Schwangerschaft

Plötzlich ist er da – der Kinderwunsch. Ist dieser Wunsch einmal in die Tat umgesetzt, stellen sich der werdenden Mama viele offene Fragen, die beantwortet werden müssen. Was tun für eine gesunde Schwangerschaft? Was für Komplikationen kann es geben? Was für Vorbereitungen müssen vor der Geburt getroffen werden?

Der folgende Beitrag befasst sich umfassend mit diesen Fragen und anderen wichtigen Informationen zum Thema Schwangerschaft.

Schwangerschaft – eine Reise beginnt

Der Weg der Schwangerschaft beginnt mit der Verschmelzung von Eizelle und Samen. Dabei geht jede zweite befruchtete Eizelle mit der Regelblutung verloren. Die andere Hälfte der Eizellen schafft es und bildet die Gebärmutter. Die befruchtete Eizelle bezeichnet man ab der 9. Schwangerschaftswoche als Embryo und vom 4. Monat an als Fetus.

In der frühen Phase der Schwangerschaft ist der Embryo sehr anfällig. Die Hälfte aller Embryonen sterben in den ersten vier Wochen, weil sie häufig genetische Defekte haben. Aufgrund solcher Defekte ereignen sich die meisten Fehlgeburten in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft.

Ist die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt nach Ablauf der entsprechenden Risiko-Zeit so gut wie ausgeschlossen, entstehen in den folgenden Wochen die Anlagen für Rückenmark, Organe, Herz und Gefäße. Der Blutkreislauf des Kindes entsteht. Aus Fuß-und Handknospen entstehen Beine und Arme. Etwa in der 6. Woche lassen sich die Augen erahnen und winzige Zehen und Finger wachsen.

Das Kind bekommt alles was es braucht über die Plazenta. Über sie gelangen Sauerstoff, Nährstoffe und Antikörper aus dem mütterlichen Blut zum Fetus. Funktioniert die Plazenta nicht richtig besteht Lebensgefahr. Wenn der Fetus die Reise übersteht, kommt nach neun Monaten ein kleiner Mensch auf die Welt.

Geburtstermin und Dauer der Schwangerschaft

Im Allgemeinen berechnen die meisten Gesundheitsexperten die Dauer der Schwangerschaft nach der Naegele-Regel:  Geht man von einer gewöhnlichen Zykluslänge von 28 Tagen aus, errechnet sich der Geburtstermin vom ersten Tag der letzten Regelblutung an. Dazu rechnet man 7 Tage. Dann zieht man drei Monate ab und rechnet 1 Jahr dazu. Nach entsprechender Berechnung kann die werdende Mutter ihr Kind demnach in 280 Tagen in den Armen halten. In der Regel beträgt die Dauer der Schwangerschaft 40 Wochen.

Anzeichen der Schwangerschaft

Erste Anzeichen für einer Schwangerschaft können bereits eintreten bevor die werdende Mutter das Ausbleiben der Periode bemerkt. Zu den ersten Anzeichen, die auf eine mögliche Schwangerschaft hindeuten, gehören Müdigkeit, Übelkeit und Ausfluss. Auch eine Veränderung der Körpertemperatur und ein Spannungsgefühl in den Brüsten ist im Zusammenhang mit den bereits genannten Anzeichen ein Hinweis auf eine Frühschwangerschaft.

In der Summe betrachtet sind dies keine sicheren Anzeichen, die eine hundertprozentige Sicherheit für eine Schwangerschaft ausdrücken. Die Ursachen für die genannten Symptome können auch woanders begraben liegen. Bleibt die Periode aus, ist der Schwangerschaftstest beim Arzt die sicherste Methode, um eine Schwangerschaft positiv feststellen zu lassen.

