Dysarthrie

Steckbrief: Dysarthrie

  • Name(n): Dysarthrie; veraltet Dysarthrophonie
  • Art der Krankheit: neurologische Erkrankung
  • Verbreitung: je nach Grunderkrankung
  • Erste Erwähnung der Krankheit: ´60 Jahre des 19. Jhr.
  • Behandelbar: Je nach Grunderkrankung
  • Art des Auslösers: Gehirnverletzungen oder neurologische Erkrankungen
  • Wieviele Erkrankte: jährlich ca. 35´000 Patienten
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Neurologen oder Logopäden
  • ICD-10 Code(s): R47.1

Neurologische Sprachstörung

Die wichtigste Grundlage eines Menschen für den Erfolg in unserer Gesellschaft ist die Fähigkeit sich sprachlich korrekt und verständlich ausdrücken zu können. Für viele Leute stellt der vorübergehende Verlust eines einzigen Wortes bereits ein Problem dar. Das „es liegt mir auf der Zunge“ ist nicht nur ärgerlich, sondern löst auch ein Gefühl des Kontrollverlustes über die eigenen Fähigkeiten aus.

Doch was nun, wenn es nicht „Vergessen“ ist, sondern die Worte nicht mehr richtig ausgesprochen werden können? Könnte es vielleicht einer Krankheit zugeschrieben werden? Dysarthrie ist eine Erkrankung, welche die Sprachbildung betrifft. Sie kann zu erheblichen Schwierigkeiten im Alltag und zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität führen.


Definition Dysarthrie

Dysarthrie ist ein Sammelbegriff für verschiedene Störungen beim Sprechen. Sie betrifft die Motorik beim Sprechen, die Lautbildung sowie Tempo und Melodie des Gesagten und geht von einer Beeinträchtigung der Gehirnnerven oder Schädigungen am Gehirn aus. Das heißt, dass Dysarthriker an Einschränkungen sowohl in der Steuerung wie auch in der Ausführung der Sprechbewegungen leiden. Durch die Schädigungen wirkt die Sprache der Betroffenen je nach Schweregrad verformt oder verwaschen und macht die Kommunikation teils kaum möglich.

Die Beeinträchtigung wirkt sich rein auf das Gesprochene aus, nicht aber auf Lesen, Schreiben oder Verstehen. Unterteilt wird die Krankheit je nach Ausrichtung der Störung beim Betroffenen. So ist z. B. eine peripher-paretische Dysarthrie durch eine herabgesetzte Stimmlage oder der Vorverlagerung der Zunge gekennzeichnet. Es handelt sich um eine neurologische Folgeerkrankung. Daher geht sie jeweils mit einer neurologischen Grunderkrankung einher, wie etwa einem Schädel-Hirn-Traumata, Morbus Parkinson oder Multiple Sklerose.

Was ist Dysarthrie?

Beim Atmen wird die ein- und ausströmende Luft am Kehlkopf vorbeigeführt. Dieser besteht aus Muskeln und Knorpel. In seinem Inneren befinden sich die Stimmlippen. Schließen sich die Stimmlippen und drückt die Atemluft nun dagegen beginnen diese zu vibrieren. Dadurch können Töne erzeugt werden. Um daraus Worte machen zu können, werden nun die korrekten Bewegungen der Lippen, der Zunge, des Kiefer und des Gaumensegel benötigt.

Die Dysarthrie, veraltet auch Dysarthropneumophonie, ist eine neurologische Störung, welche durch eine Schädigung des Gehirns bzw. der Hirnnerven verursacht wird. Die Beeinträchtigung der Sprechmotorik wird dabei durch Verletzungen oder Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems verursacht. Dabei sind die betroffenen Nerven und dadurch auch Muskeln, die zur Tonerzeugung oder Lautbildung benötigt werden, gelähmt oder es liegt eine Koordinationsstörung vor. Die Muskeln selbst sind nicht beschädigt. Werden nun Nervenimpulse vom Gehirn an die Sprachorgane geleitet, können die Befehle nicht richtig oder nur teilweise verarbeitet werden. Einzeln oder in Kombination führt das nun zu einem Kontrollverlust über die Atemmuskulatur, das Gaumensegel, den Kehlkopf, den Kiefer, die Lippen, den Rachen oder die Zunge. Es treten Schwierigkeiten bei der Bildung und Aussprache von Konsonanten und Vokalen auf. Es kann aber genauso die Sprachmelodie oder den Sprachrhythmus betreffen.

Da bei der Dysarthrie gelegentliches Stottern auftreten kann, muss vor einer Diagnosestellung ein Entwicklungsstottern ausgeschlossen werden. Aber auch einem erworbenen Stottern, können andere Erkrankungen oder Störungen zugrunde liegen.

Die Erkrankung muss ebenfalls klar von der Sprechapraxie abgegrenzt werden, welche eine Beeinträchtigung der kognitiven Komponenten zur Folge hat. Hierbei handelt es sich mehr um eine Zerstörung des Hirngewebes, als um Veränderungen der Nerven und Muskeln.


