Mineralstoffe

Mineralstoffe Spurenelemente„Enthält gesunde Mineralstoffe“, „Viel natürliches Calcium“, „Sportler brauchen Natrium!“ – Im täglichen Leben, in der Werbung und in den Medien begegnen uns jede Menge Aussagen über Mineralstoffe.

Dass sie wichtig für den menschlichen Körper sind, ist den meisten Menschen klar.

Aber warum ist das so? Und was genau sind Mineralstoffe eigentlich?

 

Was sind Mineralstoffe?

Mineralstoffe sind Nährstoffe, also Stoffe, die Menschen und andere Organismen zu sich nehmen müssen, um leben und wachsen zu können. Es handelt sich dabei um anorganische chemische Elemente. Das bedeutet, dass die Mineralstoffe natürlicherweise in der Erde vorkommen und nicht vom belebten Teil der Natur (von Tieren oder Pflanzen) abstammen. Gleichwohl nehmen wir sie über die Nahrung auf, denn obwohl sie nicht ursprünglich tierischer oder pflanzlicher Natur sind, sind die Mineralstoffe in Nahrungsmitteln und Flüssigkeiten enthalten, über die sie in unser Verdauungssystem gelangen. Unser Körper kann sie also über den Stoffwechsel verarbeiten, sie selbst zu bilden ist er jedoch nicht in der Lage; sie müssen von außen aufgenommen werden.

Funktion und Bedeutung von Mineralstoffen im menschlichen Körper:

Bei Mineralstoffen und Spurenelementen handelt es sich um essentiell wichtige Nährstoffe welche vom menschlichen Körper nicht selbst hergestellt werden können und somit über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Sie erfüllen vielfältige Funktionen im Organismus wie beispielsweise die Aufrechterhaltung von Zelltransportprozessen sowie elektrischer Vorgänge an den Zellen selbst. Dies ist vor allem wichtig für die Arbeit von Nerven und Muskeln und somit für die Aufrechterhaltung des Organismus. Deshalb können Störungen im Gleichgewicht der Mineralstoffe, beispielweise bei unzureichender Aufnahme oder Verlusten, zu Einschränkungen der Körperfunktionen führen, was im schlimmsten Fall lebensbedrohliche Auswirkungen haben kann.

Viele Synonyme – eine Bedeutung?

Häufig wird der Begriff „Mineralien“ als Synonym für Mineralstoffe verwendet. Obwohl sich dies im Sprachgebrauch eingebürgert hat, ist es nicht korrekt, denn Mineralien sind feste, auf natürliche Weise entstandene Gebilde in der Erdkruste; Gesteine beispielsweise bestehen aus Mineralien.

Eine weitere häufig synonym verwendete Bezeichnung lautet Elektrolyte. Das ist nicht ganz falsch, allerdings sind Elektrolyte eher als Untergruppe der Mineralstoffe zu betrachten: Es sind diejenigen Stoffe, die in wässriger Lösung elektrischen Strom leiten können. Sie befinden sich im körpereigenen Wasser und in den Flüssigkeitsräumen des Körpers. Man bezeichnet Elektrolyte auch als Mengenelemente, da sie in einer größeren Konzentration im menschlichen Körper vorkommen als die sogenannten „Spurenelemente“. Auch dieser Begriff begegnet einem oft als Synonym, wenn man sich mit dem Thema Mineralstoffe auseinandersetzt. Doch auch bei den Spurenelementen handelt es sich um eine Untergruppe – eben jener, deren Konzentration im Menschen weniger hoch ist.

Diese Kategorisierung ist grundlegend für das Verständnis von Mineralstoffen, darum werden wir sie später noch im Detail betrachten. Aber warum sind Mineralstoffe so wichtig für uns?

Mineralstoffe: Lebenswichtig für Leistungsfähigkeit und Gesundheit

Wie bedeutsam Mineralstoffe für alle Lebewesen sind, zeigt sich bei einem Blick auf unsere früheste Entwicklungsgeschichte: Aus Mineralstoffen konnte überhaupt erst Leben entstehen – die ersten Lebewesen auf der Erde entwickelten sich aus mineralstoffreichem Meerwasser.