Veränderungen, die mit der bereits bestehenden Schwangerschaft einhergehen, sind hormonelle Veränderungen. Hormonelle Veränderungen zeigen sich in Form von Schwindel oder Heißhunger. Es gibt auch körperliche Veränderungen. Die Brustwarzen werden dunkler und sind empfindlich. Dieser Umstand dient der Vorbereitung auf die Milchproduktion in der Brust und bereiten auf das Stillen des Kindes nach der Geburt vor.

Komplikationen in der Schwangerschaft

Während einer Schwangerschaft können Komplikationen auftreten. Dabei können bestimmte Risikofaktoren durch moderne, diagnostische und therapeutische Möglichkeiten in der Medizin besser eingeschätzt und kontrolliert werden.

Fehlgeburt

Relativ häufig kommen Fehlgeburten nach den ersten drei Monaten der Schwangerschaft vor. Bei frühen Fehlgeburten nistet sich der Embryo entweder nicht in der Wand der Plazenta ein oder es liegen andere Störungen vor. Dafür können teratogene Substanzen ursächlich sein. Dazu zählen Röntgenstrahlen, bestimmte Medikamente oder Drogen. Auch eine Infektion oder eine Autoimmunerkrankung, wie beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion, können zu einer Fehlgeburt führen. Aus diesen möglichen Ursachen muss jedoch nicht zwangsläufig eine Fehlgeburt folgen. Hier gilt die Alles-oder-Nichts-Regel. Welche Ursachen abschließend zu einer Fehlgeburt führt, ist bis heute noch nicht ausreichend erforscht.

Eine Fehlgeburt kann bevorstehen, bereits begonnen haben oder schon abgelaufen sein. Danach richten sich die verschiedenen Behandlungsmethoden. Einen Sonderfall der Fehlgeburt stellt die Blasenmole dar. In diesem Fall hat der körperliche Organismus die Schwangerschaft von Anfang an nicht unterstützt. Eine Totgeburt kann die Folge sein. Eine Totgeburt liegt vor, wenn der Fetus eine Körperlänge von 30 cm und mehr beträgt.

Eileiterschwangerschaft

Im Durchschnitt trifft eine Eileiterschwangerschaft ungefähr ein bis zwei Frauen von 100 Schwangeren. Wandert ein befruchtetes Ei nicht in die Gebärmutter, sondern beginnt sich im Eileiter zu entwickeln, spricht man von einer Eileiterschwangerschaft. Dafür kann es verschiedene Ursachen geben. Der Eileiter kann vernarbt sein durch eine vorangegangene Operation, Verwachsungen im Bauchraum, infolge einer Verhütung durch eine Spirale oder eine Vernarbung entsteht nach einer Chlamydieninfektion. Hierzu können Frauen mit Kinderwunsch einen Chlamydientest machen.

Um das Risiko einer Eileiterschwangerschaft zu minimieren ist ein früher Ultraschall in der 8. bis  12. Schwangerschaftswoche sowie eine Hormonuntersuchung Teil der gesetzlichen Schwangerschaftsvorsorge. Eine Eileiterschwangerschaft kann der Arzt mit dieser Untersuchung sicher erkennen oder ausschließen.

Rhesus-Unverträglichkeit

Eine Rh-Unverträglichkeit wird auf verschiedene Blutgruppenmerkmale geprüft. Neben den bekanntesten Blutgruppenmerkmalen A, B und 0, gibt es den Rhesusfaktor. Man kann entweder Rh-positiv oder Rh-negativ sein. Ungefähr 15 % der Bevölkerung sind Rh-negativ.

Der mütterliche und der kindliche Kreislauf sind voneinander getrennt. Es können jedoch Umstände auftreten, bei denen es zu einem Übertritt von fetalen Erythrozyten (rote Blutkörperchen) in den Kreislauf der Mutter kommen kann. Die Mutter bildet dann Antikörper gegen diese Rh-positiven Zellen des Kindes.

