Was sind Globuli?

 

In der Homöopathie gilt bei der Linderung von Symptomen und bei der Behandlung von Krankheiten folgendes Prinzip: Gleiches mit Gleichem!
Erkrankte nehmen meist einen stark verdünnten Wirkstoff ein, der ursprünglich als Ursache für ihre Beschwerden gilt. Zu den bekanntesten Darreichungsformen in der Homöopathie gehört Globuli, auch Streukügelchen genannt.


Die Herstellung von Globuli

Globuli sind kleine Zuckerkügelchen. Sie bestehen aus Rohrzucker, der mit einem bestimmten Wirkstoff versetzt ist.

Die Ausgangsstoffe stammen entweder von Pflanzen oder von Tieren – zum Beispiel von der Arnica-Wurzel oder von der Honigbiene. Ebenso eignen sich Mineralien und Metalle, wie etwa sublimiertes Schwefel. Doch auch menschliche und tierische krankheitsbedingte Ausscheidungen und Absonderungen dienen der Herstellung von Globuli. Dazu gehören beispielsweise Sekrete aus krankhaften Abszessen.

Neben natürlichen Wirkstoffen greifen Verfechter der Homöopathie auch auf synthetisch hergestellte Globuli zurück. Sie enthalten künstliche Hormone oder Medikamente wie Cortison.

Manche Grundstoffe gelten in ihrem natürlichen Zustand als schädlich für den menschlichen Organismus. Ein typisches Beispiel hierfür ist das Gift einer Schlange.

Doch bei der Herstellung von Globuli verdünnen Homöopathen den ursprünglichen Wirkstoff, wodurch er nicht mehr schädlich, sondern im medizinischen Sinne heilsam ist. Über die Einnahme homöopathischer Streukügelchen bringt der Grundstoff da Heilung, wo er sonst Symptome auslösen würde.

Die Potenzierung von Globuli

Bei der Herstellung von Globuli wenden Homöopathen mehrere Schritte an, um die ursprünglichen Substanzen zu verdünnen bzw. zu potenzieren.

Es gibt zwei Arten der Potenzierung – die sogenannte Verschüttelung oder Dilution und das Verreiben eines Grundstoffs, die Trituration.

Die Art der Potenzierung hängt davon ab, ob ein Grundstoff in Wasser oder Alkohol löslich ist. Lässt sich ein Ausgangsstoff in beiden Flüssigkeiten nicht auflösen, kommt dieser zusammen mit Milchzucker in einen Mörser und wird dort zerrieben.

Aus pflanzlichen Stoffen beispielsweise stellen Homöopathen zunächst eine so genannte Urtinktur her, die zu gleichen Teilen aus der ursprünglichen Substanz sowie hochprozentigem Alkohol oder Wasser besteht. Die Urtinktur verdünnen sie so lange, bis eine Weiterverarbeitung zu Globuli möglich ist.

Das Gemisch geben sie in kleine Glasfläschchen und schütteln sie in einer bestimmten Anzahl – entweder maschinell oder per Hand.

Anschließend werden kleine Zuckerkügelchen, in der Größe von Stecknadelköpfen, mit der Urtinktur besprüht oder beträufelt. Die Streukügelchen haben einen Durchmesser von ungefähr 0,5 bis 1,5 Millimeter.


Gebräuchliche Potenzen

Es gibt mehrere Potenzierungs-Grade, anhand derer Homöopathen die Wirkung von Globuli bestimmen:

Die so genannten Dezimalpotenzen, kurz D-Potenzen, entstehen durch eine Verdünnung des Grundstoffs mit Wasser oder Alkohol im Verhältnis 1:10.
Eine D1-Potenz entsteht zum Beispiel, wenn ein Tropfen einer Ausgangssubstanz mit neun Tropfen Alkohol vermischt wird. Ein Tropfen der D1-Potenz mit neun weiteren Tropfen Flüssigkeit vermengt, ergibt eine D2-Potenz.
Gebräuchlich sind D1- bis D1000-Potenzen.

C-Potenzen lauten ausgeschrieben Centesimalpotenzen und stehen für eine Verdünnung im Verhältnis 1:100. Sie reichen von C1 bis C1000. M heißt abgekürzt C1000.

LM oder Q bedeutet ein Verdünnungsverhältnis von 1:50.000. Q ist eine Abkürzung für Quinquagintamillesimalpotenzen – zum Beispiel LM oder LM XII.

Jede Potenz hat laut Homöopathie eine eigene Wirkung – je höher, desto schneller und sanfter erfolgt eine Heilung.

Tiefe, mittlere und hohe Potenzen

Zudem unterscheiden Homöopathen innerhalb jeder Potenz zwischen tiefen, mittleren und hohen Potenzen.
D-Potenzen im Bereich von D1 bis D10 sind so genannte Tiefpotenzen und in ihrer Wirkung eher schwach.

