Mate Tee

Mate Tee – Ein Tee mit besonderer Wirkung

 

Neben einer veganen Ernährungsweise ist auch der stetig steigende Konsum des sogenannten Superfoods einer der zentralen Trends auf den Speiseplänen und im Lifestyle zahlreicher Europäer und Nordamerikaner. Lebensmittel sollen nicht mehr nur ihren ursprünglichen Zweck – das Stillen von Hunger und die Bereitstellung von Nährstoffen zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen – erfüllen. Die heutigen Ansprüche der in den westlichen Industrie – und Dienstleistungsnationen lebenden Menschen gehen weit darüber hinaus. Nachhaltigkeit ist hier ein zentraler Begriff. Nachhaltigkeit, sowohl was die Art und Weise der Rohstoffgewinnung anbelangt, als auch Nachhaltigkeit in Bezug auf die Zubereitung und Weiterverarbeitung. Wobei hier nicht nur der rein ökologische Faktor zum Tragen kommt – den bewussten und tendenziell betuchteren Konsumenten reicht es nicht zu wissen, wie hoch der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß während der Fertigung der Lebensmittel war, er berücksichtigt zunehmend auch die sozialen Verhältnisse der Landwirte und Handarbeiter. Man ermittelt also zusätzlich die kulturelle und soziale Last, welche ein Nahrungsmittel bei seiner Verwandlung vom reinen Rohstoff bis hin zum küchenfertigen oder gar direkt konsumierbaren Lebensmittel auf sich geladen hat.

Wenn Sie nun analysieren, welche Lebensmittel in Ihrem Kühlschrank diesen hohen Ansprüchen ansatzweise gerecht werden, dann stechen dabei vor allem die natürlichen Nahrungsmittel heraus, welche über eine hohe Nährstoffdichte verfügen und über einen natürlichen, rein biologischen Anbau den Weg in Ihren Haushalt gefunden haben. Der Vorteil einer hohen Nährstoffdichte liegt darin, dass wir Verbraucher nur vergleichsweise geringe Mengen dieser Naturstoffe essen müssen, um uns sowohl satt zu fühlen, als auch subjektiv satt zu sein. Zusätzlich verfügen diese Nahrungsmittel über einen hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen, da diese fast immer chemisch an Kohlenhydraten und Fetten gebunden sind. Liegen die einen Stoffklassen in einer dicht verpackten, komprimierten Form vor, so tun ihnen es die mengenmäßig geringeren aber dennoch ungemein wertvollen Stoffklassen tendenziell ebenso. Genau diese beiden Merkmale sind es, die ein Superfood ausmachen: Eine hohe Nährstoffdichte sowie ein gestiegener Anteil an natürlichen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Ein Lebensmittel, welches diese Anforderungen exzellent erfüllt, ist der immer beliebter werdende Mate-Tee.

Mate-Tee? Noch nie davon gehört? Dann wird es aber Zeit!

Grundlage dieses Aufgussgetränks sind die getrockneten Blätter des Ilex paraguariensis – so bezeichnen Pflanzenwissenschaftler den Mate-Strauch. Der Mate-Tee stammt aus dem südamerikanischen Raum, wobei er dank der wachsenden Beliebtheit mittlerweile weltweit gerne getrunken wird. Bietet Ihnen jedoch ein Handwerker eine Mate an, so wird es sich dabei nicht um das Getränk, sondern lediglich um das Gefäß handeln, aus dem Mate-Tee in seiner ursprünglichen Form getrunken wird.

Mate hat sich in seiner Zubereitung und inhaltlichen Zusammensetzung in den letzten grob geschätzt etwa 2.000 Jahren kaum verändert – selbst die Ureinwohner Südamerikas haben schon vor der Kolonialisierung dieses urtümliche Heißgetränk zu sich genommen. Insbesondere in den Anbaugebieten des Mate-Strauches, also in Paraguay, Argentinien, Uruguay, Chile und Bolivien trinken auch heute noch bis zu 80 Prozent der Bevölkerung wöchentlich mindestens einen Mate-Tee.

Allerdings ist weder die Zubereitung, noch die Wahl der Inhaltsstoffe in ganz Südamerika einheitlich. So werden beispielsweise sämtliche Aufgussgetränke von den Einwohnern Boliviens als Mate bezeichnet. Und ein in Peru bestellter Mate enthält in aller Regel hauptsächlich die Blätter des Coca Strauchs. Wahrscheinlich um hier die Verwirrung der kulinarischen Touristen nicht komplett zu machen, wurde in den letzten Jahren allerdings auch vermehrt der Begriff ‚Mate de Coca‘ eingebürgert.

