Graue Haare

graue Haare frau

Graue Haare sind ein normaler Prozess des Älterwerdens

Viele Menschen sehen in ihnen ein Zeichen nachlassender Attraktivität und des Älterwerdens: Die ersten grauen Haare werden entdeckt. Das Ergrauen der Haare kann unterschiedliche körperliche oder seelische Ursachen haben. Und auch, wenn sich der Vorgang weder stoppen noch aufhalten lässt, kann man ihn heutzutage doch sehr gut kaschieren.

Doch warum ergrauen die Haare eigentlich? Und ab welchem Alter sind graue Haare normal? Gibt es vorbeugende Maßnahmen? Was kann man tun, wenn die Haare bereits ihre Farbe verloren haben? Nachfolgend finden Sie alle wichtigen Informationen rund um die Haarergrauung.

Was sind graue Haare?

Zunächst: Das Haar wird nicht wirklich grau, sondern verliert nach und nach seine Pigmente und wird dadurch weiß oder farblos. Durch die Mischung mit der Naturhaarfarbe entsteht dann der Eindruck von grau.

Schuld ist, zumindest bei der altersbedingten Graufärbung, Wasserstoffsuperoxid. Dieser Wirkstoff, der in kleinen Mengen beim Stoffwechsel entsteht, wird in zunehmendem Alter vermehrt gebildet. Dadurch wird im Haar die Herstellung von Melanin verhindert; des Pigmentes, das für unsere Haarfarbe verantwortlich ist.

Auch körperliche Veränderungen wie Stress, falsche Ernährung, hormonelle Veränderungen oder bestimmte Krankheiten können die Ursache von grauem Haar sein. Erscheinen die grauen Haare bereits in jungen Jahren, sollte ihre Ursache von einem Arzt abgeklärt und gegebenenfalls behandelt werden.


Die Ursachen

Warum werden die Haare eigentlich grau?

Die geläufigste Ursache von grauen Haaren ist der natürliche Alterungsprozess des Körpers. Dieser produziert beim Stoffwechsel kleine Mengen von Wasserstoffsuperoxid, das man auch als Bleichmittel kennt. Mit zunehmendem Alter verliert der Körper seine Fähigkeit, das Wasserstoffsuperoxid abzubauen, wodurch es sich vermehrt ablagern kann.

In den Haaren verhindert es damit die Bildung von Melanin, des Stoffes, der unseren Haaren seine Farbe gibt. Wann genau dieser natürliche Prozess einsetzt, ist individuell unterschiedlich und hängt stark von der familiären Veranlagung ab. Die durch Alterung einsetzende Ergrauung lässt sich weder aufhalten noch rückgängig machen.

Eine weitere Ursache für das Grauwerden der Haare kann eine falsche bzw. unausgewogene Ernährung sein. Nährstoffmangel kann ebenfalls dafür sorgen, dass der Körper den Farbstoff Melanin nur noch unzureichend bilden kann. Hier kann eine vitamin- und vor Allem folsäurereiche Kost helfen, seine Haarfarbe so lange wie möglich zu erhalten.

Die Haare, die ihre Pigmente einmal verloren haben, können ihre natürliche Haarfarbe zwar nicht zurückbekommen; die neu nachwachsenden Haare jedoch weisen wieder ihre ’normale‘ Farbe auf.

Auch eine Übersäuerung des Organismus kann zur Folge haben, dass die Haare grau werden. Hier könnte eine Entsäuerungskur dabei helfen, das Gleichgewicht wiederherzustellen und dem Körper beim Abbau von Wasserstoffsuperoxid zu helfen.

Als weitere Ursache für ein vorzeitiges Grauwerden der Haare können noch hormonelle Erkrankungen genannt werden. Hier ist ein Abklären durch den Arzt unumgänglich, der bei bestehender Indikation beispielsweise eine Hormontherapie anordnen kann.


Diagnose & Verlauf

Hat man den Verdacht, dass den grauen Haaren nicht der natürliche Alterungsprozess, sondern ein krankheitsbedingter Umstand zugrunde liegt, sollte man das am Besten vom Arzt abklären lassen. Der Hausarzt ist für erste Tests und Untersuchungen sicherlich die beste Anlaufstelle. Auch ein Besuch beim Dermatologen, oder ein Gynäkologe – soll auf hormonelle Veränderungen untersucht werden –  können hier Licht in’s Dunkel bringen.

