Schüssler Salze

Schüßler Salze – Ein umfassender Ratgeber – Schüssler Salze – Wirkung, Studien, Anwendung
schüssler salze

Was steckt hinter dieser über 130 Jahre alten, sanften Heilmethode,  wie ist sie anzuwenden und wirkt sie überhaupt?

Die „Biochemie“ nach Schüßler und ihr Wirkungsprinzip

Wie die Homöopathie verfolgt auch die Biochemische Mineralsalz-Therapie nach Dr. Schüssler den Zweck, dem Körper einen Impuls zu geben, der die Selbstheilungskräfte mobilisiert. Reichen zwölf Mineralstoffe aus, um den Körper gesund zu halten und eventuelle (Organ-)Störungen zu beseitigen? Dr Wilhelm Heinrich Schüssler, ein deutscher homöopathischer Arzt, der im 19. Jahrhundert lebte und wirkte, war davon überzeugt.

In seinen Forschungen entdeckte er, dass oft ein Mangel an Mineralstoffen für Erkrankungen verantwortlich ist und behandelte seine Patienten dementsprechend mit Gabe der jeweiligen Mineralstoffe.

Heute werden diese als die zwölf Funktionsmittel bezeichnet und können ihre Wirkung für sich allein oder in Kombination mit anderen Mineralstoffen entfalten.

Die Schüssler-Salze, wie die Funktionsmittel schon bald genannt wurden, fanden schnell Anhänger, die auch nach dem Tod von Dr. Schüssler die Heilmethode fortsetzten und weiter entwickelten.

Was sind Schüssler-Salze?

Die Schüssler-Salze, die bis heute verwendet werden, gehören in den Bereich der Alternativmedizin. Die Mineralsalze werden in homöopathischer Dosierung verwendet und sollen Störungen des Mineralhaushalts der Körperzellen regulieren. Wissenschaftlich anerkannt ist das nicht und auch die Wirksamkeit konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Das hindert jedoch zahlreiche Menschen nicht daran, auf die zwölf Funktionsmittel samt der 15 Ergänzungsmittel zu setzen, um Krankheiten zu lindern und das Wohlbefinden zu steigern.

Die Mineralstoffe sind oft in Tabletten- oder Pulverform in Apotheken erhältlich und decken mit ihrer nachgesagten Wirkung viele Bereiche der Gesundheit ab. Als eine der beliebtesten Formen der klassischen Naturheilkunde werden sie vielfältig eingesetzt und inzwischen gibt es auch Salben, die zur äußerlichen Anwendung dienen.

Die Mineralstoffe, die häufig auch als Salze des Lebens bezeichnet werden, kommen im menschlichen Körper sowohl im Blut als auch im Gewebe vor und sind laut Dr. Schüssler als die wichtigsten Zellnährstoffe anzusehen. Laut seiner Theorie wirken diese biochemischen Funktionsmittel auf bestimmte Funktionen des Organismus ein und stellen so wieder ein Gleichgewicht her. Interessant dabei ist vor allem, dass hier nicht einfach Mineralstoffe hinzugeführt werden, sondern das Dr. Schüssler mit seiner Heilmethode erreichen wollte, dass der Körper überhaupt wieder in die Lage gerät, diese Mineralstoffe auch anzunehmen. Denn genau in der Nicht-Aufnahme lag nach seiner Meinung das Problem.

Die Homöopathie ist eine Reiztherapie, die unter anderem auf der Annahme beruht, dass Gleiches mit Gleichem zu kurieren ist. Eine Substanz, die in größerer Menge Ungemach wie etwa Vergiftungserscheinungen, Fieber, Kopfschmerzen auslöst, kann nach dieser Theorie in einer sehr winzigen Dosis die gleichen Symptome auch heilen.
Die Therapie nach Schüßler geht direkter vor: Winzige Spuren des richtig gewählten Mineralsalzes helfen, die biochemischen Prozesse innerhalb der Zellen wieder ins natürliche Gleichgewicht zu bringen.

Der „Erfinder“ der Schüssler Salz

Wilhelm Heinrich Schüßler, (1821 bis 1898), widmete sich mit Leidenschaft der Medizin: Er studierte unter anderem in Gießen, Paris und Prag, holte das Abitur „zwischendurch“ nach, um seine Approbation zu erlangen und spezialisierte sich schließlich auf die Homöopathie. Als Naturheilkundler nach Dr. Hahnemann ließ er sich Mitte des 19. Jahrhunderts in Oldenburg nieder.