Alle D-Potenzen zwischen D11 und D29 gelten als mittlere Potenzen; ab D30 sprechen Homöopathen von hohen.

Die Potenzierungsart hängt davon ab, ob der Grundstoff in Wasser oder Alkohol löslich ist. Im Allgemeinen gilt: Ab den Potenzierungsgraden C3 bzw. D6 lösen sich alle Stoffe in Alkohol auf.

Obwohl das Verfahren der Potenzierung die Verdünnung eines Grundstoffs beinhaltet, bezeichnen Homöopathen diesen auch als Dynamisierungsprozess. Denn er verfolgt das Ziel, die Ausgangssubstanz aus ihrer materiellen Verbindung zu lösen und dadurch ihre eigentliche Wirkkraft zu mobilisieren und zu verstärken.


Unterschiede zu anderen Mitteln

Was unterscheidet Globuli von anderen homöopathischen Mitteln?

In der Homöopathie gibt es mehrere Formen von Medikamenten. Dazu zählen Tropfen, Tabletten, Salben und auch Injektionslösungen.

Nutzer von Globuli nehmen die Streukügelchen ausschließlich über den Mund ein. Im Gegensatz zu Salben oder Injektionen erfolgt hier die Aufnahme von Wirkstoffen über die Mund- und Magenschleimhaut.

Viele homöopathische Tabletten enthalten Milchzucker, wodurch sie für Personen mit einer Laktoseintoleranz unverträglich sind. Gobuli besteht meist aus Rohrzucker und ist somit auch für diesen Nutzerkreis geeignet.

Selbst Babys und Kinder profitieren von einer Behandlung mit dem homöopathischen Mittel. Denn aufgrund der Größe von Globuli-Kügelchen, geht von ihnen ein eher geringes Risiko aus, dass Kinder sich an ihnen verschlucken.

Außerdem empfinden Kinder die Einnahme von Globuli aufgrund ihres süßlichen Geschmacks als angenehm. Die Zuckerkügelchen lösen sich zudem schnell im Mund auf. Oft verwehren kleine Patienten die Einnahme von anderen homöopathischen Medikamenten, wie Tabletten oder Tropfen, weil sie zu groß sind oder bitter schmecken. Die Einnahme von Globuli hingegen ist meist einfach und kinderfreundlich.


Dosierungsformen und Einnahme

Die Behandlung mit Globuli erfolgt wie auch bei anderen homöopathischen Mitteln nach dem so genannten ,,Ähnlichkeitsprinzip‘. Patienten nehmen quasi den Stoff ein, der im natürlichen und konzentrierten Zustand zu Symptomen führen würde.

Homöopathen passen jede Dosierung von Globuli stets an den Gesundheitszustand und die Bedürfnisse eines Patienten an.

Dosierung tiefer, mittlerer und hoher Potenzen

Bei akuten Beschwerden und Erkrankungen empfehlen Homöopathen Globuli mit tiefen Potenzen. Diese eignen sich auch zur Selbstbehandlung. Die allgemeine Dosierungsempfehlung besagt: Alle halbe bis ganze Stunde fünf Kügelchen, bis sich eine Besserung der Symptome einstellt. Eine Einnahme von mehr als sechs Mal täglich ist allerdings nicht ratsam.

Bei Globuli mit einer mittleren Potenz ist eine ein- bis zweimalige Einnahme von fünf Kügelchen pro Tag ausreichend.

Handelt es sich um chronische oder psychische Symptome, benötigen Patienten hoch potenzierte Globuli. Ab einer Potenz von D4 gelten Globuli laut Arzneimittelverschreibungsverordnung als verschreibungspflichtig. Sie sind in der Apotheke also nur mit Rezept erhältlich. Für eine Selbstbehandlung empfehlen Homöopathen Globuli bis zu den Potenzen D24 bzw. C12.

Die Einnahem hoch potenzierte Streukügelchen erfolgt meist nur einmal täglich (fünf Kügelchen).

Dosierung bei Kindern

Auch für Babys und Kinder ist eine sanfte Behandlung von leichten Beschwerden mit Globuli möglich.

Säuglinge bis zum ersten Lebensjahr erhalten ein Drittel der Dosis für Erwachsene.
Ein- bis sechsjährige Kinder erhalten die Hälfte der Menge an Globuli, die ihre Eltern einnehmen.
Kinder vom sechsten bis zwölften Lebensjahr vertragen zwei Drittel der Erwachsenen-Dosis.

