zwei wichtigen Zelltypen, den B- und T-Lymphozyten. Während die B-Lymphozyten (oder B-Zellen), spezifische Antigene erkennen und Antikörper gegen sie bilden, sind T-Lymphozyten (oder T-Zellen) die Träger der zellvermittelten Immunität, die immunologisch aktive Komponenten bilden und die B-Zellen in ihrer Wirkung unterstützen. Nur ein kleiner Teil der Lymphozyten zirkuliert im Blutkreislauf, die meisten Lymphozyten befinden sich im Knochenmark und in den Lymphknoten, in der Milz, den Tonsillen (Rachenmandeln) und spezialisierten Bereichen des Darms (Peyerschen Plaques).

    Bei Kindern sind Lymphozyten vor allem auch im Thymus zu finden. Bei Entzündungen und bei Infektionen steigt die Zahl der Leukozyten und Lymphozyten im Blut an. Ein Teil der Lymphozyten bildet das immunologische Gedächtnis aus "Gedächtniszellen", sie können beispielsweise bei einer erneuten Infektion viel schneller und effektiver reagieren.


Begriffe mit M

  1. Makula

    Der Begriff Makula bezeichnet (1) einen kleinen Fleck, meist einen Leberfleck, oder (2) einen spezifischen Bereich auf der Netzhaut des Auges.
  2. Maligne

    In der Medizin wird der Begriff „maligne“ für bösartige Tumoren, wie z. B. Karzinome, Sarkome etc. verwendet. Im weiteren Sinne wird mit „maligne“ auch gefährlich, sich verschlechternd oder fortschreitend gemeint, insbesondere bei invasivem und metastasierendem (sich ausbreitendem) Krebs. Im Gegensatz zu maligne Tumoren sind „benigne“ (siehe dort) Tumoren gutartig.
  3. Mamma

    Unter Mamma versteht man die Brustdrüse bei Frau und Mann. So wird beispielsweise ein bösartiger Tumor der weiblichen Brust als Mammakarzinom bezeichnet.
  4. Mammogramm

    Eine Mammographie oder ein Mammogramm ist eine Röntgenaufnahme des weichen Gewebes der Brust, die mittels der Mammographie aufgenommen wird. Die Mammographie gehört zu den bildgebenden Verfahren, die speziell geeignet sind Weichteile darzustellen. Im Gegensatz dazu sind klassische Röntgenbilder insbesondere geeignet, knöcherne Strukturen zu beurteilen.

    Bei der Mammographie wird das weiche Gewebe der Brust (Mamma) geröntgt, um benigne oder maligne Tumoren festzustellen. Im Rahmen der Krebsvorsorgeuntersuchung werden bei Frauen regelmäßig Mammogramme angefertigt. Bei Frauen mit besonders hohem Brustkrebsrisiko, wie z. B. bei familiärem Brustkrebs, werden häufigere und frühere Mammographien in Kombination mit anderen Untersuchungen, wie z. B. Tumormarkerbestimmungen (siehe dort) durchgeführt, um möglichst früh einen beginnenden Tumor erkennen zu können.

  5. Mammographie

    Die Mammographie gehört zu den bildgebenden Verfahren, die speziell geeignet sind Weichteile darzustellen. Im Gegensatz dazu sind klassische Röntgenbilder insbesondere geeignet, knöcherne Strukturen zu beurteilen.

    Bei der Mammographie wird das weiche Gewebe der Brust (Mamma) geröntgt, um benigne oder maligne Tumoren festzustellen. Im Rahmen der Krebsvorsorgeuntersuchung werden bei Frauen regelmäßig Mammogramme angefertigt. Bei Frauen mit besonders hohem Brustkrebsrisiko, wie z. B. bei familiärem Brustkrebs, werden häufigere und frühere Mammographien in Kombination mit anderen Untersuchungen, wie z. B. Tumormarkerbestimmungen (siehe dort) durchgeführt, um möglichst früh einen beginnenden Tumor erkennen zu können.

  6. Manuell

    In der Medizin wird der Begriff „manuell“ für die mit der Hand, also nicht automatisch durchgeführten Aufgaben verwendet. Die manuelle Medizin umfaßt daher unter anderem durch manuellen Druck mit den Händen ausgeführte Heilversuche.
  7. Mastitis

    Eine Mastitis bezeichnet die Entzündung der (weiblichen) Brustdrüse. Meist handelt es sich um eine Infektion, die z.B. durch Piercing oder durch Verletzungen beim Säugen eines Neugeborenen entstehen können. Die Mastitis kann rein entzündlich oder durch Infektionen verursacht werden. Die Diagnostik kann durch Blutuntersuchungen und mikrobiologische Untersuchungen von Abstrichen bestätigt werden.
  8. Mastoiditis

    Die Mastoiditis ist eine Entzündung des Mastoids (Warzenfortsatz) am Schädelknochen. Die Mastoiditis ist in der Regel durch fortgeleitete Infektionen im Bereich des Ohrs verursacht. Die Diagnostik kann durch Blutuntersuchungen bestätigt werden.
  9. Mastozytose

    Die Mastozytose bezeichnet die starke Vermehrung von Mastzellen im Körper. Die erhöhte Mastzellzahl kann im Blut, in den Lymphknoten, aber auch in anderen Organen labordiagnostisch nachgewiesen werden.
  10. Menometrorrhagie

    Die Menometrorragie bezeichnet zu starke und außerdem außerhalb des Zyklus zusätzlich auftretende Zwischenblutungen Menses (Monatsblutung), die nur in verlängerten Zeitabständen auftritt.
  11. Metabolismus

    Der Begriff Metabolismus bezeichnet die Stoffwechselvorgänge, die beispielsweise für die Verteilung der Nährstoffe notwendig sind und an Wachstumsprozessen, der Energieproduktion und Abfallelimination sowie anderen Körperfunktionen beteiligt sind.

    Es gibt zwei Hauptphasen des Metabolismuses:

    Anabolismus, die konstruktive Aufbauphase während der kleine Moleküle aus dem Verdauungsprozess zu komplexen Verbindungen, die Gewebe und Organe im Körper bilden, aufgebaut werden; und den
    Katabolismus, der destruktiven Phase, während der größere Moleküle unter Energiegewinn in einfachere abgebaut werden.

  12. Metastase

    Metastasen (Tochtergeschwülste) sind Absiedelungen eines Tumors, die an einem entfernten Standort von dem Primärtumor auftreten. Die Metastasen entstehen in der Regel durch Abschwemmung von Tumorzellen vom Primärtumor, die sich über den Blutstrom oder das lymphatische System in andere Organe (z. B. Lebermetastasen) oder Knochen absiedeln. Teilweise bilden sich zahlreiche Metastasen in Körperhöhlen, wie z. B. beim Ovarialkarzinon im Peritoneum (Bauchhöhle) aus.
  13. Methämoglobin

    Methämoglobin ist ein Hämoglobin, das durch Oxidation des Eisens im Hämoglobin keinen Sauerstoff mehr binden kann. Die Konzentration von Methämoglobin kann durch eine einfache Laboruntersuchung nachgewiesen werden.
  14. Migration

    Die Migration bezeichnet die Wanderung und wird in der Regel im Zusammenhang mit Immunzellen verwendet, die eine spezifische Wanderung in Richtung auf einen Fremdkörper oder Infektionserreger machen.
  15. Mittelstrahlurin

    Eine kleine Urinprobe, die in der Regel als Spontanurin (gewöhnlich weniger als ein Becher voll), beim Arzt oder im Labor gesammelt wird und zur Untersuchung von bestimmten Laborparametern, wie z. B. Leukozyten, Nitrit etc., herangezogen wird.
  16. Monozyt

    Monozyten gehören zu den Leukozyten (weißen Blutzellen), die bei der Immunabwehr z. B. von Bakterien und anderem Fremdmaterial mitwirken und eine zentrale Rolle für die Präsentationen von fremden Antigenen an T-Lymphozyten spielen.
  17. Monozyten

    Monozyten gehören zu den Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und werden im Differentialblutbild im Labor bestimmt. Sie sind die größten Leukozyten und haben als wichtigste Aufgabe fremde Substanzen und Krankheitserreger aufzunehmen und in kleine Bruchstücke zu zerlegen und diese an ihrer Oberfläche an andere spezialisierte Leukozyten, die Lymphozyten zu präsentieren. Auf diese Weise wird eine verstärkte spezifische Immunantwort ermöglicht. Monozyten kommen im Blut und in Form von Histiozyten oder Gewebemakrophagen im Gewebe vor. Vor allem sind Monozyten in Lymphknoten, der Leber, der Milz, im Knochenmark, sowie auch in der Lunge zu finden.
  18. Morbus haemolyticus neonatorum

    Der morbus haemolyticus neonatorum ist eine schwere Erkrankung des Neugeborenen, die durch die Immunisierung der Mutter gegen fremde Antigene der fetalen Erythrozyten hervorgerufen wird. Die bei der Schwangeren vorhandenen oder entwickelten Antikörper sind gegen die vom Vater geerbten Antigene der Erythrozyten des Kindes gerichtet und können die Plazenta passieren. Im Feten binden die Antikörper an Erythrozyten und vermitteln eine Immunhämolyse, so daß die Feten möglicherweise intrauterine Transfusionen erhalten müssen um zu überleben.
    Zu den Antikörpern, die einen morbus haemolyticus neonatorum auslösen können, gehören ABO-Antikörper, Anti-Rhesus, Anti-Kell etc. Antikörper. Die Immunisierung der Mutter kann während der ersten Schwangerschaft, aber auch bereits vorher durch vorausgehende Schwangerschaftsabbrüche, Transfusionen oder Transplantationen erfolgt sein. Aus diesem Grund müssen bei allen Schwangeren Untersuchungen auf irreguläre Antikörper im Blut durchgeführt werden.
  19. Muskuloskelettal

    Der Begriff „muskuloskelettal“ bezeichnet die Gesamtheit von Knochen, Muskeln, Gelenken und assoziierten Geweben (z. B. Bändern und Sehnen).
  20. Mutation

    Als Mutation bezeichnet man Veränderungen im Genom, die spontan auftreten können oder durch sogenannte Mutagene induziert werden können (z. B. durch radioaktive Strahlung oder bestimmte mutagene Chemikalien). Mutationen können ohne jede Auswirkung für den Organismus bleiben, aber auch schwere Erkrankungen, wie beispielsweise Tumoren hervorrufen.
  21. Mydriasis

    Der Begriff Mydriasis bezeichnet die Erweiterung der Pupille. Mittels verschiedener Medikamente (z. B. Atropin), die die Pupille des Auges dilatieren (erweitern) werden typischerweise Untersuchungen des Augenhintergrunds und der Netzhaut durchgeführt.
  22. Mykose

    Eine Mykose ist eine Pilzinfektion. Mykosen können grundsätzlich überall im Körper möglich. So stellt die Onychomykose einen Pilzbefall der Nägel dar, während die Vaginalmykose einen Pilzbefall der Vagina (Scheide) darstellt.
  23. Myokard

    Das Myocard ist die Herzmuskulatur. Ein Infarkt der Herzmuskulatur wird daher als Myocardinfarkt bezeichnet.
  24. Myokardinfarkt

    Der Myocardinfarkt ist gleichbedeutend mit dem Herzinfarkt und bezeichnet eine Unterbrechung der Durchblutung im Myocard (Herzmuskel). Der Myocardinfarkt kann durch eine Kombination von Laboruntersuchungen aus dem Blut diagnostiziert werden.
  25. Myokardnekrose

    Eine Myokardnekrose bezeichnet den Untergang oder die Zerstörung der Zellstruktur des Herzmuskels (Myocards), beispielsweise infolge eines Herzinfarkts.
  26. Myom

    Ein Myom ist ein benigner Tumor, der aus Muskelgewebe besteht. Myome können in unterschiedlichen Geweben auftreten. Relativ häufig finden sich Myome des Uterus (Gebärmutter). Neben Myomen kommen im Uterus auch Fibrome (gutartige Tumoren des Bindegewebes) vor, die ohne Symptome verlaufen können. In Abhängigkeit von der Größe können Fibrome und Myome auch Unwohlsein oder Blutungen verursachen und müssen dann gegebenenfalls chirurgisch entfernt werden.