Dr. Schüßler war mit dem Prinzip der Homöopathie nicht wirklich zufrieden, obwohl er sie über 15 Jahre lang mit Erfolg praktizierte, also ein wahrer Heilkünstler gewesen sein muss.

Schüßler empfand die Homöopathie als ein geradezu unüberschaubares Feld. Schon zu seiner Zeit umfasste die gesamte Materia Medica bereits über 800 Heilmittel. Durch praktische Erprobung wurde sie bis heute auf über 3000 Substanzen erweitert: Das birgt viele verblüffende Heilungs-Möglichkeiten, aber auch ebenso viele Risiken, Unwägbarkeiten und Fehlerquellen.
Denn die richtige Anwendung dieser Substanzen setzt ein gewaltiges Wissen voraus, viel Erfahrung und geradezu kriminalistische Fähigkeiten. Fingerspitzengefühl bei der Wahl des jeweils richtigen Konstitutionsmittels und ausgeprägte diagnostische Fähigkeiten sind erforderlich. Zu einer weitreichenden Selbstbehandlung durch Laien eignet sich die Homöopathie daher nur eingeschränkt.

Neue, überschaubare Wege

Schüßler ging dazu über, nach harmonisierenden Mitteln zu suchen, die er bezeichnenderweise „Funktionsmittel“ nannte, die also die biochemischen Vorgänge im Organismus beeinflussen konnten.

Dabei faszinierten ihn die Forschungen seines Zeitgenossen Professor Dr. Rudolf Virchow, der im 19. Jahrhundert in Berlin wirkte und Aufbau und Funktionsweise der Zellen erstmals nachwies.

Auf Virchows Erkenntnissen aufbauend, wollte Schüßler eine überschaubare, logische und auch zur Selbstbehandlung sicher anwendbare Heilbehandlung entwickeln.

Seine These, dass eine Reihe ganz bestimmter Mineralsalze in mikroskopisch kleiner Dosis ausreichen, um diverse Prozesse im Körper zu harmonisieren, sowie seine Vorstellung vom Zusammenhang zwischen Mineralstoffhaushalt und Zellfunktionen werden heute durch die moderne Zell- und Molekularforschung Zug um Zug bestätigt.

Schüssler-Salze in unserer Zeit

Egal ob Kopfschmerzen, Erkältungen, Erschöpfungszustände oder auch Hautunreinheiten – nach der Lehre von Dr. Schüssler finden die Schüssler-Salze in unterschiedlicher Kombination und Dosierung ihre Anwendung und können zur Besserung der Beschwerden führen. Die ursprünglichen zwölf Funktionsmittel wurden mit der Zeit um 15 Ergänzungsmittel erweitert, die heute vor allem von Heilpraktikern gern zur Behandlung unterschiedlicher Krankheiten und Leiden eingesetzt werden. Obwohl die Wirkung nie bewiesen werden konnte beziehungsweise niemand nachvollziehen kann, was genau zur Wirkung führt, halten viele Menschen an dieser Heilmethode fest und sehen sie als unabdingbaren Bestandteil der Hausapotheke an.

Während in Fachkreisen die Lehre des Dr. Schüsslers immer noch diskutiert wird und sehr unterschiedliche Ansichten aufeinander treffen, sprechen die positiven Erfahrungen von Therapeuten und Patienten eine deutliche Sprache und auch in Apotheken werden gern Schüssler-Salze empfohlen, wenn nach einer naturheilkundlichen Lösung für ein Problem gesucht wird. Und da es mit den Schüssler-Salze Nr. 3, Nr. 7 und Nr. 20 sogar ein Mittel gegen Leichtgläubigkeit gibt, kann es doch nicht verkehrt sein, die Mittel auch anzuwenden, oder? Tatsächlich sind keine direkten Nebenwirkungen bekannt, nur eine Erstverschlimmerung kann auftreten, bevor es zu einer Besserung kommt. Gerade diese Erstverschlimmerung wird jedoch bei Anhängern der Schüssler-Salze durchaus positiv gesehen und sogar begrüßt, zeigt sie doch, dass die richtigen Salze gewählt wurden und der eingeschlagene Weg zur Besserung führen kann.

Die Herstellung von Schüssler-Salzen

Bei der Herstellung der Schüssler-Salze zeigt sich die Nähe zur Homöopathie. Grundsätzlich gibt es die Salze in den Tiefpotenzen D3, D6 und D12. Zur Herstellung wird die Substanz in mehreren Schritten verdünnt, bis die beabsichtige Tiefpotenz erreicht ist. Im Gegensatz zu anderen homöopathischen Mitteln werden jedoch Schüssler-Salze nicht verschüttet (zehnmal auf eine Unterlage geschlagen) und somit dynamisiert. Für den Gebrauch kann das jedoch bedeuten, dass im Vergleich zu anderen Homöopathika bei gleicher Potenz die Einnahme häufiger erfolgen muss.

