Partner von Schlaganfall-Opfern meist mit eigenen Gesundheitsproblemen konfrontiert

Pflegende Angehörige von Überlebenden eines Schlaganfalles sind oft über viele Jahre einem großen Risiko für mentale und physische Gesundheitsprobleme ausgesetzt, wie ein Bericht in der Fachzeitschrift der Amerikanischen Herz Gesellschaft, „Stroke“, „Schlaganfall“, nahelegt.

Schwedische Wissenschaftler bewerteten 248 Überlebende von Schlaganfällen im Alter unter 70 und deren Lebenspartner ab dem Eintritt des Schlaganfalls und verglichen die Ergebnisse mit 245 Patienten ohne Schlaganfall über sieben Jahre hinweg.

Bei der Überprüfung nach sieben Jahren hatten 16,5% der Überlebenden einen weiteren Schlaganfall erlitten. Die Partner der Patienten berichteten selbst über ein Nachlassen der Kräfte im mentalen wie im physischen Bereich. Ihre Vitalität und ihre sozialen Fähigkeiten hatten gelitten – und das nicht nur in den ersten Jahren nach dem Schlaganfall, sondern auch langfristig gesehen.

Die Lebensqualität der pflegenden Angehörigen hatte sich je nach dem Status der Hilfsbedürftigkeit der Partner, deren zunehmenden kognitiven Schwierigkeiten und depressiven Symptomen, massiv verschlechtert –

„Es ist bekannt, dass die Lebenspartner älterer Schlaganfall-Patienten selbst massive physische und mentale gesundheitlich Einschränkungen erleiden, und dass der Grad der eigenen Probleme mit der Schwere des Schlaganfalls in Zusammenhang steht. Diese Studie ist die erste, die die Entwicklung über sieben Jahre hinweg bei einer relative jungen Testgruppe verfolgt hat”, berichtet Josefine Persson, Autorin der Studie, Dozentin und Forscherin am Institut für Neurowissenschaften und Physiologie an der Sahlgrenska Akademie der Universität Gothenburg, Schweden.

Für die Untersuchung wurden Fragebögen entwickelt, die den Gesundheitsstatus und die Lebensqualität aller Familienmitglieder ermitteln sollten. Alter, Anzahl der Kinder, Erziehung und Ausbildung sowie Arbeits-Situation wurden mit in die Ergebung einbezogen. Untersucht wurden die mentale Gesundheit, die Vitalität, die sozialen Aktivitäten, der emotionale Status der pflegenden Lebenspartner.

Die Schlaganfall-Patienten unterzogen sich standardisierten Tests, um Grad und Auswirkungen des Schlaganfalls, den Grad ihrer Behinderung und die Abhänget von den pflegenden Angehörigen zu ermitteln. Auch Faktoren wie Schmerzen, Tagesablauf, Depressionen oder Angstzustände wurden mit einbezogen.

„Unsere Ergebnisse heben die Auswirkung auf die mentale Gesundheit der pflegenden Partner hervor, die die gravierenden Veränderungen auf die Familien haben, nicht nur in den ersten Jahren nach dem Schlaganfall, sondern langfristig gesehen.“

Vor allem der Balance-Akt zwischen täglicher Arbeit und Pflege des Angehörigen ist bei jüngeren und älteren Betroffenen sehr unterschiedlich. Nach einem Schlaganfall für den Partner zu sorgen ist eine sehr große Herausforderung und kann die Zeit des Ehepartners für andere Tätigkeiten stark herabsetzen. Das ist vor allem für jüngere Paare eine große Belastung und die sich daraus ergebenden Probleme bleiben über viele Jahre bestehen, “ so Persson. Die Untersuchungsergebnisse sind vor allem aufschlussreich für politische Entscheider im Gesundheits- und Versorgungsbereich: Mehr soziale Unterstützung für solche Situationen ist dringend erforderlich, “ betont die Wissenschaftlerin.

 

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