Intuition

als Intuition wird ein kognitiver Prozess bezeichnet, der weder rational zu erklären noch aktiv einleitbar ist. Die Intuition, für die viele verschiedene Synonyme existieren, stellt vielmehr ein plötzliches Auftreten einer Idee, eines Bildes oder eines Gedanken dar. Diese plötzliche Eingebung wird wahrgenommen und kann entsprechend auch verarbeitet werden.
Intuition scheint also der Ausruck des Unterbewussten zu sein. Ein Zugang zum eigenen Unterbewusstsein kann deshalb über Intuition blockiert oder auch ausgebaut werden.

Was ist die Intuition?

Intuition ist dem Menschen schon lange als geistiges und wirkliches Ereignis bekannt. Entsprechend der Fassbarkeit der Sache an sich, haben sich einige andere Synonyme im allgemeinen Sprachgebrauch festgesetzt. Darunter fallen zum Beispiel:

  • Sechster Sinn
  • Bauchgefühl
  • Instinkt
  • Richtiger Riecher
  • Geistesblitz

Dabei meinen die ersten drei Begriffe vor allem das intuitive und richtige Einschätzen einer Situation, von Gefühlen oder eines Sachverhaltes und damit einhergehend die Fähigkeit, auf Basis dieser Einschätzung zu handeln.
Voraussetzung hierfür ist immer, dass man seine Intuition auch als Intuition wahrnehmen kann und zu deuten versteht. Beim Bauchgefühl, dem sogenannten sechsten Sinn oder dem Instinkt handelt es sich also nicht um bewusst gesteuerte Prozesse, sondern um etwas, was aus dem Unterbewusstsein kommt und sich erst noch in einem Gedanken – einer Eingebung – manifestiert.
Beim richtigen Riecher und dem Geistesblitz spielt begrifflich eine Rolle, dass wir davon ausgehen, es handele sich um eine intellektuelle Leistung. Dabei werden vor allem Geistesblitze als etwas verstanden, was irgendwann und unter den richtigen Umständen den Weg aus unserem Unterbewusstsein in unsere Wahrnehmung – und damit unser Bewusstsein – findet.
Die entsprechende Eingebung ist also ein Resultat aus Eindrücken, die wir sammeln, oder die beim Nachdenken entstehen. Der Geistesblitz erfolgt dann mehr oder minder zufällig, weil wir gerade eine wichtige Eingebung (durch einen äußeren Reiz o.ä.) hatten, oder durch einen weiter geführten, unterbewussten Denkprozess.
Der richtige Riecher wird zudem häufig auch mit Erfahrung begründet.

Gemein ist all diesen Formen der Intuition, dass sie plötzlich auftauchen und die Gedanken oder Eindrücke, die zu ihnen führten, nicht mehr nachvollziehbar sind.
Die Intuition ist also gewissermaßen immer überraschend.

Form der Intuition

Intuition fühlt sich immer recht zielgerichtet und klar an. Tritt sie auf, wird von der entsprechenden Person gespürt, dass dieser Gedanke richtig ist. Dabei wird im ersten Moment nicht hinterfragt, wie dieser Gedanke überhaupt zustande gekommen ist.
Dadurch, dass eine intuitive Eingebung so klar zu fassen ist, ist es nicht nötig, sie groß zu entwirren und verstehen zu wollen. Erfasst man die Intuition als Gedanken oder Bild und entscheidet sich dafür, sich auf sie einzulassen, kann man aus ihr direkt Handlungskonsequenzen ableiten.
Angesichts dessen, dass die Intuition aus dem verworrenen und kaum verstandenen menschlichen Unterbewusstsein kommt, ist diese Klarheit umso erstaunlicher.
Dazu kann man erlernen, seine Intuition direkt zu erkennen. Die Klarheit des Gedankens und der anfängliche Unwille, diesen zu hinterfragen, sind Anzeichen dafür.

Funktionen & Aufgaben der Intuition

Die Intuition scheint dem Unterbewussten dazu zu dienen, mit dem Bewussten zu kommunizieren. Verschiedene Forscher der menschlichen Psyche haben entsprechend Erklärungsansätze bezüglich der Entstehung und Aufgabe von Intuition geliefert.
Carl Gustav Jung (1875 – 1961), Begründer der Analytischen Psychologie, sah dabei die Intuition vorrangig als angeborene Fähigkeit, die von Anfang an im Denkapparat verwurzelt sei und vor allem dazu diene, Wünsche des Unterbewussten zu kommunizieren.
So seien verschiedene Formen von Auswirkungen der Intuition maßgeblich für den Charakter, indem sie entweder zu Tatendrang führten, oder innere Denkprozesse und Reflexionen bis hin zu Psychosen förderten.

