Gehirnerschütterung

Steckbrief: Gehirnerschütterung

  • Name(n): Gehirnerschütterung; Commotio cerebri
  • Art der Krankheit: Verletzung des Schädels und Gehirns
  • Verbreitung: häufig über 25 % im Haushalt; Sport; Beruf
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Schmidt’s Jahrbücher 1835
  • Behandelbar: ambulant
  • Art des Auslösers:Schlag; Sturz; Unfall
  • Wieviele Erkrankte: 270.000 im Jahr
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: für innere Krankheiten; Neurologe
  • ICD-10 Code(s): S06.0

Gehirnerschütterung nicht leicht nehmen
Der Kopf ist ein empfindlicher Körperteil. Durch Unachtsamkeit, einen Sturz oder einen Sportunfall stößt man sich allerdings leicht. Die Folge: eine Gehirnerschütterung, oder neu: eine leichte Schädel-Hirn-Verletzung oder Schädel-Hirn-Trauma genannt Grad I ( SHT I). Die Verletzung sollte gut auskuriert werden, sonst gibt es böse Spätfolgen. Wenn es zu spät für eine Arztpraxis ist, ist das Krankenhaus die beste Lösung, für eine Diagnose.

Vor allem Kindern und Jugendlichen passiert das schnell. Fast jedes vierte Schädel-Hirn-Trauma haben Patienten unter 16 Jahren, davon sind über 90 Prozent Gehirnerschütterungen. Die Nervenzellen brauchen beim jungen Menschen länger für die Erholung.

Definition der Gehirnerschütterung

Eine Gehirnerschütterung ist ein Schädel-Hirn-Trauma in einer leichten Ausprägung. Ärzte verstehen unter einer Gehirnerschütterung alle Schädelverletzungen, die durch eine äußere Krafteinwirkung entstanden sind. Dadurch wurden das Hirngewebe verletzt und die Nerven in ihrer Funktionalität gestört.

Auslöser der Gehirnerschütterung ist in der Regel ein Sturz sowie ein Schlag auf den Schädel. Auch ein kräftiger Anprall oder ein Zusammenstoß mit dem Kopf, etwa an einem Türrahmen oder mit dem Sportkameraden, kann zur Gehirnerschütterung führen. Der Schädelknochen schützt normaler das Gehirn vor solchen äußeren Einflüssen. Wenn aber durch den Anprall das Gehirn dennoch an den Knochen schlägt, kann das Hirngewebe geschädigt und in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Gehirnerschütterung ist die Folge.

In der Regel verursacht eine Gehirnerschütterung keine bleibenden Schäden beim Hirngewebe, auch wenn die Beschwerden länger anhalten können, ist die Verletzung reversibel, also ohne Folgen heilbar.

Bei der Gehirnerschütterung ist gegenüber einer Schädelprellung mit einer kurzen Bewusstlosigkeit sowie einer Erinnerungslücke verbunden.


Was ist eine Gehirnerschütterung?

Einmal nicht aufgepasst, schon ist es passiert. Was wirklich passiert ist, lässt sich direkt nach einem Sturz meist gar nicht zu sagen.

Es kann der Kopf oberflächlich verletzt sein und der Verletzte ist bei vollem Bewusstsein, er kann sich komplett erinnern. Hat er nur einen leichten Schwindel sowie geringe Übelkeit, ist es nichts Ernstes. Der Arzt diagnostiziert eine Schädelprellung. Schwindel und Übelkeit gehen zurück auf die leichte Beeinflussung des Innenohrs ohne den Beweis einer Gehirnbeteiligung.

Allerdings, wenn es zusätzlich zu der Kopfverletzung zur Bewusstlosigkeit kommt, ist eine Schädel-Hirn-Verletzung gegeben und der Schweregrad muss beurteilt werden. Bei der Gehirnerschütterung hat der Verletzte kurzzeitige Aussetzer im Gehirn und ist für ein paar Minuten bewusstlos, es gibt eine Erinnerungslücke für die kurze Zeit vorher, während sowie nach dem Unfall, eine retrograde Amnesie. Wenn keine Ausfälle bestehen, ist ein CT des Gehirns unauffällig. Bleibende Schäden können dann entstehen, wenn mehrere weitere Gehirnerschütterungen folgen, wie zum es Beispiel im Boxsport oftmals vorgekommen ist.

Kleine Rempler oder Stolperer machen keine Probleme für das Gehirn. Das Flüssigkeitsbett (Liquor), in dem es schwimmt, gleicht die Bewegungen aus. Plötzliche heftige Schläge lassen das Gehirn beispielhaft auf den Schädelknochen prallen, die Hirnfunktionen fallen kurzzeitig aus und winzige Risse sind die Folge. Das Gehirn schaltet zur Sicherheit meist wenige Sekunden bis mehrere Minuten ab, der Verletzte wird bewusstlos.

Eine schreckbedingte Ohnmacht, in die ein Verletzter manchmal mit einer Schädelprellung fällt einige Minuten später, wenn ihm der Unfall bewusst wird oder von der Kopfplatzwunde das Blut die Stirn hinunterläuft, zählt nicht als Bewusstlosigkeit.

Welche Ursachen gibt es?

Eine Gehirnerschütterung kommt nach stumpfe Krafteinwirkung: ein Schlag auf den Kopf oder der Kopf stößt irgendwo oder an irgendjemanden an.
Mögliche Ursachen sind zum Beispiel:

  • ein Sturz
  • ein Schlag
  • ein heftiges Anstoßen oder Zusammenprall des Kopfes mit einem harten Widerstand
  • ein Sportunfall

Im Kopf schwimmt das Gehirn gut geschützt in der Hirnflüssigkeit (Liquor). Wenn durch eine äußere, ruckartige Einwirkung wie ein Sturz der Schädel beschleunigt wird und die Bewegung beim Aufprall plötzlich stoppt, stößt das Gehirn an den Schädelknochen mit einer Gehirnerschütterung als Folge sein. Das passiert beispielhaft auch bei einem Sturz mit dem Fahrrad, bei dem der Fall beim Aufprall abrupt am Boden gebremst wird und das Gehirn an den Schädel stößt. Beim Sturz ist der Kopf unabsichtlich in Bewegung und wird gebremst.
Bei einem Schlag ist der Kopf zunächst in Ruhe und wird dann erschüttert. In beiden Faellen folgt das Gehirn durch de Schwerkraft nicht und gerät gegen den Schädelknochen.
Beim Sport gibt es öfter eine Gehirnerschütterung, beispielhaft beim Boxen oder beim Inline-Skating und beim Fußball durch einen Tritt. Im Haushalt und im Straßenverkehr sind Stürze sowie andere äußere Einwirkungen, bei denen es zu einer Gehirnerschütterung kommen kann, keine Seltenheit.