Anbau und Herstellung – ein langwieriger Weg zum fertigen Getränk

Prinzipiell sind bei der Gewinnung der Mate-Blätter heute zwei Vorgehensweisen vertreten: Zum einen werden immer noch rund 50% des kostbaren Blattwerks von wilden Pflanzen in und um Waldgebieten gewonnen. Die andere Hälfte stammt hingegen von in Kulturen gezüchteten Mate-Sträuchern, wie sie in einer großen Stückzahl in Brasilien und Argentinien zu finden sind. Dabei gestaltet es sich gar nicht so einfach, die idealen Wachstumsbedingungen für die sensiblen Pflanzen zu erzeugen. Mit einer Temperaturtoleranz, die eine maximale Abweichung vom Normwert um lediglich drei Grad erlaubt, sowie präzise einzuhaltende Luftfeuchtigkeit- und Luftdruckwerte sorgen dafür, dass bei weitem nicht jede Ernte erfolgreich verläuft. Außerdem sind gerade die jungen Pflanzentriebe hochgradig lichtempfindlich und müssen aufwendig beschattet werden. All das führt dazu, dass erst nach etwa vier Jahren eine erste Ernte erfolgen kann, was die Rentabilität des Mate-Geschäfts natürlich schmälert.

Nach erfolgreicher Ernte werden die Blätter von den Ästen entfernt und samt Blatt- und Blütenstiele in einem käfigartigen Gebilde aus Draht über ein Feuer gelegt. Diese Vorgehensweise bewirkt, dass alle Reifeenzyme in den Blättern absterben, was zum einen zu einer längeren Haltbarkeit und zum anderen zur Bildung der charakteristischen Mate-Aromen führt.

In der daran anschließenden, mehrere Wochen andauernden, Fermentation wird im Wesentlichen lediglich der Wassergehalt der Blätter reduziert. Auch dies trägt zur Steigerung der Haltbarkeit bei. In einem letzten Schritt werden darauf hin die getrockneten Blätter zerkleinert und mitunter auch zu feinem Pulver zermahlen. Der Jahresabsatz ganz Südamerikas bezüglich dieses Naturprodukts lag im Jahre 2010 bei ganzen 300.000 Tonnen – allein diese enorme Zahl vergegenwärtigt bereits den hohen internationalen Stellenwert der Mate-Tees.

Mate-Tee Zubereitung

Letztlich getrunken wird der Mate-Tee traditionell aus den Stilenden von ausgehöhlten Flaschenkürbissen, welche im hiesigen Sprachgebrauch auch als Kalebasse bezeichnet werden. Diese urigen Trinkbecher entstehen, wenn man den Flaschenkürbis an der Längsachse entlang spaltet und die abfallenden Stücke aushöhlt sowie für längere Zeit austrocknet. Meist verzieren die einheimischen Produzenten dieser Naturbecher die Oberfläche noch mit Schriftzeichen und verstärken die obere Öffnung mit einem Metallring. Mittlerweile sind allerdings auch Mate-Trinkschalen aus Horn und Naturkautschuk im Handel erhältlich.

Traditioneller Weise verwendet man zum Trinken eine sogenannte Bombilla. Das sind dünne Trinkrohre, ähnlich einem Strohhalm, welche an dem Ende, das sich im Mate-Tee befindet, ein Sieb aufweist. Dieses Sieb soll verhindern, dass feinkörniges Mate-Granulat und ähnliche, gröbere Rückstände mit in den Mund gesaugt werden. Die Bombilla wird sowohl aus Metall als auch aus Bambus gefertigt, wobei in den letzten Jahren verstärkt klassische Strohhalme aus Kunststoff mit einem feinen, siebartigen Stoffgewebe auf den Markt gelangen und als günstigere Alternative gelten.

Die Zubereitung beginnt mit dem Einfüllen der Yerba, wie die getrockneten Mates-Blätter auch genannt werden. Anschließend führt man die Bombilla am Rand des Trinkgefäßes ein und lässt daraufhin heiße Wasser mit einer Temperatur von 70 bis 95 Grad Celsius hineingießen. Hierbei ist ein vorsichtiges Vorgehen angesagt, da es sonst zur raschen Verwirbelung der Yerba kommt, wodurch sich alle Inhaltsstoffe lediglich an der Getränkeoberfläche sammeln würden. Dies hätte einen nachteiligen Effekt auf die Geschmacksintensität, weshalb man beim Aufguss sehr darauf bedacht ist, das Wasser möglichst gemächlich beizumengen.

