Szintigraphie

Ein nuklearmedizinisches, bildgebendes Verfahren

Behandlung SzintigraphieSzintigraphie ist eine Untersuchungsmethode zur Kontrolle von Metastasen, Geschwüren oder Tumoren.

Eine leicht radioaktive Substanz wird dem Patienten verabreicht und diese reichert sich dann in bestimmten Organen wie der Schilddrüse, Leber, Herz oder Nieren an.

Mit einem Detektor werden diese dann im Körper ermittelt und liefern Bilder von Tumoren oder Geschwülsten.

In diesem Ratgeber informieren wir Sie umfassend zum Thema Szintigraphie. 

Was ist Szintigraphie?

Die Szintigraphie ist ein Mittel zur Diagnostik bei Tumoren oder anderen krankhaft veränderten Gewebeteilen im Körper des Menschen und entstammt der Nuklearmedizin. Dem Patienten wird bei Verdacht auf bestimmte Veränderungen oder Tumore oder zur Überprüfung dieser, ein Radiopharmaka injiziert. Dies ist eine leicht radioaktive Substanz oder eine radioaktiv markierte Substanz. M

anche Substanzen, wie radioaktives Jod, werden direkt injiziert. Andere, wie Technetium-Isotop 99mTc, werden erst an einen Trägerstoff (Tracer) gebunden, dies können Eiweiße oder auch Salze sein. Die Substanz wird nach dem Organ ausgesucht, dass es zu untersuchen gilt. Denn es gibt Substanzen die sich bevorzugt in bestimmten Organen ansammeln.

Radiopharmaka sammeln sich bevorzugt in sehr stark durchbluteten Geweben an, was besonders auf Tumore und ähnliches zutrifft. Beim Bild das bei der Szintigraphie entsteht (Szintigramm) zeigen sich solche Regionen dann anders gefärbt. Denn die Radiopharmaka zerfallen dort und geben Gammastrahlen ab.

Spezielle Detektoren die diese Strahlung messen können (Scanner oder Gammakamera), leiten die Informationen an einen Computer weiter und aus diesen Daten wird dann ein Bild errechnet. Das Szintigramm zeigt dann ein farbiges Bild, in welchem man erkennen kann, ob ein Gewebe besonders stark durchblutet ist oder eben eine verminderte Aktivität aufweist.

Beides zeigt sich anders farbig auf dem Szintigramm. So können Tumore, Geschwüre, Metastasen oder Entzündungen nachgewiesen und kontrolliert werden. Es lassen sich eine Vielzahl von Organen und Geweben untersuchen, sogar Knochen können gescannt werden.

Ursprung und Entwicklung der Szintigraphie

Die Geschichte der Szintigraphie ist eng verwoben mit der Geschichte der Nuklearmedizin, bzw. sie entstammt dieser. Die Entdeckung der natürlichen Radioaktivität des Urans, kurz nach der Entdeckung der Röntgenstrahlen war bahnbrechend und mit den Jahren wurden immer mehr Nuklide (strahlenaktive Substanzen) entdeckt.

Dies führte dazu das in den 50’er Jahren des letzten Jahrhunderts erste Szintiscanner entwickelt wurden, also Kameras die diese Strahlung „sehen“ konnten. 1974 war es dann endlich soweit, und die erste Gammakamera wurde an der Charité in Berlin eingesetzt.

Funktion, Wirkung & Ziele – Behandlungen & Therapien

Die Funktion der Szintigraphie ist die Untersuchung und die Diagnose von veränderten Gewebeteilen im Körper. Dies können Veränderungen wie eine Entzündung sein oder Tumore, Knoten (krankhafte Veränderung von Schilddrüsengewebe) oder sonstige Geschwüre und Metastasen. Auch die Art des Stoffwechsels von Organen kann mittels Szintigraphie dargestellt werden.