Kinder, besonders die kleinsten, sind im Haushalt besonders gefährdet:
Die häufigste Gefahrenquelle für Kinder im Haushalt sind Couch sowie Elternbett. Jede siebte Kopfverletzung passierte, weil Säuglinge vom Bett rollten sowie Babys vom Sofa fielen als die Kinder im Mittel etwa ein Jahre alt waren. Ältere Kinder fallen häufig aus ihren Hochbetten.
Die zweithäufigste Unfallursache waren Treppenstürze. Wege der Fallhöhe hatten sich die Kinder dabei oft mittlere bis schwere Kopfverletzungen. Haushalte mit Kindern bis drei Jahren brauchen Treppen mit Schutzgittern ausrüsten.
Die Ursache weiterer Kopfverletzungen waren Stürze von Wickeltischen, wenn die Betreuungsperson abgelenkt war. Dazu kamen Verletzungen mit Lauflernhilfen. Die Kinder stürzten dabei Treppen hinunter oder stolperten über Hindernisse und kollidierten mit Gegenständen.


Symptome & Anzeichen

 

  • Bewusstseinsstörung, ggf. mit zunehmender Eintrübung
  • Kopfschmerzen
  • Blutungen
  • Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
  • Schielen
  • unterschiedlich große Pupillen
  • Krämpfe oder andere neurologische Ausfallerscheinungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bewusstlosigkeit
  • Wortfindungsstörungen
  • Erinnerungslücken (retrograde Amnesie)
  • visuelle Halluzinationen

Kleinere äußere Blutungen sind unproblematisch und werden vom Körper durch die Blutgerinnung gestoppt sowie im Verlauf auch selbst geheilt. Die Pupillendifferenz sowie zunehmende Bewusstseinsstörungen sind besondere und sehr ernst zu nehmende Warnzeichen, weil sie auf eine Blutung innerhalb des Schädels hinweisen. Tritt nach einer unmittelbaren, zeitlich begrenzten Bewusstlosigkeit eine zweite Phase der Bewusstseinsstörung auf, kann das ein Anzeichen einer Hirnblutung sein. Eine vorübergehende Bewusstlosigkeit und Benommenheit ist unmittelbar nach der Gehirnerschütterung meist kurzzeitig der Fall. Die Bewusstlosigkeit hält in der Regel wenige Sekunden und bis zu 15 Minuten an, manchmal auch länger. Außenstehende bekommen das oft nicht mit, weil der Betroffene nach sehr kurzer Bewusstlosigkeit wieder aufsteht direkt nach einem Sturz. Der Verletzte kann bis zu 60 Minuten noch leichte Benommenheit verspüren nach dem Ereignis.

Nach einer Gehirnerschütterung hat ein Betroffener oft keine genaue Erinnerung an den Unfallhergang. Dabei können die Erinnerungslücken auch die Zeit unmittelbar vor und direkt nach dem Unfall umfassen. Übelkeit und Brechreiz bis zum Erbrechen sind ebenfalls klare Symptome einer Gehirnerschütterung, gepaart mit Kopfschmerzen und Schwindelgefühlen. Der Schwindel ist eine gestörte Wahrnehmung der umgebenen Räumlichkeit sowie bei Bewegungen. Meist ist der Schwindel begleitet mit Gleichgewichtsstörungen gekoppelt.

Selbst wenn diese oder einige Symptome fehlen, kann eine Gehirnerschütterung trotzdem vorliegen oder das Gehirn ist anderweitig geschädigt. Einige Symptome können auch verzögert auftauchen, bis zwölf Stunden nach Gehirnerschütterung. Dann ist zunächst je Unfallhergang nur eine Wunde oder eine Beule zu sehen.
Symptome einer Gehirnerschütterung bleiben manchmal auch über eine längere Zeit bestehen. Das sind vor allem die Kopfschmerzen und der Schwindel, die rasche Ermüdbarkeit und mangelnde Konzentration sowie Gedächtnisschwäche. Obwohl die Symptome einige Monate anhalten können, bilden sie sich normalerweise spätestens vollständig nach zwölf Monaten zurück.


Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose ist einer der wichtigsten Faktoren bei Kopfverletzungen. Der Arzt klärt die Schwere sowie das Ausmaß ab, damit er die richtige Behandlung einleiten kann. Kopfverletzungen erscheinen manchmal harmlos auf den ersten Blick, stellen sich später aber als schwerwiegend heraus. Umgekehrt wirken Kopfverletzungen oftmals dramatischer als sie in Wirklichkeit sind, insbesondere wenn beispielsweise die Kopfschwarte verletzt ist.

Da die Kopfhaut von vielen Blutgefäßen durchzogen wird, blutet eine Schnitt- oder Platzwunde am Kopf relativ stark und erscheint dem Laien als schwere Verletzung. Welches Ausmaß eine Kopfverletzung hat und ob das Gehirn betroffen ist oder nicht, erkennt der Arzt anhand der Symptome und durch verschiedene Untersuchungen. Die Beschwerden beginnen bei leichter Übelkeit und führen zu schweren Bewusstseinsstörungen oder Störungen der Nervenfunktionen oder Bewusstlosigkeit sowie sogar Koma. Röntgenaufnahmen, ein CT (Computertomographie) oder ein MRT (Magnetresonanztomographie) geben bei Kopfverletzungen Aufschluss, inwieweit Knochen und Gehirn geschädigt sind.

Der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung (Commotio cerebri) muss durch eine sorgfältige Untersuchung bestätigt werden. Zur Sicherung der Diagnose befragt der Arzt den Betroffenen und gegebenenfalls Zeugen zunächst nach den Symptomen, prüft Bewusstsein und Motorik sowie den Allgemeinzustand der Person. Bei der Untersuchung ist es besonders wichtig, ernstere Verletzungen auszuschließen.

Die Gehirnerschütterung ist ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma. Mit der sogenannten Glasgow-Koma-Skala (GCS) erfasst der Arzt bei Erwachsenen den Schweregrad des Traumas. Mit der Skala vergleicht der Mediziner den Bewusstseinszustand des Betroffenen. Er führt verschiedene Reaktionstests durch und gibt Punkte für jede Reaktion.

