Hämatom

Steckbrief:

  • Name(n): Hämatom; Suffusion; Bluterguss; blauer Fleck; Veilchen (am Auge)
  • Art der Krankheit: Blutansammlung infolge einer Gefäßverletzung
  • Verbreitung: In allen Altersklassen weltweit häufig
  • Erste Erwähnung der Krankheit: k.A.
  • Behandelbar: Ja
  • Art des Auslösers: Gefäßverletzung
  • Wieviele Erkrankte: In Deutschland zwischen 4 und 11 Betroffene je 100.000 Einwohner
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Allgemeinmediziner (Hausarzt); Internist; Sportmediziner; Orthopäde; Chirurg
  • ICD-10 Code(s): T14.0; T00.9

Der blaue Fleck

Das im Volksmund ALS »blauer Fleck« bekannte Hämatom ist eine häufige Begleiterscheinung einer Vielzahl von akuten Verletzungen. Es zeigt sich vor allem bei Verwundungen infolge von Unfällen, Sportverletzungen aber auch nach Einwirkungen von Gewalt (Trauma). Manchmal ist das Hämatom auch eine Nebenwirkung bei der Einnahme von Medikamenten.

Je nachdem an welcher Körperstelle das Hämatom in Erscheinung tritt, kann es harmlos oder lebensbedrohlich sein. Während die meisten Blutergüsse wie das subkutane Hämatom in der Regel gut selbst behandelbar sind, müssen Hämatome in Folge von Hirnblutungen (Subduralhämatom) oder im Bauchraum (Pararenalhämatom) auf jeden Fall von einem Arzt behandelt werden.

In diesem Artikel erfahren Sie alles über die unterschiedlichen Arten von Hämatomen und was man dagegen tun kann.

Definition Hämatom

Das Hämatom ist eine Ansammlung von Blut, die entsteht, wenn ein Blutgefäß verletzt wird, sich jedoch keine offene Wunde bildet. Das Blut kann nicht abfließen und lagert sich darum im Gewebe ein. Auch bei Blutablagerungen in vorgebildeten Hohlräumen wie zum Beispiel in einem Gelenk oder dem Subduralraum des Schädels sprechen die Mediziner von einem Hämatom.

Im Krankheitsverlauf zeigt sich das Hämatom in verschiedenen Farben. Kurz nach der Genese scheint das Hämatom dunkelrot-blau, während es sich im Heilungsverlauf zuerst braun-schwarz und anschließend grün-gelb verfärbt.

Die Farbgebungen entstehen durch den Abbau der Blutrückstände im Gewebe. Hämatome kommen in allen Altersstufen vor.

Dennoch sind Kinder unter 15 Jahren und ältere Menschen über 65 Jahren signifikant häufiger von Blutergüssen betroffen.

Je nach Lage werden Hämatome in folgende fachliche Bereiche unterschieden: subkutan (direkt unter der Hautoberfläche), intramuskulär (innerhalb des Muskelgewebes), periosteal (die Knochenhaut betreffend) sowie im Kopfbereich epidural (zwischen Hirnhaut und Schädelknochen) und subdural (zwischen Hirnhaut und Spinnengewebshaut).


Was ist ein Hämatom?

Krankheiten Hämatom

Ein Hämatom am Oberschenkel einer Frau
Shutterstock/ Tharnapoom Voranavin

Das Hämatom ist im Allgemeinen ein mehr oder weniger exorbitanter dunkelrot-blauer Fleck, der auf der Hautoberfläche sichtbar ist.

Der Fleck entsteht in der Folge einer Verletzung der darunter liegenden Blutgefäße. Zumeist sind es Unfallverletzungen wie zum Beispiel ein kurzer massiver Stoß durch einen Gegenstand auf die entsprechende Körperstelle, die ein Hämatom entstehen lassen.

Da der menschliche Körper komplett mit Arterien und Venen durchzogen ist, kann ein Hämatom grundsätzlich an jeder Stelle des Körpers entstehen.

Ein Bluterguss verursacht in der Regel leichte bis mittlere Schmerzen.

Lediglich wenn das Gewebe drumherum heftiger traumatisiert wurde, tritt ein stärkerer pulsierender Schmerz auf. Neben den harmlosen subkutanen Hämatomen gibt es aber auch Blutergüsse, die Schmerzen verursachen und sogar lebensbedrohlich sein können.

Zu diesen zählt neben dem subduralen Hämatom infolge einer Hirnblutung auch das Hämatom in der Gebärmutter im Verlauf einer Schwangerschaft infolge einer Einnistungsblutung. Während die Blutergüsse im Kopf sehr oft operativ entfernt werden müssen, kann das Gebärmutter-Hämatom in der Schwangerschaft zu einer Fehlgeburt führen.

Ein Bluterguss ist in seiner harmlosen Variante recht gut heilbar. Sofern er sich nicht an einer sensiblen Körperstelle befindet, erfährt der Patient gewöhnlich keine Beeinträchtigungen. Von der Optik einmal abgesehen. Befindet sich die Suffusion am Auge (das klassische Veilchen) oder an einem Gelenk kann ein Hämatom jedoch schmerzhafter sein und zu Bewegungseinschränkungen führen.

Das Hämatom wird im ICD-10 als »Oberflächliche Verletzung an einer nicht näher bezeichneten Körperregion« mit dem Code T14.0 und T00.9 katalogisiert. Diagnostiziert wird ein Hämatom normalerweise vom Hausarzt oder dem Sportmediziner, Internisten bzw. Orthopäden. Komplexere Hämatome wie die Blutergüsse im Kopf in folge einer Hirnblutung, im Bauchraum zum Beispiel nach einem Beckenbruch oder eines Nierenrisses sind allerdings die Angelegenheit eines Chirurgen. Auch postoperative Hämatome, also Hämatome die nach einer Operation in Erscheinung treten können, sind Sache eines Chirurgen bzw. Unfallmediziners. Generell gilt: verursacht das Hämatom Schmerzen? Dann gehen Sie bitte sofort zu einem Arzt!