Nach dem deutschen Arzneimittelgesetz gelten Schüssler-Salze als Fertigarzneimittel und unterliegen dem vereinfachten Genehmigungsverfahren. Das bedeutet vor allem, dass bei diesen Mitteln die Wirksamkeit nicht nachgewiesen werden uns, sondern eine Registrierung, bei der Qualität und Unbedenklichkeit geprüft werden, ausreicht. Als Nachteil kann dabei angesehen werden, dass bei den Schüssler-Salzen keine Anwendungsbereiche genannt werden dürfen.


Schüssler-Salze: Anwendungsgebiete

Im Volksmund heißt es häufig: „Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen.“ In diesem Fall könnte man jedoch auch sagen, dass gegen jede Krankheit ein Mineralstoff in Form der Schüssler-Salze helfen kann. Schaut man sich die Liste der möglichen Anwendungsgebiete an, scheint der Behandlung mit Schüssler-Salzen keine Grenzen gesetzt zu sein.

So gibt es Salze, die beim Abnehmen unterstützen, andere sollen bei akuten Schmerzen und Erkrankungen unterstützend wirken und wieder andere sind gut für Haut, Haare und Nägel oder unterstützen die Seele bei Depressionen, Ängsten und anderem.

Auch Sportler können von Schüssler-Salzen profitieren, ebenso wie Schwangere, Kinder und Frauen in den Wechseljahren.


Schüssler-Salze: Liste der Funktionsmittel 1 – 12

Die 12 für Schüßlers Behandlungsmethode entscheidenden Mineralsalze nannte er Funktionsmittel und nummerierte sie der Einfachheit halber durch. Seine Anordnung ist bis heute gültig, jeder Apotheker kennt sie:

Nach der Heilmethode von Dr. Wilhelm Schüssler sind es zwölf Mineralstoffe, die Krankheiten und Leiden lindern können. Diese Mineralstoffe bezeichnete er als Funktionsmittel.

Noch heute basiert die Heilmethode auf diesen zwölf Funktionsmitteln, die jedoch um weitere Mineralstoffe ergänzt wurden. Die Funktionsmittel bilden jedoch die Basis und wirken einzeln oder kombiniert.

Für die richtige Anwendung ist es wichtig, die einzelnen Salze samt ihrer Wirkungsweisen zu kennen und dementsprechend auch richtig zu nutzen. Nur dann kann auch eine Verbesserung der Leiden auftreten.

Je nachdem, wie akut eine Erkrankung ist, ist auch die Dosierung unterschiedlich, wobei starre Vorgaben sich jedoch auch als unnütz heraus gestellt haben, da unterschiedliche Therapeuten mit abweichenden Dosierungsmustern Erfolge verzeichnen konnten.

Jedem der Schüssler Salze sind ganz bestimmte Funktions- und Wirkungsbereiche zugeordnet, die jedem Handbuch zur Selbstbehandlung nachgeschlagen werden kann. Mit seiner Nummer 12, dem Calcium Sulfuricum, stand er zuletzt auf „Kriegsfuß“, weil er seine Wirkung nicht so genau definieren konnte, wie er sich das für sein System wünschte.

Die von Schüßler verwendeten Haupt-Mineralsalze sollen unter anderem dafür sorgen, dass der Organismus die aus der Nahrung angebotenen Nährstoffe optimal verarbeiten und Mangelzustände in den Zellen ausgleichen kann.


Die Formen der Schüssler-Salze

Schüssler-Salze sind im Ursprung ein Pulver und könne auch heute noch als solches erworben werden. Da es aber gerade in der heutigen Zeit nicht immer praktisch ist, ein Pulver mit sich zu führen, sind inzwischen Tabletten die am weitesten verbreitete und beliebteste Form, es gibt jedoch auch Kapseln und Globuli, die die Einnahme überall und jederzeit möglich machen. Zur äußeren Anwendung der Schüssler-Salze werden Salben, Lotionen oder Gele verwendet, die auch in Apotheken erhältlich sind.

Da die Schüssler-Salze-Tabletten Laktose (Milchzucker) als Trägersubstanz nutzen, sind sie nicht für Menschen geeignet, die unter einer Laktose-Intoleranz leiden. Hier empfiehlt es sich auf Globulin auszuweichen, die aus Rohrzucker bestehen. Auch alkoholische Tropfen bieten sich als Alternative an. Natürlich sollten die aber nicht von Kindern, Schwangeren oder (trockenen) Alkoholikern verwendet werden.