Und bis heute ist Leben ohne Mineralstoffe nicht möglich; sie haben im Körper wichtige Aufgaben zu erfüllen. Durch den Stoffwechsel gelangen sie in den Organismus; das heißt, wir nehmen sie über Nahrungsmittel und Flüssigkeiten auf, und unser Blutkreislauf transportiert sie dann zu jenen Zellen des Körpers, die sie benötigen.

Die Zelle ist die kleinste lebendige Einheit eines Körpers, und sie ist in ihrer jeweiligen Form essentiell und einmalig für die Funktion, die sie im Körper auszuüben hat. Wir bewegen uns, verdauen, atmen und vermehren uns, und alles geschieht auf der Basis von Zellfunktionen. Sie sind entscheidend für unsere Vitalität und unsere Lebensdauer. Zellen sind autonom zur Reproduktion fähig: Sobald der Mensch auf der Welt ist, beginnen sich seine Zellen permanent von selbst zu erneuern. Hautzellen beispielsweise erneuern sich alle ein bis zwei Wochen. Und so ungefähr einmal im Jahr bekommen wir neue Knochen. Es klingt unglaublich, aber zu solchen Wunderwerken sind unsere Zellen tatsächlich fähig. Damit das so bleibt und die Zellen ihre vielfältigen Aufgaben erfüllen können, müssen sie kontinuierlich mit Mineralstoffen versorgt werden. Diese müssen den Zellen immer zur Verfügung stehen, und zwar immer in der gleichen speziellen Konzentration, und häufig auch in ganz spezifischen Kombinationen untereinander.

Die Funktionen, die die einzelnen Mineralstoffe als „Futter“ der menschlichen Zellen erfüllen, sind ganz unterschiedlicher Natur. So sind beispielsweise Calcium und Phosphor für das Wachstum der Knochen und Zähne verantwortlich. Natrium und Kalium gewährleisten viele Nerven- und Muskelfunktionen. Eisen trägt zur Blutbildung bei, und Magnesium ist ein zentraler Baustein für Enzyme, die wiederum wichtige biochemische Reaktionen bedingen.

Wird der Mineralienhaushalt durcheinandergebracht, etwa durch eine Über- oder Unterdosierung, können schwerwiegende Funktionsstörungen auftreten. Auch auf diese werden wir im Folgenden noch näher eingehen. Doch zunächst noch einmal zur eingangs erwähnten Einteilung von Mineralstoffen in unterschiedliche Kategorien.

Kategorisierung von Mineralstoffen

In der Wissenschaft werden Mineralstoffe auf unterschiedliche Art und Weise unterteilt. So unterscheidet man sie beispielsweise nach ihrer Funktion in Bau- und Reglerstoffe. Baustoffe dienen dem Aufbau und der Erhaltung von Zellstrukturen. Reglerstoffe dagegen unterstützen die unterschiedlichen Stoffwechselprozesse. Manche Mineralstoffe weisen gleichermaßen Eigenschaften von Bau- und Reglerstoffen auf – zum Beispiel Phosphor, welches als Baustoff das Wachstum von Knochen und Zähnen begünstigt und als Reglerstoff für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt zuständig ist.

Eine noch gängigere Einteilung von Mineralstoffen ist die nach ihrer Konzentration im menschlichen Körper. Hierbei unterscheidet man zwischen Mengenelementen und Spurenelementen:

Mengenelemente

Mengenelemente – mitunter werden sie auch Makroelemente oder, wie bereits erwähnt, Elektrolyte genannt – heißen so aufgrund ihrer hohen Konzentration. Sie sind mit über 50 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht also vergleichsweise stark im menschlichen Organismus vertreten.

Zu den klassischen Mengenelementen zählen die folgenden Mineralstoffe:

Spurenelemente

Die Spurenelemente werden auch als Mikroelemente bezeichnet. Sie kommen – daher stammt ihr Name – lediglich in winzigen Spuren im Organismus vor, per Definition mit einer Konzentration von unter 50 Milligramm pro Kilogramm menschliches Körpergewicht. Innerhalb der Gruppe der Spurenelemente existiert eine weitere Klassifizierung: Man unterteilt sie ihrer Essentialität nach in essentielle und nicht-essentielle Spurenelemente. Essentiell sind jene, die für den Menschen lebensnotwendig sind. Unser Körper benötigt sie zwar nur in geringer Menge (eben nur in Spuren), muss sie jedoch unbedingt aufnehmen, um uns am Leben zu erhalten. Ein Fehlen von essentiellen Spurenelementen würde zu Mangelerscheinungen führen.