Welche Ursachen gibt es?

Die Auslöser für die Sprechstörung sind verschieden. Erkrankte können von frühester Kindheit durch Entwicklungsstörungen während der Schwangerschaft oder in den ersten Lebensjahren davon betroffen sein.

Die Krankheit kann aber ebenso auch später auftreten. Auslöser sind dann z. B.:

  • Der Schlagfall:
    Diese Erkrankung entsteht durch einen plötzlichen Mangel an Sauerstoff in den Nervenzellen, wodurch die betroffenen Regionen im Gehirn eine Minderdurchblutung oder Hirnblutung erleiden. Je nach Lokalisation und Schweregrad der Schädigung kann der Patient unter Anderem an Verwirrung, Schrift- oder Verständnisstörungen und Sprach- oder Wortfindungsstörungen leiden. Die Dysarthrie kann hier sowohl vorübergehend, als auch beständig auftreten.
  • Hirnblutungen – plötzlich oder infolge eines Unfalls:
    Hirnblutungen treten im inneren sowie im äusseren Bereich des Gehirns auf und sind meist Folge eines Schlaganfalls oder eines Unfalls. Wie auch beim Schlaganfall bestimmt hier die Lokalisation ob und in welchem Masse eine Dysarthrie auftritt.
  • Schwere Kopfverletzungen:
    Schwere Kopfverletzungen bergen stets die Gefahr von neurologischen oder motorischen Folgen. Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten der Dysarthrie liegen hier bei etwa 30 – 50 %.
  • Hirntumore:
    Ein Hirntumor kann zu verschiedenen neurologischen Ausfällen führen. Ist das Sprachzentrum betroffen, so können es ebenfalls Sprach- und Sprechstörungen sein.
  • Zerebrovaskuläre Erkrankungen:
    Hier ist die Rede von artherosklerotischen Veränderungen der Hirngefässe, welche zu einer Minderdurchblutung führen und so eine Dysarthrie auslösen. Allerdings sind nur ca. 15 – 30 % betroffen.
  • Neurodegenerative Erkrankungen:
    Zu den neurodegenerativen Erkrankungen zählen der Morbus Parkinson, der Morbus Huntington, das Steel-Richardson-Olszewski-Syndrom, die Multisystemathropie sowie die Friedreich-Ataxie.
    Das Hauptmerkmal des Morbus Parkinson ist der Ruhetremor (Zittern). Die Dysarthrie zeigt sich bei diesem Krankheitsbild durch leises und undeutliches Sprechen.
    Der Morbus Huntington ist eine erbliche und unheilbare Krankheit und zeichnet sich durch unkoordinierte Bewegungen und einen schlaffen Muskeltonus aus. Auch hier kann die Sprache darunter leiden.
  • Multiple Sklerose:
    Bei der MS werden die Markscheiden im zentralen Nervensystem angegriffen. Die Erkrankung ist chronisch-entzündlich und nicht heilbar. Die Erkrankung beginnt meist mit Seh- und Sensibilitätsstörungen und kann im weiteren Verlauf auch das Sprachzentrum angreifen.
  • Myasthenia gravis:
    Hier handelt es sich um eine seltene Autoimmunkrankheit. Sie zeichnet sich durch ein Störung der Reizübertragung von den Nerven auf die Muskeln aus.

Dies sind nur einige Beispiele für mögliche Ursachen.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Dysarthrie wird in verschiedene Arten unterteilt. Diese sind abhängig von ihrem äusseren Erscheinungsbild.

  • Die hypotone Dysarthrie
    Sie zeichnet sich durch einen Mangel an Muskelspannung aus. Die Artikulation wird undeutlich. Die Sprachmelodie und die Lautstärke sind gestört. Die Betroffenen ermüden schnell beim Sprechen. Hauptsächlich wird diese Art verursacht durch den Schlaganfall, ein Schädel-Hirn-Traumata, frühkindliche Hirnschädigungen fortschreitende Erkrankungen.
  • Die hypertone Dysarthrie
    Im Gegensatz zur hypotonen Dysarthrie ist hier eine Erhöhung der Muskelspannung zu finden. Die Stimme wirkt rau und gepresst und die Worte kommen stossweise und undeutlich.
    Die Hauptursachen sind die selben wie bei der hypotonen Dysarthrie.
  • Die hypokinetische Dysarthrie
    Bei dieser Form ist die Beweglichkeit der Muskulatur eingeschränkt und reduziert. Dadurch ist die Sprechweise monoton und die Artikulation undeutlich. Auch die Gesichtsmimik ist eingeschränkt. Bei rund 90 % aller Parkinson-Erkrankten tritt diese Art der Dysarthrie auf.
  • Die hyperkinetische Dysarthrie
    Sprechbewegungen sind hier häufig explosionsartiger und überschiessender Art. Die Lautstärke, Tonhöhe und Artikulation unterliegen starken Schwankungen. Grimassen und unwillkürliche Geräusche, wie Schnalzen, können auftreten. Die Hauptursache hier ist bei einem Erwachsenen die Erkrankung „Chorea Huntington“, bei Kindern eine frühe Hirnschädigung.
  • Ataktische Dysarthrie
    Gestört ist hier vor allem die Koordination, welche sich auf die Lautstärke, Tonhöhe und Artikulation auswirkt und so ständig variieren. Ursachen hierfür sind meistens Schädigungen des Kleinhirns.

