Krampfadern

krampfadernWenn bläuliche Zeichnungen auf der Haut auftreten, handelt es sich womöglich um sogenannte Krampfadern oder aber um ihren Vorboten, den Besenreiter. Es handelt sich um knotige Erweiterungen der oberflächlichen Venen. Betroffen sind dabei fast immer die Beinadern.

Meistens sind Krampfadern zwar harmlos, allerdings sind sie aufgrund der Ästhetik trotzdem von vielen Frauen gefürchtet. Jedoch sind nicht nur Frauen von Venenproblemen betroffen. Männer kann es ebenso treffen. Allerdings deutlich seltener.
Wie Krampfadern entstehen, welche Ursachen und Behandlungsmethoden es gibt und vieles mehr, erfahren Sie in folgendem Ratgeber.

Was sind Krampfadern?

Die Bezeichnung Krampfadern gibt es ursprünglich gar nicht. Es handelt sich hierbei nämlich um erweiterte Venenstränge, die infolge erschlafften Bindegewebes entstehen. In der Regel sind sie von außen sichtbar, allerdings können sie auch in der Tiefe der betroffenen Partien sein, ohne dass sie mit bloßem Auge erkennbar sind. Dieser Artikel soll Ihnen helfen, die Ursache für Ihre Krampfadern zu erkennen und sie dementsprechend behandeln lassen zu können.

Weitere Synonyme für Krampfadern sind:

Besenreiser
Varize
Varix
Varikosis
Varikose


Die Schweregrade

Krampfadern erkennen 

Eine Krampfader ist zwar meistens harmlos, dennoch ist das Symptom ein Anzeichen für ein erkranktes Gefäß. Um Komplikationen zu vermeiden, ist es daher wichtig, das Symptom so früh wie möglich zu erkennen.

Varikosen können in vier Schweregrade eingeteilt werden. Eine häufige Vorstufe des Symptoms sind die sogenannten Besenreiser.

Krampfadern

Krampfadern werden in verschiedene Schweregrade unterteilt

  • Erster Grad: Es bestehen keine nennenswerten Beschwerden oder Komplikationen.
  • Zweiter Grad: Es bestehen keine Komplikationen. Allerdings kommt es zu Beschwerden (z. B.: Juckreiz, Spannungsgefühl, Missempfindungen der Haut, Schweregefühl, Wadenkrämpfe, Neigung zu Schwellungen, Schmerzen)
  • Dritter Grad: Es kommt zu Beschwerden wie im zweiten Grad, allerdings sind diese stärker ausgeprägt. Darüber hinaus treten Komplikationen auf (z. B.: Varikophlebitis oder trophische Störungen der Haut)
  • Vierter Grad: Die Komplikationen und Beschwerden sind noch stärker ausgeprägt als im dritten Grad. Außerdem kommt Ulcus Cruris (Substanzdefekt des Unterschenkels / offenes Bein) als weitere Komplikation hinzu.

International stärker durchgesetzt, hat sich jedoch die Unterteilung nach CEAP-Klassifikation:

  • C0: Es bestehen keine sichtbaren Anzeichen von einer Venenerkrankung
  • C1: Es kommt zu Besenreisern und feinen sowie netzartigen Abzeichnungen der Venen
  • C2: Es treten Krampfadern auf, jedoch ohne Zeichen einer chronisch-venösen Insuffizienz (CVI)
  • C3: Es kommt zusätzlich zu Wassereinlagerungen (Ödemen)
  • C4: Sogenannte trophische Hautveränderungen kommen als Komplikation hinzu
  • C5: Es kommt zu weiteren Komplikationen wie einem abheilenden Ulcus cruris (Substanzdefekt des Unterschenkels)
  • C6: Das Endstadium. Es kommt zu einer chronisch venösen Insuffizienz mit einem Substanzverlust, der alle Schichten der Haut betrifft (florides Ulcus Cruris)

Vs. Besenreiser

Der Unterschied zwischen Krampfadern und Besenreisern

Wenn Sie bläuliche Schlängelungen auf Ihrer Haut entdecken, steckt nicht zwangsläufig eine Krampfader dahinter. Bei den Spinnennetz-förmigen Abzeichnungen der Gefäße kann es sich auch um Besenreiser handeln.

Besenreiser sind eine Unterform der Varizen. Diese kleinen sichtbaren Venen befinden sich in der Oberhaut und gelten als Vorstadium der Krampfadern. Meistens treten sie auf den Beinen auf und oft entstehen sie aufgrund einer Veranlagung, die angeboren ist.