Begriffe mit N

  1. Nasal

    Mit dem Begriff „nasal“ werden die zur Nase gehörenden Prozesse und Abläufe bezeichnet.
  2. Nativ

    Der Begriff „nativ“ bezeichnet den ursprünglichen unveränderten Zustand von Substanzen. So ist der Nativurin ein ohne Zusätze gewonnener Urin.
  3. Natriumretention

    Die Natriumretention bezeichnet das Zurückhalten von Natrium im Körper durch die Nieren. Die Retentionsparameter, d.h. die Natriumkonzentration und den Grad der Erhöhung im Blut, kann im Labor aus einer Blutprobe bestimmt werden.
  4. Natriurese

    Die Natriurese bezeichnet die Natriumausscheidung im Urin. Im Labor kann die Natriumkonzentration im Urin bestimmt werden und mit der Konzentration im Blut verglichen werden.
  5. Nausea

    Die Nausea ist die Übelkeit und das körperliche Unwohlsein, beispielsweise vor Brechreizen.
  6. Nebennieren

    Paarige triangulär geformte endokrine hormonproduzierende Drüse über dem oberen Nierenpol. Sie bestehen aus zwei funktionellen Einheiten (1) der Nebennierenrinde (Kortex), die Sexualhormone (Östrogene) und Glukokortikoide (Kortisol; für viele Funktionen des Körpers unerlässlich) herstellt und ausschüttet und (2) das Nebennierenmark (Medulla), in dem Mineralokortikoide, die für die Aufrechterhaltung der Wasser- und Elektrolyt- (Salze) Balance wichtig sind, produziert und sezerniert werden.
  7. Nebennierenadenom

    Ein Nebennierenadenom ist eine gutartige Geschwulst der Nebenniere. Diese kann jedoch hormonell aktiv sein und durch die unangepaßte überschießende Ausschüttung von Hormonen auffallen. Die Diagnostik kann durch Blutuntersuchungen bestätigt werden.
  8. Nebenniereninsuffizienz

    Die Nebenniereninsuffizienz bezeichnet eine versagende oder ungenügende Funktion der Nebennieren. Typischerweise fällt dies durch den Ausfall der von der Nebenniere gebildeten Hormone auf. Die Diagnostik kann durch Blutuntersuchungen bestätigt werden.
  9. Nebennierenrindenhyperplasie

    Die Nebennierenrindenhyperplasie ist eine diffusen Vergrößerung der Nebennieren, die mit der vermehrten Freisetzung von Hormonen der Nebennierenrinde einhergehen kann. Meist tritt die Nebennierenrindenhyperplasie aufgrund einer gesteigerten hormonellen Stimulierung bei ACTH-produzierenden Hypophysentumoren auf. Daneben kommt eine Nebennierenrindenhyperplasie auch bei ektopischer Bildung von ACTH Im Rahmen eines paraneoplastischen Syndroms bei malignen Tumoren sowie bei angeborener Störung der Kortisol-Biosynthese (Adrenogenitales Syndrom) unter Therapie mit ACTH vor. Durch die dauernde Stimulation der Nebennierenrindenrinde mit Hyperplasie kann ein Cushing Syndrom auftreten.
  10. Nekrose

    Eine Nekrose bezeichnet den Untergang oder die Zerstörung der Zellstruktur. Dabei kann es zu einem vollständigen Untergang der Zellen in einem Gewebe kommen. So führt der Herzinfarkt zu einem Untergang und zu einer Zerstörung der betroffenen Herzmuskelzellen (Myocard) und wird daher auch als Myocardnekrose bezeichnet.
  11. Neonatal

    Der Begriff „neonatal“ bezeichnet den Zustand des Neugeborenen (Neonatus).
  12. Neoplasie

    Unter Neoplasie versteht man eine Neubildung von Körpergeweben. Grundsätzlich ist der Begriff wertneutral, in der Regel wird der Begriff Neoplasie in der Medizin im Zusammenhang mit bösartigen Neubildungen oder Tumoren im Sinne von Karzinomen, Sarkomen und anderen Krebsformen gebraucht.
  13. Neovaskularisation

    Die Neovaskularisation bezeichnet eine neue Entstehung von Blutgefäßen. Viele maligne Tumoren lösen eine Neovaskularisation aus, um neue Blutgefäße für die Wucherung der Tumorzellen zu bilden.
  14. Nephritis

    Die Nephritis ist eine Entzündung der Niere. Die Nephritis kann rein entzündlich, autoimmun oder durch Infektionen verursacht werden. Die Diagnostik kann durch Blut- und Urinuntersuchungen bestätigt werden.
  15. Nephroblastom

    Das Nephroblastom, das auch als Wilms Tumor bezeichnet wird, ist ein bösartiger Nierentumor, der meist bei Kindern unter 5 Jahren auftritt. Für die Diagnostik stehen gegenwärtig keine spezifischen Tumormarker zur Verfügung.
  16. Nephrolithiasis

    Die Nephrolithiasis bezeichnet Nierensteine. Die Diagnostik von Nierensteinen kann durch Laboruntersuchungen des Urins und des Blutes durchgeführt werden.
  17. Nephropathie

    Die Nephropathie bezeichnet ganz allgemein die unterschiedlichen Nierenerkrankungen und Funktionsstörungen der Niere. Die Diagnostik kann durch Blut- und Urinuntersuchungen bestätigt werden.
  18. Nephrose

    Die Nephrose bezeichnet ähnlich wie die Nephropathie eine Nierenerkrankung mit Nierenfunktionsstörung. Die Diagnostik von Nephrosen kann durch Untersuchungen von Blut und Urin bestätigt werden.
  19. Nephrotisches Syndrom

    Das nephrotische Syndrom ist eine spezielle Nierenerkrankung, die durch einen ausgeprägten Eiweißverlust mit dem Urin gekennzeichnet ist. Unterschiedliche Erkrankungen können ein Nephrotisches Syndrom auslösen, so daß in der Regel die Bestimmung mehrere Laborparameter aus dem Blut und dem Urin zur Diagnostik erforderlich sind.
  20. Nephrotoxisch

    Der Begriff „nephrotoxisch“ bezeichnet nierenschädigende Substanzen oder Zustände.
  21. Nervus

    Der Begriff Nervus bezeichnet die Nerven im Körper. Nervus wird sowohl für die peripheren Nerven des Körpers als auch für die Hirnnerven verwendet.
  22. Neurinom

    Das Neurionom ist ein in der Regel gutartiger Tumor eines Nervs, der typischerweise von der Nervenscheide ausgeht.
  23. Neuritis

    Die Neuritis ist eine Entzündung der Nerven. Die Neuritis kann rein entzündlich, autoimmun oder durch Infektionen verursacht werden. Die Diagnostik kann durch Blutuntersuchungen bestätigt werden.
  24. Neuroblastom

    Das Neuroblastom ist ein maligner (bösartiger) Tumor des Nervengewebes. Dieser Tumor betrifft überwiegend Kinder unter dem 5. Lebensjahr. Das Neuroblastom kann durch Blutuntersuchungen im Labor bestätigt werden.
  25. Neurodermitis

    Die Neurodermitis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der es zur chronischen Entzündung, Rötung und Schuppung der Haut kommt. Die Diagnostik kann durch Blutuntersuchungen, z.B. IgE-Antikörper, bestätigt werden.
  26. Neuroendokrin

    Das neuroendokrine System ist ein aus dem gleichen Keimblatt entstandene Gewebe des Nervensystems als auch des endokrinen Systems.
  27. Neutrophile

    Neutrophile oder neutrophile Granulozyten sind Leukozyten (weiße Blutzellen), die durch bestimmte Granula im Zytoplasma gekennzeichnet sind. Neutrophile sind Phagozyten, die Bakterien und zelluläre Bestandteile aufnehmen. Ein Anstieg an Neutrophilen im Blut tritt bei Entzündungen, wie z. B. bei akuten Infektionen, bestimmten malignen neoplastischen Erkrankungen und einigen anderen Erkrankungen auf.
  28. Neutrophile Granulozyten

    Die neutrophilen Granulozyten gehören zu den Leukozyten und werden im Differentialblutbild im Labor bestimmt. Sie sind die zentralen Immunabwehrzellen im direkt wirkenden unspezifischen Abwehrsystem. Neutrophile Granulozyten zirkulieren im Blut, können aber bei Infektionen gezielt in die Gewebe einwandern. Sie bleiben nur wenige Stunden im Blutkreislauf. Im Verlauf von Infektionen steigt die Anzahl von neutrophilen Granulozyten im Blut rasch an. Dabei ist die zentrale Aufgabe die Phagozytose von Bakterien und Gewebetrümmern. So besteht der Eiter größtenteils aus neutrophilen Granulozyten und den zerfallenen und nach Phagozytose der Infektionserreger abgestorbenen Zellen.
  29. Nicht-palpabel

    Unter „palpieren“ versteht man das Ertasten von Veränderungen, z. B. das Tasten von Tumoren bei der digitalen Tastuntersuchung der Prostata. Als „nicht-palpabel" bezeichnet man daher Veränderungen, die durch Tasten nicht wahrnehmbar sind.
  30. Northern Blot

    Der Northern Blot ist ein Verfahren zum Nachweis von Ribonukleinsäuren (RNS). Mit der molekularbiologische Methode wird die mittels Gelelektrophorese aufgetrennte RNA auf eine Membran übertragen und bestimmte RNA-Sequenzen durch eine Hybridisierung mit bekannten komplementären Gensonden nachgewiesen. Bei der Dot-Blot-Hybridisierung wird die RNS punktförmig (Englisch „Dot“) auf den Filter (Englisch „Blot“) aufgetragen, so daß bei positiver Reaktion nach Bindung der entsprechenden Moleküle aus dem Serum oder Urin des Patienten die angefärbten Punkte abgelesen werden können. Die Technik der Blot-Hybridisierung für DNS wird auch als Southern Blot und für Proteine als Western Blot bezeichnet.

