Herzinfarkt (Myokardinfarkt)

Herzinfarkt

HerzinfarktDer Herzinfarkt (Myokardinfarkt) stellt eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland dar. Die Überlebenschancen liegen bei knapp über 50 Prozent, wobei die Sterblichkeitsrate bei Frauen höher ist als bei Männern. Von der deutschen Bevölkerung sind ca. 300.000 Menschen im Jahr von einer Herzattacke betroffen. Auslöser ist ein kompletter Verschluss eines der Herzkranzgefäße, welcher sehr plötzlich erfolgen kann. Dadurch entsteht eine Unterversorgung von Blut, die den notwendigen Sauerstoff und die Nährstoffe in den Herzmuskel transportiert.

Steckbrief: Herzinfarkt

  • Name(n): Herzinfarkt; Myokardinfarkt; Herzschlag
  • Art der Krankheit: Folgeerkrankung
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
  • Behandelbar: Teilweise
  • Art des Auslösers: Diverse
  • Wieviele Erkrankte: Ca. 50.000 p.a. in Deutschland (Tendenz fallend)
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Notarzt; Kardiologe; Internist
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 – I00-I99 – I20-I25 – I21

Was ist ein Herzinfarkt?

So wie zum Fahren eines Kraftfahrzeuges ein Motor gebraucht wird, benötigt unser Kreislauf das Herz. Durch seine stetige Pumptätigkeit versorgt es den Körper mit allen lebensnotwendigen Stoffen. Obwohl dieses bei Erwachsenen nur etwa faustgroß ist, erbringt es eine fantastische Leistung. Das Herz ist ein Muskel, welcher aus zwei Hälften besteht mit je einem Vorhof (Atrium) und einer Kammer (Ventrikel).
Mehrere Herzklappen verhindern den Rückfluss des Blutes. Dieses wird zunächst über die Venen in die Lunge gepumpt, dort findet die Anreicherung mit Sauerstoff statt. Hernach geht es zur Versorgung der inneren Organe, Muskulatur und des Gehirnes weiter und kehrt nunmehr sauerstoffarm ins Herz zurück und der Vorgang wiederholt sich. Unser Herz-Kreislauf-System ist sehr flexibel. Neben der zu transportierenden Blutmenge kann sich – je nach Bedarf – auch die Herzfrequenz auf wechselnde Begebenheiten einstellen. So steigt beispielsweise bei harter körperlicher Arbeit die Herzleistung bis zum Fünffachen an.

In nur wenigen Stunden stirbt das betroffene Muskelgewebe ab und der Tod tritt ein. Aus diesem Grunde steht bei einem Herzinfarkt Schnelligkeit an erster Stelle, denn dann hat ein Arzt die Möglichkeit, das verschlossene Gefäß rechtzeitig wieder zu öffnen. Die weiblichen Geschlechtshormone (Östrogene) schützen Frauen recht gut vor einem Myokardinfarkt. Da sich diese jedoch in den Wechseljahren stark verringern, steigt damit auch das Erkrankungsrisiko. Warum Männer einen Herzinfarkt häufiger überleben als Damen liegt zum einen an der Tatsache, dass Frauen bei auftauchenden Problemen oftmals weitaus später einen Arzt aufsuchen, zum anderen treten bei diesen eher untypische Symptome auf, so dass die Krankheit zunächst nicht erkannt wird.

Das Herz

Das Herz ist ein Muskelorgan und pumpt das Blut über ein System aus Venen und Arterien durch den gesamten Körper. Das Blut fließt von der Lunge, wo es Sauerstoff aufnimmt, über die Pulmonalvenen in das Herz und wird dann in den Körperkreislauf gepumpt, wo es den Sauerstoff wieder an die Gewebe abgibt. Von dort kehrt das Blut über die Venen zum Herzen zurück und wird wieder zu den Lungen gepumpt. Um all diese Aufgaben zu gerecht zu werden, liegt der Sauerstoffbedarf des Herzens, den es aus dem Blut deckt, relativ hoch.

Ein akuter Myokardinfarkt (AMI)- auch als Herzanfall bezeichnet- kann durch die Blockierung einer der Kornarien (Herzkranzarterien) verursacht werden, z.B. durch eine Thrombose auf bestehenden atherosklerotischen Plaques. Die folgende Reduzierung oder der kompletten Abbruch der Blutversorgung in einem Teil des Herzgewebes kann zum Untergang des durch diese Arterien versorgten Herzmuskelabschnitts führen. Diese Behinderung des Blutflusses kann durch ein Blutgerinnsel hervorgerufen werden, das in einer Arterien steckengeblieben ist, oder auch durch eine Wandverdickung in einem der versorgenden Gefäße, die den Blutfluß ausreichend einschränkt, um zu Schmerzen und einer Schädigung des Herzens zu führen.

Welche Ursachen führen zu einem Herinfarkt?

  • Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) – gilt als der häufigste Auslöser; taucht vermehrt in Industrieländern auf;
  • Bewegungsmangel – kann an zahlreichen anderen Krankheiten ebenfalls beteiligt sein;
  • erhöhte Konzentration an Fibrinogen im Blut – dieses verstärkt die Gerinnung;
  • Ernährungsfehler – beispielsweise fett- und cholesterinhaltige Nahrung;
  • hohes Stressaufkommen – insbesondere wenn sich dies über einen langen Zeitraum erstreckt;
  • Rauchen – auch noch verstärkt im höheren Alter;
  • Übergewicht – Experten sagen, dass Frauen mit einem Taillenumfang von 88 Zentimeter und mehr einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind.

Zu den seltenen Ursachen eines Herzinfarktes, welche eher bei jüngeren Menschen vorkommt, zählt der Vasospasmus (Verkrampfung eines Herzkranzgefäßes). Gleichfalls gehört eine Koronargefäß-Entzündung sowie eine verschleppte Embolie (Blutgerinnsel) zu den eher untypischen Auslösern. In Erwägung gezogen wird auch, dass eine genetische Veranlagung als Ursache für einen Herzinfarkt in Frage kommen könnte. Die koronare Herzkrankheit, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes sowie Bluthochdruck erhöhen in jedem Fall das Risiko.

Wer bereits einen Herzinfarkt erlitten hat, sollte sich unbedingt ausführliche Gedanken über die Ursachen machen. Neben einer ärztlichen Behandlung gibt es auch für einen selbst zu Hause einiges in dieser Richtung zu überdenken. Gespräche mit dem Arzt oder auch ein Reha-Aufenthalt können hilfreich für die weitere Vorgehensweise sein. Dass Rauchen einen sehr hohen Risikofaktor darstellt, ist oben bereits erwähnt. Nach einem Herzinfarkt ist ein Nikotinstopp in jedem Fall erforderlich, ansonsten ist der nächste mit Sicherheit vorprogrammiert.

Eine Senkung des Cholesterinspiegels besitzt gleichfalls enorme Wichtigkeit. Eine passende Diät plus Medikamente stehen hierfür an erster Stelle. Sollte ein Übergewicht vorliegen, muss auch daran in jedem Fall gearbeitet werden. Das A und O zur Vermeidung eines weiteren Herzinfarktes stellen die verordneten Arzneimittel dar. Sie müssen pünktlich und ausnahmslos eingenommen werden. Das gilt insbesondere, wenn ein Stent gelegt wurde. Dieser hält das Koronargefäß offen und die Medikamente sorgen dafür, dass es so bleibt.

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