Wundrose (Erysipel)


Die Wundrose ist ein Leiden der Haut, das die Menschen schon nachweislich seit dem Mittelalter heimsucht.

Die distinktiven roten Ausschläge können dabei manchmal von alleine weggehen und erfordern ein andermal zur Heilung sogar einen Aufenthalt im Krankenhaus.

Nichtsdestotrotz kann den meisten Patienten, die an dieser durch Streptokokken ausgelösten Krankheit leiden, mittels der modernen Schulmedizin schnell und gut geholfen werden.

Was genau versteht man unter einer Wundrose?

Die Wundrose, die auch Erysipel genannt wird, ist eine bakterielle Infektion der oberen Schichten der Haut, die ebenso die Lymphgefäße angreifen kann. Es manifestiert sich besonders durch starke Rötungen der Haut und Ausschläge. Interessanterweise sind diese darüber hinaus oftmals sehr scharf gegenüber den nicht-betroffenen Hautteilen abgegrenzt. Das erleichtert die Identifikation dieses Leidens und erleichtert des Weiteren die Abgrenzung zu anderen Hautkrankheiten mit ähnlichen Symptomen.

Diese Krankheit war bereits im europäischen Mittelalter weit verbreitet. Damals nannte man sie wie heute „Wundrose“, aber auch andere Begriffe wie „Rotlauf“ und „St. Antonius‘ Feuer“ waren durchaus gängig.

In vergangenen Zeiten trat dieses Leiden primär im Gesicht der Betroffenen auf. Heutzutage jedoch kommt es auch immer häufiger an den Beinen und Armen vor. Genaue Gründe für die Ausweitung des Rotlaufes sind der Schulmedizin (noch) nicht bekannt. Forschungen zu diesem Thema stehen noch aus. Ferner kann die Wundrose auch um den Nabel herum auftreten. Dies geschieht aber vergleichsweise selten.

Die Chancen auf Heilung stehen überdies relativ gut. Betroffenen kann in aller Regel schnell und effektiv geholfen werden. Allerdings hängt auch das stark von dem Schweregrad der Erkrankung ab. Bisweilen kann eine Therapie sich über einen längeren Zeitraum hinwegziehen. Auch mehr oder wenig spontane Selbstheilungen sind bei dieser Krankheit nicht selten. Dennoch sollte man nicht ausschließlich darauf vertrauen, sondern nach Möglichkeit einen Arzt aufsuchen, um ggf. Schlimmerem zu entgehen.

Besonders schwere Fälle jedoch können teils sehr gefährliche Folgekrankheiten bedingen oder begünstigen. Gerade deswegen kann es lebensrettend sein, wenn man sich sofort und ohne zu zögern an medizinisches Fachpersonal wendet.


Welche Ursachen liegen einer Wundrose zugrunde?

Einem Erysipel liegen in beinahe ausnahmslos allen Fällen Infektionen mit Streptokokken zugrunde. Genauer gesagt Streptokokken der Gruppe A. Sehr selten jedoch können auch andere Erreger für den Ausbruch einer Wundrose verantwortlich sein. Dies kommt aber so selten vor, dass solche Fälle von keiner nennenswerten statistischen Relevanz sind.

Normalerweise wäre es den genannten Bakterien nicht möglich, in die Haut einzudringen und sie zu infizieren, wie es geschehen muss, damit sich eine Wundrose bilden kann. Hierfür bedarf es bereits vorhandener offener Wunden oder anderer Verletzungen, die es den Streptokokken erleichtern einzudringen. Besonders Schnittverletzungen im Gesicht können als ein solches Portal für die Erreger dienen. Da diese bei Männern relativ häufig nach dem Rasieren auftreten, ist ihnen zu empfehlen ein alkoholhaltiges Aftershave oder einen Alaunstift zu benutzen, um die gröbsten Bakterien direkt abzutöten. Auch ein versiegeln der Wunde kann dabei helfen, einer Infektion vorzubeugen.

Darüber hinaus sind Pilzinfektionen der Haut ein gutes Einstiegsmittel für Streptokokken. Besonders Pilzinfektionen an den Nagelbetten von Händen und Füßen verformen oftmals den Restnagel und schaffen somit Zugänge für die Erreger. Besonders Personen, die Nagelpilz an den Händen haben und sich mit den Fingern in eine offene Wunde im Gesicht fassen, laufen höchste Gefahr, sich mit einer Wundrose zu infizieren.