Diese Gruppe umfasst im Wesentlichen die folgenden Elemente:

Das Eisen stellt hier übrigens einen Sonderfall dar. Es ist mit einer Konzentration von knapp 60 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht definitorisch den Mengenelementen zuzurechnen, gehört aber dennoch zu den Spurenelementen.

Für die nicht-essentiellen Spurenelemente ist im Gegensatz zu den essentiellen keine physiologische Funktion bekannt. Sie haben also keinen gesundheitlichen Nutzen, und ein Mangel wirkt sich auch nicht negativ auf den Organismus aus (und dennoch kann eine Überdosierung – wie bei einigen anderen Mineralstoffen auch – gravierende Folgen bis hin zur Vergiftung haben). Zu den nicht-essentiellen Spurenelementen gehören u. a. Antimon, Blei oder Nickel.

Schließlich gibt es noch die Kategorie der möglicherweise essentiellen Spurenelemente. Für diese konnte noch nicht geklärt werden, ob sie im menschlichen Körper tatsächlich irgendeine Funktion ausüben. Teilweise – so haben wissenschaftliche Experimente gezeigt – sind sie jedoch für Tiere essentiell. So sind beispielsweise die Spurenelemente Zinn, Rubidium, Bor oder Arsen als „möglicherweise essentiell“ zu betrachten.

Mineralstoffe die möglicherweise für den Menschen ebenfalls essentiell sind:

Unabhängig von ihrer Zuordnung zur einen oder anderen Kategorie lässt sich der Gehalt an Mineralstoffen im Körper messen. Doch wie kommt ein hoher oder niedriger Mineralstoffspiegel zustande?

Wovon hängt der Mineralstoffspiegel ab?

Die Zellen unseres Körpers sind in der Lage, Mineralstoffe für den jeweils aktuellen Bedarf aufzunehmen und darüber hinaus auch „einzulagern“. Im Blut und der Flüssigkeit zwischen den Zellen werden die Mineralstoffe gespeichert, die wir benötigen.

Ein gesunder Mensch hat einen ausgewogenen Mineralstoffspiegel – die Konzentration ist nicht zu niedrig und nicht zu hoch; die jeweils idealen Werte sind für jeden einzelnen Mineralstoff unterschiedlich und hängen zudem von Alter, Geschlecht, Gewicht und anderen individuellen Faktoren des Menschen ab. Zudem gibt es bestimmte Situationen, in denen ein Organismus einen erhöhten Bedarf an Mineralstoffen hat, so zum Beispiel im Falle einer extremen körperlichen Belastung (ein Marathonläufer oder ein Extrembergsteiger etwa), bei bestimmten Krankheiten oder in der Schwangerschaft. Es stellt sich also die Frage, wer in besonderem Maße von einem eventuellen Mineralstoffmangel bedroht oder betroffen ist.

Wer ist besonders von Mineralstoffmangel betroffen?

Der Konsum von Nikotin und Alkohol steigert den Bedarf an Mineralstoffen. Nikotin setzt die sogenannten freien Radikale frei und schädigt so die Zellen; ein Vorgang, der durch eine adäquate Zufuhr entsprechender Mineralstoffe zwar nicht aufgehalten, aber zumindest gebremst werden kann. Alkohol bremst die Aufnahme von Mineralstoffen und steigert gleichzeitig deren Ausscheidung. Die Mineralstoffe, vorrangig Elektrolyte, werden dadurch also aktiv aus dem Körper ausgeleitet – dieser Mangel macht sich dann beispielsweise in Form eines Katers am nächsten Morgen oder verstärkter Muskelkrämpfe bemerkbar. Gleiches gilt für den übermäßigen Konsum bestimmter Genussmittel wie etwa Koffein.

Auch zu viel Fast Food und viele Diäten sorgen für einen erhöhten Mineralstoffbedarf. Eine überwürzte Currywurst und fettige Pommes enthalten nun mal viel zu wenig bis gar keine Mineralstoffe. Abgesehen von einem viel zu hohen Fettgehalt, einer gesteigerten Aufnahme von Salz und generell zu vielen Kalorien für unseren Bedarf ist es der Mangel an Mineralstoffen, der Fast Food ernährungsphysiologisch zu einer minderwertigen Nahrung macht. Und mit exzessiven oder stark einseitigen Diäten verhält es sich nicht besser.

