Herz

Das Herz – Über den Aufbau, die Funktionsweise und seine Erkrankungen 

Der menschliche Körper setzt sich aus unterschiedlichen Muskeln und Organen zusammen, die alle mit Blut versorgt werden müssen. Das Blut ist ein Lieferant für wichtige Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Eisen oder Sauerstoff und muss durch den ganzen Körper befördert werden, um alle Muskeln und Organe mit diesen Nährstoffen zu versorgen. Im Zentrum dieser Versorgung steht der „Motor“ des Körpers – das menschliche Herz! In diesem Artikel soll geklärt werden, was das Herz ist, welche Funktionen es übernimmt, wie es aufgebaut ist und welche Erkrankungen das Herz befallen können.


Was ist das Herz?

Das Herz ist der stärkste Muskel im menschlichen Körper. Seine lateinische Bezeichnung ist „Cor“. Diese Bezeichnung gilt auch als Ursprung des englischen Wortes „Core“, was soviel wie „Kern“ bedeutet und verdeutlichen soll, dass das Herz das Zentrum des Körpers darstellt.
Das Herz zählt zu den Organen, die zum Leben notwendig sind. Einige Organe können beispielsweise bei einem Krankheitsfall entfernt werden und der Körper kann die Funktionen der entfernten Organe ersetzten. Das funktioniert beim Herz nicht. Jeder Körper ist auf ein Herz angewiesen und kann ohne dieses Organ nicht überleben.

Der Herzschlag

Jedes Herz schlägt in einem unterschiedlichen Rhythmus. Dieser Rhythmus lässt sich nicht willentlich beeinflussen, sodass man nicht selber festlegen kann, ob das Herz schneller schlagen oder es seine Funktionen ganz einstellen soll. Es gibt allerdings äußere Einflüsse, die sich auf den Herzschlag auswirken können. Dazu zählen körperliche Anstrengung, eine Veränderung des Sauerstoffgehaltes sowie die emotionale Verfassung eines Menschen. Im Durchschnitt schlägt das menschliche Herz 3 Milliarden Mal im Leben eines Menschen. Dabei werden ca. 250 Millionen Liter Blut durch den Muskel gepumpt, ehe das Herz aufhört zu schlagen und der Mensch stirbt.


Funktionen und Aufgaben

Die Aufgabe des Herzens ist es, den Blutkreislauf im Körper zu gewährleisten, um alle Organe und Muskeln des Körpers ständig mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen. Dazu pumpt das Herz unablässig Blut. In jeder Minute wird das gesamte Blut eines Körpers – beim Menschen sind das ungefähr 5 Liter – einmal komplett durch das Herz und somit auch durch den Körper befördert. Dabei ist das Herz das Zentrum von zwei Blutkreisläufen, nämlich dem Lungen- und dem Körperkreislauf. Jeder Kreislauf wird von einer Hälfte des Herzen gesteuert.

Über die rechte Herzkammer

Die rechte Herzkammer versorgt den Lungenkreislauf. Sie pumpt sauerstoffarmes Blut zu den Lungen, damit es dort wieder erneut mit Sauerstoff angereichert werden kann. Gleichzeitig wird auch Kohlenstoffdioxid über das Blut zur Lunge geschickt, um dieses über die Atmung aus dem Körper zu befördern.

Über die linke Herzkammer

Die linke Herzkammer versorgt den Körperkreislauf. Sie ist dafür zuständig, dass mit Sauerstoff und Nährstoffen angereichertes Blut in jede Zelle des Körpers gepumpt wird und diese so am Leben hält. Würde einer der beiden Kreisläufe nicht mehr funktionieren, wäre das für den gesamten Organismus lebensgefährlich. Könnte kein Blut mehr zur Lunge transportiert werden, würde der Körper langsam an einer Kohlendioxid-Vergiftung sterben. Würde dagegen der Körperkreislauf zusammenbrechen, würden die Zellen des Körpers nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und würden bereits nach kurzer Zeit absterben, was zu einem Versagen der Organe führen würde. Darum ist das Herz auch eines der wichtigsten Organe im menschlichen Körper, ohne den kein Leben möglich ist.