Begriffe mit O

  1. Obligat

    Unter dem Begriff obligat versteht man im medizinischen Zusammenhang Tatsachen, die unbedingt bestimmte Konsequenzen haben. So sind zum Beispiel obligat pathogene Infektionserreger, solche Keime, die immer eine Erkrankung auslösen.
  2. Obliteration

    Die Obliteration bezeichnet den Verschluß eines Gefäßes, einer Körperhöhle oder Ausführungsgangs, sowie auch einen Organs, eines Gefäßes. Die Obliteration einen Gallengangs entspricht daher einem Gallengangsverschluß.
  3. Obstipation

    Die Obstipation bezeichnet die Verstopfung, daß heißt die Schwierigkeit Kot abzusetzen.
  4. Obstruktion

    Die Obstruktion bezeichnet den (teilweisen) Verschluß, die Verstopfung oder Verlegung eines Gefäßes, einer Körperhöhle oder Ausführungsgangs, sowie auch einen Organs. Insbesondere im Zusammenhang mit Darmverschlüssen wird der begriff Obstruktion verwendet.
  5. Obstruktion, biliäre

    Die biliäre Obstruktion bezeichnet den Gallengangsverschluß.
  6. Obstruktive Atemwegserkrankung

    Die Obstruktiven Atemwegserkrankungen bezeichnen Erkrankungen, die mit einer Behinderung der Atmung aufgrund von Verengungen oder Verlegungen der Atemwege zustande kommen.
  7. Occultes Blut

    Okkultes Blut bezeichnet sogenanntes verborgenes oder verstecktes, d.h. mit dem bloßen Auge nicht sichtbares Blut. In der Regel wird mit dem „Test auf okkultes Blut“ ein Nachweisverfahren für geringe Mengen Blut im Stuhl gemeint. Mit diesem auch als Hämocculttest bekannten Verfahren werden kleinste Mengen von Blut im Stuhl nachgewiesen. Typischerweise erfolgt der Test auf drei speziell vorbereiteten Briefchen, auf die der Patient drei unterschiedliche Stuhlproben von verschiedenen Tagen mit einem Spatel aufbringt. Die Mengen des Blutes im Stuhl typischerweise so gering, daß sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Ein positiver Nachweis von Blut im Hämoccult Test kann auf einen bösartigen Tumor (z.B. Darmkrebs) hinweisen. Aber auch gutartige Erkrankungen, z.B. Hämorrhoiden können mit Blut im Stuhl einhergehen.
  8. Oesohagusvarizen

    Oesophagusvarizen sind Krampfadern, die sich in den Venen der Speiseröhre (Ösophagus) bilden. Oesophagusvarizen entstehen meist aufgrund einer länger bestehenden Leberzirrhose, die zu einer Verengung und Verdrängung des Blutstroms durch die Leber führt, so daß ein Umgehungskreislauf entsteht, der zu den Krampfadern im Oesophagus führen. Das große Risiko besteht im Platzen dieser Gefäße mit starkem Blutverlust.
  9. Oesophagitis

    Die Oesophagitis ist eine Entzündung der Speiseröhre. Die Oesophagitis kann rein entzündlich, im Rahmen von Verätzungen oder durch Infektionen verursacht werden. Die Diagnostik kann durch Blutuntersuchungen und mikrobiologische Untersuchungen bestätigt werden.
  10. Oesophagus

    Der Oesophagus ist die Speiseröhre.
  11. Okklusiv

    Okklusiv bezeichnet eine abdichtende oder vollständig abdeckende Behandlung.
  12. Okulär

    Der Begriff okulär bezeichnet die das Auge betreffenden Vorgänge oder Bereiche. Eine okuläre Therapie ist eine Therapie am Auge.
  13. Oligomenorrhoe

    Eine Oligomenorrhoe bezeichnet eine zu selten auftretende Menses (Monatsblutung), die nur in verlängerten Zeitabständen auftritt.
  14. Oligospermie

    Die Oligospermie bezeichnet die verminderte Zahl von Spermien (Samenzellen) im Ejakulat. Die Diagnostik erfolgt im Labor durch Erstellung eines Spermiogramms aus dem Ejakulat.
  15. Oligurie

    Die Oligurie bezeichnet eine verminderte Ausscheidung von Urin (Harn).
  16. Onkogen

    Unter Onkogenen versteht man Gensequenzen im Genom der Zelle, die einen bösartigen Tumor/ Krebs auslösen können. Typischerweise entstehen aktive Onkogene durch genetische Veränderungen von inaktiven Protoonkogenen, z.B. durch Mutationen aufgrund radioaktiver, chemischer, physikalischer, oder viraler Einflüsse.

    Gegenwärtig sind mehr als 50 Protoonkogene bekannt, wie z.B. myc, abl, src, ras. Die Onkogene haben üblicherweise wichtige Funktionen im Zellzyklus und wirken beispielsweise als Wachstumsfaktoren oder Wachstumsfaktor-Rezeptoren.

    Die prognostische Bedeutung der Onkogen-Veränderungen wird kontrovers diskutiert. Forscher versuchen Anti-Onkogene, die Tumoren unterdrücken und in der Behandlung der Krebserkrankungen eingesetzt werden könnten, zu isolieren. Bestimmte Onkogene können in der normalen Entwicklung und dem Wachstum eine Rolle spielen; sind sie beschädigt oder mutiert, kann daraus Krebs entstehen.

  17. Onkologie

    Die Onkologie ist die Heilkunde von malignen (bösartigen) Tumoren. Im medizinischen Fachgebiet Onkologie erfolgt die Erkennung und Behandlung von Tumorerkrankungen.
  18. Onycholyse

    Die Onycholyse bezeichnet die Ablösung bzw. Auflösung von Finger- oder Fußnägeln.
  19. Onychomykose

    Die Onychomykose bezeichnet den Pilzbefall der Nägel. Bei der Onychomykose sind die Fußnägel häufiger betroffen als die Fingernägel.
  20. Oogenese

    Die Oogenese bezeichnet die Entwicklung der befruchteten Eizellen.
  21. Operativ

    Der Begriff „operativ“ bezieht sich auf chirurgische Maßnahmen. So ist ein operativer Eingriff eine chirurgische Operation.
  22. Ophthalmologie

    Die Ophthalmologie ist die Augenheilkunde. Im medizinischen Fachgebiet Ophthalmologie erfolgt die Erkennung und Behandlung von Erkrankungen des Auges.
  23. Ophthalmologisch

    Der Begriff „ophthalmologisch“ bezeichnet Eigenschaften, die mit den Augen zu tun haben.
  24. Ophthalmoplegie

    Die Ophthalmoplegie ist eine Lähmung der Augenmuskeln.
  25. Ophthalmoskopie

    Die Ophthalmoskopie ist eine Betrachtung des Auges und des Augenhintergrundes mit verschiedenen Instrumenten, wie z.B. Lupen, Augenspiegel. Eine typische Anwendung ist die Untersuchung des Augenhintergrunds bei Diabetikern, die wie die Bestimmung von HbA1c mit zum regelmäßigen Kontrollprogramm gehört.
  26. Opiat

    Opiate sind rezeptpflichtige Substanzen mit betäubender und schmerzstillender Wirkung. Aufgrund der möglichen mißbräuchlichen Anwendung aufgrund der euphorisierenden Nebenwirkung müssen diese Substanzen auf einem speziellen BTM-Rezept ärztlich verordnet werden.
  27. Opisthotonus

    Der Opistotonus ist ein krampfartiges Überstrecken des gesamten Körpers und insbesondere des Nackens, der immer auf eine schwere Erkrankung hinweist. Diese auch als „Flitzebogen-Haltung“ beschriebene Überstreckung ist typisch bei Meningitis (Hirnhautentzündung) und Tetanus, kann aber auch bei ausgeprägten Blutungen im Hirn auftreten.
  28. Opportunistische Erreger

    Opportunistische Erreger, sind potentielle (mögliche) Infektionserreger, die normalerweise bei Gesunden keine Infektionen hervorrufen. Die opportunistischen Erreger können aber bei immunsupprimierten (abwehrgeschwächten) Personen teils schwere Erkrankungen auslösen. Die opportunistischen Erreger können im Labor aus Blutproben, Sputum (Auswurf), sowie Gewebeproben identifiziert werden.
  29. Opsonierung

    Die Opsonierung ist eine Markierung von Fremdsubstanzen (z.B. Bakterien und Pilze) durch bestimmte Marker des Immunsystems, den Opsoninen. Zu den Opsoninen gehören Antikörper oder Immunglobuline (IgG, IgA, IgM, IgE und IgD), das Komplementsystem (C3) sowie Kombination von beiden. Nach der Opsonierung werden die Fremdsubstanzen besonders rasch und stark als körperfremd erkannt und können von Abwehrzellen (z.B. Granulozyten, Monozyten und Makrophagen) phagozytiert werden.
  30. Opsonin

    Unter Opsonin versteht man Marker des Immunsystems, die eine Markierung von Fremdsubstanzen (z.B. Bakterien und Pilze) ausüben können. Dieser markierungsprozeß wird auch als Opsonierung bezeichnet. Zu den Opsoninen gehören Antikörper oder Immunglobuline (IgG, IgA, IgM, IgE und IgD), das Komplementsystem (C3) sowie die Kombination von beiden. Nach der Opsonierung werden die Fremdsubstanzen besonders rasch und stark als körperfremd erkannt und können von Abwehrzellen (z.B. Granulozyten, Monozyten und Makrophagen) phagozytiert werden.
  31. Opticusneuritis

    Die Opticusneuritis bezeichnet eine Entzündung des Sehnervs.
  32. Oral

    Mit oral wird in der Regel die Aufnahme einer Substanz (z.B. eines Medikamentes) über den Mund/ das Schlucken (p.o.) im Gegensatz zur parenteralen Gebe beispielsweise über eine Injektion in die Vene (i.v.), in die Muskulatur (i.m.) oder unter die Haut (s.c.) bezeichnet.
  33. Orbita

    Die Orbita bezeichnet die Augenhöhle.
  34. Orbital

    Der Begriff „orbital“ bezeichnet Eigenschaften, die die Orbita (Augenhöhle) betreffen.
  35. Orbitalödem

    Das Orbitaödem ist eine durch Eindringende Gewebeflüssigkeit verursachte Schwellung in der Orbita (Augenhöhle).
  36. Orchitis

    Die Orchitis ist eine Entzündung der Testes (Hoden). Die Orchitis kann als mechanisch verursachte Entzündung durch Druck oder Quetschung, sowie auch im Rahmen einer Infektion entstehen. Die Orchitis kann rein entzündlich oder durch Infektionen verursacht werden. Die Diagnostik kann durch Blutuntersuchungen und mikrobiologische Untersuchungen von Abstrichen bestätigt werden.
  37. Organbiopsie

    Die Organbiopsie ist eine diagnostische Gewebeentnahme aus Organen. Beispielsweise werden Lungenbiopsien durchgeführt, um chronische Lungenerkrankungen oder Tuberkulose zu diagnostizieren.
  38. Osmolarität

    Die Osmolarität ist die Menge der gelösten Teilchen pro Liter. In der Regel wird die Osmolarität von Urin im Labor bestimmt.
  39. Otits

    Die Otitis ist eine Entzündung des Ohrs. Die Otitis kann rein entzündlich oder durch Infektionen verursacht werden. Die Diagnostik kann durch Blutuntersuchungen und mikrobiologische Untersuchungen von Abstrichen bestätigt werden.
  40. Otits media

    Die Otitis media ist eine Entzündung des Mittelohrs. Die Otitis media kann rein entzündlich oder durch Infektionen verursacht werden. Die Diagnostik kann durch Blutuntersuchungen und mikrobiologische Untersuchungen von Abstrichen bestätigt werden.
  41. Oxidativer Stress

    Bei den Stoffwechselprozessen im Körper können sogenannte "freie Radikale" entstehen, die einen "oxidativen Stress" auslösen können, der als ein Faktor in der Gewebeschädigung und bei Alterungsprozessen angesehen wird. Zu den wichtigsten freien Radikalen gehören das Superoxid-anion Radikal und das Hydroxidradikal. Da freie Radikale ein ungepaartes Elektron aufweisen, sind sie hochgradig instabil und binden und verändern benachbarte Moleküle, wie z.B. Lipide, Proteine oder DANN und können so Körperzellen schädigen und manchmal sogar Zellen zerstören. Antioxidanzien im Körper oder aus der Nahrung können diesen Effekten durch die Bindung der freien Radikale entgegenwirken.