Die Reduktion des Speiseplans auf ein oder ganz wenige bestimmte Nahrungsmittel („Pampelmusen-Diät“) mögen einen kurzfristigen Gewichtsverlust mit sich bringen, mit den Kilos purzelt aber auch der Mineralstoffgehalt im Körper. Besonders drastisch zeigt sich dies auch bei Essstörungen wie zum Beispiel der Magersucht: Wer seinem Körper die Nahrung vorenthält, tut ihm nichts Gutes, sondern beraubt ihn der lebenswichtigen Mineralstoffe.

Dafür können aber auch manche Allergien verantwortlich sein. In erster Linie sind es Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die manche Menschen zu einer stark einseitigen Ernährung zwingen. Damit geht in vielen Fällen ein Mineralstoffmangel einher. Gleiches gilt für einige Erkrankungen, insbesondere solche, die den Stoffwechsel und das Verdauungssystem betreffen. Aber auch Osteoporose sowie Gelenk- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen oft zu einer verringerten Aufnahme oder gesteigerten Ausscheidung von Mineralstoffen. Bei manchen Menschen ist dies auch einfach genetisch bedingt; sie müssen ihren Mineralstoffhaushalt stets im Blick behalten.

Einige Medikamente erhöhen den Bedarf an Mineralstoffen ebenfalls. Man kann dies beispielsweise bei Patienten beobachten, die mit Antibiotika behandelt werden oder eine Therapie mit Schmerzmitteln durchlaufen. Entwässerungs- und Abführmittel senken den Mineralstoffspiegel und erzeugen so einen Bedarf, und auch Wirkstoffe wie die Anti-Baby-Pille, Kortisone oder Blutfettsenker können sich negativ auf den Mineralstoffspiegel auswirken.

Manchmal bedarf es aber gar keiner äußeren Einwirkungen – es reichen psychische Belastungen aus, um unseren Körper zu einem Mehrbedarf an Mineralstoffen anzuregen. Stress oder private Probleme können sich direkt in einem gesteigerten Bedarf äußern, oft ist es auch einfach die kalte Jahreszeit, die manche Menschen anfällig dafür macht. Doch auch physische Belastungen machen sich bemerkbar, beispielsweise bei Wanderungen oder außergewöhnlich schwerer körperlicher Arbeit (wie zum Beispiel ein Umzug). In besonderem Maße gilt dies für Sportler, sowohl im Profi- als auch im Amateurbereich: Wer sich sportlich betätigt, benötigt viele Mineralstoffe. Wer beispielsweise schon mal einen Muskelkater durchlebt hat, weiß, wie sich ein Mangel an Magnesium anfühlen kann.

Grundsätzlich haben Menschen in bestimmten Lebensabschnitten auch per se einen erhöhten Mineralstoffbedarf; dies gilt für Kinder und Jugendliche im Wachstum ebenso wie für alte Menschen. Besonderes Augenmerk ist auf schwangere Frauen und stillende Mütter zu legen, denn hier geht es nicht nur um einen, sondern gleich um zwei Körper, die versorgt werden wollen. „Das Kind holt sich das, was es braucht“ heißt es hier häufig, und ganz falsch ist das nicht, daher müssen die werdenden oder stillenden Mütter stark auf sich achten, um keinen Mineralstoffmangel zu erleiden. Doch wenn der Mineralstoffspiegel unter ein gefährliches Niveau sinkt, so kann auch das Kind nicht mehr ausreichend versorgt werden, und dann ist eine ausreichende Zufuhr lebensnotwendig.

Was kann passieren, wenn man aus den genannten oder anderen Gründen zu wenige Mineralstoffe zu sich nimmt? Welche Konsequenzen ergeben sich für den menschlichen Körper?

Welche Folgen und Symptome hat ein Mineralstoffmangel?

Es gibt nicht den einen Mineralstoffmangel. Die Symptome eines Mangels sind immer abhängig davon, welcher spezifische Mineralstoff in unzureichender Menge vom Körper aufgenommen wurde. Aus diesem Grund macht es Sinn, die Folgen individuell für die einzelnen Mineralstoffe zu betrachten.