Im ersten Schritt wird die Anamnese erhoben. Bei einem Verdacht kann eine logopädische Abklärung erfolgen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, so werden weitere Abklärungen veranlasst. Für eine definitive Diagnosestellung gibt es verschiedene Verfahren.

  • Die AMDNS (Aachener Materialien zur Diagnostik Neurogener Sprechstörungen):
    Mit diesem Test wird eine Leistungseinschätzung der Grundfunktionen des Sprechvorgangs durchgeführt. Der Test gliedert sich in acht Untertests, welche auch unabhängig voneinander durchgeführt werden können. Der Test kann sowohl als Einstufungstest, wie auch im Verlauf der Krankheit zur Überprüfung genutzt werden.
  • MPV (das Münchner Verständlichkeitsprofil):
    Wie im Namen bereits enthalten, wird hierbei die Verständlichkeit eines Patienten getestet. Das Profil gibt Auskunft darüber, welche Störungsanteile besonders ausgeprägt sind.
  • die Frenchay-Dysarthrie-Untersuchung:
    Diese Untersuchung teilt die Dysarthrien ihrer Form zu. Dabei werden die geschädigten und intakten Funktionen aufgezeigt und bieten somit erste Therapieansätze. Der Test besteht aus zehn Bereichen, welche alle Anteile zur Worterzeugung abdecken. Auch die Verständlichkeit und beeinflussende äussere Faktoren (Gehör, psychische Verfassung) werden berücksichtigt.

Der Verlauf der Krankheit ist stark abhängig von der Grunderkrankung. Bei einer Verletzung des Gehirns bleiben die Symptome oft gleich oder verringern sich, sobald das Gehirn sich wieder erholt hat. Handelt es sich bei der Grunderkrankung aber um eine chronisch-degenerative Krankheit, kann die Dysarthrie fortschreiten und sich sogar verschlimmern.


Symptome & Anzeichen

Die Krankheit zeichnet sich durch unterschiedliche Symptome aus, betreffen aber immer die gesprochene Sprache.

Symptome in der Sprechatmung:

  • verkürzte Exspirationsdauer
  • inadäquate Atmungsmuster

Symptome der Stimmqualität:

  • gepresste/raue Stimmqualität
  • behauchte/raue Stimmqualität
  • wechselnd gepresste/behauchte/raue Stimmqualität
  • verminderte Lautstärke
  • Fluktuationen von Tonhöhe und Lautstärke
  • erhöhte oder herabgesetzte Stimmlage
  • gelegentliches Stimmzittern

Symptome in der Artikulation:

  • reduzierte Artikulationsschärfe mit Vorverlagerung der Zunge
  • reduzierte Artikulationsschärfe ohne Vorverlagerung der Zunge
  • Hypernasalität
  • explosive/überdeutliche Lautbildung

Symptome der Prosodie (Sprechmelodie):

  • verlangsamte Sprechweise
  • monotone Sprechweise
  • normales Tempo
  • beschleunigtes Tempo

Im Allgemeinen treten Anfangs nur einzelne Symptome auf, die unter Umständen kaum auffallen. Bemerkt ein Betroffener, dass etwas nicht stimmt bei der Aussprache oder Artikulation, so ist es wichtig dies anzusprechen. Auch bei geringfügigen Veränderung sollte nicht weggesehen werden. Häufig fällt es dem Umfeld erst später auf, sofern die Veränderung nicht plötzlich und gravierend ist. Steckt eine neurologische Erkrankung hinter der Dysarthrie, so tritt die Dysarthrie selbst oft schleichend auf.
Symptome, welche einen Betroffenen oder sein Umfeld aufhorchen lassen sollten, sind jegliche Veränderungen der Stimme und der Aussprache, die nicht bewusst erzeugt werden.

Dazu gehören eine verwaschene oder undeutlich klingende Sprache und eine raue, gepresste oder heissere Stimme. Der Betroffene kann unter unkontrolliertem zu leisem oder zu lautem Sprechen leiden. Die Sprechweise kann sowohl monoton wie auch unruhig wirken. Eine zu schnelle oder zu langsame Geschwindigkeit beim Sprechen kann ebenfalls Ausdruck einer Dysarthrie sein. Weitere Symptome können unwillkürliche Grimassen oder eine ausdruckslose Mimik sein und Nebengeräusche wie etwa das Schnalzen mit der Zunge. Auch schnelles Ermüden beim Sprechen oder Atemlosigkeit sind möglich. Durch die Problematik ziehen sich die Betroffen oft zurück und meiden Gespräche. Die Folge davon können dann psychische Erkrankungen oder ein gestörtes Selbstvertrauen sein.

