Vasektomie

Die Vasektomie bei Männern

Behandlung Vasektomie Wenn Männer sich beim Geschlechtsverkehr schützen möchten, dann haben sie dazu nicht allzu viele Möglichkeiten.

Das Kondom ist meistens das einzige, wenn dafür auch einfachste Verhütungsmittel.

Wer jedoch kein Kondom tragen kann, weil er gegen die Materialien allergisch ist oder wem das Tragen des dünnen Materials beim Geschlechtsverkehr eher unangenehm ist, der hat noch die Möglichkeit, sich permanent sterilisieren zu lassen. Dieses Verfahren nennt sich Vasektomie.

Was ist eine Vasektomie?

Bei einer Vasektomie handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, um einen Mann zu sterilisieren, also zeugungsunfähig zu machen. Der Eingriff gilt als eine der sichersten Methoden, um sich gegen eine ungewollte Schwangerschaft zu schützen.

Mithilfe des sogenannten Peal Index ließ sich ein Wert von 0,1 ermitteln. Dieser gibt wieder, dass von 1000 Paaren, die in einem Jahr nach einer Vasektomie Geschlechtsverkehr miteinander haben, lediglich ein paar schwanger wird.

Wirkung, Funktionsweise und Ziele

Das Ziel der Vasektomie ist es, den Samenerguss des Mannes während des Geschlechtsverkehrs zu unterbinden. Um das zu gewährleisten, unterzieht sich ein Mann einem chirurgischen Eingriff, während dem der Patient meist nur örtlich betäubt wird.

Behandlung Vasektomie Der Chirurg führt dann mit einem Skalpell einen kleinen Einschnitt am Hodensack vor, wobei er entweder einen mittigen Schnitt oder jeweils einen Schnitt an der Seite einer Seite des Hodensacks machen kann. Im Anschluss daran werden die Samenleiter durchtrennt, die sich in den Samensträngen des Hodensacks befinden.

Es werden in der Regel 1 bis 3 cm der Samenleiter entfernt und die offenen Enden mit chirurgischen Fäden vernäht.

Zusätzlich können die Enden noch verödet werden. Anschließend werden die Einschnitte wieder verschlossen und heilen in den nächsten Wochen von alleine wieder zusammen.

Die Fäden, die bei der Vasektomie verwendet werden, müssen nicht gezogen werden, sondern verwachsen im Laufe der Zeit mit den Körperzellen des Mannes.

Die Vasektomie als Verhütungsmittel bietet einige Vorteile. Der größte Vorteil hierbei ist sicherlich der sehr geringe Pearl Index und die damit verbundene geringe Wahrscheinlichkeit einer unerwünschten Schwangerschaft. Aber ebenso vorteilhaft ist es, dass ein Mann durch den Eingriff keine Beeinträchtigungen befürchten muss.

Denn auch, wenn die Samen bei einem Orgasmus nicht mehr vom Hoden zur Spitze des Penis gepumpt werden können, werden sie dennoch in den Hoden noch produziert. Außerdem bleibt die Sensibilität und die Möglichkeit, einen Orgasmus zu erleben, noch erhalten.

Zu guter Letzt ist eine Vasektomie keine endgültige Lösung. Denn die Samenleiter der Samenstränge sind durchaus in der Lage wieder zusammen zu wachsen, sofern man die vernähten Enden wieder chirurgisch öffnet und miteinander vernäht.

Dieser Eingriff wird dann Vasovasostomie beziehungsweise Refertilisierung genannt und gewährt bis zu 85% Leistungsfähigkeit der Samenleiter im Vergleich zu der Leitfähigkeit vor der Vasektomie.

Risiken und Gefahren

Wie jeder chirurgische Eingriff birgt auch eine Vasektomie gewisse Risiken für den Patienten. So sind leichte Schmerzen oder Nachblutungen der Wunden durchaus möglich. Bis zu 8% der Patienten erleben nach dem Eingriff dagegen durchaus starke, anhaltende Schmerzen in den Nebenhoden, die eine Folge von Einblutungen sind.

Es ist auch möglich, dass sich die Einschnitte wieder öffnen. Die offenen Wunden bieten dann wiederum eine mögliche Quelle für Infektionen. Eine Infektion der frisch operierten Samenleiter kann zu Entzündungen führen, die eventuell eine zweite Sterilisation und eine Behandlung mit Antibiotika nach sich zieht.

Ein indirektes Risiko der Vasektomie ist ein Verlust der Libido bei den operierten Männern. Dieser ist psychischer Natur und lässt sich auf die Angst zurückführen, durch den Eingriff nicht mehr Mann genug sein zu können.

Diese Angst, nicht mehr zeugungsfähig zu sein wirkt sich dann wiederum zu einem psychischen Druck aus, der die Standhaftigkeit regelrecht blockieren kann. Diese psychischen Folgen durch den Eindruck lassen sich gegebenenfalls durch eine Therapie in Verbindung mit entsprechenden Medikamenten sehr gut behandeln.

Ein eher seltenes Risiko ist die sogenannte Rekanalisierung, deren Wahrscheinlichkeit aber bei 0,1% liegt. Bei diesem Phänomen kommt es dazu, dass die Samenleiter von alleine wieder verheilen und zusammenwachsen. Die Leitfähigkeit ist bei der Rekanalisierung zwar auch nicht zu 100% gewährleistet, aber sie ist höher als 50%.

Somit besteht ein sehr hohes Risiko, dass es zu einer ungewollten Schwangerschaft trotz einer Vasektomie kommen kann. Um sich zu vergewissern, dass es nicht zu einer Rekanalisierung gekommen ist, müssen sich Patienten deshalb nach einem Jahr von einem Urologen untersuchen lassen.

Bei der Entnahme eines Ejakulats kann gemessen werden, ob sich Samen in der Probe befinden und wie hoch die Anzahl ist. Wenn sich keine Samen oder Samenfäden in der Probe finden, war der Eingriff erfolgreich. Wenn dagegen Samen nachgewiesen wurden, ist eventuell eine erneute Vasektomie erforderlich, um die verheilten Samenleiter erneut zu trennen.

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