p24

Auch bekannt als:
Bezeichnung:

p24 Antigen
Ähnliche Tests: hiv–Antikörper


Auf einen Blick

Warum wird das hiv p24 Antigen untersucht?

Um eine potenzielle Infektion mit hiv bei kürzlich stattgehabter Exposition auszuschließen oder um den Therapieerfolg einer Anti-hiv-Therapie zu kontrollieren.

Wann sollte man das hiv  p24 Antigen untersuchen lassen?
Bei Verdacht auf eine mögliche Exposition gegenüber hiv.

Aus welchem Probenmaterial wird der hiv p24 Antigen-Test durchgeführt?
Das p24-Antigen wird aus Serum oder Plasma (Heparin, EDTA) aus einer venösen Blutrobe oder Kapillarblut der Fingerbeere bestimmt.


Das Probenmaterial

Was wird untersucht?

Mit dem hiv p24-Antigen-Test werden aktuell im Blut vorhandene Viruspartikel identifiziert (p24 ist ein virales Protein des hiv). Im Allgemeinen wird dieser spezielle Test aber erst binnen einer bis vier Wochen nach einer hiv-Infektion positiv. In der ersten Woche nach einer frischen Infektion mit hiv kann das Virus noch nicht im Blut bestimmt werden, da das Virus diese Zeitspanne benötigt um sich im Organismus zu etablieren und die Replikation suffizient genug ist, dass die Viruslast ein quantitativ detektierbares Ausmaß annimmt.

Das p24-Antigen wird dann erneut nicht mehr nachweisbar sein, wenn die Antikörperantwort des Infizierten effektiv genug ist, p24 in ausreichenden Mengen zu binden und damit aus dem Blut zu entfernen. Wenn erst einmal Antikörper durch den Körper produziert worden sind, wird der p24-Test trotz bestehender Infektion häufig negativ bleiben. Ab diesem Zeitpunkt werden allerdings dann die regulären hiv-Antikörper-Tests ansprechen. In späteren Krankheitsstadien kann aber auch p24 wieder ein detektierbares Ausmaß annehmen.

Wie wird das Probenmaterial für die Untersuchung gewonnen?
Die Gewinnung der Blutprobe ist davon abhängig, welche Testmethode angewandt werden soll. Sie kann entweder mit Hilfe eines Sticks aus der Fingerbeere als Kapillarblut oder mit einer Kanüle durch Punktion einer Armvene gewonnen werden.


Der Test

Wie wird der Test eingesetzt?

Der p24-Test wird eingesetzt, um eine hiv-Infektion möglichst im Frühstadium zu entdecken oder um Blutkonserven auf eine potenzielle Kontamination mit hiv zu überprüfen. Da der Plasmaspiegel von p24 mit der Viruslast korreliert, kann der Test auch zu Therapiekontrolle und zur Überwachung des Krankheitsverlaufs herangezogen werden. Der Vorteil des p24-Tests ist, dass er schon Tage vor den herkömmlichen Antikörpertests anzeigen kann. Darüber hinaus handelt es sich um eine quantitative Nachweismethode, mit der das Ausmaß der Virusreplikation bestimmt und damit eine Aussage über den Krankheitsprogress getroffen wird.

Wann wird der Test angefordert?

  • Bei Verdacht auf eine kürzliche Exposition mit hiv
  • Zum Screening von Blutspenden, um die Sicherheit der Spende zu gewährleisten
  • Bei bekannter hiv-Infektion  zur Therapie- und Verlaufskontrolle.

Was bedeutet das Testergebnis?

Ein positives Testergebnis bestätigt und quantifiziert gleichzeitig eine Infektion mit hiv: Je mehr p24-Antigen nachgewiesen wird, desto größer ist die Viruslast.

Gibt es weiteres, das ich wissen sollte?
Der p24-Test wurde entwickelt, um die Frühphase einer hiv-Infektion anzuzeigen.


Hinweise & Störungen

Stabilität und Probentransport

Bei Raumtemperatur ist die Probe für 5 Tage stabil, während dieser Zeit können sowohl p24 als auch die HIV1/ 2 IgM und IgG Antikörper zuverlässig bestimmt werden. Bei Lagerung bei 4°C ist die Probe für 4 Wochen stabil. Im Rahmen der Blutspenderuntersuchung konnten bei Lagerung bei -20°C wurde das p24 Antigen auch nach Jahrzehnten qualitativ nachgewiesen werden.

Referenzbereich
Normalerweise wird kein hiv p24 Antigen nachgewiesen.
Referenzbereich: Negativ

Störfaktoren und Hinweise auf Besonderheiten
Bei hochtitrigen hiv 1/ 2 Antikörpern kann das hiv p24 Antigen maskiert werden und im Test nicht oder nur in reduzierter Konzentration nachweisbar sein.

Richtlinien zur Qualitätskontrolle
Für Bestimmung von hiv p24 besteht entsprechend der Richtlinien der Bundesärztekammer (RILIBÄK) keine Ringversuchspflicht (Teilnahme an externen Ringversuchen). Interne Kontrollen sowie die Bestimmung der Richtigkeit und Präzision müssen selbstverständlich regelmäßig durchgeführt werden.


Häufige Fragen

  1. Gibt es noch andere Methoden, mit denen man eine hiv-Infektion nachweisen kann, oder Verfahren, die nicht auf einem Nachweis aus dem Blut beruhen?
     Ja, die gibt es. Die gebräuchlichsten hiv-Tests basieren auf dem Nachweis von Antikörpern gegen das HI-Virus im Blut. Daneben sind in einigen Einrichtungen aber auch Methoden verfügbar, die auf dem Nachweis aus Speichel oder Urin beruhen.
  2. Was sind die Symptome einer hiv-Infektion?
    Die einzig zuverlässige Möglichkeit, eine hiv-Infektion auszuschließen, ist die, sich einem Test zu unterziehen. Dies liegt darin begründet, dass ein Großteil der Infizierten über Jahre hinweg keinerlei Symptome zeigt bzw. die Symptome unspezifisch sind. Nähere Informationen zu den Symptomen einer hiv-Infektion können über die Web-Seite des Robert-Koch Instituts oder auch der CDC (Centre for disease control) bezogen werden.

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