Das Ausmasse der Krankheit kommt mit fortschreitender Abnahme der Sprachbildungsfähigkeit zum Ausdruck. Während im Anfangsstadium oder bei leichter Erkrankung kaum Auffälligkeiten sichtbar sind, kann eine fortgeschrittene Erkrankung oder eine starke Ausprägung die Kommunikation stark einschränken. Im letzteren Fall sind verständliche Ausdrücke nur selten. Lautes reden oder Rufen ist nur noch schwer möglich. Die Gesprächspartner müssen oft nachfragen oder raten.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Die Dysarthrie tritt in sehr unterschiedlicher Häufigkeit auf. Die Folgeerkrankung ist mit rund 53 % aber die häufigste neurologische Erkrankung im Bereich der Kommunikation. Als Symptom verschiedener Krankheiten kann eine Häufigkeit bezogen auf die jeweilige Grunderkrankung definiert werden.

Häufigkeitsangabe nach Grunderkrankung:

  • Schlaganfall ca. 35% in der Akutphase und 15 % in der chronischen Phase
  • Hirnblutungen und Hirntumoren abhängig von deren Lokalisation ca. 30 – 50 %
  • Zerebrovaskuläre Erkrankungen 15 – 30 %
  • Neurodegenerative Erkrankungen (z. B. Morbus Parkinson) 70 bis 90 %
  • Multiple Sklerose 40 – 50 %
  • ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), Steel-Richardson-Olszewski-Syndrom, die Multisystemathropie bis zu 100 %
  • Myasthenia gravis <10 %

In den deutschsprachigen Ländern sind jährlich ca. 35’000 Personen von der Diagnose Dysarthrie betroffen. Genaue Diagnosedaten gibt es nicht, da die Krankheit oft chronisch ist und diese Betroffenen in die Zahl eingebunden sind.

Die Wahrscheinlich zu Erkranken liegt höher, wenn eine neurologische Erkrankung einen chronischen Verlauf nimmt und mit einer Heilung nicht zu rechnen ist. So haben Multiple Sklerose-Patienten früher oder später immer mit Sprachproblemen zu kämpfen. Natürlich entwickelt sich nicht bei jedem MS-Erkrankten eine Dyarthrie aus diesen Sprachproblemen. Abhängig ist eine solche Entwicklung auch hier wieder von der Therapie-Adhärenz und dem Gesundheitsverhalten des Patienten. Allerdings muss davon ausgegangen werden, dass es eine solche sein kann. Dementsprechend sollte man den Neurologen frühzeitig darauf ansprechen.
Wie oben ersichtlich, kann ein Schlaganfall chronische Züge annehmen. Dies sofern eine schwere Schädigung vorliegt oder der Patient zu spät behandelt wurde.
Bei unfallbedingten Hirnschädigungen kommt es immer darauf an, welcher Teil des Gehirns geschädigt ist. Ist die rechte Gehirnhälfte geschädigt, so ist es sehr wahrscheinlich, dass der Patient eher an einer anderen Folgeerkrankung leiden wird.


Komplikationen bei der Krankheit

Komplikationen gibt es in Bezug auf die Erkrankung als Symptom einer neurologischen Erkrankung oder einer Hirnverletzung im eigentlichen Sinne nicht. Die Dysarthrie als Symptom selbst kann als Komplikation der genannten Grunderkrankungen gesehen werden.

Diese neurologischen Krankheiten und Gehirnverletzungen können neben einer Dysarthrie auch verschiedene Komplikationen nach sich ziehen.

Beispiel Schädel-Hirn-Traumata:

  • Aufmerksamkeit-, Lern- und Gedächnisstörungen
  • Schläfrigkeit
  • Störungen der Bewegung- und Handlungsabfolgen
  • Sprach- und Sprechstörungen
  • Wachkoma
  • andere

Beispiel ALS:

  • Muskelkrämpfe
  • Muskelschwund
  • Gangstörungen
  • Atemstörungen
  • Schluckprobleme
  • Sprach- und Sprechstörungen
  • andere

Das besondere an der Dysarthrie ist, dass die sprachlichen Fähigkeiten bei entsprechendem Training sich nicht verschlechtern können. Verschlechterungen oder Komplikationen treten nur auf, wenn die Grunderkrankung einen Schub macht (z. B. Multiple Sklerose). Ist dies nicht der Fall so bleibt die Sprache der Erkrankten gleich oder verbessert sich. Daher ist es für die Kommunikation und Interaktion mit dem Umfeld wichtig an den sprachlichen Fähigkeiten zu arbeiten.

Ebenso kann sich die Dysarthrie nicht auf das Sprachverständnis oder die schriftlichen Fähigkeiten ausweiten. Ist dies der Fall, so wird nicht mehr von einer dysarthrischen Erkrankung gesprochen.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Arztbesuch sollte in Betracht gezogen werden, sobald man das Gefühl hat, dass etwas nicht mehr stimmt. Zeigen sich ein oder mehrere Symptome, sollte man sich nicht verstecken. Schleichende Symptome sind kein Notfall. Dennoch ist es wichtig die Ursache dafür zu suchen.