Begriffe mit P

  1. Palpabel

    Unter „palpieren“ versteht man das Ertasten von Veränderungen, z.B. das Tasten von Tumoren bei der digitalen Tastuntersuchung der Prostata. Als „nicht-palpabel bezeichnet man daher Veränderungen, die durch Tasten nicht wahrnehmbar sind.
  2. Parenteral

    Mit parenteral wird in der Regel die Verabreichung einer Substanz (z.B. eines Medikamentes) über eine Injektion in die Vene (i.v.), in die Muskulatur (i.m.) oder unter die Haut (s.c.), im Gegensatz zur oralen Aufnahme (p.o.) über das Schlucken einer Substanz bezeichnet.
  3. Parietalzellen

    Die Parietalzellen oder auch Belegzellen des Magens bilden den Intrinsic Factor, der einer der wichtigsten Faktoren für die Aufnahme von Vitamin B12 (Cobalamin) aus der Nahrung ist. Das von den Parietalzellen in der Magenschleimhaut gebildete Glykoprotein Intrinsic Faktor bildet mit dem Vitamin B12 einen Komplex, der verbessert aufgenommen werden kann.
  4. Pathogen

    Der im medizinischen Gebrauch verwendete Begriff „pathogen“ hat zwei verschiedene Bedeutungen. (1) Zum einen versteht man unter pathogen „krankmachend“ oder „eine Krankheit“ auslösend. (2) Zum anderen werden Krankheitserreger, wie z.B. Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten als Pathogene bezeichnet.
  5. pCO2

    Der pCO2 bezeichnet den Partialdruck des Kohlendioxids (pCO2) im Blut, der für die Aufrechterhaltung des Säure-Base-Gleichgewichts erforderlich ist. Der pCO2 gehört zur Bestimmung der sogenannten Blutgase, zu denen auch das Bicarbonat (HCO3), der Basenüberschuss (BE), der Blutsauerstoff-Partialdruck/ pO2, sowie der pH gehören. Die Blutgaswerte werden immer gemeinsam bestimmt, um den Säure-Basen-Haushalt des Körpers zu beurteilen. Insbesondere in der Intensivmedizin, im Notfallbereich und während Operationen geben diese Werte wichtige Informationen über die Vitalfunktion.
  6. PCR

    Die PCR oder Polymerase Ketten (Englisch: Chain) Reaktion ist ein Verfahren, mit dem in einer sich identisch wiederholenden Kettenreaktion kleinste Mengen eines DNS oder RNS-Abschnitts vervielfältigt werden können. In der medizinischen Diagnostik wird das PCR-Verfahren vielfältig eingesetzt, beispielsweise zum Nachweis von Infektionserregern im Blut, im Urin oder im Liquor, sowie auch bei der Gewebetypisierung im Rahmen von Transplantationen oder beim Vaterschaftstest. Bei der PCR-Technik wird ausgehend von einem gesuchten DNS oder RNS-Strang eine Kettenreaktion gestartet, bei der die DNS-Menge jeweils verdoppelt wird. Auf diese Weise können mehrere Millionen-fache Vervielfältigungen der initialen DNS oder RNS-Menge entstehen, die diagnostisch nachweisbar sind.
  7. Penicillin

    Penicillin ist das erste ß-Lactamantibiotikum mit einer sehr guten Wirkung auf viele grampositive Bakterien sowie auch auf Spirochäten, wie z. B. dem Erreger der Syphilis.
  8. Peripheres Nervensystem

    Das periphere Nervensystem bezeichnet die Nervenbahnen im Körper. Jeder dieser Nerven ist ein Bündel aus sensorischen (für Empfindungen zuständig) und motorischen (für Bewegungen zuständig) Nervenfasern, Blutgefäßen und Bindegewebe. Der Mensch hat 43 Hauptnervenpaare, davon sind 12 Hirnnerven, die den Schädel an der Schädelbasis verlassen. Die übrigen 31 Nervenpaare führen durch das Rückenmark. Das periphere Nervensystem arbeitet zum Teil unwillkürlich, zum Teil willkürlich und verbindet das Zentralnervensystem mit allen Körperteilen.
  9. Peritoneum

    Das Peritoneum ist die Bauchhöhle
  10. Pernizöse Anämie

    Die perniziöse Anämie wird durch einen Mangel an Vitamin B12 (Cobalamin) ausgelöst, das für die Nukeinsäurebiosynthese unter anderem für die Erythrozyten wichtig ist. Bei der perniziösen Anämie handelt es sich um eine spezielle Form der Anämie (Blutarmut), bei der die Erythrozyten vergrößert sind. Daher wird diese Anämieform auch als Megaloblastische Anämie bezeichnet. Der Mangel an Vitamin B12 kann durch unzureichende Aufnahme mit der Nahrung, häufig bei Mangel- und Fehlernährung bei Alkoholkrankheit, durch Autoantikörper gegen den Intrinsic Factor (IF-AK) oder Autoantikörper gegen Parietalzellen des Magens, sowie bei Magenresektion (operativer Entfernung des Magens) auftreten.
  11. Phagozytose

    Der Begriff phagozytieren (fressen) bezeiht sich in der Regel auf die Aufnahme von Krankheitserregern durch Phagozyten (Freßzellen), die zur Gruppe der Leukozyten gehören. Ein Teil der Leukozyten phagozytiert Krankheitserreger und tötet diese intrazellulär (in der Zelle) direkt ab, dies sind die Granulozyten. Ein anderer Teil der Leukozyten phagozytiert Krankheitserreger und zerlegt diese in kleine immunogene bzw. antigene Bruchstücke, die eine spezifische Immunantwort auslösen, dies sind die Monozyten. Auf diese Weise werden Krankheitserreger durch Abtötung oder durch Auslösung einer spezifischen Immunreaktion unschädlich gemacht.
  12. Phenyletonurie

    Die Phenyletonurie ist eine erbliche Stoffwechselerkrankung, die durch einen angeborenen Enzymdefekt eines Leberenzyms bedingt wird, das zum Abbau der Aminosäure Phenylalanin erforderlich ist. Die autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung tritt in Deutschland bei einer von 6.500 Geburten auf. Aufgrund des Enzymdefekts steigt die Konzentration der nicht abbaubaren Aminosäure Phenylalanin kontinuierlich im Blut an. Bei extremen Konzentrationen kommt es zu Vergiftungen. Die Schädigungen an Haut und Haaren und insbesondere die Schädigung des Gehirns während der Hirnentwicklung mit verlangsamter geistiger Entwicklung sind teilweise irreversibel. Aus diesem Grund muß jedes Neugeborene einem Screeningtest unterzogen werden, um bei Nachweis des Enzymdefekts lebenslang alle Phenylalanin-haltigen Nahrungsmittel zu vermeiden. Bei rechtzeitiger Diagnose und sofortigem Diätbeginn entwickeln sich die betroffenen Kinder vollkommen normal.
  13. pH-Wert

    Der pH-Wert des Blutes gibt den Säuregrad an, der durch die Atmung, die Nierenfunktion und die unterschiedlichen im Körper ablaufenden Stoffwechselreaktionen bestimmt wird. Alle diese Faktoren beeinflussen das Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen im Körper. Der normale pH im Blut liegt etwas über 7 und wird fein reguliert in einem engen Bereich konstant gehalten. Eine Beurteilung des pH-Wertes kann nur sinnvoll in Zusammenhang mit den Werten für die Atmung und die Nierenfunktion erfolgen. Daher wird der pH immer im Zusammenhang mit dem (1) Bicarbonat, (2) Kohlendioxyd-Partialdruck/ pCO2, (3) Basenüberschuss (BE) und dem (4) Blutsauerstoff-Partialdruck/ pO2 bestimmt.
  14. Plaque

    Der lateinische Begriff Plaque bezeichnet grundsätzlich einen erhabenen Fleck oder eine Erhebung. Im medizinischen Sinne werden mit Plaque folgende Veränderungen bezeichnet:

    Flacher, erhabener Fleck auf der Haut oder einer mukösen Membran;
    Ablagerung an der inneren Arterienwand bei Atherosklerose;
    Ablagerungen an den Zähnen, der die Entwicklung von Karies begünstigt.

  15. Plasma

    Das Plasma/ Blutplasma bezeichnet den zellfreien flüssigen Bestandteil des Blutes, der normalerweise, der Wasser, Elektrolyte, Glukose, Fette und Proteine enthält und in dem Erythrozyten, Leukozyten und Blutplättchen suspendiert sind. Zusätzlich zum Transport der zellulären Elemente, hilft das Plasma den Flüssigkeits-Elektrolyt-Haushalt und das Säure-Base-Gleichgewicht aufrechtzuerhalten sowie den Abfall des Körpers abzutransportieren.
  16. Plasmozytom

    Das Plasmozytom (auch morbus Kahler oder multiples Myelom) ist eine Erkrankung der differenzierten B-Zellen (Plasmazellen) und gehört zu den niedrig-malignen Non-Hodgkin-Lymphomen. Die Erkrankung kann sich an verschiedenen Stellen, insbesondere im Knochenmark unterschiedlicher Knochen (z. B. Schädel, Rippen, Oberschenkel) manifestieren. Die Diagnostik erfolgt über Blut- und Urinuntersuchungen, Knochenmarksproben und die bildgebende Diagnostik (Röntgenbilder, CT). Die Produkte der malignen Plasmazellen, die monoklonalen Immunglobuline oder Antikörper (siehe dort) können im Blut und im Urin mit der Elektrophorese, einem Verfahren, welches Eiweiße sichtbar macht, nachgewiesen werden.
  17. PNS

    Die Abkürzung PNS bezeichnet das Periphere Nerven System, also die nerven des Körpers ohne Gehirn und Hirnnerven.
  18. Polydipsie

    Die Polydipsie bezeichnet die krankhaft vermehrte Flüssigkeitsaufnahme.
  19. Polyglobulie

    Die Polyglobulie bezeichnet den Zustand einer erhöhten Zellkonzentration im Blut. Die Polyglobulie kann (1) primär durch eine Vermehrung von Blutzellen, z.B. erhöhte Erythrozytenzahl oder (2) sekundär durch eine Sauerstoffmangel, z.B. Aufenthalt in großen Höhen entstehen. Selten können auch chronische Kohlenmonoxydvergiftungen bei starken Rauchern zu einer reflektorisch erhöhten Bildung von Erythrozyten als Sauerstoffträgern führen.
  20. Polymer

