Heilerziehungspflege

Der Beruf des Heilerziehungspflegers

Behandlung Heilerziehungspflege

Ein Heilerziehungspfleger bzw Heilerziehungspflegerin ist ein professionell ausgebildeter Begleiter, Pfleger, Assistent, Berater und Lehrer von geistig und/oder körperlich behinderter Personen.

In diesem Beitrag geht es um das Berufsbild, die Durchführung und die Ziele des Heilerziehungspflegers.
Wir berichten über die Ausbildung, die Aufgaben und Möglichkeiten des Heilerziehungspflegers.

Dabei Gehen wir auch darauf ein, bei welchen Erkrankungen die Heilerziehungspflege zum Einsatz kommen kann.

Was ist Heilerziehungspflege?

Die Heilerziehungspflege, auch kurz HEP genannt, befasst sich mit der Betreuung, Beratung, Bildung und Pflege von Menschen, mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen. Das kann entweder stationär oder ambulant erfolgen.

Das Berufsbild des Heilerziehungspflegers, ordnet sich in die Pädagogik mit ein. Denn die Heilerziehungspflege ist eine ganzheitliche Betreuung einer beeinträchtigten Person, mit dem Schwerpunkt auf Sozialpädagogik und Pflege.

Die Behandlung findet natürlich in jedem Fall durch einen ausgebildeten Heilerziehungspfleger statt. Denn dieser muss zuvor eine Berufsausbildung abgeschlossen haben. Dies kann entweder Vollzeit-schulisch absolviert werden oder in die Praxis integriert sein.

Die Dauer der Ausbildung, sowie die Zugangsvoraussetzungen sind leider nicht klar geregelt. Grundsätzlich wird jedoch mindestens ein Realschulabschluss oder eine vorangegangene, zweijährige Berufsausbildung gefordert.

Die schulische Ausbildung in Vollzeit dauert in der Regel zwei Jahre, die komplett in der Schule verbracht wird, gefolgt von einem einjährigen Anerkennungsjahr. Bei der Praxisintegrierten Ausbildung, befinden sich die Schüler, neben der schulischen Begleitung, auch regelmäßig im Praxiseinsatz

Die Ausbildungsinhalte:

  • Medizin
  • PsychiatriePsychologie
  • Pädagogik
  • Pflege
  • Pharmakologie
  • Souiologie
  • Rechts- und Berufskunde
  • Verwaltung
  • Organsation

Ursprung der Heilerziehungspflege

Begründet wurde die Heilerziehungspflege von dem evangelischen Pfarrer Ludwig Schlaich. Ihm war es besonders wichtig, die „Würde der Gotteskindschaft“ zu erhalten.

Das galt natürlich auch für schwerstbehinderte, weshalb er, Mitte des 20. Jahrhunderts, das Berufsbild des Heilerziehungspflegers begründete. Er war es auch, der 1958 die Fachschule für Heilerziehungspflege eröffnete.

Durchführung und Wirkungsweise der Heilerziehungspflege

Die Aufgabenbereich eines Heilerziehungspflegers ist sehr vielfältig, er beschäftigt sich allerdings in jedem Fall mit Menschen mit Beeinträchtigungen. So Unterstützt ein Heilerziehungspfleger seine Patienten zum Beispiel bei der ganz normalen Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und wird dadurch auch zu einer festen Bezugsperson des jeweiligen Patienten.

Behandlung HeilerziehungspflegeSo leisten Heilerziehungspfleger Hilfestellung, in Bereichen des täglichen Leben, wie zum Beispiel beim Haushalt, Einkauf oder auch beim Anziehen.

Auch im sozialen Bereich bekommt der Patient Unterstützung vom Heilerziehungspfleger.
Denn dieser hilft auch beim Knüpfen und Erhalten von sozialen Kontakten.

Dabei können Heilerziehungspfleger in den unterschiedlichsten Einrichtungen eingesetzt werden.

Besonders oft sind sie in Wohnheimen oder Werkstätten, für Menschen mit Behinderungen, anzutreffen.

Ansonsten können sie auch in der Frühförderung, in integrativen Kindergärten oder ALS Integrationshelfer in Förderschulen zum Einsatz kommen. Aber auch die Arbeit im Hospiz, mit psychisch Kranken oder Sucht-Erkrankten ist möglich.

Dabei ist die grundlegende Aufgabe der Heilerziehungspfleger, Menschen mit Beeinträchtigungen bei der Bewältigung ihres Alltags zu helfen. Die Aufgaben des Heilerziehungspflegers sind dabei immer von dem jeweiligen Krankheitsbild des Patienten abhängig.

Je nachdem, wie selbstständig der Patient ist, fallen natürlich immer unterschiedliche Aufgaben für den Heilerziehungspfleger an. Je nach Erkrankung stehen dann pflegerische oder pädagogische Aspekte im Vordergrund.

mögliche Krankheitsbilder:

Ein Heilerziehungspfleger stärkt, durch eine individuelle Förderung, das Selbstvertrauen des Patienten und soll auch dessen Selbstständigkeit verbessern. Vor allem geht es darum, dass der Patient mit zunehmender Zeit selbstständiger wird, insofern dies möglich ist.