Plötzliches Auftreten von Sprachstörungen sollten hingegen umgehend einem Arzt mitgeteilt werden. Ein Schlaganfall oder Gehirnblutungen könnten im schlimmsten Fall tödlich enden. Dabei ist es wichtig, dass man sich nicht alleine auf den Weg zum Arzt macht, da weitere Symptome (plötzliche Lähmungen oder Bewusstlosigkeit) auftreten könnten.

Die erste Anlaufstelle ist der Hausarzt. Dieser kann eine erste Einschätzung abgeben und das weitere Vorgehen planen. Je nachdem ist das eine Überweisung an einen Spezialisten, wie etwa an einen Neurologen, oder direkt eine Notfalleinweisung bei Verdacht auf eine Gehirnverletzung.


Behandlungsmethoden & Therapie

Die Behandlung einer Dysarthrie richtet sich in erster Linie nach der Behandlung der Grunderkrankung. So ist es eine Voraussetzung den Auslöser der Erkrankung zu diagnostizieren um eine optimale Therapie der Sprachproblematik festlegen zu können. Liegt eine neurologische Störung vor, können die Symptome immer wieder zurückkehren, wenn diese nicht ebenfalls behandelt wird. Bei einer Verletzung am Gehirn, wie etwa bei einer Gehirnblutung, oder nach einer schweren Kopfverletzung sollten die akut-medizinischen Massnahmen zuerst abgeschlossen werden.

In jedem Fall ist hauptsächlich die logopädische Behandlung diejenige, welche am Meisten Erfolg zeigt. Bei einer guten und regelmässigen logopädischen Behandlung kann über längere Zeit eine weitgehende Beschwerdefreiheit erreicht werden. Bei einer neurologischen Grunderkrankung, welche noch nicht heilbar ist, muss aber immer mit Rückfällen oder Verschlechterungen gerechnet werden.

Bei Unfällen und Gehirnverletzungen ist es hingegen möglich, dass die Symptome aber auch von selbst wieder verschwinden sobald der Patient genesen ist.

Physiotherapien, Ergotherapien, logopädische Therapien oder psychiatrische Therapien werden individuell eingesetzt. Je nach Grunderkrankung und Krankheitsstadium können ein oder mehrere Therapievarianten angewandt werden.

Physiotherapie:
Die Sprache wird stark von der Kopf- und Körperhaltung beeinflusst. Daher ist es gerade bei Sprachstörungen wichtig, dass der Patient eine optimale Haltung einnimmt. Um diese zu verbessern, ist eine Physiotherapie sinnvoll. Sie kann individuell auf den Patienten abgestimmt und so zielgerichtet eingesetzt werden.
Patienten mit einer erhöhten Körperspannung lernen Entspannungstechniken. Diejenigen mit einer niedrigen Körperspannung hingegen spannungsaufbauende Techniken. Übungen zur Atemvertiefung und zur Atemstromverlängerung werden bei Beeinträchtigungen der Atmung eingesetzt. Massagen oder auch Vibrationen an den Sprechorganen können die Heilung ebenso begünstigen wie mundmotorische und mitmischen Gymnastik.

Ergotherapie:
Die Ergotherapie wird zur Behandlung der Grunderkrankung genutzt. In Bezug auf die Dysarthrie können Haltungs- und Bewegungsmuster verbessert werden oder die Fähigkeiten in der Kommunikation geübt werden. Da Dysarthriker sich durch die Problematik oft langsam aus der Gesellschaft zurückziehen um so Gesprächen aus dem Weg zu gehen, kann es notwendig sein solche Kommunikationsübungen zu machen.

Logopädische Therapie:
Die Logopädie befasst sich mit allen sprachlichen Störungsfeldern, sei es eine frühkindliche Sprachentwicklungsstörung wie Stottern oder Lispeln, oder seien dies Sprechstörungen aufgrund von Demenz oder z. B. nach einem Schlaganfall.
Eine logopädische Therapie ist der Grundstein zur Wiedererlangung der sprachlichen Fähigkeiten bei Dysarthrikern. Durch gezielte Stimmübungen können die Stimmlippen und Kehlkopfmuskeln trainiert werden. Dabei werden Brumm-, Summ-, Laut- und Silbenübungen dazu benutzt harmonische Schwingungen der Stimmlippen zu erzeugen. Diese Schwingungen sollen eine wohlklingende Stimme mit angemessener Lautstärke fördern.

Psychiatrische Therapie:
Durch die Störung können dysarthrische Patienten an verschiedenen psychiatrischen Leiden erkranken. Diese sind z. B. Aggressionen, Traurigkeit oder Depressionen. Um dem entgegen zu wirken kann eine psychiatrische Therapie hilfreich sein. Dabei werden Gespräche zur Krisenverarbeitung und zum Umgang mit der Sprachstörung geführt. Ebenso zur Akzeptanz der Grunderkrankung und zu einem allfälligen Wiederaufbau eines gesunden Selbstvertrauen kann die psychiatrische Behandlung hilfreich sein. Ausserdem wird eine selbstständiges und selbstbestimmendes Leben angestrebt. Möglichkeiten dazu können auch mit einem entsprechenden Lebenscoach erarbeitet werden.