Welche Ursachen gibt es?

Die meisten Menschen haben im Laufe ihres Lebens mindestens einmal einen blauen Fleck an ihrem Körper. Oft bekommt man die Entstehung gar nicht mit. Während der Körperpflege entdeckt man ihn dann plötzlich und wunder sich, wie der Bluterguss entstanden ist.

Die klassische Ursache für das Entstehen eines Hämatoms ist die Prellung oder Quetschung des betreffenden Körperteils. Das kann der Hammer sein, der beim Handwerken nicht den Nagel, sondern den eigenen Daumen trifft. Aber auch der kleine Zeh der beim Barfußlaufen in der Wohnung am Türrahmen hängen bleibt. Die Folge ist ein schmerzhafter blauer Fleck.

Allgemein sind es Stöße, Schläge, Schnitte aber auch Knochenbrüche, die aufgrund eines Unfalls auf den Körper einwirken, die auch zu Gefäßverletzungen und damit zum Austritt von Blut führen können.

Auch ein Sturz auf der Treppe oder das Ausrutschen in der Dusche sind klassische Situationen, die zu Hämatomen führen können.

Auch Athleten und Menschen, die viel Sport treiben, sind desöfteren von Hämatomen betroffen. Beim Fußball oder Tennis wenn der Ball zu heftig gespielt wurde und am Körper abprallt. Jogger und Radfahrer, die sich Blessuren nach einem Sturz zugezogen haben, und Eisläufer, die auf der Eisbahn ausgerutscht sind. In besonderem Maße erleiden Boxer und Kampfsportler Hämatome, vor allem nach einem Wettkampf. Wer kennt nicht das geschundene Gesicht eines Wladimir Klitschko nach dem Kampf?

Man muss jedoch nicht Boxer sein, um die Auswirkung von Gewalt am eigenen Leib zu erfahren. Auch Opfer von Gewalteinwirkung sei es durch Faustschläge oder Penetration mit einer Waffe wie z.B. einem Schlagstock, erleiden oft zahlreiche Blutergüsse am Körper. Vor allem Opfer von häuslicher Gewalt, versuchen sehr oft ihre blauen Flecken zu kaschieren.

Oftmals haben Patienten Hämatome nach einer Operation. Der Eingriff des Chirurgen ist üblicherweise mit dem Öffnen des Körpers verbunden. Dabei werden unweigerlich auch kleinere Gefäße und das Körpergewebe beschädigt. Vor allem an der Operationswunde zeigt sich dann nach der Operation ein Bluterguss. In einigen Fällen ist sogar eine rasche Hämatomentlastung vonnöten, weil Hämatome weniger resistent gegen die Besiedelung durch Keime sein können.

Eine weitere Risikogruppe sind Senioren. Sie sind besonders empfänglich für Blutergüsse. Ein kleiner Stoß kann sich schnell in einem großflächigen Hämatom auswirken. Der Grund: Durch die altersbedingt verlangsamte Zellerneuerung ist das Gewebe anfälliger für Beschädigungen. Auch der Heilungsverlauf der Suffusionen ist bei Menschen über 65 Jahren deutlich langsamer.

Einem erhöhten Risiko einen Bluterguss zu bekommen sind auch Menschen mit Vorerkrankungen auf dem Gebiet der Blut- und GefäßKrankheiten ausgesetzt. Arteriosklerose ist eine Krankheit, die massive Schäden an den Gefäßwänden verursacht. Dadurch kommt es immer wieder zu Blutungen die sich in Form eines Hämatoms manifestieren. Auch die Hämophilie, die im Volksmund als Bluterkrankheit bekannt ist, führt sehr leicht zu Blutergüssen am Körper. Da der Patient bei der Hämophilie unter Spontanblutungen leidet, die sehr schwer zu stoppen sind, tragen diese Patienten häufiger blaue Flecken am Körper.

Manchmal kann die Ursache aber auch die Nebenwirkung eines Medikamentes sein. Vor allem medizinische Wirkstoffe, die die Gerinnung des Blutes verzögern, wie zum Beispiel Acetylsalicylsäure oder Phenprocoumon können zu einem Bluterguss führen. Nämlich dann, wenn sich der Patient an einem Gefäß verletzt und die Blutgerinnung durch diese Medikamente nicht einsetzt. Dann treten größere Mengen Blut aus, die in der Regel zu einem großen dunkelrot-blauen Fleck führen.

Blutergüsse können aber auch ein Anzeichen für eine Krebserkrankung sein. Nämlich dann, wenn sie ohne ersichtlichen Grund häufig wiederkehrend am Körper erscheinen. In so einem Fall ist das Gespräch mit einem Facharzt dringend ratsam.

Zusammenfassung der Ursachen

  • Verletzungen durch Unfall oder Sturz
  • Sportverletzungen
  • Einwirkung von Gewalt
  • Operationen
  • natürliche Zellalterung
  • GefäßErkrankungen
  • Blut verdünnende Medikamente
  • Als Zeichen für eine Krebserkrankung

Symptome & Anzeichen

Typisch für einen Bluterguss ist die dunkelrot-blaue Verfärbung der Haut an der betreffenden Stelle. Sie kommt bei allen subkutanen Hämatomen, also den Hämatomen die unter der Haut liegen, in unterschiedlicher Ausprägung vor.

Krankheiten Hämatom

Nahaufnahme eines Hämatoms
Shutterstock/ Stephane Bidouze

Einhergehend damit kommt es in einer Vielzahl von Fällen zu einer Schwellung der Hautpartie. Da das Blut sich im Gewebe ausbreitet, bevor es gerinnt, kann gerade ein größeres Hämatom schmerzhaft sein. Denn durch die Ausbreitung drückt das geronnene Blut auf das Gewebe solange, bis es abheilt.

Befindet sich das Hämatom tiefer im Gewebe kann es sein, dass die äußerlichen anzeichne nur schwach auftreten. Meistens spürt man jedoch eine leichte Schwellung oder einen Druckschmerz an der betreffenden Stelle.
Auch eine Einschränkung der Beweglichkeit kann ein Anzeichen für ein Hämatom sein. Vor allem dann, wenn ein Gelenk betroffen ist.