Mangel an Calcium („Hypocalcämie“)

Da Calcium unter anderem für Aufbau und Erhalt von Zähnen und Knochen zuständig ist, sind Menschen mit Calciummangel anfälliger für Karies und Knochenbrüche. Im Wachstum begriffene Kinder können an einer Rachitis erkranken, ältere Menschen an der sogenannten Osteomalazie, beides bezeichnet eine äußerst schmerzhafte Aufweichung der Knochen, die sich bei Kindern auch auf das Wachstum auswirkt. Auch Krämpfe können auftreten, und zwar Muskelkrämpfe, die in einer Bewegungsunfähigkeit münden können, schlimmstenfalls aber auch zerebrale Krämpfe, also Krämpfe im Gehirn, die dauerhafte Schädigungen hervorrufen können. Bei einem starken Mangel kann es zudem zu einem Katarakt kommen, einer getrübten Augenlinse.

Mangel an Phosphat („Hypophosphatämie“)

Was Zähne, Knochen und Muskeln angeht, kann sich ein Mangel an Phosphat genauso auswirken wie der beschriebene Calciummangel. Darüber hinaus kommt es dabei zu Appetitverlust und Anämie, also der sogenannten Blutarmut, die auf einer Verminderung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin beruht. Das Immunsystem wird geschwächt, was eine Häufung an Infektionen zur Folge haben kann, und in den Händen und Füßen kann ein Phosphatmangel zu einem unangenehmen Kribbeln und Taubheitsgefühl führen. Besonders Alkoholiker laufen Gefahr, zu wenig Phosphat zu sich zu nehmen. Im Extremfall kann eine sehr starke Unterversorgung mit Phosphat auch zum Tode führen – dies wurde jedoch bislang nur bei fast verhungerten Menschen beobachtet.

Mangel an Natrium („Hyponatriämie“)

Ein niedriger Blutdruck gehört zu den weniger gravierenden Symptomen, die ein Natriummangel mit sich bringt. Auch Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen sowie Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden und Teilnahmslosigkeit können durch einen leichten Natriummangel verursacht werden. Bei einer extremen Unterversorgung kann sich im Körper vermehrt Wasser ansammeln, was eine Leberschädigung oder eine Herzinsuffizienz mit sich bringen kann. Die Teilnahmslosigkeit kann sich bis hin zu Bewusstseinseintrübungen steigern, welche letztlich zu einem Koma und sogar Krampfanfällen führen können.

Mangel an Kalium („Hypokaliämie“)

Ein Mangel an Kalium ist zunächst nur schwer zu diagnostizieren, da Symptome wie Schlaffheit, Schwindel, Durchfall oder Verstopfung, Magengrummeln, Kopfschmerzen oder Antriebslosigkeit auch auf andere Störungen zurückzuführen sein können. Gefährlich wird es, wenn bei einer massiven Unterversorgung das Herz in Mitleidenschaft gezogen wird: Die Herztätigkeit wird gestört, es kann zu starken Kreislaufproblemen und Herzrhythmusstörungen kommen. Darüber hinaus können auch Muskelschwäche und -krämpfe sowie Lähmungserscheinungen auftreten.

Mangel an Magnesium („Hypomagnesiämie“)

Die Symptome des Magnesiummangels sind vielfältiger Natur. So wirkt er sich unter anderem auf die Muskeln aus: Es kann zu starken Muskelkrämpfen und auch unkontrollierten Zuckungen (zum Beispiel im Augenlid) kommen. Auch ein erhöhter Blutdruck sowie Kopfschmerz und Migräne können auftreten; Frauen laufen Gefahr einer gestörten Menstruation in Form von PMS (Prämenstruelles Syndrom) oder verstärkten Blutungen. Schwangere können durch einen Mangel an Magnesium frühzeitig Wehen oder Ödeme, also Wassereinlagerungen im Gewebe, erleiden. Auch Herzrhythmusstörungen und Magen-Darm-Probleme gehören zu den Symptomen. Manche Menschen mit einer Hypomagnesiämie haben Probleme sich zu konzentrieren, sind verwirrt, energielos, fahrig oder leicht reizbar.