Vorbeugung – Impfung & Prävention

Die Dysarthrie ist eine Folgererkrankung. Daher ist es nicht möglich der Erkrankung präventiv vorzubeugen. Es gibt weder eine spezifische Impfung dagegen, noch Medikamente oder spezielle Übungen für zuhause.

Neurologischen Erkrankungen kann kaum vorgebeugt werden. Je nach Erkrankung kann diese sogar verderblich sein, wenn auch eher selten (z. B. Morbus Parkinson).
Wie bei vielen anderen Krankheiten ist ein gesunder Lebensstil die beste Vorbeugung um neurologische Schäden zu verhindern. Mässiger Alkoholkonsum, eine ausgewogene Ernährung, Sport und ein entsprechendes Verhalten in gefährlichen Situationen sind auch hier entscheidend. Eine gesunde Ernährung kann den Körper vor Krankheiten schützen und stärkt das Immunsystem. Menschen, mit einer Neigung zu einer neurologischen Erkrankung, können dieser vorbeugen, indem sie auf ihr Essverhalten achten. Da aber kaum jemand im Voraus von einer solchen Neigung weiss, sollte man auf jeden Fall gut auf seine Gesundheit aufpassen.

Sollte bereits eine Grunderkrankung bekannt sein, kann selbstverständlich einem Auftreten dieses Symptoms vorgebeugt, bzw. ein solches Auftreten hinausgeschoben werden.

Hält der Patient sich genau an die beschlossene Behandlung und meldet sich, wenn sich etwas an seinem Zustand ändert, so kein es sein, dass eine Dysarthrie gar nicht oder erst viel später als angenommen, auftritt.

Bei einem Patienten mit schlechter Adhärenz (Einhaltung von Vorgaben) in Bezug auf die Therapie kann es umgekehrt eher zu Folgeerkankungen kommen.


Prognose zur Heilung

Auch die Prognose ist unterschiedlich und auf die Grunderkrankung zurückzuführen. Chronisch-neurologische Erkrankungen sind generell irreversibel und verlaufen grundsätzlich eher negativ. Der Verlauf der Verschlechterung solcher Krankheiten kann heute oft mit entsprechenden Medikamenten beeinflusst werden. Dennoch ist in aller Regel keine Genesung möglich, sondern nur ein Hinauszögern von weiteren Symptomen. Genauso ist es auch mit der Dysarthrie. Hat sie sich bei chronisch-neurologischen Grunderkrankungen einmal manifestiert, ist es schwierig sie wieder los zu werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Symptom Dysarthrie aber eher abnimmt, ist bei entsprechend intensivem Sprechtraining und Durchhaltevermögen jedoch gross.

Dysarthrien, welche aufgrund von Entwicklungsstörungen entstanden, sind sehr schwer zu beheben und können meist nicht komplett geheilt werden.
Bei Gehirnverletzungen, Tumoren oder nach einem Schlaganfall kann die Dysarthrie sogar genauso schnell wieder verschwinden wie sie aufgetreten ist. Sobald das Gehirn oder die verletzten Strukturen wieder geheilt sind, ist eine völlige Genesung bei Gehirnverletzungen und Tumoren möglich. Bei einem Schlaganfall bleiben oft kleine Restbeschwerden zurück. Diese fallen aber bei weitem nicht so stark auf, wie in der Akutphase.


Differentialdiagnose Sprechapraxie

Die Sprechapraxie ist im Unterschied zu der Dysarthrie eine Problematik der Auslösung und Ausführung der zum Sprechen notwendigen Bewegungsabläufe. Die Ursache ist auch hier vielfältig. Im Gegensatz zu einer Dysarthrie sind hier aber nicht Nervenstrukturen sondern ist das Gehirngewebe geschädigt. Diese Schädigung kann aufgrund von linkshemisphärischen ischämischen Schlaganfällen, Hirnblutungen, Hirntumoren, Schädel-Hirn-Traumata oder neurochirurgischen Eingreifen entstehen.

Symptome
Eine Sprechapraxie zeigt sich durch Initiierungsprobleme, Probleme bei der phonetischen Einstellung, Auffälligkeiten der Intonation und durch Suchbewegungen. Das bedeutet, dass die Betroffenen Schwierigkeiten haben in der korrekten Aussprache. Während bei der Dysarthrie die Wörter verwaschen oder undeutlich klingen, hören sich diese bei einer Sprechapraxie generell falsch an, z. B. gedehnte Silben, ungewöhnliche Sprechpausen, Probleme bei der Wortgliederung.

Ursache
Liegt eine Schädigung der linken Hirnhälfte vor so kann eine Sprechapraxie verursacht werden. Die Schädigung liegt dabei in der Nähe der Gehirnareale, welche für die Sprache zuständig sind. Die häufigsten Ursachen sind Schlaganfälle, Hirn-Traumata, Hirntumore oder Entzündungen.