Aber auch Vorerkrankungen an den Lymphgefäßen oder Ödeme können eine Ursache für eine Ansteckung mit den nötigen Erregern sein.

Darüber hinaus gibt es auch einige Risikogruppen, die besonders häufig betroffen sind. Zu diesen zählen u.a.:

  • Alte Menschen und kleine Kinder
  • Alkoholiker (die berühmte „Säufernase“ ist ein beispiels für eine möglich Wundrose)
  • Personen mit geschwächtem Immunsystem
  • Kürzlich operierte Personen
  • Betroffene von Pilzinfektionen der Nägel

Welche Symptome können auftreten?

Die Symptome und Anzeichen für ein Erysipel sind sehr distinkt und überlappen sich nur wenig mit denen anderer Leiden. Dennoch kann es natürlich im Vergleich mit weiteren Erkrankungen der Haut durchaus zu Überschneidungen in dr Symptomatik kommen.

Typischerweise liegen mehrere der folgenden Symptome vor:

  • Rötung der Haut: Diese ist meist, selbst im direkten Vergleich zu anderen Ausschlägen und Hautleiden, besonders heftig in ihrer Ausprägung. Darüber hinaus stellt sie sich in der Regel als flammenförmig, also gezackt, dar und hört sehr abrupt auf. In anderen Worten: Sie ist scharf umrissen. Ein Merkmal, das nicht viele ähnliche Krankheiten teilen.
  • Anschwellen: Interessanterweise tritt zunächst tatsächlich lediglich eine Rötung auf. Schwellungen erscheinen erst im späteren Verlauf der Krankheit und können teilweise sehr ausgeprägt sein.
  • Wärme: Es findet zudem eine starke Wärmeentwicklung in den betroffenen Regionen statt. Die teils fieberartigen Temperaturen sprechen ebenso klar für eine Wundrose.
  • Schüttelfrost: In besonders schweren Fällen kann es neben den heißen Rötungen auch gleichzeitig zu Schüttelfrost kommen. Das ist eine Doppelbelastung für den Patienten und besonders unangenehm.
  • Blasen: Teilweise kommt es zur Bildung von Blasen im betroffenen Gebiet. Diese können harmlos sein oder sich mit Blut anfüllen. Ist letzteres der Fall, kann es beim Aufplatzen derselben zu inneren Blutungen führen. darüber hinaus ist das ausgeschiedene Blut meist hochgradig infektiös.

Wie diagnostiziert man eine Wundrose und wie verläuft sie?

Unter Medizinern gilt die Diagnose einer Wundrose, bzw. eines Erysipels als eine der einfachsten. Dies liegt an den bereits erwähnten distinktiven Merkmalen dieser Erkrankung. Keine andere Hautkrankheit zeigt dieselben Symptome wie der Rotlauf. Zumindest nicht in der gleichen Konstellation. Das macht diese Krankheit, zumindest was ihren Ausdruck angeht, einzigartig.

Nichtsdestotrotz kann es bisweilen bei den Symptomen zu Überschneidungen mit anderen Krankheiten kommen. Das lässt sich nicht ausschließen, tut aber dem einfachen Stellen einer Diagnose hier keinen Abbruch.

Oftmals reicht einem geübten Mediziner bereits die sog. „Blickdiagnose“ aus. Hierbei handelt es sich um ein diagnostisches Verfahren, bei dem der behandelnde Arzt die Krankheit lediglich mittels seiner Augen feststellt. Es können zwar weitere Tests vorgenommen werden, allerdings sind diese in Anbetracht der Tatsache, dass die Wundrose so einzigartig ist, häufig überflüssig. Es können somit also Stress und Zeit gemindert werden.

Darüber hinaus können bei Unklarheiten natürlich dennoch Blutproben entnommen und diese ausgewertet werden. Unglücklicherweise sind die hieraus gewonnenen Ergebnisse, aber zumeist nicht besonders aussagekräftig in Bezug auf die vorliegende Krankheit. Ein Grund mehr, dem geschulten Auge des Arztes zu vertrauen.