Er prüft bei den Tests drei Aspekte:

  • Augen öffnen (4-1 Punkte): Spontan, auf Ansprache, auf Schmerzreize, ohne Reaktion
  • Verbale Reaktion(5-1 Punkte): orientiert, desorientiert, unzusammenhängende Worte, spricht unverständlich, keine Reaktion
  • Motorische Reaktion(6-1 Punkte): befolgt Befehle, lokalisiert ziestrebig Schmerzen, ungezielte Schmerzabwehr, abnormale Bewegung zu Schmerzen, Streckreaktion zu Schmerzen, keine Reaktion

Die Punkte aus dem Test gibt es nach der entsprechenden Reaktion von einem bis sechs Punkte. Insgesamt sind 15 Punkte erreichbar. Drei Punkte hat der Patient bei einem schweren, 13 – 15 Punkte für ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma wie die Gehirnerschütterung.

Der Arzt untersucht zudem den Kopfbereich, forscht aber auch nach Beeinträchtigungen an anderen Körperteilen wie der Halswirbelsäule und er prüft mit einer Elektroenzephalographie (EEG) eine Veränderung der Hirnaktivität.

Ist die Diagnose Gehirnerschütterung gesichert, kann der Arzt die Therapie vorbereiten. Im verlauf können Komplikationen selbst nach 48 bis 72 Stunden später auftreten. Deshalb ist der betroffene Patient während dieses Zeitraums von Angehörigen weiter zu beobachten.
In der Regel verläuft eine Gehirnerschütterung auch weiterhin mit zeitweiligen Störungen der Nervenzellen mit:

  • Bewusstseinsstörungen
  • Verwirrtheit oder
  • Gedächtnislücken

sowie den bereits beschriebenen Symptomen. Das bleibt aber meist folgenlos für den Patienten. Aber es können einige Monate vergehen, bis alle Folgen der Gehirnerschütterung verschwinden.
Eine kanadische Studie zeigte bei 50 bis 60-jährigen, die in jüngeren Jahren eine Gehirnerschütterung erlitten hatten, noch Auswirkungen nach vielen Jahren. Dabei stellte man fest, das Reaktionen sowie bestimmte Bewegungen langsamer waren. Ähnliches hatten Forscher drei Jahre nach Gehirnerschütterungen festgestellt. Langzeitfolgen sind bei Gehirnerschütterungen nicht außergewöhnlich, zum Beispiel bei kognitiven Fähigkeiten wie Lernen und Gedächtnis oder auch depressive Störungen. Gerade bei Autounfällen ist es nicht einfach, später noch Ansprüche gegen den Unfallverursacher oder dessen Versicherung zu richten, weil nach der bisherigen Meinung eine Gehirnerschütterung nicht zu Langzeitfolgen.

In der Apothekenrundschau wird berichtet, dass der Verlauf und Folgen der Gehirnerschütterung langwieriger sein können als bisher vermutet und selbst nach Jahren eine reduzierte Leistung der Aufmerksamkeit sowie Merkfähigkeit bei den Patienten festgestellt werden. Keine Folgen stimmt keineswegs. Allerdings heilt eine unkomplizierte Gehirnerschütterung normalerweise ohne Folgeschäden innerhalb weniger Tage ab.


Häufigkeit & Diagnosedaten

Bei einem Unfall ist eine Gehirnerschütterung relativ häufig anzutreffen. Beispielhaft ist bei Kindern die Zahl der Kopfverletzungen seit 2005 bereits um ein Drittel gestiegen. Die Zahlen beim Gesundheitsbericht des Bundes sind erschreckend: Bei 77.000 Kindern, die in der Klinik nach einem Unfall behandelt wurden, waren 59.000 am Kopf verletzt.

Bei Kindern sind Stürze auf den Kopf erheblich häufiger als bei Erwachsenen. Allerdings ist der Schädel bei Babys nicht so fest verknöchert und Stöße können oft besser abgefangen werden.

Die Eltern sind auch nicht nachlässig geworden, eher ist das Gegenteil der Fall. Oft schätzen Eltern die Verletzungen nicht richtig ein. Weil sie unsicher sind, lassen sie und den Arzt lieber jede Beule im Krankenhaus abklären.Die heutige Elterngeneration ist in Ein- und Zwei-Kind-Familien aufgewachsen. Sie hatten als junge Erwachsene selten Berührungspunkte mit Babys sowie Kleinkindern. So haben die meisten gar nicht gelernt, sich optimal zu verhalten, ein Kind sich am Kopf stößt und mit dem Kopf aufschlägt.

Babys Welt ist in der Regel sicher: Immer wird es geschützt und gepolstert. Aber es gibt auch in den ersten Lebensmonaten Risiken: Von den 23.000 Säuglingen, die einen Unfall erleiden pro Jahr in Deutschland haben 83 Prozent ein Schädel-Hirn-Trauma, eine Verletzung von Kopf sowie Gehirn. Meist ist das ein Sturz vom Wickeltisch oder von der Elternbett, der lebensgefährlich enden kann oder lediglich in einer Gehirnerschütterung.

In einer bundesweiten Befragung waren ausgewählte Unfallfolgen in der Häufigkeit bei Männern und Frauen in allen Altersgruppen ausgewertet worden. Die Gehirnerschütterung ist bei den Folgen eines Unfalls der häufigste Grund einer Krankenhausbehandlung. Sie kommt unter allen Behandlungsdiagnosen von Krankenhauspatienten auf den sechsten Rangplatz der Häufigkeit. In der Befragung aus 1998 hatten vierzehn der über 70 jährigen der Männer eine Gehirnerschütterung bei einem Unfall, aber nur vier bis neun Prozent in den anderen Altersgruppen, besonders niedrig lag mit zwei Prozent die Gruppe der 50 – 60 jährigen Männer. Bei den Frauen waren es über zehn Prozent der unter 20 jährigen und der über 70 jährigen, die anderen lagen bei drei bis sieben Prozent, bei den 30 – 40 jährigen gab es keine Gehirnerschütterung.