Handelt es sich nun um den natürlichen Alterungsprozess des Körpers, so kann man am Verlauf der Ergrauung nichts ändern. Es handelt sich um einen natürlichen Vorgang, der nicht umkehrbar ist oder sich auch nur verlangsamen lässt. Rein kosmetisch kann man aber mit Haarfarben und -tönungen das Grau gut kaschieren. Fühlt man sich mit seinen grauen Haaren nicht wohl und attraktiv, lässt man sich am Besten von seinem Friseur beraten.

Anders sieht es bei krankheitsbedingten Ursachen aus. Diagnostiziert der Arzt beispielsweise einen Nährstoffmangel, verursacht z.B. durch eine strenge Diät, so kann er einem einen passenden Ernährungsplan zukommen lassen, den man dann auch unbedingt einhalten sollte. Den bereits ergrauten Haaren kann man zwar ihre natürlich Farbe nicht mehr zurückgeben, das nachwachsende Haar wird dies aber nach und nach wieder in seiner ursprünglichen Farbe tun, sobald der Mineralstoffhaushalt des Körpers wieder ausgeglichen ist.

Dies gilt ebenso, wenn eine hormonelle Erkrankung die Ursache der grauen Haare ist. Hier wird der Arzt beispielsweise eine Hormontherapie verordnen. Auch hier wachsen die Haare dann nach dem Anschlagen der Therapie wieder in ihrer natürlichen Farbe nach.

Etwas komplizierter ist es, wenn die grauen Haare durch extremen Stress oder ein traumatisches Erlebnis verursacht wurden. Hier kann ein Besuch bei einem Psychologen bei der Aufarbeitung der Ursachen helfen. Hat sich das seelische Gleichgewicht wieder eingependelt, wird auch das Haar für gewöhnlich wieder farbig nachwachsen.


Daten & Häufigkeit

Diagnosedaten und ihre Häufigkeit bei grauem Haar

Da die meisten Menschen nicht wegen ihrer grau werdenden Haare einen Arzt aufsuchen, sind gesicherte Daten zur Häufigkeit und Diagnostik nicht leicht zu erstellen.

Man kann jedoch von dieser Reihenfolge ausgehen:

  • Natürlicher Alterungsprozess
  • Mangelerscheinungen
  • Stress
  • Krankheiten

Mögliche Komplikationen

Graue Haare an sich führen in der Regel nicht zu Komplikationen. Es kann allerdings zu weiterführenden Problemen kommen: Liegt die Ursache für das graue Haar in Mangelerscheinungen oder Krankheiten und bleiben diese unbehandelt, wird es natürlich über kurz oder lang zu Komplikationen führen. Die Ursachen für graues Haar sollten also generell abgeklärt werden.

Zusätzlich können dann noch dermatologische Probleme wie Allergien und Ausschlag genannt werden, die auftreten können, wenn man zum Kaschieren seiner grauen Haare aggressive Färbemittel verwendet.


Wann zum Arzt?

Wann sollte man wegen grauer Haare einen Arzt aufsuchen?

Einen Arzt aufsuchen sollte man dann, wenn die auftretenden grauen Haare nicht eindeutig dem natürlichen Alterungsprozess zugeordnet werden können. Auch falls weitere Symptome auftreten wie zum Beispiel Haarausfall, Fieber, allgemeine Schlappheit oder auch starke Gewichtsabnahme, sollte man die Ursachen unbedingt abklären lassen.


Behandlung & Therapie

Wie kann man graue Haare behandeln – welche Therapien gibt es?

Behandelbar sind graue Haare nur, wenn sie bedingt durch Mangelerscheinungen, Stress oder Krankheit auftreten. In solchen Fällen wird der Arzt entsprechende Medikamente verordnen, oder Tipps für eine ausgewogene Ernährung, die reich an Mineralstoffen und Folsäuren ist, geben.

Ist Stress die Ursache, kann es hilfreich sein, mit Hilfe eines Psychologen oder Psychotherapeuten die Ursachen aufzuarbeiten sowie einen konstruktiven Umgang mit Stress zu erlernen.