Besondere Hinweise zur Einnahme

Die Verabreichung von Globuli erfolgt in den Mund. Dort verbinden sich die Zuckerkügelchen mit dem Speichel und zergehen. Homöopathen empfehlen, die Globuli noch eine Weile im Mund zu behalten, um die Aufnahme der Wirkstoffe durch die Mundschleimhaut sicher zu stellen.

Manche Globuli werden vor der Einnahme in Wasser aufgelöst. Hierfür eignen sich vor allem Gläser aus Glas oder Plastik. Eisenhaltige Löffel gelten als unzweckmäßig, da sie laut Homöopathie das Stoffgemisch zerstören und dadurch dessen Wirkung verringern. Besser sind Löffel aus Holz oder Porzellan.

Wichtig für die Einnahme von Globuli:

  • Eine halbe Stunde vor oder nach den Mahlzeiten
  • Keine Getränke direkt vor oder nach dem Essen
  • Keine alkoholischen oder koffeinhaltigen Getränke
  • Nach der Einnahme nicht gleich Zähne putzen

Alkohol und Koffein zerstören das Stoffgemisch und verhindern eine Besserung von Beschwerden.
In Zahnpasta sind häufig ätherische Öle enthalten, die die Wirkung von Globuli herabsetzen.


Aufbewahrung

Für die Lagerung von Globuli empfehlen Homöopathen kühle und lichtgeschützte Standorte. Denn Sonnenstrahlung und Hitze beeinträchtigen die Wirkkraft der Streukügelchen.

Auch elektrische Geräte, wie Fernseher, Mikrowellen und auch Handys befinden sich im besten Falle nicht in der Nähe der pflanzlichen Mittel.

Außerdem gelten künstliche Aroma-Stoffe und ätherische Öle als schädlich. Wer Globuli regelmäßig einnimmt, sollte für Parfüms und Duftöle einen anderen Platz finden als für die homöopathischen Kügelchen.

Den besten Schutz für Globuli bieten dunkle Glasbehältnisse. Diese liegen zum Beispiel in Schubladen von Holzschränken oder -Kommoden. Diese dünsten im Gegensatz zu Möbeln aus Kunststoffen keine chemischen Stoffe aus und gefährden nicht die Wirkung von Globuli.


Fragen & Antworten

Kann ich mehrere Globuli gleichzeitig einnehmen?

Ja, allerdings sollten diese aufeinander abgestimmt sein. Im besten Falle verschreiben Homöopathen mehrere Globuline, die sich gegenseitige ergänzen oder verstärken.
Es gibt Krankheiten, bei denen eine Kombination verschiedener Streukügelchen sogar erforderlich ist. Die Art der Behandlung und Verschreibung von Globuli hängt immer vom Gesundheitszustand und der Symptome eines Erkrankten ab.

Vertragen sich Globuli mit anderen nicht-homöopathischen Medikamenten?

Einige Schulmediziner nutzen homöopathische Mittel als Ergänzung ihrer üblichen Behandlungsmethoden. Dabei kommt auch Globuli zur Anwendung. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind meist nicht zu erwarten. Allerdings können klassische Medikamente unter bestimmten Umständen die Wirkung von Globuli verzögern oder herabsetzen.

Haben Globuli einen Placebo-Effekt?

Die generelle Wirkung von Globuli ist sehr umstritten – auch hinsichtlich eines Placebo-Effekts. Selbst manche Homöopathen glauben bei bestimmten Globuli an eine Scheinwirkung.
Sie vertreten die Ansicht, dass von jedem Medikament – egal, ob synthetisch oder homöopathisch hergestellt – ein Placebo-Effekt ausgeht.
Andere sind von Globuli als Heilmittel absolut überzeugt.

Viele Schulmediziner betrachten Globuli eher als Placebo und vertrauen auf die klassische Medizin. Doch es gibt auch Ärzte, die ihren Patienten zusätzlich zur üblichen Behandlung homöopathische Mittel anbieten.

Die tatsächliche Wirkung von Globuli ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

Sind Globuli teuer?
Wer Globuli nutzt, bezahlt oft viel Geld für wenige Gramm der Streukügelchen. Allerdings entscheiden die Inhaltsstoffe über den Preis, der dementsprechend variiert.

Viele gesetzliche Krankenkassen betrachten Globuli als Zusatzleistungen und übernehmen diese deshalb nicht.


Unser Fazit

Globuli sind eine natürliche und sanfte Ergänzung zu klassischen Medikamenten. Allerdings sollten Nutzer die Wirkung der Streukügelchen mit einer gesunden Portion Skepsis betrachten. Denn diese ist wissenschaftlich nicht bewiesen.
Doch wer den Heilkräften der Natur vertraut und auch gern ein wenig mehr Geld in seine Gesundheit investiert, findet bei Globuli sicher eine geeignete Alternative zur Schulmedizin.

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