Zusammenfassend sind die Aufgaben des Herzen:

  • sauerstoffarmes Blut zu den Lungen pumpen
  • sauerstoffreiches Blut in den Körper pumpen
  • Transport von Nährstoffen über das Blut gewährleisten

Anatomie und Aufbau

Das Herz befindet sich im Körper im Brustkorb. Es hängt in einem Sack aus Bindegewebe, der auch als „Herzbeutel“ bezeichnet wird, direkt zwischen den beiden Lungenflügeln. Nahm man früher an, dass sich das Herz genau in der Mitte des Oberkörpers befindet, weiß man heute, dass es tatsächlich leicht nach links verschoben ist.

Aufbau des Herzens

Das Herz ist ein sogenannter Hohlmuskel. Wie bereits erwähnt besteht es auch zwei Hälften, den Herzkammern. Beide Kammern sind voneinander durch die Herzscheidewand getrennt, damit es nicht zu Vermischungen des Blutes kommen kann. Jede Herzkammer ist in sich ebenfalls unterteilt, nämlich in einen Vorhof und die eigentliche Herzkammer. Diese Abschnitte der Herzkammern sind wiederum durch Herzklappen voneinander abgeschlossen.
Verschiedene Venen und Arterien dienen dem Herzen als Zuleitungen und Abflüsse. Während in den Venen das Blut zum Herzen transportiert wird, dienen die Arterien zum Weitertransport aus dem Herzen heraus. Auch diese Zuleitungen sind mit Herzklappen versehen.

Der Herzmuskel

Das gesamte Herz wird von Muskelfasern umgeben, welche sich zusammenziehen und entspannen können. Dabei ist das Muskelgewebe um die linke Herzkammer herum stärker ausgeprägt, weil diese Herzkammer kräftiger Pumpen muss, um das Blut durch den gesamten Körper zu transportieren. Dieses Muskelfasern werden auch als Herzmuskel bezeichnet

Der Ablauf eines Herzschlages

Zwischen den Schlägen sind die Herzklappen geschlossen. Sie schließen die Herzkammern komplett ab. Das Blut kann nur in die beiden Vorhöfe strömen, wo es sich ansammelt. Wenn der Herzmuskel sich durch elektrische Impulse zusammenzieht, werden die Herzklappen geöffnet. Das Blut aus den Vorhöfen strömt nun in die Herzkammern und das Blut aus den Herzkammern wird in die Arterien gepumpt. Wenn sich der Herzmuskel nach dem Impuls wieder entspannt, schließen sich die Herzklappen wieder.
Obwohl man lange Zeit davon ausging, dass beide Herzkammern parallel zueinander arbeiten, ist heutzutage bekannt, dass die Herzkammern tatsächlich leicht asynchron zueinander arbeiten. Zuerst pumpt die größere linke Herzkammer, bevor die kleinere rechte Herzkammer arbeitet. Der Zeitunterschied ist allerdings so gering, dass er bei vielen Menschen nur mit Hilfe medizinischer Geräte gemessen werden kann.

Besonderheiten des Herzen

Ein menschliches Herz hat die Größe einer geballten Faust. Durchschnittlich wiegt es 300g bei Männern und 250g bei Frauen. Allerdings kann das Herz bis zu 500g schwer werden, wenn es zum Beispiel durch regelmäßigen Sport gestärkt wird.
Der Herzschlag eines gesunden Menschen liegt zwischen 65 und 80 Schlägen in der Minute. Bei sportlichen Menschen ist der Herzschlag oft etwas niedriger, bei unsportlichen Menschen oder auch Menschen mit größerem Körpergewicht kann er dagegen bei bis zu 100 Schlägen in der Minute legen. Die Höhe der Herzschlagfrequenz ist Abhängig davon, wie viel Energie ein Körper verbraucht. So ist der Herzschlag zum Beispiel bei Kleintieren wie einem Kolibri oder einer Maus deutlich höher. Bei einer Maus liegt er bei 600 Schlägen pro Minute, beim Kolibri sind es sogar 1200 Schläge. Das hängt damit zusammen, dass diese Tiere sich deutlich mehr bewegen als ein Mensch und somit auch mehr Energie pro Minute verbrauchen.