Denn da man den Zerfall und die Verstoffwechselung der radioaktiven Nuklide beobachten kann, weiß man auch wie schnell oder langsam der Stoffwechsel in einem bestimmten Körperteil ist. Dies ist zum Beispiel bei der Ermittlung der Clearance (Entgiftungsleistung) der Nieren wichtig.

Die radioaktiven Substanzen sind so leicht dosiert, dass sie nicht schädlich sind. Sie reichern sich in stark durchblutetem Gewebe an, wie es üblich ist bei Entzündungen oder Tumoren und ermöglichen so oftmals den Nachweis einer Veränderung (Tumor, Entzündung). Anhand dessen können dann die entsprechenden Therapien eingeleitet werden.

  • Bildgebendes Verfahren zur Diagnostik
  • Erkennen, Bestimmen und Überwachen von Tumoren, Entzündungen, etc.
  • Kontrolle von Stoffwechselraten

Durchführung & Wirkungsweise der Szintigraphie

Wenn ein Arzt die Szintigraphie bei einem Patienten anordnet, kann es viele Gründe dafür geben. Je nach Grund unterscheidet sich die Durchführung auch ein wenig voneinander. Doch die Grundlage ist bei allen szintigraphischen Untersuchungen dieselbe.

Behandlung SzintigraphieZuerst wird dem Patienten ein Radiopharmaka injiziert. Dann ist eine bestimmte Wartezeit vonnöten, in welcher dieses in bestimmte Regionen (Herz, Knochen, Nieren) des Körpers transportiert wird und sich dort anreichert, wo eine rege Durchblutung vorherrscht. Je nach Untersuchung kann die Wartezeit zwischen fünf und 45 Minuten, bei der Skelettszintigraphie sogar zwei bis drei Stunden, dauern.

Danach wird der Patient zur Gammakamera gebracht und muss vor oder unter dieser Platz nehmen. Diese zeichnet dann das Bild anhand der von den Radiopharmaka ausgesandten Gammastrahlen auf. Danach erfolgt am Computer die Auswertung der Bilder.

Je nach Untersuchung kann es sein das man bestimmte Medikamente vorher weglassen muss oder nüchtern sein sollte. Auch gehen oftmals noch andere Untersuchungen wie ein Röntgenbild, Ultraschall oder eine Blutuntersuchung voraus.

Die verabreichten Radiopharmaka sind harmlos und bauen sich in relativ schneller Zeit wieder ab und werden dann letztendlich über die Nieren wieder ausgeschieden. Allergische Reaktionen oder Nebenwirkungen treten nur extrem selten auf.

Szintigraphie hilft gegen:

 

  • Dient der Diagnosefindung
  • Hilft bei der Kontrolle von krankhaften Veränderungen
  • Überprüft die Stoffwechselleistungen unterschiedlicher Systeme

Die Szintigraphie an sich ist keine kurative Therapieform. Sie dient lediglich der Sicherung einer Diagnose und somit auch bei der Therapiewahl. Auch die Kontrolle bestehender Krankheiten und krankhafter Veränderungen sind durch die Szintigraphie möglich.

Szintigraphie fördert und stärkt:

Eine Szintigraphie fördert die Diagnose einer Erkrankung und ermöglicht die Kontrolle von Erkrankungen. Sie ist ein diagnostisches Verfahren.

Diagnose & Untersuchungsmethoden

Es gibt unterschiedliche Arten der Szintigraphie, je nachdem von welcher Diagnose der Arzt aus geht oder was dieser nachweisen möchte. Die unterschiedlichen Untersuchungen sind :