Mangel an Eisen („Sideropenie“)

Als klassische Folge des Eisenmangels gilt die Anämie. Auch Müdigkeit und Antriebslosigkeit, Konzentrationsprobleme, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden können mit einem Eisenmangel einhergehen. Eine Tachycardie, also ein beschleunigter Herzschlag, spröde Nägel und Atemnot bei Belastung gehören auch zu den Symptomen; ein verringerter Immunstatus gefährdet vor allem Schwangere. Bei massivem Eisenmangel kann es zudem zu einer Atrophie der Geschmacksknospen kommen – das Schmecken wird eingeschränkt, was sich jedoch bei einer Erhöhung des Eisenspiegels wieder normalisiert.

Obwohl sie – wie oben beschrieben – nur in winzigen Mengen in unserem Körper vorhanden sind, können auch bei anderen Spurenelementen außer dem Eisen erhebliche Mangelerscheinungen auftreten. Dazu zählen zum Beispiel die folgenden Mängel:

Mangel an Jod

Das wohl bekannteste Phänomen, das bei einem starken Jodmangel in Erscheinung tritt, ist der sogenannte Kropf, der auf einer Vergrößerung der Schilddrüse beruht. Jod ist notwendig für die Produktion von Schilddrüsenhormonen – wenn es fehlt, produziert die Schilddrüse unermüdlich weiter und gewinnt dadurch an Größe. Neben dem äußeren „Makel“ eines erheblich vergrößerten Halsumfangs kann es zu Atem- und Schluckbeschwerden sowie einer Stauung in den Halsvenen kommen. Ein leichter Jodmangel äußert sich unter anderem in Müdigkeit, Antriebs- und Teilnahmslosigkeit, einer verlängerten Reaktionszeit, Verstopfung und Gewichtszunahme oder Appetitlosigkeit, Heiserkeit, trockener Haut sowie einem verlangsamten Herzschlag.

Mangel an Selen

Ein Selenmangel kann zur sogenannten Makrozytose führen – einem unnatürlichen Wachstum der roten Blutkörperchen. Auch wurden bei einer Unterversorgung mit Selen gestreifte Fingernägel sowie Pseudoalbinismus beobachtet: Haut und Haare der Patienten hellten sich auf. Weiterhin kann es zu Anämien, Wachstums- und Knochenbildungsstörungen sowie einem anfälligen Immunsystem kommen. Für Männer besteht das Risiko einer gestörten Spematogenese, also Problemen mit der Bildung von Samenzellen.

Mangel an Zink

Ein schwerer Zinkmangel kann vor allem für jüngere Kinder gefährlich werden, indem er ihre geistige Entwicklung verlangsamt oder für Störungen im körperlichen Wachstum sorgt. Auch eine erhöhte Anfälligkeit für lebensbedrohliche Infektionen geht damit einher. Für alle, also auch erwachsene Patienten besteht bei massivem Zinkmangel das Risiko von Hautausschlägen, chronischen Durchfällen, Nachtblindheit, einem gestörten Geschmacksempfinden, Wundheilungsstörungen und psychischen Beeinträchtigungen.

Mangel an Kupfer

Ein Kupfermangel tritt in der Praxis eher selten auf. Wie bei der Unterversorgung mit zahlreichen anderen Spurenelementen kann es auch hier zu einer Anämie kommen. Zudem kann die Funktion der Leukozyten, also der weißen Blutkörperchen gestört werden und den Patienten so anfälliger für Infektionen machen. Bei Babys und Kleinkindern wurden als Folgen eines Kupfermangels Osteoporose und andere Unregelmäßigkeiten bei der Knochenentwicklung beobachtet.

Wo sind Mineralstoffe enthalten?

Mineralstoffe nehmen wir mit unserer Nahrung und durch Getränke zu uns. Dabei ist stets zu bedenken, dass die industrielle Verarbeitung von Lebensmitteln deren Mineralstoffgehalt senkt. Es ist also immer von Vorteil, so natürlich wie möglich zu essen und auf veränderte oder manipulierte Nahrungsmittel zu verzichten. Das gilt für Fast Food ebenso wie für haltbar gemachtes, gefärbtes oder anderweitig bearbeitetes Essen aus dem Supermarkt.

