Kreativität

Den Geist anregen

Ein Körper arbeitet mit verschiedenen Prozessen und Eigenschaften, damit die täglichen Arbeiten erledigt werden können. Einige dieser Prozesse sind spürbar oder können gesehen werden, wie es beispielsweise beim Herzschlag der Fall ist. Wiederum andere Prozesse sind versteckt, spielen aber dennoch eine wichtige Rolle im täglichen Leben. Genau ein solcher Prozess ist die Kreativität, welche für das normale Denken und verschiedene Arbeiten benötigt wird. Was die Kreativität genau ist, wie diese gefördert oder gestört werden kann, erfahren Sie hier.

Was ist die Kreativität?

Von der Kreativität ist die Rede, wenn es um kreative Berufe wie Maler, Musiker, Dichter oder ähnliches geht. Dennoch machen Sie sich sicherlich nie genau Gedanken darüber, was die Kreativität eigentlich ist. Das Wort „Kreativität“ lässt sich von dem lateinischen Verb „creare“ ableiten, was für „erschaffen“ oder „hervorbringen“ steht. Das bedeutet, gemeinsam mit der Kreativität können Sie etwas Neues oder Originelles erschaffen und schöpferisch tätig sein. Gerade den bildenden und darstellenden Künsten wird eine schöpferische Tätigkeit zugeordnet, denn hier benötigen Sie ein hohes Maß an Kreativität.

Denken Sie aber nicht, dass die Kreativität nur auf die schönen Künste beschränkt ist, denn diese ist weitaus vielfältiger und komplexer. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass von der Antike bis zum Mittelalter die Kreativität als geistige, von Gott gegebene, Schöpfungskraft angesehen wurde. Die heutige Definition ist ein wenig anders und umfasst über die angeborenen künstlerischen sowie menschlichen Fähigkeiten hinaus verschiedene Tätigkeiten. Es wird darin die Fähigkeit gesehen, durch spielerisches und kreatives Denken sowie freie Assoziation aus Bestehenden neue Sinnzusammenhänge zu entwickeln. Das bedeutet, sehen Sie ein leeres Blatt, bildet sich vor Ihrem geistigen Auge schon ein Bild. Dafür ist die Kreativität zuständig.

Die Kreativität ist nichts mess- oder fassbares, denn die Prozesse Laufen oftmals im Unterbewusstsein ab. Es ist aber auch möglich, dass diese in bestimmten Situationen ganz plötzlich aufkommt und als innere Führung gesehen wird. Das heißt, Sie sind vielleicht gerade auf den Weg zur Arbeit und es kommt ein sogenannter „Geistesblitz“. Sie haben eine wunderbare Idee, welche Sie schnellstmöglich umsetzen wollen. Für solche „Geistesblitze“ ist die Kreativität mitverantwortlich.

Die Kreativität fördern

Es gibt viele Möglichkeiten, wie die eigene Kreativität gefördert und geschult werden kann. Die nachfolgenden Tipps sind ein guter Anfang, wobei jeder Mensch individuell kreativ wird.

Tipp 1: Vor allem Autoren und Künstler empfehlen eine Morgenseite zu schreiben. Das bedeutet, direkt nach dem Aufwachen setzen Sie sich auf und schreiben eine DIN-A4-Seite per Hand. Es ist unwichtig, worüber Sie schreiben, doch es kann helfen Ihre Gedanken zu ordnen und Ihre Kreativität anzuregen.

Tipp 2: Sobald die Kreativität blockiert wird, sollten Sie sich eine Auszeit nehmen. Schnappen Sie sich ein Blatt und betreiben Sie Brainstorming. Schreiben Sie alle Begriffe auf, welche Ihnen zu dem Thema einfallen.

Tipp 3: Eine andere Lösung ist die Rückwärts-Analyse. Hier säumen Sie das Pferd von hinten auf und denken deswegen zunächst an das Ergebnis, das Sie sich wünschen. Gehen Sie jetzt Schritt für Schritt zurück und skizzieren Sie die einzelnen Arbeitsschritte. Dadurch können Sie eine neue Perspektive erlangen und Denkblockaden lösen.

Tipp 4: Bewegung und Visualisierung sind Eckpfeiler der Kreativität. Durch einen Spaziergang nutzen Sie markante Gebäude, Bäume oder andere Gegenstände und visualisieren sich Ihr Problem. Binden Sie Ihre Umgebung bewusst ein und versuchen Sie neue Ideen daraus zu entwickeln.