Komplikationen bei der Krankheit

Wenn eine einfache Gehirnerschütterung vorliegt, sind ernstzunehmenden Komplikationen selten. Trotzdem mögen betroffene Patienten nach dem Unfallereignis in den ersten Stunden relativ unauffällig sein, so dass der Befund als einfache Gehirnerschütterung fehlinterpretiert wird. Es liegt im Grunde an der Schwere der Kräfte, die auf den Schädel eingewirkt haben, um ernstzunehmende sowie potenziell lebensbedrohliche Krankheitsbilder zu erzeugen. Gibt es beim Verletzten den Verdacht auf eine Gehirnerschütterung, sollte auf Warnsignale geachtet werden. Wenn der Betroffene anhaltende Bewusstseinsstörungen und/oder starke stechenden Kopfschmerzen hat sowie unterschiedliche Pupillenreaktionen, liegt unter Umständen eine Hirnschwellung sowie Hirnblutung vor.
Neben den bereits bekannten Beschwerden gibt es bei einer Gehirnerschütterung Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Benommenheit und Schwindelgefühlen oder Sehstörungen und Kopfschmerzen. Die Symptome können sich verzögert bis zu zwölf und mehr Stunden nach dem Unfall zeigen. In der Regel klingen Beschwerden nach ein paar Tagen schnell wieder ab, seltener kann es bei etwa einem Prozent der Betroffenen auch mehrere Wochen dauern, bis alle Beschwerden verschwunden sind. Anhaltende Kopfschmerzen und Befindlichkeitsstörungen und vermindertes Leistungsvermögen sowie depressive Verstimmung weisen auf ein Postconcussion-Syndrom sowie ein chronisches posttraumatisches Syndrom hin. Sie müssen abgeklärt werden,ob nicht doch das Gehirn eine Beeinträchtigung erfahren hat.
Dabei leiden die Patienten weiterhin unter:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Schlafstörungen
  • Licht- und Geräuschempfindlichkeit

Hat eine Person häufiger Gehirnerschütterungen wie beispielsweise bei Boxern, kann die geistige Leistungsfähigkeit langfristig beeinträchtigt werden. Im schlimmsten Fall entsteht durch mehrfache Gehirnerschütterungen eine Demenz.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Besteht ein Verdacht auf eine Gehirnerschütterung, sollte immer ein Arzt konsultiert werden. Wenn ein Hausarzt geöffnet hat oder der hausärztliche Notdienst gerufen werden kann, ist das zuerst in Ordnung, sonst geht auch die Krankenhaus-Ambulanz, später kann man auch zum Neurologen oder Facharzt für innere Krankheiten überwiesen oder im Krankenhaus weiterbehandelt. Notfalls kann man immer noch einen Notarzt rufen. Dann kann geklärt werden, ob eine Gehirnprellung, -blutung sowie ein Schleudertrauma vorliegt. hat der verletzte eine Bewusstlosigkeit von über einer Viertelstunde oder die Verwirrtheit hält mehr als eine Stunde an und sie verstärkt sich möglicherweise, ist die Verletzung wahrscheinlich schwererer.

Dann klärt eine Röntgenaufnahme, ob es ein Schädelbruch ist. Wenn kein Schädelbruch vorliegt, und der Patient wieder bei Bewusstsein ist, wird die Gehirnerschütterung zu Hause mit Ruhe und möglichst wenigen Reizen in einigen Tagen Bettruhe auskuriert sein. ohne fernsehen, lesen, Handy oder Computer.

Behandlungsmethoden & Therapie

Vor der Behandlung einer Gehirnerschütterung muss der Arzt zuerst eine schwere Kopfverletzung ausschließen. Mit einer Tastuntersuchung, einer Computertomographie (CT) sowie eine Röntgenuntersuchung stellt der Arzt fest, ob Verletzungen am Schädel sowie in umliegenden Bereichen wie an der Halswirbelsäule vorliegen. Bei langer Bewusstlosigkeit sowie anhaltenden Erinnerungslücken könnte es auch eine schwerere Verletzung am Gehirn sein. Bringt das CT kein klares Ergebnis und die Beschwerden bestehen weiterhin, führt der Arzt eine Kernspintomographie (MRT) durch.

Bei einem Patienten mit Gehirnerschütterung, ist der Beginn der Behandlung im Idealfall am Unfallort. Jede körperliche Aktivität des Betroffenen ist umgehend einzustellen, ein Arzt ist aufzusuchen sowie, wenn erforderlich, der Notfalldienst 112 anzurufen.

Die erste Hilfe ist wichtig. Hat eine Person die typischen Anzeichen einer Gehirnerschütterung oder der Unfallhergang lässt auf eine Beeinträchtigung des Gehirns schließen, sind einige Dinge zu beachten. Vor allem muss der Ersthelfer Ruhe bewahren sowie beruhigend auf den Verletzten einzuwirken. Bei Verdacht auf Gehirnerschütterung darf der Patient nicht alleine gelassen werden. Offene Wunden können mit einem Pflaster sowie Verband versorgt werden. Wenn der Betroffene bei Bewusstsein ist und auf Ansprache reagiert, wird er mit etwas erhöhtem Oberkörper gelagert sowie zugedeckt.

Bei einem Patienten mit Bewusstsein ist stets auf den Puls sowie die Atmung achten. Darüber hinaus darf der Verletzte, selbst wenn es ihm etwas bessergeht, keine Nahrung oder Flüssigkeit bekommen. Ist der Betroffene bewusstlos und reagiert nicht, sind dringend Puls, Herzschlag und Atmung zu kontrollieren. Dann kann der Patient in eine stabilen Seitenlage gebracht werden.

Auf jeden Fall muss bei einem Verdacht auf Gehirnerschütterung ein Zeitraum von mindestens 24 Stunden der Patient überwacht werden. Die Vitalparameter sowie das Bewusstsein des Betroffenen muss regelmäßig überprüft werden. Treten innerhalb des Überwachungszeitraums keine Hinweise auf Komplikationen auf und der Patient hat sich erholt, kann er nach Hause. Die Behandlung der Gehirnerschütterung kann dann durch strenge Bettruhe erfolgen. Zusätzlich können Arzneimittel gegen Schmerzen und gegebenenfalls gegen Erbrechen verabreicht werden. Bei der Gehirnerschütterung ist jedoch zu beachten, dass auch noch 48 bis 72 Stunden später Komplikationen auftreten können. Deshalb ist der betroffene Patient währenddessen weiterhin von den Angehörigen zu beobachten.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Vorbeugende Maßnahmen sind gedacht, eine Gehirnerschütterung zu vermeiden. Jeder kann durch Vorsicht sowie Umsicht dazu beitragen. Auch nach einer Gehirnerschütterung ist den Betroffenen angeraten, sich Ruhe und Entspannung zu gönnen. Fernsehen, Computertätigkeiten und laute Musik sowie alle störend empfundene Einflüsse sind zu vermeiden. Im Die Menschen sollten sich im Vorfeld klar sein, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, eine Gehirnerschütterung zu verhindern,. Jeder, der mit dem Fahrrad unterwegs ist, hat einen Helm zu tragen. Das ist leider derzeit immer noch keine Normalität. Aber auch alle anderen riskanten Sportarten sollten nur Personen ausüben , die diese auch beherrschen. So kann ist schon eine Gehirnerschütterungsprophylaxe durchführbar.