Bei einer Gefäßverletzung im Gelenk läuft das Blut oft in einen kleinen Hohlraum und gerinnt dort. Dadurch schwillt das Gelenk an und lässt sich nicht mehr uneingeschränkt bewegen. Solche Hämatome gehen meist mit einer Prellung einher, sodass neben dem typischen Farbton auf der Hautoberfläche noch ein mittlerer bis starker Schmerz hinzukommt.

Bei einem Subduralhämatom am Gehirn sind die Anzeichen Kopfschmerz, Übelkeit und gelegentlich auch Sehstörungen. Ein Hämatom im Inneren des Schädels ist nur durch ein CT diagnostizierbar. Man sollte deswegen immer einen Arzt aufsuchen, wenn die beschriebenen Symptome sich aus heiterem Himmel zeigen.

Ein Hämatom in der Gebärmutter während der Schwangerschaft kündigt sich häufig durch Schmierblutungen, Schmerzen im Unterleib und gelegentlich auch durch einen harten Bauch an. Diese Symptome zeigen sich vor allem in der frühen Phase der Schwangerschaft bis zur 12. Schwangerschaftswoche.

Zusammenfassung der Symptome

Bei subkutanen Hämatomen:

  • rötliche bis blau-violette Verfärbungen der Haut
  • eichte bis starke, pochende Schmerzen
  • Druckschmerz
  • Bewegungseinschränkungen
  • Schwellungen

Bei subduralen Hämatomen:

  • Kopfschmerz
  • Übelkeit
  • Sehstörungen
  • Bewusstlosigkeit
  • Sensibilitätsstörungen
  • Verlust der Orientierung

Bei Gebärmutterhämatomen:

  • Schmierblutungen
  • Schmerzen im Unterleib
  • harter Bauch

 


Diagnose & Krankheitsverlauf

Ein Hämatom wird vom Arzt vor allem dann diagnostiziert, wenn betroffene Patienten nach einem Unfall einem Unfallmediziner vorgestellt werden. Da ein Hämatom häufig in Kombination mit einer Prellung bzw. Stauchung, einer Gelenkverletzung, einem Knochenbruch oder einer Infektion einhergeht, ist es wichtig, diese Verletzungen genau zu identifizieren.

Wie läuft der Krankheitsverlauf bei einem subkutanen Hämatom ab?

  • Phase 1: Das Hämatom entsteht nach einer Gefäßverletzung. Blut tritt aus und sammelt sich unter der Haut oder in einem vorgebildeten Hohlraum, wie beispielsweise in einem Gelenk. Dort gerinnt das Blut langsam und bildet einen sichtbaren roten Fleck.
  • Phase 2: In der zweiten Phase nach ungefähr 24 Stunden verfärbt sich das Hämatom von dunkelrot-blau beständig zu braun-schwarz. Der Druckschmerz, sofern es sich um eine größere Verletzung handelt, hält an, wenn man auf das Hämatom drückt.
  • Phase 3: In den folgenden sieben bis 21 Tagen wird das Hämatom vom Körper Schritt für Schritt abgebaut. Dazu nutzt der Körper Enzyme, die auch die weitere Farbgebung des Blutergusses bestimmen. Zeigt sich der Fleck zunächst dunkelgrün, sieht er am Ende gelb-bräunlich aus.
  • Ein subkutanes Hämatom verschwindet in der Regel vollständig. Es bleiben keine Narben oder Schäden zurüCK.

Wie läuft der Krankheitsverlauf bei einem subduralen Hämatom ab?

  • Phase 1: Das subdurale Hämatom entsteht durch eine Gefäßverletzung im Kopf. Das Blut tritt aus und sammelt sich zwischen Gehirn und Schädelwand. Dort gerinnt es innerhalb von einigen Minuten.
  • Phase 2: Je nach Art und Umfang des subduralen Hämatoms kommt es zu einer Vielzahl von Beeinträchtigungen. Kopfschmerzen, Übelkeit, Beeinträchtigung der Motorik, spontane kurzfristige Lähmungserscheinungen von Armen oder Beinen können ebenso auftreten wie Sehstörungen oder Krampfanfälle.
  • Phase 3: Ein subdurales Hämatom muss einem Arzt diagnostiziert werden. Anschließend wird er in jedem Fall zu einer Operation raten, da das Verbleiben des Hämatoms im Kopf die Symptome verschlimmert. Betroffene Patienten nehmen die Anzeichen oft nicht genau wahr bzw. nicht ernst genug. Deswegen ist die Zeit zwischen Anzeigen der ersten Symptome bis zru Operation häufig sehr lang. Bei einer Mehrzahl der Patienten dauert diese Phase bis zu 31 Tage. Bei manchen sogar bis zu 90 Tage, bis es zu einer Operation oder Untersuchung kommt. Betroffene Menschen sollten deswegen schon bei den ersten ungewöhnlichen Anzeichen sofort einen Arzt aufsuchen.

Häufigkeit & Diagnosedaten

Das Hämatom tritt in der Bevölkerung häufig auf. Statistisch gesehen ist aus 100.000 Einwohnern je Bundesland rund jeder vierte bis sechst Bürger aktuell von einem Hämatom betroffen. Frauen werden mit 52,8 Prozent etwas häufiger als Männer (47,2 Prozent) von Hämatomen tangiert.

Schaut man sich die Altersgruppen an, stellt man fest, dass vor allem Kinder unter 15 Jahren und Senioren ab 65 Jahren von Hämatomen heimgesucht werden.

Jedes siebte Kind aus 100.000 Einwohnern ist von einem Hämatom betroffen. Bei Senioren sogar jeder Elfte aus 100.00 Einwohnern. Warum ist das so?

Bei den Kindern liegt es vor allem an deren Aktivität. Beim Klettern, Spielen und Toben wird sich schnell überschätzt und es entsteht eine kleinere Verletzung.