Häufigkeit
Es kann keine definitive Häufigkeit angegeben werden. Angenommen wird, dass ca. 9 % aller neurologischen Sprechstörungen einer Sprechapraxie entsprechen.

Diagnosestellung
Um eine Sprechapraxie festzustellen, kann ein einfacher Sprechtest durchgeführt werden. Dabei werden Wortlisten mit ein- bis viersilbigen Wörtern genutzt, welche der Patient nachsprechen oder vorlesen muss. Bei einer Störung fallen Veränderungen hierbei sofort auf.

Therapie
Eine logopädische Therapie kann hier gezielt und oft erfolgreich eingesetzt werden. Dabei werden an der Artikulation gearbeitet, Betonungsübungen durchgeführt und die Sprechgeschwindigkeit trainiert. Medikamentöse Therapien gibt es nicht.


Alternative Behandlungsmethoden

Hier kann das Umfeld mithelfen. Folgende Punkte sind dabei zu beachten:

Normales sprechen – der Betroffene ist nicht im Denken und Fühlen beeinträchtigt. Man sollte ihm deshalb stets das Gefühl geben, dass man ihn ernst nimmt. Andernfalls kann er zum Rückzug neigen, was im schlimmsten Fall eine Verschlechterung, im Sinne von Einsamkeit und Depressionen, zur Folge haben könnte.
Missverständnisse ausräumen – sollte etwas nicht klar sein, sofort nachhaken oder das Verstandene wiederholen.

Zeit geben – auch wenn es dauern kann, sollte nicht unterbrochen werden. Solange der Betroffene es nicht selbst wünscht, sollte das Sprechen nicht abgenommen werden.

Mittel zur Unterstützung nutzen – Gesten oder auf etwas zeigen, aufschreiben oder malen können helfen.

Entspanntes Umfeld – ruhige Umgebung; Konzentration; ausreichend Zeit; kleine Gruppe und die Möglichkeit zu verständlichem, aber nicht unbedingt korrektem, Sprechen fördern die Sprechfähigkeit.

Gesprächen sollte man nicht aus dem Weg gehen. Nur durch regelmässiges Üben kann eine Verbesserung erreicht werden!

Übungen, welche in der Physio- oder Ergotherapie gelernt wurden, können zuhause wiederholt werden. Dabei sollte aber nicht übertrieben werden. Ausserdem ist es wichtig, sich an die Übungsvorgaben zu halten, damit nichts falsch gemacht wird.

Vor dem Sprechen ist es sinnvoll die normale Stimmlage zu finden. Dies kann nach tiefem Aus- und wieder Einatmen durch ein gesummtes „Hmmm“ erfolgen. So wird die Stimmlage, welche gerade am mühelosesten bewältigt werden kann, eruiert.

Lautes Sprechen bewirkt eine koordinierter Aussprache. Man sollte sich daher nicht scheuen laut zu sprechen. Natürlich ist es auch hier wichtig das Umfeld zu informieren, damit dieses nicht irritiert ist.

Welche Hausmittel gibt es?

 

  • Wärme und Bewegung

Um Verspannungen in der Körperhaltung zu lösen, können verschiedene Hausmittel angewendet werden. Die besten sind hier Wärme und Bewegung. Wärmepflaster, Wärmegels oder Wärmekissen können helfen. Der Wirkstoff Capsaicin oder Tigerbalsam sind sehr gut dafür geeignet. Aber auch die sogenannte Rotlichtlampe kann helfen.
Selbstgemachte Umschläge wie etwa Wärmeumschläge mit Kartoffeln sind ebenfalls gut geeignet um die Muskulatur zu lockern.

  • Massieren und lockern

Massagen, Lockerungsübungen, z. B. Muskelentspannung nach Jacobsen, oder Übungen welche während einer eventuellen Physiotherapie für zuhause gezeigt werden, können bei regelmässiger Anwendung gute Ergebnisse vorweisen.

  • Muskeltraining

Bei einem schlaffen Muskeltonus ist ein leichtes, nicht übertriebenes, Krafttraining möglich. Dabei sollte aber nicht einfach drauf los trainiert werden. Es macht Sinn, erst mit einem Therapeuten mögliche Übungsvariationen durchzugehen. Sind diese klar abgesprochen, kann allenfalls selbstständig in einem Fitnessstudio trainiert werden.
Allgemein ist eine entspannte, korrekte Körperhaltung zu beachten.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Bei Atembeschwerden können folgende Produkte helfen:

  • Arnika
  • Herzgespann
  • Kren
  • Weissdorn

Der Fokus liegt aber ganz klar auf den verordneten Atemübungen zur Atemvertiefung und Atemstromverlängerung.