Schüssler-Salze in Tabletten-Form enthalten darüber hinaus auch Weizenstärke und weitere Hilfsstoffe. Für Allergiker ist es daher ratsam, die Inhaltsangaben vor der Anwendung genau zu lesen und eventuell mit einem Arzt zu sprechen, inwieweit eine Behandlung mit den Schüssler-Salzen möglich ist. Auch wenn keine Allergien bekannt sind, gilt es während der Behandlung darauf zu achten, ob Empfindlichkeiten auftreten und wie sich diese äußern. Sollte es dazu kommen, können dann Schüssler-Salze in anderen Formen konsumiert werden.

Bei der Verwendung von Salben, Lotionen und Cremes kann es natürlich auch aufgrund der zugesetzten Inhaltsstoffe zu Unverträglichkeiten kommen. Auch hier gilt es vor der Anwendung zu schauen, ob es zu Problemen kommen kann. Während der Anwendung können Rötungen und andere Veränderungen der Haut auf Unverträglichkeiten hinweisen. In diesem Fall sollte die Behandlung abgebrochen beziehungsweise in anderer Form fortgeführt werden. Ärzte, Therapeuten/Heilpraktiker und Apotheker sind gerne behilflich und unterstützen bei der Auswahl der richtigen Form zur Verwendung von Schüssler-Salzen.

Die Auswahl der Schüssler-Salze

Schüssler-Salze werden zum einen von Heilpraktikern gern zur Behandlung von Erkrankungen und Leiden eingesetzt, können aber auch Eigenregie genutzt werden, wenn genügend Erfahrung in der Anwendung besteht. Gerade am Anfang lohnt es sich also, sich Unterstützung zu holen, um die richtigen Salze für die Behandlung auszuwählen. Dort wird dann hauptsächlich mit der Antlitzdiagnose gearbeitet. Nach Dr. Schüssler lassen sich Spuren, die auf einen Mineralstoffmangel hinweisen, im Gesicht erkennen. Die Beschaffenheit der Haut sowie ihre Färbung an bestimmten Stellen geben hier Aufschluss.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Kinesiologie mit der Heilmethode nach Schüssler zu verbinden und Mineralstoffmangel mithilfe von vorhandenen Vorlieben oder Abneigungen bei Lebensmitteln und Getränken herauszufiltern. Gerade bei akuten Problemen, also bei Schmerzen, und auch in der Selbstbehandlung werden die Schüssler-Salze anhand der Symptome ausgewählt. Aber auch hier kann es bei Laien zu Verwirrungen kommen, wenn aufgrund der Symptome verschiedene Salze in Frage kommen.

Es ist also wirklich anzuraten, bei der Auswahl der Schüssler-Salze einen Profi zu Rate zu ziehen und sich anhand der gestellten Diagnose beraten lassen. So können beispielsweise schon allein Kopfschmerzen so viele verschiedene Ursachen haben, das man als Laie nur wenig Chancen hat, die passenden Mineralstoffe zur Behandlung zu finden.


Schüssler-Salze: Liste der Ergänzungsmittel 13 – 27

Später nach den Funktionsmitteln, entstand noch eine Liste an Ergänzungsmitteln, je mehr Mineralsalz-Verbindungen im Organismus tatsächlich nachgewiesen werden konnten. Unbeschadet einiger Abweichungen von einem Autor zum anderen sieht diese Liste wie folgt aus:

Neben den zwölf Funktionsmitteln gibt es noch 15 Ergänzungsmittel, die von verschiedenen Anhängern der Heilmethode nach Schüssler eingeführt wurden. Dabei handelt es sich um weitere Mineralstoffe, die im Laufe der Zeit im menschlichen Gewebe identifiziert wurden.

Nicht alle Anwender der Schüssler-Salze sind von der Wirkungsweise der Ergänzungsmittel überzeugt, so dass auch weiter Behandlungen durchgeführt werden, die ausschließlich auf die Funktionsmittel aufbauen.

In der Anwendung unterscheiden sich die Ergänzungs- nicht von den Funktionsmitteln.

Erstere sprechen jedoch andere Einsatzgebiete an. Weitere sieben Ergänzungsmittel wurden vom bekannten Therapeuten Joachim Broy hinzugefügt, diese sind jedoch nicht offiziell anerkannt und werden nur selten verwendet.


