Die Spirale

Die Spirale als Verhütungsmittel

Behandlung SpiraleUm eine ungewollte Schwangerschaft zu verhüten, haben sowohl Männer als auch Frauen verschiedene Möglichkeiten.

Bei Frauen ist die am meisten verbreitete Methode die sogenannte Anti-Baby-Pille.

Dieses Hormonpräparat verändert den Hormonhaushalt der Frau, sodass sie keine befruchtbaren Eizellen mehr produziert.

Wenn eine Frau dagegen eine Pille nehmen kann oder möchte, bietet sich der Einsatz einer sogenannten Spirale an, um einer ungewollten Schwangerschaft vorzubeugen.

Was ist die Spirale?

Bei der Spirale handelt es sich um ein Verhütungsmittel, welches der Frau direkt in die Gebärmutter eingesetzt wird. Der Name rührt daher, dass Anfang des 20. Jahrhunderts kleine Ring- oder Spiralförmige Objekte den Frauen in die Gebärmutter eingeführten wurden, welche mit einem dünnen Silberdraht umgeben waren.

Die Objekte sollten die Eileitung bei Frauen verhindern und die Spiralform sollte zusätzlich dafür sorgen, dass die Eizellen zerstört wurden. Heutzutage handelt es sich bei einer Spirale um ein kleines T-Förmiges Stück, welches in die Gebärmutter eingesetzt wird.

Wirkung, Funktion und Ziele

Die Ziele der heutigen Spirale sind die gleiche wie die zu Anfang des 20. Jahrhunderts: es soll verhindert werden, dass eine Frau durch ungeschützten Geschlechtsverkehr schwanger werden kann. Um das zu erreichen, gibt es zwei verschiedene Ausführungen der Spirale, welche beide verbreitet sind.

Behandlung SpiraleDie eine Form ist die sogenannte Kupferspirale, die andere wird als Hormonspirale bezeichnet.

Eine Kupferspirale ist ein kleines T-Stück, meistens aus Plastik, welches mit einem sehr feinen Draht umwickelt ist. Dieser Draht besteht aus Kupfer.

Die Spirale wird von einem Frauenarzt, wobei dieser auf die richtige Positionierung achten muss.

Es ist notwendig, dass die Spirale so eingeführt wird, dass sie sich nicht verschieben oder verrutschen kann.

Das Kupfer der Spirale soll nun eine Auswirkung auf die Gebärmutterschleimhaut haben und zu einer harmlosen Entzündung führen, was die Beweglichkeit von eindringenden Spermien drastisch verringern soll.

Wenn ein Spermium es dennoch schafft, mit der Eizelle in Kontakt zu kommen und diese zu befruchten, verhindert die Spirale, dass die befruchtete Eizelle aus dem Eileiter hinaus in die Gebärmutter gelangen kann. Die Eizelle kann sich nicht einnisten und vertrocknet einfach.

Bei einer Hormonspirale ist die Wirkweise dagegen etwas anders. Wie die Kupferspirale auch wird sie in die Gebärmutter eingesetzt. Allerdings breitet sie ihre Querverstrebungen selbstständig beim Einsetzen aus, um den richtigen Halt zu ermöglichen.

Es fehlt außerdem der Kupferdraht. Stattdessen sind die Querstreben der Hormonspirale mit dem Hormon Gestagen behandelt, welches über einen langen Zeitraum an den Körper abgegeben wird. Gestagen ist ein Schwangerschaftshormon, welches mit für den Abbau der Gebärmutterschleimhaut zuständig ist.

Auch bei dem Einsatz dieses Hormones kommt es wieder zu einer leichten Entzündung der Gebärmutter, die für die Frau harmlos ist. Ein weiterer Effekt der Hormonspirale besteht darin, dass das Gebärmutterhalssekret dickflüssiger wird und somit den Spermien das Eindringen in die Gebärmutter erschwert.

Risiken und Gefahren

Eine Spirale, egal wie geartet, ist kein absolutes Verhütungsmittel. Die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden liegt zwar unter 3%, trotzdem besteht die Möglichkeit, dass eine Frau auch mit einer Spirale im Körper schwanger werden kann.

Wird das nicht rechtzeitig festgestellt, kann es zu Komplikationen kommen, da sich durch die Ausbildung des Fötus die Spirale in der Gebärmutter verschieben kann. Für den Fötus selbst ist die Spirale ebenfalls gefährlich, weil sie als Fremdkörper das Wachstum der Körperzellen in der Gebärmutter beeinträchtigt. Aus diesem Grund sind auch ca. 50 bis 60% der Schwangerschaften trotz Spirale Fehlgeburten oder führen zu Missbildungen der Föten.

Ein weiteres Problem besteht darin, wie die Spirale in der Gebärmutter platziert wird. Denn zur Stabilisierung der Querstücke müssen kleine Löcher in die Wände der Gebärmutter gebohrt werden. Wenn diese Löcher zu groß ausfallen und die Spirale dadurch zu tief in der Gebärmutter sitzt, kann es mitunter zu stärkeren, schmerzhafteren Regelblutungen bei der Frau kommen.

Ebenso besteht die Gefahr, dass eine Frau die Spirale bei ihrer Regelblutung verliert. Das ist entweder der Fall, wenn die Spirale von vorne herein nicht richtig in der Gebärmutter gesessen hat oder wenn sie sich durch die Blutung oder andere Aktivitäten löste und dann mit dem Regelblut einfach ausgespült wurde.

Die Frauen merken den Verlust der Spirale in vielen Fällen nicht, sodass sie dann nicht mehr vor einer ungewollten Schwangerschaft geschützt sind. Wenn der Verlust der Spirale allerdings bemerkt wird, empfiehlt es sich einen Schwangerschaftstest zu machen, um das Risiko einer ungewollten Befruchtung von Eizellen auszuschließen.

Die Spirale selbst dient oft als Bakterienquelle, besonders wenn sie schon länger in einer Gebärmutter eingesetzt ist. Bakterien, die durch die Scheide in die Gebärmutter eindringen, setzten sich an der Spirale fest und vermehren sich dort. Je nachdem, um welche Art von Bakterien es sich handelt, kann es zu Folgen wie verstärkter Regelblutung bis hin zur vollständigen Unfruchtbarkeit kommen.

Aus diesem Grund raten Frauenärzte auch dazu, eine Spirale alle 5 Jahre auszuwechseln. Die Spiralen besitzen hierfür einen kleinen Faden, an dem der Frauenarzt sie ganz bequem wieder herausziehen kann. Wenn dieser Faden allerdings zu kurz ist oder nicht gefunden werden kann, ist es notwendig, dass die Gebärmutter per Röntgenbild durchleuchtet wird.

Die Spirale muss dann lokalisiert und manuell entfernt werden, was sehr schmerzhaft sein kann. Wird die Spirale dagegen nach 5 Jahren nicht gewechselt, verliert sie früher oder später ihre Wirksamkeit und kann nicht mehr effektiv vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen.

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