Handelt es sich um ein altersbedingtes Ergrauen der Haare, so gibt es weder Behandlung noch Therapie. Hier kann man sich mit seinem Friseur beraten, da es heutzutage sehr gute Möglichkeiten gibt, dem Problem kosmetisch zu Leibe zu rücken. Haarfarbe, Tönungen, Strähnchen, Ansatzbehandlungen…all dies sind gute Wege, wenn man sich optisch nicht mit seinen grauen Haaren abfinden möchte.


Vorbeugung & Prävention

Wie kann man grauen Haaren vorbeugen?

Generell hilft eine gesunde Lebensweise, sowie eine ausgewogene und gesunde Ernährung dabei, die natürliche Haarfarbe so lange wie möglich zu erhalten. Eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Folsäuren unterstützt den Körper beim Abbau von Wasserstoffsuperoxid sowie bei der Melanin- Produktion.

Hilfreich ist auch ein so weit wie möglich gelassener Umgang mit Alltagsstress. Ist die Psyche im Gleichgewicht, kann auch der Körper zuverlässig seine Aufgaben bewältigen.

Auch regelmäßige Kontrollen beim Hausarzt können dabei helfen, grauen Haaren vorzubeugen. Mögliche Auslöser für graues Haar wie Störungen des Hormonhaushaltes, Infektionen oder auch Blutarmut können so rechtzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden.


Hausmittel & Alternativen

Welche Hausmittel oder Naturheilverfahren gibt es gegen graues Haar?

Es gibt eine Menge Hausmittel, denen nachgesagt wird, auf natürliche Weise gegen graue Haare zu helfen.

Die wichtigsten erfahren Sie nachfolgend:

Zwiebel

Der Zwiebel wird von altersher nachgesagt, durch anregen der Melaninproduktion gegen graue Haare zu helfen. Hierzu soll man eine Zwiebel entsaften und den Sud mehrmals täglich in die Kopfhaut massieren.

Kokosöl

Auch Kokosöl soll durch die enthaltene Laurinsäure das Aufkommen grauer Haare stoppen. Die Anwendung erfolgt äußerlich; das Öl soll einmal die Woche in die Kopfhaut massiert und anschließend mit einem milden Shampoo ausgewaschen werden.


Graue Haare kaschieren

Es gibt aber auch natürliche Methoden, um graues Haar zwar nicht zu bekämpfen, aber sanfte Weise zu kaschieren. Dazu gehören:

Henna

Ein bewährtes, pflanzliches Mittel, um graue Haare weniger auffällig und das Haar gesund und glänzend aussehen zu lassen. Bei den im Handel erhältlichen Produkten handelt es sich um Hennapulver, das, mit Wasser zu einem Brei angerührt, auf das Haar aufgetragen, und nach der vorgeschriebenen Einwirkzeit wieder ausgewaschen wird.

Henna funktioniert bei brünettem und rötlichem Haar. Ist die Ergrauung schon sehr stark fortgeschritten, sind die Erfolge mit Henna jedoch begrenzt, da die Grauabdeckung nicht an chemische Präparate heranreicht.

Schwarzer Tee

Auch schwarzer Tee soll, bei dunklem Haar, erste graue Haare kaschieren. Der Tee wird in die nassen Haare massiert und nach 30 Minuten ausgewaschen.

Als Alternativmedizin gegen graue Haare können folgende genannt werden:

Renaturierung

Diese Produkte sollen die natürliche brünette oder schwarze Haarfarbe reaktivieren. Bei der Anwendung dieser Cremes wird nach und nach ein chemisch hergestellter Melanin – Ersatz an die Haarwurzeln abgegeben. Die Produkte wirken ausschließlich, solange man sie anwendet. Setzt man sie ab, werden die Haare wieder weiß. Aufgrund der darin enthaltenen Schwermetalle sind diese Produkte allerdings umstritten.

Pseudokatalase

Hierbei handelt es sich um eine Creme, die zur Behandlung von Vitiligo, der sogenannten Weißfleckenkrankheit, entwickelt wurde. Bei Katalase handelt es sich um ein Enzym, mit dessen Hilfe der Körper Wasserstoffsuperoxid abbaut. Pseudokatalase hilft dem Körper ebenso, Wasserstoffsuperoxid zu neutralisieren und somit die Produktion von Melanin anzuregen. Die Wirksamkeit der Pseudokatalase bei grauen Haaren ist allerdings noch nicht wissenschaftlich belegt.

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