    Multiple identische oder ähnliche chemische Verbindungen, die miteinander in Form einer dreidimensionalen Struktur mit einzigartigen physikalischen Charakteristiken verbunden sind.
  21. Polymyalgia Rheumatica

    Die Polymyalgia Rheumatica ist eine chronisch entzündliche Autoimmunerkrankung, die mit heftigen symmetrischen Schmerzen um Schulter- und/oder Beckengürtel einhergeht, die morgens besonders stark ausgeprägt sind. Die Erkrankung ist mit der Arteriitis temporalis (Riesenzellarteriitis) assoziiert. Meist tritt sie bei Frauen über 50 Jahren auf.
  22. Polyurie

    Die Polyurie bezeichnet eine vermehrte Ausscheidung von Urin (Harn).
  23. Polyzythämie

    Abnormale Konzentration der Erythrozyten im Blut, die häufig mit einer pulmonalen oder kardialen Erkrankung, einer bösartigen Erkrankung des Knochenmarks in Verbindung steht, sowie auch nach einem längeren Aufenthalt in größeren Höhen auftreten kann, oft aber auch mit unbekannter Ursache.
  24. Posterior

    Posterior ist die lateinische Bezeichnung für „hinten liegend“ beziehungsweise „auf oder in Richtung der Rückseite/ dem Rücken“. Posterior wird im Gegensatz zu „anterior“ (vorne liegend), verwendet.
  25. Präventionsmedizin

    Die Prävetionsmedizin befasst sich im Wesentlichen mit der Vermeidung und der Prophylaxe von Erkrankungen. Typische Bereiche der Präventionsmedizin umfassen daher Impfkampagnen, die Eradikation und Kontrolle von Erkrankungsüberträgern (z.B. Malariatragenden Mücken), Vorsorgeprogrammen und anderen Gesundheitsfördernden und Erkrankungs-verhindernden Faktoren.
  26. Prion

    Prionen sind infektiöse Protein-Partikel, die überwiegend aus einer abnormen Isoform eines normalen zellulären Proteins bestehen. Im Gegensatz zu Viren oder Bakterien besitzt ein Prion kein genetisches Material wie DNS oder RNS und kann sich darum auch nicht selbst reproduzieren. Prionen sind anders als normale Proteine geformt und können daher nicht von den normalen Enzymen abgebaut werden. Im Gehirn scheinen sie sich dadurch zu reproduzieren, dass sie bei normalen Proteinen eine ähnliche Faltung wie die eigene induzieren. Zu typischen Prionen gehören Scrapie, Kuru, Jakob-Creutzfeld Erkrankung, sowie BSE.
  27. Prophylaktisch

    Die Prophylaxe bezeichnet die Vorbeutung einer Erkrankung, z. B. durch Impfung.
  28. Protein

    Proteine sind Eiweiße, die aus Aminosäuren, einer Verbindung aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und manchmal Phosphor und Schwefel, bestehen. Die Proteine bilden das Grundgerüst der meisten Organe und bilden die Grundlage vieler Enzyme und Hormone, die die Körperfunktionen regulieren. Sie werden im Körper aus ihren Bestandteilen, den Aminosäuren, gebildet und sind in der Nahrung enthalten.
  29. Purpura fulminans

    Die purpura fulminans ist eine akute oft rasch tödlich endende Erkrankung, die durch schwere, hämorrhagische Hautinfarkte und Hautnekrosen gekennzeichnet ist. Typischerweise tritt eine disseminierte, intravaskuläre Blutgerinnungsstörung mit erhöhtem Verbrauch von Gerinnungsfaktoren, einer Thrombozytopenie (Verminderung der Blutplättchen), der Entstehung von Mikrothromben (siehe Thrombose/ Thromben) und einer hämorrhagischen Diathese (Blutungsneigung) auf. Dabei entstehen großflächige Hautblutungen, die häufig schmerzhaft sind und in der Mitte nekrotisieren (zerfallen). Es können auch hämmorrhagische Blasen entstehen. Erfolgt keine unverzügliche Behandlung, ist sie ein lebensbedrohender Zustand.

Begriffe mit Q

  1. Qualitative Testresultate

    Testergebnisse, die in Form einer bestimmten Eigenschaft oder Beschaffenheit des Untersuchten ausgedrückt werden können. Qualitative Untersuchungsergebnisse von Labortests werden nicht in Form von konkret messbaren Einheiten/ Zahlen ausgedrückt, sondern lediglich als positiv/ negativ oder nachweisbar/ nicht nachweisbar bezeichnet. Im Gegensatz dazu werden quantitative Ergebnisse in Form messbarer Einheiten, wie z.B. 10.000 Leukozyten pro ml Blut oder 20 mg Protein, angegeben.

Begriffe mit R

  1. Reversibel

    Unter dem Begriff „reversibel“ versteht man in der Medizin ein wieder rückgängig zu machendes Ereignis oder eine verbesserungsfähigen Schädigung des Organismus. Beispielsweise ist ein reversibler Funktionsverlust der Sehfähigkeit eine zum Beispiel durch therapeutische Maßnahmen wieder verbesserungsfähige Erblindung.
  2. Rezessive Gene

    Rezessive Gene werden normalerweise von dominanten Genen unterdrückt. Ein rezessiv vererbtes Merkmal ist nur dann sichtbar, wenn zwei rezessive Gene alleine kombiniert werden. Die Kombination eines rezessiven Genpaares wird als homozygot, die Kombination einen rezessiven und eines dominanten Gens als heterozygot bezeichnet.
  3. Rhesus Blutgruppe

    Das Rhesus-Blutgruppensystem umfasst mehrere Antigene (Oberflächenmerkmale) auf den Erythrozyten (Rote Blutkörperchen), die ähnlich wie das AB0-Blutgruppensystem ein wichtiges Blutgruppensystem sind. Im Unterschied zu den ABO-Blutgruppensystem, die aus Kohlenhydraten (Zuckern) bestehen, sind die Rhesus-Blutgruppenantigene Proteine (Eiweiße). Zur Bestimmung der Rhesusantigene bei der Blutgruppenbestimmung werden zunächst die fünf häufigsten Rhesusantigen-Merkmale D, C, c, E und e untersucht.
  4. Rhesusnegativ

    Die Bezeichnung Rhesusnegativ ist eine Blutgruppeneigenschaft, die das Fehlen des Rhesusantigens „D“ auf den Erythrozyten (Rote Blutkörperchen) beschreibt. In der Europäischen Bevölkerung sind etwa 15% der Bevölkerung Rhesusnegativ, d.h. die Erythrozyten tragen an der Oberfläche das Rhesusmerkmal d. Bei der Blutgruppenbestimmung wird neben den AB0-Blutgruppenantigenen immer auch das Rhesusmerkmal D bestimmt, daher umfaßt die Bezeichnung einer Blutgruppe immer beide Blutgruppenmerkmale, z.B. als A Rhesusnegativ, bzw. A Rh neg oder 0 Rh neg.
  5. RNS

    Die Ribonukleinsäure (RNS) ist eine zentral wichtige Substanz für die Umsetzung der Erbinformation und wirkt mit der DNS als Trägerin der Erbsubstanz zusammen. Die RNS besteht ähnlich wie die DNS aus 4 Basen: Adenin (A), Cytosin (C), Guanin (G), allerdings wird in der RNS statt Thymin Uracil (U) verwendet. Der wichtigste Unterschied zur DNA besteht in der Stuktur der RNS, die im Unterschied zur DNS nicht als Doppelhelix, sondern als einzelner RNS-Strang vorkommt. RNS kommt als mRNS (messenger-RNS=Boten-RNS), rRNS (ribosomale RNS), sowie als tRNS (transfer-RNS) vor, die unterschiedliche Funktionen im Rahmen der Proteinbiosynthese wahrnehmen. Während die mRNS den Einbau einzelner Aminosäuren in die wachsende Proteinkette am Ribosom vermittelt, bringt die tRNS die genetische Information zu den Ribosomen. Die rRNS ist wesentliche für die Struktur der Ribosomen.
  6. RNS Interferenz

    Die RNS Interferenz oder RNSi ist ein natürlicher Mechanismus der Genregulation beim Menschen, aber auch bei Tieren und Pflanzen, der zum Abschalten von Genen in Zellen führt. Dieser natürliche Schutzmechanismus dient vor allem zur Abwehr fremder RNA z.B. von Viren. Man geht derzeit davon aus, daß der Schutzmechanismus auf dem Ausschalten eines Gens durch Bildung und Bindung komplementärer RNS an die mRNS (Boten-RNS) basiert. Dadurch wird die Proteinbiosynthese über ein post-transkriptionales gene silencing blockiert. Gegenwärtig wird versucht, diesen Mechanismus als molekularbiologisches Verfahren einzusetzen, um die Aktivität bestimmter Gene zu blockieren. Auf diese Weise könnte mit Hilfe der gezielten genetischen Manipulation die Vermehrung von Krankheitserregern oder genetische Erkrankungen therapiert werden.
  7. RNSi

    Die RNS Interferenz oder RNSi ist ein natürlicher Mechanismus der Genregulation beim Menschen, aber auch bei Tieren und Pflanzen, der zum Abschalten von Genen in Zellen führt. Dieser natürliche Schutzmechanismus dient vor allem zur Abwehr fremder RNA z.B. von Viren. Man geht derzeit davon aus, daß der Schutzmechanismus auf dem Ausschalten eines Gens durch Bildung und Bindung komplementärer RNS an die mRNS (Boten-RNS) basiert. Dadurch wird die Proteinbiosynthese über ein post-transkriptionales gene silencing blockiert. Gegenwärtig wird versucht, diesen Mechanismus als molekularbiologisches Verfahren einzusetzen, um die Aktivität bestimmter Gene zu blockieren. Auf diese Weise könnte mit Hilfe der gezielten genetischen Manipulation die Vermehrung von Krankheitserregern oder genetische Erkrankungen therapiert werden.
  8. Rote Blutkörperchen

    Die roten Blutkörperchen sind Erythrozyten, die als Träger des Hämoglobins (roter Blutfarbstoff) für den Sauerstofftransport aus der Lunge in die Gewebe verantwortlich sind. Erythrozyten zirkulieren in der Blutbahn innerhalb der Blutgefäße und geben den Sauerstoff im Kapillarsystem ab. Erythrozyten werden bei Erwachsenen im Knochenmark gebildet. Einer der wichtigsten Aktivatoren für die Bildung der Erythrozyten ist das Erythropoietin aus der Niere, das die Bildung von Erythrozyten im Knochenmark anregt.
  9. Rückkopplungsmechanismus

    Der Körper benutzt Rückkopplungssysteme zur Kontrolle verschiedener Funktionen, insbesondere in der Regulation der Funktion von Hormonen. Die Bildung von Hormonen muß sehr fein reguliert werden und immer dem wechselnden Bedarf angepasst werden. Durch positive und negative Rückkopplungskreisläufe wird die Konzentration der Hormone dem jeweiligen Bedarf angepasst und im Gleichgewicht konstant gehalten. Meist liegen (1) negative Rückkopplungssysteme vor. Dabei führt die steigende Konzentration eines Hormons zur Hemmung der Bildung der das Hormon freisetzenden Substanz. Auf diese Weise wird die Hormonbildung wieder verlangsamt und das erwünschte Gleichgewicht spielt sich wieder ein.
    Ein (2) positives Rückkopplungssystem erhöht die Menge an hergestelltem Produkt oder Hormon. Es gibt nur sehr wenige positive Rückkopplungssysteme im menschlichen Körper. Ein Beispiel ist die Laktation (Michproduktion bei der Wöchnerin). Die saugende Bewegung des Säuglings regt die Bildung des Hormons Oxytozin an, das wiederum die Milchbildung anregt. Dies ist eine positive Rückkopplung, da sie mehr Produkt (Milch) produziert, die mehr Saugen produziert, die mehr Hormon produziert. Trinkt das Kind nicht länger an der Brust, Fällt der Oxytozinspiegel ab und die Milchproduktion verringert sich.