Es ist viel zu tun, das Risiko einer Gehirnerschütterung zu senken. Besonders bei sportlichen Aktivitäten sollten Sie Stürzen sowie Schlägen zum Kopf vorbeugen.
Riskantere Sportarten üben Sie nicht aus, wenn Sie in schlechter körperlicher Verfassung sind. Dann ist das Risiko für eine Verletzung besonders hoch. Sie müssen Ihren Kopf schützen bei Sturzgefahr und einen Helm tragen bei Sportarten wie

  • Radfahren, Mountain-Biking
  • Motorradfahren
  • Inline-Skating
  • Skifahren
  • Rodeln
  • Eishockey

So können Sie effektiv vorbeugen: Der Helm auf Ihrem Kopf schützt vor Gehirnerschütterung in vielen Fällen. Besonders Kinder bekommen aber trotz eines Helms oft eine Gehirnerschütterung. So sollten Eltern sollten immer auf mögliche Anzeichen achten, wenn das Kind gestürzt ist. Einige Hilfen bietet die BZgAan, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter www.bzga.de/kindersicherheit, sie gibt Infomaterialien heraus zum Thema Sicherheit der Kinder in unterschiedlichen Altersstufen und Situationen.

Eine Gehirnerschütterung lässt sich wie andere Verletzungen auch, nicht hundertprozentig vermeiden. Sie können durch bestimmte Verhaltensweisen allerdings das Risiko für die Gehirnerschütterung deutlich verringern. Tragen Sie bei Sportarten mit einer Sturzgefahr wie Fahrradfahren, Inline-Skaten und Skifahren immer einen Helm. Üben Sie den Sport nicht aus, wenn Sie sich müde fühlen. Das Risiko für einen Sturz ist dann nämlich besonders hoch.


Prognose zur Heilung

Die Gehirnerschütterung ist zu anderen Schädel-Hirn-Traumata im Vergleich einigermaßen harmlos und in der Regle kommt es innerhalb von maximal zehn Tagen zur Besserung. Spätestens nach zwei Wochen arbeiten Patienten wieder normal. Sport sollten sie aber erst wieder ausüben, wenn der Arzt es erlaubt. Bleibende Schäden sind nach einer einmaligen Gehirnerschütterung normalerweise nicht zu erwarten.
Bei manchen Patienten kommt es zu länger dauernden Symptomen wie Störungen des Gehirns, das man als postkommotionelles Syndrom bezeichnet. Diese Symptome gehen nach Wochen oder Monaten wieder zurück.
Es kann allerdings zu Beschwerden nach der Gehirnerschütterung kommen, wobei diese sogar erst nach einigen Wochen bis Jahren abklingen. Betroffene klagen über Probleme, sich zu konzentrieren sowie sich etwas einzuprägen, und haben Stimmungsschwankungen. Genauso leiden Menschen an Kopfschmerzen nach einer Gehirnerschütterung und reagieren sensibel auf viel Licht oder vertragen Alkohol sehr schlecht.
Wiederholte Gehirnerschütterungen können auch zu anhaltenden Schäden führen. Meist sind Sportler zu schnell nach einer Kopfverletzung auf dem Feld: Sobald sie rückwärts von zehn zählen können. Manche Sportler entwickeln dann eine Demenz.
Für Folgeschäden Schädel-Hirn-Trauma gibt es eine Faustregel:

  • bei Bewusstlosigkeit unter 5 Minuten gibt es keine Spätfolgen, Symptome gehen in 5 Tagen zurück
  • bei Bewusstlosigkeit bis zur halben Stunde sind Spätfolgen unwahrscheinlich, Symptome bilden sich in 30 Tagen zurück
  • bei Bewusstlosigkeit von mehr als 30 Minuten sind die Spätfolgen wahrscheinlich. Es kommt zu schweren neurologischen Ausfällen

Sportler und Kopftreffer

Beim Fußball treffen Köpfe leicht aneinander, oder auch mal ein Fuß, eine Schulter oder ein Ellenbogen an den Kopf des Gegners. Die häufige Diagnose: Gehirnerschütterung. Das ist die leichteste sowie häufigste Form des Schädel-Hirn-Traumas. Nicht nur Profifußballspieler, selbst Kinder und Jugendliche können ziehen sich eine Gehirnerschütterung zu. Fast jedes vierte Schädel-Hirn-Trauma trifft Patienten unter 16 Jahren, davon sind über 90 Prozent Gehirnerschütterungen. Die kommen mit typischen Symptomen wie Kopfschmerzen und ein beeinträchtigtes Denk- und, Erinnerungs- sowie Konzentrationsvermögen und Schwindelgefühl, manchmal auch Übelkeit.

Bewusstlos sind Betroffene lediglich in 10 von 100 Fällen. In Kanada wurde aktuell eine Beobachtungsstudie mit 2 400 Kindern durchgeführt zwischen 5 und 18 Jahren: Mit Medikamenten kann man keine Gehirnerschütterung behandeln. Vor allem Ruhe ist wichtig. Bisher meinten Experten, dass junge Sportler körperlich, bis die Symptome abgeklungen sind. Die aktuelle kanadische Studie stellt die Dauer des Schonprogramms in Frage.

70 Prozent der Patienten waren wieder körperlich aktiv 7 Tage nach dem Unfall mit leichten Aktivitäten wie Spazierengehen, Schwimmen sowie Fahrradfahren auf dem Heimtrainer. Alle anderen 30 Prozent pausierten komplett. Von den früh aktiven litten nur noch 25 Prozent 28 Tage nach dem Unfall an Symptomen, die länger Pausierenden kamen auf 44 Prozent. Körperliche Bewegung scheint auf die Heilung eine positive Auswirkung zu haben.