Krankheiten, Beschwerden und Störungen

Es gibt diverse Krankheiten und Beschwerden, die das Herz befallen können. Dabei werden die möglichen Störungen grob nach ihrem Ursprung unterteilt. Manche Krankheiten sind genetischer Natur, andere lassen sich auf die Infektion mit bestimmten Viren und Bakterien zurückführen. Die dritte große Gruppe sind Erkrankungen, die durch die Lebensumstände eines Menschen bedingt werden. Viele Umweltfaktoren zu geringe Bewegung, erhöhtes Körpergewicht oder der erhöhte Verzehr von Genussmitteln beeinflussen das Herz und stören seine Funktionsfähigkeit.

Behandlungen von Erkrankungen

Je nachdem, welche Ursache eine Herzerkrankung hat und wie ausgeprägt die Beschwerden sind, lässt sich das Herz medizinisch behandeln. In drastischen Fällen muss das kranke Organ allerdings entfernt werden. Patienten, bei denen das Herz operativ entnommen werden muss, sind darauf angewiesen binnen weniger Minuten ein Ersatzorgan zu bekommen. Hierfür eignet sich das Herz eines anderen Menschen, sofern eine biologische Kompatibilität, also eine Übereinstimmung bestimmter Körperfaktoren gewährleistet ist. Mittlerweile ist die medizinische Entwicklung aber auch so weit fortgeschritten, dass man Menschen künstliche Herzen einsetzen kann. Diese Herzen haben allerdings nur eine begrenzte Laufzeit und dienen lediglich als Übergangslösung, bis ein passendes menschliches Herz für den Patienten gefunden werden kann.

Die Koronare Herzkrankheit

Unter der koronaren Herzkrankheit wird eine verminderte Leistungsfähigkeit des Herzen verstanden. Typisch für diese Erkrankung ist eine Verengung der sogenannten Herzkranzgefäße. Damit sind die Arterien und Venen gemeint, die zum Herzen beziehungsweise vom Herzen weg führen und zum Transport des Blutes dienen.

Die Folgen dieser Herzkrankheit

Bei einer koronaren Herzkrankheit kann das Blut nur noch vermindert durch die betroffenen Herzkranzgefäße gepumpt werden. Je nachdem, wie ausgeprägt die Verengungen sind, empfinden Patienten bereits leichte körperliche Aufgaben wie das Steigen einer Treppe oder einen normalen Spaziergang als sehr anstrengend. Im schlimmsten Fall wird durch die verengten Blutgefäße der Blutfluss soweit verringert, dass sich schwerere Bestandteile des Blutes ablagern und miteinander verklumpen. Es kommt zu einem Verschluss von Venen oder Arterien, was dazu führt, dass das Herz aus seinem Rhythmus gebracht wird und unregelmäßig schlägt oder ganz aufhört zu schlagen. Das wird dann als ein Herzinfarkt bezeichnet und kann unter Umständen tödlich enden.
Ein Herzinfarkt tritt meistens schleichend auf. Er macht sich durch starke Schmerzen in der Brust, Atemnot und eine Taubheit in der linken Körperhälfte bemerkbar. Diese Anzeichen treten aber erst kurz vor dem eigentlichen Infarkt auf, sodass Betroffene nur wenige Minuten haben, um einen Notarzt zu rufen oder sich ins Krankenhaus bringen zu lassen.

Wie ein Herzinfarkt behandelt wird

Bei einem Herzinfarkt ist es wichtig, das Herz am Schlagen zu halten, um den Blutkreislauf zu gewährleisten und das Absterben von Zellen und Organen zu verhindern. Gleichzeitig müssen die verstopften Venen und Arterien wieder geöffnet werden. Dazu werden die Blutklumpen entfernt oder aufgelöst. Besteht die Gefahr, dass aufgrund der Verengungen der Herzkranzgefäße ein weiterer Herzinfarkt droht, werden die Gefäße künstlich geweitet. Diese Weitungen nennen sich „Stances“ und ermöglichen eine nahezu normale Funktionsweise des Herzens. Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten hatten, müssen trotzdem ihre Lebensgewohnheiten ändern und sich regelmäßig untersuchen lassen, um das Risiko eines erneuten Verstopfens der Gefäße zu reduzieren.