Die Ursachen

Krampfadern sind in der Regel erblich bedingt. Allerdings spielt die auslösende Ursache eine große Rolle für die Entstehung.

Dazu gehört unter anderem:

  • Übergewicht
  • Stehende Lebensweise über einen längeren Zeitraum hinweg
  • (kommt in den meisten Berufen vor)
  • Überanstrengung
  • Nach einer Schwangerschaft

Wenn Betroffene unter Krampfzuständen in den Beinen leiden, sind Verikosen nur selten der Auslöser dafür. Von Varizen betroffene Patienten erleiden genauso häufig oder wenig Wadenkrämpfe, wie gesunde Menschen. Krampfadern stellen nicht unbedingt eine lebensbedrohliche Krankheit dar. Einige Menschen haben bereits in jungen Jahren mit Verikosen zu kämpfen. Betroffene erlangen keine merkliche Behinderung durch die Varizen.

Andererseits sind Leidende häufig einer psychischen Belastung ausgesetzt. Krampfadern zeichnen sich durch Verfärbungen aus, die von rot über blau bis hin zur bräunlichen Farbe schimmern. Ferner können die Verikosen zu geschwollenen Beinen und Füßen führen, da der Rückfluss des venösen Bluts zum Herzen unterbrochen wird.

Zu diesen auslösenden Momenten zählen:

  • Viel und langes Stehen
  • Beschwerliche Reisen im Zug, Auto oder im Flugzeug
  • Sommerliches Wetter

Betroffene empfinden ihre Beine als bleischwer sowie drückend und werden nicht selten von Schmerzen geplagt. Beim Schlafen oder Hochlagern der Beine schwellen sie rasch wieder ab. Wenn der Stoffwechsel nicht ausreichend versorgt wird, kommt es in einigen Fällen zu Krampfadergeschwüren – auch als offene Beine bekannt. Die Folgen sind für Leidende oftmals langwierig und von unangenehmer Art.

Krampfadern können durch folgende Krankheiten entstehen:

  • Venenentzündung
  • Venenschwäche

Diagnose & Verlauf

Wenn Betroffene unter Krampfadern infolge einer Krankheit leiden, ist der Besuch beim Arzt unumgänglich. Der richtige Ansprechpartner ist ein Chirurg oder ein Phlebologe. In einem ersten Gespräch befragt der Arzt den Betroffenen nach aktuellen Symptomen und einer eventuellen Vorerkrankung.

Er wird unter anderem folgende Fragen stellen:

  • Wie alt ist der Betroffene?
  • Ist der Patient Raucher und wenn ja, wie viel, raucht er täglich?
  • Wird abends ein Spannungsgefühl in den Beinen empfunden?
  • Fühlen sich die Beine abends schwerer an als sonst?
  • Wie viele Schwangerschaften gab es bereits?
  • Gibt es Familienangehörige, die unter Krampfadern leiden?

Im Anschluss wird der Mediziner den Patienten körperlich untersuchen. Im Seitenvergleich wird er sich die Beine und Füße ansehen. So erkennt der Arzt eventuelle Schwellungen, Hautverfärbungen und Geschwüre. Hinterher kann eine Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) oder eine Röntgen-Untersuchung der Gefäße (Angiografie) Aufschluss darüber geben, ob der Blutfluss in den Venen gestört ist.

Krampfadern nehmen in der Regel einen harmlosen Verlauf. Wenn der Betroffene frühzeitig gegen die ersten bläulich schimmernden Adern entgegenwirkt, kann er mit einer guten Prognose rechnen. In den meisten Fällen ist ein Krampfaderleiden vermeidbar.


Daten & Häufigkeit

Diagnosedaten und Statistiken zur Häufigkeit

Wenn die für Krampfadern verantwortliche Krankheit rechtzeitig behandelt und beseitigt wird, ist die Prognose großartig. Mit einer Operation von oberflächlichen Verikosen (Stammkrampfadern) werden gute Erfolge erzielt.

Etwa 95 Prozent der Betroffenen können sich in den ersten fünf Jahren nach dem Eingriff beschwerdefrei schätzen. Zehn Jahre nach der Operation sind es noch 90 Prozent. Ebenso sorgt die Verödungstherapie für gute Prognosen. Hier sind es nach fünf Jahren etwa 90 Prozent der Patienten, die weiterhin frei von Varizen sind. Nach zehn Jahren liegt der Prozentsatz bei 80.