Bei jungen Menschen erholen sich die Nervenzellen langsamer als bei Erwachsenen. Daher sollten sie nach Expertenmeinung etwa 23 Tage warten, bis sie in einen Sport voll einsteigen mit einem Risiko für den Kopf. Wenn sich das Gehirn nach einer Verletzung nicht erholt hat, kann es schweren Komplikationen bis zu Hirnschwellungen geben. Die Rückkehr zu Sportaktivität wie Fußball sollte stufenweise erfolgen. Nach leichten und kurzen Sprints kann unter Aufsicht die Teilnahme am Mannschaftstraining folgen, aber ohne Körperkontakt!


Alternative Behandlungsmethoden

Kommt die Schulmedizin nicht mehr weiter, ist die Naturheilkunde noch lange nicht zu Ende. Heißt es aus therapiert, ist das kein Ende, sondern ein Neuanfang.

Im Naturheilzentrum in Bottrop gibt es eines der größten Institute mit einer Vorreiterstellung in der Komplementärmedizin. Von beiden Gründern und Heilpraktikern, die es aufgebaut haben, stammt auch das Nabomed Concept, das eine besondere Art der Reiztherapie beinhaltet und auf der Akupunktur basiert.

Die Therapie mit dem Nabomed Concept begründet sich auf eine besondere Mikrostichtechnik, die weiterentwickelt wurde. Dabei werden äußerliche Stimulationssignale im Körper weitergeleitet und umgewandelt. Nach der Diagnose der jeweiligen Symptome werden entsprechende Behandlungsstrategien entwickelt und feine Nadeln an Genau definierten Punkten in die Haut gesetzt. Diese Punkte entsprechen den Zentren, wo besonders viele Stoffe fließen. Dabei leisten sie einen erheblichen Beitrag zur Regeneration der Zellen und des Gewebes. Sie entsprechen den Leitungs- und Versorgungsbahnen für die Nerven, die man in Schulmedizinischen Untersuchungen ebenfalls nachweisen konnte. Die Heilpraktiker erläutern, dass auf diese Art die bestehenden Blockaden gelöst werden sowie die Nervenfasern stimuliert werden. Mit der die Stimulation werden Gefäße erweitert und sowohl die Blut- als auch die Sauerstoffversorgung des Geweben und der der Abtransport von Reststoffen verbessert.

Arnica ais homöopathische Unterstützung
Homöopathische Mittel wie Arnica gib der Heilpraktiker gern nach Kopfverletzungen wie Schädelprellung und Gehirnerschütterung, auch bei Drehschwindel zum Hinfallen.
Arnica wirkt in hoher in hoher Potenz als einmalige Gabe besonders nach Kopfverletzungen. Es ist eine homöopathische Unterstützung, die heilend und schmerzlindernd wirkt bei Verletzungen. Auch bei Kopfschmerzen infolge einer früherer Gehirnerschütterung hilft die Behandlung mit Arnica selbst noch nach Jahren.

Gelsemium, der gelbe Jasmin bei Kopfschmerzen
Gelsemium hilft oft bei Schmerzen im Nacken sowie Hinterkopf und bis zur Stirn sowie lindert es Schwindelgefühle. Das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass er starke toxische Eigenschaften besitzt. Sie führen bei Verzehr zu Bewegungs- sowie Sprachunfähigkeit und Absinken der Körpertemperatur und Sehstörungen bis zum Tod durch Atemlähmung.

Welche Hausmittel können helfen?

Wenn Sie ein Tuch befeuchten mit Wasser, dann ein paar Tropfen Lavendelöl darauf träufeln und sich das Tuch anschließend auf die Stirn legen für eine halbe Stunde, beruhigt und entspannt Lavendel und kann Kopfschmerzen lösen.
Sie betupfen Ihre Schläfen mit ein paar Tropfen Pfefferminz-Öl, das wirkt entkrampfend und belebend bei Kopfschmerzen. Vermeiden Sie den Kontakt mit Ihren Augen sowie Schleimhäuten, es ist stark reizend.
Die Durchblutung wird durch ein heißes Fußbad mit Senfmehl gefördert. Es hat eine schmerzstillende sowie krampflösende Wirkung bei Kopfschmerzen. Zwei bis Vier Handvoll Senfmehl in 15 Liter warmes Wasser geben und Sie Ihre Füße darin baden, bis sich die Haut leicht rötet ist. Spülen Sie die Senfmehl-Reste gut ab und wärmen Ihre Füße mit Wollsocken.

Arnika wirkt heilend und schmerzlindernd.

Stechapfel und Belladonna enthalten ein giftiges Alkaloid, das verdünnt dämpfend sowie beruhigend auf unterschiedliche Zentren im Gehirn wirkt. Es ist auch als Pflaster verfügbar und kann einfach sowie schnell eingesetzt werden.
Ingwer hilft gegen den unterschiedlichsten Arten von Schwindel und Übelkeit. Schwindelzustände sprechen oft auf naturheilkundliche Therapie an.Besonders Ohren und Nacken entspannen und beruhigen. Daneben wirkt auch seelische Beruhigung.
Gegen Übelkeit trinken Sie eine warme Tasse Pfefferminz-, Kamillen- oder Ingwertee.

Eine Runde an der frische Luft hilft sowie einmal gründlich durchzulüften.
Lutschen Sie eine frische Zitronenscheibe aus oder trinken Sie Zitronensaft mit Wasser.
Möhren haben viele Ballaststoffe, die binden Giftstoffe im Darm und helfen, die Übelkeit schneller wieder abklingen zu lassen.

Heilkräuter & Heilpflanzen

Hilfreich sind vor allem:

  • Arnika
  • Melisse
  • Lavendel

Die bekannteste Heilpflanze Arnika (Arnica montana) steht in Deutschland auf der Roten Liste. Sammeln ist in der freien Natur streng untersagt! Aber Arnika ist kinderleicht zu vermehren. Sie wird entweder im Frühjahr ausgesät, oder Pflanzen werden geteilt.

Arnika wird gern bei Verletzungen angewendet und zwar nur äußerlich, da einige Inhaltsstoffe toxisch wirken. Die ätherischen Öle wirken antiseptische und entzündungshemmende Wirkung. Als Salben und Tinkturen (mit Alkohol) verwendet man Arnika.
Allergische Reaktionen können möglich sein.

Der Lavendel war bei den antiken Römern ein beliebter Zusatz zu Bädern und dem Badewasser, wo es herrlich entspannt. Früher verbrannte man Lavendel in Zimmern von Kranken, um mit den Aufsteigenden Dämpfen ebenfalls Entspannung zu bewirken. Lavendel hilft gegen Kopfscherzen und
Übelkeit. Oft werden die Blüten noch mit der Hand geerntet.

