Betahistin

Betahistin ist ein Wirkstoff, der hauptsächlich bei Schwindel Anwendung findet. Schwindel und dazugehöriges Unwohlsein kann den Alltag der Betroffenen enorm einschränken. Manchmal können weitere Symptome wie Übelkeit mit Erbrechen oder Kopfschmerzen hinzukommen.

Die Ursachen für wiederkehrenden Schwindel sind vielfältig. Oft steckt eine Erkrankung des Innenohrs dahinter. Medikamente können helfen, die Symptome zu lindern. Ein häufig eingesetzter Wirkstoff ist hierfür Betahistin.

Was ist Betahistin?

Betahistin , Wirkstoffe , Medikamente , Antivertiginosa , Schwindel , Morbus Menière , Hydrops cochleaeDer Wirkstoff Betahistin ist ein Antivertiginosa. Als Medikament wird es eingesetzt, um Schwindelzustände und dazugehörige Symptome zu lindern.

Dabei beeinflusst der Wirkstoff die Verarbeitung von Impulsen, die über die Nervenbahnen an das Gleichgewichtszentrum im Gehirn geleitet werden. Dadurch wird die Reaktivität dieser gemindert und so wird insbesondere Schwindel gelindert.

Schwindel entsteht vor allem dann, wenn das Gehirn mit ankommenden Signalen überfordert ist oder widersprüchliche Signale empfängt. Typische Situationen in denen Schwindel auftreten kann sind zum Beispiel Schiffsfahrten.

Meistens handelt es sich bei Schwindel um einen vorübergehenden Zustand. Dieser ist meistens auf harmlose Ursachen zurückzuführen und benötigt keine besondere Behandlung. Temporäre Gleichgewichtsstörungen steigen auch mit dem Alter.

Durch manche Erkrankungen kann es aber auch zu dauerhaften oder regelmäßig wiederkehrenden Schwindelattacken kommen. Dazugehörige Symptome wie Ohrgeräusche, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen werden ebenfalls durch Betahistin reduziert.

Aus diesem Grund sind typische Anwendungsgebiete vor allem Innenohrerkrankungen wie Morbus Meniére oder Hydrops Cochleae, wobei es zu Ansammlung von Flüssigkeit im Innenohr kommt.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

Betahistin wird angewendet, um folgende Erkrankungen symptomatisch zu behandeln:

  • Morbus Menière
  • Hydrops Cochleae
  • Erkrankungen des Innenohrs generell

und damit zusammenhängende Symptome wie:

  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Ohrensausen
  • Kopfschmerzen

Allgemeines

Allgemeines
NameBetahistin
Andere Namen
  • 2-Pyridinethanmethylamin
  • N-Methyl-2-(2-pyridyl)ethylamin
SummenformelC8H12N2
Wirkstoffklasse
  • Antivertiginosa
  • Antiemetika

Wirkungsweise

So wirkt Betahistin

Betahistin ist sehr eng mit dem im Körper vorkommenden Botenstoff Histamin verwandt. Histamin ist dafür zuständig um Signale über Nervenbahnen zu transportieren. Diese werden an der entsprechenden Stelle über Rezeptoren wahrgenommen. Je nachdem wo sich diese Rezeptoren im Körper befinden kann Histamin verschiedenen Wirkungen haben.

H1 Rezeptoren sind zum Beispiel die Rezeptoren, an die Histamin bei allergischen Reaktionen andockt. H2 Rezeptoren werden mit Histamin versorgt und steuern die Produktion von Magensäure. H3 Rezeptoren werden besonders bei Schwindel angesprochen. Hier greift die Behandlung von Betahistin.

Da Betahistin dem körpereigenen Histamin ähnelt, dockt der Wirkstoff gezielt an die dafür vorgesehenen Rezeptoren an und blockiert diese für das Histamin. So kann das Histamin diese Rezeptoren nicht mehr aktivieren und so auch keine oder zumindest weniger Signale an das Gehirn senden.

Das Resultat ist, dass das Gleichgewichtszentrum im Gehirn nicht mehr übermäßig angesprochen wird. So können Schwindel, Übelkeit mit Erbrechen, Ohrengeräusche und Kopfschmerzen gelindert werden. Dies ist vor allem bei Morbus Meniére im Akutfall enorm hilfreich.