Die 9 neuen Schüssler Salze

Neue Schüssler Salze nach Rosina Sonnenschmidt.

(Ratgeber hierzu noch in Arbeit)

  • Nr.28 – Aluminium sulfuricum
  • Nr.29 – Bismuthum metallicum
  • Nr.30 – Chromium kali sulfuratum
  • Nr.31 – Cobalt metallicum
  • Nr.32 – Germanium metallicum
  • Nr.33 – Molybdenium metallicum
  • Nr.34 – Niccolum metallicum
  • Nr.35 – Vanadium metallicum
  • Nr.36 – Zincum sulfuricum

Anwendung der „Biochemie“ nach Schüssler

Was macht eine alternative Heilmethode wie die Biochemie nach Schüßler so attraktiv? Sie ist so übersichtlich, dass sie in gewissen Bereichen auch für medizinische Laien leicht im Alltag anwendbar ist. Nebenwirkungen sind nicht zu befürchten und selbst während einer Schwangerschaft drohen keine Risiken: Das bedeutet Hilfe auch dann, wenn keine der üblichen Mittel mehr angewendet werden dürfen, um den Fötus nicht zu belasten.
Wechselwirkungen mit Medikamenten sind ebenfalls kaum zu befürchten.

Allerdings sollten Anwender bei ernsthaften und anhaltenden Symptomen einen Arzt oder Heilpraktiker zu Rate ziehen: Das Risiko, dass zugunsten eigener „Experimente“ eine schwerwiegende Krankheit nicht rechtzeitig erkannt und in angemessener Weise behandelt wird, sollten medizinische Laien keineswegs eingehen. Nicht nur der Griff zum falschen Funktionsmittel kann sich hier fatal auswirken.

Viele Alltags-Beschwerden oder auch chronische Erkrankungen können mit Schüßler Salzen jedoch tatsächlich erfolgreich gelindert werden. Konservative Therapien können mit den Funktionsmitteln häufig sehr effektvoll unterstützt werden. Und insbesondere bei psychischen Belastungen hat sich diese Heilmethode sehr bewährt.

 

Die richtige Dosierung der Schüssler-Salze

Bei der Dosierung der Schüssler-Salze wird grundsätzlich zwischen akuten und chronischen Beschwerden unterschieden. Und auch nach dieser Unterscheidung gibt es keine einheitlichen Richtlinien zur Dosierung, so dass die Empfehlungen sehr unterschiedlich sein können.

Bei akuten Beschwerden wird auf jeden Fall geraten, die Tabletten in kurzen Zeitabständen zu nehmen. Während einige dazu raten, alle 15 bis 30 Minuten eine Tablette zu nehmen, bis das akute Problem abklingt, empfehlen andere die Einnahme alle zwei Stunden. Bei Kindern unter 12 Jahren wird auch eine Einahme im Abstand von ein bis zwei Stunden empfohlen und für Säuglinge kann die Tablette mit etwas Wasser aufgelöst und der Brei anschließend auf die Lippen des Babys gestrichen werden. Klingen die Beschwerden ab, können die Zeiträume zwischen der Einnahme vergrößert werden.

Bei chronischen Beschwerden sind die Zeiträume zwischen der Einnahme der Tabletten von Anfang an höher. Hier wird dazu geraten, zwischen drei- und sechsmal täglich eine Tablette zu nehmen, für Kinder unter zwölf Jahren reichen drei bis vier aus.

Werden die Schüssler-Salze in Form von Globuli eingenommen, entsprechen fünf Globuli einer Tablette. Gleiches gilt auch für Tropfen: Fünf Tropfen haben die Wirkung einer Tablette. Cremes, Salben und Gels für die äußerliche Anwendung sollten drei- bis viermal täglich aufgetragen werden. Aber auch Salbenverbände, bei denen die Schüssler-Salz-Salbe dick aufgetragen wird, sind möglich und brauchen dementsprechend auch seltener gewechselt werden.

Die richtige Einnahme der Schüssler-Salze

Schüssler-Salze sollten immer vor einer Mahlzeit oder frühestens 15 Minuten danach eingenommen werden, da Nahrungsmittel die Mundschleimhaut beeinträchtigen könnten. Und genau über diese Mundschleimhaut sollen die Mineralstoffe jedoch aufgenommen werden. Um das zu erreichen, werden die Tabletten unter die Zunge gelegt, wo sie langsam zergehen können. Dasselbe gilt für die Globuli. Die Tabletten werden einzeln eingenommen und jeweils auch nur ein Schüssler-Salz zur selben Zeit. Wer Schüssler-Salze kombinieren möchte, sollte nicht mehr als zwei oder drei wählen und diese dann zu unterschiedlichen Tageszeiten einnehmen (zum Beispiel eins am Morgen, ein anderes zur Mittagszeit und am Abend das dritte). Möglich ist auch die Einnahme kombinierter Schüssler-Salze an verschiedenen Tagen.

