Kinderarzt

Kinderärzte kinderarztKinderärzte haben sich, wie bereits im Namen steckt, darauf spezialisiert Kinder zu behandeln und zu heilen.

Dabei nehmen sie eine ähnliche Funktion für den Nachwuchs ein, wie Hausärzte für Erwachsene. Auch ein Kinderarzt kann sich innerhalb ihres Fachgebietes weiter spezialisieren, um spezifischere Teilfelder der Kindermedizin abzudecken.

Man findet sie sowohl in Krankenhäusern als auch als niedergelassene Ärzte mit eigener Praxis. Darüber hinaus bieten einige größere Städte sogar medizinische Notdienste speziell für Kinder an, d.h. dass man einen Notarzt bestellen kann, der auch gleichzeitig Kinderarzt ist.

Was genau sind Kinderärzte?

Kinderärzte sind zunächst allgemeine Mediziner, die sich auf Kinderheilkunde, sprich Pädiatrie, spezialisiert haben.

Dabei gilt jedoch zu beachten, dass Kinderarzt nicht gleich Kinderarzt ist. Denn auch die Kinder- und Jugendmedizin hat, wie alle anderen medizinischen Fachbereiche auch, ein großes Spektrum an Unterbereichen. Das bedeutet, dass ein Kinderarzt sich innerhalb der Kindermedizin weiterhin spezialisieren kann.

So findet man beispielsweise:

  • Kinderkardiologie
  • Neuropädiatrie oder Kinderneurologie
    • Setzt mich mit neurologischen Erkrankungen bei Kindern auseinander, sprich Nervenleiden
  • Kinderonkologie und Kinderhämatologie
    • Hierbei setzen sich die Spezialisten mit Krebsleiden oder Erkrankungen des Blutes von Kindern auseinander, insbesondere mit Leukämie
  • Neonatologie bzw. Frühgeborenenheilkunde
    • Diese Fachrichtung setzt sich mit dem Erhalt des Lebens von frühgeborenen Kindern sowie deren Behandlung auseinander.
    • Auch schwere Erkrankungen kleiner nicht-frühgeborener Kinder fallen in dieses Teilgebiet

    Diese Teilgebiete stellen die von der Bundesärztekammer beschlossenen festgelegten Fachrichtungen innerhalb der Pädiatrie dar. Darüber hinaus gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Zusatzausbildungen für Kinderärzte, die das Wissensspektrum und somit die Effektivität der potentiell zu leistenden Hilfe durch die Ärzte stark erhöhen.

    Hierzu gehören unter anderem:

    • Kinderorthopädie
      • Beschäftigt sich mit dem Stützsystem des kindlichen Körpers
      • und wirkt ggf. korrigierend auf Fehlentwicklungen ein
    • Kinderrheumatologie
      • Setzt sich mit dauerhaften, also chronischen entzündlichen Prozessen im Bewegungsapparat des Kindes auseinander
    • Kinderdiabetologie
      • Bietet Fachwissen an, um Kindern mit Diabetes zu helfen
    • Kinderchirurgie
      • Es gibt spezielle Kinderchirurgen, dennoch können die meisten Operationen an Kinder ebenso durch „normale“ Chirurgen vorgenommen werden

Darüber hinaus sind Kinderärzte meist auch pädagogisch geschult und / oder haben einigen Sachverstand in Kinderpsychologie, um adäquat mit den Infanten während einer Bahndlung umgehen zu können. Denn besonders Kleinkinder in der Trotzphase können sehr schwierige Patienten sein.

Kurz gesagt, sind Kinderärzte die Ansprechpartner Nummer eins bei medizinisches Notfällen rund um Kinder der Altersstufen null bis achtzehn Jahre. Auch über die Schwelle von achtzehn Jahren hinaus können noch Kinderärzte aufgesucht werden, es empfiehlt sich aber, spätestens mit dem zwanzigsten Lebensjahr zu einem Allgemeinmediziner zu wechseln.

Wie behandelt ein Kinderarzt seine Patienten?

Kinderärzte müssen bei der Behandlung ihrer Patienten. Mehr als andere Ärzte, großes Fingerspitzengefühl beweisen. Der kindliche Organismus ist oftmals anfälliger für vielerlei Behandlungsmethoden und reagiert auch auf kleine Fehler bisweilen sehr stark.

Darüber hinaus sind Kinder während einer Behandlung oft nervös oder wehren sich sogar dagegen, weil sie die Notwendigkeit einer solchen nicht begreifen oder generell mit der Situation überfordert sind.