Denkbare Gründe für einen Übertritt von roten Blutkörperchen sind zum Beispiel vorausgegangene Fehlgeburten oder Eileiterschwangerschaften oder auch Fruchtwasseruntersuchungen. In der ersten Schwangerschaft ist das meistens kein Problem, weil die Bildung der Antikörper auf Seiten der Mutter sehr langsam verläuft. Meistens verläuft die erste Schwangerschaft dann unproblematisch. Schwieriger wird es dann bei der zweiten Schwangerschaft, wenn wieder eine Rh-negative Mutter zum wiederholten mal ein Rh-positives Kind trägt. Dann kann es schnell zu einer Bildung der Antikörper im mütterlichen Kreislauf kommen, die dann wieder über den Mutterkuchen in den kindlichen Kreislauf geraten und so zur Zerstörung der kindlichen Erythrozyten führt. In der Folge kann es zu einer schweren zu der schweren Komplikation einer Anämie kommen und zu einer Totgeburt.

Aus diesem Grund wird bei jeder Rh-negativen Mutter in der 28. Schwangerschaftswoche eine Rhesus-Profylaxe gemacht, damit eine Immunisierung nicht stattfindet.

Extremes Schwangerschaftserbrechen

Übelkeit in der Schwangerschaft, die häufiger als dreimal täglich an drei aufeinander folgenden Tagen besteht, ist in Kombination mit einem starken Gewichtsverlust problematisch. Es handelt sich nicht mehr um eine gewöhnliche Schwangerschaftsübelkeit, sondern um eine Hyperemesis (extreme Schwangerschaftsübelkeit). Eine von 200 Schwangeren trifft dieser Zustand, der immer therapiert werden muss. Dieser Fall kommt öfters bei Mehrlingsschwangerschaften vor. Die Ursachen für eine Hyperemesis sind ungeklärt. Doch können erbliche Faktoren oder die und seelische Verfassung der werdenden Mutter eine Rolle spielen.

Die Behandlung in der Phase dieser Schwangerschaftskomplikation konzentriert sich auf Vitamin- und Flüssigkeitszufuhr, der Medikamentengabe oder alternativen Behandlungsmethoden. Stetiges Erbrechen ab der 20. Schwangerschaftswoche können ein Alarmzeichen sein für Schwangerschaftskomplikationen wie Präeklampsie oder Wassereinlagerungen beim Kind und bedürfen der ärztlichen Abklärung.

Muttermundschwäche

Bei der Muttermundschwäche handelt es sich um die vorzeitige Öffnung des Gebärmutterhalses. Die Schwäche kann schon in der 15. Schwangerschaftswoche vorkommen. Über eine Ultraschalluntersuchung oder eine Tast-Untersuchung kann diese festgestellt werden. Das Risiko einer Muttermundschwäche gibt es insbesondere bei Frauen, bei denen bereits mindestens zwei vorangegangene Fehlgeburten erfolgt sind.

Blutungen in der Frühschwangerschaft und Spätschwangerschaft

Schmierblutungen in der Frühschwangerschaft sind keine Seltenheit. 20 bis 25 % aller werdenden Mütter bekommen Schmierblutungen ungefähr drei Wochen nach der letzten Menstruation. Dies wird auch Nidationsblutung oder Einnistungsblutung genannt.
Ursächlich kann ein zu niedriger Spiegel des Gelbkörperhormons Progesteron sein.

Im ersten Trimenon sind Schmierblutungen nicht unbedingt ein Alarmzeichen. Meistens handelt es sich um nur leichte Blutungen, die häufig zu den Zeiträumen einsetzen, zu denen die Periode normalerweise eingesetzt hätte. Eine werdende Mutter sollte sich in diesem Fall schonen und sich körperlichen Ruhe gönnen. Bei Unsicherheiten und anhaltenden Blutungen ist umgehend ärztlicher Rat zu suchen, um eine mögliche Fehlgeburt feststellen oder ausschließen zu lassen.