Der Aufguss kann im Anschluss stetig wiederholt werden – so lange, bis die Mate-Blätter keine Bläschen mehr bilden. Das ist ein sicheres Anzeichen dafür, dass sämtliche Inhaltsstoffe aus den Blättern entwichen sind. In den meisten Fällen werfen die Einheimischen ihre mühsam erstellten Trinkgefäße nicht weg, sondern säubern sie in regelmäßigen Abständen um sie über mehrere Wochen oder gar Monate hinweg zu verwenden.

Interessanter Weise trinken viele Einheimische ihren Mate-Tee pur, ohne weitere Zusätze wie etwa Süßstoffe. Nur in manchen Regionen und speziell für Touristen wird die Mate auch mit Zucker oder Stevia angeboten, da der etwas bittere Mate-Geschmack für ausländische Gäste oftmals als sehr gewöhnungsbedürftig empfunden wird.

Der Mate-Genuss ist ritualisiert

In beinahe ganz Südamerika gibt es im Zusammenhang mit dem Mate-Konsum einige Verhaltensregeln und Rituale, die in dieser Form schon seit Jahrhunderten bestand haben. Selbstverständlich erwartet man von Touristen nicht, sich all dieser Riten und Gebräuche in kürzester Zeit habhaft zu machen. Dennoch gilt es als Zeichen des Respektes, zumindest den grundlegenden Ablauf beim gemeinsamen Trinken eines Mate-Tees zu kennen.

Im südamerikanischen Raum wird Mate nicht einfach nur getrunken wie jedes x-beliebige Getränk auch. Es handelt sich vielmehr um ein gesellschaftliches Ritual unter Verwandten, Freunden oder Arbeitskollegen. Mate-Tee wird fast nie für eine einzige Person zubereitet, sondern fast immer in der Gemeinschaft getrunken. So gehört es in vielen Gegenden zum guten Ton, jedem häuslichen Gast einen Mate-Tee anzubieten. Willigt dieser dankend ein, so überreicht der Gastgeber die Mate stets so, dass die Bombilla zum Gast zeigt. Typischerweise trinkt der Gastgeber jedoch den kompletten ersten Aufguss alleine, da dieser für gewöhnlich am bittersten schmeckt. Sind die Bitterstoffe zu konzentriert, wird die erste Mate- Runde auch einfach entsorgt.

Allein der Gastgeber schenkt erneuert den Aufguss der Mate, wobei in aller Regel aus einem einzigen Trinkgefäß getrunken wird. Hat ein Gast ausgetrunken, so reicht er die leere Kalebasse erneut dem Gastgeber.

Übrigens wird speziell in Brasilien vermehrt kalter Mate (tereré) angeboten, der mit einem Schuss Zitronensaft angesäuert und über Eiswürfel zusätzlich gekühlt zum Trinken serviert wird. Auch diverse Minzsorten wandern immer häufiger in die brasilianischen Kalebassen.

Inhaltsstoffe – Was steckt im Mate-Tee?

Insgesamt enthält Mate-Tee weit über 250 verschiedene Inhaltsstoffe, die meisten davon gehören zu Klasse der sekundären Pflanzenstoffe und tragen zum Geruchs- und Geschmacksbild des Mate-Tees bei. Nur etwa die Hälfte aller Bestandteile des Mate-Tees verfügen erwiesenermaßen über eine gesundheitsfördernde Wirkung– aber das ist ja auch schon bereits eine unnatürlich hohe Menge!

Zu den wesentlichen Inhaltsstoffen zählen:

  • Koffein
  • Theobromin
  • Theophylin
  • Gerbstoffe
  • Chlorophyll
  • Ätherische Öle
  • Vitamine A, B1, B2 und C
  • Ketone, Aldehyde, Carbonsäuren, Terpenalkohole und weiter weniger relevante Inhaltsstoffe

Mate-Tee Wirkungsweise

Hinlänglich bekannt ist eine anregende Wirkung von Mate-Tee auf den gesamten Organismus. Die Weitergabe neuronaler Impuls, der Stoffwechsel und auch die geistige Leistungsfähigkeit sollen sich durch die Heißgetränke beschleunigen. Unter Berücksichtigung der stattlichen Koffein-Menge, ist dies wohl auch kaum zu bezweifeln.

Darüber hinaus gelten die Inhaltsstoffe der Mate als schweißtreibend, was durch die hohen Temperaturen des Getränkes sowie des gesteigerten Pulses, ebenfalls bedingt durch das enthaltene Koffein, noch zusätzlich unterstützt wird.