  • Schilddrüsenszintigraphie (Bei Verdacht auf Knoten oder Tumore)
  • Nierenfunktionsszintigraphie (Zum Ermittlung der Clearance)
  • Knochenszintigraphie/Skelettszintigraphie (Tumor- oder Entzündungsscreening)
  • Myokardperfusionsszintigrafie (Bei Durchblutungsstörungen)
  • Herzinnenraumszintigraphie (Überprüfung der Pumpleistung)
  • Perfusionsszintigrafie (Verdacht auf Lungenembolie)
  • Ventilationsszintigrafie (Abschätzung der Lungenfunktion, meist vor Tumor-OP)
  • Statische Nierenszintigrafie (Bei untypischer Lage oder Missbildungen der Nieren
  • Suppressionsszintigrafie (Bei Verdacht auf ein autonomes Adenom)
  • Nebennierenszintigraphie/MIBG-Szintigrafie (Zur Untersuchung des sympathischen Nervensystems bei Verdacht auf Parkinson oder Multisystematrophie)

Risiken & Nebenwirkungen der Szintigraphie

 

  • Strahlenbelastung
  • Infektionen an der Einstichstelle der Nadel
  • Allergische Reaktionen

Die Risiken und Nebenwirkungen bei der Szintigraphie sind extrem gering. Dennoch stellt radioaktive Strahlung ein Risiko dar. Sie ist vergleichbar mit der Belastung einer Röntgenuntersuchung. In beiden Fällen sind die kurze Zeit der Untersuchung, die Qualität der eingesetzten Radiopharmaka und die moderne Kameratechnik, eigentlich ein Garant für eine sichere Untersuchung.

Dennoch sollte man in den Stunden direkt nach der Untersuchung keinen engen Kontakt zu Kleinkindern oder Schwangeren haben, um diese nicht durch die Strahlung die man noch abgibt zu belasten. Frauen die Stillen sollten zwei Tage nach der Szintigraphie nicht stillen.

Das meistens verwendete Technetium hat zwar eine Halbwertszeit von sechs Stunden, doch unter Umständen kann es sein das es doch einmal länger im Körper verweilt. Deswegen die Vorsichtsmaßnahmen. Eine Infektion an der Einstichstelle der Nadel ist wesentlich wahrscheinlicher, als eine allergische Reaktion auf das Radiopharmaka.

Gegenanzeigen & Wechselwirkungen

 

  • Schwangerschaft
  • Stillzeit
  • Wiederholungsuntersuchung
  • Metastasen die keinen Nachweis liefern
  • Bei vorheriger Bestrahlung
  • Bei der Einnahme bestimmter Medikamente

Durch die, wenn auch geringe, Strahlenbelastung, sollte eine Szintigraphie nicht bei Schwangeren vorgenommen werden. Die Strahlung könnte ansonsten zu Schädigungen am Erbgut des Kindes führen. Deswegen sollte auch in der Stillzeit nur nach Abklärung und Abwägung mit Arzt szintigrafiert werden.

Bei bestimmten Radiopharmaka kann nach zwei Tagen wieder gestillt werden, bei anderen sollte im Vorfeld komplett abgestillt werden. Auch bei einer vorherigen Bestrahlung, der Einnahme bestimmter die Leber und Nieren strapazierender Medikamente oder einer vorhergegangenen Szintigraphie wird ein Arzt sehr genau abwägen, ob er eine Szintigraphie vornimmt.

Wer nimmt eine Szintigraphie vor?

So eine Untersuchung wird ausschließlich von einem Radiologen/Nuklearmediziner und den entsprechenden Assistenten vorgenommen. Außerdem findet eine Szintigraphie in einer speziellen Praxis oder einer spezialisierten Krankenhausstation statt. Diese haben speziell gegen die Strahlung abgedichtete Türen und Wände.

Unser Fazit zur Szintigraphie

Auch wenn viele Menschen ein mulmiges Gefühl bekommen wenn Sie Nuklearmedizin oder Strahlung hören, handelt es sich hierbei um wirklich sinnvolle Untersuchungen. Diese werden außerdem nicht ohne Grund und nur unter bestimmten Voraussetzungen vorgenommen.

Wer diese erfüllt, kann froh sein das die heutige Medizin über Verfahren verfügt, die es uns erlauben noch so spezielle Krankheiten zu erkennen und dann zu behandeln. Mit der heutigen Technik ist eine Szintigraphie außerdem sehr sicher.

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