Blutungen in der Spätschwangerschaft

Ab der 20. Schwangerschaftswoche können Blutungen vorkommen, die durch einen defekten Gebärmutterhals oder eine Verletzung der Venen in der Scheide verursacht sein können. Im schlechtesten Fall handelt es sich um eine Plazentakomplikation, infolge einer tiefliegenden Plazenta oder einer vorzeitigen Plazenta-Ablösung. In beiden Fällen ist sofort eine Arzt aufzusuchen. Ursachen können einen Präeklampsie oder Bluthochdruck sein.

Plazentakomplikationen können in drei Varianten auftreten:

Plazentainsuffizienz: Das Kind wird durch die Plazenta nicht mehr optimal versorgt.
Vorzeitige Plazentalösung: Die Plazenta löst sich während der Schwangerschaft ganz oder teilweise von der Gebärmutterwand.
Plazenta praevia: Die Plazenta liegt tief in der Gebärmutter und verschließt den Muttermund.

Blasensprung

Bei einem vorzeitigen Blasensprung tritt Fruchtwasser aus, infolge eines Defektes der Fruchtblase. Ist der Fall akut, wird die Geburt eingeleitet. Problematisch kann die Unterscheidung zwischen Fruchtwasser und Urin sein, wenn es sich nur um wenig Fruchtwasser handelt, das austritt. Unwillkürlicher Harnabgang ist während der Schwangerschaft keine Seltenheit. Mit einem Fruchtwassernachweis lässt sich fötales Eiweiß nachweisen. Dieser Nachweis ist ein Schnelltest auf IgF-1.

Ein vorzeitiger Blasensprung kommt für gewöhnlich erst kurz vor der Geburt, vor dem Einsetzen der Wehen oder während der Geburt vor. Ein früher vorzeitiger Blasensprung tritt vor der 37. Schwangerschaftswoche ein. Durch den Blasenriss steigt auch das Risiko einer Infektion. Dies bedarf in jedem Fall einer ärztlichen Untersuchung.

Schwangerschaftsdiabetes

Die Schwangerschaftsdiabetes, die auch als Gestationsdiabetes (GDM) bezeichnet wird, kann in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft vorkommen. Dies kann auch Frauen treffen, die nicht an Diabetes erkrankt sind. Gestationsdiabetes tritt bei 5 bis 10 % aller werdenden Mütter auf und gehört damit zu den häufigsten Komplikationen in der Schwangerschaft.

Ursachen für eine Schwangerschaftsdiabetes können unterschiedliche Schwangerschaftshormone sein oder eine ungesunde Ernährung, die viel Süßes beinhaltet. Zu der Risikogruppe gehören Frauen mit Bluthochdruck und Übergewicht.

Auch erbliche Faktoren spielen eine Rolle sowie das Alter der Schwangeren. Liegt eine Gestationsdiabetes vor, hat die werdende Mutter oft Harnwegsentzündungen oder Scheidenentzündungen. Regelmäßig wird bei der ersten Vorsorgeuntersuchung der Blutzuckerwert im nüchternen Zustand bestimmt. Bei dieser Untersuchung wird das Urin der werdenden Mutter auf Zucker (Glucose) überprüft. Zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche kann ein oraler Zuckerbelastungstest durchgeführt werden, bei dem die schwangere Frau nicht nüchtern zu sein braucht. Hierfür ist die Einnahme einer Zuckerlösung aus 200 ml Wasser und 50 ml Glucose notwendig.

Bei Vorliegen einer Schwangerschaftsdiabetes ist eine Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung erforderlich, damit die entsprechenden Zellen auf das körpereigene Insulin ansprechen.

