Notarzt

NotarztNotärzte sind die Retter in der Not. Wenn es besonders brenzlig wird, sind sie oft die ersten Ärzte, mit denen der Patient Kontakt hat und die versuchen ihm zu helfen.

Sie können im Krankenwagen unterwegs sein und verunfallten oder plötzlich erkrankten Patienten in Notfällen erste fundierte medizinische Hilfe zukommen lassen. Sie können aber auch die ersten sein, die sich um Patienten kümmern, die privaterweise mit schweren Wunden und / oder Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wurden.

Was zeichnet einen Notarzt aus?

Notärzte im deutschsprachigen Raum, also in Deutschland, Österreich und der Schweiz, haben eine vergleichsweise kurze Tradition.

Sie existieren in der Form, wie wir sie heute kennen, erst seit etwas über fünfzig Jahren. Bevor sie zu Beginn der 1960er Jahre formal deutschlandweit eingeführt wurden, lag das Hauptaugenmerk von medizinischen Rettungsdiensten, die verunfallte oder sonstwie in Not geratene Patienten vom Unfallort oder ihren Heimen ins Krankenhaus brachten, darauf, sie möglichst schnell zu transportieren. Die Versorgung durch einen Arzt während des Transportes war dabei eher nebensächlich oder aber in den meisten Fällen überhaupt nicht gegeben.

Der Krankenwagen an sich ist also ein älteres Konzept, dem mitfahrenden Personal aber einen Notarzt beizustellen ist eine relativ neue Vorgehensweise.

Die Ausbildung eines Notarztes ist zumindest in Deutschland klar geregelt. Nicht jeder Mediziner darf als Notarzt tätig werden. Es gilt zusätzlich zu der regulären Ausbildung zum Arzt noch eine zusätzliche „notfallmedizinische“ Ausbildung zu absolvieren.

Dazu gehören Weiterbildungen in den Bereichen Notfallchirurgie und Anästhesiologie, sowie die Mitarbeit in einem Rettungswagen oder Rettungshubschrauber unter der Betreuung eines erfahreneren Arztes.

Der Notarzt behandelt seine Patienten „präklinisch“, das heißt, dass er sie für den Transport ins nächstgelegene Krankenhaus stabilisiert oder sie zuhause so weit versorgt, dass sie bei der nächstmöglichen Gelegenheit selbstständig ihren Hausarzt aufsuchen können. Für die klinische Behandlung hingegen kann er den betreffenden Fachärzten nur Hinweise geben. Alles andere liegt außerhalb seines Einsatzbereiches.

Weitere Aufgabenbereiche eines Notarztes beinhalten unter anderem:

  • Die Vornahme eventuell lebensrettender Maßnahmen am Aufenthaltsort des Patienten
  • Die Gewährleistung, dass der Transport des Patienten ins nächstgelegene Krankenhaus ohne weitere Komplikationen ablaufen kann, ergo Herstellung der Transportfähigkeit
  • Direkte Bekämpfung von Symptomen, wie starken Schmerzen oder Unwohlsein durch medikamentöses Vorgehen oder minimal chirurgische Eingriffe
  • Ansprechpartner und Überwacher des Patienten während des Transportes
  • Im Falle eines Ablebens des Patienten ist der Notarzt dazu berechtigt eine rechtsgültige Bescheinigung über den Tod des Betroffenen auszustellen

Somit ist zu bemerken, dass die Rahmenbedingungen, unter denen ein Notarzt arbeitet oft die gleichen sind, die Fälle jedoch stark variieren können, weshalb auch seine Zusatzausbildung dementsprechend breitgefächert ist.

Wie behandelt ein Notarzt seine Patienten?

Die durch Notärzte vorgenommenen Behandlungen können sich sehr stark voneinander unterscheiden. Wohingegen einige Fachärzte oftmals eher repetitiv arbeiten, da sich viele Krankheiten häufen und sie sich also darauf einstellen können, weiß ein Notarzt niemals was ihn erwartet. Es kann alles sein – von leichten Unfällen, über Krampfanfälle, bis hin zu schwersten Zusammenbrüchen mit etwaiger Todesfolge.

Darum ist es schwer zusammenzufassen, welcher Methoden der Behandlung sich ein Notarzt in speziellen Fällen bedient.