Außerdem ist es seine Aufgabe, den Alltag zu planen und zu organisieren und auch die Freizeit des Patienten zu gestalten. Ansonsten muss der Heilerziehungspfleger viel mit Kollegen zusammen arbeiten, Konzepte erstellen und vor allem den Patienten beobachten und die Beobachtungen dokumentieren.

Aufgaben:

  • Individuelle Förderung des Patienten
  • Selbstvertrauen und Selbstständigkeit stärken
  • Alltag planen und organisieren
  • Freizeitgestaltung
  • Behandlungskonzepte erstellen
  • Beobachtungen dokumentieren

Ziel der Heilerziehungspflege

Das Ziel aller Anwendungen der Heilerziehungspflege ist es, dem behinderten Menschen ein weitestgehend selbstbestimmtes und erfülltes Leben zu ermöglichen.

Außerdem, gehört auch die allgemeine Verbesserung der Selbstständigkeit zur Zielstellung eines jeden Heilerziehungspflegers.

  • Möglichst selbstbestimmtes und erfülltes Leben für Menschen mit Beeinträchtigungen
  • Allgemeine Verbesserung der Selbstständigkeit

Diagnose und Untersuchungsmethoden

Es gehört nicht zum Aufgabenbereich eines Heilerziehungspflegers, ärztliche Untersuchungen durchzuführen und zu diagnostizieren. Jedoch sind die Heilerziehungspfleger, durch die Nähe zum Patienten, häufig sehr stark in den Behandlungsprozess mit eingebunden.

Trotzdem stehen dem Heilerziehungspfleger einige Möglichkeiten zur Verfügung, um den Patienten beobachten und besser einschätzen zu können. Denn neben der Organisation von Freizeitaktivitäten, unterstützt der Heilerziehungspfleger auch künstlerische Fähigkeiten des Patienten, wie zum Beispiel Malen, Singen oder Tanzen.

Zudem kann der Heilerziehungspfleger auch auf die Erarbeitung von Förderplänen einwirken, solange diese sich mit dem künstlerischen oder lebenspraktischen Bereich befassen.

Da der Heilerziehungspfleger oft die klarste Vorstellung von den aktuellen Problemen des Patienten hat, wird er auch oft mit in die Diagnostik oder therapeutische Verfahren mit einbezogen.

Heilerziehungspfleger sind zum Beispiel auch zuständig für das Verwahren und korrekt dosierte Ausgeben von verschriebenen Medikamenten. Außerdem erstellt und führt der Heilerziehungspfleger Entwicklungs- und Verlaufsberichte über die jeweiligen Patienten.

Dadurch helfen sie anderen Berufsgruppen, die in die Therapie des Patienten eingebunden sind, einen besseren Einblick in die Situation des Patienten zu bekommen. Dadurch kann eine bestmögliche weitere Förderung und Therapie gewährleistet werden.

  • Keine diagnostischen Maßnahmen
  • Unterstützung der künstlerischen Fähigkeiten
  • Erarbeitung von Förderplänen
  • Führen von Entwicklungs- und Verlaufsberichten

Risiken und Nebenwirkungen

  • Beziehen sich nur auf die Vergabe von Medikamenten

Da die Behandlungen des Heilerziehungspflegers sich in der Regel nicht direkt auf den menschlichen Organismus auswirken, gibt es hier keine nennenswerten Nebenwirkungen oder Risiken, die genannt werden müssen. Die einzigen möglichen Risiken und Nebenwirkungen, beziehen sich auf die Vergabe von Medikamenten.

Denn der Heilerziehungspfleger ist zwar nicht berechtigt, Medikamente zu verschreiben, jedoch ist er befugt diese zu verwahren und an den Patienten auszugeben. Hier ist natürlich unbedingt auf eine korrekte Dosierung zu achten, um Risiken und Nebenwirkungen vorzubeugen.

Gegenanzeigen und Wechselwirkungen der Heilerziehungspflege

  • Immer vom Krankheitsbild des Patienten abhängig

Da der Heilerziehungspfleger sehr viele verschiedene Krankheitsbilder behandelt, kann man die Wechselwirkungen und Gegenanzeigen der Heilerziehungspflege nicht genau bestimmen. Denn diese sind immer abhängig vom jeweiligen Krankheitsbild des Patienten.

Wer behandelt in der Heilerziehungspflege?

  • Ausschließlich der Heilerziehungspfleger

Ausschließlich der Heilerziehungspfleger, mit abgeschlossener Berufsausbildung, ist befugt heilerzieherische Maßnahmen durchzuführen.

Fazit:

Die Heilerziehungspflege beschäftigt sich also mit der Betreuung, Therapie und Pflege von Menschen mit Beeinträchtigungen. Dabei kommen sehr viele organisatorische Maßnahmen, bezogen auf den Alltag und die Freizeitgestaltung des Patienten.

Außerdem ist der Heilerziehungspfleger fest in die Planung der Therapie eingebunden und ist zusätzlich für die Vergabe von Medikamenten zuständig.

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