Senioren hingegen leiden unter der altersbedingt verschlechterten Zellerneuerung. Dadurch wird das Gewebe im Körper anfälliger für Verletzungen. Ein kleiner Stoß an der Tischkante reicht dann schon aus, um einen großen gut sichtbaren blauen Fleck zu initiieren.

Subdurale Hämatome sind ebenfalls nicht weniger selten. Man geht von bis zu 400 Schädel-Hirnverletzungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr in Deutschland aus. Darunter sind natürlich viele Unfallopfer. Dennoch können kleinere Hirnblutungen auch durch andere Aktivitäten wie etwa beim Sport oder bei großer Anstrengung entstehen. Die Sterberate beim subduralen Hämatom liegt in Deutschland bei 50 Prozent.

Bei Unfällen zeigt sich vor allem das epidurale Hämatom. Infolge eine Knochenbruchs kommt es hierbei zu Gefäßverletzungen mit anschließender Blutung auf der harten Hirnhaut. Betroffene Patienten werden aufgrund dieser Blutungen häufig bewusstlos. Die Sterberate von bewusstlosen Patienten mit einem epiduralen Hämatom liegt in Deutschland bei 70 Prozent.


Komplikationen bei der Krankheit

Ein subkutanes Hämatom heilt für gewöhnlich ohne Komplikationen innerhalb von sieben bis 21 Tagen ab. Außer der optischen Beeinträchtigung, ein blauer Fleck sieht eben nicht gerade schön aus, und geringen pulsierenden Schmerzen hat der Patient nichts zu befürchten.

Etwas anders sieht es schon aus, wenn das Hämatom in einem Gelenk sitzt. Dann verspürt der Patient meistens stärkere Schmerzen. Zudem ist die Beweglichkeit des Gelenks für einen längeren Zeitraum immens eingeschränkt. Hier sollte man sich zur Behandlung vor allem an die PECH-Regel halten, die wir unter »Behandlungsmethoden & Therapie« genau erläutern.

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Bei einem Epiduralhämatom kommt es zu einem Bluterguss zwischen dem Schädelknochen und dem Epiduralraum
Shutterstock/ MossStudio

Ein subdurales bzw. epidurales Hämatom ist dagegen kein Zuckerschlecken. Da sich hier eine Menge Symptome zeigen können, die den von an Demenz erkrankten Patienten ähneln, ist es wichtig möglichst rechtzeitig zum Arzt zu gehen.

Nur ein Spezialist kann im Rahmen einer intensiven Untersuchung inklusive Computer Tomografie (CT) herausfinden wie ernst die Lage des Patienten ist, und ob das Hämatom im Rahmen eines operativen Eingriffs entfernt werden muss.

Bei Unfallopfern ist die Sachlage klar. Da wird normalerweise sofort operiert und ein Hämatom während der Operation ebenfalls entfernt. Da die Sterblichkeit bei epiduralen Hämatomen 70 Prozent beträgt, ist das Risiko das Komplikationen eintreten während einer solchen Operation relativ hoch.

Bei einem Gebärmutterhämatom kommt es normalerweise zu starken Blutungen der Frau die sich über die Vagina bemerkbar machen und stärker als die normale Regelblutung sind. Vor allem bis zur 12. Schwangerschaftswoche können diese Komplikationen bei schwangeren Frauen vermehrt auftreten.

Im schlimmsten Fall führt das Gebärmutterhämatom zu einer Fehlgeburt. Darum ist es sehr wichtig, dass die betroffene Patientin sich körperlich unbedingt schont und jegliche Anstrengungen vermeidet.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein subkutanes Hämatom kann vom Betroffenen selbst unter Anwendung der PECH-Regel behandelt werden. Ist das Hämatom jedoch besonders groß und schmerzhaft sollte der Patient vorsichtshalber einen Unfallmediziner aufsuchen.

Betrifft ein Hämatom ein Gelenk oder das Auge, oder ist es sogar im Rahmen eines Unfalls entstanden, sollte die Verletzung auf jeden Fall in einer Notaufnahme von einem Unfallmediziner oder Chirurgen begutachtet werden. Es muss ausgeschlossen werden, dass neben dem Hämatom noch weitere schwerwiegendere Verletzungen bestehen.

Subdurale Hämatome müssen schnellstmöglich von einem Neurologen oder Chirurgen diagnostiziert und gegebenenfalls im Rahmen einer Operation entfernt werden.

Gebärmutterhämatome können durch eine Ultraschallbehandlung bei der Gynäkologin identifiziert werden. Beim Anzeichen geringster Symptome, vor allem durch Blutungen, muss sofort die Gynäkologin aufgesucht werden.


Behandlungsmethoden & Therapie

Befindet sich das Hämatom unter der Haut und sind keine weiteren Verletzungen entstanden, kann der Patient sich nach der PECH-Regel gut selbst versorgen. Die PECH-Regel steht für:

P für Pause
E für Eis
C für Compression
H für Hochlagern

Wer sich ein Hämatom einfängt, sollte also zunächst einmal mit der Aktivität pausieren, die er gerade ausübt. Hilfreich ist es die betroffene Körperregion umgehend mit einer Kalt-Kompresse zu kühlen. Steht einmal keine Kalt-Kompresse zur Verfügung, kann auch mit fließendem kalten Wasser gekühlt werden. Anschließend sollte das Hämatom mit einer Mullkompresse oder eine Kalt-Kompresse verbunden werden. Der Druck sorgt für eine Eindämmung der Blutung. Das Blut wird sich dann nicht weiter im Gewebe ausbreiten, was den blauen Fleck in Grenzen halten wird.

Ganz wichtig ist das anschließende Hochlagern des betroffenen Körperteils. Durch die Ruhigstellung in der hochgelagerten Position fließt das Blut eher in Richtung Körpermitte. So kann die Blutung ebenfalls eingedämmt werden. Die Pause sollte aber nicht mehr als drei Tage andauern. Danach darf man die betroffene Körperstelle langsam wieder belasten.