Frühgeburt

Als zu früh geboren gilt ein Kind, das vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren wird. Gewöhnlich liegt das Durchschnittsgewicht eines zu früh geborenen Kindes bei unter 2500 g. Die Versorgung eines “Frühchens” ist durch intensivmedizinische Betreuung gewährleistet. Folgende Risiken liegen für eine Frühgeburt vor:

  • Transplazentare Infektion: Erreger werden über den Uterus der Mutter auf den Embryo oder den Fetus übertragen.
  • Vorzeitiger Blasensprung
  • Mißbildungen der Gebärmutter
  • Muttermundschwäche
  • Zu viel Fruchtwasser
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • Psychischer Stress

Schwangerschafts-Cholestase

Eine Cholestase wird auch als Gallenstau bezeichnet. In diesem Fall liegt eine Störung des Abflusssystems in der Galle vor, die sich oft in einer Anhäufung von Gallensteinen im Gallengang zeigt. Gallensteine sind kristallförmige Gebilde. Sie entstehen in der Gallenblase oder in den Gallenwegen und je nach Größe und Form können sie Beschwerden verursachen. Wenn die Gallenflüssigkeit nicht in einem bestimmten Verhältnis zueinander steht, können diese Gebilde in der Gallenflüssigkeit Steine bilden.

Die Bildung von einem Gallenstau kann mehrere Ursachen haben. Die Gallenflüssigkeit besteht aus Gallenäure, Phosphorlepiden und Cholesterin. Zu hohes Cholesterin kann zu der Bildung von Cholesterinsteinen führen. Auch erbliche Faktoren können bei Vorliegen einer Cholestase in der Schwangerschaft eine Rolle spielen. Zu den Risikogruppen gehören hellhäutige Frauen des nordischen Typs, die über vierzig sind und bereits Kinder haben. Anzeichen für eine Cholestase in der Schwangerschaft können Juckreiz oder eine Gelbfärbung der Haut sein.

Thrombose und Embolie

Eine Thrombose ist eine Erkrankung der Blutgefäße, bei der sich ein Blutpfropfen bildet und ein Gefäß teils oder vollständig verschließt. Die Bildung eines Thrombus kann mehrere Ursachen haben. Dabei geht es um die Veränderung der Blutzusammensetzung, der Veränderung des Blutstromes oder einer Veränderung der Gefäßwände. Lebensgefährlich ist es, wenn sich der Blutpfropfen löst und in die Lunge gespült wird. Es kommt zu einer Lungenembolie. Atemnot und Herzstillstand können die Folge sein. Oft bilden sich Thrombosen in den Venen der Beine. Das Risiko einer Thrombose während der Schwangerschaft ist infolge der Veränderung des Hormonhaushaltes erhöht, weil die Blutgerinnung beeinflusst und die Elastizität der Venenwände beeinflusst werden.

Präeklampsie und HELLP-Syndrom

Eine Schwangerschaftsvergiftung gehört zu den sogenannten Gestosen. Das sind Erkrankungen, die ausschließlich in der Schwangerschaft auftreten. Bei diesen Erkrankungen geht man von immunologischen Ursachen aus. Man unterscheidet dabei zwischen Früh- und Spätgestosen.

Zu den Frühgestosen gehören übermäßiges Erbrechen in der Schwangerschaft. Zu den Spätgestosen zählt die Präeklampsie und das HELLP-Syndrom. Symptome einer Präeklampsie können sein: Sehstörungen, Kopfschmerzen, Augenflimmern, Übelkeit und Erbrechen, Oberbauchschmerzen, Bluthochdruck von 140 zu 90 und höher. Es kommt zu erhöhten Eiweiss-Ausscheidungen im Urin und zu vermehrten Wassereinlagerungen. Bei Verdacht auf eine Präeklampsie sollte sofort eine Krankenhauseinweisung erfolgen, damit ein HELLP-Syndrom ausgeschlossen werden kann.

Das HELLP-Syndrom ist eine spezielle Form der Präeklampsie. Die Folgen dieses Syndroms zeigen sich in einer Verminderung der Blutplättchen und einer Veränderung der Leberwerte. Ein typisches Symptom ist das Vorliegen von rechtsseitigen Oberbauchschmerzen.

