Herz-Kreislauf-Erkrankungen

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Symptome

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Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind das Volksleiden der Deutschen, vor allem mit zunehmendem Alter und durch falsche Ernährung. Die Aufgabe des Herzens ist, das Blutvolumen des Körpers durchgehend weiter zu fördern, damit es über die Arterien und Venen an die Orte gelangt, wo es benötigt wird.

Erkrankungen dieses Systems betreffen entweder das Herz direkt oder das Gefäßsystem und in Schlussfolgerung auch immer die Organe, die Sauerstoff und Nährstoffe zugeführt bekommen.

‚Herzerkrankungen‘ ist ein allgemeiner Begriff, unter dem eine Vielzahl von akuten und chronischen Krankheitsbildern zusammengefaßt wird, die einen oder auch mehrere Bereiche des Herzens betreffen. Das Herz ist ein muskuläres faustgroßes Organ, das sich auf der linken Seite der Brusthöhle befindet und kontinuierlich mit etwa 100.000 Schlägen am Tag Blut pumpt. Das vom Herz bewegte Blut liefert Sauerstoff und Nährstoffe zu Geweben im ganzen Körper und transportiert Kohlendioxid und andere Abfallstoffe ab.

Die eigene Sauerstoffversorgung wird durch ein System von koronaren Arterien und Venen (Herzkrankgefäße) sichergestellt. Das Herz ist zugleich ein endokrines Organ, das die Hormone ANP (atriales natriuretisches Hormon) und das BNP (B-Typ natriuretisches Peptid) bildet und ausschüttet. Diese Hormone koordinieren die Herzfunktion mit den Blutgefäßen und den Nieren.

Im Inneren ist das Herz im Wesentlichen hohl. Vertikal wird es durch das Septum (Kammerscheidewand) in zwei Hälften geteilt und jede dieser Seiten wiederum in zwei Kammern- ein Atrium (Vorhof) oben und einen Ventrikel (Kammer) im unteren Bereich. Das venöse Blut gelangt über den rechten Vorhof in das Herz und wird über die rechte Kammer in die Lungen gepumpt. Oxygeniertes (mit Sauerstoff gesättigtes) Blut aus den Lungen gelangt in den linken Vorhof und wird vom linken Ventrikel in die Arterien gepumpt, um die Sauerstoffversorgung im gesamten Körper zu gewährleisten.

Die vier Herzklappen regeln die Richtung und den Blutfluß durch das Herz. Ihr Öffnen und Schließen gibt dem Herzen den charakteristischen ‚lub-dup‘-Ton. Der Herzmuskel selbst wird als Myokard bezeichnet. Die Membran, die die Kammern des Herzens und die Klappen überzieht wird Endokard genannt. Die Außenseite des Herzens wird vom Perikard umschlossen- einer geschichteten Membran, die auf ihrer Außenseite fibrös und auf ihrer Innenseite serös (Flüssigkeit sezernierend) ist. Das Perikard bildet eine schützende Barriere um das Herz und erlaubt ihm, in einer sehr reibungsarmen Umgebung zu schlagen.

Erkrankungen des Herzens können strukturell oder funktionell sein. Jede Schädigung des Herzens, die seine Effizienz verringert, seine Fähigkeit sich zu füllen und zu pumpen reduziert oder die Sauerstoffversorgung des Herzens verringert, stört auch die Koordination im Zusammenwirken zwischen Herz, Nieren und Blutgefäßen. Somit wird nicht nur das Herz geschädigt, sondern auch der restliche Körper in Mitleidenschaft gezogen.

Einteilung & Ursachen

Das wohl bekannteste Krankheitsbild ist der akute Herzinfarkt, welcher auch heute immer noch häufig zum Tode führt und meist von jahrelangem Rauchen, schlechter Ernährung und mangelnder Bewegung herrührt.

Ausgelöst wird dieser durch einen Blutpfropf, welcher eine, das Herz versorgende Koronararterie verschließt und nachfolgend Muskelgewebe des Herzens durch Sauerstoffmangel zugrunde geht. Nur jeder zweite Herzinfarkt-Patient erreicht das Krankenhaus lebend.