Gegen mögliche Schmerzen kann der Patient eine Schmerztablette wie etwa Ibuprofen zu sich nehmen. Weiterhin kann das Auftragen von Heparin-Salbe die Auswirkung des Hämatoms lindern.

Bei einem Hämatom im Kopf ist sehr oft eine Operation durch eine spezialisierten Chirurgen vonnöten. Die Auswirkungen selbst sind so vielfältig, dass sie auf keinen Fall selbst vom Patienten geregelt werden sollten. Es sollte mit dem Arzt nach der Diagnose individuell genau abgeklärt werden, welche Maßnahmen den Krankheitsverlauf eventuell lindern können.

Beim Gebärmutterhämatom hilft nur absolute Ruhe. Schon die kleinste Körperanstrengung kann die Situation verschlimmern und eine Fehlgeburt einleiten. Darum muss die Patientin sich regelmäßig bei ihrer Gynäkologin vorstellen und genau beobachten lassen, wie sich die Lage entwickelt. Ein Gebärmutterhämatom kann aufgrund seiner Lage in der Nähe des Fruchtsacks nicht operativ entfernt werden.

Bei einem klassischen blauen Auge, dem sogenannten »Veilchen«, schwören manche Menschen auf die Auflage eines Nackensteaks. Dies ist jedoch eine Legende und trägt überhaupt nicht zur Heilung bei. Im Gegenteil durch die Bakterien im Fleisch, die auf das Auge übergehen können, entstehen im schlimmsten Fall weitere Erkrankungen. Auch bei einem Veilchen hilft am besten eine Kalt-Kompresse direkt aufgelegt auf das verwundete Auge.


Vorbeugung – Impfung & Prävention

Der wirksamste Schutz gegen einen Bluterguss ist Achtsamkeit. Indem man möglichst vorsichtig und aufmerksam durchs Leben geht, können Verletzungen vermieden werden. Beim Sport gilt, sich stets an die Sicherheitsregeln zu halten. Dazu gehört natürlich eine ordentliche Aufwärmphase und keinerlei Übertreibung. Auch das Tragen von Schutzkleidung und Protektoren ist eine sinnvolle Maßnahme zur Vermeidung von Hämatomen am Körper.

Gerade ältere Menschen, die in besonderem Maße anfällig für Hämatome sind, sollten ihr Lebensumfeld altersgerecht umbauen. Keine scharfen Ecken und Kanten an denen man sich leicht stoßen kann sollten ihren Wohnbereich zieren. Auch Küche und Bad müssen gesichert werden. Besonders in Dusche & Bad kommt es oft zu Stürzen von Senioren, weil sie den Halt verloren haben und ausgerutscht sind. Darum ist es besonders wichtig, diese Räume barrierefrei zu gestalten und immer wieder Möglichkeiten zum Festhalten und Sitzen zu schaffen.

Gegen eine Suffusion im Bereich des Gehirns kann man sich hingegen nur schwer schützen. Ein Unfall passiert, wenn er passieren soll. Jedoch können Motorrad- und Fahrradfahrer einen Helm während ihrer Fahrten tragen und so das Risiko einer ernsthaften Kopfverletzung minimieren.


Prognose zur Heilung

Ein subkutanes Hämatom heilt bei einem gesunden Menschen innerhalb von sieben bis 21 Tagen vollständig ab. Je nachdem wie groß das Hämatom ist und ob es nach dem Entstehen sofort gekühlt und mit Heparin behandelt wurde, kann es zu kürzeren oder längeren Heilungsverläufen führen.

Senioren haben in der Regel auch über einen längeren Zeitraum ein Hämatom. Bei ihnen ist die Zellerneuerung verlangsamt, sodass der Körper das eingelagerte Blut des Blutergusses nur retardiert abbaut. Auch Menschen, die an der Bluterkrankheit leiden, haben Suffusionen sehr oft über einen längeren Zeitraum.

Bei einer subduralen oder epiduralen Blutung an der Hirnhaut dauert die Heilung wesentlich länger. Aufgrund der komplizierten Operation und dem damit verbundenen massiven Eingriff in sensible Bereiche des Körpers kann es zu Folgeschäden bzw. dauerhaften Beeinträchtigungen des Patienten kommen. So wird nach der Operation über einen längeren Zeitraum eine fundierte Rehabilitationsmaßnahme nötig.

Traumatisierungen des Gehirns infolge von Unfällen, auch als Schädel-Hirn-Verletzungen bekannt, sind hingegen äußerst riskant. Die Sterblichkeitsrate von Patienten mit epiduralen Hämatomen liegt bei 70 Prozent. Patienten mit subduralen Hämatomen infolge von Unfällen oder Einwirkungen äußerer Gewalt haben eine Überlebenschance von 50 Prozent.

Da auch das Gehirn wie jedes andere verletzte Gewebe die Neigung hat, nach einer Verletzung anzuschwellen entsteht ein Hirndruck. Da der Schädelknochen starr ist und sich nicht weiten lässt, drückt das geschwollene Gehirn gegen den Knochen. So kann es zu weiteren Schädigungen kommen.


Hämatome nach häuslicher Gewalt

25 Prozent der Frauen in Deutschland haben Gewalt durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erlebt. Die Dunkelziffer ist um ein Vielfaches höher. Auch Männer leiden zunehmend unter der Einwirkung häuslicher Gewalt.

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Eine junge Asiatin, die Hämatome durch häusliche Gewalt erlitten hat
Shutterstock/ otnaydur

Hat ein Mensch sehr häufig aus heiterem Himmel schwerwiegende Hämatome am Körper und auch an den Händen oder im Gesicht, so deutet dies auf einen Fall häuslicher Gewalt hin.

Es ist sehr wichtig, dass Opfer sich emotional vom Täter, der häufig der eigene Freund oder gar Ehemann ist, lösen. Ansonsten wird sich das Opfer niemals vom Täter räumlich trennen und juristisch gegen ihn vorgehen können.