Komplikationen

Bleiben die Krampfadern unbehandelt können im weiteren Verlauf Komplikationen auftreten und deutlich starke Beschwerden auslösen. Im späteren Stadium neigen Varizen dazu, sich kräftig auszuweiten. Wegen ihrer feinen Wand besteht das Risiko, das sie zerbersten und es zu unaufhaltbaren Blutungen kommt.

Zu den Komplikationen zählt z. B. die Thrombose

Darüber hinaus ist es möglich, das Blut in den Krampfadern gerinnt und verklumpt. Es bilden sich Blutgerinnsel (Thromben). Diese verstopfen die oberflächlichen Venen, wodurch eine Thrombose entstehen kann.

Der Rückfluss des Bluts erhöht den Druck in den Varizen. Die Haut an den Unterschenkeln kann besonders geschädigt werden.

Mögliche Folgen sind unter anderem:

  • Dunkle Verfärbungen der Haut
  • Entzündungen
  • Hautveränderungen mit starkem Juckreiz
  • Ansammlung von Gewebswasser

Durch Krampfadern können sich die Venen entzünden. Wenn sich die Venenentzündung tiefer gelegen ausbreitet, werden die Venen womöglich von Blutgerinnseln verschlossen. Sobald der Blutstrom die Blutgerinnsel mitreißt, können sie in die Lunge gelangen und dort Blutgefäße verstopfen. Es entsteht die sogenannte Lungenembolie.


Wann zum Arzt?

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Viele Betroffene gehen erst sehr spät oder gar nicht zum Facharzt. Für sie stellen Krampfadern keine Krankheit dar, sondern ausschließlich ein optisches Problem. Allerdings beeinträchtigen die Krampfadern tatsächlich die Lebensqualität. Unbehandelt kann es sogar lebensbedrohlich werden. Wenn Betroffene also Krampfadern an ihren Beinen entdecken, sollten sie dringend einen Mediziner aufsuchen. Er wird die Diagnose stellen und weitere Maßnahmen ergreifen.


Behandlung & Therapie

Wenn Betroffene möglichst frühzeitig mit einer Therapie beginnen, sind spätere Komplikationen vermeidbar. Jedoch ist eine Krampfader irreparabel zerstört und verliert ihre ursprüngliche Funktion.

Die Behandlung von Krampfadern besteht aus unterschiedlichen Behandlungsschritten. Entweder lassen sich Leidende ihre Krampfadern entfernen oder veröden, wenn es lediglich kleine Besenreiser sind. Leiden Patienten unter großen Krampfadern, können sie diese operativ behandeln lassen.

Ferner ist es möglich, Krampfadern mit Laserstrahlen oder elektromagnetischen Wellen von innen versiegeln zu lassen. Die Symptome, die von Krampfadern selbst verursacht werden, lassen sich ebenfalls behandeln.

Außerdem können Krampfadern mit Venenmitteln behandelt werden. Mit den Wirkstoffen Troxerutin, Aescin und dem Extrakt aus rotem Weinlaub können Venenmittel gegen geschwollene sowie schwere Beine helfen. Ferner sorgen die Venenmittel dafür, dass die Durchblutung gefördert wird und die Gefäßwände weniger durchlässig sind.

Es gibt die Behandlungsmethode Stripping. Hierbei zieht der Facharzt mit einer Sonde die Krampfadern aus den Beinen heraus. Wenn er eine große Krampfader zieht, kann er im Übrigen kleinere Seitenäste veröden. Nach dieser Operation ist es empfehlenswert, für eine Zeit lang Kompressionsstrümpfe zu tragen.

Darüber hinaus gibt es die Krossektomie. Dabei durchtrennt der Arzt eine Stammkrampfader, die in eine tiefe Beinvene mündet. Dieser Eingriff sorgt dafür, dass der Rückstrom des Bluts verhindert wird. Die Behandlung wird unter örtlicher Betäubung ausgeführt. Gerade für ältere Patienten eignet sich die Therapie besonders, da eine Vollnarkose zu risikoreich wäre.