Tipp 5: Die kindliche Denkweise kann sich positiv auf die Kreativität auswirken. Überschreiten Sie die Linie der Voreingenommenheit und des Traditiondenkens und versuchen Sie den Reset-Schalter zu drücken. Hinterfragen Sie bekannte Prozesse, nehmen Sie nichts als normal an und seien Sie einfach etwas naiver. Schnell kann Ihre Kreativität sprudeln.

Die Funktion und Aufgaben der Kreativität

Die Kreativität kann als vielschichtiger Prozess bezeichnet werden. Daher ist es etwas komplizierte dessen Funktion darzustellen. Am besten führen Sie sich das Leben und die Fähigkeiten von kreativen Menschen, beispielsweise Musikern oder Malern, vor Auge. Was macht diese kreativen Menschen aus und weshalb werden jene als kreative Persönlichkeiten bezeichnet? In der Regel haben Kreative meist ein zwiespältiges Verhältnis zwischen festen Gewohnheiten und Routine. Zugleich ist es solchen Menschen wichtig, sich Tagträumereien hinzugeben und diese auszuleben. Leider wird gerade dieser Prozess von vielen Menschen als Zeitverschwendung angesehen, doch das ist nicht der Fall. Untersuchungen von Neurowissenschaftlern haben gezeigt, dass es Zusammenhänge zwischen einer gesteigerten Kreativität sowie Tagträumereien gibt. Das bedeutet, die Kreativität kann gefördert und gesteigert werden, wenn Sie sich Tagträumen hingeben.

Zumeist haben kreative Menschen eine verbesserte und feinere Beobachtungsgabe und sind offener für neue Möglichkeiten und Menschen. Dazu gehört auch, dass sich diese ihren eigenen inneren Zeitmaßstäben unterwerfen, weshalb es nicht ungewöhnlich ist, dass diese auch mitten in der Nacht oder früh am Morgen mit der Arbeit beginnen. Selbst die Einsamkeit oder das Alleinsein kann für die Kreativität förderlich sein und diese mit der Zeit steigern. Ein wichtiger Indikator für die Kreativität sind Krisen und Angst. In solchen Phase wachsen kreative Menschen meist über sich hinaus und können die verschiedenen negativen Einflüsse konstruktiv verarbeiten. Deswegen entstanden die schönsten Bilder und Melodien auch zumeist in Zeiten, wo sich die Person selbst am seelischen Abgrund befand.

Die Kreativität geht mit der Neugier Hand in Hand. Kreative Menschen sind neugierig auf der Leben, neue Menschen und Situationen. Beispielsweise beobachten Schriftstellen für Stunden ihr Umfeld und verarbeiten das Beobachtete anschließend in ihren Erzählungen. Deswegen ist das logische Denken bei der Kreativität nicht wichtig. Kreative Menschen lassen sich von ihrem Unterbewusstsein führen und haben den Mut, auch ihrer inneren Leidenschaft nachzukommen. Gerade die sogenannte „innere Stimme“ spielt in kreativen Prozessen eine essenzielle Rolle. Aus diesem Grund ist es nicht ungewöhnlich, wenn es zu Inspirationen oder Ideen an ungewöhnlichen Orten kommt. Selbst mitten im Schlaf entstehen neue Gedanken. Ein gutes Beispiel ist der weltberühmte Roman „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“, welchen den Autoren Robert Louis Stevenson im Traum kam, als sich ein Mensch in einen anderen verwandelt hat. Ein anderes Beispiel ist das Beatles-Mitglied Paul McCartney, dem nach dem Aufwachen die Melodie von „Yesterday“ plötzlich im Kopf summte.

Zu beachten ist, dass nicht zwangsläufig in kreative und unkreative Menschen kategorisiert werden kann. Jeder Mensch trägt die Fähigkeit der Kreativität in sich, doch bei einigen Personen ist diese Fähigkeit stärker entwickelt oder tritt massiver hervor. Deswegen kommt die Kreativität nicht nur in künstlerischen oder schaffenden Beruf zum Einsatz, sondern auch in diversen Lebenssituation. Müssen Sie beispielsweise Beruf, Hobby, Kinder, Ehemann/Ehefrau, Freunde und vieles weitere unter einem Hut bringen, spielt auch die Kreativität bei der Planung und Organisation eine bedeutende Rolle. Aus diesem Grund beeinflusst die Kreativität alle Bereiche unseres täglichen Lebens.