Oft beginnen die Attacken als harmlose Einzelfälle, die das Opfer zu entschuldigen sucht.

Je mehr das Opfer jedoch die Gewalt gegen den eigenen Körper verschweigt, umso massiver werden die Gewalttaten zunehmen.

Opfer häuslicher Gewalt sollten ihre Hämatome keinesfalls verstecken, sondern sich Hilfe und Schutz zum Beispiel bei der Polizei oder dem Weißen Ring suchen. Dort wird man dem Opfer helfen und die erlittenen Wunden in Form von Blutergüssen und blauen Flecken akribisch dokumentieren.


Alternative Behandlungsmethoden

Hämatome und Suffusionen im subkutanen Bereich können sehr gut auch mit alternativen Methoden behandelt werden. Die folgenden Praktiken sind von zahlreichen betroffenen erprobt worden:

Heilpflanzen und Kräuter

Seit Jahrhunderten bekannt, sind die Wirkstoffe einiger Heilpflanzen und Kräuter auch bei der Linderung von Hämatomen wirksam. Sie lindern Schmerzen und Schwellungen und helfen auch den Abbau der Farbe des blauen Flecks zu beschleunigen.

Homöopathie

Auch gewisse homöopathische Mittel helfen, den Betroffenen die Folgen von einem Hämatom zu lindern. Unmittelbar nach der Kalt-Kompresse angewandt, sollen sie ihre Wirkung frei entfalten.

Massagen

Gerade wenn das Hämatom tiefer im Gewebe liegt besteht die Gefahr, dass es sich separiert und verhärtet. In so einem Fall kann auch eine Massage sinnvoll sein. Jedoch niemals unmittelbar nach der Entstehung der Verletzung. Frühestens nach drei bis vier Tagen, wenn die Schmerzen abgeklungen sind, darf das Hämatom massiert werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Blutung erneut in Gang gesetzt wird und das Hämatom sich vergrößert.

Eigenharn-Therapie

Einige Menschen schwören bei Hämatomen auch auf die Therapie mit dem eigenen Urin. Der wird nicht auf die Haut aufgetragen, sondern täglich tröpfchenweise konsumiert. Auf diese Weise sollen sich vielerlei Beschwerden wie unter anderem Schmerzen nach Prellungen und eben auch Blutergüsse behandeln lassen.


Welche Hausmittel können helfen?

Hausmittel sind für viele Menschen heutzutage wieder ein unverzichtbarer Bestandteil ihrer medizinischen Eigenbehandlung. Nach dem Motto: »Was in Omas Hausapotheke zur Anwendung kam, kann auch heute nicht schlecht sein« gibt es eine Reihe von überlieferten Hausmitteln, die auch gegen blaue Flecken helfen können.

Quarkwickel

Ein Quarkwickel ist nicht nur einer von Oma’s Geheimtipps bei Schwellungen. Auch viele Schulmediziner empfehlen, bei Schmerzen durch Schwellungen oder Entzündungen in der Haut Quarkwickel zu benutzen. Der Grund:

Im Quark befindet sich Milchsäure, die in der Lage ist, in das Gewebe unter der Haut einzudringen. Der Quark an sich hat durch seine kühle Temperatur und Feuchtigkeit eine abschwellende und Schmerz lindernde Wirkung. Die Milchsäure entzieht dem Gewebe zudem die Entzündungsstoffe und fördert die Durchblutung der betroffenen Körperregion.

Bei der Anwendung von Quarkwickeln spielt es keine Rolle, ob ein fettreicher Quark oder der Magerquark verwendet wird. Wichtig ist nur die perfekte Kühlung vor der Anwendung in einem Kühlschrank. 250 Gramm reichen auf jeden Fall für eine Anwendung. In einem sauberen Küchenhandtuch wird der Quark nun fingerdick in der Mitte des Tuches verteilt. Das Handtuch wird mit dem Quark anschließend so eingewickelt, dass nichts vom Quark heraus fällt.

Der Quarkwickel wird sodann auf die vom Hämatom gezeichnete Körperstelle gelegt. Dort verbleibt er mindestens 30 Minuten. Er sollte erst abgenommen werden, wenn der Quarkwickel warm wird oder der Quark zu bröckeln beginnt. Je länger er draufbleibt, umso besser ist es. Quarkwickel können täglich angewandt werden.

Franzbranntwein

Ein weiterer Tipp aus der Reihe der Hausmittel ist das Einreiben des Hämatoms mit Franzbranntwein. Der Franzbranntwein ist seit dem 17. Jahrhundert als Einreibemittel bekannt und hilft auch bei Blutergüssen und blauen Flecken. Der Franzbranntwein hat eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung auf die verletzte Stelle des Körpers. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn der Patient zu trockener Haut neigt. Da Franzbranntwein aus Alkohol besteht, fördert er in der Regel die Austrocknung der Haut. Betroffene sollten nach der Anwendung eine fettreiche Creme oder Lotion auf die Haut auftragen, um die weitere Austrocknung zu verhindern. Franzbranntwein ist sowohl im Drogeriemarkt als auch in der Apotheke erhältlich.


Heilkräuter & Heilpflanzen

Heilkräuter und Pflanzen sind beliebte Hausmittel aus dem Garten der Natur. Auch bei Blutergüssen unter der Haut können aus Kräutern selbst hergestellte Arzneien zur Linderung beitragen.

Arnika-Ysop-Salbei-Tinktur

Als besonders hilfreich gegen Blutergüsse bezeichnen Kräuterfans die Arnika-Ysop-Salbei-Tinktur. Im Vorhinein werden in 250 ml reinen Alkohol 20 mg Arnikablätter mit etwas Ysop und Salbei vermischt. Die Tinktur muss dann 12 Tage lang ziehen, bevor sie verwendet werden kann. Nach den 12 Tagen nimmt man die Arnikablätter aus der Flasche heraus. Sie können eigenständig auf das Hämatom aufgelegt werden. Die Tinktur wird mit einem sauberen Tuch auf dem blauen Fleck verrieben.