Darum bedienen sich Kinderärzte oft kleiner Tricks und Kniffe, um ihre Patienten abzulenken. Dazu gehören bisweilen der Einsatz von Handpuppen, mit denen dem Kind spielerisch die Angst vor dem Arzt genommen werden soll. Aber auch beruhigende Musik oder Ablenkungsmanöver sind an der Tagesordnung. Letztere werden besonders beim Setzen von Spritzen, bspw. bei Impfungen, verwendet. Zumeist erfüllen diese Tricks ihre Wirkung und das Kind bekommt wenig von der Behandlung mit oder verliert zumindest seine Angst davor teilweise. Auch der obligatorische Lutscher oder Bonbon wird immer noch gerne nach einer erfolgreichen Behandlung an die Kinder verschenkt.

Ansonsten sind die etwaigen Ausprägungen einer Behandlung natürlich von der Krankheit des Kindes abhängig. In den meisten Fällen kann man jedoch davon ausgehen, dass die groben Grundzüge des Vorgehens in etwa denen der Erwachsenenmedizin entsprechen und lediglich in ihrer Intensität reduziert sind.

Dennoch gibt es natürlich auch speziell für Kinder maßgeschneiderte Behandlungstechniken, die man so in der Erwachsenenmedizin nicht findet. Dazu gehören insbesondere chirurgische Eingriffe und orthopädische Maßnahmen. Beide erfordern oftmals großes Fingerspitzengefühl, da sie im Ernstfall dem Kind dauerhaften Schaden zufügen können.

Gerade bei Operationen an noch nicht ausgewachsenen Kindern ist peinlich genau darauf zu achten, dass keine Partien des Körpers geschädigt werden, die in den Wachstumsprozess involviert sind.

Auch bei orthopädischen Maßnahmen muss man mit großer Gewissenhaftigkeit vorgehen. Insbesondere dann, wenn für das Kind spezielle Schienen oder Einlagen angepasst werden müssen, um etwaige Fehlstellungen zu korrigieren. Sind diese nur geringfügig falsch justiert, kann es auf lange Sicht zu erheblichen Schäden oder gar permanenten Behinderungen für die Kinder kommen.

Wie diagnostiziert ein Kinderarzt seine Patienten?

Die Diagnosemethoden, derer sich ein Kinderarzt bedient, unterscheiden sich nur kaum bis gar nicht von denen, die ein Allgemeinmediziner anwenden würde.

Es werden ebenso Bluttests, Gewebe-, Stuhl- oder Urinproben entnommen und ausgewertet, wie in anderen Teilbereichen der modernen Schulmedizin auch.

Dennoch sind insbesondere Urin– und Stuhlproben in der Pädiatrie häufiger als bei Erwachsenen. Das liegt nicht zuletzt an der einmaligen Zusammensetzung der Ausscheidungen von Heranwachsenden, mittels derer kinder- und jugendspezifische Krankheiten oftmals genau identifiziert werden können.

Auch die Blickdiagnose, also das Untersuchen ohne die Vornahme weiterer Tests ist ein gängiges Mittel. Ebenso gehört Abtasten dazu, um Schwellungen und dergleichen entdecken zu können.

Dennoch sei gesagt, dass die diagnostischen Mittel, die angewendet werden um Ursachenforschung bei Kindern zu betreiben in vielen Fällen weniger aggressiv und resolut durchgeführt werden, als bei Erwachsenen. Das soll das Kind vor Traumas und unterbewusster Furcht vor Ärzten schützen.

Überhaupt ist das Vorgehen von Kinderärzten meist sehr sanft, damit gerade erwähnte Traumata keinen Raum haben, sich festzusetzen. Denn Kinder, die Angst vor dem Arzt haben werden meist zu Erwachsenen, die Angst vor dem Arzt haben und das ist keine gute Grundlage für ein gesundes und langes Leben.

Worauf sollten Eltern bei der Wahl eines Kinderarztes achten?

Es ist immens wichtig darauf zu achten, dass einem der Arzt sympathisch ist. Ein Kinderarzt, mit dem man keine Chemie besitzt, macht es für die Eltern schwierig ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Das erschwert jegliche Behandlungsversuche ungemein. Vorallem da Kinder das Unwohlsein ihrer Eltern oft spüren und darum selbst unruhig werden.

Auch sollte sich beschaut werden, wie das Kind auf den Arzt reagiert. Zeigt es sich dauerhaft ablehnend und unkooperativ sollte der Kinderarzt ggf. gewechselt werden.

Auch die Hygiene in der Praxis kann ein wichtiger Ausschlagspunkt sein.

Darüber hinaus schadet es nie sich im Vorfeld via Internet oder im Bekanntenkreis über gute Kinderärzte in der Nähe zu informieren. Ein guter Ruf ist immer noch die beste Visitenkarte eines jeden Arztes.

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