Die Aufgaben in der Übersicht:

 

  • Kreativität fördert das schaffende und schöpferische Denken
  • Kreativität kann plötzlich und in unerwarteten Situationen aufkommen
  • Kreativität wird durch Stress oder schwierige Lebenssituation gefördert
  • Kreativität tritt in verschiedenen Maßen auf
  • Kreativität spielt im alltäglichen Leben eine wichtige Rolle

 

Krankheiten und Beschwerden rund um die Kreativität

Kreative Menschen weisen häufig eine erhöhte Feinfühligkeit und Offenheit der Sinne auf, was diesen aber auch zu Verhängnis kommen kann. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort „Genie und Wahnsinn liegen oft beieinander“. Die Grenzen zwischen Kreativität sowie psychischen Erkrankungen sind beinah fließen, was auch die Lebensgeschichten von vielen bekannten Künstlern zeigt. Nicht selten ist es so, dass kreative Menschen an seelischen Problemen, Depressionen, Wahnvorstellungen oder ähnlichem leiden. Der Kummer wird nun durch Alkohol oder Drogen gedämpft, was wiederum zu weiteren Erkrankungen führen kann.

Gute Beispiele für Menschen, welche die eigene Kreativität zu Grunde gerichtet hat, sind Komponist Robert Schuhmann sowie Künstler Vincent van Gogh. Schumann war häufig schwermütig, versuchte sich das Leben zu nehmen und verbrachte Großteile seines Lebens in der Psychiatrie. Van Gogh war hingegen für seine Wahnvorstellungen bekannt, was am Ende darin resultiere, dass er sich das Ohr abschnitt. Die Liste der kreativen Menschen, welche unter psychischen Problemen litten, ist aber noch sehr viel größer: Janis Jolin, Kurt Cobain, Michael Jackson, Ernest Hemingway, Jimi Hendrix oder Amy Winehouse sind nur ein kleiner Auszug daraus.

Der Grund für solche Erkrankungen ist häufig, dass extrem kreative Menschen keinen Halt im Leben finden und meist unter starken Stimmungsschwankungen leiden. Das beweist auch eine neue schwedische Studie, welche zeigt, dass kreative Menschen eher an psychischen Erkrankungen oder bipolaren Störungen leiden, als es bei anderen Menschen der Fall ist. Besonders gefährdet sind Schriftstellen, doch auch Tänzer, Fotografen oder Forscher bleiben nicht unbeeinflusst. Dennoch sollte bemerkt werden, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen der Kreativität und psychischen Erkrankungen gibt. Das bedeutet, nur, weil die Kreativität in Gange ist, beeinflusst es den Körper nicht negativ.

Die Folgen von zu starker Kreativität

Die psychischen Probleme können sich stark ausweiten und selbst zur Einweisung in einer Psychiatrie oder zu Selbstmordversuchen führen. Andere ersticken die Schmerzen, Einsamkeit und Wahnvorstellungen in Alkohol und Drogen. Aus dieser Einnahme entstehen weitere Erkrankungen, die im weitesten Sinne mit der Kreativität verknüpft werden können. Beispielsweise leidet die Leber stark unter einem erhöhten Alkoholkonsum, wobei alle anderen Organe von einer Drogenabhängigkeit betroffen sind. In Zusammenhang mit der Kreativität kann es also auch zum Ausfall der Organe kommen, was aber eher auf den Alkohol oder Drogen zurückzuführen ist. Die Kreativität beeinflusst aber das alltägliche Leben. Besonders, wenn ihr in extremen Maße nachgegangen wird, können Freundschaften und die Familie unter der Findung nach der perfekten Inspiration oder den Tagträumen leiden.

Häufige Beschwerden rund um die Kreativität

 

  • Erhöhte Feinfühligkeit und Offenheit der Sinne
  • Psychische Probleme durch starke Kreativität
  • Depressionen
  • Wahnvorstellungen
  • Seelische Probleme
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch
  • Bipolare Störung
  • Selbstmordgedanken
  • Abkapslung von der Realität

 

Fragen und Antworten rund um die Kreativität

 

Fördert Zeitdruck die Kreativität?

