Schlaganfall (Apoplex)

Schlaganfall

SchlaganfallUnter einem Schlaganfall oder Apoplex versteht man eine plötzlich auftretende Gehirnerkrankung, die durch eine Störung der Blutversorgung des Gehirns entsteht.

Folgen sind meist anhaltende Funktionsausfälle des ZNS (Zentralen Nervensystems), deren Art und Umfang von der Lokalisation und Größe des geschädigten Bereichs im Gehirn abhängt. Ein Schlaganfall wird als medizinischer Notfall behandelt und stellt in Deutschland die dritthäufigste Todesursache dar.

Steckbrief: Schlaganfall

  • Name(n): Schlaganfall; zerebraler Insult; Hirnschlag
  • Art der Krankheit: Anfall
  • Verbreitung: Weltweit
  • Erste Erwähnung der Krankheit: Antike
  • Behandelbar: Partiell
  • Art des Auslösers: Diverse
  • Wieviele Erkrankte: Ca. 17 Millionen pro Jahr
  • Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Neurologe; Internist; Notarzt
  • ICD-10 Code(s): ICD-10-GM-2017 – I00-I99 – I60-I69 – I61

Was ist ein Schlaganfall?

Der Insult oder Schlaganfall tritt auf, wenn der Blutfluß in einem Teil des Gehirns plötzlich unterbrochen oder verringert wird, was die Körperfunktion des von diesem Gehirnteil kontrollierten Gebietes beeinträchtigt. Während grundsätzlich eine Unterbrechung der Blutzufuhr für jedes Organ schädigend ist, ist das Gehirn das empfindlichste Organ des Körpers, in dem die Zellen am schnellsten geschädigt werden und in Folge des Sauerstoffmangels absterben.. Obwohl gewisse Zellschäden reversibel sind, ist der Tod von Gehirnzellen endgültig und das hinterlässt im Normalfall bleibende Ausfälle.

Die drei Hauptarten des Insults sind:

  1. Thrombotischer Insult – die häufigste Form; die als Folge eines lokalen Blutgerinnsels auftritt, das eine Arterie verschließt. Dabei sind insbesondere solche Arterien gefährdet, die eventuell bereits vorher durch den Aufbau eines Fettplaques in der Wand eingeengt wurden, bei denen auch ein kleiner Thrombus bereits die Blutzufuhr komplett unterbrechen kann.
  2. Embolischer Insult – ein kleiner Teil eines Blutgerinnsels zirkuliert im Kreislauf bis er in einem Blutgefäß des Gehirns steckenbleibt. Das Gerinnsel bildet sich irgendwo im Körper, gewöhnlich im Herzen, und bewegt sich frei innerhalb des Gefäßsystems bis es ein kleines Gefäß im Gehirn erreicht und dieses verschließt.
  3. Hämorrhagischer Insult – kann durch die Ruptur (Riß) eines Blutgefäßes begründet sein, die zu einer Blutansammlung im Gehirn führt. Sie kann sich innerhalb des Körpers wie an einem Aneurysmas- einer Schwachstelle in der Arterienwand- oder durch Einwirkungen von außerhalb wie durch eine Kopfverletzung entwickeln. Aneurysmen sind häufig angeborene Defekte oder werden durch hohen Blutdruck verursacht. Hämorrhagische Schlaganfälle sind die schwerwiegendsten und haben häufig einen tödlichen Ausgang zur Folge. Die Chance auf eine vollständige Wiederherstellung des Patienten ist geringer als bei den anderen zwei Formen.

Welche Ursachen führen zu einem Schlaganfall?

In 80% der Fälle ist ein Schlaganfall ischämisch bedingt, also durch eine arterielle Durchblutungsstörung. Diese kann durch eine Embolie oder eine Stenose einer Arterie verursacht worden sein, am häufigsten kommt ein Hirninfarkt im Versorgungsgebiet der A. cerebri media vor.

In 20% der Fälle ist eine Massenblutung im Gehirn die Ursache für den Schlaganfall, z.B. durch Ruptur eines Gefäßes oder durch ein Aneurysma.

Darüber hinaus gibt es einige allgemeine Risikofaktoren, die dafür sorgen, dass sich die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalles merklich erhöht.

Durch die Lebensführung bedingte Risikofaktoren

Medizinische Risikofaktoren

Andere Risikofaktoren

  • Familiäre Vorbelastung
  • Alter (ab 55 steigt das Risiko merklich an)
  • Ethnische Herkunft (besonders Personen afrikanischer Abstammung weisen ein erhöhtes Risiko auf)
  • Geschlecht (Männer sind weitaus häufiger Opfer eines Schlaganfalles als Frauen)
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