Gleichzeitig erhöhen sich andere Botenstoffe im Körper, die unter anderem dazu führen, dass sich die Blutgefäße im Innenohr erweitern. So kann der vorherrschende Überdruck im Innenohr sinken und die Gefäße können sich entspannen.

Dies kann in vielen Fällen dazu führen, dass Schwindel gelindert wird. Auch wenn Betahistin nicht die Ursache von Schwindel beheben kann, so kann es doch dazu beitragen Krankheitsepisoden zu mildern und gleichzeitig erträglicher zu machen.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung von Betahistin

Betahistin wird oral, also über den Mund, aufgenommen, normalerweise in Form von Tabletten, Tropfen oder als Lösung. Von hier aus gelangt der Wirkstoff schnell über den Darm ins Blut. Nach der Einnahme wird der Wirkstoff vollständig und sehr schnell resorbiert.

Nach etwa einer halben Stunde erreicht der Wirkstoff im Blut seine höchste Konzentration. Hier sollte der Betroffene auf jeden Fall eine Wirkung spüren. Betahistin hat eine Halbwertszeit von rund drei Stunden, das heißt nach dieser Zeit ist die im Blut vorhandene Wirkstoffmenge zur Hälfte abgebaut. Innerhalb von 24 Stunden wurde der Wirkstoff vollständig über die Nieren und somit über den Urin ausgeschieden.


Anwendungsgebiete

Wann wird Betahistin eingesetzt?

Betahistin wird angewendet, um Schwindelzustände zu behandeln, die durch verschiedene Innenohrerkrankungen ausgelöst werden. Dazu gehört auch die Anwendung des Wirkstoffs bei Morbus Menière und Hydrops Cochleae. Zu den Symptomen neben Schwindel können noch bei Morbus Meniére Ohrgeräusche, Schmerzen im betroffenen Ohr und Hörminderung hinzukommen.

Es wird davon ausgegangen, dass das Menière Syndrom durch eine Durchblutungsstörung des Innenohrs ausgelöst wird. Hier hilft Betahistin indem es die Durchblutung verbessert und die Beschwerten lindert. Gleichzeitig hilft der Wirkstoff dabei, Begleitsymptome wie Übelkeit mit Erbrechen sowie Kopfschmerzen zu behandeln.

Meistens beginnt die Erkrankung in einem Ohr und kann sich im Verlauf auf beide Ohren ausbreiten. Betahistin hilft dabei, diese Entwicklung zu stoppen und im besten Fall einen Befall des gesunden Ohrs zu verhindern. Beim sogenannten Hydrops Cochleae handelt es sich ebenfalls um eine Erkrankung des Innenohrs, genauer gesagt um die Gehörschnecke sowie auch das Gleichgewichtsorgan.

Es kommt zu einer vermehrten Ansammlung von Flüssigkeit, wodurch es zu ähnlichen Symptomen wie beim Morbus Menière kommen kann. Aus einem Hydrops Cochleae kann sich ebenfalls ein Morbus Menière entwickeln. Durch Betahistin kann in vielen Fällen dieser Entwicklung vorgebeugt werden.


Richtige Anwendung

So wird Betahistin angewendet

Die Dosierung und die Dauer der Anwendung richtet sich nach dem zu behandelnden Krankheitsbild und den zugrundeliegenden Symptomen. In der Regel handelt es sich bei Betahistin um ein Medikament, das über einen längeren Zeitraum angewendet wird.

Im Normalfall steht das Arzneimittel als Tabletten zur Verfügung. Für Patienten, die Probleme beim Schlucken haben oder über eine Sonde ernährt werden gibt es Betahistin als Tropfen.

Die Dosierung beträgt zwischen 18 mg und 36 mg pro Tag, üblicherweise verteilt auf ein bis drei Einnahmen täglich. Die Dosierung sollte so eingestellt werden, dass sie Schwindel lindert aber trotzdem so niedrig wie möglich, um Nebenwirkungen zu vermeiden.


Medikamente

Welche Medikamente beinhalten den Wirkstoff Betahistin?