Auch von einer harntreibenden, leicht abführenden Wirkung wird immer wieder berichtet. Hierfür sind in erster Linie die Gerbstoffe verantwortlich, die sich positiv auf die Darmflora sowie das Blasenepithel auswirken.

Die Gerbstoffe sind es auch, die eine Behandlung von äußerlichen Hautekzemen mit Mate-Tee ermöglichen. Wobei hier keine nässende oder eiternde Wunde vorliegen darf.

In Deutschland ist Mate als Arzneimittel zugelassen und nicht verschreibungspflichtig. Es kann daher sowohl in der Apotheke als auch in jedem gut sortiertem Drogeriemarkt erworben werden.

Abnehmen mit Mate-Tee – Wundermittel oder Blödsinn?

Viele Menschen reagieren mittlerweile gereizt auf Werbeversprechen à la „ Nehmen Sie jeden Tag ein Paar Gramm dieses Wundermittels und Sie werden in zwei Wochen über 5 Kilogramm Körperfett verlieren“. Zu viel Schindluder wurde in der gesamten Abnehm-Branche in den zurückliegenden Jahren betrieben, und zu viele Erwartungen bitter enttäuscht.

Mate-Tee soll nun allerdings wirklich Personen beim Kampf gegen die überflüssigen Pfund helfen, so belegen es jedenfalls medizinische Studien. Jedoch müssen hier vorab jegliche Illusionen genommen werden: Durch den regelmäßigen Konsum von Mate alleine wird niemand schlank. Eine Ernährungsumstellung sowie idealerweise ein gesteigertes Maß an körperlicher Bewegung sind nach wie vor die Grundvoraussetzungen, um eine effektive und vor allem nachhaltige Gewichtsreduktion zu erwirken.

Dennoch können die Wirkstoffe des Mate-Tees in zweierlei Hinsicht bei der Mission ‚Traumfigur‘ behilflich sein. Zum einen trägt die stoffwechselaktivierende Wirkungsweise des Koffeins dazu bei, dass der körpereigene Verbrennungsmotor auf Hochtouren läuft. Und je schneller der Stoffwechsel von statten läuft, desto höher ist der Kalorienverbrauch. Bis zu 100 kcal können somit allein über den Genuss des Mate-Tees zusätzlich verbrannt werden.

Ein weiterer Grund, weshalb Mate eine bereits laufende Diät optimal ergänzen kann, liegt in der sättigenden Wirkung des Heißgetränks. Wird der Hunger regelrecht unterdrückt, findet der ehemals stündliche Gang zum Kühlschrank auf der Suche nach einem Snack für zwischendurch deutlich seltener statt. Außerdem fallen die Portionen, welche man sich am Mittagsbuffet gönnt, ein Stück weiter geringer aus. Natürlich darf hier keinesfalls übertrieben werden. Der Körper benötigt eine gewisse tägliche Grundmenge an Nährstoffen, damit alle Körperfunktionen aufrechterhalten werden können. Andernfalls sind gefährliche Blutzuckerschwankungen und Schädigungen an den Nervenzellen zu befürchten.

Alles in allem ist Mate eine wunderbare Ergänzung zu jeder beliebigen Form von Diät. Durch den Genuss des Mate-Tees alleine wird man jedoch leider nicht schlank.

Nebenwirkungen und gesundheitliche Risiken

Leider gilt aus heutiger Sicht der regelmäßige Mate-Genuss als eher schädlich. So konnten neure Studien belegen, dass Personen mit beinahe täglichem Mate-Konsum deutlich häufiger an Tumoren erkranken. Besonders das Auftreten Blasenkrebs, Speiseröhrenkrebs sowie Lungenkrebs wir durch Mate-Tee begünstigt. Diese kanzerogene Wirkungsweise liegt mitunter am hohen PAK-Anteil. Darunter sind polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe zu verstehen, die vermutlich durch die Rauchtrocknungsverfahren der Mate-Blätter entstehen. Dabei haben Forscher herausgefunden, dass die Aufguss-Temperatur bei der Zubereitung des Mate-Tees ebenfalls eine Rolle spielt. So ist das Krebsrisiko bei kaltem Mate-Tee als deutlich geringer einzustufen, wobei hierbei noch die finalen Belege aus wissenschaftlicher Sicht fehlen. Wie bei allen Lebensmitteln mit pharmakologischen Einflüssen, so sollte auch vor dem Konsum eines Mate-Tees mit einem Arzt über mögliche Folgen und Risiken gesprochen werden, insbesondere dann, wenn bereits Vorerkrankungen des Magen-Darm-Traktes vorliegen.

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