Eine Ausnahme bei der Einnahme von Schüssler-Salzen bildet nur die „Heiße Sieben“. Hier wird das Schüssler-Salz Nr. 7 (Magnesium phosphoricum) bei krampfartigen Schmerzen in heißem Wasser gelöst und schluckweise getrunken, um seine bestmögliche Wirkung schnell zu entfalten.

Werden Schüssler-Salze zur äußerlichen Anwendung genutzt, gibt es verschiedene Möglichkeiten. So kann man Hand– und Fußbäder mit in Wasser aufgelöstem Gel machen, die Reflexzonen ansprechen und somit Beschwerden lindern können, die nicht an der Hand oder dem Fuß liegen. Ein solches Bad sollte jedoch nicht länger als zehn Minuten dauern. Auch ein Vollbad mit Schüssler-Salzen ist möglich – empfohlen wird dabei eine Dauer von mindestens 30 Minuten.

Mit den Salben und Cremes können natürlich auch Umschläge, Kompressen und Wickel sowie Salbenverbände gemacht werden. Das empfiehlt es sich besonders dann, wenn es sich um entzündliche Stellen handelt oder akute Schmerzen, beispielsweise im Kniegelenk, vorliegen. Auch mit aufgelösten Tabletten können Wickel und Umschläge durchgeführt werden. Je nach Art der Schüssler-Salze wird die Anwendung kalt oder warm durchgeführt.


Wirkung von Schüssler-Salzen und Kritik daran

Das Konzept, das im 19. Jahrhundert von Dr. Schüssler ausgearbeitet wurde, findet nicht nur Fans. Obwohl Schüssler-Salze heute in vielen Hausapotheken zu finden sind und schon fast als Allheil-Mittel gelten, gibt es auch Zweifler.

Wie schon erwähnt, ist die Wirkung der Schüssler-Salze nicht bewiesen. Es gibt zwar Erfolge, die auch in gewissem Maße nachvollziehbar waren, aber sie konnten für Wissenschaftler nie ausschließlich auf die Einnahme der Schüssler-Salze zurückgeführt werden.

Auch entscheidet man bei dem Konzept zwischen reversiblen Erkrankungen, die auf einen Mineralstoffmangel zurückzuführen sind, und irreparablen Schäden, also schweren Erkrankungen. Dort können Schüssler-Salze keine Wirkung zeigen, jedoch aber das allgemeine Wohlbefinden steigern. Ein Aspekt, der durchaus wichtig ist und dementsprechend auch Ernst genommen werden kann. Auch die Lebensführung kann natürlich einen Einfluss auf die Schüssler-Salze haben. Eine ungesunde Ernährung, das Rauchen und anderes, was unserem Körper Schaden zufügt, kann die Wirkung enorm beeinträchtigen.

Kuren mit Schüssler-Salzen

Schüssler-Salze werden nicht nur verwendet, um akute oder chronische Beschwerden und Erkrankungen zu lindern, sondern sind auch in Form von Kuren sehr beliebt. Dabei werden bestimmte Kombinationen über einen Zeitraum von drei bis sechs Wochen eingenommen, um dem Körper und der Seele etwas Gutes zu tun.

Beliebt sind hier vor allem die Jahreszeiten-Kuren, die im Frühjahr, Sommer, Herbst, Winter oder speziell zur Adventszeit durchgeführt werden und den Körper darin unterstützen, sich dem Jahreszeitenwechsel bestmöglich anzupassen beziehungsweise Energie zu gewinnen oder auch den Körper zu entgiften.

Daneben gibt es auch Kuren, die einem bestimmten Zweck dienen. Die bekannteste Kur in diesem Bereich ist wohl die Abnehm-Kur, die dabei helfen kann, zu einer reduzierten, gesunden Ernährung zu finden, so dass Kilos dahinschmelzen können. Aber auch für die Wechseljahre gibt es eine Kur, um bei der Hormon-Umstellung den Körper zu unterstützen. Im Winter sehr beliebt ist die Erkältungs-Kur und die Abwehrkräfte-Kur. Ihnen wird ein positiver Effekt auf das Immunsystem nachgesagt, so dass Viren effektiver bekämpft werden können.

