Erste Hilfe bei Reinigungsmittel Vergiftung

Reinigungsmittel baby

Jeder hat sie zuhause – die bunten Flaschen, Dosen, Töpchen und Tuben voll mit Reinigungs- und Waschmitteln. Sie erleichtern uns zwar die Arbeit im Haushalt immens, bergen aber auch ein hohes Gefahrenpotential.

Insbesondere Kinder werden von den bunten der Farben der Verpackungen oft wie magisch angezogen. Sind die Waschmittel darüber hinaus noch parfümiert oder sind sonst gut riechend, kann es passieren, dass Kinder selbige trinken oder essen. Das kann mitunter harmlos sein, kann aber auch zu immensen Vergiftungen führen, die in Extremfällen tödlich enden können.

Wie leiste ich Erste Hilfe bei einer Vergiftung mit Reinigungsmitteln?

Wie in er Einleitung bereits erwähnt, sind es meistens die kleinsten, die von Vergiftungen durch Reinigungs-, Putz- und Waschmitteln betroffen sind.

Besonders aggressive Reinigungsmittel wie Konzentrate, Fleckenentferner oder Rohrfrei-Produkte stellen hierbei ein immenses Gefahrenpotential dar.

Selbst wenn man diese potentiell gefährlichen Scheuermittel außerhalb der Reichweite von Kinder aufbewahrt kann es dazu kommen, dass sie sie sich irgendwie beschaffen. Kinder sind bei sowas kreativ.

Wie sollte man sich also am besten verhalten und wie sollte man am effektivsten vorgehen, wenn der Ernstfall doch einmal eintritt?:

  • 1. Nicht panisch werden!
    – Gerade wenn es um Kinder geht, sind Menschen besonders bemüht hilfreich zu sein. Gleichzeitig aber sind sie auch panische als gewöhnlich. Das sollte vermieden werden. Panik hilft während einer Extremsituation keinem weiter. Sie verschlimmert nur alles.
    Darum, auch wenn es schwer fällt: Ruhe bewahren.
  • 2. Welches Reinigungsmittel wurde konsumiert?
    – Es ist nach Möglichkeit sofort festzustellen, welches Reinigungsmittel eingenommen wurde. Hat das Kind möglicherweise ein Stück Kernseife abgebissen wird daraus nicht schlimmes resultieren, hat es aber Rohrfrei getrunken, könnte es schwere bleibende Schäden davontragen oder gar sterben.
    Deswegen hilft die Identifikation des Reinigungsmittels nicht nur dem Arzt, um seine Behandlung anzupassen, auch die Eltern können sich dadurch ggf. etwas beruhigen.
    Ist man dennoch sehr unsicher, kann man sich mit dem herausgefundenen Names des Produktes auch an die Giftnotrufzentrale wenden.
  • 2.2 Rückseite lesen
    – Wenn erfolgreich ermittelt werden konnte, welches Putzmittel der Nachwuchs konsumiert hat, ist es darüber hinaus auch empfehlenswert, wenn man die Rückseite des entsprechenden Produktes liest und nach Gesundheitswarnungen Ausschau hält. Vielleicht hat man Glück und es ist nichts weiter zu befürchten.
  • 3. Trösten
    – Kinder haben einen sechsten Sinn dafür, wenn etwas nicht stimmt. Außerdem könnte ihr Unfallskonsum auch Schmerzen nach sich ziehen. Beides endet oftmals in vielen Tränen und Schreien. Daher ist es wichtig das Kind zu beruhigen bis der Notarzt eintrifft, um eine einfachere Behandlung gewährleisten zu können.
  • 4. Erbrechen lassen
    – Ist das Kind oder der Betroffene nach Konsum eines giftigen Reinigungsmittels noch ansprechbar, bzw. nicht ohnmächtig, kann das selektive Auslösen von Erbrechen dabei helfen, eine weitere Giftaufnahme zu verhindern. Bei einer Ohnmacht ist davon jedoch tunlichst abzusehen!
  • 5. Sichere Position
    – Ist der Vergiftete noch zu klein, um beispielsweise in die stabile Seitenlage gebracht zu werden, ist es trotzdem empfehlenswert ihn auf die Seite zu legen um zu verhindern, dass er an seinem eigenen Erbrochenen erstickt.
  • 6. Warmhalten
    – Der menschliche Körper kann während Phasen der Vergiftung rapide abkühlen. Daher ist es immer gut Menschen, die sich auf welche Weise auch immer schwer vergiftet haben, warmzuhalten. Die geschieht bestens mittels einer Decke, Jacke oder der eigenen Körperwärme.
  • 7. Nachfragen bei seltsamem Verhalten
    – Verhält das Kind sich seltsam, sollte man nachfragen, insofern es schon Sprechen kann, was mit ihm los ist. Es ist sehr gut möglich, dass das Kind ein Reinigungsmittel konsumiert hat, während die Aufsichtsperson nicht zugegen war. Darum lohnt es sich im Zweifelsfalle auch, wenn man in dieselben Räume geht, in denen das Kind war und nachsieht, ob einem dort etwas auffällt.
    Eine genaue Suche kann bisweilen Leben retten.

Wann sollte ich professionelle medizinische Unterstützung suchen?

Am besten sollte schon sobald nur der Verdacht besteht, dass ein Kind sich mit einem Reinigungsmittel vergiftet haben könnte, ein Arzt aufgesucht werden. Hält man es zeitlich für möglich ist ein unangemeldetes Erscheinen beim Kinderarzt genauso empfehlenswert wie ein Besuch im Krankenhaus.

Scheint einem die Zeit dafür zu knapp, kann man natürlich immer einen Krankenwagen rufen. Bei leichten Fällen hilft auch gerne die Giftnotrufzentrale.

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