Es gibt verschiedene Medikamente von diversen Herstellern, in denen Betahistin enthalten ist. Es handelt sich dabei ausschließlich um Monopräparate, das heißt Medikamente, in denen nur Betahistin vorkommt und keine Kombination mit anderen Wirkstoffen vorliegt.

Folgende Medikamente beinhalten Betahistin:

  • Betahistin AL, ALIUD PHARMA GmbH (Als Tabletten in den Dosierungen 6 mg und 12 mg Betahistin pro Tablette)
  • Betahistin-ratiopharm, ratiopharm GmbH (Als Tabletten in den Dosierungen 6 mg und 12 mg Betahistin pro Tablette)
  • Betahistin STADA, STADAPHARM GmbH (Als Tabletten in den Dosierungen 6 mg und 12 mg Betahistin pro Tablette)
  • Betavert, HENNIG ARZNEIMITTEL GmbH & Co KG (Als Tabletten in den Dosierungen 6 mg, 8 mg, 12 mg, 16 mg und 24 mg Betahistin pro Tablette)
  • Vasomotal, Mylan Healthcare GmbH (Als Tabletten in den Dosierungen 16 mg und 24 mg Betahistin pro Tablette)
  • Vasomotal, Mylan Healthcare GmbH (Als Tropfen in den Dosierungen 8 mg/ ml Betahistin)

Handelsnamen

Handelsnamen von Betahistin sind:

  • Aequamen (D)
  • Betaserc (A, CH)
  • Betavert (D)
  • Vasomotal (D)
  • Generika

Indikationen

Anwendungsgebiete (Indikationen) von Betahistin sind Störungen vom Gleichgewichtsorgan (Vestibularapparat) wie etwa bei Symptomen von Morbus Menière. Hierzu zählen Beschwerden wie:

  • Schwindel
  • Ohrgeräusche
  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Erbrechen
  • Höreinschränkungen

Gegenanzeigen

Wann darf Betahistin nicht verwendet werden?

Betahistin darf nicht angewendet werden, wenn eine Allergie oder eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff besteht. Da der Wirkstoff über die gleichen Prozesse wie andere körpereigene Botenstoffe abgebaut wird, kann es bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten, die solche Enzyme blocken, zu verstärkten Nebenwirkungen kommen.

Zu diesen Medikamenten gehören zum Beispiel solche, die den Dopamin Abbau hemmen, darunter MAO-Hemmer zur Behandlung von Depressionen oder bestimmte Parkinson Medikamente. Bei der gleichzeitigen Einnahme von Antihistaminika zur Behandlung von Allergien kann Betahistin in seiner Wirkung abgeschwächt werden.

Gegenanzeigen sind außerdem bestimmte Erkrankungen. Hier darf Betahistin nicht angewendet werden. Dazu gehört ein vorliegendes Phäochromozytom (Tumor im Nebennierenmark), sowie Asthma bronciale und das Bestehen von Magengeschwüren oder Darmgeschwüren.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Medikamente mit Betahistin sollten während der Schwangerschaft sowie in der Stillzeit nicht angewendet werden. Bisher konnte nicht nachgewiesen werden, dass die Einnahme des Wirkstoffs während und nach der Schwangerschaft Auswirkungen auf das Kind hat. Da es aber zu wenige Studien hierzu gibt, sollte sicherheitshalber auf Betahistin bei Schwangerschaft und in der Stillzeit verzichtet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Für die Anwendung von Betahistin bei Kindern unter 18 Jahren gibt es keine klinischen Studien. Daher ist es ratsam, Betahistin bei Kindern und Jugendlichen nicht anzuwenden.


Risiken & Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen hat Betahistin?

Wie bei jedem Medikament können auch bei Betahistin diverse Nebenwirkungen auftreten. Diese sind vor allem aufgeteilt in häufige Nebenwirkungen, welche klinisch belegt wurden und solche, deren Häufigkeit nicht untersucht ist und die außerhalb von Laborbedingungen bei Patienten aufgetreten sind. Die Nebenwirkungen klingen in der Regel wieder ab, nachdem Betahistin abgesetzt wurde.

Häufige Nebenwirkungen

Zu den häufig auftretenden Nebenwirkungen während der Behandlung mit Betahistin gehören Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Verdauungsstörungen, Hautreaktionen mit Juckreiz und Rötung, Herzklopfen, Hitzewallungen und Benommenheit.