Zu den Kuren mit Schüssler-Salzen gibt es oft noch Empfehlungen zur Verwendung von Schüssler-Salben und darüber hinaus auch Tipps, wie die Wirkung durch Kräutertees und bestimmten Nahrungsmitteln verstärkt werden kann.


Die Antlitz-Diagnostik

24 verschiedene Zeichen auf der Haut und im Gesicht weisen nicht auf Krankheiten, sondern auf einen Mangel, ein Ungleichgewicht, hin. Die Therapie nach Schüssler behandelt keine klar beschriebenen Krankheiten, sie versucht vielmehr, Defizite im Mineralstoffhaushalt aufzuspüren und auszugleichen. Diese Defizite werden mittels der Antlitzdiagnostik ermittelt, die allerdings einem Fachmann und Kenner der Methode vorbehalten bleiben sollte.

Auch hier hatte Schüßler aus seiner langjährigen homöopathischen Praxis wichtige Kriterien übernommen. Er selbst bezeichnete ausschlaggebende Merkmale, die sich übrigens nicht nur auf die Gesichtshaut bezogen, als „Signaturen“, die ihm Hinweise auf die Konstitution der Patienten lieferten. Beispiele dafür sind

  • Hautstruktur, Hautfarbe, Altersflecken, Falten
  • Schlaffe oder angespannte Züge, Muskeltonus, Augenzucken,
  • Ekzeme, Unreinheiten oder Ausschläge
  • Zustand der Lippen, beispielweise extrem rissig oder trocken
  • Schuppen, Haar und Haarwuchs
  • Beschaffenheit oder Belag der Zungenoberfläche
  • Merkmale von Zähnen und Zahnfleisch: Karies, Zahnbelag, Mundgeruch
  • Altersflecken
  • Zustand der Schilddrüse, so weit von außen sichtbar oder tastbar.

Die Diagnose nach Beschwerden und Symptomen

Das zweite Standbein der Therapie nach Schüßler ist die Bestandsaufnahme bestimmter Befindlichkeiten und Symptome. Beispielsweise ist das Salz Nr. 1, Calcium fluoratum, allen Erkrankungen oder Defiziten im Bereich der Knochen oder der Zähne zugeordnet. Nr 3, Ferrum phosphoricum, kommt bei allen Arten von Entzündungs-Vorgängen zum Einsatz. Laien orientieren sich anhand einer Liste der Salze und ihrer verschiedenen Funktions-Gebiete. Das geht relativ leicht und schematisch vor sich.

Erfahrene Naturheilärzte und Heilpraktiker kombinieren die Salze nach Bedarf und ergänzen eine Behandlung durch weitere therapeutische Maßnahmen.

Herstellung und Darreichungsformen

Einige Prinzipien der Homöopathie finden sich dennoch auch in Schüßlers Heil-System wieder, etwa die Vorbehandlung und Verabreichung der verwendeten Substanzen als „Potenzen“. Gekennzeichnet sind sie nach ihrer in systematisch in Zehnerschritten durchgeführten Verdünnung.

Überwiegend werden die Schüßler Salze in der Potenz D6 verabreicht, das entspricht einer Verdünnung von 1: 1 000.000 Einheiten, also 1:106.

Gelegentlich sind auch die Potenz D3 oder D12 empfehlenswert.

Schüßler Salze sind als Globuli oder Tabletten für die innerliche Anwendung erhältlich. In der Wirkung entsprechen fünf Globuli einer Tablette.

Einige Hersteller folgen dem Trend der Zeit und bringen bereits gluten- oder laktosefreie Tabletten oder Globuli auf den Markt. Allerdings sind die Mengen an Milchzucker oder Gluten in den Tabletten an sich fast zu vernachlässigen, selbst wenn bei einem Patienten eine Unverträglichkeit vorliegt.

Auch zur äußeren Anwendung eignen sich die Salze – in Form von Salben, die übrigens auch untereinander gemischt werden können.

Standard-Dosierung oder „Heiße Sieben“

Schüssler wollte die Anwendung seiner „Biochemie“ so übersichtlich und einfach wie möglich gestalten. Das verringert Fehlerquellen und verschafft den Nutzern Sicherheit. Wenn nicht erfahrene Heilbehandler eine Dosierung vorgehen, gilt bei der Anwendung der Schüssler Salze folgende Standard-Dosierungsempfehlung:
Von den Kleinsten bis zum zwölfjährigen Kind sind drei bis vier Tabletten täglich eine ausreichende Dosis.