Es ist eine allgemeine Annahme, dass ein erhöhter Zeitdruck die Kreativität fördert. Das ist aber ein Mythos, denn Zeitnot kann die eigene Kreativität sogar behindern. Es fehlt die Gelegenheit, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und Ideen reifen zu lassen, sodass die gesamte Kreativität gestockt wird. Doch dies wirkt nicht nur auf das aktuelle Projekt aus. Wenn etwas unter Zeitdruck erarbeitet und abgegeben wurde, bleibt die Produktivität auch in den nächsten Tagen noch auf einem niedrigen Niveau. Dennoch gibt es einige Ausnahmen, wie das Parkinsonsches Gesetz oder die 72-Stunden-Regel. Dennoch ist es wichtig, dass die Zeit nicht zu knapp bemessen wird. Besser ist es, wenn Sie sich für ein Projekt etwas mehr Zeit nehmen, vielleicht auch mehr als nötig, doch dadurch Ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Denken Sie immer daran: Kreativität ist nicht wie ein Gewitter und es entstehen plötzliche Geistesblitze, sondern die Kreativität kann eher mit einem Gärungsprozess gleichgesetzt werden.

Gibt es Tätigkeiten für mehr Kreativität?

Die Kreativität zu fördern ist in vielen Bereichen wichtig, doch denken Sie zu stark über ein bestimmtes Thema nach, kann es zu einer sogenannten Blockade kommen. Sie kommen nicht vor oder zurück und stecken an einem Punkt fest. Verschiedene Tätigkeiten und Orte helfen Ihnen dabei, einen freien Kopf zu bekommen und somit Ihre Kreativität zu steigern. Vor allem ein Spaziergang ist sinnvoll, denn die frische Luft und die veränderte Umgebung sorgt für neuen Schwung im Gehirn. Geben Sie sich aber auch Ihren Tagträumen hin. Legen Sie sich bequem in die Badewanne, nehmen Sie eine heiße Dusche oder schlummern Sie ein wenig auf der Couch. Lassen Sie sich von Ihrem Geist in ferne Welten entführen und greifen Sie nicht zu sehr ein. Ihre Kreativität soll Sie leiten. Oftmals ist es einfach gut, wenn Sie das komplette Gegenteil von dem tun, was Sie gerade machen. Kochen Sie eine Runde, spielen Sie ein Videospiel oder schauen Sie sich eine Serie an. Sie müssen den Kopf wieder freibekommen, sodass sich neue Inspirationen einnisten können.

Hilft Schlafen bei einer Kreativblockade?

Allgemein gilt Schlafen als eine gute Medizin gegen zahlreiche Beschwerden. Wieso sollte es bei einer Kreativitätsblockade anders sein? Ist es auch nicht. Vor allem Langschläfern wird eine hohe Kreativität zugesprochen. Eine Untersuchung eines italienischen Psychologen der Universität Cattolica del Sacro Cuore in Mailand hat festgestellt, dass Langschläfer, auch Eulen genannt, kreativer sind. Der Grund für die gesteigerte Kreativität ist, dass die Spätzünder durch ihren speziellen Tagesrhythmus häufiger im Beruf und besonders morgens improvisieren müssen, sodass das kreative Potenzial gefördert wird. Zu erwähnen ist, dass es keinen nennenswerten Unterschied zwischen Frauen und Männern gibt. Doch auch Schlafen an sich ist eine gute Hilfe. In Träumen wird das verarbeitet, was den Tag über erlebt wurde. Schnell kann ein Geistesblitz kommen oder sich der Kopf am Morgen mit neuen Ideen füllen.

Unser Fazit

Die Kreativität ist ein wichtiger Prozess, welcher den ganzen Tag über unterbewusst stattfindet. Er fördert vor allem die schöpferische und künstlerische Ader der Menschen, weshalb Maler, Schriftsteller, Musiker, Dichter, Tänzer und ähnliches als kreative Menschen bezeichnet werden. Doch die Kreativität hat nicht nur Sonnenseiten. Dadurch, dass die Feinfühligkeit steigert und die Menschen wesentlich offener gegenüber Neuem sind, kann sich das in verschiedenen psychischen Problemen äußern. Dennoch gibt es keine direkte Verbindung zwischen psychischen Erkrankungen und der Kreativität.

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