Begriffe mit S

  1. Sammelurin

    Eine Sammlung des Urins über einen bestimmten Zeitraum, häufig zur Untersuchung von Stoffwechselprodukten oder Hormonen, die über die Nieren ausgeschieden werden. Über einen kurzen Zeitraum (z. B. 2 Stunden) wird diese Sammlung eventuell in einem Labor durchgeführt. Für längere Zeiträume (z. B. 12 Stunden) wird sie zu Hause durchgeführt. Zu Beginn des Sammelzeitraums muss die Blase entleert und der Urin verworfen werden. Dann muss die Zeit notiert werden und der gesamte Urin über die vereinbarte Zeit gesammelt werden. Am Ende dieses Zeitraums sollte die Blase wieder entleert werden und diese Menge dem Sammelvolumen zugeführt werden. Wiederum wird die Zeit notiert. Der gesammelte Urin kann beim behandelnden Arzt oder im Labor abgegeben werden.
  2. Sarkoidose

    Die Sarkoidose (Morbus Boeck) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung unbekannter Ursache, die durch die Bildung von Granulomen (herdförmigen Knoten) insbesondere in der Lunge, aber auch in anderen Organen wie z. B. der Leber, den Lymphknoten, den Augen, den Knochen, dem Nervensystem oder den Speicheldrüsen charakterisiert wird. Eine Verwandtschaft zur Tuberkulose wird vermutet, konnte aber nie bewiesen werden. Ein großer Teil der Erkrankten weist keinerlei Symptome auf, während bei manchen betroffenen Patienten Organ-spezifische Beschwerden auftreten. Typischerweise treten zahlreiche, herdförmige Granulome auf.
  3. Säure-Base-Gleichgewicht

    Das Säure-Base-Gleichgewicht bezeichnet die normale Balance zwischen Säuren und Basen im Körper, die durch Puffersysteme im Blut und durch regulatorische Funktionen der Lunge und der Nieren aufrechterhalten wird. Das Verhältnis von Säuren zu Basen ist für die normale Funktion aller Stoffwechselvorgänge im Organismus von großer Bedeutung. Dieses Gleichgewicht ist entscheidend für die Struktur und Funktion von Proteinen, die Membranpermeabilität, die Verteilung von Elektrolyten sowie die Funktion der Gewebe. Das Säure-Base-Gleichgewicht wird durch die Ausscheidung von Säuren und Basen über den Urin und die Atemluft reguliert. Diese scheiden überflüssigen Ballast aus, um eine Anhäufung von Säuren (Azidose) oder Basen (Alkalose) im Blut und anderen Geweben zu verhindern. Bei normalem Säure-Base-Gleichgewicht im Körper ist das Blut mit einem pH von 7,35-7,45 leicht alkalisch (wobei 7 als neutral zu werten ist und Werte über 7 als alkalisch bezeichnet werden).
  4. Säuren

    Der Begriff Säure bezeichnet primär Verbindungen die Protonen abgeben können und daher wenigstens ein Wasserstoffatom besitzen und in Kombination mit einer Base Wasser und ein Salz bilden. So ist die Salzsäure ein normaler Bestandteil des im Magen produzierten Verdauungssaftes. Der englische Begriff „Acid“ bezeichnet hingegen umgangssprachlich Lysergsäurediethylamid (LSD), eine Droge, die Halluzinationen hervorruft. Eine Person, die LSD konsumiert, wird auch als „Acid Head“ bezeichnet.
  5. Selektion

    Unter Selektion versteht man in der Medizin in der Regel die Auswahl oder Auslese von Organismen, die unter bestimmten Umständen am besten überleben können. So überleben unter dem Selektionsdruck von längerfristig verabreichten Antibiotika, solche Bakterien, die resistent gegen das Antibiotikum sind. Typische Mechanismen der Antibiotika-Resistenzentwicklung unter Selektionsdruck ist der Erwerb von Resistenzgegen durch Mutation, durch Transformation mit Einbau eines fremden Resistenzgens in das Bakteriengenom. Die zunehmende Antibiotika-Resistenzentwicklung durch den hohen Selektionsdruck der vielen verabreichten Antibiotika stellt ein immer weiter ansteigendes Gesundheitsproblem dar.
  6. Selektionsdruck

    Unter Selektion versteht man in der Medizin in der Regel die Auswahl oder Auslese von Organismen, die unter bestimmten Umständen am besten überleben können. So überleben unter dem Selektionsdruck von längerfristig verabreichten Antibiotika, solche Bakterien, die resistent gegen das Antibiotikum sind. Typische Mechanismen der Antibiotika-Resistenzentwicklung unter Selektionsdruck ist der Erwerb von Resistenzgegen durch Mutation, durch Transformation mit Einbau eines fremden Resistenzgens in das Bakteriengenom. Die zunehmende Antibiotika-Resistenzentwicklung durch den hohen Selektionsdruck der vielen verabreichten Antibiotika stellt ein immer weiter ansteigendes Gesundheitsproblem dar.
  7. Sepsis

    Als Sepsis (Blutvergiftung) wird eine schwere in der Regel systemische lebensbedrohliche Infektion definiert, bei der meist Bakterien, gelegentlich auch Pilze oder Parasiten im zirkulierenden Blut vorhanden sind. Gewöhnlich Folge einer Ausbreitung der Infektion von einem lokalen Ausgangspunkt. Typische Symptome sind Fieber, Schüttelfrost, Diarrhöe, Kopfschmerzen sowie Schock und Multiorganversagen. Innerhalb weniger Stunden können alle lebenswichtigen Organe des Menschen ausgeprägte Entzündungszeichen aufweisen, z.B. Kreislaufversagen (Schock), Nierenversagen, Lungenversagen oder Leberversagen. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika, Antimykotika oder anti-parasitären Substanzen, sowie Kreislauf-stabilisierenden Medikamenten.
  8. Septikämie

    Als Sepsis (Blutvergiftung) wird eine schwere in der Regel systemische lebensbedrohliche Infektion definiert, bei der meist Bakterien, gelegentlich auch Pilze oder Parasiten im zirkulierenden Blut vorhanden sind. Gewöhnlich Folge einer Ausbreitung der Infektion von einem lokalen Ausgangspunkt. Typische Symptome sind Fieber, Schüttelfrost, Diarrhöe, Kopfschmerzen sowie Schock und Multiorganversagen. Innerhalb weniger Stunden können alle lebenswichtigen Organe des Menschen ausgeprägte Entzündungszeichen aufweisen, z.B. Kreislaufversagen (Schock), Nierenversagen, Lungenversagen oder Leberversagen. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika, Antimykotika oder anti-parasitären Substanzen, sowie Kreislauf-stabilisierenden Medikamenten.
  9. Sequelae

    Folgekrankheiten bezeichnen Erkrankungen, die in Folge einer vorausgehenden Erkrankung, einer Verletzung oder einer Behandlung auftreten. Beispielsweise können infolge einer Tuberkulose Lungenkavernen (Ausweitungen) und Abszesse auftreten.
  10. Sinusitis

    Die Sinusitis ist eine Entzündung der Nasennebenhöhlen. Die Sinusits kann rein entzündlich oder durch Infektionen verursacht werden. Die Diagnostik kann durch Blutuntersuchungen und mikrobiologische Untersuchungen von Abstrichen bestätigt werden.
  11. Somatische Zellen

    Unter „somatisch“ versteht man alles, was sich auf den Körper bezieht, körperlich". Der Begriff leitet sich vom griechischen soma ab, das den "Körper, Leib" bezeichnet. In der Medizin werden somatische, bzw. körperliche oder organisch bedingten Erkrankungen im Gegensatz zu psychischen Krankheiten oder Beschwerden abzugrenzen. Das Gegenteil zu somatisch ist psychisch.
    Alle Körperzellen außer den Keimzellen.
  12. Southern Blot

    Der Southern Blot ist ein Verfahren zum Nachweis von Desoxyribonukleinsäuren (DNS). Mit der molekularbiologische Methode wird die mittels Gelelektrophorese aufgetrennte DNA meist nach Behandlung mit Restriktionsenzymen auf eine Membran übertragen und bestimmte DNA-Sequenzen durch eine Hybridisierung mit bekannten komplementären Gensonden nachgewiesen. Bei der Dot-Blot-Hybridisierung wird die DNS punktförmig (Englisch „Dot“) auf den Filter (Englisch „Blot“) aufgetragen, so daß bei positiver Reaktion nach Bindung der entsprechenden Moleküle aus dem Serum oder Urin des Patienten die angefärbten Punkte abgelesen werden können. Die Technik der Blot-Hybridisierung für RNS wird auch als Northern Blot und für Proteine als Western Blot bezeichnet.
  13. Spezifität

    Die Spezifität misst die Fähigkeit eines diagnostischen Testverfahrens, tatsächlich gesunde Individuen, die die gesuchte Erkrankung oder Störung nicht aufweisen, auch wirklich als gesund zu erkennen und ausschließlich bei Kranken ein positives Ergebnis zu zeigen. Die Spezifität wird als der Quotient aus richtig negativen Testergebnissen und der Summe aus falsch positiven und richtig negativen Testergebnissen definiert. Je spezifischer ein Test ist, desto weniger falsch positive Ergebnisse erbringt er.
  14. Spirochäten

    Spirochäten sind bewegliche spiralenförmige Bakterien, zu denen beispielsweise der Erreger der Syphilis und der Leptospirose gehören.
  15. Sprue

    Die Sprue oder Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, die eine lebenslange Unverträglichkeit gegenüber dem Eiweiß Gluten gekennzeichnet ist. Gluten kommt in unterschiedlichen Getreidesorten, wie z.B. Weizen, Roggen, Dinkel, Gerste und Hafer vor. Die Erkrankung kann bei Kindern, aber auch erst bei Erwachsenen erstmals auftreten. Durch die Unerträglichkeit kommt es zur Fortschreitenden Atrophie (Rückbildung) der Darmzotten, so daß es je nach der Ausprägung der Erkrankung und dem Alter der Patienten zu schweren Unterversorgungszuständen kommen kann. Die einzige derzeit verfügbare Therapie besteht im konsequenten Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel.
  16. Stammzellen

    Stammzellen sind beim Erwachsenen vorwiegend im Knochenmark lokalisiert. Aus den Stammzellen, die sich unbegrenzt teilen können ohne zu differenzieren, entstehen alle Arten von Blutzellen: (1) die Erythrozyten (Rote Blutkörperchen), die Leukozyten (Weiße Blutkörperchen), sowie die Thrombozyten (Blutplättchen). Vom Knochenmark aus gelangen die reifen Blutzellen über die Blutbahn in die Organe und Gewebe des Körpers. Bei Feten und Neugeborenen zirkuliert ein hoher Anteil von Stammzellen im Blut, so daß aus dem Nabelschnurblut direkt Stammzellen gewonnen werden können. Bei Erwachsenen ist normalerweise der Anteil von Blutstammzellen sehr gering, so daß diese bei Bedarf erst aus dem Knochenmark mobilisiert werden müssen.
  17. Sterilisation

    Die Sterilisation ist ein Verfahren zur Abtötung und Verminderung der Keimzahl, so daß keine Infektionsgefahr von dem Material mehr ausgeht. Die Sterilisation erfolgt in der Regel über Erhitzen unter Druck.
  18. Stickstoff

    Stickstoff ist das 7. Element im Periodensystem der Elemente und wird mit dem Symbol „N“ abgekürzt. Als nicht-metallisches Element, ist es Bestandteil vieler Proteine und organischer Verbindungen ist.
  19. Subkutan

    In der Medizin wird der Begriff „subkutan“ meist im Zusammenhang mit Injektionen, die unter die Haut verabreicht werden, gebraucht. Ein typisches Beispiel ist die Insulin-Injektion, die unter die Haut des Oberarms oder Bauchs verabreicht wird.
  20. Systemisch

    Den Körper als Ganzes betreffend, weniger einzelne Teile. Meist wird mit dem Begriff der Unterschied von systemischen oder generalisierten Erkrankungen und lokalen, an einen Ort begrenzten Erkrankungen bezeichnet.