Ein weiteres Krankheitsbild, welches von essenzieller medizinischer Bedeutung ist, ist der Bluthochdruck, der als häufige Ursache für Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzinsuffizienz bekannt ist. Mit steigenden Blutdruckwerten (in Ruhe) steigt die Wahrscheinlichkeit eine dieser Folgeerkrankungen zu bekommen. 90% aller Bluthochdruckpatienten haben diesen anlagebedingt, können aber durch Medikamente wirkungsvoll therapiert werden.

Die Herzinsuffizienz beschreibt das Unvermögen des Herzens, den Kreislauf mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. Sie hat meistens einen schleichenden Beginn und kann Folge des Bluthochdrucks oder einer Herzerkrankung sein. Sie ist meist chronisch und kann durch körpereigene Mechanismen gut kompensiert werden.

Herzerkrankungen können zu Folgendem führen:

  • Arrhythmien (unregelmäßiger Herzschlag), Herzrhythmusstörungen
  • Embolien (einem Blutgerinnsel, das von seinem Entstehungsort weggewandert ist und ein Blutgefäß verschlossen hat), die zu einem Verschluß von Arterien führen.
  • Dilatationen (eine Ausweitung) der Herzkammern oder der Herzvorhöfe, deren innere Abschnitte sich aufgrund des erhöhten Druckes vergrößern
  • Hypertrophie (eine Verdickung) der Herzwände, die eine Abnahme der Kammergröße zur Folge hat und damit auch die Flexibilität des Herzens herabsetzt
  • Unfähigkeit, den erhöhten Sauerstoffbedarf zu decken und die Abfallprodukte abzutransportieren; zum Beispiel unter körperlicher Belastung
  • Insuffiziente Kontraktion (eine unvollständige Entleerung oder Füllung des Herzens), verminderte Pumpfunktion
  • Schmerzen, meist infolge von Ischämien (einer mangelnden Sauerstoffversorgung aufgrund eines reduzierten Blutflusses)
  • Regurgitation (ein Rückfluß von Blut), der einen erhöhten Druck in den Blutgefäßen in Lunge und Leber zu Folge hat
  • Stenose (eine Einengung der Herzöffnungen)
  • Zelltod (permanenter Verlust von Herzgewebe aufgrund eines Sauerstoffmangels, der zu einer Vernarbung führt)

Mögliche Ursachen für Herzerkrankungen:

  • Atherosklerose (wichtigste und häufigste Ursache)
  • Alkoholabusus
  • Konsum von Anabolika
  • Autoimmunerkrankungen
  • Bakterielle Infektionen
  • Kokainkonsum
  • Kongenitale Abnormalitäten (bereits zum Zeitpunkt der Geburt vorhanden)
  • Diabetes
  • Fett- und cholesterinreiche Ernährung
  • Hypertension
  • Verletzung oder Trauma
  • Nikotinabusus
  • Schilddrüsenfehlfunktion (Unter- oder Überaktivität)
  • Toxine, wie Quecksilber, und manche Medikamente zur Chemotherapie oder zur HIV/AIDS-Behandlung
  • Virale Infektionen.

Häufige Erkrankungen
Koronare Herzerkrankung (KHK) und die koronare Arterienerkrankung (KAK)
Diese sind die häufigsten Formen der Herzerkrankungen. Sie sind Teil einer systemischen kardiovaskulären Erkrankung- einer Verengung der Arterien des Herzens und des ganzen Körpers aufgrund von Fettplaques (Atherosklerose), die sich im Laufe der Zeit aufgebaut haben. Diese Verengung kann die Menge an Blut, die von den Arterien befördert wird, deutlich limitieren und damit die Sauerstoffversorgung des Gewebes einschränken. Im Herzen kann es dadurch zu belastungsabhängiger Angina (Brustschmerzen) kommen. Instabile Plaques sind die Hauptursache von Myokardinfarkten (Herzanfällen) oder anderen akuten Koronarsyndromen.

