Hand

Das Universalwerkzeug Hand

Die Hände sind das Werkzeug des Körpers und seines Besitzers schlechthin. Sie werden durch die Muskulatur in den Händen und dem Unterarm gesteuert. Ohne den gelängten Daumen, den andere Primaten nicht besitzen, wäre die menschliche Evolution ganz anders verlaufen. Außerdem Kommunizieren Menschen mit ihren Händen eben so sehr, wie mit den mimischen Muskeln des Gesichts.

Und hin und wieder werden natürlich auch Hände von Krankheiten heimgesucht.

Was sind Hände?

Hände sind etwas ganz besonderes und die ersten Werkzeuge die Menschen seit alters her benutzt haben, aber auch die ersten Waffen. Ohne dieses spezielle Werkzeug, würde es keine materiell erschaffenen Dinge geben und die Menschheit hätte sich die eigene Lebenswelt niemals gestalten, niemals formen können, das war den Menschen seit jeher bewusst. Aber das uns unsere Hände so weit gebracht haben, zur modernen Welt mit allen Licht- und Schattenseiten, wäre ohne einen speziell entwickelten Finger niemals möglich gewesen, den Daumen. Bei Schimpansen und anderen Menschenaffen, ist dieser von einer ganz anderen Natur. Unter anderem sind die Hände im Durchschnitt länger und der Daumen dazu proportional kleiner und schwächlich ausgebildet. Greifen können sie damit nicht, jedenfalls nicht so richtig, und das ist besonders zum Verrichten von Arbeiten eine absolute Notwendigkeit. Wie hätte man Äcker bestellen sollen oder Viehzucht betreiben, wenn man nicht hätte richtig zupacken können? Wie man also sieht sind Hände nichts geringeres als die Ursache der Menschheit. Neben dem besonders großen Gehirn, bei dem die Areale, welche für die Bewegung der Hände zuständig sind, sich besonders herausgebildet haben.
Hände sind also eines der wichtigsten Organe des Körpers. Anatomisch betrachtet sind sie sehr feinmotorisch, mit wenigen Muskeln und sehr empfindlicher Haut. Die haptische Sensibilität ist an den Händen besonders hoch, viele verschiedene Rezeptoren kommen hier zusammen.

Funktionen & Aufgaben

Hände erfüllen alle möglichen Aufgaben, das geht ohne ihre besondere Feinmechanik nicht. Im Humanismus der Renaissance wurde das Göttliche im Menschen besonders betont. Leonardo da Vinci war nicht nur ein herausragender Künstler, bekannt ist er auch als Gründervater der Anatomie und als sehr einfallsreicher Ingenieur. Hochgehalten wurde die besondere Schöpfungskraft des Menschen, die Höhe des Geistes und die besondere Leistung der Hände beim Erschaffen von materiellen Dingen. Das Sinnbild des Künstlers der die Welt aus dem Steinblock und auf der Leinwand jedes mal neu erschafft, prägt sich leicht ein. Hände sind nämlich Ausdrucksträger und Werkzeug in einem.

Um ihre Aufgaben sachgerecht zu erfüllen, müssen Hände in erster Linie Greifen können. Man unterscheidet zwischen Kraftgriff und Präzisionsgriff. Der Unterschied ist einfach; wenn Michelangelo eine Plastik schuf und mit Hammer und Meißel arbeitete, musste er beide Werkzeuge fest umgreifen und ordentlich zuschlagen, das ist also der Kraftgriff. Benutzt haben ihn auch die ersten Bauern um den Pflug über das Feld zu ziehen, um das Korn zu mähen und Rinder zu schlachten und so weiter. Heute wird er gut auf Baustellen zu beobachten sein, im alltäglichen Leben benutzt man ihn z.B. zum Tragen von schweren Kisten oder Einkaufstüten und natürlich auch zum Handwerken.

Den Malern Leonardo und Michelangelo hingegen dürfte der Präzisionsgriff besonders zu gute gekommen sein. Für diese Art des Griffs wird nicht komplett die ganze Hand gebraucht, meisten ist es eine Kombination aus Daumen, Zeigefinger und Mittelfinder oder Daumen und Zeigefinger, wie beim Schlüsselgriff beispielsweise. Damit klappt das halten eines Stiftes oder eines Pinsels wunderbar.

Schreiben und Musizieren, auf einer Tastatur tippen oder ein Smartphone benutzten und Türen aufschließen sind heute häufige Anwendungsgebiete für verschiedene Varianten des Präzisionsgriffs. Für eine Vielzahl anderer Anwendungsmöglichkeiten werden die Hände in Kombination miteinander benutzt.