Beruhigende Mittel helfen Patienten mit Angst vor Gesprächen oder Ausgrenzung:

  • Anis
  • Baldrian
  • Johanniskraut
  • Kamille

Bewährte Heilpflanzen gegen Depressionen:

  • das Benediktenkraut
  • Melisse
  • Schafsgarbe

Je nach Grunderkrankung kann eine körperliche Erschöpfung auftreten. Dagegen wirken verschiedene Heilmittel wie Produkte mit:

  • Brennnessel
  • Ginseng
  • Sanddorn

Leidet der Dysarthriker durch die Problematik an nervlicher Erschöpfung so können z. b. diese Produkte eingenommen werden:

  • Kolanuss
  • Stiefmütterchen
  • Wermut

Bei einer demenzbedingten Dysarthrie aufgrund einer Gedächnisschwäche wirken:

  • Algenprodukte
  • Kamillentee
  • Rosmarintee

Ätherische Öle

Um einer Depression entgegen zu wirken helfen ätherische Öle mit z. B.

  • Mergamottenextrakt
  • Geraniumextrakt
  • Rosenextrakten

Bei einer demenzbedingter Dysarthrie helfen:

  • Eisenkraut
  • Minze
  • Ysop

Nervenentspannend wirken:

  • Jasminöl
  • Melissenöl

Homöopathie & Globuli

Homöopathie kann bei Depressionen eingesetzt werden. Dazu braucht es aber eine individuelle Persönlichkeitsanalyse.

  • Bei nervlicher Erschöpfung hingegen wirkt Arsenicum album D12.

Schüssler-Salze

 

Leidet der Patient durch seine Erkrankung an Erschöpfungszuständen oder „Lampenfieber“ kann das Schüssler Salz Nr. 7 helfen. Das enthaltene Magnesiumphosphat gilt als Betriebsstoff für die Muskel- und Nerventätigkeit. Dieses Phosphat wird verstärkt benötigt, wenn jemand häufig verspannt ist oder an panischen Ängsten, hier vor dem Sprechen, leidet. Ebenso hat der Mensch einen grösseren Bedarf an Magnesiumphosphat bei Lampenfieber, Schamgefühlen oder der Angst vor offensichtlichem Versagen.

Diät & Ernährung

Um die Konzentrationsfähigkeit zu verbessern, können Lebensmittel welche Linolensäure enthalten eingenommen werden.

  • Avocado ist hier sehr gut geeignet.
  • Sojaprodukte
  • Vitamin B und Lezithin (reichlich in Nüssen enthalten)

sind ebenfalls gut als Gehirn- und Nervennahrung.

Um die Stimmbänder feucht halten zu können ist es wichtig reichlich zu trinken. Auf das Rauchen sollte verzichtet werden, da es die Stimmbänder angreifen kann.

Diese können muskelentspannend wirken.

FAQ – Fragen & Antworten

Kann ich an einer Dysarthrie leiden ohne eine Grunderkrankung?
Nein. Die Dysarthrie geht immer von einer neurologischen oder traumatischen Erkrankung aus. Leidet ein Kind an Dysarthrie so liegt das an einem Entwicklungsdefekt während der Schwangerschaft oder dem ersten Lebensjahr. Beim Erwachsenen sind Unfälle, Blutungen im Gehirn oder chronisch-neurologische Erkrankungen dafür verantwortlich.

Kann eine Dysarthrie völlig ausheilen?
Ja. Ist ein Unfall oder z. B. ein Schlaganfall der Grund für die dysarthrischen Beschwerden, so können diese nach vollständiger Genesung des Gehirns wieder verschwinden.

Hilft ein gesunder Lebensstil auf jeden Fall gegen eine Erkrankung?
Nein. Neurologische Erkrankungen können auch bei einem gesunden Lebensstil auftreten. Schlaganfälle und Gehirnblutungen haben verschiedene Ursachen. Und Unfälle können nicht pauschal umgangen werden. Ein gesunder Lebensstil und ein verantwortungsvoller Umgang mit gefährlichen Situationen minimieren lediglich das Risiko vor den Grunderkrankungen.

Wie kann das Umfeld in die Behandlung mit einbezogen werden?
Wichtig ist, dass vor allem die Personen, welche dem Patienten am Nächsten stehen, über das Leiden informiert sind. Können sie an therapeutischen Gesprächen teilnehmen oder wissen z. B. über atemtechnische Übungen Bescheid, so können sie den Patienten in seinem Training unterstützen. Andere Personen können kurz darüber informiert werden, dass aufgrund einer Erkrankung die Kommunikation erschwert ist und deshalb Geduld und Verständnis gefragt sind.

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn Gespräche ins Stocken geraten?
Gespräche sollten immer an einem ruhigen Ort geführt werden können. Lärm oder Stress können Dysarthriker aus dem Konzept werfen. Der Gesprächspartner kann auf Wunsch Wörter oder Sätze für den Erkrankten übernehmen. Das Aufschreiben, Malen oder Zeigen hilft bei ungewollten Unterbrüchen, welche der Gesprächspartner nicht füllen kann.
Kommt das Gespräch nicht wieder ins Rollen, so ist vielleicht eine Pause angebracht.

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