Fisch, Fleisch und Meeresfrüchte enthalten Mineralstoffe; auch Eier, Milch und Milchprodukte wie etwa Käse oder Joghurt sind mineralstoffreich. Zudem sind fast alle Obst- und Gemüsesorten Mineralstofflieferanten, auch Hülsenfrüchte und Getreide sind wertvoll. Als mineralstoffreiches Getränk bietet sich – der Name lässt schon darauf schließen – Mineralwasser an. Auf den Etiketten der in Deutschland erhältlichen Mineralwasser sind die enthaltenen Mineralstoffe in ihrer Konzentration und Zusammensetzung genau aufgelistet, so dass man hierüber bereits eine gezielte Auswahl der Mineralstoffe treffen kann, die man seinem Körper zuführt. Auch auf den meisten abgepackten Lebensmitteln finden sich detaillierte Nährwerttabellen, die Auskunft über die Mineralstoffe geben.

Worin bestehen die Wirkungen und Nebenwirkungen von Mineralstoffen?

Mineralstoffe sind entscheidende Substanzen, ohne die wir nicht leben können. Stoffwechsel, Blutbildung, Wachstum – unsere körpereigenen Prozesse können nicht fehlerfrei ablaufen, wenn ein adäquater Mineralstoffspiegel nicht gewährleistet wird oder aus dem Lot geraten ist.

Entscheidend ist dabei nicht nur die ausreichende Versorgung, sondern auch das Zusammenwirken der unterschiedlichen Mineralstoffe. Darum ist eine einseitige oder Über-Versorgung genauso schädlich wie eine unzureichende Zufuhr.

Mit einer ausgewogenen Ernährung, die sich an den Vorgaben der Ernährungspyramide orientiert, ist eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen für Menschen ohne Vorerkrankungen auf jeden Fall gewährleistet. Kompliziert wird es, wenn man bestimmte Mineralstoffe nicht über die Nahrung, sondern über bestimmte Nahrungsergänzungsmittel zu sich nimmt. Dann kann es zu einer Einseitigkeit und Überversorgung und somit auch zu Nebenwirkungen kommen. Auch bei der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten ist Vorsicht geboten, denn sie können, wie oben beschrieben, den Mineralstoffhaushalt durcheinanderbringen. In diesen Fällen sollte sicherheitshalber Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden; ein Blutbild kann Aufschluss über den jeweiligen Bedarf geben.

Wer jedoch gesund ist, keine Medikamente nimmt und Mineralstoffe nur in geringen Mengen – idealerweise über eine gesunde und ausgewogene Ernährung – zu sich nimmt, kann auf die positiven Funktionen der Mineralstoffe bauen und das Risiko von Nebenwirkungen weitgehend verringern.

Wie viele Mineralstoffe benötigt der menschliche Körper?

Der Bedarf an Mineralstoffen ist individuell verschieden und hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Als grober Richtwert kann jedoch die folgende Auflistung für die einzelnen Gruppen – Gesundheit und Normalgewichtigkeit jeweils vorausgesetzt – Orientierung bieten:

Frauen:

  • Calcium: 1000 mg
  • Phosphor: 700 mg
  • Magnesium: 300 mg
  • Kalium: 200 mg
  • Natrium: 550 mg

Männer:

  • Calcium: 1000 mg
  • Phosphor: 700 mg
  • Magnesium: 300-350 mg
  • Kalium: 200 mg
  • Natrium: 550 mg

Kinder:

  • Calcium: 600-1000 mg
  • Phosphor: 700 mg
  • Magnesium: 80-250 mg
  • Kalium: 2-5 mg
  • Natrium: 200 mg

Sportler:

  • Calcium: 1000-1500 mg
  • Phosphor: 700 mg
  • Magnesium: 350-400 mg
  • Kalium: 3-5 mg
  • Natrium: 550 mg

Schwangere:

  • Calcium: 1000-1500 mg
  • Phosphor: 700 mg
  • Magnesium: 350 mg
  • Kalium: 2-5 mg
  • Natrium: 550 mg

Stillende:

  • Calcium: 1000 mg
  • Phosphor: 700 mg
  • Magnesium: 390 mg
  • Kalium: 2-5 mg
  • Natrium: 550 mg

Welche Bedeutung haben die Mineralstoffwerte?

Der Mineralstoffwert funktioniert wie ein Indikator dafür, ob der Körper ausreichend versorgt ist und die Zellen somit alle ihre Funktionen optimal erfüllen können. Eine Blutbildkontrolle, die fast jeder Arzt durchführen kann, gibt Aufschluss darüber, ob der Mineralstoffhaushalt im Gleichgewicht ist oder ob ein Mangel oder eine Überversorgung mit einem bestimmten Mineralstoff vorliegt.

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