Oftmals jedoch wird er dem Patienten Schmerzmittel oder leichte Anästhetika verabreichen, um die Schmerzen des nämlichen im Zaum zu halten oder ihn ggf. für eine intensivere Behandlung ruhig zu stellen. Dies ist insbesondere bei schwer verunfallten Patienten die Regel, die noch ansprechbar sind, um ihre Schmerzen zu lindern.

Auch kleinere chirurgische Eingriffe können durch den Notarzt vorgenommen werden, insofern diese der Situation angemessen erscheinen. Beispielsweise der berühmte Luftröhrenschnitt, wie man ihn oft im Kino sieht, kann einer dieser Eingriffe sein. Aber auch die erste Entfernung von kleineren oder größeren Schrapnellen nach Zusammenstößen mit fasrigen Objekten oder das künstliche Auslösen von Erbrechen nach einer Vergiftung können möglich Eingriffe sein.

Primär jedoch stützt sich die Behandlung des Notarztes auf Medikamente. Dazu führt er während jedes Einsatzes eine breite Palette sich in der Unfallmedizin bewährt habenden Arzneien mit sich um sie im Falle einer Notwendigkeit verabreichen zu können.

Aber auch extremere der Lebensrettung gehören zum Spektrum des Notarztes. Dazu gehört bisweilen die Anwendung eines Defibrillators, um einen Patienten mit Herzstillstand wieder zurückholen zu können.
Wenn alle Versuche einer Behandlung jedoch fehlschlagen bleibt dem Notarzt nichts anderes übrig, als den Tod festzustellen. Tut er dies ist er legal dazu berechtigt amtlich anerkannte Totenscheine auszustellen.

Welche diagnostischen Mittel stehen einem Notarzt zur Verfügung?

Ein Notarzt muss sehr schnell vorgehen, da es bei seinen Patienten oftmals, insbesondere wenn es sich dabei um Opfer schwerer Unfälle handelt, um Sekunden oder Minuten geht. Das bedeutet Stress und Anspannung für den Arzt und das restliche medizinische Fachpersonal, wie Sanitäter. Deshalb muss das Team des Rettungswagens oder des Rettungshubschraubers auch perfekt aufeinander abgespielt sein, um eine schnelle Diagnose zu ermöglichen und diese auch postwendend in eine effektive und erfolgreiche Behandlung umsetzen zu können.

In den meisten Fällen hat ein Notarzt keine Zeit, eine Diagnose zu erstellen und muss sich deshalb auf seine Erfahrung und auf die Aussagen von zeugen verlassen. Deswegen ist es auch für Beisteher und / oder Angehörige der Patienten von größter Wichtigkeit ruhig zu bleiben und dem Notarzt sowie dem restlichen Rettungsteam genau und detailliert zu beschreiben, was geschehen ist. Dies erleichtert die Arbeit des Notarztes ungemein und hilft ihm die Situation besser abzuschätzen zu können, was ggf. zu einer besseren Behandlung des Patienten führt.

Bei nicht allzu schweren Fällen, stehen dem Notarzt einige mehr diagnostische Mittel zur Verfügung, da er dann Zeit hat sie auch einzusetzen. Dazu gehören das Messen des Blutdruckes, Schnelltests für Blut und das gründliche Abtasten nach etwaigen Abnormalitäten, aber auch das Messen von Fieber kann dazugehören. Überdies stellt ein Notarzt, insofern der Patient ansprechbar ist, seine Diagnose oft mithilfe der Angaben des Betroffenen selbst. Schließlich weiß niemand so gut, was weh tut, wie die daran leidende Person.

Alles in allem sind die diagnostischen Mitteln des Notarztes vergleichsweise beschränkt, aber nichtsdestoweniger effektiv. Oftmals reichen schon der gesunde Menschenverstand und Erfahrung aus, um das Leiden eines Patienten gezielt angehen zu können.

Worauf sollte ich bei einem Notarzt achten?

Es liegt in der Natur des Notarztes, dass man ihn sich nicht aussuchen kann, wie beispielweise seinen Hausarzt.

Darum gibt es weniges auf das man achten sollte oder auch kann.
Das einzige, worauf man achten sollte ist, dass man sich selbst wenn der Arzt einen unsympathisch erscheint, ihm gegenüber nicht verweigert und seine Hilfe annimmt.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie den Artikel

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (61 Stimmen, Durchschnitt: 4,84 von 5)
Loading...
Top