Eklampsie

Eine Eklampsie kann in der 30. Schwangerschaftswoche, während oder nach der Geburt des Kindes auftreten. In diesem Fall leidet die schwangere Frau unter plötzlichen krampfartigen Anfällen. Bei diesem Fall handelt es sich um eine Notfallsituation. Eine Eklampsie hat fast immer eine Vorgeschichte, in der die Patientinnen eine vorausgegangene Präeklampsie erlitten haben. Die Früherkennung einer Präeklampsie ist wichtig, damit eine unzureichende Sauerstoffversorgung des Kindes verhindert werden kann. Regelmäßige Besuche der Vorsorgeuntersuchungen sind für eine Früherkennung unabdingbar. Die Eklampsie trifft eine von ca. 2000 bis 3000 Schwangeren.

Hauterkrankungen in der Schwangerschaft

Oft geht eine Schwangerschaft mit harmlosen Pigmentstörungen einher. Bei schwerwiegenden Hauterkrankungen in der Schwangerschaft handelt es sich um Schwangerschafts-Dermatosen, für die ein starker Juckreiz kennzeichnend ist. Hauterkrankungen treten in folgenden Formen auf:

  • Das Polymorphe Exanthem gilt als häufigst Hauterkrankungen in der Schwangerschaft. Rote Flecken auf Bauch, Armen, Beinen und Rumpf sind typische Symptome in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft. Sie sind weder für die Mutter noch für das Kind gefährlich.
  • Die Prurigo gestationis (Schwangerschafts-Prurigo) kann in der 25. Woche der Schwangerschaft auftreten. Ursächlich ist ein Zunahme der Gallensäure im Blut. Kleine rote Knoten, die vereinzelt am Bauch und an den Körpergliedern auftreten, sind symptomatisch und lösen einen starken Juckreiz aus.
  • Bei dem Schwangerschafts-Pemphigoid handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die im letzten Schwangerschaftsdrittel auftreten kann. Auch hier gibt es rötliche Verfärbungen der Haut und die Bildung von Quaddeln über die Gliedmaßen.
  • Die Impetigo herpetiformis ist die schwerste Form der Hauterkrankungen in der Schwangerschaft. Sie zeigt sich im zweiten oder dritten Trimenon und kann lebensbedrohlichen Zustand erreichen. Typische Anzeichen für eine solche Erkrankung sind juckenden Pusteln auf der Haut, Schüttelfrost, Brechreiz und Durchfall. Im schlimmsten Fall kann es zu Herz- oder Nierenversagen kommen.

Vorbereitung zur Geburt

Eine Schwangerschaft sollte durch einer Frauenärztin oder einen Frauenarzt und einer Hebamme betreut sein. Während dem gesamten Verlauf der Schwangerschaft erfolgen in regelmäßigen Abständen die Vorsorgeuntersuchungen.

In der 35. Schwangerschaftswoche übt das Gewicht des Kindes Druck auf den Rücken der werdenden Mutter aus. Dazu gibt es Übungen, die die Rückenschmerzen reduzieren und sich auf die Geburt des Babys vorzubereiten. Eine schwangere Frau sollte viel Schlafen. Denn Schlafmangel beeinflusst die Schwangere und ihr Baby. Übungen auf einem Gesundheitsball und unterschiedliche Positionen können später bei den Wehen helfen.

Auch die Erstellung einer Aufgabenliste ist wichtig. Schon recht früh sollte sich die werdende Mutter um eine Hebamme für das Wochenbett nach der Geburt kümmern. Hebammen sind schnell ausgebucht. Eine Wickeltasche, die beste Route ins Krankenhaus und der Geburtsplan gehören in die Checkliste sowie Antragstellung auf Mutterschutz beim Arbeitgeber und Krankenkasse, Elterngeld, Kindergeld und Mutterschaftsgeld.