Eine Herzinsuffizienz (Herzversagen), einschließlich der kongestivenHerzinsuffizienz, bewirkt, dass das Herz in der Blutzirkulation an Effektivität verliert und sich nur bedingt vollständig füllen oder entleeren kann. Daraus folgt ein Blutrückstau mit Ödemen in Beinen, Händen, Füßen, Lunge und Leber, was wiederum Schwellungen, Kurzatmigkeit und Ermüdung zur Folge hat. Das Herzversagen kann erblich bedingt sein oder nach einer Infektion oder einem vorangegangenen Herzinfarkt auftreten. Weitere Ursachen können Diabetes, Hypertension (Bluthochdruck), Atherosklerose und Hyperthyroidismus (Schilddrüsenüberfunktion) sein. Das Herzversagen kann akut, partiell, chronisch oder fortschreitend verlaufen.

Die Kardiomyopathie ist eine Anormalität des Herzmuskels. Sie kann angeboren oder als Antwort des Herzens auf Druck oder Toxine auftreten. Eine oder mehrere Herzkammern können sich ausweiten, was zu einer Größenzunahme einer der Kammern des Herzens führt oder zu einer Verdickung der Herzwand infolge einer Hypertrophie.(dilatative Form)

Die Kardiomyopathie kann auch in einer restriktiven Form mit einer verringerten Wandflexibilität der Ventrikel auftreten. Sie kann durch übermäßigen Alkoholgenuß, Rauchen, Kokainkonsum, Toxine wie Blei oder Quecksilber, oder Hypertension und Lungenschäden (z.B. zystische Fibrose) bedingt sein. Unter anderem kann sie auch durch Klappenfehlfunktionen oder idiopathisch (also unbekannter Ursache) hervorgerufen werden.

Erkrankungen desPerikards betreffen den Herzbeutel, der das Herz umgibt. Ursachen können hier in bakteriellen oder viralen Infektionen, Traumen, Autoimmunprozessen, Krebs oder vorausgegangenen Herzanfällen liegen. Infektionen des Perikards können ohne Behandlung rasch ernst werden. Eine Perikarditis, also eine Entzündung des Perikards, kann die „Reibung“ des Herzens beim Schlagen erhöhen und so zu Schmerzen in der Brusthöhle führen.

Kongenitale Herzerkrankungen, die sich während der fötalen Entwicklung ausbilden, können jeden Teil des Herzens betreffen, den Herzmuskel oder die Herzklappen. Relativ häufig ist auch der unvollständige Verschluß der beiden Herzkammern durch Klappenfehlfunktion. Das Ausmaß der Funktionsstörung hängt ab von der Art des Fehlers und dem Ausmaß, in dem er Form, Einheit und Funktion des Herzens verändert.

Die Endokarditis ist eine Entzündung der Membran, die die Herzinnenflächen und die Herzklappen überzieht. Ursachen können im mikrobiellen Befall nach einer Sepsis oder Bakteriämie mit bestimmten Bakterien liegen. Auch nach Virus-bedingten Entzündungen oder im Verlauf von autoimmunen Prozessen kann eine Endokarditis auftreteen. Liegt eine Infektion zugrunde, kann sich die Behandlung als schwierig erweisen.

Erkrankungen der Herzklappen können eine Vielzahl von Störungen bedingen, unter anderem:

  • Regurgitationen (Blutrückfluß durch nicht vollständig schließende Klappen)
  • Prolaps (Vorfall eines Teiles der Herzklappe in den Vorhof, was eine Abdichtung der Klappe beim Schluß verhindert und dadurch zu einer Regurgitation und zu einem erhöhten Endokarditisrisiko führt)
  • Stenose (Verengung der Klappenöffnungen, die den Blutfluß beeinträchtigen kann)

Kardiovaskuläre Erkrankungen umfassen Erkrankungen, die das Herz bzw. die Herzkranzgefäße (Koronarien) und das gesamte ärterielle Blutgefäßsystem des Körpers umfassen. Daher wird ein großes Spektrum an Erkrankungen  unter diesem Begriff subsumiert. Ein Großteil davon ist mit der Atherosklerose (Ablagerung von fett- und kalkhaltigen Plaques in den Gefäßwänden) assoziiert. Dazu gehören beispielsweise die Koronare Herzkrankheit (KHK) mit dem erhöhten Risiko des Herzinfarkts, der Schlaganfall und die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK).