Kinder über 12 Jahre und Erwachsene dagegen nehmen zwischen drei und sechs Tabletten täglich ein. Diese Dosierungsempfehlung gilt unabhängig von der Potenz der jeweils gewählten oder verordneten Salze. Sind mehrere Salze gleichzeitig verordnet, nimmt man jeweils eines davon pro Tageszeit – nicht etwa alle zwei der drei Salze gleichzeitig.

Bei akuten Beschwerden und zur Überbrückung in einer Krise, etwa bis das Krankenhaus erreicht oder ein Arzt eingetroffen ist, können bei Klein- und Kleinstkindern unbesorgt etwa jede Stunde eine Tablette gegeben werden, bei Erwachsenen und über Zwölfjährigen ist auch eine wiederholte Gabe im Viertelstundentakt möglich und hilfreich.

Eine Spezialität ist die Heiße Sieben, die am Schüssler Salz Nr. 7 erstmals entdeckt wurde und die hervorragend etwa bei Schmerzen oder Krämpfen hilft. Offenbar gelangen die Mineralsalze besonders rasch in die Zellen, wenn die Tabletten in heißem Wasser aufgelöst und langsam getrunken werden. Das warme Wasser öffnet offenbar die Schleimhäute und deren Zellen.

Je nach Lebensalter werden fünf oder zehn Tabletten mit kochendem Wasser übergossen und aufgelöst. Je nach Situation können auch die anderen Salze der Liste als „Heiße Sieben“ zubereitet und eingenommen werden.

Einsatzbereiche aller Schüssler Salze

Der Basis oder Grundsalze

Später wurden 15 weitere Ergänzungsmittel hinzugefügt:

Wirken Schüßler Salze?

Viele lehnen die „Biochemie“ nach Schüßler ebenso wie die klassische Homöopathie und andere Heilverfahren als unwissenschaftlich und nicht beweisbar ab.

Doch immer mehr Menschen suchen Zuflucht bei sanften, alternativen Heilverfahren, zu denen sie bei Bedarf unbesorgt und eigenverantwortlich greifen können.

Schwangere, Säuglinge oder Kleinkinder etwa werden von der Pharmaindustrie außen vor gelassen: Für viele ihrer Arzneimittel fehlen aussagekräftige Tests und entsprechende Zulassungen gänzlich, andere wieder sind nachweislich schädlich. Doch was tun bei vielen Alltagsbeschwerden, die als belastend und unangenehm empfunden werden?

Das Argument der wissenschaftlichen Nicht-Beweisbarkeit ist längst keines mehr: Denn wer heilt, hat recht. Generationen von praktizierenden Naturheilpraktikern und Ärzten sind von der Wirkung der Schüßler Salze überzeugt. Verfahren wie die Biochemie nach Schüßler verzeichnen viele positive Erfahrungsberichte und eindeutige Erfolge.

Unwissenschaftlich? Auch Naturheilärzte sind längst dazu übergegangen, ihre Ergebnisse zu sammeln. Nichts anderes aber geschieht in repräsentativen klinischen Studien: Die Ergebnisse werden nach einem ausgearbeiteten Kriterienkatalog erfasst und statistisch ausgewertet.

So liegen durchaus bereits Zahlen und Fakten über Homöopathie oder über die Biochemie nach Schüßler vor. Die Heilpraktikerin Elisabeth Metz-Melchior beispielsweise führte eine solche empirische Studie selbst durch, nachdem jahrelange Erfahrung sie gelehrt hatte, der Wirkung der Schüßler Salze zu vertrauen.

Alle Studienteilnehmer verpflichtete sie, die ausgewählten Funktionsmittel drei Monate lang exakt nach Vorschrift anzuwenden. Vor und nach dem Versuch dokumentierte sie jeweils die Befindlichkeit und den Gesundheitszustand der Probanden, unter anderem durch eine Haarmineralanalyse.

Die Ergebnisse von 42 Probanden, die die Behandlung bis zu Ende durchführten, belegen eindeutig die Wirksamkeit der Salze.

  • Spuren von Schwermetallen oder Quecksilber etwa waren deutlich zurückgegangen bis verschwunden – offenbar unter Einfluss der Schüßler Salze effektiv „ausgeleitet“ worden.
  • Der gesamte Mineralstoff– und Spurenelemente-Haushalt aller Probanden hatte sich normalisiert.
  • Bei 458 erfassten Symptomen aller Teilnehmer ergab sich in 70% der Fälle eine deutliche Besserung, bei über 23% sogar ein vollständiges Verschwinden der Beschwerden.

Die Voraussetzung für den Erfolg war allerdings ein geduldiges Fortführen der Therapie über längere Zeit hinweg.

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