Ohne Nennung der Häufigkeit

Die folgenden Nebenwirkungen traten bei einigen Patienten auf und sind in ihrer Häufigkeit nicht näher benannt. Auftreten können unter anderem Reaktionen aufgrund einer bisher unbekannten Überempfindlichkeit oder Allergie auf Betahistin. Dies kann sich auch durch einen anaphylaktischen Schockzustand auszeichnen.

Es muss umgeht ein Arzt oder Notarzt aufgesucht werden. Menschen, die empfindlich auf Betahistin sind, können mit Hautausschlag und Juckreiz auf das Medikament reagieren. Manchmal kann es auch zu einem Gefühl von Hitze oder Hitzewallungen kommen.

Bei manchen Menschen kann es zu einem Gefühl von Benommenheit auftreten, die sich aber im Normalfall relativ schnell legen sollte. Auch kann es zu Herzklopfen oder dem Gefühl von Beklemmung im Brustraum kommen. Bei bereits bestehenden Asthma kann dieses verschlechtert werden, weshalb Betahistin hierbei nicht angewendet werden darf.

Weiterhin können leichte Beschwerden im Magen und Darm auftreten. Dazu gehören Übelkeit, Magendrücken, Bauchschmerzen und Blähungen. Diese Nebenwirkungen verschwinden aber meist, sobald Betahistin abgesetzt wurde oder die Dosis verringert wurde.

Auch ist es hilfreich das Medikament gemeinsam oder nach dem Essen einzunehmen um Beschwerden im Magen-Darm-Trakt zu verringern. Menschen, die an Magengeschwüren leiden, dürfen Betahistin nicht einnehmen. War ein solches Geschwür zuvor nicht bekannt, dann kann das Medikament dieses verschlimmern und benötigt unmittelbare Behandlung.


Wechselwirkungen

Welche Wechselwirkungen zeigt Betahistin?

Im Allgemeinen sollte vor der Einnahme von Betahistin immer der zuständige Arzt oder Apotheker darüber informiert werden, ob und wann andere Medikamente außer Betahistin eingenommen werden. Dies gilt auch für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel.

Betahistin sollte nicht zusammen mit Antihistaminika eingenommen werden. Diese Medikamente werden zur Behandlung von Allergien eingesetzt. Dazu gehören H1-Antihistaminika und H2-Rezeptorenblocker. Studien zeigen, dass eine gleichzeitige Einnahme die Wirkung beider Medikamente erheblich abschwächen kann.

Sollte ein solches Antihistaminika eingenommen werden dann sollte dies vor der Behandlung mit Betahistin zunächst langsam in der Dosis verringert werden und erst nach einer sanften Absetzung mit der Therapie mit Betahistin angefangen werden. Das Herunterfahren der Dosis sollte sich über sechs bis sieben Tage erstrecken. Das Antihistaminikum sollte nicht plötzlich abgesetzt werden, da dies innere Unruhe und Schlafstörungen zur Folge haben kann.

Vorsicht ist auch geboten, wenn das Antihistaminikum nicht dauerhaft eingenommen wird, sondern nur kurzfristig im Rahmen einer Erkältung. Viele Kombipräparate enthalten Chlorfenamin oder andere Antihistaminika, welche zu einer Abschwellung der Nasenschleimhaut führen sollen. Vor der Anwendung dieser sollte also unbedingt die dazugehörige Packungsbeilage geprüft werden.

Da Betahistin und einige andere Medikamente über die gleichen Rezeptoren in Körper geschieht, sollte der Wirkstoff nicht mit sogenannten MAO-Hemmern eingenommen werden. Diese Monoaminoxidase-Hemmer werden vorwiegend zur Behandlung von Depressionen und Angststörungen sowie bei Parkinson eingesetzt und hemmen die Verstoffwechslung von Dopamin. Durch die gleichzeitige Anwendung kann es zu einer gefährlichen Verstärkung der MAO-Wirkstoffe kommen.


Wichtige Hinweise

Was ist bei der Einnahme von Betahistin zu beachten?