  • Das ist also eine wesentliche Funktionserscheinung der Hand. Außer dem Greifen, gehört das Ballen einer Faust oder das Krümmen der Handflächen zum Halten und Schöpfen zu den weiteren Funktionsfaktoren. Ferner das Abstützen.
  • nur die Kombination von Händen und Geist hat den Menschen zu seiner ganzen Wirkkraft verholfen
  • die hauptsächliche Funktion der Hand ist das Greifen, man unterscheidet zwischen zwei Grifftypen
  • der Kraftgriff ist für grobmotorische Aufgaben geeignet die einen gewissen Kraftaufwand benötigen
  • der Präzisionsgriff ist für feinere Aufgaben gut, dazu sind eine Vielzahl von Griffvarianten vorhanden, auf die man nach Bedarf ganz automatisch zurückgreift
  • weitere Anwendungsbereiche sind das Faustballen, Halten bzw. Schöpfen mit gekrümmter Handfläche und das Abstützen.

Die Aufgaben der Hand aber, sind weitaus umfassender gegenüber den funktionalen Fähigkeiten. Ein Großteil der Kommunikation zwischen Menschen funktioniert mit Hilfe der Hände. Handzeichen nämlich sind ein wesentlicher Bestandteil des täglichen Umgangs mit Menschen, indirekt verraten sie viel über einen Gemütszustand und die Persönlichkeit eines Individuums. Eine Zahl von Handzeichen die fast überall erkannt und verstanden werden, sind intersubjektiv. Das Zeigen etwa versteht wohl jeder Mensch, egal wo auf der Welt. Daumen hoch oder runter wird in der Regel auch verstanden, andere Zeichen sind lokal begrenzt. Weit verbreitet sind Handzeichen in der Popkultur. Andere Sprachsysteme stellen z.B. Gebärdensprachen dar. So sind also Hände für die Kommunikation sehr bedeutend, deshalb halten viele Künstler die Ausdrucksweise der Hände für mindestens genauso wichtig, wie die des Kopfes.

Eine weitere Verwendungsart ist das Zählen bzw. das Rechnen mit den Fingern.

  • Hände gehören so sehr zur Kommunikation wie das Wort
    sie verraten in welcher Stimmung man sich gerade befindet oder von welchem Charakter ein Mensch ist. Allein durch die Art und Weise der Gestikulation
  • außer individuellen und natürlich, also automatisch entstehenden Handzeichen, entwickelten sich mit der Zeit Kommunikationssysteme mit den Händen, die mehr oder weniger von den meisten Menschen verstanden werden.
  • taube Menschen beherrschen sogar eine ganze Handzeichen Sprache, die Gebärdensprache
  • das Dezimalsystem hat sich in der Mathematik deshalb so gut durchgesetzt, weil es sich zum Zählen und Rechnen mit den Händen am einfachsten benutzen lässt.

Anatomie & Aufbau

Hände bestehen aus einer Vielzahl von Knochen sowie Muskeln. Letztere teilen sich in zwei Bereiche auf. Die meisten Muskeln liegen im Unterarm, nur ihre Sehnen verlaufen auf beiden Seiten der Hand. In der Handfläche und zwischen den Mittelhandknochen liegen einige kleinere Muskeln, die Handballen an Daumen und kleinem Finger sind ebenfalls Muskulatur.

Der menschliche Körper hat bis zu 200 einzelne Knochen. In jeder Hand Sitzen bereits 27 davon. Für zwei Hände sind das also ca. ein Viertel des gesamten Skelettes. Davon bilden 8 Knochen die Handwurzel (Carpus), 5 Knochen die Mittelhand und alle anderen die Fingerknochen. Jeder der Fingerknochen hat die Form einer Phalanx. Die Handwurzel bildet zusammen mit Elle und Speiche das Handgelenk.

Die Elle berührt die Handwurzel nicht direkt. Das lässt sich leicht beobachten, wenn man eines seiner eigenen Handgelenke anschaut. Das Ellenköpfchen steht zur Kleinfingerseite heraus. Man sieht deutlich, dass, im Gegensatz zum Ansatz der Speiche, zwischen Hand und Ellenköpfchen noch reichlich Platz ist. Das ist deshalb so, weil eine Gelenkscheibe (Discus articularis) dazwischen liegt. Man kann seine Hand deshalb zu dieser Seite hin einknicken, was auf der Daumenseite schlechter funktioniert.