Melisse ist sowohl ein Heilkraut als auch eine Gewürzpflanze, die gerne auf dem Balkon oder im Garten angepflanzt wird. Der Lavendel war bei den antiken Römern ein beliebter Zusatz zu Bädern und dem Badewasser und entspannt. Die Ernte der Melisse erfolgt vor der Blütezeit. Melisse hilft bei Kopfscherzen, Übelkeit und Erbrechen.

Ätherische Öle

 

  • Arnika
  • Melisse
  • Lavendel

Bereits im Mittelalter kannte man die Heilwirkung der Arnika wie bei bei Blutergüssen, Wunden oder Entzündungen. Das ätherische Arnikaöl gewinnt man den getrockneten Blüten durch Wasserdampfdestillation, 400 Kilogramm Blüten ergeben ein Kilogramm Öl. Es ist eines bekanntesten Heilöle und riecht bereits medizinisch. In Salben, Tinkturen, Kompressen und Cremes nutzt man es Schmerzen durch Prellungen zu lindern und zu verhindern. Die Kieselsäure im Öl aktiviert die Selbstheilung. Es wird äußerlich verwendet, es sei denn, man nutzt es homöopathisch oder als Fertigarznei aus der Apotheke, um die Vergiftungsgefahr auszuschließen.

Kaufen Sie für Heilzwecke Lavendelöl nur „Echten Lavendel, Lavendel vera oder Lavendel fein sowie Lavandula angustifolia“. Es war schon bei den Römern ein beliebter Zusatz im Badewasser (lat. lavare: waschen).
In der Antike verwendeten bekannte Ärzte das Lavendelöl, das aus Blüten und Stängeln hergestellt wird und wunderbaren Duft hat.

Es hat eine ausgleichende Wirkung, erfrischt bei Müdigkeit, es hellt die Stimmung auf. Außerdem stärkt beruhigt es und lindert Schmerzen und Beschwerden bei Übelkeit und hat eine stark antiseptische Wirkung.

Melissenöl ist sehr teuer, zur Gewinnung von einem Liter sind bis zu 7000 Kilo Pflanzen nötig. Melisse wird vor der Blütezeit geerntet. Die Blätter werden getrocknet und durch Wasserdampfdestillation das frische, nach Zitrone duftende Melissenöl gewonnen. Das teure Öl wird oft gefälscht und gestreckt. wird. Reines Melissenöl ist tatsächlich wesentlich teurer als andere Öle.

Melissenöl wirkt gegen Kopfschmerzen und Migräne, Übelkeit und Erbrechen. es senkt den Blutdruck und lindert Schmerzen, löst Krämpfe, es tötet Bakterien ab.

Homöopathie & Globuli

Homöopathische Mittel bei Gehirnerschütterung:

  • Arnika
  • Johanniskraut (Hypericum perforatum)
  • Apomorphinum hydrochloricum
  • Kalium phosphoricum

Arnica montana ist ein wirksames, homöopathisches Mittel gegen Kopfverletzungen und ist für die Behandlung der Gehirnerschütterung einsetzbar. Arnika kann Folgen einer Gehirnerschütterung lindern, dass keine oder lediglich leichte Kopfschmerzen auftreten sowie keine Beulen entstehen. Arnika wird angewendet bei hochakuten Fällen im Minuten-, Viertel- oder Halbstundentakt und in maximal 10-15 Gaben.

Zudem steht bei allen Anwendungen die Wasserglasmethode mit 5 Globuli zur Verfügung, die in 200 ml Wasser aufgelöst und alle 1 bis 30 Minuten mit einem Schluck genommen werden.
Globuli sind in der Homöopathie die Streukügelchen, die minimale oder fast nicht nachweisbare Wirkstoffe beinhalten und auf dem Glauben der Wirksamkeit aufbauen.

Bei der Therapie mit Johanniskraut ist wichtig, dass Präparate aus der Apotheke kommen. In Deutschland sind sie rezeptfrei als alkoholische Auszüge oder in öliger Form (Rotöl). Johanniskraut wirkt auf das Nervensystem und wird als Tee, homöopathisch oder konzentriert angewendet. Die Pflanze wirkt unter anderem schmerzstillend bei Kopfschmerzen.

Das homöopathische Mittel Apomorphinum hydrochloricum wird bei Erbrechen, Gehirnerschütterung und Kitzelhusten verwendet. Besonders typisch ist der Einsatz bei Erbrechen. Es ist zum Teil rezeptpflichtig.

Kalium phosphoricum verwendet man bei Erschöpfung und Burn out und Kopfschmerzen. Besonders typisch ist für Verwendung von Kalium phosphoricum ein allgemeiner Schwächezustand.

Schüssler-Salze

Schüßler-Salze sind pharmakologisch unwirksam, sagt die Stiftung Warentest: Biochemie nach Schüßler sei nicht zur Behandlung von Krankheiten geeignet. Edzard Ernst, Professor der Alternativen Medizin, urteilt seit 2007: Eine Kostenübernahme durch deutsche Krankenkassen ändere nicht, dass diese Behandlung unwirksam ist. Die Übernahme der Kosten durch gesetzliche Krankenkassen sei ein Verstoß gegen die WANZ-Kriterien, dem Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenkassen nach § 12 SGB V und somit rechtswidrig.

Das Nr. 5 Schüßlersalz – Kalium phosphoricum soll bei Kopfschmerzen, Regelschmerzen, Muskelschmerzen helfen, es sei ein Nährstoff der Nerven sowie der Psyche.
Das Nr. 7 Schüßlersalz – Magnesium phosphoricum ist das Salz der Muskeln sowie der Nerven. Zehn Tabletten werden auflöst in heißem Wassers, dann alle zwei oder fünf Minuten einen Schluck trinken: die“heiße Sieben“.
Die Nr. 10 der Schüßler-Salze soll Kopfschmerzen lindern als Spätfolgen einer Gehirnerschütterung.
In akuten Fällen soll man eine Tablette alle fünf Minuten nehmen, dann allmählich auf eine Tablette pro Stunde verlängern. Die häufige Einnahme ist maximal ein Tag lang durchzuführen und dann zur normalen Dosis auf der Packung überzugehen.