Das Broken-Heart-Syndrom:

Eine besondere Erkrankung des Herzens stellt die sogenannte Stress-Kardiomyopathie dar, die umgangssprachlich auch als „Broken-Heart-Syndrom“ bezeichnet wird. Die Krankheit verläuft ähnlich wie ein Herzinfarkt. Das Herz wird aus seinem natürlichen Rhythmus gebracht und es kommt zum sogenannten Kammerflimmern, bei dem der Herzmuskel unregelmäßig kontrahiert und entspannt wird, bis das Herz schließlich ganz aufhört zu schlagen. Der Unterschied zum normalen Herzinfarkt besteht darin, dass die Ursachen nicht eindeutig bestimmt sind und es keine Vorzeichen gibt, an denen man festmachen könnte, ob ein Patient unter einem Broken-Heart-Syndrom leiden kann oder nicht. Es gibt keine Verengungen von Venen und Arterien und auch spielen Viren und Bakterien keine zentrale Rolle bei der Erkrankung. Allerdings konnten Mediziner feststellen, dass bei Patienten, die unter dieser Herzerkrankung leiden, ein erhöhter Spiegel an Stresshormonen nachweisbar war. Besonders Hormone wie Adrenalin und Metanephrine sind in erhöhter Konzentration im Blut nachweisbar. Man geht davon aus, dass dieser Überschuss an Stresshormonen zur Folge hat, dass die Muskelfasern des Herzens unter ständiger Anspannung stehen und aufgrund dieser Anspannung irgendwann einfach ausfallen.

Die Ursachen des Stresses

Der erhöhte Stresspegel ließ sich bei den Patienten auf anhaltende Stress verursachende Lebensumstände zurückführen. Häufig erzählten die Betroffenen, dass sie aufgrund ihrer Arbeit unter hohem Stress gestanden hatten, während andere Patienten eine aktuelle Trennung als möglichen Stressauslöser angaben. Daher rührt auch der Name „Broken-Heart-Syndrom“.

Die Behandlung der Krankheit verläuft wie bei einem normalen Herzinfarkt. Das Herz muss am Schlagen gehalten und wieder in einen stabilen Rhythmus gebracht werden. Da das Herz durch die Erkrankung geschwächt wurde, ist eine Umstellung der Lebensumstände notwendig. Die Patienten sind dazu angehalten, Stress so gut es geht zu vermeiden, um einen erneuten Anfall zu vermeiden. Ein operativer Eingriff ist beim „Broken-Heart-Syndrom“ normalerweise nicht notwendig, kann aber durchgeführt werden, um einen Stance zu setzen oder einen Herzschrittmacher einzufügen.


Typische und häufige Erkrankungen:

  • Herzinfarkt
  • Herzschwäche
  • Herzmuskelentzündung

Fragen und Antworten:

Welche Funktion hat ein Herzschrittmacher?

Ein Herzschrittmacher dient dazu, den Rhythmus eines Herzen zu unterstützen, wenn dieses aufgrund einer Erkrankung nicht mehr selbstständig schlagen kann. Der Herzschrittmacher sendet dazu in regelmäßigen Abständen einen kleinen elektrischen Impuls aus, der den Herzmuskel zusammenzieht.

Warum stärkt Sport das Herz?

Beim Sport schlägt das Herz schneller, um die beanspruchten Muskeln schneller mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Der Herzmuskel wird in dieser Zeit häufiger und in kürzeren Abständen kontrahiert. Da jeder Muskel die Fähigkeit hat zu wachsen, baut auch der Herzmuskel nach der Anstrengungsphase neue Muskelfasern auf. Dadurch kann das Herz kräftiger schlagen.

Wie riskant ist ein Herzinfarkt wirklich?

Ein Herzinfarkt wird gerne verharmlost. Allerdings zählt er zu den gefährlichsten Erkrankungen der Welt. Das Problem liegt daran, dass es jeden Menschen treffen kann. Ein kranker Mensch kann genauso einen Herzinfarkt erleiden wie jemand, der regelmäßig Sport macht und sich gesund ernährt.
In Deutschland zählt der Herzinfarkt zu den häufigsten Todesursachen. 2010 ließen sich 41% aller Todesfälle auf die Erkrankung des Herzens zurückführen. Darum ist es wichtig, dass man sich mit steigendem Alter regelmäßig untersuchen lässt, um das Risiko eines Herzinfarktes so weit wie möglich zu senken.

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