Arnika
Der Hauptwirkstoff in Arnika ist das Helenalin. Es resorbiert die in einem Bluterguss angestaute Flüssigkeit in besonderem Maße und wirkt zudem entzündungshemmend und schmerzlindernd. Sie kann sowohl selbst hergestellt werden und in Form einer Arnika-Tinktur auf das Hämatom aufgetragen werden. Es gibt aber auch Schmerzgel und Salben auf Arnika-Basis, die in der Apotheke erhältlich sind.

Beinwell

Dieses Kraut war schon bei den alten Griechen für seine Wund- und Knochenheilung bekannt. Schuld daran sind die in ihm enthaltenen Wirkstoffe Allantoin, Cholin und Rosmarinsäure. Während das Allantoin im Beinwell die Regeneration des verletzten Gewebes im Körper fördert, sorgt das Cholin für die Resorption der im Bluterguss enthaltenen Flüssigkeit. Die Rosmarinsäure agiert entzündungshemmend. Beinwell ist auch als Salbe und Paste in der Apotheke erhältlich.

Johanniskraut

Das Johanniskraut wird in Form eines Öls auf den Bluterguss aufgetragen. Johanniskrautöl entsteht, indem man Pflanzenöl mit den Blütenblättern des Johanniskrauts durchmischt und einige Wochen lang stehen lässt. Das Johanniskrautöl ist in der Apotheke käuflich zu erwerben.

Rosskastanie

Bei Venenleiden kommt das Extrakt aus den Samen der Rosskastanie zur Anwendung. Was bei Venen hilft, ist auch gut für die Behandlung von blauen Flecken. Rosskastaniensamen gibt es als Salbe oder Gel in der Apotheke.

Campher

Bei einem nicht mehr akuten Bluterguss kann auch das Öl des asiatischen Campherbaumes angewendet werden. Campher wirkt schmerzlindernd und fördert die Durchblutung, da es eine angenehm kühlende Wirkung entfaltet. Campheröl ist sowohl natürlich gewonnen als auch synthetisch herstellbar in der Apotheke zu beziehen.

Weihrauch

In der Ayurveda-Medizin wird das »Salaiguggulu« genannte Harz aus dem Weihrauchbaum bei chronischen Entzündungen angewandt. Die Tabletten sind in Apotheken erhältlich und müssen über einen Zeitraum von mehreren Wochen täglich eingenommen werden, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Salaiguggulu wirkt entzündungshemmend und abschwellend.


Ätherische Öle

Auch die Aromatherapie kennt wirksame Substanzen, die zur Minderung von Symptomen eines subkutanen Hämatoms beitragen können.

Die folgenden ätherischen Öle haben sich in der Aromatherapie zur Behandlung eines Blutergusses besonders bewährt:

  • Cistrose
  • Geranie
  • Geranium
  • Immortelle
  • Kiefer
  • Lavendel
  • Wachholder
  • Zimt
  • Zitrone
  • Zypresse

Anwendung:

Es gibt unterschiedliche Methoden der Anmischung dieser Substanzen. Bewährt hat sich die Mischung von je drei Tropfen Cistrose, Immortelle und Lavendel in 50 ml Johanniskrautöl, Ringelblumen- oder Arnika-Öl. Ein weiteres Rezept ist die Verwendung von je zehn Tropfen Cistrose und Lavendel sowie fünf Tropen Immortelle in 50 ml Olivenöl. Das angemischte ätherische Öl wird mit einem sauberen Tuch direkt auf das Hämatom gerieben oder in einem durchtränkten Tuch als Kühlkompresse auf die entsprechende Stelle am Körper angewandt.


Homöopathie & Globuli

Die Homöopathie ist eine ganzheitliche Methode, um gegen Erkrankungen zu Felde zu ziehen. Auch bei Prellungen, Quetschungen, Schwellungen und Hämatomen gibt es in der Homöopathie wirksame Substanzen, die im Ernstfall schnell Wirkung zeigen.

Die folgenden Präparate können bei einem Hämatom eingesetzt werden:

  • Arnica D 12
  • Ledum D 12
  • Hamamelis D 6

Arnica D 12 ist das richtige Globuli für den subkutanen Bluterguss. Je nach Größe und Umfang des Blutergusses dosiert man die Kügelchen mit drei bis acht Globuli zu einmaligen Einnahme. Bei besonders massiven blauen Flecken kann man nach der Ersteinnahme von Arnica D 12 in einem Abstand von ein bis zwei Stunden jeweils drei bis fünf weitere Globuli Arnika D 12 schlucken.

Bei einem Veilchen, auch Brillenhämatom genannt, rund ums Auge empfiehlt die Homöopathie die Einnahme von Arnika D12 Globuli zusammen mit Ledum D 12. Jeweils dreimal täglich mindestens ein Kügelchen.

Bei Blutergüssen nach Schlägen, wie sie zum Beispiel beim Boxen üblich sind, hat sich auch die Einnahme von Hamamelis D 6 bewährt. Drei mal täglich fünf Kügelchen sind bei großen Hämatomen gegen diese wirksam.

Alternativ empfiehlt sich die Aufnahme von Ledum D 12 Kügelchen. Ebenfalls drei mäl täglich je fünf Globuli.


Schüssler-Salze

Schüssler-Salze, die den Mineralhaushalt der Körperzellen ins Gleichgewicht bringen und somit Krankheiten heilen können, helfen auch bei Blutergüssen. Zwar ist eine Wirksamkeit der Schüssler-Salze wissenschaftlich nicht erfasst, einige Heilpraktiker empfehlen bei Suffusionen jedoch den Einsatz der folgenden Schüssler-Salze in Salbenform:

  • Schüssler-Salbe Nr. 3 – Ferrum phosphoricum
  • Schüssler-Salbe Nr. 10 – Natrium sulfuricum
  • Schüssler-Salbe Nr. 11 – Silicea

Die Schüssler-Salbe Nr. 3 ist vortrefflich für das erste Entzündungsstadium geeignet. Sie lindert Entzündungen und hilft auch bei Quetschungen und Verstauchungen. Die Salbe hat eine kühlende Wirkung und kann bis zu drei Mal täglich auf das Hämatom aufgetragen werden.