Zum Schluss ist die Kompressions-Therapie zu erwähnen. Jedoch hilft diese Maßnahme nicht, Krampfadern zu entfernen. Die Aufgabe dieser Therapie besteht darin, die Venen zusammenzudrücken – so fließt das Blut schneller ab. Diese Behandlungsmethode kommt zum Einsatz, wenn andere Eingriffe aus speziellen Gründen nicht anwendbar sind.


Vorbeugung

Krampfadern vorbeugen – so geht’s!

Den Beinen zuliebe können Betroffene die Entstehung von Krampfadern als Symptom verhindern oder zumindest verzögern. Dafür sind einige Ratschläge hilfreich. Betroffene sollten heiße Temperaturen vermeiden, beispielsweise in der Sauna oder ausgedehnte Sonnenbäder. Die Gefäße erweitern sich dabei stark, wodurch sich der Blutfluss verlangsamt.

Patienten sollten Wechselduschen vornehmen oder Kneippsche Wassergüsse ausprobieren. Das verbessert die Blutzirkulation ungemein. Außerdem verhindert das Hochlegen der Beine schmerzerfülltes Anschwellen.

Empfehlenswert sind folgende Ausdauersportarten, bei denen die Muskelpumpen gekräftigt werden.

  • Walken
  • Joggen
  • Schwimmen
  • Rad fahren
  • Tanzen

Ebenfalls sinnvoll ist Venengymnastik. Für Betroffene ist es ratsam, wenn möglich, keine engen Schuhe mit hohem Absatz zu tragen. Auch von beengenden Hosen ist abzuraten, gerade auf längeren Reisen. Die Fußmuskeln können gekräftigt werden, indem Betroffene barfuß laufen, etwa an einem Meeresstrand.

Mit einer ballaststoffreichen Ernährung können Krampfadern vorgebeugt werden. Ebenso ist es empfehlenswert, die Aufnahme von Zucker zu reduzieren. Ferner sollte auf eine gesündere Fettzusammensetzung geachtet werden. Das trägt zur Gewichtskontrolle und Darmregulierung bei.

Natürlich wird die Gefäßgesundheit wahrlich gefördert. Selbst, wenn Betroffene bereits eine Verödungstherapie oder eine Operation hinter sich haben, sind diese Maßnahmen zum Vorbeugen von Varizen nützlich.


Hilfreiche Hausmittel

Um das Symptom Krampfadern in der Behandlung zu unterstützen, können Betroffene auf einfache Hausmittel oder alternative Heilmittel zurückgreifen. Eine Wohltat für die Beine ist die tägliche Pflege mit einer Tinktur oder Lotion. Die Produkte sollten Rosskastanie enthalten, da diese kühlt und die Durchblutung fördert. Darüber hinaus wirkt Rosskastanie abschwellend.

Behandlung Aromatherapie

Auch Hausmittel & Heilpflanzen können helfen

Zudem können Wickel mit ätherischen Ölen helfen. Die Öle können als Mischung angewendet werden oder einzeln.

Folgende ätherische Öle sind empfehlenswert:

  • Wacholder
  • Zypresse
  • Lavendel
  • Zitrone
  • Schafgarbe
  • Lemongras

Öl-Wickel Anleitung

  • Zunächst wird eine kleine Schüssel mit angenehmem kühlen Wasser befüllt
  • Im Anschluss kann das gewünschte Öl in ein Quäntchen Sahne gegeben werden
  • Nun wird die Mischung in das Wasser eingerührt
  • Betroffene tränken ein weiches Baumwolltuch darin und wringen dieses aus
  • Dann wird der Wickel für ungefähr 30 Minuten auf die jeweilige Partie gelegt
  • Empfehlenswert ist es, den Wickel zwei Mal täglich anzuwenden

Weitere Heilmittel

Ein weiteres Hausmittel gegen Krampfadern sind Quarkwickel. Diese kühlen und lindern angeschwollene Beine. Der Quark wird in die Mitte eines Geschirrhandtuchs aufgetragen und um die Wade herum gelegt. Lassen Sie den Wickel so lange drauf, bis Sie keine Kälte mehr verspüren.

Ebenfalls effektive Hausmittel sind Umschläge mit Calendulaessenz und Ringelblumentee. Betroffene können ihren Körper ebenso von innen heraus mit geeigneten Hausmitteln, wie Buchweizentee unterstützen.

Weitere hilfreiche Hausmittel, alternative Behandlungsmethoden und Naturheilverfahren finden Sie in folgendem Ratgeber:

Welche Hausmittel und Alternativheilverfahren helfen bei Krampfadern?

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