Begriffe mit T

  1. Tachykardie

    Die Tachykardie bezeichnet einen beschleunigten Herzschlag bzw. eine beschleunigte Pulsfrequenz, der beispielsweise durch Medikamente ausgelöst werden kann.
  2. T-Helfer Lymphozyten

    Die T-Helfer Lymphozyten, die auch als T-Helfer Zellen oder CD4-positive T-Lymphozyten bezeichnet werden haben eine zentrale Aufgabe in der Immunabwehr. Die T-Helfer Lymphozyten haben die Funktion fremde Antigene in Verbindung mit MHC-Klasse-II-Molekülen zu erkennen und eine Unterstützung der Antikörperbildung von B-Lymphozyten zur Induktion der zellvermittelten und humoralen Immunantwort auszuführen.
  3. T-Helfer Zellen

    Die T-Helfer Zellen, die auch als T-Helfer Lymphozyten oder CD4-positive T-Lymphozyten bezeichnet werden haben eine zentrale Aufgabe in der Immunabwehr. Die T-Helfer Zellen haben die Funktion fremde Antigene in Verbindung mit MHC-Klasse-II-Molekülen zu erkennen und eine Unterstützung der Antikörperbildung von B-Lymphozyten zur Induktion der zellvermittelten und humoralen Immunantwort auszuführen.
  4. Thrombembolie

    Eine Thrombembolie bezeichnet den Verschluß eines Blutgefäßes durch einen abgerissenen Thrombus oder Thrombusteile, die in den Kreislauf eingeschwemmt werden. Bei Verschluß einer Vene spricht man von einer venösen Thrombembolie, bei Verschluß einer Arterie von einer arteriellen Thrombembolie. In Abhängigkeit von der Größe des Thrombus und der Lage des verstopften Gefäßes im Körper, treten unterschiedlich schwere Erkrankungen auf. Beispielsweise führen Embolien in den Nierengefäßen zu Niereninfarkten, in den Herzkranzgefäßen zu Herzinfarkten etc.
  5. Thrombose

    Eine Thrombose bezeichnet die Bildung eines Thrombus (Blutgerinnsels) im Gefäßsystem bei dem es zu einem Verschluß des Blutgefäßes kommen kann. Am häufigsten sind die tiefen Bein- und Beckenvenen betroffen. Wenn in den tiefen Venen Thrombosen auftreten, besteht ein relativ großes Risiko, dass sich der Thrombus (das Gerinnsel) loslöst und eine Thrombembolie auslöst (siehe dort). Thromben können sich allerdings auch in den Herzhöhlen bilden. Risikofaktor für die Bildung eines Blutgerinnsels im Herzen ist das Vorhofflimmern. Sehr selten entstehen Blutgerinnsel in Arterien.
  6. Thrombotische Episode

    Ein vorübergehender Verschluss eines Blutgefäßes durch einen Thrombus (Blutgerinnsel), der sich in der Regel von selbst wieder löst.
  7. Thrombozytopenie

    Die Thrombozytopenie oder Thrombopenie ist eine Verminderung der Anzahl von Thrombozyten im Blut (Blutplättchenzahl), die abhängig von der Verminderung mit einem erhöhten Risiko für Blutungen einhergeht.
  8. T-Killer Lymphozyten

    Die T-Killer Lymphozyten, die auch als T-Killer Zellen oder CD8-positive T-Lymphozyten bezeichnet werden haben eine zentrale Aufgabe in der Immunabwehr. Die T-Killer Lymphozyten haben die Funktion Zielzellen zu zerstören, die auf ihrer Oberfläche spezifische Peptidantigene in Verbindung mit MHC-Klasse-II-Molekülen aufweisen. T-Killer Lymphozyten wehren so beispielsweise Virus-befallene Zellen und Tumorzellen ab.
  9. T-Killer Zellen

    Die T-Killer Zellen, die auch als T-Killer Lymphozyten oder CD8-positive T-Lymphozyten bezeichnet werden haben eine zentrale Aufgabe in der Immunabwehr. Die T-Killer Zellen haben die Funktion Zielzellen zu zerstören, die auf ihrer Oberfläche spezifische Peptidantigene in Verbindung mit MHC-Klasse-I Molekülen aufweisen. T-Killer Zellen wehren so beispielsweise Virus-befallene Zellen und Tumorzellen ab.
  10. T-Lymphozyten

    Die T-Lymphozyten gehören zu den Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und haben eine zentrale Funktion in der Immunabwehr von Infektionen, Tumoren sowie Autoimmunerkrankungen. Die T-Lymphozyten werden entsprechend ihrer Funktion und der Ausbildung bestimmter Oberflächenmarker in mehrere Subtypen unterteilt, von den die wichtigsten die CD4-Lymphozyten oder T-Helfer Zellen und CD8-Lymphozyten oder T-Killer Zellen sind.
  11. Toxikämie

    Toxikämie bezeichnet eine durch Toxine (Gifte) im Blut hervorgerufene Erkrankung oder Schädigungen. Im Unterschied zur Sepsis/ Septikämie (Blutvergiftung), die durch lebende Bakterien oder Pilze verursacht wird, wird die Toxikämie durch Toxine verursacht. Beide Erkrankungen sind durch systemische Symptome wie Fieber, Schüttelfrost und gelegentlich auch Erbrechen charakterisiert.
  12. Transferrin

    Transferrin ist das wichtigste Protein, das Eisen bindet und im Blut transportiert. Jedes Transferrin-Molekül kann zwei Eisen-Ionen aufnehmen. Zur Beurteilung des gesunden Eisenstoffwechsels wird normalerweise die Transferrin-Sättigung als Quotient aus der Eisenkonzentration im Blut und der Transferrin-Konzentration bestimmt.
  13. Transplantation

    Mit dem Begriff Transplantation wird in der Medizin die Übertragung oder Verpflanzung von lebenden Zellen, Geweben, Organen oder Organteilen von einem Spender an einen Empfänger bezeichnet. Dabei werden (1) autologe Transplatationen, als Spenden vom Spender selbst (z.B. Hautlappen-Transplantationen), (2) allogene Transplantationen, als Spenden innerhalb einer Spezies (z.B. eine Knochenmarktransplantation von einem Menschen/ Fremdspender auf einen anderen Menschen/ Empfänger), sowie die (3) xenogene Transplantation als Spende zwischen unterschiedlichen Spezies (z.B. Tier-Mensch). Transplantationen können als Lebendspende (z.B. bei paarigen Organen: Nierentransplantation), oder als Spende von Organen von hirntoten Patienten als klassische postmortale Transplantation (z.B. Lebertransplantation, Herztransplantation) erfolgen.

Begriffe mit U

  1. Urinprobe

    Eine kleine Urinprobe, die in der Regel als Spontanurin (gewöhnlich weniger als ein Becher voll), beim Arzt oder im Labor gesammelt wird und zur Untersuchung von bestimmten Laborparametern, wie z. B. Leukozyten, Nitrit etc., herangezogen wird.
  2. Uveitis

    Die Uveitis ist eine kombinierte Entzündung der Iris und des Chorioids des Auges. Die Uveitis kann rein entzündlich, autoimmun oder durch Infektionen verursacht werden. Die Diagnostik kann durch Blutuntersuchungen und Abstriche des Auges bestätigt werden.

Begriffe mit V

  1. Vagina

    Die Vagina bezeichnet die Scheide als weibliches Geschlechtsorgan.
  2. Vaginalmykose

    Die Vaginalmykose bezeichnet den Pilzbefall der Vagina (Scheide). Am häufigsten sind bei der Vaginalmykose Hefepilze beteiligt.
  3. Vakzine

    Der Begriff Vakzine ist gleichbedeutend mit Impfstoff. Vakzine sind in Form attentuierter (abgeschwächter) oder abgetöteter krankheitserregender Viren oder Mikroorganismen, Toxine (Gifte) verfügbar. Üblicherweise werden Vakzine oral (z.B. Schluckimpfung) oder durch eine Injektion verabreicht und lösen eine aktive Immunität gegen eine spezifische Erkrankung aus.
  4. Vasodilatation

    Die Vasodilatation bezeichnet die Gefäßerweiterung. Zu den typischen Substanzen, die eine Vasodilatation auslösen können, gehören Betablocker.
  5. Vasokonstriktion

    Die Vasokonstriktion bezeichnet die Engstellung von Blutgefäßen. Zu den typischen Substanzen, die eine Vasokonstriktion auslösen können, gehört Adrenalin.
  6. Vena

    Der Begriff Vena bezeichnet die Venen oder Blutgefäße, die das Sauerstoffarme Blut aus dem Körper zurück zur Lunge führen.
  7. Venerisch

    Der Begriff „venerisch“ bezeichnet „durch Geschlechtsverkehr oder genitalen Kontakt übertragen“ und wird meist im Sinne sexuell übertragbarer Erkrankungen, wie z. B. Syphilis, verwendet.
  8. Venerische Erkrankungen

    Der Begriff „venerisch“ bezeichnet „durch Geschlechtsverkehr oder genitalen Kontakt übertragen“ und wird meist im Sinne sexuell übertragbarer Erkrankungen, wie z. B. Syphilis, verwendet.
  9. Venös

    Mit dem Begriff „venös“ werden die zu den Venen oder Blutgefäßen gehörenden Prozesse und Abläufe bezeichnet.
  10. Venöse Thromboembolie

    Eine venöse Thromboembolie bezeichnet die Blockade einer Vene durch einen abgerissenen Thrombus oder Thrombusteile, die in den Kreislauf eingeschwemmt werden. In Abhängigkeit von der Größe des Thrombus und der Lage des verstopften Gefäßes im Körper, treten unterschiedlich schwere Erkrankungen auf. Beispielsweise führen Embolien in den Nierengefäßen zu Niereninfarkten, in den Herzkranzgefäßen zu Herzinfarkten etc.
  11. Venöses Blut