Der Verlauf einer Wundrose ist ebenso relativ distinkt, wenngleich bedeutend weniger als ihr Erscheinungsbild. Im laufe einer Infektion kann es zu folgenden Phänomenen kommen:

  • Ausbreitung der Infektion auf andere Körperstellen, wie bspw. Beine und Arme
  • Dauherhafte Schädigung der Lymphgefäße
  • Fasciitis necroticans – eine Bakterielle Infektion, die das Fleisch buchstäbdlich „auffrisst“. Ist sehr selten.
  • selbst nach erfolgreicher Behandlung ist die Rückfallquote sehr hoch

Welche Behandlungsmethoden stehen zur Verfügung?

die Behandlung der Wundrose richtet sich komplett nach der vorliegenden Diagnose und der Schwere der Erkrankung. Von milden Salben bis hin zu einer stationären Aufnahme im Krankenhaus ist alles möglich.

Bei besonders leichten Fällen muss man bisweilen gar nichts unternehmen. Hier reicht es aus abzuwarten. Nichtsdestotrotz ist es ratenswert auch hierbei einen Arzt oder Facharzt zu konsultieren, damit dieser zuvörderst determinieren kann, ob Abwarten wirklich das richtige ist. Die Chancen auf eine nachhaltige Selbstheilung bei leichten Fällen den Rotlaufs ist sehr hoch.

Gestaltet sich die Erkrankung etwas intensiver, so ist es meist unerlässlich, dass man medikamentös gegen dieselbe vorgeht. Hierzu werden Salben und Cremes verschrieben. Aber auch Behandlungen in Pillenform sind möglich. Diese beinhalten zumeist Penicillin. Dieses hilft dabei die Bakterien zu bekämpfen. Es ist des Weiteren auch keine Seltenheit, dass Tabletten und Cremes zeitgleich angewendet werden müssen, um sowohl die entzündlichen Prozesse, als auch die äußeren Erscheinungen der Wundrose zu bekämpfen.

Bei besonders schweren Fällen, die vorliegen, wenn es zur Bildung von blutigen Blasen kommt, ist eine stationäre Aufnahme ins Krankenhaus oftmals das einzige Mittel, das dem Patienten eine gute Behandlung garantieren kann. Gerade wenn diese Geschwulste nach Innen aufplatzen kann es zu fatalen Reaktion des Körpers kommen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass der Inhalt dieser Blasen hochinfektiös ist.

Alles in allem aber kann man sagen, dass den meisten Patienten, die an einer Wundrose leiden, geholfen werden kann. Zwar sind Rückfälle weder auszuschließen noch selten, aber dennoch stehen die Chancen hoch, auch diese wiederum erfolgreich zu bekämpfen. Dennoch sollten sich besonders gefährdete Personen keine Illusionen machen und einen Besuch beim Arzt selbst im Verdachtsfalle nicht scheuen.

Gibt es alternative Heilungsmethoden?

Ja und nein. Gegen die Erkrankung selbst, also die Infektion mit Streptokokken, gibt es keine nicht-schulmedizinische Alternative. Gegen die kosmetischen effekte, sprich den Ausschlag, kann man jedoch alternativ vorgehen, insofern der behandelnde Arzt dies gestattet.
Dazu gehören Behandlungen bei ausgebildeten Kosmetikern ebenso wie Schönheitspflege daheim.

Trotzalledem sollte man es nicht übertreiben und immer auf grünes Licht seitens des Arztes warten. Alles andere könnte im zweifel mehr Schaden verursachen, als es Nutzen bringt.

Gibt es Hausmittel?

Auch hier gilt dasselbe wie für die alternativen Heilungsmethoden: Die Ursache kann nicht behandelt werden, aber die Symptome.

Hautreinigende Kräuter und Öle sind in der Regel nicht gefährlich und haben sich lange bewähren können. Dennoch sollte man auch hier vorher mit dem Arzt reden, um etwaige allergische Reaktionen ausschließen zu können.

Vorbeugung und Prophylaxe

Es ist schwierig effektiv gegen dieses Leiden vorzubeugen. Dennoch kann man einiges tun. Zum Beispiel kann es sinnvoll sein, nicht mit bloßem Finger in offene Wunden zu fassen und nämlich Wunden immer sofort versorgen. Das heißt zu reinigen und ggf. zu versiegeln. Dies mindert die Chancen einer Infektion ungemein. Dennoch kann die Wundrose potentiell jeden treffen. Darum sollte man den Besuch beim Arzt im Zweifelsfalle nicht scheuen. Wer früh kommt, dem kann meist besser geholfen werden.

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