Intuition hat vor allem den Vorteil, dass sie nicht völlig abhängig von Vorwissen, Vorurteilen oder Informationen ist. Im aktiven Denken spielen diese Dinge eine große Rolle. Ein intuitiver Impuls setzt sich darüber aber hinweg und vermittelt uns eine wahrnehmbare Erfahrung, die in sich so klar sein kann, dass uns auch die Herleitung und die Konsequenzen derselben klar scheinen. Dadurch werden neue Perspektiven und Sichtweisen zugänglich.
Eine anschließende Einordnung der Intuition in das Denken und Erinnern kann langfristig den geistigen Aktionsradius weiten.

Was also der genaue Sinn und Zweck der Intuition ist, ist dennoch nicht abschließend bekannt. Sie wird sich aber durchaus zunutze gemacht.
Entscheiden hierbei ist vor allem, dass:

  • Jeder Mensch Intuition erfährt
  • Man lernen kann, auf seine Intuition zu hören
  • Man seine Intuition aktiv unterdrücken kann
  • Jeder seine Intuition als solche verstehen kann, so sie auftritt

Intuition in der Kunst

Intuition ist der ideale Motor für Kreativität. Wer Intuition zulässt und dem Impuls vorbehaltlos nachgeben kann, kann neue Wege und Darstellungsformen finden.
Schließlich ist Kreativität vor allem durch Regeln gehemmt und kann durch starres Denken nicht zur Entfaltung kommen. Intuition, die von diesen Dingen weitgehend befreit ist, kann da wie ein Befreiungsschlag wirken.
Maßnahmen zur Wahrnehmung der eigenen Intuition und dem Fördern intuitiver Impulse gibt es daher zuhauf. Dabei kommen verschiedene Methoden zum Einsatz. Sportliche Ertüchtigung soll hier besonders gut wirken, indem das Unterbewusstsein durch die Konzentration auf den Sport in Ruhe gelassen wird und – im weitesten Sinne – arbeiten kann.
Einen anderen Ansatz stellt das Aufnehmen von Informationen dar. Das Lesen und Betrachten von Dingen, ohne diese allzu intensiv zu überdenken, soll das Unterbewusstsein mit Informationen füttern, aus denen es später weitere intuitive Impulse zusammensetzen kann.

Auch soll das Vertrauen auf die eigene Intuition aktiv schulbar sein, indem zum Beispiel eine erhöhte Aufmerksamkeit angestrebt wird. Nimmt man einen solchen Impuls war, soll ihm vorbehaltlos gefolgt werden. Gerade im künstlerischen Ausdruck soll man sich somit selbst vergewissern, dass es zielführend ist, auf seine Intuition zu vertrauen.

Intuition in der Technik

Vor dem Hintergrund, dass Intuition ein Zusammenspiel aus vorhandenem Wissen und situativ bedingten Impulsen ist, werden die Schnittstellen zwischen Benutzer und Gerät – sprich: Touchpads, Symbole, Eingabegeräte, etc. – bei vielen Herstellern so entwickelt, dass sie ohne eine ausführliche Erklärung in Form einer üblichen Gebrauchsanleitung verstanden werden.
Hierbei macht man sich zunutze, dass Menschen anhand bestimmter Muster unterbewusst (also intuitiv) lernen können. Durch die Gestaltung von Bedienelementen, die durch ihre Form und Handhabung dazu einladen, sie auszuprobieren und ihre Funktion nachzuvollziehen, kann dem Benutzer das Verwenden eines Gerätes einfacher gemacht werden.