Die Tabletten sind am besten während oder nach einer Mahlzeit einzunehmen. Dies verringert das Auftreten von Nebenwirkungen, besonders im Magen-Darm-Trakt. Tabletten werden mit ausreichend Flüssigkeit, am besten Wasser, eingenommen. Tropfen können bei Bedarf auch mit Wasser verdünnt werden.

Betahistin kann, vor allem in höheren Dosen, das Reaktionsvermögen beeinträchtigen und zu Schläfrigkeit führen. Daher sollte unter Einnahme des Wirkstoffs davon abgesehen werden, Fahrzeuge zu führen oder Maschinen zu bedienen.

Außerdem sollte die Einnahme von Betahistin nicht unterbrochen werden und nur nach ärztlicher Anordnung eingenommen werden. Die Dosis sollte nicht selbstständig erhöht oder verringert werden. Damit das Behandlungsziel erreicht werden kann, sollte die Behandlung über mehrere Monate erfolgen.

Sollte die Einnahme von Betahistin vergessen werden, dann darf nicht die doppelte Dosis des Medikaments genommen werden. Stattdessen wird einfach mit der üblichen Dosis zum nächsten Einnahmezeitpunkt fortgefahren.

Die Rücksprache mit einem Arzt ist auch wichtig, wenn neben den mit Betahistin zu behandelnden Erkrankungen auch eine Zuckerkrankheit oder Zuckerunverträglichkeit vorliegt. Die meisten Medikamente mit Betahistin enthalten Lactose und können so Auswirkungen bei der Einnahmen haben, vor allem wenn die Einnahme über einen längeren Zeitraum erfolgt.


Abgabevorschriften

So erhalten Sie Medikamente mit Betahistin

Medikamente mit Betahistin sind apothekenpflichtig. Sie werden nur gegen Vorlage eines Rezepts ausgehändigt.


Geschichte

Seit wann ist Betahistin bekannt?

Betahistidin ist eng mit dem körpereigenen Botenstoff Histamin verwandt. Da Histamin als Gewebshormon Blutgefäße erweitern, aber auch verengen kann, wurden schon in den 1970ern experimentelle Versuche mit diesem Wirkstoff durchgeführt.

Der Durchbruch gelang schließlich im Jahr 1972. Hier konnte durch Martinez anhand von Tierversuchen gezeigt werden, dass Betahistin bei Schnecken die Durchblutung fördert. Da man bis heute davon ausgeht, dass bestimmte Innenohrerkrankungen wie Morbus Menière durch einen Überdruck im Innenohr verursacht werden, wurde Betahistin daher als Behandlungsmethode für solche Erkrankungen eingesetzt.


Warnhinweise

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Sollte das Medikament versehentlich überdosiert werden, sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden oder sich in die nächstgelegene Notaufnahme begeben werden.

Anzeichen einer Überdosis sind Mundtrockenheit, Übelkeit und Erbrechen, Störung von Bewegungsabläufen, Rötungen im Gesicht, Schwindel, Herzrasen, Luftnot, Abfall des Blutdrucks und bei sehr hohen Dosen können Krampfanfälle auftreten.

Sollten bei ordnungsgemäßer Einnahme Nebenwirkungen auftreten, die nicht in der Packungsbeilage angegeben sind, dann sollte sich an einen Arzt oder Apotheker gewendet werden.


Quellen

  • Aktories, K. et al.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 11. Auflage, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2013
  • Arzneimittel-Fachinformation (CH, D)
  • Barak N. Betahistine: what’s new on the agenda? Expert Opin Investig Drugs, 2008, 17(5), 795-804 Pubmed
  • Europäisches Arzneibuch PhEur
  • Murdin L., Hussain K., Schilder A.G. Betahistine for symptoms of vertigo. Cochrane Database Syst Rev, 2016, CD010696 Pubmed
  • James A.L., Burton M.J. Betahistine for Menière’s disease or syndrome. Cochrane Database Syst Rev, 2001, CD001873 Pubmed
  • Lacour M., Sterkers O. Histamine and betahistine in the treatment of vertigo: elucidation of mechanisms of action. CNS Drugs, 2001, 15(11), 853-70 Pubmed
  • Botta, L. et al.: Effects of betahistine and of its metabolites on vestibular sensory organs, in: Acta Otorhinolaryngol. Ital. (2001), Ausgabe 21 (2 Suppl. 66), S. 24-30

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