Die Schüssler-Salbe Nr. 10 unterstützt den Abtransport bereits bestehender Blutergüsse. Seiner reinigenden Wirkung wegen wird das Natrium sulfuricum von Heilpraktikern die mit Schüssler-Salzen arbeiten auch als biochemisches Ableitungsmittel bezeichnet.

Die Schüssler-Salbe Nr. 11 ist Silicea. Sie wird auch als Kieselerde bezeichnet. Mit Silicea kann ein schon älterer Bluterguss therapiert werden.

Für eine individuelle korrekte Dosierung sollte auf jeden Fall vor Beginn der Therapie ein Heilpraktiker befragt werden, der sich mit der Wirkung von Schüssler-Salzen befasst.


Diät & Ernährung

Um Hämatomen vorzubeugen gibt es keine spezielle Ernährungsweise oder gar eine besondere Diät. D.h. die Ernährungsweise hat keinen direkten Einfluss auf die Bildung eines Hämatoms. Wer dennoch etwas zur Vorbeugung tun möchte, sollte Lebensmittel essen, die viel Vitamin K enthalten.

Vitamin K ist an der Herstellung von Eiweißen im Körper beteiligt und somit hilfreich bei der Blutgerinnung. Außerdem schützt Vitamin K vor Ablagerungen von Kalzium in den Arterien und es stärkt den Knochenbau, sodass Brüche leichter verhindert werden und es stärkt den Stoffwechsel des Bindegewebes. Gefäße werden deshalb nicht so schnell beschädigt.

Vitamin K findet sich vor allem in den folgenden Lebensmitteln:

  • Champignons
  • Kalbsleber
  • Petersilie
  • Rosenkohl
  • Schnittlauch
  • Speisequark
  • Spinat

Ein Mangel an Vitamin K ist eher selten. Bei Menschen, die an der Bluterkrankheit leiden, kann eine erhöhte Aufnahme von Vitamin K z. B. duch Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein. Ansonsten ist die Versorgung des Menschen mit Vitamin K durch eine normale Ernährung in der Regel ausreichend.


FAQ – Fragen & Antworten

Warum haben ältere Menschen oft Hämatome, obwohl sie sich nicht stoßen?

Senioren haben eine schlechtere Zellerneuerung. Darum sind Gewebe, Gefäße und die Haut häufig in einem sensiblen Zustand. So kann es sein, dass durch Erschütterung minimale Gefäßverletzungen entstehen, die zu Blutergüssen führen. Da ältere Menschen recht häufig auch Medikamente einnehmen, können die blauen Flecken auch die Folge einer Nebenwirkung zum Beispiel eines Blut verdünnenden Medikamentes sein.

Hat ein älterer Mensch jedoch häufig zahlreiche Hämatome am ganzen Körper, kann dies auch ein Hinweis auf einen Fall von Misshandlung sein. In so einem Fall sollte man mit dem Senioren sprechen und fragen, ob mit ihm in der Pflege gut umgegangen wird. Hat man hier Zweifel, sollte man das Gespräch mit dem verantwortlichen Pflegepersonal suchen.

Wann verschwindet ein Bluterguss nach einer OP?

Dass Blutergüsse nach einer OP auftreten ist relativ häufig der Fall. Umso schlimmer, wenn sie längere Zeit sichtbar sind. Normalerweise verschwindet ein Hämatom im Zeitraum zwischen sieben und 21 Tagen. In Ausnahmefällen kann es aber auch länger als einen vielleicht sogar zwei Monate dauern, bis das Hämatom endgültig abgeklungen ist. Das es mit dem Hämatom bald vorbei ist erkennt man übrigens an der Farbe. Wechselt das Hämatom in eine gelbliche Farbe, ist es schon bald endgültig verschwunden.

Was kann man gegen einen Bluterguss unter dem Fingernagel machen?

Wer beim Aufhängen von Bildern mit dem Hammer den eigenen Daumennagel statt die Spitze des Metallnagels trifft, forciert damit hundertprozentig die Bildung eines Hämatoms im Nagelbett. Das kann je nach Schweregrad des Hammerschlags sehr schmerzhaft sein und auch übel aussehen. Der betreffende Daumen sollte als Erstes auf jeden Fall massiv gekühlt werden.

Nur so kann die Ausweitung des Hämatoms unter dem Fingernagel eingedämmt werden. Als nächstes sollte der Patient eine Arnika-Salbe auf den Fingernagel und den Daumen auftragen. Auch ein Quarkwickel kann zur Linderung beitragen. Anschließend sollte der Daumen mit einem Pflaster oder noch besser einem Druckverband ruhiggestellt werden. Sollte der Daumen stark Schmerzen, empfiehlt sich zusätzlich die Einnahme einer Schmerztablette.

Kann man generell verhindern, dass nach einem Stoß ein blauer Fleck entsteht?

Wirklich verhindern kann man die Bildung eines Hämatoms nach einem Stoß nicht. Wer den Stoß aber bemerkt und schnell handelt, kann die Auswirkungen des Hämatoms reduzieren. Dafür muss die betreffende Stelle sofort umfassend gekühlt werden. Zudem ist eine Ruhigstellung durch Hochlegen des betreffenden Körperareals angesagt. Das vermindert den Blutfluss. Unterstützend dazu kann die betroffene Stelle mit Arnika-Salbe eingerieben werden.

Ist eine Verhärtung des Hämatoms gefährlich?

Eine Verhärtung des Hämatoms ist normalerweise nicht gefährlich. Sie entsteht, wenn das geronnene Blut Gewebe einschließt, sodass es abstirbt. Der beste Weg ein verhärtetes Hämatom zu behandeln ist übrigens eine Massage. Dabei wird das Blut im Bluterguss in mehreren Sitzungen langsam ausmassiert.

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