Beschwerden & Probleme im Zusammenhang mit der Intuition

Das größte Problem im Zusammenhang mit der Intuition ist bei vielen Menschen dieses, dass sie gar nicht erkannt oder genutzt wird.
Da Intuition irrational scheint, widerstrebt es dem Menschen, der auf nachvollziehbare Gedanken, Ordnungen und Regeln angewiesen ist, auf sie zu hören. Hierbei behindert uns die Tatsache, dass wir lernen, unsere Gedanken und Handlungen rational zu begründen. Dies funktioniert nur, wenn wir aktiv am Entscheidungsprozess unserer eigenen Person teilnehmen.
Da ein Impuls aus dem Unterbewusstsein allerdings immer ohne unser Zutun auftaucht, stellt er in der erlernten Logik des Menschen einen Fremdkörper dar. Deshalb verdrängen viele Menschen ihre Intuition. Dies kann so weit Gehen, dass man sie nicht einmal mehr wahrnimmt, wenn sie sich bemerkbar macht.
Die die Intuition aber zu sehr guten Entscheidungen führen kann – oder mindestens unsere Sicht auf etwas erweitert – ist es erstrebenswert, ab und an auf sie zu hören.
Will man sich also einen Zugang zu ihr verschaffen, können zum einen die schon weiter oben angesprochenen Ideen helfen. Zum anderen gibt es noch andere psychologische Methoden, um die Fähigkeit zur Intuition zu wecken.

Da Intuition meist das ist, was das Unterbewusstsein für richtig hält, kann ein Befolgen dieser Impulse zu einer Steigerung des Wohlgefühls führen. Schließlich ist unser Unterbewusstsein eng mit unseren Gefühlen und unserer Art, Dinge wahrzunehmen, verbunden. Ist es durch etwas negativ belastet, bemerken wir das im Alltag.
Entsprechend kann ein Befolgen intuitiver Impulse auch das Unterbewusstsein entlasten, indem man es von etwas befreit, was es beschäftigt.
Dass man dadurch neue Perspektiven eröffnet bekommt, fördert das eigene Wohlgefühl noch zusätzlich. Das Wissen um eine erweiterte Perspektive stärkt zudem das Selbstvertrauen. Nicht zuletzt deshalb ist die Aussage, man solle auf seine Intuition vertrauen, eine besonders häufige im Coaching.

Fragen & Antworten zur Intuition

Gibt es Impulse von außen, die eine Intuition hervorrufen?

Ja und nein. Die Art der Intuition hängt sehr davon ab, was das Unterbewusstsein einem präsentieren will und kann. Allerdings kann ein Impuls von außen bestimmte Elemente im Unterbewusstsein wecken, die dadurch gewissermaßen aktiviert werden. Dies kann seine Ursache in unterbewusster Assoziation haben.

Sind intuitive Menschen erfolgreicher?
Im kreativen Bereich sind sie das ziemlich sicher. Aber auch in anderen Bereichen kann ein Vertrauen auf Intuition bedeuten, dass man mehr Chancen wahrnimmt. Dadurch verringert sich unter Umständen auch das Gefühl, etwas verpasst zu haben.
Man sollte aber natürlich seinen rationalen Verstand aufgrund einer Eingebung nicht ganz verabschieden.

Ich wäre gerne intuitiv, bin es aber nicht. Was kann ich tun?
Entsprechende Eindrücke vermittelt uns unser Unterbewusstsein eigentlich ständig. Da sie nicht immer situationsgebunden sind, sondern oft völlig aus dem Kontext fallen, müssten sie eigentlich gut auffallen.
Wenn beim Denken oder Konzentrieren auf etwas plötzlich ein auftauchender Gedanke oder ein Bild dazwischenzufunken scheint, handelt es sich wohl um eine Intuition.
Diese muss man nur erkennen, festhalten und ein wenig drehen und wenden. Was man daraus macht, ist aber natürlich jedem selbst überlassen.

Unser Fazit zur Intuition

Der kognitive Prozess der Intuition ist ein faszinierendes Instrument, wenn es darum geht, sein Unterbewusstsein kennenzulernen und seinen gedachten und tatsächlichen Aktionsradius zu erweitern.
Die Fähigkeit, seiner Intuition auch zu vertrauen und sie zu befolgen, ist dabei höchst unterschiedlich entwickelt. Dabei vermittelt sie einem doch bei Befolgung des Impulse das angenehme Gefühl, etwas Richtiges getan zu haben.

Bitte empfehlt diese Seite oder verlinkt uns:

Bitte bewerten Sie den Artikel

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (110 Stimmen, Durchschnitt: 4,82 von 5)
Loading...
Top