Urologe

urologeEin Urologe befasst sich mit Erkrankungen und Komplikationen sämtlicher harnbildenden und harnableitenden Organen bei beiden Geschlechtern.

Außerdem konsultiert er Männern bei sexuellen Störungen.

In diesem Ratgeber über Ärzte und Therapeuten wird nun der Urologe vorgestellt.

Was ist ein Urologe?

Der Urologe ist ein Facharzt, der vorwiegend auf Krankheitsbilder der unteren Körperregionen spezialisiert ist. Dazu gehören die Blase, die Nieren, Harnleiter und Harnröhre beider Geschlechter.

Seine Fachkenntnisse decken auch den Bereich der Andrologie, die sich mit den Fortpflanzungsfunktionen des Mannes und deren Problemen beschäftigt.

Genau wie der Gynäkologe, der für die Organe der Frau zuständig ist, kümmert sich der Urologe um die männlichen Geschlechtsorgane wie Penis, Hoden, Nebenhoden, Samenleiter- und bläschen und der Prostata.

Um Urologe zu werden muss man sich nach absolviertem Medizinstudium für eine Weiterbildungszeit von fünf Jahren zum Facharzt der Urologie entscheiden. Erst danach darf man sich ALS Urologe bezeichnen.


Behandlungen & Therapie

Ein Urologe ist zuständig für die Prophylaxe (Vorsorge), Diagnostik und Therapie sämtlicher Krankheiten im Harnbereich und der männlichen Geschlechtsorgane. Zu seinen Aufgaben gehören beispielsweise Voruntersuchungen der Prostata, Hoden und Blase und das Erkennen bösartiger Veränderungen, die ein Anzeichen von Krebs sein können.

Regelmäßige Kontrollbesuche und Laboruntersuchungen der Urin– und Blutwerte geben Aufschluss auf Entzündungsparameter und Tumormarker.

Auch junge Männer sollten sich nicht davor scheuen einen Urologen aufzusuchen.

Besonders die Altersgruppe von 15 und 35 Jahren ist stark gefährdet sich mit sexuell übertragbaren Erkrankungen wie Chlamydieninfektionen oder Infektionen mit Humanen Papillomaviren (HPV) anzustecken und diese an andere zu übertragen.

Beim Urologen können sie ausserdem lernen wie sie mindestens einmal pro Monat selbstständig Tastuntersuchungen durchführen und Veränderungen frühzeitig bemerken können.

Ab circa 45 Jahren empfiehlt sich eine jährliche Facharztkontrolle um maligne Krankheitssymptome frühzeitig zu erkennen. Im Alter von 40. bis 45. Jahren können auch beim Mann die Wechseljahre des Mannes eintreten und sich durch unterschiedliche Veränderungen und Symptome bemerkbar machen. Dazu gehören unter anderem Schwächegefühl, Nachlassen der Konzentrationsfähigkeit, Verlust der Libido, Schweißausbrüche, Schlafstörungen oder erhöhtes Schlafbedürfnis oder eine Gewichtszunahme. Hormonveränderungen wie Androgenmangel lassen sich beim Urologen mithilfe verschiedener Therapien behandeln. Jedoch spielt auch die richtige Lebensweise eine große Rolle.

Diagnose– & Untersuchungsmethoden

Die Methoden zur Feststellung einer Diagnose richten sich nach Beschwerdebild des Patienten.

Die Diagnose beginnt bereits beim Aufnahmegespräch, der Anamnese. Hier versucht der Urologe sich einen Überblick über die Gesamtsituation des Patienten zu verschaffen. Dazu gehören auch das soziale Umfeld und Fragen zu Familienstand, Ausbildung, Beruf, sowie kulturelle Gegebenheiten wie der Herkunft.

Bei der Anamnese-Erhebung wird unter anderem auf folgende Punkte eingegangen:

  • Vorerkrankungen (Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes mellitus, u.a)
  • Erkrankungen in der Familiengeschichte (z.B Krebs und nächtliches Einnässen)
  • Operationen
  • Ernährung
  • Alkohol- und Drogenkonsum
  • Einnahme von Medikamenten
  • Psychosoziale Situation (Sexualverhalten, Stress)
  • Aktuelle Beschwerden
  • Fragen zum Harnverhalten und Stuhlgang (Inkontinenz etc)

Bei der äußerlichen Untersuchung des Patienten kann der Urologe Veränderungen der Haut wie Rötungen, Geschwüre und Entzündungen feststellen.

Bei der Untersuchung des Penis, wird die Vorhaut behutsam zurückgeschoben, um auch die Regionen untersucht, die durch die Vorhaut verdeckt werden.

Oftmals kommt auch eine Tastuntersuchung zum Einsatz. Anhand dieser manuellen Methode erkennt der Urologe Veränderungen, wie beispielsweise Verhärtungen im Uro-Genital-Bereich. Diese Untersuchung wird vor allem zur Vorbeuge von Prostatakrebs angewandt.

Zum Behandlungsspektrum eines Urologen gehört auch die Untersuchung der Schleimhaut und des Schließmuskels. Diese rektale Kontrolle wird meist im Liegen durchgeführt.

Viele Blasenfunktions- oder Erektionsstörungen basieren aufgrund einer neurologischen Erkrankung wie einer Nervenschädigung. Oftmals lassen sich im Uro-Genitalbereich neurologische Veränderungen und Ausfälle feststellen. Hierbei wird auch die Berührungsempfindlichkeit im Bereich der Steißbeinregion und des Gesäßes getestet.

Neben der Labordiagnostik können Ultraschalluntersuchungen zum Einsatz kommen.

Anhand des Ultraschalls lassen sich Veränderungen in Struktur und Größe der männlichen Geschlechtsorgane und Niere erkennen.

Bei der sogenannten Harnblasenspiegelung (Zystoskopie) wird der Körper des Patienten auf Harnwegsinfekte überprüft.

Wendet sich der Patient aufgrund eines unerfüllten Kinderwunsches an den Urologen, besteht die Möglichkeit einer hormonellen Blutanalyse und eines Spermiogramms.

Bei diesem Spermiogramm wird das Ejakulat genauestens überprüft.

So lassen sich die exakte Spermienanzahl, Menge, Beweglichkeit, Konsistenz und andere Parameter feststellen.

Um Krankheiten vorzubeugen oder zu lindern bietet der Urologe auch verschiedene Impfungen an.

Worauf sollte der Patient achten?

Bevor man einen Urologen aufsucht ist es oft hilfreich sich im Bekanntenkreis umzuhören, denn es sollte ein gewisses Maß an Vertrauen vorliegen. Immerhin untersucht der Urologe einen sehr wichtigen und intimen Bereich auf Auffälligkeiten, wodurch Schamgefühle und Ängste auftreten können.

Vorab sollte man auch abklären welche Leistungen angeboten werden und wie die Abrechnung erfolgt. Als gesetzlich versicherter Kassenpatient benötigt man eine Überweisung durch den Hausarzt.

Männer, die unter Fruchtbarkeitsproblemen und Sexualstörungen leiden, sollten einen Andrologen aufsuchen, da diese oftmals über spezielles Fachwissen verfügen.

Es gibt auch Fachärzte, die direkt mit einer Kinderwunschklinik zusammenarbeiten und dementsprechende Behandlungsschritte einleiten können. Hier erhält der Betroffene nähere Informationen bezüglich seiner Zeugungsfähigkeit und auch seelische Unterstützung.

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