Ist die Checkliste abgearbeitet, steht die Vorbereitung der Geburt selbst an. Bei der Geburt werden die Hausgeburt, die Geburt in einem Geburtshaus und die Klinikgeburt unterschieden. Bei der Klinikgeburt wird unterschieden zwischen der Geburt in einem Kreißsaal oder der Geburt in einem Pränatalzentrum mit angeschlossener Kinderklinik. Es gibt drei Methoden der Geburt. Es gibt die spontane Geburt, den Kaiserschnitt und die vaginal operative Geburt. Der Kaiserschnitt sollte dabei die Ausnahme darstellen. Bei der vaginal operativen Geburt greifen die Ärzte ein, indem eine Saugglocke oder eine Zange eingesetzt wird, um das Kind zu holen.

Ist das Krankenhaus, in dem das Kind zur Welt kommen soll, ausgesucht, sollte eine Kreißsaalbesprechung erfolgen. Dort wird der Schwangeren erklärt wie die Geburt abläuft und auch der Geburtstermin kann festgelegt werden. Auch mit der Frage, ob das Kind gestillt werden soll oder nicht, muss sich die werdende Mutter befassen.

Die 6 wichtigsten Fragen zur Schwangerschaft

1. Wann ist der Entbindungstermin?

Der Entbindungstermin errechnet sich nach der sogenannten Naegele-Regel:  Geht man von einer Zykluslänge von 28 Tagen aus, errechnet sich der Geburtstermin vom ersten Tag der letzten Regelblutung plus 7 Tage, minus drei Monate und plus 1 Jahr. In der Regel beträgt die Dauer der Schwangerschaft 40 Wochen.

2. Ist Sport während der Schwangerschaft erlaubt?

Sport während der Schwangerschaft ist grundsätzlich erlaubt, solange sich die Schwangere dabei wohl fühlt. Der Körper darf nicht überhitzen. Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist zu achten. Ausgeschlossen sind Sportarten mit Sturzrisiko, wie zum Beispiel Ski-Fahren oder Reiten. Auch sollten Kampfsportarten vermieden werden.

3. Muss eine Katze in der Schwangerschaft weg?

Eine Katze muss in der Schwangerschaft nicht weg. Die Schwangere sollte nicht direkt mit Katzenkot in Berührung kommen. Eine schwangere Frau läuft ansonsten Gefahr sich mit Toxoplasmose zu infizieren. Diese Infektionskrankheit befällt in erster Linie Katzen. In der Vorsorgeuntersuchung erfolgt eine Untersuchung auf das Vorliegen von Toxoplasmose.

4. Schadet Alkohol dem noch ungeborenen Kind?

Alkohol ist schädlich für die Entwicklung des Kindes. Wurde Alkohol in den Anfängen der Schwangerschaft ohne Wissen des Vorliegens einer Schwangerschaft konsumiert, kann sich bereits dies schädlich auf die Gesundheit des Kindes auswirken. In dieser frühen Phase der Schwangerschaft gilt das Alles-oder-Nichts-Prinzip.

5. Was kann für eine gesunde Schwangerschaft getan werden?

Für eine gesunde Schwangerschaft ist eine gesunde Ernährung erforderlich und regelmäßige Bewegung. Je weiter die Schwangerschaft voranschreitet, desto mehr kann es Probleme mit der Verdauung geben. Empfohlen wird eine halbe Stunde Spazierengehen. Der Darm kontrahiert besser und die Verdauung wird unterstützt.

6. Gibt es Medikamente, die in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden dürfen?

Es gibt Medikamente, die in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden dürfen. Dies muss in jedem individuellen Fall mit einem Arzt abgeklärt werden.

Fazit

Eine Schwangerschaft ist kein Kinderspiel. Viele Faktoren sind für die Gesundheit des Kindes und der Mutter zu beachten. Eine Schwangerschaft ist aber auch etwas sehr schönes, das man mit der richtigen inneren Einstellung genießen kann und sollte. Den meisten Frauen hilft es, sich gut über die Schwangerschaft mit all ihren Veränderungen und Anforderungen zu informieren. Das erste Mal den Nachwuchs auf dem Ultraschallbild zu sehen, ist ein ganz besonderer Moment und sollte der werdenden Mutter für ein positives Innenleben in der gesamten Schwangerschaft im Gedächtnis bleiben.

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