Durch die Hand verlaufen drei Nerven. Einer davon, der Nervus medianus, verläuft mit den Fingerbeugern an der Handwurzel durch den Karpaltunnel. Dieser Nerv kann eingeengt sein, Menschen leiden in solch einem Fall an einem sogenannten Karpaltunnelsyndrom. Daumen, Zeige- und Mittelfinger, werden ein wenig taub, bzw. kribbeln und verursachen leichte Schmerzen. Nervus medianus, der Mittelnerv, ist bei dieser Krankheit geschädigt und muss im schlimmsten Fall chirurgisch behandelt werden. Ähnliches passiert auch bei den anderen Nerven, ist der Ulnarisnerv am Ellenbogen eingeklemmt macht sich das durch Taubheitsgefühle an Ring- und kleinem Finger bemerkbar. Im Abschnitt Krankheiten, Beschwerden & Störungen mehr dazu.

Rezeptoren & haptische Sensibilität

Begreifen, Handeln, ergriffen sein. Im Deutschen gibt es viele Wörter, die auf die Bedeutung der Hand aufmerksam machen. Kinder erlernen, begreifen, die Welt in ihrer ersten Lebenszeit, indem sie alles anfassen was ihnen in die Finger kommt. Die Hand ist nämlich ein sehr empfindliches Tastorgan. Durch sie erfährt der Mensch einen entscheidenden Teil der Welt. Manchmal weiß man auch schon wie sich etwas anfühlt ohne dieses spezielle Etwas je angefasst zu haben, man erinnert sich ja nicht nur an gesehenes oder gehörtes. Aber wie ist das möglich, dass man mit seinen Händen fühlen kann und dann auch noch so empfindlich? Das Geheimnis sind 17.000 Fühlkörperchen in der Handinnenfläche, die sogenannten Rezeptorzellen (Merkel-Zellen und freie Nervenendigungen). Durch die freien Nervenendigungen, man nennt sie Nozizeptoren, nimmt man an diesen Stellen Schmerz war. Die Merkel-Zellen, benannt nach Friedrich Merkel, übernehmen die Rolle von Druckrezeptoren.

Menschliche Hand und die eines Schimpansen im Vergleich

Entgegen der Vorstellung der wohl meisten Menschen hat sich im Fall der Hand tatsächlich der Affe vom Mensch wegentwickelt statt umgekehrt. Bereits die ausgestorbene Art Proconsul, sie gehörte zu den Hominoiden, hatte selbst einen gelängten Daumen. Vergleicht man die Hände von Schimpansen und sonstigen Primaten stellt man fest, dass deren Daumen nicht greiffähig sind. Schimpansen nutzen ihre Hände zum Hangeln oder für ihre Art des Laufens, da sie nicht aufrecht Gehen können. Ihre Handflächen und Finger sind jeweils länger gegenüber den menschlichen.

Tätigt eine Person einen Griff ohne Verwendung des Daumens, nennt man das nicht umsonst Affengriff.

Krankheiten, Beschwerden & Störungen

Probleme mit den Händen sind sehr unangenehm, schließlich braucht man sie immer und überall. Außer Brüchen und Stauchungen sind Haut– und Nagelerkrankungen oder Erkrankungen an den Nerven sehr häufig. Auch wer im Alter Arthrose bekommt, kann diese an den Gelenken der Finger haben. Eine häufige Erkrankung bei Handwerkern und auch Künstlern ist die Sehnenscheidenentzündung.

Daneben haben andere Krankheiten auch Auswirkungen auf die Hände, aber nicht ausschließlich. Eine solche Krankheit ist das Raynaud-Syndrom, Arthrose und weitere Krankheiten die an mehreren Körperstellen oder dem ganzen Körper vorkommen zählen ferner dazu. Lähmungen und Verkrüppelungen könnten im erweiterten Sinne Krankheiten sein, welche die Hände mit einschließen.
Nachfolgend werden jedoch nur Krankheitsbilder aufgeführt von denen die Hände direkt betroffen sind.

Das Karpaltunnelsyndrom

Wie gehabt macht sich diese Krankheit durch Taubheitsgefühle in Daumen, Zeige- und Mittelfinger bemerkbar. Betroffen ist der Mittelnerv (Nervus medianus). Das Syndrom heißt so, weil der Nerv an der Handwurzel durch den Karpaltunnel verläuft. Wenn der Nerv eingeengt ist und die typischen Symptome verursacht, wird es sich wahrscheinlich um diese Krankheit handeln. Der Nerv bestimmt nicht nur die Empfindungsfähigkeit der genannten Finger, teilweise ist er auch für die Muskelbewegung zuständig. Besonders Nachts werden Betroffene Probleme bekommen, wenn z.B. die Hand einschläft. Im Schnitt sind mehr Frauen als Männer betroffen und deutlich mehr ältere Menschen, als jüngere. Im späteren Krankheitsbild, sofern das Problem unbehandelt bleibt, treten gehäuft stechende Schmerzen auf und ein Abbau der entsprechenden Muskulatur. Tatsächlich sind die Ursachen für diese Krankheit vielfältig und kann auch als Folge von anderen Krankheiten eintreten. Direkte Ursache ist im allgemeinen immer eine Verengung im Karpaltunnel. Eine solche Verengung kommt durch Schwellungen der Sehnenscheiden vor, durch Schwangerschaften, Überbeanspruchung und gewisse Stoffwechselstörungen. Infolge von Vererbung, durch Arthrose und durch falsch verheilte Brüche, entsteht unter Umständen ebenfalls ein Karpaltunnelsyndrom. Häufiges und intensives Knicken der Hand sollte auf jeden all vermieden werden.

