Erste Hilfe bei Epileptischer Anfall

Erste Hilfe bei epileptischen Anfällen

Ein epileptischer Anfall ist meist für alle Beteiligten traumatisierend. Oft brauchen Epileptiker bei einem Anfall keine Hilfe, da er in der Regel von allein wieder endet. Die Betroffenen fühlen sich nach einem Anfall zwar meist erschöpft, können sich an den Anfall selbst hingegen nicht mehr Erinnern.

Nichtsdestotrotz kann es helfen zu wissen, wie man sich bei einem epileptischen Anfall als Außenstehender verhalten sollte – nicht zuletzt, um die Ruhe zu bewahren. Medizinische Vorkenntnisse sind dazu meist nicht nötig. Es geht vor allem darum, den Epileptiker davor zu schützen, sich während seines Anfalls selbst zu verletzen.

Erste Hilfe bei epileptischen Anfällen

Die Gefahr bei einem epileptischen Anfall besteht vor allem darin, dass die Betroffenen sich in ihrer Desorientierung selbst verletzen. Deshalb sollten zunächst alle scharfkantigen Gegenstände aus der direkten Umgebung entfernt werden.

Falls der Betroffene einen gefährlichen Gegenstand wie ein Messer oder eine brennende Zigarette in der Hand hält, sollte man vorsichtig versuchen, ihm diese Gegenstände abzunehmen.

Enge Kleidung sollte möglichst gelockert werden, damit der Epileptiker atmen kann. Außerdem sollte der Betroffene, wenn möglich, in die stabile Seitenlage gebracht werden.

Viele Epileptiker sind nach einem Anfall zunächst desorientiert. Sie sollten nicht allein gelassen werden, bis sie wieder vollkommen klar bei Bewusstsein sind.

Generell sollte man die Dauer des epileptischen Anfalls mit einer Uhr festhalten.

Entgegen erster Impulse sollte man bei einem epileptischen Anfall nicht versuchen, dem Betroffenen etwas in den Mund zu schieben, damit er sich nicht die Zunge abbeißt. Bei gewaltsamer Öffnung des Munds kann es zu Verletzungen und Knochenbrüchen kommen.

Ebenso dürfen die Zuckungen nicht gewaltsam unterbunden werden. Wenn der Betroffene einen gefährlichen Gegenstand so festhält, dass er nicht aus der Hand genommen werden kann, sollte der Gegenstand eher unschädlich gemacht (beispielsweise die Spitze der brennenden Zigarette abgebrochen werden) als gewaltsam entfernt werden.

Wann ist professionelle Hilfe notwendig?

Normalerweise vergehen epileptische Anfälle schnell und es besteht keine Notwendigkeit, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dies ändert sich allerdings in bestimmten Situationen.

Ein Faktor ist die Länge des Anfalls. Sollte der Anfall länger als fünf Minuten dauern, sollte der Notruf gerufen werden. Es handelt sich dann möglicherweise um einen status epilepticus, einen epileptischen Anfall, der nicht von allein endet und medikamentös unterbrochen werden muss.

Des Weiteren kann eine medikamentöse Unterbrechung notwendig sein, wenn sich ein epileptischer Anfall binnen einer Stunde wiederholt oder der Betroffene das Bewusst sein nicht wiedererlangt. Dann handelt es sich nämlich möglicherweise um eine Anfallsserie.

Wer von einem Anfall überrascht wird, sollte ebenfalls medizinische Hilfe suchen. Dies kann auf der einen Seite Menschen betreffen, die zum ersten Mal einen epileptischen Anfall erleiden. Dieser kann durch einen Infarkt oder einen Tumor entstehen. Aber auch wenn bei bekannten Epileptikern ein Anfall anders verläuft als bekannt, sollte der Notruf gewählt werden, da es sich dann möglicherweise auch um einen Herzinfarkt oder ähnliches handeln kann.

Schließlich sollte professionelle Hilfe gesucht werden, wenn bei dem epileptischen Anfall äußere und innere Verletzungen entstehen. Durch die Zuckungen können beispielsweise Knochen brechen oder Betroffene können sich an ihrer Umgebung verletzen. Solche Verletzungen sollten immer medizinisch abgeklärt werden.

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