Diät & Ernährung

Nach einer Gehirnerschütterung treten unterschiedliche Symptome auf, die auch die Ernährung beeinflussen. Der Verletzte fühlt sich schwach und lustlos, hat Schmerzen und Übelkeit und keine Lust zu Essen. Trotzdem muss besonders in Hinsicht der körperlichen und seelischen Erholung eine gesunde, aber leichte Ernährung her.

Dabei sollten Sie Obstsäfte und vegetarische Rohkost zunächst bevorzugen und sicher stellen, ausreichend Schlaf zu bekommen. Das Essen sollte ausgewogen und nahrhaft sein. Die Aufnahme von Koffein in Getränken, wie Kaffee, Tee, Cola begrenzen Sie auf ein Minimum.
Rohkost ist keine ganz bestimmte Ernährungsform, sie fasst unterschiedliche Richtungen zusammen. Die Ernährung kann beispielhaft aus rohem, reifem Obst sowie Gemüse bestehen, kann aber auch geräuchertes, getrocknetes sowie rohes Fleisch oder Fisch mit einbeziehen. Selbst kalt geschleuderter Honig, kalt gepresstes Öl und Trockenfrüchte gehören dazu.
Die verschiedenen Formen in der Rohkost-Ernährung haben eines gemeinsam: Sie verzichten auf die erhitzten sowie verarbeiteten Lebensmittel. Alle Fertigprodukte mit Konservierungs- oder Farbstoffen sowie Geschmacksverstärkern werden weg gelassen. Dabei entscheiden Sie selbst, ob vegetarisch oder vegan.


FAQ – Fragen & Antworten

Welches sind die wichtigsten Zeichen einer Gehirnerschütterung?
Typische Merkmale einer Gehirnerschütterung mit oder ohne Verlust des Bewusstseins sind eine kurzzeitige Gedächtnislücke, die Verwirrtheit sowie Gleichgewichtsstörungen. Diese klassischen Trias kommen jedoch oftmals nicht immer und sofort vor, was die Diagnosestellung erschwert.

Gibt es weitere Symptome einer Gehirnerschütterung?
Auch weitere Symptome sind heterogen sowie manchmal untypisch für eine Gehirnerschütterung. Neben Kernmerkmalen wie Gedächtnislücke und Verwirrtheit und Gleichgewichtsstörungen treten auch Symptome wie Kopfschmerz, Schwindelgefühl oder Übelkeit, Benommenheitsgefühl sowie Sehstörungen, Licht- und Lärmempfindlichkeit auf, die auch andere Ursachen haben können.

Wann muss ich einen Arzt kontaktieren?
Bei allen Beschwerden nach Stoß sowie Schlag gegen den Kopf hat eine ärztliche Beurteilung zu erfolgen, selbst wenn keine äußeren Verletzungen: Schwellung, Blutung aus Mund oder Nase oder Ohr sowie Riss- oder Platzwunden sichtbar sind.

Wann sollte das nächste Krankenhaus aufgesucht werden?
Ist am Unfallort kein im Management erfahrener Arzt anwesend, sollten Sie am gleichen Tag die fachärztliche Beurteilung einholen. Ein Notfalltransport zum Krankenhaus ist bei Bewusstlosigkeit, Glasgow-Koma Skala unter 13 Punkten: Gedächtnislücken, Desorientiertheit oder abnormalem Verhalten und Koordinationsstörungen sowie Schwäche in Armen oder Beinen, zunehmender Kopfschmerz und sonstigen an Intensität/Ausmass zunehmende neurologische Symptome.

Welches ist die beste Therapie?
Es gibt nicht eine einzige Therapie, die immer gleich wirksam ist. Die Behandlung wird sich nach dem aktuellen neurologischen Befund sowie dessen Verlauf richten und durch wiederholte Diagnosen ändern können. Deshalb ist die richtige Diagnosestellung wichtig.

Wann kann ich am Sport teilnehmen?
Die Entscheidung für den Start des Trainings und Wettkampfs muss der erfahrene Arzt treffen. Der Sport sollte schritt- und stufenweise wiederaufgenommen werden. Das geht von initialer Ruhe und leichten Übungen zum spezifischen Training ohne Körperkontakt bis zur Wiederaufnahme des Routinetrainings sowie des Wettkampfes. Nach einer Stufe folgt die höhere Stufe nach 24 Stunden. Optimal sind sechs Tage Rehabilitation, bis er asymptomatisch ist in Ruhe. Treten Symptome wieder auf, ist 24 Stunden Ruhe und der nächst niedrigere Level dran.

Wie ist die Prognose nach einer Gehirnerschütterung?
Die Prognose nach einer Gehirnerschütterung ist gut. In 85-90% der Fälle kommt es zu einem kompletten Rückgang der Symptome innerhalb von 7 bis 10 Tagen. Längere Verläufe sind bei bestimmten Risikokonstellationen beschrieben. Auch bei Kindern und Jugendlichen können die Ausfallzeiten länger sein. Es ist wichtig, Sportler mit erhöhtem Risiko für einen längeren Verlauf frühzeitig zu identifizieren, um optimale Therapiemaßnahmen einleiten zu können.

Was geschieht bei einer Gehirnerschütterung?
Sie ist eine meist reversible Schädigung des Gehirns nach Schlag oder Sturz mit Beteiligung des Kopfes, die zu neurologischen und neurokognitiven Veränderungen mit und ohne Bewusstseinsverlust führen kann. Dabei wird anscheinend eine temporäre Störung der neuronalen Netzwerke ausgelöst. Die Besserung erfolgt stufenweise und kann sich in einigen Fällen verlängern.

Wie ist die Diagnose einer Gehirnerschütterung?
Die Diagnose Gehirnerschütterung ist eine klinische, die aus den Resultaten der Anamnese, und neurologischen sowie neuropsychologischen Untersuchung und des Gleichgewichtssystems sowie der Halswirbelsäule zustande kommt. Es gibt derzeit keinen maschinellen Test oder Biomarker, der eine Diagnose stellen kann. Die Gehirnerschütterung ist im MRT oder CT vom Gehirn nicht sichtbar.

Warum ist die richtige Diagnose so wichtig bei sportassoziierten Kopfverletzungen?
Die Symptome der Gehirnerschütterung sind unterschiedlich und nicht immer typisch. Sie können auch durch andere Verletzungen oder Störungen hervorgerufen werden im Bereich der Halswirbelsäule sowie im Gleichgewichtsorgan im Innenohr. Dabei gibt es unterschiedliche Therapien und Erholungszeiten.

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