Nagelbettentzündung

Nagelbettentzündungen äußern sich durch gerötete und entzündete Stellen. Sie sind druckempfindlich und verursachen entsprechende Schmerzen. Sie treten um oder unter einem Finger- oder Fußnagel auf. Diese Entzündungen können eitrig sein. Eine Entzündung kann chronisch sein und verursacht weniger schmerzhafte Symptome. Viele Krankheiten sind Ursachen für eine Nagelbettentzündung. Wer zu trockener Haut neigt, an einer entsprechenden Hautkrankheit leidet (Atopien), ein geschwächtes Immunsystem hat oder Durchblutungsstörungen, kann eine Nagelbettentzündung bekommen. Gerade bei einer vorliegenden Atopie (z.B. Neurodermitis) tritt eine solche Entzündung chronisch in Erscheinung. Eine Nagelbettentzündung wird durch Pilze, Staphylokokken und auch Herpesviren verursacht.

Vorsorge treffen

Einige der möglichen Krankheiten an den Händen können von vornherein vermieden werden bzw. im Frühstadium bereits bekämpft werden. Einige Berufe beanspruchen die Handgelenke und Teile der Arme dermaßen, dass man auf genügend Pause und Schonung der entsprechenden Bereiche achten sollte. Depressionen und Burnout wiederum, vermindern oft das eigene Selbstwertgefühl, damit einher geht nicht selten eine geminderte Körperwahrnehmung. Zwar bemerkt man die Probleme, erträgt sie aber regelrecht und hinterfragt sie nicht. Über Jahre bauen sich schließlich Symptome auf und alles ist schlimmer, als es hätte sein müssen. Andere Krankheiten wie zum Beispiel Arthrose in den Händen und den Fingern treten an manchen Menschen schon in jüngeren Jahren auf, nicht erst im Alter. Oft hängt das mit entsprechendem Bewegungsmangel zusammen, der die Gelenke schneller verschleißt und dann für die Symptome sorgt. Wer Probleme an seinen Händen hat sollte sich wie bei allen Krankheiten nicht seinem Schicksal hingeben und darauf warten, dass ein Arzt etwas macht, nur um anschließend nichts an seinen Gewohnheiten zu ändern. Eine gesunde Haltung zum eigenen Körper, frühe Erkennung und Schonung der Hände verhindern oft schon schlimmeres. Das trifft natürlich nicht auf jede Krankheit zu, wer kann schon etwas für seine Neurodermitis, wenn diese für eine Nagelbettentzündung sorgt. Aber einige Krankheitsbilder sind auch nur Symptome der zeitgenössischen Wohlstandsgesellschaft, die nur öfters mal eigenständig den Finger krümmen sollte.

Typische & häufige Erkrankungen

 

Fragen & Antworten

Was für Grifftypen gibt es?

Es gibt eine Vielzahl von Grifftypen die der Wissenschaft bekannt sind. Wer mehr darüber erfahren möchte sollte sich mit der Motorik des Menschen auseinandersetzen. Außer Affengriff und Schlüsselgriff wären weitere Bedeutende Typen der Pinzettengriff, der Scherengriff und der Zangengriff, sie spielen bei der Kindesentwicklung eine wichtige Rolle.

Was passiert wenn ein Nerv eingeengt ist?

Wenn ein Nerv eingeengt ist führt das erstmal zu Taubheitsgefühlen in den betroffenen Fingern und auch teilweise am Handballen, unbehandelt werden die Bereiche mit der Zeit gänzlich Taub und somit unbrauchbar, beim Karpaltunnelsyndrom bildet sich die entsprechende Muskulatur zurück und die Finger sind nicht mehr beweglich.

Lohnt es sich vorsorglich einen Arzt aufzusuchen, wenn ich mir nicht sicher bin?

Grundsätzlich ja, der Arzt wird höchstwahrscheinlich mit einer Anamnese beginnen und, wenn es der Hausarzt ist, den Patienten an einen weiterbehandelnden Arzt überweisen. Spätestens der kann im Zweifelsfall entscheiden ob man Krank ist oder im besten Fall gesund. Bestehen danach immer noch Unsicherheiten, steht es jedem Menschen frei sich die Meinung eines zweiten Mediziners einzuholen.

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