Im Folgenden sind einige kardiovaskuläre Erkrankungen ohne Anspruch auf Vollständigkeit aufgeführt:

    • Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)
    • HerzerkrankungenKHK mit der Folge von Angina pectorisHerzinfarkt
    • Herzinsuffizienz
    • Kardiomyopathie (Schwäche des Herzmuskels)
    • Perikarderkrankungen (Erkrankungen des Herzbeutels)
    • Angeborene Herzfehler

 

  • Cerebrovaskuläre Erkrankungen, die die Blutgefäße des Gehirns betreffen, dies kann zu
    • transitorisch ischämischen Attacken (TIA) und
    • Schlaganfällen

führen.

  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit mit den Symptomen
  • Claudicatio intermittens („Schaufenster-Krankheit“: Schmerzen beim Gehen, die zum Stehenbleiben zwingen)
    • Ulkus und Gangrän (Gewebsuntergang durch mangelnde Blut- und damit Sauerstoffversorgung)
    • Aneurysma (Aussackung der Gefäßwand)
    • Vaskulitis (Gefäßentzündung)
    • Chronisch-venöse Insuffizienz (Schädigung der Venenklappen, die den venösen Abfluss behindert)
    • Tiefe Venenthrombose – TVT – (Thrombose der tiefen Beinvenen mit der Gefahr einer Lungenembolie)
    • Varikose (Krampfadern: Aussackungen der oberflächlichen Venen)

Die koronare Herzerkrankung (KHK) und der Schlaganfall gehöhren zu den häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt. Zu den Risikofaktoren zählen in erster Linie Bluthochdruck, höheres Alter, männliches Gecshlecht, erhöhtes LDL-Cholesterin, erhöhtes Lp(a), ferner Diabetes mellitus, Rauchen, Übergewicht und mangelnde körperliche Aktivität. Allerdings können durch eine gesündere Lebensweise nicht alle kardiovaskulären Erkrankungen verhindert werden, da einige z. B. auch genetisch determiniert sind. Andere wiederum sind mit unabhängigen exogenen Faktoren assoziiert, wie beispielsweise die Virus-induzierte Kardiomyopathie. Allerdings ist ein Großteil der Fälle doch im Zusammenhang mit den o. g. Risikofaktoren einer ungesunden Lebensweise zu sehen.

Symptome

HerzrhythmusDie Symptome von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind sehr verschieden, bei fast allen treten aber eine verminderte Leistungsfähigkeit und Luftnot auf. Herzdurchblutungsstörungen weisen typische, ausstrahlende Schmerzen in der Brust auf, ein Schlaganfall hingegen halbseitige Körper- und Gesichtslähmungen.

Diagnose

Zur Diagnostik von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird in der Regel ein EKG geschrieben, Blutdruck und Körpertemperatur gemessen, sowie eine Blutprobe entnommen. Zur spezielleren Diagnostik, zum Beispiel eines Herzinfarkts können aber auch eine Herzkatheteruntersuchung oder Ultraschallaufnahmen notwendig sein.

Therapie

Die Prävention ist das geeignete Mittel, um zu verhindern, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu leiden. Dazu gehören beispielsweise eine bewusste Ernährung, viel Bewegung und der Verzicht auf Rauchen und Alkohol, sowie regelmäßige Vorsorge – Untersuchungen.

 

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Tests:
 hsCRP, BNP, Urinanalyse, Elektrolyte, BNP CK, Myoglobin, CK-MB, AST, Troponin, Herzbiomarker
Erkrankungen und Syndrome: Angina pectoris, Herzinfarkt, Kardiovaskuläre Erkrankungen (Herzerkrankung), Herzinsuffizienz

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