    Das venöse Blut wird aus einer Vene gewonnen, häufig der Kubitalvene in der Ellenbeuge oder einer Vene auf dem Handrücken. Im arteriellen Blut ist der im Labor bestimmte Sauerstoffpartialdruck pO2 normalerweise niedriger als im arteriellen Blut.
  12. Virus

    Kleine nicht lebende Partikel, die keine Lebenszeichen zeigen, sich selbst aber in einer lebenden Zelle vermehren können. Ein Viruspartikel wird Virion genannt; es besteht aus einer Nukleinsäure (DNS oder RNA)-Kern und einem Proteinmantel, der Kapsid genannt wird. Ein Virus reproduziert sich durch die Infektion einer Gastzelle und die Übernahme der Nukleinsäuren der Gastzelle, um mehr virale Nukleinsäuren und Protein zu produzieren. Werden genügend neue Viruspartikel gebildet, birst die Gastzelle und setzt die neuen Viruspartikel frei. Viren sind für eine Vielzahl menschlicher Erkrankungen verantwortlich.
  13. Vitalfunktion

    Unter Vitalfunktionen versteht man in der Medizin die für das Leben unerlässlichen Funktionen: (1) die Atmung, (2) der Kreislauf, (3) der Stoffwechsel, (4) die Hirnfunktion. Dazu gehört z.B. ein ausgeglichenes Säure-Base-Gleichgewicht, ein normaler Elektrolythaushalt, ausreichende Sauerstoffpartialdrucke, sowie ein ausreichender Blutdruck etc.
  14. Vitamin A

    Vitamin A gehört zur Gruppe der fettlöslichen Vitamine und wird auch als Retinol bezeichnet. Vom Vitamin A existieren verschiedene Derivate (Formen), die alle mit der Nahrung zugeführt werden müssen, da der Körper sie nicht selbst bilden kann. Vitamin A ist unter anderem für das Sehen notwendig.
  15. Vitamin B1

    Vitamin B1 gehört zur Gruppe der wasserlöslichen Vitamine. Vitamin B1 ist ein wichtiger Bestandteil von Enzymen, ist für den Kohlenhydratstoffwechsel erforderlich und ist für den Stoffwechsel von Nervenzellen von Bedeutung.
  16. Vitamin B12

    Vitamin B12 gehört zur Gruppe der wasserlöslichen B-Vitamine. Vitamin B12 wird auch als Cobalamin bezeichnet und im Blut gebunden an das Transcobalamin transportiert. Für die Aufnahme von Vitamin B12 aus der Nahrung ist der Intrinsic-Faktor aus dem Dünndarm erforderlich. Vitamin B12 spielt eine wichtige Rolle für den Fett-, Kohlenhydrat- und Nukleinsäurestoffwechsel, die Bildung von roten Blutkörperchen und die Funktion von Nervenzellen.
  17. Vitamine

    Vitamine sind lebensnotwendige Stoffe, die vom Körper nicht selbst gebildet werden können und in der Regel mit der Nahrung aufgenommen werden. Einige Vitamine werden erst im Körper in die aktive Form überführt. So ist für die Bildung der aktiven Form von Vitamin D beispielsweise eine UV-Bestrahlung der Haut erforderlich. Vitamine sind in kleinen Mengen für das normale Wachstum, die Entwicklung und den Stoffwechsel unbedingt erforderlich. Viele Vitamine sind Bestandteile von Enzymen, den Biokatalysatoren des Körpers. Sie werden auch bei der Herstellung von bestimmten Eiweißen benötigt. Der Mangel an einem bestimmten Vitamin führt zu spezifischen Mangelerscheinungen. Vitamine werden allgemein als wasserlöslich oder fettlöslich klassifiziert. Zu den wasserlöslichen Vitaminen gehören der Vitamin B-Komplex und das Vitamin C; die fettlöslichen Vitamine sind A, D, E und K.
  18. Vomitus

    Vomitus bezeichnet das Erbrechen oder das Erbrochene.

Begriffe mit W

  1. Weiße Blutkörperchen

    Die weißen Blutkörperchen sind Leukozyten, die als wichtigste Aufgabe die Immunabwehr von fremden Substanzen und Mikroorganismen haben. Sie werden im Differentialblutbild im Labor bestimmt. Leukozyten zirkulieren als Abwehrzellen in der Blutbahn und können aus dem Blut gezielt in verletzte Gewebe einwandern. Sie sind in der Lage, Krankheitserreger aufzunehmen und zu verdauen und schützen so den Körper vor Infektionen. Leukozyten spielen eine wichtige Rolle bei Entzündungen, bakteriellen Infektionen und Wurminfektionen, aber auch bei allergischen Reaktion und den Autoimmunkrankheiten. Die Leukozyten können in fünf Zelltypen mit unterschiedlichen Spezialfunktionen unterteilt werden: (1) Neutrophile Granulozyten, (2) Eosinophile Granulozyten, (3) Basophile Granulozyten, (4) Monozyten und (5) Lymphozyten.
  2. Western Blot

    Der Western Blot ist ein Verfahren zum Nachweis von Proteinen. Mit der Methode werden die Proteine in der Regel nach elektrophoretischer Auftrennung auf eine Membran übertragen und mit verschiedenen Verfahren (häufig Immunreaktionen mit spezifischen Antikörpern) bestimmte Proteine nachgewiesen. Bei der Dot-Blot-Hybridisierung werden die Proteine punktförmig (Englisch „Dot“) auf den Filter (Englisch „Blot“) aufgetragen, so daß bei positiver Reaktion nach Bindung der entsprechenden Moleküle aus dem Serum oder Urin des Patienten die angefärbten Punkte abgelesen werden können. Die Technik der Blot-Hybridisierung für DNS wird auch als Southern Blot und für RNS als Northern Blot bezeichnet.
  3. Wilms Tumor

    Der Wilms Tumor, der auch als Nephroblastom bezeichnet wird, ist ein bösartiger Nierentumor, der im Kindesalter meist um das dritte Lebensjahr herum auftritt. Für die Diagnostik stehen gegenwärtig keine spezifischen Tumormarker zur Verfügung.

Begriffe mit X

  1. X-Chromosom

    Das X-Chromosom gehört zusammen mit dem Y-Chromosom zu den geschlechts-bestimmenden Chromosomen.
  2. X-chromosomaler Erbgang

    Ein X-chromosomaler Erbgang bezeichnet derartige Erbfaktoren, die ausschließlich durch X-Chromosom weiter vererbt werden.
  3. Xenotransplantation

    Bei einer Xenotransplantation handelt es sich um die Übertragung von Zellen, Geweben und Organen zwischen nicht verwandten Arten. Gegenwärtig können zwar Herzklappen von Schweinen auf den Menschen übertragen werden, eine Übertragung von ganzen Organen vom Tier auf den Menschen ist bisher nicht in der klinischen Routine etabliert. Es ist denkbar, Organe von Tieren, die vergleichbare anatomische und physiologische Merkmale aufweisen, durch genetische Manipulation so zu verändern, daß eine Xenotransplantation auf en Menschen möglich wird.

Begriffe mit Y

  1. Y-chromosomaler Erbgang

    Ein Y-chromosomaler Erbgang bezeichnet derartige Erbfaktoren, die ausschließlich durch Y-Chromosom weiter vererbt werden.
  2. Y-Chromosom

    Das Y-Chromosom gehört zusammen mit dem X-Chromosom zu den geschlechts-bestimmenden Chromosomen.

Begriffe mit Z

  1. Zentrales Nervensystem

    Das zentrale Nervensystem bezeichnet das Gehirn und das Rückenmark. Das Hauptkoordinations- und Kontrollzentrum des Körpers, das zentrale Nervensystem, verarbeitet Informationen vom und zum peripheren Nervensystem. Das System besteht aus der grauen Substanz (hauptsächlich aus Nervenzellen und deren Verbindungen) und der weißen Substanz (überwiegend Nervenfasern und dem schützenden Nervenwasser/Liquor). Im Unterschied dazu bezeichnet das periphere Nervensystem die Nervenbahnen im Körper.
  2. Zerebellär

    Mit dem Begriff „zerebellär“ werden die zum Zerebellum oder Kleinhirn gehörenden Prozesse und Abläufe bezeichnet.
  3. Zerebral

    Mit dem Begriff „zerebral“ werden die zum Zerebrum oder Gehirn gehörenden Prozesse und Abläufe bezeichnet.
  4. Zirrhose

    Der Begriff „Zirrhose“ bezeichnet in der Regel die Leberzirrhose. Die Leberzirrhose ist das gemeinsame Endstadium einer Vielzahl von Lebererkrankungen. Die chronische Lebererkrankung, ist durch einen fortschreitenden Ersatz des Lebergewebes durch fibröses Gewebe und Knoten, die die normale Struktur der Leber ersetzen und damit den Blutfluss und die Funktionen der Leber beeinträchtigen, gekennzeichnet. Wegen der zentralen Rolle der Leber im Stoffwechsel und im Kreislauf kommt es bei der Leberzirrhose zu vielfältigen Ausfällen und Störungen des gesamten Organismus des Patienten. Dabei spielen insbesondere Störungen der Bildung von Gerinnungsfaktoren, Albumin, Verdauungsenzymen, sowie eine gestörte Alkohol- und Medikamentenentgiftungsfunktion eine Rolle. Die Hauptursache der Zirrhose ist chronischer Alkoholismus. Zu den Symptomen zählen Übelkeit, Blähungen, helle Stühle und Bauchschmerzen, sowie Ösophagusvarizenblutungen. Die Behandlung besteht aus Ruhe, einer proteinreichen Diät und Alkoholabstinenz. Unbehandelt können Leber- und Nierenversagen sowie gastrointestinale Blutungen auftreten, die zum Tode führen können.
  5. ZNS

    Die gebräuchliche Abkürzung ZNS bezeichnet das Zentrale Nerven System, also das Gehirn mit den Hirnnerven und dem Rückenmark.
  6. Zöliakie

    Die Zöliakie oder Sprue ist eine Autoimmunerkrankung, die eine lebenslange Unverträglichkeit gegenüber dem Eiweiß Gluten gekennzeichnet ist. Gluten kommt in unterschiedlichen Getreidesorten, wie z.B. Weizen, Roggen, Dinkel, Gerste und Hafer vor. Die Erkrankung kann bei Kindern, aber auch erst bei Erwachsenen erstmals auftreten. Durch die Unerträglichkeit kommt es zur Fortschreitenden Atrophie (Rückbildung) der Darmzotten, so daß es je nach der Ausprägung der Erkrankung und dem Alter der Patienten zu schweren Unterversorgungszuständen kommen kann. Die einzige derzeit verfügbare Therapie besteht im konsequenten Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel.
  7. Zytologie

    Die Zytologie ist die Wissenschaft über die Zellen, ihre Entwicklung und Funktionen. In der Regel wird mit dem Begriff die mikroskopische Beurteilung von Zellen gemeint. Typische zytologische Untersuchungen umfassen die Knochenmarkzytologie zur Diagnose von Leukämien sowie die Cervix-Zytologie als Vorsorgeuntersuchung für Gebärmutterhalskrebs.

 

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Inhalte Wörterbuch


Bitte bewerten Sie diesen Artikel
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (34 Stimmen, Durchschnitt: 4,45 von 5)
Loading...

 Rechtliche Hinweise