Erste Hilfe bei Knochenbruch

Knochenbruch

Ein Knochenbruch (auch Fraktur gennant) ist Folge einer Gewalteinwirkung auf den Körper, die durch einen Unfall, Schlag oder Sturz verursacht wird. Bei einigen Krankheiten, die die Knochen schwächen, wie zum Beispiel bei Ostheoporose oder einem Knochentumo kann auch eine sehr geringe Gewalteinwirkung Grund für einen Bruch sein. Dann spricht man von Spontanfrakturen.
Bei einem Knochenbruch handelt es sich um einen in zwei oder mehr Teile getrennten Knochen (Fragmenten), bei welchem es zu Verschiebungen dieser kommen kann. Man unterscheidet dabei zwischen offenen und geschlossenen Brüchen. Bei einem offenen Bruch ist eine Wunder zu sehen, aus welcher auch Knochenteile herausragen können. Durch die offene Wunde besteht die Gefahr einer bakteriellen Infektion.

Erste Hilfe beim Knochenbruch

Um einen Bruch festzustellen reicht oft der einfache Blick auf die Wunde (bei offenen Brüchen) oder auf das betroffene Gliedmaß. Spätestens ein Röntgenbild schafft Klarheit. Ausschlaggebend dafür sind die so genannten sicheren Frakturenzeichen:

  • ein verdrehtes Körperteil (z.B. ein besonders abgespreizter Daumen)
  • herausragende Knochenteile
  • Lücken innerhalb eines Knochens
  • unnormale Beweglichkeit (Bitte nicht ausprobieren!)
  • knirschende Bruchteile

Es gibt auch unsichere Frakturzeichen. Das sind Begleiterscheinung eines Bruchs, die auch bei anderen Verletzungen oder Erkrankungen vorkommen.

  • Schmerzen
  • Schwellung
  • Rötung
  • lokale Wärme
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • Hämatom (Bluterguss)

Bei den sicheren Frakturzeichen sollte man als Ersthelfer immer davon ausgehen, dass tatsächlich ein Bruch vorhanden ist, und diesen auch so behandeln.

Ein Ersthelfer kann sich an folgenden Punkten orientieren:

Den Notruf wählen

Ein Bruch sollte immer durch einen Arzt behandelt werden.

Den beschädigten Knochen möglichst unberührt lassen

Der Knochen darf durch den Ersthelfer weder eingerenkt noch gerichtet werden. Ein solcher Vorgang sollte immer durch einen Arzt durchgeführt werden, da sonst weitere Verletzung innerhalb des Gliedmaßes verursacht werden können.

Blutungen mit sterile Wundauflagen abdecken
Keinen Druckverbandanlegen!

Dem Betroffenen die Schonhaltung erleichtern

Vor allem wenn der Bruch über ein Gelenk geht, kann ein Dreiecktuch aus dem Verbandskasten helfen. Aber auch Decken oder Kleidungsstücke können zur Hilfe genommen werden. Dabei ist besondere Vorsicht geboten, um keine inneren Verletzungen zu verschlimmern oder zu verursachen.

Den Bruch kühlen

So kann die Blutung gestoppt und der Schmerz gelindert werden.

Den Betroffen vor Unterkühlung oder Überhitzung schützen

Das bedeutet die verletzte Person sollte entweder in eine Decke oder Jacken eingewickelt werden oder vor zu starker Sonneneinstrahlung geschützt werden.

Den Verletzten nicht alleine lassen

Vor allem wenn die Gefahr eines Schocks besteht, sollte er unter Beobachtung stehen, um gegebenenfalls lebensrettende Maßnahmen einzuleiten.

Platz schaffen

Der eintreffende Notarzt sollte genug Platz haben, um den Betroffenen zu behandeln. Umherliegende Objekte sollten aus dem Weg geräumt werden, aber auch neugierige Beobachter sollten aufgefordert werden keinen Kreis um den Verletzten zu bilden.

Wann ist professionelle Hilfe notwendig?

Immer! Der Notruf sollte so schnell es geht getätigt werden. Bei Brüchen ist es besonders wichtig, dass der verletzte Knochen so wenig wie möglich bewegt wird bis ein Arzt vor Ort ist. In seltenen Fällen, wenn zum Beispiel der Zeh oder ein Finger gebrochen ist, es sich um einen leichten geschlossenen Bruch handelt und der Verletzte ruhig, gefasst und mental dazu in der Lage ist, den gebrochenen Knochen ruhig zu halten, kann man auch selbst ins Krankenhaus fahren.

Aber eine ärztliche Behandlung ist bei jedem Knochenbruch unabdingbar, um eine korrekte und vollständige Heilung ohne Folgeschäden zu gewährleisten.

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